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Aphte (Stomatitis aphtosa)
– was kann helfen?

aphte
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Unangenehm: Mundhöhlenentzündung

Die Aphthe (frz. Aphte) oder auch Mundfäule ist eine schmerzhafte Entzündung mit weißlichem Belag in Mundhöhle und Rachen, die die Schleimhäute, die Lippen, das Zahlfleisch, die Tonsillen (Mandeln) oder die Zunge betreffen kann. Von Stomatitis aphthosa spricht man, wenn mehrere Stellen betroffen sind. Das Krankheitsbild tritt relativ häufig wiederkehrend auf.
Die Schmerzen sind je nach Größe und Position der Schädigungen unterschiedlich. Sie können neben der Nahrungsaufnahme auch beim Sprechen auftreten und stellen eine deutliche Beeinträchtigung dar.
Sehr häufig ist die bei Säuglingen in den ersten Lebensmonaten auftretende Bednar-Aphthe, die nach den österreichischen Arzt Alois Bednar benannt ist. Es handelt sich um sogenannte unechte Aphthen, die rasch abheilen. Sie können unter anderem durch winzige Traumata beim Saugen ausgelöst werden. Eine Nahrungsverweigerung aufgrund der Schmerzen kann zu Dehydration führen.

Komplikationen

Manchmal wird begleitend ein Ulcus (Geschwür) im Genitalbereich festgestellt mit einem weißlichen Fibrinbelag.

Ursachen

Als Auslöser wurden schon Streptokokken-Bakterien vermutet, Adenoviren oder Herpesviren. Die genauen Ursachen sind nach wie vor medizinisch unklar. Möglicherweise sind mehrere Faktoren beteiligt.
Ein Defizit an Nährstoffen wie Folsäure, Eisen oder Vitamin B12 können die Erkrankung offenbar begünstigen. Mundschleimhautverletzungen, Vorerkrankungen oder Allergien sind eventuell am Krankheitsausbruch beteiligt.

Das kann helfen

Antibiotika, Virostatika und Gammaglobuline haben keine heilende Wirkung.
Es werden daher lediglich die Symptome behandelt bis die Entzündung wieder abklingt. Schmerzstillende und astringierende (zusammenziehende) Wirkstoffe stehen dabei im Vordergrund.
Naturheilkundlich sind Spülungen mit entzündungshemmendem kalten Salbeitee, Arnikaaufgüssen und Kamillentee bekannt. Auch Teebaumöl und Melissenextrakt gehören zu den traditionell angewendeten Mitteln. Zusammenziehend wirken Rhabarberwurzelextrakt, Myrrhentinktur und Silbernitrat.
Die Stärkung der Immunabwehr durch Vitalstoffe aus ausgewogener und vitaminreicher Kost kann die Heilung begünstigen.

Medizinische Versorgung

Ätzende Substanzen sollen die abgestorbenen Gewebeteile schneller entfernen und die Heilung beschleunigen. Dabei wird Zinksulfat oder eine verdünnte Wasserstoffperoxidlösung verwendet. Durch den Arzt kann auch eine dehydrisierende Mischung aus sulfonierten Phenolen und Schwefelsäure aufgebracht werden.
Mittel wie Lidocain, Polidocanol oder Benzydamin werden als Gurgellösung, Sprays oder haftende Gele eingesetzt.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Übersicht

Schmerzen
– Vitalstoffe können helfen

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Moderne Pharmakologische Schmerzmittel

Moderne Schmerzhemmer wie Vioxx® oder Celebrex® geraten immer wieder in Verruf. Sicherlich haben Sie die Skandale der letzten Jahre verfolgt. Obwohl sie deutlich weniger Nebenwirkungen haben sollen als herkömmliche Schmerzmittel wie Aspirin oder Diclofenac, vermehren sich die Hinweise, dass diese Schmerzmittel Herzinfarkte oder Schlaganfälle auslösen können. Vioxx® und Bextra® sind bereits vom Markt genommen worden. Aber auch Voltaren oder Aspirin sind bereits wegen schwerer Nebenwirkungen in Verruf geraten.

