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Gutes für Ihre Nieren

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Schützenswerte Nieren

Die Niere hat gemeinsam mit der Leber eine zentrale Stellung bei der Entgiftung des Körpers. Sie reinigen das Blut, sorgen dafür, dass Abfallstoffe über den Harn ausgeschieden werden, neutralisieren Säuren, absorbieren Mineralien und produzieren Hormone. Leider bleiben Nierenschädigungen oft lange unerkannt, weil diese Organe auch noch mit 20% für den Körper arbeiten können.

So schützen Sie Ihre Nieren

  • Finger weg von Drogen
  • Verzicht auf Schmerzmittel (auch frei erhältliche)
  • Regelmäßig und ausreichend schlafen
  • Trinken Sie reichlich Wasser
  • Harn nicht zurückhalten (Gefahr von Nierensteinen, Inkontinenz und Nierenversagen)
  • Sparsam mit Salz (veränderter Flüssigkeitshaushalt belastet die Nieren)
  • Zucker vermeiden (zuckerhaltige Getränke können Risiko auf Nierenversagen erhöhen)
  • Kaffee in Maßen (Koffein belastet die Nieren)
  • Zu viel Alkohol (Schädigt nicht nur die Leber, sondern auch die Niere)
  • Nierenreinigung nach Dr. Hulda Clark

Nieren verarbeiten Schadstoffe. Zu den wichtigsten zählen die Abfallprodukte aus dem Eiweißstoffwechsel. Deshalb sind Diäten, die besonders reich an Proteinen sind, eine starke Belastung für die Nieren. Dies gilt vor allem für solche Diäten, die wenig andere Energiequellen enthalten und den Körper dazu zwingen, seine Energie stärker aus den Eiweißen zu beziehen.

Kräuter für die Niere

Auch Defizite in der Ernährung setzen die Nieren unter Druck. Hier erhöht vor allem ein Mangel an Magnesium oder ein zu niedriger Vitamin-B6-Wert das Risiko von Nierensteinen oder Nierenversagen. Wenn Sie unsere Gesundheitstipps bereits umsetzen, können Sie Ihren Nieren mit diesen gesunden Kräutern noch zusätzlich etwas Gutes tun:

Grüner Tee enthält wertvolle Polyphenole, die bei der Vorbeugung gegen Nierensteine sehr nützlich sind.

Java-Tee (auch: Nierentee). Das enthaltene Katzenbart-Kraut (Orthosiphon aristatus) wirkt harntreibend. Stickstoffhaltige Schadstoffe, Abfallprodukte aus dem Protein-Stoffwechsel, werden besser aus dem Körper gespült.

Kriech-Quecke (Agropyron repens) kurbelt bei Harnwegsinfektionen die Harnbildung an und ist bei der Auflösung von Nierensteinen hilfreich.

Rehmannia (Rehmannia glutinosa), sogenannter „Chinesischer Fingerhut“ genannt, wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als stärkendes Tonikum für die Nieren und die Nebennierenrinde eingesetzt.

Echte Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) ist ein Adstringens und reinigt die Niere.
Doch Vorsicht: Dieses hoch wirksame Kraut sollte nicht bei Nierenentzündungen oder von Schwangeren eingenommen werden. Ebenso ist dringend davon abzuraten, es länger als sieben bis zehn Tage zu sich zu nehmen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Nierensteine
– was kann helfen?

nierensteine
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Wie äußern sich Nierensteine?

Nierensteine (auch Nephrolithen, Calculus renalis, Nierenkonkrement, Nierengrieß bei vielen kleinen Nierensteinen) sind Harnsteine aus kristallinen Ablagerungen im Nierenbeckenkelchsystem. Kleinere Nierensteine bis zu einem Durchmesser von sechs Millimetern gelangen oft unbemerkt durch den Harnleiter in die Blase und werden von dort mit dem Urin ausgeschieden.
Eine schmerzhafte Nierenkolik verursachen die größeren Nierensteine, wenn sie sich im Harnleiter festklemmen und es zu krampfartigen Muskelanspannungen kommt. Wellenartige Schmerzen im Unterleib sind die Folge. Durch die Verstopfung der Harnröhre kann es zu Urinstau kommen und die Niere kann Schaden nehmen. Möglich sind auch Blutspuren im Urin.

Komplikationen

Es kann zu einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kommen oder einer Harnvergiftung im Blut (Urämie).

Wie entstehen Nierensteine?

Wenn Salze und andere Harnbestandteile im Urin nicht mehr löslich bleiben und anfangen, Kristalle zu bilden, spricht man von Nierensteinen. Es gibt sie in unterschiedlichsten Formen und chemischen Zusammensetzungen.
Die Bildung von Nierensteinen kann viele Ursachen haben. Die steinbildenden (lithogenen) Harnbestandteile können unter anderem durch Flüssigkeitsmangel zunehmen, durch Gicht, zu viel Kalziumphosphat bei gestörter Nierenfunktion oder Infektionserkrankungen.

