Taurin

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taurin
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Der Inhaltsstoff der Energydrinks

Taurin ist eine organische Säure, die eine Aminosäure enthält, aber selbst keine Aminosäure ist. Es handelt sich um ein Abbauprodukt der Aminosäuren Cystein und Methionin. Taurin enthält eine Sulfonsäuregruppe, sein chemischer Name lautet daher 2-Aminoethansulfonsäure. In Energydrinks wurde der Zusatzstoff Taurin richtig populär. Wahrscheinlich kann Taurin die Wirkung von Koffein verstärken, eine mögliche Erklärung für die noch anregendere Wirkung von Energydrinks verglichen mit Kaffee.

Der Name kommt von Stier

Taurin ist gut wasserlöslich und normalerweise ein farbloses kristallines Pulver. Im Körper kommt es meist in ungebundener Form vor. Der Name Taurin leitet sich ab von griech. tauros, Stier, weil es angeblich aus den Hoden von Stieren gewonnen worden sein soll. In Wirklichkeit wurde Taurin 1824 aus einer Ochsengalle gewonnen – im allerweitesten Sinne ebenfalls ein Produkt vom Stier. Seine Entdecker Leopold Gmelin und Friedrich Tiedemann nannten es zunächst das Gallen-Asparagin.

Körpereigene Substanz

Der Körper kann Taurin aus der Aminosäure Cystein generieren, es muss also nicht der komplette Bedarf über die Nahrung gedeckt werden. Der Organismus von Säuglingen ist dazu noch nicht in der Lage und deckt seinen Bedarf über die Muttermilch.

Physiologische Funktionen

Es sind noch nicht alle biochemischen Funktionen von Taurin erforscht, aber es handelt sich um einen äußert wichtigen Baustein des funktionierenden Organismus. Unter anderem geht man davon aus, dass Taurin als Radikalfänger mit antioxidativen Eigenschaften ausgestattet ist sowie entzündungshemmende und zellmembranschützende Funktionen hat. Es fördert die Produktion von Insulin und vermag den Blutzuckerspiegel zu senken.

Verdauung

Für die Produktion der Gallensäure (Taurocholsäure und Taurochenodesoxycolsäure) benötigt der Körper Taurin, eine wesentliche Verdauungsvoraussetzung für den Abbau von Fett.

Viele weitere Aufgaben

Taurin ist an der Produktion von Nervenbotenstoffen und am Funktionieren des Nervensystems maßgeblich beteiligt. Auch soll Taurin beim Wachstum der Muskeln eine Rolle spielen. Es beeinflusst den Transport von Kalium, Magnesium und Zink und beeinflusst den Flüssigkeitshaushalt der Zellen. Möglicherweise besteht ein positiver Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff Taurin und einer Wirkung auf Lungenentzündung und Niereninsuffizienz, der wissenschaftlich jedoch noch nicht vollständig belegt ist.

Offenbar ist Taurin nicht am Aufbau struktureller Eiweiße in Körpergewebe oder Muskeln beteiligt. Es kann aber als Baustein für andere Aminosäuren fungieren.

Vorkommen

Gute Taurin-Lieferanten sind Fisch, Fleisch und Milchprodukte, unter anderem beispielsweise Muscheln oder Austern, Thunfisch, Dorsch, Fleisch vom Rind, Schwein, Schaf oder Geflügel. Als eine empfohlene Tagesdosis als Zufuhr aus der Nahrung gilt die Menge von 0,5 bis 4 Milligramm Taurin.

Taurinmangel

Taurinmangel kann eine Störung des Immunsystems zur Folge haben.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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