Ältere pharmakologische Schmerzmittel

Britische Forscher nehmen nun auch ältere Präparate unter die Lupe. Die Gefahr einen Herzinfarkt zu erleiden sind hier deutlich höher, als bei neueren Schmerzmitteln.
Laut Statistik kommt bei langfristiger Einnahme:

  • 1 Herzinfarkt auf 1.000 Celebrex®-Patienten
  • 1 Herzinfarkt auf 500 Diclofenac-Patienten

Also sind sowohl herkömmliche Präparate, als auch Neuentwicklungen, nicht frei von Nebenwirkungen. Wenn etwas wirken soll, muss es auch Nebenwirkungen haben… Muss es das? Aus der Pharmazie ist jedenfalls kein Schmerzmittel bekannt. Nehmen Sie diese Medikamente deshalb möglichst nicht langfristig ein.

Natürliche Vitalstoffe

Die Natur hält auch gegen Schmerzen eine Reihe von natürlichen Wirkstoffen parat, die Ihrem Körper helfen, sich selbst gegen Schmerzen zu wehren. Chronische Schmerzen sind vor allem bei Menschen über 65 Jahren ständige Begleiter. Jeder dritte ist betroffen. Dabei stehen Probleme mit den Knien, der Hüfte oder dem Kreuz besonders häufig auf der Liste der Beschwerden, weil sich hier die Gelenkknorpel abgenutzt haben und eine Arthrose entstanden ist. Nur wenigen Therapeuten ist bekannt, dass sich chronische Schmerzen auch mit natürlichen Wirkstoffen behandeln lassen. Sie sind frei von Nebenwirkungen, sind gut verträglich und erzielen bei mehr als zwei Drittel der Patienten eine sehr gute Wirkung.
Die Alternativen zu schulmedizinischen Präparaten sind relativ unbekannt. Sie werden nicht von großen Pharmafirmen verkauft, es gibt keine Werbung für sie und es kann kein Gewinn damit gemacht werden.

Das Schmerzgedächtnis

Um zu verstehen, was dauerhaften Schmerz ausmacht, muss man an die Ursache gehen. Nozizeptoren sind freie sensorische Nervenendigung, die eine Gewebeschädigung beziehungsweise Verletzung in elektrische Signale (Aktionspotentiale) umwandelt. Sie senden das Schmerzsignal zum Rückenmark, wo sie eventuell verstärkt oder abgeschwächt und erst dann zum Schmerzzentrum im Gehirn gesendet werden. Die Ursachen eines solchen Reizes können z.B. Stöße, Verbrennungen, Sauerstoffmangel oder Entzündungen sein.
Bei chronischen Schmerzen verselbstständigt sich dieser Vorgang. Der Schmerz tritt in Schüben auf, obwohl die eigentliche Ursache, beispielsweise eine Muskelverspannung im Rücken, längst behoben ist. Das Schmerzgedächtnis speichert diese ständigen Schmerzreize, die betroffenen Nerven werden besonders empfindlich, und die individuelle Schmerzschwelle sinkt. Immer wieder kommen Schmerzreize im Gehirn an. Der Schmerz ist chronisch geworden.
Natürliche Vitalstoffe greifen in das Schmerzgedächtnis und in die Schmerzverarbeitung des Menschen ein. In den meisten Fällen lindern sie den Schmerzreiz und schwächen damit die Beschwerden ab.

Jährlich 20.000 Tote durch Schmerzmittel

Allein in Deutschland sterben jedes Jahr 20.000 Menschen an den Nebenwirkungen von pharmakologischen Schmerzmitteln. Die häufigsten Nebenwirkungen, die zum Tod führen, sind Magenblutungen und Nierenschäden.
Chronische Schmerzpatienten bekommen von ihren Ärzten oft folgende Schmerzhemmer verordnet:

  • NSAR: nichtsteroidales Antirheumatikum, z. B. die Wirkstoffe Ibuprofen, Diclofenac
  • ASS: Wirkstoff Actylsalicylsäure, z. B. Aspirin®
  • COX2Hemmer, z. B. Celebrex©

Alle diese Präparate haben bei Dauergebrauch schwere Nebenwirkungen zu verzeichnen. Man sollte sie kritisch betrachten und nicht längerfristig einnehmen. Aber gerade Schmerzpatienten sind auf ein Mittel über längere Zeit angewiesen.

