Vitamin A (Betacarotin, Retinol)

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Ein Zuviel an Betacarotin gibt es nicht

Betacarotin gehört zu der Gruppe der Carotine (von lat. carota, Karotte). Als Naturfarbstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe sorgen sie beispielsweise für die typisch orangene Farbe der Karotte. Und in der Karotte ist Betacarotin in besonders hoher Konzentration enthalten. Als Vorstufe von Vitamin A besitzt das Betacarotin im menschlichen Körper große Bedeutung für Knochenwachstum, Immunsystem, gesunde Haut, Stoffwechsel und das Hell-Dunkel-Sehen. Retinol und Vitamin A werden in vielen Lehrbüchern gleichgesetzt. Streng genommen handelt es sich bei Vitamin A jedoch um eine ganze Stoffgruppe, zu der neben Retinol (Vitamin A1) auch Retinal, Retinsäure und Retinylpalmitat gehören.

Vom Betacarotin leitet sich der Name der gesamten Gruppe der Carotine mit über 600 bekannten Varianten ab. Sie sind fettlöslich und können im menschlichen Körper nur zusammen mit Fett verarbeitet werden.

Betacarotin unterstützt Vitamin A

Betacarotin wird durch die Nahrung im Körper aufgenommen, von Enzymen zerlegt und in Vitamin A konvertiert. Deshalb wird es manchmal auch als Provitamin A bezeichnet. Im Darm aber auch in Zellen der Netzhaut, der Leber und in den Nieren findet der Aufspaltungsprozess statt. Betacarotin kann vom Körper gespeichert und bedarfsorientiert abgerufen werden.

Natürliche Vorkommen von Betacarotin

Betacarotin ist in zahlreichen gelb-orangenen Gemüse- und Obstsorten enthalten, wie beispielsweise in Pfirsich, Aprikose, Mango, Papaya, Sanddorn, Süßkartoffel, Kürbis und Karotte. Es kommt auch in grünen pflanzlichen Lebensmitteln vor wie in Brokkoli, Chicoree, Kresse, Portulak, Spinat, Mangold und Feldsalat.

Die Aufnahme von Betacarotin im Körper hängt stark von der Form des Verzehrs ab. Aus der rohen Karotte nimmt der Körper etwa zehn Prozent des enthaltenen Betacarotins auf. In geriebener Form, beispielsweise als Salat oder Smoothie, zusammen mit Fett erhöht sich die Ausnutzung deutlich, weil Betacarotin fettlöslich ist. Die Aufnahme von zu viel Betacarotin braucht nicht befürchtet werden, denn anders als bei einer übermäßigen Zufuhr von Vitaminen, kann es nicht zu einer Hypervitaminose kommen. Ein Überschuss kann sich höchstens durch eine Gelbfärbung der Haut manifestieren, der zurückgeht, wenn die Überversorgung eingestellt wird.

Essentielle Bedeutung für die Gesundheit

Vitamin A ist an unterschiedlichsten wichtigen Prozessen im Körper beteiligt. Proteinstoffwechsel und Fettstoffwechsel hängen von einer ausreichenden Versorgung durch Vitamin A durch die Nahrung ab, denn Vitamin A gehört zu den essentiellen Vitaminen, die nicht biosynthetisch im Körper hergestellt werden können. Da sich Vitamin A in großen Mengen im Körper speichern lässt, deutet eine Mangelerscheinung wahrscheinlich auf Unterernährung oder zu proteinlastige Ernährung hin oder aber eine Störungen des Fettstoffwechsels.

Vitamin A ist bei der Zellteilung des Embryos beteiligt an der Entwicklung und Differenzierung der Zellen. Für Aufbau und Wachstum der Knochen ist das Vitamin verantwortlich. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder in der Wachstumsphase gut mit Vitamin A versorgt sind und später im Erwachsenenalter zur Heilung von Knochenbrüchen. Die Synthese von Östrogen und Testosteron wird von dem Vitamin gesteuert, ebenso wirkt es sich auf die Spermatogenese aus, die Anzahl und Form der männlichen Samenzellen. Mit Eisen zusammen arbeitet das Vitamin an der Produktion neuer roter Blutkörperchen. Vitamin A spielt eine Rolle beim Aufbau körpereigener Eiweiße (Proteine). Bei Stress steigt der Vitaminbedarf.

Karotten sind gut für die Augen? Stimmt!

Der alte Spruch, dass Karotten gut für die Augen sind, stimmt. Sie enthalten besonders viel Betacarotin, das in Vitamin A umgebildet werden kann. Vitamin A ist in den Stäbchen der Netzhaut im Auge dafür verantwortlich, die Lichtreize in Nervensignale für das Gehirn umzuwandeln. Das Farbsehen, Hell-Dunkel-Sehen und die Sehkraft unter schlechten Lichtverhältnissen ist daher besonders abhängig von dem Vitamin. Bei Dämmerlicht oder sehr hellem Licht wird mehr Sehpurpur verbraucht, als bei normalem Tageslicht. Zur Regeneration wird Vitamin A benötigt. Bei Vitamin A-Mangel leidet die Nachtsicht und die Augen ermüden schneller.

Immunsystem

Als Radikalfänger reduziert Betacarotin die Schädigung von Zellstrukturen und Proteinen. Seine antioxidativen Eigenschaften sind ein wichtiger Teil seiner Bedeutung für die Immunabwehr. Betacarotin und Vitamin A können außerdem die Produktion von Antikörpern und weißen Blutkörperchen unterstützen.

Wichtig für das Immunsystem sind auch eine gesunde Haut und intakte Schleimhäute, an denen Vitamin A maßgeblich beteiligt ist. Sie würden ein Einfallstor für bakterielle und virale Krankheitserreger bieten, wenn sie geschädigt wären. Die Schleimhäute allein in Mund und Darm besitzen bereits eine sehr große Oberfläche.

Antioxidans und natürlicher Sonnenschutz

Der Eigenschutz der Haut gegen UV-Strahlung kann durch Betacarotin positiv unterstützt werden als eine Art natürlicher Sonnenschutz. Zum einen macht es den bei UV-Strahlung entstehenden reaktiven Singulettsauerstoff unschädlich, indem es dessen Energie aufnimmt und als Wärme wieder abgibt. Betacarotin ist durch seine antioxidativen Eigenschaften auch als Radikalfänger nützlich. Dadurch wird die Schädigung der Zellstruktur abgewendet.

Als Vorstufe von Vitamin A, das für die Differenzierung von Zellen verantwortlich ist, kann Betacarotin als wichtiger Vitalstoff für gesunde Haut allgemein und für als Schutzfaktor bei UV-Strahlung betrachtet werden. Der Prozess der Hautneubildung erfolgt über mehrere Schichten von innen nach außen. Im Fettgewebe und in der Oberhaut wird das Betacarotin gespeichert, das nicht für die Vitamin A-Bildung benötigt wurde.

Mehr zur Verwendung von Karotten

Betacarotin ist fettlöslich. Aus diesem Grund sollten Karotten immer mindestens mit einer geringen Menge Fett – am besten ein paar Tropfen hochwertigem Öl – zubereitet werden. Die Karotte enthält mehr Betacarotin als andere Gemüse. In der Karotte steckt auch der Ballaststoff Pektin. Er quillt im Magen-Darm-Trakt auf und erzeugt ein Sättigungsgefühl. Rohe Karotten haben einen leicht entwässernden Effekt. Durch ihren hohen Zuckergehalt schmeckt die Karotte süß und zählt daher roh und gekocht zu den Lieblingsgemüsen von Kindern.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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