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Statine mit hohen Nebenwirkungen

statine
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Atorvastatin gegen hohe Cholesterinwerte

Das Pharmaunternehmen Pfizer vertreibt den Wirkstoff Atorvastatin in Deutschland für rezeptpflichtige Mittel wie Lipitor ®, Sortis ® oder Atoris ®. Es gehört zur Familie der Statine. Diese Mittel werden eingesetzt, um die Cholesterinwerte in den Griff zu bekommen. Aber die Nebenwirkungen übertreffen den Nutzen bei Weitem.

Natürliche Leberfunktion eingeschränkt

Der Wirkstoff Atorvastatin in diesen Medikamenten verändert die Leberfunktion. Die Wirksamkeit eines speziellen Leberenzyms, das Cholesterin produziert wird dadurch reduziert: Die Leber kann besser Lipoprotein geringer Dichter (LDL) binden, wodurch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle sinkt. Bei Patienten mit schwerem Gefäßvorfall werden Statine vorbeugend verschrieben. Immer, wenn natürliche Funktionen eingeschränkt werden, führt das an anderer Stelle zu Problemen.

Risiko höher als der Nutzen?

Das University College London (UCL) und die Universität Glasgow untersuchen den Nutzen und die Risiken, die der Wirkstoff Atorvastatin in sich birgt. Laut ihren Untersuchungen steigt das Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken und an Gewicht zuzunehmen mit der Einnahme von Statinen. Eine umfassende Analyse über die Mechanismen wie Statine das Diabetes-Risiko erhöhen, wurde vorgelegt. Demnach erhöht sich das Risiko für Diabetes Typ 2 um 12%.

Aussagekräftige Studien

Über einen Zeitraum von vier Jahren nahmen 130 000 Testpersonen an Studien teil, die die Wirkung von Statinen auf die Häufigkeit von Herzerkrankungen und Schlaganfällen untersuchten. Gleichzeitig wurde auch das Diabetes-Risiko ermittelt. Dieses Risiko stieg um 12%. Der Grund liegt in der Tatsache, dass Statine und Varianten von enzymkodierenden Genen in den Leberzellen ähnliche Wirkung erzielen: Gewichtszunahme und erhöhtes Diabetes-Risiko.

„Häufig auftretende Varianten in dem Gen, das dieses Leberenzym kodiert, werden mit einem geringeren LDL-Cholesterinwert in Verbindung gebracht. Unter Berücksichtigung der Werte von bis 220 000 Personen kamen wir zu dem Schluss, dass diese genetische Variante auch mit einem höheren Gewicht und einem leicht erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung steht.“
(Dr. Daniel Swerdlow, UCL-Institut für kardiovaskuläre Wissenschaft, Mitautor der Studie)

Folgen der genetischen Abweichung

Professor Aroon Hingorani, ein weiterer Autor der Studie, stellt fest, dass die Unterdrückung der natürlichen Leberfunktion auf lange Sicht zu Stoffwechselproblemen führt. Mithilfe der genetischen Ergebnisse der Studie könne man erklären, wie Statine das Gewicht und das Diabetes-Risiko erhöhen. Die Auswirkungen der genetischen Varianten seien allerdings um diverse Größenordnungen kleiner als die Auswirkungen von Statinen.

„Die Effekte waren sehr viel kleiner als bei der Statin-Behandlung, aber die genetischen Ergebnisse sprechen dafür, dass die in der Studienanalyse beobachtete Gewichtszunahme und das Diabetes-Risiko mit dem bekannten Handlungsmechanismus von Statinen in Zusammenhang stehen und nicht mit einem anderen unbeabsichtigten Effekt.“
(Dr. Daniel Swerdlow, UCL-Institut für kardiovaskuläre Wissenschaft, Mitautor der Studie)

Gefährliche Empfehlungen

Unerwünschte Nebenwirkungen wie Diabetes Typ 2 sind ein guter Grund vor pauschalen Empfehlungen Abstand zu nehmen. Das UK National Institute for Health and Care Excellence empfiehlt aber Ärzten, Statine Patienten zu geben, die innerhalb der nächsten zehn Jahre eine um mindestens 10% höhere Wahrscheinlichkeit aufweisen, eine kardiovaskuläre Erkrankung zu bekommen. Also wird Ärzten empfohlen Statine vorbeugend einzusetzen. Statine sind aber eine riskante Methode, wenn man kardiovaskuläre Erkrankungen verhindern will.