Natürliche Schmerzkiller: B-Vitamine

Bei akuten und chronischen Schmerzen hat sich der Einsatz von B-Vitaminen bewährt. Die Gruppe der B-Vitamine übernimmt dabei zahlreiche Funktionen in der Schmerzbekämpfung, die in den Nervenzellen von entscheidender Bedeutung sind.
Vitamin B1, Vitamin B2, Niacin, Pantothensäure, Vitamin B6, Biotin, Folsäure und B12 sind alle wasserlöslich und werden in jeder Körperzelle benötigt. Sie können fast alle nur in geringem Umfang im Organismus gespeichert werden und müssen daher sehr regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden. Sollte eine Überdosierung auftreten, so werden sie mit dem Urin einfach ausgeschieden.

  • Vitamin B1 (Thiamin) versorgt die Nerven mit ausreichend Energie.
  • Vitamin B6 (Pyridoxin) und B12 (Cobalamin) sind am Aufbau der isolierenden Hüllen um die Nervenfasern beteiligt. Außerdem fördern sie die Produktion von körpereigenen Schmerzhemmstoffen, z.B. Endorphine und GammaAminoButtersäure (GABA). GABA verhindert, dass die Schmerzimpulse zum Gehirn weitergeleitet werden. Durch die Aktivierung dieser Hemmstoffe kann das Schmerzgedächtnis unterdrückt werden.

Bei 70% der Patienten gehen chronische Schmerzen durch die Einnahme von Vitamin-B Präparaten zurück.

Schmerzformen

Kombi-Präparat

Als wirkungsvoll hat sich ein Kombi-Präparat bewährt, das alle B-Vitamine enthält. Die Vitamine eines solchen Komplexes ergänzen sich gegenseitig. Deshalb ist es sinnvoll, sie gemeinsam einzunehmen.
1992 wurden in einer Studie 1.150 Patienten mit schmerzhaften Nervenentzündungen und Rückenbeschwerden in zwei Gruppen geteilt. Über den Zeitraum von drei Wochen bekam eine Gruppe ein Vitamin-B Komplex, die andere ein Placebo (Scheinmedikament ohne Wirkung).

  • Vitamin-B Komplex: 70% deutlicher Rückgang der Schmerzen
  • Placebo: 25% Rückgang der Schmerzen

Urs Buergi empfiehlt als weiteren Nährstoff Inositol, der die Wirkung der B-Vitamine verstärkt.

Natürliche Schmerzkiller: Aminosäuren

Es gibt genau 20 Aminosäuren, von denen 11 essentiell sind. Diese 11 können nicht vom Körper hergestellt und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Die anderen 9 Aminosäuren kann ein gesunder Organismus mit abwechslungsreicher Ernährung selbst herstellen.
Die moderne, westliche Ernährungsweise kann nicht immer sicherstellen, dass auch wirklich alle essentiellen Aminosäuren in ausreichender Menge zugeführt werden. Mit zunehmendem Alter sinkt zusätzlich die Fähigkeit Aminosäuren aufzunehmen.
Bei den essentiellen Aminosäuren gilt der gleiche Grundsatz wie bei den B-Vitaminen. Am wirkungsvollsten werden sie als Mischung eingenommen, da sie sich wechselseitig ergänzen. Sie haben alle ihre spezielle Aufgabe bei der Schmerzbekämpfung, die sich gegenseitig unterstützen und bedingen.

Aminosäure Phenylalanin

Die Aminosäure Phenylalanin hemmt den Abbau der Endorphine im Körper und kann daher deren schmerzstillenden Effekt verstärken. Die wirkungsvollste Tagesdosierung liegt bei 750 bis 2.000 mg. Je mehr Phenylalanin im Körper vorhanden ist, desto weniger wird der Schmerz empfunden.