Medizinische Methoden

Schulmedizinisch gibt es eine ganze Reihe von Therapien, die zum Ziel haben, den Nierenstein zu entfernen. Eine Zertrümmerung durch Stoßwellen, Laser oder Ultraschall mit oder ohne eingeführtem Endoskop oder Röhre soll für kleine Stückchen sorgen, die auf natürlichem Wege ausgeschwemmt werden können.
Hinzu kommen mechanische Entfernungsmethoden mit Sonden, Zangen oder Schlingen.

Das kann helfen bei Nierensteinen

Wenn ein Patient bereits Nierensteine ausgebildet hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er erneut Nierensteinen bekommt. Deshalb ist es wichtig, auf die Ernährung zu achten, um das Risiko möglichst zu minimieren.

Regel Nr. 1 – Trinken

Viel trinken, so lautet die Regel Nummer 1. Es sollten täglich mindestens 2,5 Liter Urin ausgeschieden werden. Geeignet sind Wasser oder Kräuter- oder Früchtetees.
Cystinstein-Bildner sollten sehr viel Wasser trinken, mindestens drei Liter täglich, davon einen Liter in der Nacht. Dadurch kann die Konzentration von Cystin im Harn gesenkt werden.

Regel Nr. 2 – Essen

Der Gehalt an steinbildenden Substanzen wie Citrat, Creatinin, Kalzium, Natrium, Harnsäure und Oxalat sollte ärztlich geprüft werden. Entsprechend sollten ernährungsphysiologische Konzepte angewendet werden.

Wissenswertes zu Kalzium

Früher wurde empfohlen, Kalzium zu meiden. Inzwischen hat man herausgefunden, dass es schadet, Kalzium ganz wegzulassen.
Eine kalziumreiche Ernährung kann beispielsweise das Oxalat bereits im Darm binden, so dass es gar nicht mehr in hoher Konzentration in die Nieren gelangt und dann im Harn Kristalle ausbilden kann. Oxalat-Steinbildner sollte daher Milchprodukte zu sich nehmen und andere kalziumhaltige Lebensmittel.
Medikamente zur Neutralisierung der Magensäure (Antazida), die auch Kalzium enthalten, sollten aber vermieden werden.

Diese Lebensmittel meiden

  • Folgende oxalatreiche Lebensmittel sollten unter anderem vermieden werden: Kaffee, Cola, Tee, Weizenkleie, Erdbeeren, Rhabarber, Spinat, Schokolade und Nüsse sowie nicht fermentierte Sojaprodukte.
  • Säuernde Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Geflügel enthalten eine große Konzentration an Purinen und sind daher nicht zuträglich. Der Abbau der Purine senkt den ph-Wert im Urin zu stark.

Heilkraft der Pflanzen

  • Die Hausmedizin kennt einen Tee zur Auflösung von Nierensteinen aus Echtem Labkraut oder Löwenzahnwurzeln. Der Abtransport auf natürlichem Wege soll erleichtert werden.
  • Entkrampfend und entzündungshemmend soll ein Heiltee aus Echtem Katzenbart oder Goldrute (Orthosiphon) wirken. Dadurch entsteht ein schmerzlindernder Effekt.

Zitrone

  • Positiv wirkt sich offenbar Kaliumcitrat aus, ein Kaliumsalz der Zitronensäure, das es in Pulverform gibt. Auch purer Zitronensaft hat bereits positive Effekte gezeigt. Gegen Harnsäure-Nierensteine und Kalziumsteine scheint Citrat als vorbeugende Massnahme gut zu greifen, nicht jedoch bei Oxalatsteinen.
  • Citrat, das Salz der Zitronensäure, vermag die Säure im Urin abzupuffern und kann steinbildendes Kalzium binden.

Positive Mineralstoffe

Essentielle Mineralstoffe wie Magnesium sind an Hunderten von biochemischen Stoffwechselprozessen beteiligt. Unter anderem ist es wichtig bei der Aufnahme von Kalzium und kann beitragen, überschüssiges Kalzium abzupuffern. Diese beiden komplementären Stoffe sollten im Verhältnis von 2:1 Magnesium Kalzium stehen. Magnesium ist enthalten in grünem Blattgemüse, Bohnen, Kürbiskernen und Avocados.

Bewegung und Kalzium

Bewegung gehört mit zu den Kalzium-bestimmenden Faktoren, denn wer wenig Bewegung hat, dessen Knochen setzen mehr Kalzium frei.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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uebersicht
Übersicht

Nierenreinigung
(nach Dr. Hulda Clark)

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nierenreinigung
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Einmal durchspülen bitte

In der klinischen Urologie bezeichnet der Begriff Nierenreinigung eine Spülung des Harnleiters mit einer sterilen Flüssigkeit.