Alternativen zu Statinen

Wie können die Cholesterinwerte wirksam und ohne Nebenwirkungen kontrolliert werden? Führen Statine auf die falsche Fährte? Wie können Ärzte ihre Patienten besser ermutigen, für gesunde Gefäße zu sorgen?

„Viele Patienten, die für eine Statin-Behandlung infrage kämen, würden auch von einer Änderung des Lebensstils profitieren, unter anderem mehr körperliche Aktivität, mehr gesunde Ernährung und ein Verzicht aufs Rauchen. Die in dieser Studie beobachteten mäßigen Anstiege von Gewicht und Diabetes-Risiko lassen sich durch eine gesündere Ernährung und eine gesündere Lebensweise einfach ausgleichen. Wenn man im Gespräch mit diesen Patienten bekräftigte, wie wichtig eine Umstellung der Lebensweise ist, würde das den Nutzen der Statin-Behandlung mit Blick auf die Prävention von Herzinfarkten und Schlaganfällen weiter vergrößern.“
(Professor Naveed Sattar, Mitautor der Studie)

Gesündere Lebensweise

Eine Umstellung der Lebensweise unterstützt Ihre Leber auf ganz natürliche Weise und besprechen Sie Alternativen mit Ihrem Therapeuten.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Olivenöl als Naturheilmittel

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Eines der ältesten Naturheilmittel der Menschheit

Olivenöl wird aus den Früchten und Kernen des Olivenbaums (Olea europa) gepresst. Bereits in der Antike galt es als Heilmittel und wurde innerlich gegen Entzündungen und äußerlich gegen Hauterkrankungen angewendet.

Beste Qualität für die Gesundheit

Wissenschaftliche Untersuchungen haben immer wieder versucht, hinter das Geheimnis der Langlebigkeit der Menschen in den Mittelmeerländern zu kommen. Eine der Hauptursachen könnte das Olivenöl sein, ein natürlicher Schutzfaktor einfach durch die Ernährung.

In der mediterranen Küche ist das kaltgepresste Olivenöl die Hauptfettquelle, während in nordeuropäischen Ländern eher tierische Fette verwendet werden. Der Zusammenhang von Fett und Krankheiten wie Dickdarmkrebs, Brust- und Prostatakrebs sowie Gallensteinen und möglicherweise sogar Depressionen ist naheliegend. Im Vergleich ist in jedem Falle ein hochwertiges pflanzliches Öl die gesündere Alternative.

Pflanzlicher Schutzschild

Olivenöl enthält einfach ungesättigte Fettsäuren, tierische Fette wie Butter, Schmalz, Wurst, fettes Fleisch oder Käse jedoch gesättigte Fettsäuren, die im Hinblick auf den Cholesterinspiegel problematisch sein können. Olivenöl kann einen positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel insgesamt nehmen und den Teil des Cholesterins eindämmen, der für die Ablagerungen in den Blutgefäßen verantwortlich ist. Es scheint, dass die Produktion der Magensäure eingeschränkt wird und eine günstige Beeinflussung von Magen-Darm-Geschwüren stattfinden kann und das Risiko für Gallensteine verringert wird.

Zivilisationskrankheiten

Letztlich geben mehrere Faktoren nach Meinung von Wissenschaftlern dazu Anlass zu glauben, dass Olivenöl eine gesundheitserhaltende und für den Organismus förderliche Wirkung hat. Die Gesunderhaltung des physiologischen und biochemischen Gleichgewichts führt zudem zu der Reduzierung des Risikos für die bekannten Ziviliationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und daraus folgend auch Arteriosklerose, koronare Herzerkrankungen und Herzinfarkt, Schlaganfall und wahrscheinlich auch Krebs. Besondere Bedeutung haben offenbar Polyphenole aus den sekundären Pflanzenstoffen im Olivenöl.

Gesundes Fett

Gemäß der Deutschen Herzstiftung ist „Olivenöl, am besten nativ extra oder extra vergine – ist im Rahmen einer ausgewogenen mediterranen Ernährung nach wie vor empfehlenswert, um das Risiko für die Entstehung von Gefäßkrankheiten zu vermindern oder deren Verlauf günstig zu beeinflussen.“

Qualität ist das A und O

Nur hochwertiges Olivenöl besitzt die positiven Eigenschaften eines Naturheilmittels erster Güte. Deshalb ist wichtig, die Güteklassen zu kennen, denn niedrige Qualitätsstufen können wirkungslos bis hin zu schädlich sein.