Aminosäure Trypophan

Ein weiterer nebenwirkungsfreier Schmerzkiller ist die Aminosäure Tryptophan. Bei 50 Kopfschmerz-Patienten wurde über 12 Wochen täglich 1g Tryptophan gegeben. Die gleichgroße Kontrollgruppe bekam ein Placebo.

  • Trypotophan-Gruppe: Kopfschmerzhäufigkeit um 50% gesunken
  • Placebo-Gruppe: Kopfschmerzhäufigkeit um 27% gesunken

Anti-Schmerz-Substanz Mineralien

KalziumMagnesium im Mengenverhältnis von 2:1 lockert die Muskulatur und kann deshalb vor allem bei Schmerzen durch Muskelverspannungen z. B. bei vielen Rückenbeschwerden oder Spannungskopfschmerzen gut eingesetzt werden.
Achten Sie beim Kauf jedoch darauf, dass das Präparat gut zu absorbieren ist.

Omega 3 Fettsäuren

Bei entzündlichen Schmerzen wie rheumatischen Beschwerden hat sich die Einnahme von Omega 3 Fettsäuren bewährt. Omega 3 Fettsäuren werden im Körper in entzündungshemmende Substanzen umgewandelt, die den Schmerz unterdrücken. Diese finden sich ganz natürlich in:

* Bei Fischölkapseln kann es zu Wechselwirkungen mit Blut verdünnenden Medikamenten wie z. B. Marcumar® kommen. Es ist der einzige natürliche Wirkstoff, der in Wechselwirkung mit anderen Medikamenten Nebenwirkungen haben kann. Als pflanzliche Alternative seien an dieser Stelle Sanddornölkapseln empfohlen.

Arthritis und Arthrose

Organischer Schwefel (MSM) ist zur Linderung bei Arthritis oder Arthrose ein effektiver Vitalstoff. MSM erleichtert Spannungen und Stress, hilft gegen Pollenallergien und Heuschnupfen, erhöht die Durchblutung und entgiftet den Körper. Als Antioxidans macht MSM freie Radikale unschädlich und trägt damit zu einem gesunden Immunsystem bei.

Langfristige Wirkung

Natürliche Vitalstoffe sind keine Medikamente mit sofort eintretender Wirkung. Sie haben einen Langzeiteffekt. Die Linderung Ihrer Schmerzen stellt sich in der Regel nach 2 – 3 Wochen ein. Wenn Sie auf einen Vitalstoff in dieser Zeit nicht ansprechen, probieren Sie nach 6 bis 8 Wochen einen anderen aus.
Ein Versuch ist es dennoch Wert, denn schließlich dürfen Sie auf Linderung hoffen, ohne Nebenwirkungen befürchten zu müssen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Kobalt (Cobalt)

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Schwermetall und lebenswichtig?

Kobalt (Cobalt in der chemischen Fachsprache) gehört zu den Schwermetallen. Auch wenn es in größeren Mengen giftig ist, bedeutet es für den menschlichen Organismus ein lebenswichtiges Spurenelement. Als Bestandteil des Vitamins B12 (Cobalamin) hat Kobalt wichtige Funktionen im Körper.

Der Name als Programm

1735 wurde das Element von dem Schweden Georg Brandt entdeckt. Sein Name leitet sich ab von lat. cobaltum, Kobold. Denn Kobalterze waren bereits im Mittelalter bekannt und wurden zunächst für kostbare Silber- oder Kupfererze gehalten. Als sie sich nicht verarbeiten ließen und durch ihren Arsengehalt schlecht rochen, wurden sie als verhext betrachtet. Kobolde, so wurde eine Erklärung gesucht, hätten das gute Silber aufgefressen und nur silberfarbene aber wertlose Erze zurückgelassen.

Kobalt wurde schon früh zum hitzebeständigen Färben von Glas und Keramik in der Farbe kobaltblau eingesetzt.

Vorkommen in der Nahrung

Als Bestandteil von Cobalamin ist Kobalt ebenso wie das Vitamin praktisch nur in tierischen Lebensmitteln vorhanden wie Fleisch, vor allem Innereien, Fisch und Milch. In pflanzlichen Lebensmitteln kommt Kobalt so gut wie nicht vor.