Von der Alternativmedizin wird Nierenreinigung in mehreren anderen Varianten praktiziert. Die Reinigung bezieht sich dabei entweder auf das Entfernen von Nierensteinen oder Harnsteinen oder aber auf sogenannte „Schlacken“ oder Gifte, meist aus „auskristallierter Harnsäure“.

Tee

Eine „entschlackende“ Wirkung sollen bestimmte Nierentees oder Blasentees wie beispielsweise Brennnesseltee entwickeln. Die Befürworter sprechen bei Genuss des Tees von einem Durchspülen der Niere.

Viel hift viel?

Eine sehr deutlich höhere Menge an Flüssigkeiten trinken, als die normalen Trinkgewohnheiten vorsehen, das soll bei einigen Befürwortern eine Nierenreinigung bewirken, bzw. natürliche Nierenspülung. Die Idee dahinter rührt von der Annahme, dass eine erhöhte Menge an Urin die Niere durchspülen und dadurch reinigen würde. Manchmal werden spezielle Säfte statt Wasser empfohlen. Statt die Trinkmenge drastisch zu erhöhen, wurden auch schon Infusionen mit Kochsalzlösung durchgeführt. Eine Warnung an dieser Stelle: Übermäßiger Wasserkonsum kann zum Tod führen. Bei einem Versuch in den USA, bei dem 7 Liter Wasser getrunken wurden, verstarb der Kandidat an „Wasserintoxination“.

Dr. Hulda Clark

Die verstorbene Wunderheilerin Dr. Hulda Clark aus den USA hat ein Nierenreinigungsprogramm propagiert, das man im Internet häufig beworben findet. Ihre Methode besteht aus der Verabreichung von einer Mixtur aus Tee, diversen Wurzeln, Vitamin B6, Glyzerin, Kräutern und Nahrungsergänzungsmitteln drei bis sechs Wochen lang und möglichst zweimal im Jahr. Die Hulda-Clark-Methode verspricht eine „Auflösung von Nierensteinen“ und die Auflösung von „Ablagerungen“.

Hinweis

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Natrium

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natrium
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Das positive Ion der Elektrolyte

Natrium ist ein Alkalimetall mit dem Elementsymbol Na. Es ist sehr reaktiv und liegt daher meist in Verbindungen vor, so zum Beispiel in Kochsalz (Natriumchlorid). Im menschlichen Körper kommt Natrium als positiv aufgeladenes Ion (Na+) vor. Es handelt sich um das wichtigste positiv geladene Ion in den Körperflüssigkeiten. Als essentielles Mengenelement des Körpers muss es durch die Nahrung zugeführt werden.

Wechselspiel Natrium und Kalium

Natrium ist für die biochemischen Abläufe im menschlichen Organismus unverzichtbar, im Wechselspiel mit Kalium. Den beiden Stoffen gelingt es, die Spannungsdifferenz auszubalancieren zwischen Kalium-Ionen, die ins Zellinnere gelangen und Natrium-Ionen, die in das Extrazelluläre Milieu aus der Zell heraus strömen. Das Gleichgewicht zwischen Natrium und Kalium (Natrium-Kalium-Pumpe) ist sehr empfindlich und Störungen manifestieren sich schnell in gesundheitlichen Problemen. Insbesondere kann die Übertragung von Nervenimpulsen gestört werden. Die Stoffe spielen eine wichtige Rolle bei der Erregung der Nervenzellen, Übermittlung an die Muskelfasern und die Beeinflussung des Herzrhythmus.

Der Flüssigkeitshaushalt des gesamten Körpers und der Blutdruck hängen direkt von Natrium ab.

Natriumspiegel

Der Wasserhaushalt ist dabei für den Natriumspiegel viel entscheidender, als die Aufnahmemenge des Natriums selbst.

Der Natriumspiegel im Blutserum beträgt normalerweise 135 bis 145 Millimol pro Liter. Die Schwankungen sind dabei eher gering. Wenn wenig oder zu wenig Wasser aufgenommen wurde, konzentriert sich der Natriumgehalt in einem steigenden Spiegel. Wenn mehr Wasser zugeführt wurde, verdünnt sich der Natriumgehalt und der Spiegel fällt.

Das kann zum Beispiel passieren, wenn bei körperlicher Belastung durch das Schwitzen viel Natrium ausgeschieden wird und nur Wasser ohne Natrium wieder zugeführt wird.

Niere als Regulativ

Die Niere übernimmt eine Schlüsselfunktion bei der Regulation von Natrium, wobei das Organ nicht sehr schnell auf eine Veränderung reagieren kann. Bei einem Natriumüberschuss im Blutserum wird sie den Natriumgehalt verdünnen, indem sie Natrium über den Urin ausscheidet aber Wasser zurückbehält. Umgekehrt wird die Niere bei einem Natriummangel das Natrium zurückhalten und Wasser ausscheiden.

