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Wirken Antidepressiva anders, als gewünscht?

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Antidepressiva wirken bei Kindern nicht

Eine umfassende Metastudie zur Sicherheit und Wirksamkeit der bekanntesten auf dem Markt befindlichen Antidepressiva gewinnt neue Erkenntnisse. Eine im British Medical Journal veröffentlichte Untersuchung stellt fest, dass Antidepressiva das Risiko von aggressivem Verhalten deutlich erhöhen. Außerdem trete insbesondere bei Anwendern im Alter von unter 18 Jahren ein doppelt so hohes Risiko auf, Selbstmord zu begehen.

„Es ist eindeutig, dass Antidepressiva bei Kindern nicht wirken. Bei den randomisierten Tests erklärten Kinder, die Medikamente zeigten bei ihnen keine Wirkung, aber sie erhöhten das Selbstmordrisiko.“
(Professor Peter Gøtzsche, Nordic Cochrane Centre am Ringhospitalet, Kopenhagen)

Antidepressiva erzielen nicht die erwünschten Ergebnisse

70 unterschiedliche Tests wurden mit den bekanntesten auf dem Markt befindlichen Antidepressiva durchgeführt. Dabei stand nicht nur die Wirksamkeit auf dem Prüfstein, sondern auch die Sicherheit für die Anwender.

Unberechenbares Verhalten 

Hinweise über unerwünschte Nebenwirkungen von Antidepressiva häufen sich so sehr, dass der Schluss nahe liegt, dass diese Medikamente keineswegs so harmlos sind wie behauptet:

  • Berichtet werden unberechenbares und teilweise sogar gewalttätiges Verhalten der Anwender.
  • Bei unter 18 jährigen verdoppelte sich der Wunsch zur Selbsttötung.

Inzwischen wird auch die zunehmde Häufigkeit von Massenmorden und Amokläufen der letzten Jahre mit der Einnahme von Antidepressiva in Verbindung gebracht.

Pharmakonzerne verschleiern Fakten 

Der Hauptverfasser der Studie Prof. Gøtzsche kritisiert das Vorgehen der Pharmakonzerne mit deutlichen Worten. So wirft er der Branche vor, ungünstige Daten, die ihre Produkte in einem schlechten Licht erscheinen ließen, unter den Tisch fallen zu lassen. Dieses Verhalten sei „widerwärtig“, weil es ein Unrechtsbewusstsein vermissen lasse. Tief beunruhigend bezeichnete er, was Antidepressiva bei Menschen und insbesondere Kindern anrichteten.

Zur Anzahl der Selbstmorde in allen Altersgruppen, die im Zusammenhang mit Antidepressiva stehen, seien deutlich zu geringe Angaben gemacht worden. Den Behörden, die für die Zulassung und Überwachung der Medikamente verantwortlich sind, werden wichtige Informationen vorenthalten.
Selbstverständlich lässt die Zahl der Selbstmorde unter Depressiven erheblichen Deutungsspielraum zu. Die Behauptung der Pharmakonzerne, dass sich eine Depression völlig unabhängig von der Einnahme von Antidepressiva einfach verschlimmern und damit zum Selbstmord führen kann, verharmlost die Nebenwirkungen der Medikamente. Aber es stellt auch die Wirksamkeit in Frage.

Die Produkte des Pharmariesen Eli Lilly lieferten bei über 90% aller Tests Hinweise auf durch Antidepressiva ausgelöste Selbstmorde. Diese Hinweise wurden bei der Zulassung der Medikamente jedoch nicht berücksichtigt. Dr. Tarang Sharma vom Nordic Cochrane Centre am Ringhospitalet in Kopenhagen stellt fest, dass bei Entscheidungen über die Zulassung neuer Antidepressiva oft die Schädigungen als zu gering eingestuft werden.

Weltweit immer mehr Depressionen

Die Einnahme von Antidepressiva steigt dennoch weltweit steil an. In Island werden die meisten Antidepressiva verschrieben, gefolgt von Australien, Portugal, Kanada, Schweden und Großbritannien.

„In der britischen Bevölkerung hat sich die Zahl der Menschen, die Antidepressiva einnehmen, in den letzten zwei Jahrzehnten vervierfacht. Und das, obwohl wir längst nicht alle Auswirkungen dieser Medikamente kennen und verstehen.“
(Dr. Joanna Moncrieff, University College London, National Post)

Nachweise der Unbedenklichkeit bei längerer Einnahme fehlen jedoch.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Cannabis: Programmierter Zelltod von Tumorzellen

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Therapeutisches Potential von Cannabis

Die Molekularbiologin Christina Sanchez von der Universität Complutense Madrid beschäftigt sich schon seit über zehn Jahren mit dem therapeutischen Potential von Cannabis. Die molekularen Aktivitäten der Cannabinoide, die zur Linderung von Schmerzen bei unheilbar Kranken beitragen, sind seit langem bekannt. Aber ihr Forschungs-Team erkannte auch, dass der psychoaktive Bestandteil von Cannabis, der am wirksamsten ist, Tumorzellen dazu bringt, „Selbstmord“ zu begehen: Tetrahydrocannabinol (THC). Die gesunden Zellen bleiben von der Zerstörung unberührt.