Ausgewogene Ernährung deckt den Bedarf

Bei einer ausgewogenen Ernährung ist der Vitamin B12-Haushalt – und damit auch der Bedarf an Kobalt – gedeckt. Eine Überdosierung durch natürliche Nahrung steht nicht zu befürchten. Mangelerscheinungen sind selten, etwa können sie auftreten bei einer chronischen Magenschleimhautentzündung (Gastritis) , Morbus Crohn oder einer Fischbandwurm-Infektion. Vitamin B12 kann in der Leber gespeichert werden, so dass eine eventuelle Mangelerscheinung erst mit jahrelanger Verzögerung auftreten kann. Von Müdigkeit bis Muskelschwäche, Nervenschäden mit Prickeln in den Gliedmaßen oder Taubheitsgefühlen, Blutarmut und Verwirrung reichen die Symptome.

Funktionen im menschlichen Organismus

Kobalt ist an der Produktion von roten Blutkörperchen und dem Aufbau von Proteinen beteiligt. Es ist bedeutend für Zellwachstum und Zellteilung und steuert unter anderem die Anzahl der Spermien. Das Spurenelement spielt eine Rolle im Kohlehydrat- und Fettstoffwechsel und ist beteiligt am Folsäure– und Homocysteinhaushalt. Das Spurenelement unterstützt die Bildung der Substanz um die Nervenfasern (Myelin). Darüber hinaus stärkt Kobalt das Immunsystem und erleichtert das Gefühl psychischer Ausgeglichenheit.

Einsatz in der Medizin

In der Nuklearmedizin wird Kobalt als Marker für Stoffwechselkrankheiten eingesetzt. Radioaktive Kobalt-Isotope(Co 60) dienen auch als Strahlenquelle in der Strahlentherapie gegen bösartige Erkrankungen.

Kobaltvergiftung

Durch die natürliche Nahrungszufuhr kann normalerweise keine Überdosis von Kobalt erreicht werden. Ein Überschuss aus Nahrung wird in der Regel über den urin ausgeschieden. Kleine Überdosen durch konzentriertes Kobalt sind gewöhnlich für den Menschen nicht schädlich. Ab einer Menge von 30 mg pro Tag kann das Schwermetall zu Vergiftungen führen, die sich durch Kontaktekzeme äußern oder Verätzungen und Schädigung von Herz, Leber oder Niere bis hin zu Krebs.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Vitamin B-Komplex

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Bezugsquelle: Vitamin B-Complex

Zentrale Bedeutung im Stoffwechsel

Vitamin-B-Komplex ist ein Sammelbegriff für acht verschiedene Substanzen, die chemisch und pharmakologisch sehr unterschiedlich sind. Es handelt sich nicht bei allen Substanzen um Vitamine. Sie alle fungieren aber als Vorstufe für Coenzyme und besitzen essentielle Bedeutung für Blutbildung, Hormonbildung, der Biosynthese von Neurotransmittern (Botenstoffen) und des Erbguts (DNA) sowie der Funktion des Nervensystems.

Sie besitzen unter anderem eine Schüsselfunktion für die Verdauung und Nutzbarmachung von Eiweiß, Fett und Zucker. Neben Vitamin B1, B2, B6 und B12 sind im Vitamin-B-Komplex auch Biotin, Folsäure, Nicotinsäure und Pantothensäure subsumiert. Früher wurde das vitaminähnliche Cholin als ein Vitamin aufgeführt und trug die Bezeichnung Vitamin B4.

Warum heißt es Vitamin-B-Komplex?

Vitamine der B-Gruppe kommen in der Natur selten einzeln vor. Sie wirken meist zusammen im Verbund. Oftmals ist das Zusammenspiel der unterschiedlichen Enzyme der jeweiligen Vitamine sehr eng und ein Ungleichgewicht der Komponenten im Achterbund kann zu Problemen führen. Aus diesem Grund sollte eine ausgewogene Versorgung mit allen acht Komponenten sichergestellt sein. Es werden daher Präparate mit dem kompletten Satz als Vitamin-B-Komplex angeboten.

