Vergebliche Low-Fat-Diäten

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Was ist schuld?

Viel zu vorschnell wird das Urteil gesprochen: Zu viel Fett ist schuld! Nur warum funktionieren dann Low-Fat-Diäten nicht so richtig? Kann es sein, dass die Übeltäter ganz wo anders lauern? Ist es nicht vielmehr so, dass der menschliche Körper komplexer und vielschichtiger ist, als dass eine einseitige Diät bei der Gewichtsabnahme ausreichen würde? Kalorien zählen alleine reicht offensichtlich nicht. Was also bringt unseren Stoffwechsel, den Hormonhaushalt und die Drüsenfunktionen so aus dem Gleichgewicht, dass Körpergewicht nicht reduziert werden kann?

Nährstoffangaben und Inhaltsstoffe

Die Ursache steckt wie so oft ganz wo anders. Wenn Ärzte den Verbrauchern raten auf die Nährstoffangaben zu achten, so meinen Sie die hübsch aufbereiteten bunten Tabellen mit Angaben zu den großen 6: Brennwert (Kalorien), Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett, Ballaststoffen und Natrium (Salz). Komischerweise werden die eigentlichen Zutaten immer winzig klein und möglichst versteckt ausgewiesen. Dabei lauert hier die eigentliche Gefahr: Künstliche Süßstoffe, Konservierungsmittel, Lebensmittelfarben und Geschmacksverstärker. Die Liste der Chemikalien ist lang. Angaben zu gentechnisch veränderten Organismen, Anteilen zu Pestiziden und Schwermetallen suchen Sie auf jedem Etikett natürlich vergeblich. Dabei sind diese Chemikalien häufig der eigentliche Grund des Übels.

Fette ja! Aber die richtigen!

Auf Fett völlig zu verzichten oder sie drastisch zu reduzieren ist jedenfalls der falsche Weg. Es kommt darauf an zwischen guten und schlechten fetten unterscheiden zu lernen: Einige Fette werden für gesunde Herzfunktionen und sogar für die Gewichtsreduktion benötigt. Viele fetthaltige Lebensmittel sind sehr gesund für unseren Körper und Geist.  Hier einige gesunde Fettquellen:

  • Kokosöl
  • Avocados
  • Lachs
  • Hanfsamen
  • Fleisch von Weiderind, das mit Gras gefüttert wurde
  • Unbehandelte Vollmilch
  • Diverse Nussarten

Low-Fat-Diät

32 Jahre lang hatte der britische Gesundheitsdienst NHS vor Vollfettprodukten gewarnt. Nun nahm die Universität Harvard Vollfettmilch, Vollfettbutter und andere Lebensmittel mit hohem Fettanteil unter die Lupe.
In einer Studie wurden über 12 Monate die Ergebnisse von verschiedenen Diäten ausgewertet. Dabei kam heraus, dass Diäten mit geringerem Kohlehydratanteil wesentlich erfolgreicher waren, als die Diäten, die den Fettanteil reduzierten. (Lancet Diabetes & Endocrinology)

 „Es sprechen keine guten Gründe dafür, Low-Fat-Diäten zu empfehlen.“
(Dr. Deirdre Tobias)

Portionsgröße und Chemie

Die Forscher an der Harvard-Universität waren sich einig: Die Konzentration auf Fett, Kohlenhydrate und Proteine sind bei einer Diät nicht ausschlaggebend. Viel wichtiger ist die Größe der Essensportion und die verarbeiteten Chemikalien.

Stressmanagement

Arbeitsstress oder ein stark stressendes Umfeld haben mehr Einfluss auf unser Körpergewicht als Diäten. Den Umgang mit Stress effektiver zu gestalten trägt also mehr als eine Diät dazu bei Gewicht dauerhaft zu verlieren. Wie Sie Ihren persönlichen Stress am besten mildern können ist ganz individuell. Hier ein paar Anregungen:

  • Atemübungen während des Arbeitstages
  • Spaziergänge im Freien während der Mittagspause
  • Morgendliche Meditation und Gebete, die helfen, Dinge in die richtige Perspektive zu rücken
  • Kräuter, die die Nerven stärken (sibirischer Ginseng, Saathafer)

„Es müssen innovative Methoden gefunden werden, unser Wissen darum zu erweitern,
wie Arbeitsfaktoren zur Entwicklung von Fettleibigkeit beitragen.“
(Christopher Bean, australische Universität Adelaide)

Christopher Bean hatte 450 Personen aus verschiedenen Berufszweigen vermessen und dabei festgestellt, dass verantwortungsvolle Entscheidungsträger mit höheren Anforderungen im Zusammenhang mit einer breiteren Taille stehen. Der Stress tagtäglich schnell Entscheidungen treffen zu müssen wurde sozusagen in Kummerspeck angesetzt.

Die Ernährung

Nur mit Stress umgehen lernen, reicht selbstverständlich nicht aus. Besinnen Sie sich auf die Mittelmeer-Diät und reduzieren Sie Ihre Essensportionen. Hier einige kleine Anregungen:

  • Olivenöl
  • Nüsse
  • Fisch
  • Obst
  • Gemüse
  • Vollkornkost
  • Kein Frittiertes
  • Verzicht auf Kuchen, Kekse und zuckerhaltige Getränke

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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