Vorkommen in Lebensmitteln

Durch den Zusatz von Kochsalz haben viele verarbeitete Produkte einen hohen, und oft zu hohen Natriumgehalt wie beispielsweise Wurstwaren, Fleischwaren, Hartkäse, Dosengemüse und Fertiggerichte. Normale Konzentrationen liegen vor in Eiern, Milch, Sahne, Weichkäse, Frischfleisch und Frischfisch (im Gegensatz zum haltbar gemachten und in Industrieprozessen bearbeiteten Produkten). Obst und Gemüse gelten als natriumarm.

Auf der Erde

In der Natur gehört Natrium zu den zehn häufigsten Elementen der Erde. Sehr viel Natrium befindet sich im Meerwasser. Es ist Bestandteil vieler Mineralien der Erdkruste.

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Carnosin

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carnosin
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Ein wichtiges Neupeptid

Carnosin ist ein Peptid aus den Aminosäuren β-Alanin und Histidin. Im menschlichen Körper kommt es hauptsächlich in Muskeln und im Gehirngewebe vor. Außerdem findet es sich in Leber, Niere und anderem Gewebe. Es ist ein wichtiges Antioxidans, das die Zellen vor freien Radikalen schützt und gemeinsam mit anderen Antioxidantien helfen kann, die Lebensdauer der Zellen zu verlängern. Aufgrund seiner Schutzfunktion für das Gehirn wird es auch Neuropeptid genannt. Unter anderem kann der Stoff auch die Giftigkeit von Kupfer und Zink im Gehirn puffern. Im Alter nimmt das wichtige Neupeptid Carnosin ab.

Antioxidans mit Schutzwirkung

Carnosin kann reaktive Sauerstoffspezies ROS (reactive oxygen specis) unschädlich machen, die bei oxidativem Stress in der Zellmembran gebildet werden. Es vermag verschiedene schädliche Metallionen zu binden (Chelatisierung von Metallen), die als Nebenprodukte des Stoffwechsels auftreten, und trägt zur Entgiftung bei. Außerdem kann es die Glykierung oder Glykation durch schädliche Zuckermoleküle verhindern. Über den Zellschutz spielt spielt Carnosin daher für das Immunsystem eine bedeutende Rolle. Es kann darüber hinaus Lymphozyten aktivieren und die Bildung neuer Immunzellen unterstützen.

Im Herz-Kreislauf-System nützlich

Das Zusammenklumpgen von Blutplättchen kann durch Carnosin vorbeugend beeinflusst werden. Der Wirkstoff kann blutdrucksenkenden Effekt haben.

Das Severin-Phänomen

Beim Carnosinabbau sammelt sich Milchsäure in den Muskeln und der ph-Wert sinkt. Carnosin kann Milchsäure puffern. Die Muskeln erholen sich nach Extremleistungen sehr schnell und funktionieren, als ob sie nie erschöpft gewesen wären. Diese Funktion wird als Severin-Phänomen bezeichnet. Im Leistungssport wird daher Carnosin angewendet, um die Zeichen physischer Müdigkeit und Erschöpfung zu reduzieren.

Anti-Aging-Substanz

Mit zunehmendem Alter sinkt die Konzentration an Carnosin im Körper. Die Abwesenheit des antioxidativen Schutzes auf Zellproteine wirkt sich auf die Zellalterung und auch auf die Hautalterung aus. Möglicherweise kann Carnosin Alterungsprozesse verlangsamen. Mit dem Ziel, ein Anti-Aging-Präparat für „Schönheit von innen“ zu finden, hat die pharmakologische Forschung der letzten Jahre den Wirkstoff in den Fokus intensiver Forschungen gestellt.

Autismus

Klinische Studien haben den Einfluss von Carnosin bei Patienten mit Autismus aufgezeigt. Auf Gehirnareale, die für Hören, Sehen, Bewegung und Sozialisation zuständig sind, hatte das Nahrungsergänzungsmittel positive Effekte, allerdings verbunden mit einem erhöhten Corticosteronspiegel, der zu Hyperaktivität führen kann.

Körpereigener Stoff, ergänzt durch Nahrung

Carnosin wird im Köper durch Aminosäuren generiert. Es kann auch durch die Nahrung zugeführt werden, in der Regel ist dies jedoch nicht notwendig. Carnosin ist vor allem in Fleisch und Fisch enthalten. Aus therapeutischen Gründen kann die zusätzliche Einnahme oder äußerliche Anwendung von Carnosin empfohlen werden.

Carnosin ist eine körpereigene Substanz, die positive Effekte auf verschiedenste Bereiche haben kann. Darunter werden mögliche Wirkungen angenommen auf Anti-Aging, Hautverjüngung, Muskelfunktionsstörung, sexuelle Potenz, grauen Star, Diabetes, kardiovaskuläre Krankheiten und neurologische Erkrankungen.