Einige der zentral wichtigen Substanzen lassen sich auch über Lebensmittel aufnehmen. In üblichen Mengen können die wichtigen B-Vitamine kaum überdosiert werden, so dass ein Vitamin-B-Komplex in vielen Fällen eine sinnvolle Ergänzung darstellen kann. Die Einnahme sollte mit dem Arzt oder Heilpraktiker abgestimmt werden.

Natürliche Vorkommen

B-Vitamine kommen in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vor wie Brokkoli, Spinat und Grünkohl oder Leber, Fleisch, Fisch und Milchprodukten. Vitamine können nur in geringen Mengen im Organismus gespeichert werden und müssen daher regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden. Vitamin B12 hingegen ist in Pflanzen nicht enthalten, besitzt aber eine bessere Speicherfähigkeit im Körper.

Vitamin B1 (Thiamin)

Vor rund 100 Jahren war Thiamin eines der ersten Vitamine, die entdeckt wurden. Vitamin B1 spielt eine wichtige Rolle beim Kohlenhydratestoffwechsel. Bei der Umwandlung von Kohlenhydraten in Glukose (Zucker) ist das Vitamin B1 für den Energiestoffwechsel von Nerven, Gehirn und Muskeln unentbehrlich. Es spielt eine Rolle für Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis. Bei Alkoholmissbrauch entsteht ein erhöhter Bedarf. Mangelerscheinungen können sich äußern durch neurologische Störungen, Herzinsuffizienz oder Muskelatrophie.

Wie fast alle B-Vitamine kommt auch Vitamin B1 in den Randschichten von Getreiden vor. Weil die innere Schale (Silberhäutchen) von Getreide, beim Schälen oft wegfällt, kommen Mangelerscheinungen häufig in Südostasien vor, wenn sich Menschen hauptsächlich von poliertem Reis ernähren. Haferflocken, Kleie und Nüsse sowie Hefe und Fleisch sind gute Vitamin-B1-Lieferanten. Thiamin ist hitzeempfindlich.

Vitamin B2 (Riboflavin)

Vitamin B2 ist beim Stoffwechsel von Fett, Eiweiß und Kohlehydraten beteiligt. Im Zusammenspiel mit Vitamin A kann es die Heilung von Hautstörungen unterstützen. Riboflavin ist Bestandteil sämtlicher Körperzellen.

In Eiern, Nüssen, Pilzen und Milchprodukten, aber auch in Fisch und Fleisch kommt Vitamin B2 in natürlicher Form vor. Bei Mangel können Risse um Augen, Nase und Mundwinkel auftreten, es kann zu Hornhautveränderungen im Auge, Linsentrübung oder Blutarmut kommen.

Vitamin B3 (Nicotinsäure, Niacin)

Vitamin B3 ist für zahlreiche Stoffwechselprozesse bedeutsam. In dieser Bezeichnung werden Nicotinsäure und Nicotinsäureamid zusammengefasst. Insbesondere wichtig ist der wasserlösliche Stoff für Haut und Schleimhäute. Entsprechend tritt als Mangelerscheinung eine schuppige, raue und überpigmentierte Haut auf. Als Medikament wird es überwiegend aufgrund seiner gefäßerweiternden Eigenschaften eingesetzt. In natürlicher Form ist es vor allem in Fleisch enthalten, des Weiteren auch in Fisch, Milchprodukten und Eiern sowie in Hülsenfrüchten und Obst.

Vitamin B5 (Pantothensäure)

Im Energiestoffwechsel besitzt Vitamin B5 eine wichtige Funktion für Aufbau und Regeneration von Zellen in Bindegewebe, Schleimhaut, Haaren und Nägeln. Es unterstützt den Energiestoffwechsel der Zellen und fördert die Zellteilung. Die Pantothensäure spielt außerdem eine Rolle für ein funktionierendes Immunsystem. Therapeutisch wird Pantothensäure zur Behandlung von Verbrennungen und Wunden eingesetzt. Gemäß seiner Bedeutung bei der Bildung von Geweben und Haaren kann sich ein Mangel an Vitamin B5 in trockener, rissiger Haut und Haarbruch äußern. Pantothensäure ist Bestandteil vieler Lebensmittel wie Fleisch, Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Getreide.

