Wermut
(Artemisia absinthium L.)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

wermut
© ExQuisine – fotolia.com

Wermut für die Verdauung

Wermut oder Wermutkraut (Artemisia absinthium) besitzt einen hohen Gehalt an Bitterstoffen, insbesondere das aromatische Absinthin. Seit dem Altertum ist die krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) als Heilpflanze bekannt. Heute wird sie vor allem mit Appetitanregung und Magen-Darm-Beschwerden in Verbindung gebracht wie Blähungen aber auch Gastritis und Verdauungsförderung. Wermut ist auch unter dem Namen Bitterer Beifuß bekannt. Sein Aroma fungiert als Namensgeber eines populären Magenbitters.

Inhaltsstoffe

Die aromatische Pflanze kann bis zu 0,4 Prozent an Bitterstoffen aus der Gruppe der Serquiterpenlactone enthalten. Die vorherrschende Komponente ist Absinthin neben ätherischen Ölen. Man geht außerdem von diversen Flavonoiden und geringen Mengen an Polyacetylenen aus.

Wirkung von Wermut

Die Aufnahme von Wermut wirkt durch die enthaltenen Bitterstoffe anregend auf die Produktion der Verdauungssäfte: Speichel, Magen- und Gallensäfte. Das hat zur Folge, dass der Appetit und die Verdauung angeregt werden. Bei Verdauungsbeschwerden bis hin zu Blähungen kann dieser Effekt hilfreich wirken. Von der Bitternis des Wermut rührt höchstwahrscheinlich der „Wermutstropfen“ im Sprichwort.

Absinthtrinker

Als Aromastoff wird Wermut dem Magenbitter Absinth beigesetzt, auch bekannt als „die grüne Fee“. Berühmte Künstler des 18. und 19. Jahrhunderts wie Picasso oder Toulouse-Lautrec haben auch die Nebenwirkungen zu spüren bekommen, die nicht dem Alkohol sondern dem Wermut geschuldet waren. Das ätherische Öl Thujon im Absith wirkte bei dauerhaftem Genuss der Spirituose giftig und griff das Nervensystem an. Krämpfe, Lähmungen, Bewusstseinsstörungen und am Ende irreversible Hirnschäden waren die Folge. Diese Schädigung des Gehirns wurde „Absinthismus“ genannt und führte 1910 zu einem Verbot des Magenbitters. Auch wenn seit 1998 Absinth wieder im Handel ist, sollte der Genuss maßvoll erfolgen.

Der jungfräulichen Artemis geweiht

Im antiken Griechenland war die Pflanze der jungfräulichen Göttin Artemis geweiht. Wermut wurde verwendet gegen Menstruationsbeschwerden und um Verdauung und Appetit anzuregen. In Ägypten war sie der Göttin der Fruchtbarkeit Bastet geweiht und wurde auch für Liebeszauber angewendet. Noch im Mittelalter beschrieb Hildegard von Bingen die Wirkkraft von Wermut für äußerliche Anwendungen. Die Pflanze galt im Volksglauben als Abwehrschutz gegen Hexerei. Motten im Schrank vertreibt das aromatische Kraut ebenfalls.

Achtung

Wermut sollte nicht zu Medikamenten eingenommen werden, die zu einer Absenkung der Krampfschwelle führen. Wermut kann durch das Thujon in den ätherischen Ölen die Nebenwirkung eines Krampfgiftes und Nierenschädigung entwickeln, insbesondere bei Überdosierung.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Schreibe einen Kommentar