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Basenkur

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Bezugsquelle: Basenbad | Basen Kur-Konzentrat AlkaQuell

Basische Ernährung

In der Alternativmedizin gibt es zahlreiche Anhänger der Theorie, dass der Körper durch zivilisatorisch falsche Ernährung übersäuert werde, wodurch der Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht gerate. Eine chronische Übersäuerung (Azidose) könne auf längere Sicht gesundheitsschädigende Folgen haben. Manche Alternativmediziner bringen grundsätzlich jede Erkrankung mit Übersäuerung in Verbindung, insbesondere Gicht, Arthrose, Neurodermitis, Osteoporose, Muskelschmerzen, Schlafstörungen, Herzrhythmusstörungen, Allergien und sogar Krebs. Theorien zur Übersäuerung des Körpers und damit verbunden verschiedene Konzepte zu basischer Ernährung sind seit Beginn des 20. Jahrhunderts populär. Diverse Diätmodelle wie beispielsweise Trennkost nach Howard Hay und die Waerland-Kost nach Otto Warburg und Maximilian Bircher-Benner gehören ebenso zu den gängigen Konzepten wie Basenkuren durch Nahrungsergänzungsmittel.

Lebensmittelzuordnung in der
basischen Ernährung

Die Empfehlungen zu basischer Ernährung basieren zumeist auf der Faustformel, dass für Nahrungsmittel, die sauer wirken sollen, vier Mal so viele Nahrungsmittel mit basischer Wirkung verzehrt werden sollen.

Einige saure Lebensmittel (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Fleisch und Fisch, sowie Wurst und Eier
  • Zucker
  • Mehl ohne Getreideschalen, Weißmehlprodukte
  • Quark, Käse
  • Kaffee, schwarzer Tee
  • Cola, Limonade und zuckerhaltige Softdrinks

Einige basische Lebensmittel (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Obst
  • Kartoffeln
  • Salat
  • Spinat
  • Trockenfrüchte
  • Zwiebeln

Basenkuren

Basenkuren sollen einen nahrungsbedingten Säureüberschuss ausgleichen. Dies kann auf verschiedenen Wegen geschehen. Als äußerliche Anwendung über die Haut oder oral als Nahrungsergänzung.

Basenbäder
Sicherlich die schönste und entspannteste Art zu Entsäuern. Basische Badezusätze, die meist als Konzentrat vorliegen, helfen dem größten Organ des Menschen – der Haut – sanft zu entsäuern und zu entgiften. Nach einer Basenkur sollte Ihre Haut den natürlichen pH-Wert von 8,5 erreichen. Dies ist der Wert, mit dem man als Kind auf die Welt kommt.

Basenwasser / Aktivwasser
Trinken ist bei Basenkuren sehr wichtig. Zur Herstellung einer basischen Trinklösung empfiehlt sich Konzentrat, das regelmäßig eine halbe Stunde vor einer Mahlzeit zu sich genommen wird. Ein pH-Wert von ca. 10,5 in der Trinklösung ist für den Körper sehr gut verträglich

Basenpulver
Verschiedene Nahrungsergänzungsmittel sind unter der Bezeichnung Basenpulver oder Säure-Basen-Pulver im Handel erhältlich. Sie  Meist handelt es sich um Mischungen von Mineralsalzverbindungen mit Saccharose und / oder Lactose.

Säure-Basen-Haushalt

Säuren entstehen im Stoffwechselprozess in den Zellen beim Abbau von Kohlenhydraten (Stärke, Zucker), bei der Fettverbrennung und im Eiweißstoffwechsel. Der Körper hält sein Säure-Basen-Gleichgewicht für gewöhnlich selbstständig. Überschüssige Säuren werden über die Niere im Urin ausgeschieden, über den Stuhl, über Schweiß und beim Ausatmen im Kohlendioxid. Dauerhafte Azidosen sind nur bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Mellitus oder Funktionsstörungen der Nieren bekannt. Wenn sich permanent zu hohe Mengen an Säuren im Blut befinden, wird nach einiger Zeit Kalzium im Knochen abgebaut, was zu Osteoporose führen kann. Die Messgröße für den Säure-Basen-Haushalt ist der pH-Wert, der unterschiedlich hoch ist in verschiedenen Körperflüssigkeiten wie Blut, Lymphen, Speichel oder Urin.