Vitamin B6 (Pyridoxin)

Im Vitamin B6 sind wiederum mehrere Stoffe mit Vitamincharakter zusammengefasst. Die Vitamingruppe ist am Eiweißstoffwechsel beteiligt und besitzt dadurch Bedeutung für alle Körperzellen. Vitamin B6 ist Bestandteil fast aller Lebensmittel, ist aber temperaturempfindlich und wird beim Kochen zerstört. Pyridoxin wird in Medikamenten eingesetzt, die bei Rheuma oder Menstruationsbeschwerden helfen. Ein erhöhter Bedarf an Vitamin B6 besteht bei der Einnahme der Pille, Antepileptika oder Tuberkulosemedikamenten.

Vitamin B7 (Biotin)

Biotin ist auch unter der früheren Bezeichnung Vitamin H in der Literatur zu finden. Es besitzt durch seine Beteiligung an Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratwechsel wichtige Funktionen im Organismus. Es spielt insbesondere eine Rolle für Gehirn, Haut, Haare und Nägel. Die Bildung von Hautzellen und Haarzellen werden durch Biotin beeinflusst sowie die epigenetische Regulation von rund 2.000 Genen. Eine entsprechende Mangelerscheinung äußert sich durch Neigung zu Ekzemen, Haarbruch und brüchigen Fingernägeln.

Vitamin B9 (Folsäure)

Vitamin B9 wird auch den Bezeichnungen Vitamin B11 oder Vitamin M geführt. Folsäure hat eine kaum zu überschätzende Bedeutung in den biochemischen Abläufen des menschlichen Körpers. Neben Zellbildung und Zellteilung ist es auch an der Synthese des Erbguts (DNA) in den Zellkernen beteiligt.

Mangel an Folsäure kann sich äußern in Blutarmut (Anämie), Anfälligkeit für Infekte durch eine verringerte Immunabwehr und verlangsamte Wundheilung. Gravierend ist ein Folsäuremangel besonders in der Schwangerschaft, da er beim ungeborenen Kind ernsthafte Missbildungen am Rückenmarkkanal auslösen kann (Spina bifida). Deshalb ist der Bedarf an Folsäure in der Schwangerschaft besonders hoch und bleibt es in der Stillzeit und im Wachstumsalter des Kindes. Außerdem kann die Einnahme von Antibiotika oder Barbituraten zu einem erhöhten Bedarf führen.

Vitamin B12 (Cobalamin)

Zellteilung, Zellwachstum, Blutbildung und die Funktion des Nervensystems sind von Cobalamin stark abhängig. Es dient dazu, Folsäure im menschlichen Organismus zu aktivieren, die ohne Vitamin B12 ihre Funktion nicht ausüben kann. Vitamin B12 in Medikamenten als Gegenmittel bei Blausäurevergiftung eingesetzt.

Genaugenommen handelt es sich bei Vitamin B12 um einen Sammelbegriff für mehrere verschiedene Verbindungen mit ähnlicher Struktur, den sogenannten Cobalaminen oder auch Vitamin-B12-Komplex. Vitamin B12 kann ausschließlich durch den Verzehr tierischer Produkte aufgenommen werden, da es von Pflanzen nicht hergestellt wird. Cobalamin kann durch die Wirkung von Enzymen aufgenommen werden und bindet sich an Eiweiße, um in die Blutbahn zu gelangen.

Bei Cobalaminmangel können empfindliche Störungen auftreten, die aufgrund der Speicherkapazität des Körpers stark verzögert auftreten können. Von schädlichen Effekten bei Überversorgung ist nichts bekannt. Der Körper kann nur eine begrenzte Menge an Vitamin B12 aufnehmen und scheidet überschüssige Substanzen aus.