Natives Olivenöl extra

Neben der deutschen Bezeichnung werden im Handel vielfach die landessprachlichen Bezeichnungen gewählt: extra virgin (engl.), extra vergine (ital.), virgin extra (span.) oder extra virgem (portug.). In jedem dieser Fälle ist es die Bezeichnung für die höchste Güteklasse von Olivenölen. Es handelt sich um kaltgepresstes Öl aus frischen Oliven in erster Pressung und ausschließlich mit mechanischen Mitteln. Ölsäure, sprich freie Fettsäuren, dürfen maximal mit einem Gehalt von einem Gramm pro 100 Gramm Öl enthalten sein. Die Geschmacksvielfalt von Extra-Virgin-Ölen ist sehr groß und immer absolut einwandfrei in Geschmack und Farbe.

Natives Olivenöl (virgin, vergine)

Die zweite Güteklasse wird ebenfalls aus frischen Oliven in Kaltpressung gewonnen. In dieser Klasse sind Öle zusammengefasst, die bis zu zwei Gramm freie Fettsäuren pro 100 Gramm Öl haben dürfen. Im Vergleich zum Extra nativen Olivenöl können kleinere Fehlstellungen im Geschmack auftreten.

Olivenöl

Wenn die Qualitätsmerkmale für natives Olivenöl nicht zutreffen, kann das Olivenöl unter Dampf raffiniert werden. Um einen besseren Geschmack zu erhalten, wird es später mit nativem Olivenöl angereichet. Dieses Öl darf nur als „Olivenöl“ bezeichnet werden, ohne die obigen Gütebezeichnungen.

Oliventresteröl

Oliventresteröl wird aus den Rückständen des gepressten Olivenöls hergestellt und muss dann auch als Oliventresteröl gekennzeichnet werden. Es besitzt einen milden Geschmack. Fettsäuren dürfen maximal bis 1,5 Gramm pro 100 Gramm Öl emthalten sein.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Bärlauch

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Bringt nach dem Winter den Stoffwechsel in Schwung

Bärlauch ist eine Pflanze aus der Gattung der Allium (Zwiebelgewächse), verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Plinius dem Älteren und in Species Plantarum von Carl von Linné 1753, weitere Bezeichnungen sind Aglitheis ursina, Geboscon ursinum, Ophioscordon ursinum ) Im Volksmund ist das wohlschmeckende Wildgemüse unter vielen verschiedenen Namen bekannt wie Bärenlauch, Zigeunerlauch, Knoblauchspinat, Hexenzwiebel oder Waldherre. Bärlauch treibt im April und Mai in großen Massen in den Wäldern aus, wo man ihn nicht mit den giftigen Maiglöckchenblättern verwechseln sollte.

Der typische Knoblauchgeruch beim Reiben der Blätter schützt vor der Verwechslungsgefahr. Auch glänzen Maiglöckchenblätter an der Unterseite, beim Bärlauch sind die Blattunterseiten stumpf. Bärlauch kommt in ganz Europa und bis nach Kleinasien vor. Er schätzt schattige, feuchte und humusreiche Böden in Laubwäldern, an Bachauen oder unter Sträuchern. Im Garten lässt er sich gut ansiedeln und vermehrt sich rasch.

Der sanftere Knoblauch

Als schmackhaftes Wildgemüse mit sanftem Knoblauchgeschmack wird der Bärlauch von Feinschmeckern für seinen Geschmack und Ernährungsbewussten für seine Heilwirkung hoch geschätzt. Angeblich sollen auch Bären nach ihrem Winterschlaf den Bärlauch in großen Mengen verputzen und ihren Stoffwechsel so wieder in Gang bringen. Bereits in der Antike und im Mittelalter war Bärlauch als Arznei und Nahrungspflanze bekannt. Er gilt in der Volksmedizin als blutreinigend und entzündungshemmend, als tonisierend gegen Frühjahrsmüdigkeit und förderlich für die Verdauung, unterstützend gegen Arteriosklerose und hohen Blutdruck, vorbeugend gegen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Ätherische Öle als Heilmittel