Hinweis

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Quercetin

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Starker antioxidativer Helfer

Quercetin (von lat. quercus, Eiche) gehört zu den Flavonoiden. Es handelt sich um einen gelben Pflanzenfarbstoff, der in Äpfeln, Brokkoli, Zwiebeln, Kapern, Kirschen, Grünkohl und sehr vielen anderen Pflanzen enthalten ist, darunter vielen Heilpflanzen. Quercetin gilt als einer der am stärksten verbreiteten Pflanzenfarbstoffe in der Natur. Der gesundheitsförderliche Stoff ist ein Oxidationsprodukt des Anthocyanins (Anthocyanin) Cyanidin. Das Geheimnis seiner Wirksamkeit steckt in seinen antioxidativen Eigenschaften. Unter allen Flavonoiden scheint Quercetin einer der wirksamsten Stoffe für die menschliche Gesundheit zu sein. Die genaue Wirkungsweise ist noch nicht wissenschaftlich verstanden, daher gelten die physiologischen Effekte nicht gesichert für eine medizinische Nutzung.

Antioxidans

Die antioxidativen Eigenschaften des Pflanzenfarbstoffes machen ihn wirksam als Radikalfänger. Freie Radikale sind hochreaktive Moleküle, die das Erbgut der Zellen und die Zellmembran schädigen können. Zellalterung und zahlreiche Krankheiten werden von Theorien auf die schädliche Einwirkung der freien Radikalen zurückgeführt, darunter Krebs. Antioxidantien wie Bioflavonoide, zu denen auch Quercetin gehört, oder Vitamin C, schützen die Zelle und können freie Radikale unschädlich machen. Quercetin scheint unter anderem den schädlichen Einfluss von LDL-Cholesterin antioxidativ reduzieren zu können. Möglicherweise kann Quercetin sogar antikarzinogen wirken.

Herzgesundheit und Kreislauf

Es bestehen Hinweise aus Studienverläufen, dass Quercetin möglicherweise das Risiko für kardiovaskuläre Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken vermag. Antiflammatorische und antioxidative Eigenschaften, kombiniert mit einer positiven Beeinflussung von Thrombozytenaggregation (Verklumpung der Blutplättchen) scheinen das hochwirksame Bioflavonoid zu einem wichtigen Verbündeten von Herzgesundheit zu machen.

Gegen Entzündungen

Die antioxidativen Eigenschaften sind offenbar auch positiv für die antiflammatorische Wirkung von Quercetin. Man geht davon aus, dass es entzündungsfördernde Enzyme wie beispielsweise Zyklooxygenase und Lipoxygenase hemmen kann sowie die Histamin-Ausschüttung aus Mastzellen deutlich verringern kann. Diese Funktion könnte bei der Therapie von Allergien hilfreich sein. Bei der Behandlung von Asthma wird Quercetin aufgrund seiner antientzündlichen Wirkung genutzt. Aufgrund der Reduzierung der Harnsäureproduktion kann Quercetin möglicherweise auch bei Gicht eingesetzt werden.

Gegen Infektionen

Eventuell kann Quercetin bei viralen Infektionen eine positive Wirkung entfalten. Klinische Untersuchungen zu dieser Thematik stehen noch aus.

Wein

Quercetin steckt auch in Traubenschalen, deshalb ist seine Konzentration in Rotwein höher als in Weißwein.

Hinweis

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Löwenzahnblätter (Taraxacum)

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Frühlingssegen

Der Gewöhnliche Löwenzahn bezeichnet eine ganze Gruppe von verwandten Pflanzenarten der Gattung Löwenzahn aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Sammelart heißt Taraxacum officinale, die einzelnen Pflanzen daraus werden der Sektion Ruderalia innerhalb der Gattung Taraxacum zugerechnet, insgesamt bis zu eintausend Arten.

Es handelt sich jedoch nicht um die Gattung Löwenzahn (Leotodon). Botanisch und bezüglich der Inhaltsstoffe gibt es deutliche Unterschiede.

Auf der nördlichen Erdhalbkugel ist der Löwenzahn weit verbreitet. Bis zu 30 Zentimeter kann der hohle Stängel des Löwenzahn werden. Er trägt die bekannte, leuchtend gelbe Korbblüte, die später zur Pusteblume wird. Stängel wie Blätter enthalten einen weißen Milchsaft. Seit dem Altertum wird die Pflanze von den Menschen genutzt.

Verwendung der Pflanzenteile

Vom Löwenzahn kann Blüte, Blatt und Wurzel verwendet werden. Löwenzahntee und Löwenzahntinktur verwenden alle drei Pflanzenteile. Aus den Blüten kann Essenz gewonnen werden. Ebenfalls aus den Blüten kann ein honigähnlicher Sirup hergestellt werden.

Die sehr jungen Löwenzahnblätterschmecken nur leicht bitter und werden roh für einen vitalisierenden Salat genutzt.

Bienen schätzen die frühblühenden Löwenzahnblüten als Bienenweide. Für ein Kilogramm Löwenzahnblütenhonig besuchen die Bienen 100.000 Löwenzahnblüten.