Hinweis

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Vitamin B12 (Cobalamin)

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Bezugsquelle: Bioverfügbares Vitamin B12

In jeder Körperzelle benötigt

Cobalamin oder Vitamin B12 ist ein Vitamin, das ausschließlich durch den Verzehr tierischer Produkte aufgenommen werden kann, da es von Pflanzen nicht hergestellt wird. Genaugenommen ist Vitamin B12 ein Sammelbegriff für verschiedene Verbindungen des Vitamins mit ähnlichem Aufbau, den Cobalaminen. Vier aktive Verbindungen von Cobalamin besitzen eine biologische Wirkung im menschlichen Organismus. Sie heißen Adenosylcobalamin, Aquocobalamin, Hydroxycobalamin und Methylcobalamin. Außerdem ist die synthetische Verbindung Cyanacobalamin von Bedeutung.

Cobalaminstoffwechsel

Cobalamin, oder auch Vitamin B12 genannt, wird aus der Nahrung aufgenommen und im Magen freigesetzt (durch das Enzym Protease und Salzsäure). Es bindet sich an bestimmte Eiweiße, um in den Blutkreislauf zu gelangen. In die Organe und Zellen wird es dann über eine weitere Proteinverbindung mit Beta-Globulin transportiert. Cobalamin wird vom Körper recycled, indem es sich beim Ausscheidevorgang im Dünndarm wieder an ein Transporteiweiß heftet und so zurück in den Blutkreislauf kommt.

Funktionen dieses Vitamins im Körper

Das Vitamin ist beteiligt verschiedenen Stoffwechselprozessen im menschlichen Körper. Es unterstützt den Abbau bestimmter Fettsäuren, unterstützt die Zellteilung und die Funktion des Nervensystems. Es ist bedeutsam für die Blutbildung durch die Aktivierung der im Körper gespeicherten Folsäure. Die Bedeutung des Vitamins am Folsäurestoffwechsel erkennt man daran, dass Cobalaminmangel indirekt zu Folsäuremangel führen kann.

In der Alternativmedizin wird Vitamin B12 zur Therapie von Schuppenflechte und Neurodermitis eingesetzt.

Entgiftung

Die cobalamine Verbindung Hydroxycobalamin fungiert als Antidot bei Cyanidvergiftung, auch Blausäurevergiftung, die bei Kunststoffbränden durch Einatmen geschehen können, beispielsweise bei der Brandbekämpfung. Hydroxycobalamin ist in der Lage, Cyanid-Ionen zu binden, die dann mit dem Urin ausgeschieden werden können. Ein entsprechendes pharmakologisches Medikament existiert seit 2007.

Empfindliche Störungen bei Mangel

Der Bedarf an Cobalamin wird bei einem gesunden erwachsenen Menschen auf 0,01 Milligramm pro Tag geschätzt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt gar nur 0,003 Milligramm täglich. Da der Körper in Leber, Muskulatur und Herz eine Speicherkapazität für Vitamin B12 bereithält, wird ein Mangel wahrscheinlich erst nach schätzungsweise 20 Jahren auftreten, vorausgesetzt eine Ernährung, die komplett ohne Vitamin B12 auskommt. Bei strikt veganer Ernährung ist gegebenenfalls eine Unterversorgung zu prüfen. Ein Mangel kann sich äußern in Atropie, die in der Zurückbildung von Mund-, Darm- und Zungenschleimhaut besteht, Blutarmut, Taubheitsgefühlen, Reflexstörungen und gegebenenfalls Halluzinationen und Psychosen. Einige der Mangelsymptome stimmen überein mit denen von Folsäure, da Cobalamin am Folsäurestoffwechsel beteiligt ist. Bei Patienten mit Morbus Crohn kann möglicherweise ein Mangel an Vitamin B12 entstehen, wenn im Darm nicht genügend Cobalamin aufgenommen werden kann. Von schädlichen Effekten bei Überversorgung ist nichts bekannt, allerdings kann der Körper nur eine begrenzte Menge an Vitamin B12 aufnehmen und scheidet überschüssige Substanzen aus.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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