Als Heilmittel wird Bärlauch in der Naturheilkunde aufgrund seines hohen Gehalts an ätherischen Ölen eingesetzt. Diese sind überwiegend schwefelhaltig, was positive Effekte auf Verdauung, Atemwege, Leber, Galle, Darm und Magen hat. Bei Wurmbefall gilt Bärlauch als Heilkraut. Aufgrund antibakterieller Eigenschaften kann Bärlauch in der Volksmedizin auch gegen Gärungsdyspepsien eingesetzt werden. Der Stoffwechsel wird angeregt, der Cholesterinspiegel gesenkt. Positive Effekte können sich durch gewisse blutgefässerweiternde Eigenschaften in Bezug auf Arteriosklerose, Bluthochdruck und Magendarmstörungen einstellen, sowie bei Neigung zu Kopfschmerz oder Schwindel. An der pharmakologischen Nutzung von Bärlauch wird in den letzten Jahren intensiv geforscht. Es wird zusätzlich ein Effekt auf in Makrophagen eingelagerte Lipide vermutet, der neue Ansätze in der adjuvanten Therapie von Hypercholesterolämien ermöglichen könnte. Bärlauch enthält viel Vitamin C, Eisen, Schwefel, Mangan und Magnesium.

Tinktur

Eine Handvoll Bärlauchblätter waschen und trocknen lassen. Bärlauch klein schneiden und in ein Glas mit Schraubverschluss geben. Mit Doppelkorn übergießen, bis die Blätter vollständig bedeckt sind. Die Tinktur zwei bis drei Wochen ziehen lassen. Tinktur abfiltern und in eine dunkle Flasche füllen. Für eine Kur täglich drei Mal vor den Mahlzeiten 15 bis maximal 30 Tropfen einnehmen.

Schmackhafte Bereicherung der Frühlingsküche

Die ganze Pflanze ist genießbar, es werden jedoch meist nur die grundständigen, lanzettförmigen Blätter genutzt. Getrocknet verliert der Bärlauch seine Inhaltsstoffe und wird daher am besten frisch verwendet.

Bärlauch kleingeschnitten schmeckt auf Quark und an Salaten, zum Beispiel zu frischgebackenem Bärlauchbrot. Bärlauchsuppe in vielen Varianten sind beliebt. Bärlauchbutter hält sich auch im Eisfach bis zur Verwendung.

Bärlauch-Pesto

Bärlauch, Pinienkerne und Olivenöl zu gleichen Teilen pürieren. Die Pinienkerne vorher anrösten. ½ Teil Pecorinokäse oder Parmesankäse reiben und unterühren. Das Pesto wird zu Nudeln gereicht und kann einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

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Cayenne (Capsicum annuum)

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Klein, scharf und ungeheuer gesund

Cayenne (Capsicum annuum var. Acuminatum) gehört zu der Gattung der Paprika aus der Familie der Nachtschattengewächse. Die ersten Chilipflanzen kamen mit Kolumbus und anderen Seefahrern aus Südamerika nach Europa. Später wurden sie auch aus Indien importiert.

Hierzulande ist die kleine scharfe rote Schote als Chilisorte Cayenne bekannt und wird in der Küche als Gewürzpulver unter dem Namen Cayennepfeffer verwendet. Aber diese Pflanze kann mehr. Bahnbrechende Erkenntnisse könnten erklären, weshalb in den angestammten Herkunftsländern der scharfen Frucht die Menschen seltener an Krebs erkranken.

Für Herzgesundheit und Kreislauf

Der scharfe Inhaltsstoff der Chili heißt Capsaicin. Je schärfer der Chili ist, desto wirksamer. Die Substanz wirkt positiv auf die Blutgefäße und den Blutdruck und kann fettreiche Ernährung bis zu einem gewissen Maß ausgleichen. Der Wirkstoff kann die Kalkablagerungen an den Gefäßwänden reduzieren, die oft zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Der Focus (08.04.2012, M. Preuk) berichtet über Forschungsergebnisse an der Chinese University of Hong Kong, die die Wirkung von Capsaicin auf die Herzgesundheit in den Mittelpunkt stellen. Die Wissenschaftler haben entdeckt, dass Capsaicin ein bestimmtes Gen blockiert, das ein Eiweiß produziert (Cyclooxygenase-2, COX-2), das Muskeln und Blutgefäße verengt. Wenn es fehlt fließt die Durchblutung besser, der Blutdruck sinkt. Einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel konnten Untersuchungen bestätigen.