Wirkstoffe im Löwenzahn

Die wichtigsten Wirkstoffe des Löwenzahn sind Sesquiterpenlacton-Bitterstoffe und ein relativ hoher Kaliumgehalt. Sie regen die Produktion von Verdauungssäften an und werden daher für alle Arten von Verdauungsbeschwerden sowie Appetitlosigkeit eingesetzt. Heilpraktiker wissen, dass nicht nur die Verdauungssekrete sondern auch die Produktion von Hormonen und Enzymen angeregt werden. Löwenzahn ist also stoffwechselwirksam. Aufgrund seiner harnreibenden und entwässernden Eigenschaften wird er gegen Harnwegsinfektionen und Nierenbeschwerden verwendet.

Offenbar kann Löwenzahnextrakt das Größenwachstum hemmend beeinflussen sowie auch das Wachstum von Leberkarzinomzellen, Leukämiezellen und Pankreaskrebszellen. Bei Tierversuchen wurde ein leistungssteigernder Effekt beobachtet.

Flavonoide tragen zur gesundheitsförderlichen Wirkung bei. Der Milchsaft aus den Stängeln wird in der Volksmedizin als Hausmittel gegen Warzen und Hühneraugen angesehen.

Bei Gallensteinen und einem Verschluss der Gallenwege ist Löwenzahn nicht empfehlenswert. Der häufige Kontakt mit dem Milchsaft aus Stängeln und Blättern kann eventuell zu einer Kontaktdermatitis führen.

Kaffee aus der Wurzel

Löwenzahnwurzeln können gehackt und getrocknet zu einem Kräuterkaffee verarbeitet werden. Dazu werden die getrockneten Wurzelstücke kurz geröstet, in der Kaffeemühle gemahlen und wie Kaffee aufgegossen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Arctostaphylus Uva Ursi (Bärentraube)

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In vielen Ländern der Welt als Heilpflanze angebaut

Die Echte Bärentraube oder Immergrüne Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Die strauchförmige Heilpflanze bildet Matten mit einer Wuchshöhe von fünf bis zehn Zentimetern Höhe und horizontalen Ästen, die bis zu 50 Zentimeter Länge erreichen können. Die Sträucher können bis zu 120 Jahre alt werden.

Natürliche Vorkommen

Die Echte Bärentraube ist eine von drei der 66 Arctostaphylos -Arten, die außerhalb von Nordamerika vorkommt. Sie ist zirkumpolar auf der Nordhalbkugel verbreitet. In Europa wächst die Echte Bärentraube besonders im Gebirge in trockenen, sonnigen Höhenlagen bis zu 3.100 Metern. Die Blüten sind weiß bis rosa und besitzen eine glockige Form. Die scharlachroten, eiförmigen Beeren erscheinen von August bis Oktober und haben einen mehligen, säuerlich-herben Geschmack. Sie können roh, getrocknet oder gekocht gegessen werden. Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit der Preiselbeere.

In Deutschland gilt der Bestand als gefährdet und steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Die Heilpflanze wird in vielen Ländern der Welt angebaut.

Inhaltsstoffe

Arbutin, Gerbstoffe, Flavone und Glykoside. Das Arbutin kann im menschlichen Organismus in Hydrochinon umgewandelt werden. Es wirkt leicht desinfizierend. Seine antibakterielle Wirkung entfaltet es beim Ausscheiden über die Niere und die Harnwege. Bärentraubenblätter findet man oft als Bestandteile von Blasen- und Nierentees.

Anwendung in Naturheilkunde und Volksmedizin

Die Laubblätter der Echten Bärentraube werden getrocknet. Sie sind unter verschiedenen Bezeichnungen im Handel: Bärentraubenblätter, Achelblätter, Moosbeerenblätter, Sandblätter, Steinbeerenblätter oder Wolfsbeerenblätter. Die Blätter werden als Tee aufgegossen, der in der Volksheilkunde als förderlich bei Harnwegserkrankungen, bei Durchfall sowie Gallenbeschwerden galt sowie als Wehenmittel. In englischen Kräuterbüchern des 13. Jahrhunderts soll die Bärentraube als Heilpflanze erwähnt sein. Die Moderne Medizin hat keine Hinweise auf seine Wirksamkeit gefunden. Untersuchungen legen nahe, dass das aus Arbutin entstehende Hydrochinon potenziell krebserregend sein kann, weshalb die Einnahme nicht länger als acht Tage hintereinander erfolgen sollte. Bei Schwangeren, stillenden Müttern und Kindern unter 12 Jahren wird die Anwendung nicht empfohlen.