Tumorzellen zerstören sich selbst

Der Gegenstand der Untersuchung waren eigentlich Krebszellen des Gehirns. Man wollte deren Aktivitäten genauer verstehen. Sobald sie THC ausgesetzt waren, hörten sie auf sich zu vermehren und auszubreiten. Mehr noch: Sie begannen sich selbst zu zerstören. Und das sowohl in Labor- als auch in Tierversuchen.

Der lange Weg der Akzeptanz

Bereits 1998 veröffentlichte Sanchez erste Ergebnisse zur anti-karzinogenen Wirkung im europäischen Fachjournal für Biochemie FEBS Letters.

„In den frühen 1960er Jahren hatte Raphael Mechoulam von der Hebräischen Universität in Israel den wichtigsten Bestandteil von Marihuana, der für die allseits bekannten psychoaktiven Auswirkungen verantwortlich ist, entdeckt und klassifiziert. Nach der Entdeckung dieses Bestandteils, der THC genannt wird, war ziemlich offensichtlich, dass diese Substanz offenbar über einen molekularen Mechanismus auf die Zellen, auf unseren Organismus wirkt.“
(Christina Sanchez, Interview mit Cannabis Planet)

Der Mensch verstoffwechselt Cannabis-Bestandteile

Zwei natürliche Systeme im menschlichen Körper ermöglichen uns von den Cannabinoiden zu profitieren. Diese Zielregionen sind in der Lage THC und andere Cannabinoide zu verarbeiten und zu nutzen. Das endogene Cannabinoid-System steuert den Appetit, die Nahrungsaufnahme, das motorisches Verhalten, die Reproduktion und vieles andere. Das andere System besteht aus verschiedenen anderen Rezeptoren für Cannabinoide, die über den gesamten Körper verteilt sind.

Programmierter Zelltod

Wie funktioniert nun der selbstzerstörende Prozess der Tumorzellen? Nach der Aufnahme in den Körper werden die Cannabis-Cannabinoide in das köpereigene natürliche endogene Cannabinoid-System integriert. Dort docken sie an Cannabinoid-Rezeptoren auf die gleiche Weise wie endogene Cannabinoide an. Modelle von Brustkrebs- und Gehirnkrebszellen wurden in einen Zustand der Apoptose, d.h. einer Form des programmierten Zelltodes, versetzt.

Zellen können auf sehr unterschiedliche Weise sterben. Und nach einer Behandlung mit Cannabinoiden sterben sie sozusagen auf saubere Art und Weise – sie begehen praktisch Selbstmord. Einer der Vorzüge der Cannabinoide … besteht darin, dass sie zielgerichtet auf Tumorzellen wirken.“
(Christina Sanchez)

Gesunde Zellen bleiben unangetastet

Normale Zellen, also Zellen, bei denen es sich nicht um Tumorzellen handelt, bleiben von der toxischen Wirkung der Cannabis-Cannabinoide verschont. Gegenüber einer Chemotherapie ist dieser Fakt ein Vorteil, denn eine herkömmliche Chemotherapie richtet sich praktisch gegen alle Zellen ohne zwischen Krebszellen und gesunden Zellen zu unterscheiden.

Cannabisöl Phoenix Tears

Der kanadische Forscher und Erfinder Rick Simpson beschrieb die gleiche Wirkung. Sein Cannabisöl Phoenix Tears hat im Laufe der Zeit schon viele an Krebs erkrankte Menschen geheilt. Und zwar ohne Behandlungsmethoden wie Chemo- und Strahlentherapie.

Missbrauchsgefahr?

Alle Forscher, die sich mit Cannabis beschäftigen verstehen nicht, warum Cannabis in den USA auf die so genannte Schedule-I-Liste gesetzt wurde: Angeblich ohne nachweisbaren medizinischen Nutzen, fehlendem Nachweis der Ungefährlichkeit beim medizinischen Einsatz und mit hoher Missbrauchsgefahr. Laut Sanchez und vieler anderer Forscher ist Cannabis eine Pflanze, die ein sehr breites therapeutisches Potenzial besitzt.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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