Gesundheit und Chili

In Kosmetik und Medizin wird der Wirkstoff schon lange eingesetzt gegen Arthritis und für die Schmerzbehandlung. Antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften stärken das Immunsystem. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es möglicherweise als Krebsschutzfaktor eine Bedeutung erlangen kann.

Durch die gefäßerweiternde Wirkung wird der gesamte Kreislauf in Schwung gebracht, was unter anderem Embolien vorgebeugt. Zur Gewichtsreduktion wird Chili eingesetzt, da es die Fettverbrennung erhöht. Es führt zu vermehrtem Schwitzen, was mehr Kalorien verbraucht.

Cayennechili enthält viel Vitamin A, Vitamin C, Carotin, Kalzium, Kalium, Phosphor und Eisen. Die Naturheilkunde setzt schon lange auf die Wirkung des Scharfmachers. Bei folgenden Beschwerden wird Cayennechili eine vorbeugende oder heilende Wirkung nachgesagt: Rheuma, Schuppenflechte (Psoriasis), Arthrose, Magenbrennen, Magengeschwür, Durchblutungsstörungen, Krebs, Angina Pectoris, Übergewicht, Diabetes, Embolie, Pilzerkrankungen, Krampfadern, Herzgesundheit, Infekte und sogar Migräne.

Wie scharf ist Chili?

Früher glaubte man, scharfes Essen würde dem Magen schaden. Die positive Wirkung von Chili revidiert dieses Bild. Das Capsaicin reizt die Wärmenerven im Mund und auf der Zunge. Die Geschmacks- und Schmerznerven sind davon jedoch nicht betroffen. Die Nerven schütten einen Botenstoff aus (Neurotransmitter), der die gesamten feinen Blutgefäße erweitert und damit positiv auf die Blutzirkulation wirkt. Dem Brennen im Mund setzt das Gehirn eine Ausschüttung von Glückshormonen entgegen (Endorphine).

Capsaicin ist nur im Mark der Cayennechili enthalten, nicht in den Samen. Weder das Kochen noch das Einfrieren beeinträchtigt den Wirkungsgrad. Es ist nicht wasserlöslich – Wasser zu trinken, um das Brennen im Mund abzustellen, nützt nichts. Da der Wirkstoff öl- und fettlöslich ist, helfen Milch, Joghurt, Käse oder Alkohol.

Die verschiedenen Schärfegrade werden in Scoville-Einheiten angegeben. Der Wert von 1.500 bedeutet, dass man 1.500 Milliliter Wasser benötigt, um die Schärfe von einem Milliliter Chili zu komplett zu entfernen. Auf Wikipedia wird die Skala wie folgt ausgewiesen: Scoville-Grad 0 bis 10 entspricht der Gemüsepaprika, die nicht als scharf empfunden wird. Die durchschnittlich unterste Wahrnehmungsschwelle für Schärfe liegt bei ca. 16. Reiner Cayennepfeffer erreicht 30.000 bis 50.000 und reines kristallines Capsaicin einen Wert von 15.000.000 bis 16.000.000.

Chili selber ziehen

Die Chilisorte lässt sich in unseren Breiten gut selber ziehen. Im Februar werden die Samen in feuchte Erde gesät und nach einer Keimzeit von etwa 10 bis 20 Tagen an einem warmen Standort umgetopft. Nach rund 80 Tagen können fünf bis 20 Zentimeter lange, schlanke Früchte geerntet werden. Sie sind spitz und in reifem Zustand leuchtend rot. Der Geschmack ist sehr scharf. Durch ihre dünne Fruchtwand eignen sich Cayennechilis gut zum Trocknen.

Hinweis

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Astaxanthin
(Haematococcus pluvialis)

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Bezugsquelle: Astaxanthin

Noch selten zu finden: Wirkstoffe aus der Mikroalge

Aus dem Wasser stammen immer mehr bislang ungenutzte Stoffe für die Gesundheit. Es ist faszinierend, wie viele Möglichkeiten von den Menschen bislang unentdeckt und ungenutzt geblieben sind, weil sie unter der Wasseroberfläche nicht unmittelbar greifbar waren. Tatsächlich bietet die Unterwasserwelt ungeahnte Reserven hochwertigster und reiner Inhaltsstoffe. Astaxanthin ist ein Carotinoid, das besonders oft in planktonischen Algen vorkommt. Carotinoide sind verantwortlich für die Färbung vieler Pflanzen. In der speziellen Carotinoid-Gruppe der Xantophyllen kann Astaxanthin für die Rotfärbung bei Tieren sorgen, die besonders viele Algen mit diesem Inhaltsstoff verzehren, so bei Lachsen, Forellen, Hummern und Krill. Er wird als Wirkstoff erst relativ neu angeboten und noch selten zu finden. Ausgangspunkt für die Gesundheitsforschung war die Suche nach dem Stoff, dem die Lachse ihre große Muskelkraft verdanken. In der Wirkkraft der Alge wurden die Forscher fündig.