Zubereitungshinweis für Tee

Tee aus Bärentraubenblättern sollte kalt aufgegossen werden, da heißes Wasser möglicherweise zu viele Gerbstoffe auslöst. Die Dosierungsanleitung ist zu beachten. Es gibt Hinweise darauf, dass die antibakterielle Wirksamkeit unterstützt wird, wenn der Urin basisch ist. Aus diesem Grunde sollte auf den Verzehr von ausreichend Obst und Gemüse geachtet werden.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Ackerschachtelhalm (Zinnkraut)

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ackerschachtelhalm
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Eine Heilpflanze gerät in Vergessenheit

Ca. 70 n. Chr. lobte der griechische Arzt Dioskurides die wassertreibenden Eigenschaften von Ackerschachtelhalm. Seine Arznei gewann er aus den oberirdischen grünen Trieben dieses vermeintlichen Unkrautes.

Im Mittelalter wurden die getrockneten Sommertriebe zum schonenden Scheuern und Polieren von Holz- und Zinngeschirr verwendet. Daher auch der volkstümliche Name „Zinnkraut“. Weitere Bezeichnungen wie Schaftheu, Zinnkraut, Scheuerkraut und Kannenkraut verweisen auf die Verwendung als Putz- und Poliermittel hin.

Ein Pfarrer entdeckt eine Heilpflanze wieder

Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) steigerte die Harntätigkeit um 1/3, indem er durch eine Kur mit Schachtelhalm-Tee Patienten mit Stoffwechselkrankheiten wie Rheuma und Gicht Linderung verschaffte.

Und heute?

Urs Buergi empfiehlt Ackerschachtelhalm bei Menschen mit Bindegewebsschwäche, brüchigen Fingernägeln und Haaren und Bandscheiben-Schäden. Der mit 68% sehr hohe Gehalt an Kieselsäure, wovon sogar 10% wasserlöslich ist, ist für diese Beschwerden ideal.
Bäder mit Ackerschachtelhalm regen den Stoffwechsel an und fördern die Durchblutung. Bei Unterschenkelgeschwüren und Beinödemen, ja sogar bei Frostbeulen, zeigen diese Bäder eine gute Wirkung.
Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über einen Einsatz von Ackerschachtelhalm.

Ackerschachtelhalm unter der Lupe

(Equisetum arvense)

Klasse: Equisetopsida
Ordnung: Schachtelhalmartige (Equisetales)
Familie: Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae)
Gattung: Schachtelhalme (Equisetum)
Art: Acker-Schachtelhalm
Andere Bezeichnungen: Zinnkraut, AckerZinnkraut, Katzenwedel, Pferdeschwanz, Schaftheu, Pfannebutzer oder Scheuerkraut.

Als mehrjährige Pflanze ohne Blüten vermehrt sich Ackerschachtelhalm durch Sporen.

Tee

Die unterirdischen, schwarzen Wurzeln bilden je einen Frühlings- und einen Sommertrieb aus. Diese zarten Triebe eignen sich zur Herstellung von Kräutertee.

Auch die ausgetriebenen, grünen Stängel können geerntet und getrocknet werden. Bei der Trocknung auf Schatten und guter Belüftung achten. Der Tee aus den Stängeln kann unabhängig der Jahreszeit genossen werden.

Bindegewebe

Ackerschachtelhalm kann Menschen mit Bindegewebsproblemen helfen. Große Mengen an Kieselsäure wirken elastizitätsverbessernd.
TIPP: Sammelzeit ist im Sommer. Jüngere Pflanzen enthalten mehr Kieselsäure als ältere.

Hautprobleme

Auch die Haut ist vom hohen Anteil an Kieselsäure begeistert. Kieselsäure strafft die Haut und verbessert die Durchblutung. Die adstringierende Wirkung zieht die Poren zusammen und nutzt deshalb besonders bei Erkrankungen wie Akne, entzündeter oder unreiner Haut.
TIPP: Beim Kauf von Naturkosmetik auf den Bestandteil Ackerschachtelhalm achten.

Knochen und Zähne

Gesunde und harte Finger- und Fußnägel, kräftige Zähne und der Aufbau neuer Knochen profitiert ebenfalls vom Kieselsäureanteil.

Nierenkrankheiten

Die Blase und die Prostata bedürfen einer regen Harntätigkeit. Diese wird von Ackerschachtelhalm angeregt. Wasserstauungen und Wassersucht können gemildert werden.

Wirkung und Anwendung

  • Blasenleiden
  • Blutungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Erhöht die Elastizität des Bindegewebes
  • Fördert Knochenaufbau
  • Frostbeulen
  • Hämorrhoiden
  • Hautentzündungen
  • Hautleiden
  • Kieselsäuregehalt ist immunstimulierend
  • Krampfadern
  • Nierenleiden
  • Prostataleiden
  • Rheumatische Beschwerden
  • Schwache Menstruation
  • Wassersucht
  • Wundheilung
  • Rheumatischen Erkrankungen
  • Gicht
  • Husten
  • Asthma
  • Wasserstauungen
  • Hautunreinheiten
  • Brüchige Fingernägel
  • Haarschäden
  • Wirkt positiv auf Haare, Haut und Fingernägel

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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