Kraft- und Energielieferant

In einem Experiment sollte geprüft werden, ob sich der Effekt von starkem Muskelaufbau und Ausdauer durch die Kraftnahrung der Lachse aus Mikroalgen auf den Menschen übertragen ließe. Bei einer Studie von 1998 in Schweden haben 40 gesunde, männliche Teilnehmer im Alter zwischen 17 und 19 Jahren ein tägliches Training zum Muskelaufbau betrieben. Dabei wurden die individuellen Werte aller Teilnehmer mit speziell entwickelten Geräten aus dem Kraftsportbereich vor Beginn, während und am Ende des Experiments gemessen. Die Gruppe der Probanden, die eine tägliche Menge von 4 mg Astaxanthin über sechs Monate hinweg eingenommen hat, konnte ihre Kraft und Ausdauer durchschnittlich um 62 Prozent verbessern – dreimal so stark wie die Teilnehmer aus der Kontrollgruppe. Die Kontrollgruppe, die nur ein Placebopräparat erhalten hatte, steigerte ihre Leistung um 22 Prozent, was bei einer regelmäßigen sportlichen Betätigung in dieser Altersgruppe als normal eingestuft werden kann.

Positive Effekte bei vielen Gebrechen

Eine Reihe wissenschaftlicher Studien hat Anhaltspunkte dafür geliefert, dass Astaxanthin auch auf anderen Gebieten positive Effekte erzielen kann.

Augenkrankheiten:
Astaxanthin soll Grauen Star und Makuladegeneration verhindern oder aufhalten können, die oft mit fortschreitendem Alter auftreten. Ausschlaggebend sind auch hier die antioxidativen und entzündungshemmenden Funktionen der Substanz, die auch die Blut-Retina-Schranke überwinden kann.

Herz und Blutgefäße:
Das Risiko für Bluthochdruck und damit auch für Schlaganfall und Herzinfarkt kann durch den Verzehr von Astaxanthin vermindert werden. Ausschlaggebend sind die positiven Effekte für den Cholesterinstoffwechsel, eine Funktion, die für gesunde Blutgefäße ebenfalls vital wichtig ist.

Spermienproduktion und Muttermilch:
Der Inhaltsstoff SuperBetacarotinoid kann die Spermienproduktion anregen und wirkt offenbar positiv als Prophylaxe für Prostataerkrankungen. Bei stillenden Müttern soll eine Steigerung der Milchproduktion beobachtet worden sein. Die Entzündung der Brustdrüse (Mastitis) soll bei Verwendung von Astaxanthin seltener aufgetreten sein. (vgl. Comhaire, F., 2003 und 2005)

Immunabwehrkräfte:
Speziell die Häufigkeit von Herpesinfektionen bei infizierten Patienten soll unter der Einnahme von Astaxanthin reduziert worden sein. Die Immunabwehr wird gestärkt, Autoimmunerkrankungen können möglicherweise davon profitieren. Auch sagt man den Inhaltsstoffe einen positiven Effekt auf Infektionen durch Heliobacter pylori, einen häufigen Auslöser von Magenschleimhautentzündung (Gastritis), nach.

Sonnenschutz ohne Auftragen von Sonnencreme
Der Lichtschutzfaktor auf der Sonnenmilchflasche zeigt an, wie viel Mal die Eigenschutzzeit gegen schädliche UV-Strahlen durch das regelmäßige Auftragen auf die Haut verlängert wird. Astaxanthin kann die Eigenschutzzeit der Haut bei UV-Strahlen positiv beeinflussen, sozusagen als Sonnenschutz von innen. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass ein Verjüngungseffekt für die alternde Haut ausgelöst werden kann und möglicherweise wirkt die Substanz sogar heilend auf gewisse Hauterkrankungen.

Von Astaxanthin wird man sicherlich in den nächsten Jahren noch viel hören.

Hinweis

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