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Prämenstruelles Syndrom (PMS)
– was kann helfen?

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PMS – die Tage vor den Tagen

PMS, das berühmte Prämenstruelle Syndrom, bezeichnet die Tage vor den Tagen (Die Silbe „prä“ bedeutet vor, „menstruell“ bedeutet im Zusammenhang mit der Monatsblutung). Je nach Veranlagung und Stresssituation äußert sich das PMS bei Frauen sehr unterschiedlich. Etwa sieben Tage bevor die Regelblutung (Menstruation) einsetzt, können Stimmungsschwankungen bis hin zur Depression auftreten. Reizbarkeit, Unterleibsschmerzen, Rückenschmerzen, Brustschmerzen, Verdauungsprobleme und Durchfall sowie zahlreiche andere Symptome sind möglich.

Obwohl die Auswirkungen des Prämenstruellen Syndroms seit dem 2. Jahrhundert nach Christus bekannt sind und beschrieben werden, gilt PMS erst seit dem Jahr 2000 als anerkanntes Krankheitsbild. Was genau die Ursachen für das PMS sind, ist umstritten. Fest steht nur, dass es mit den Hormonschwankungen im Monatszyklus der Frau zusammenhängt. Ab dem 30. Lebensjahr können die Beschwerden verstärkt auftreten.

Das kann helfen bei PMS

Die Symptome von PMS sind sehr vielfältig und unterschiedlich. Was der einen Frau Linderung bringt, kann bei einer anderen Frau wirkungslos bleiben und umgekehrt. Es lohnt sich also, auszuprobieren und zu erforschen, was dem eigenen Körper und der Psyche in diesen Tagen besonders gut tut. Da viele Naturheilmittel und Ernährungsbausteine einige Zeit benötigen, bis sich ihre Wirkung im Organismus deutlich entfaltet, ist es sinnvoll, etwas Geduld mitzubringen.

Ernährung

Die Hormonschwankungen wirken auch auf den körpereigenen Verbrauch an Vitaminen und anderen Vitalstoffen. Ein erhöhter Östrogenspiegel zehrt die Vitamin-Speicher auf. Besonders Vitamin B hat bei vielen Patientinnen sehr gute Eigenschaften gezeigt, um das PMS in den Griff zu bekommen. Es unterstützt die Produktion der „Glückshormone“ von Serotonin und Dopamin. Die Vitamin B6-Speicher aufzufüllen lohnt sich also. Es wird außerdem als erwiesen angesehen, dass Kalzium und Vitamin E das Gleichgewicht zwischen Östrogenen und Progesteron positiv beeinflussen. Vitamin E plus Kalzium in einer Dosierung von etwa 1000 und 1200 Milligramm täglich gilt als ein probates Mittel bei PMS. Folsäure (Vitamin B9) kommt in Lebensmitteln nur in relativ geringer Dosis vor. Eine Zufuhr durch Nahrungsergänzungsmittel kann das allgemeine Wohlbefinden verbessern.

Magnesium ist beteiligt an der Muskelentspannung und kann zur Linderung von Unterleibschmerzen und Beruhigung beitragen. Es vermag entzündungsfördernde Gewebshormone zu hemmen. Nachtkerzenöl und hochwertige Omega-3-Fettsäuren können auf die hormonellen Systeme positiv wirken.

Die Zufuhr von Salz sollte reduziert werden, um Wassereinlagerungen im Gewebe zu vermeiden. Kalium und Magnesium wirken günstig auf die Entwässerung.

Uralt erprobte Naturheilkunde

Mönchspfefferfrüchte, oder auch Agnus castus genannt, enthalten natürliches Progesteron und gehören zu den hormonell ausgleichenden Naturheilmitteln, die bei vielen Frauen positiv auf PMS wirken. Viele Arzneimittel basieren auf Mönchspfefferpräparaten. Ebenso wird Frauenmanteltee (Alchemilla) seit Jahrhunderten als ausgleichendes Naturheilmittel eingesetzt, das krampflösend und hormonausgleichend wirkt, auch wenn keine hormonartigen Stoffe in dem Heilkraut enthalten sind. Brennnesseltee enthält Kalzium, Magnesium und Eisen, die bei PMS und der Periode benötigt werden. Darüber hinaus wirkt Brennnessel entwässernd und kann gegen Wassereinlagerungen und Ödeme helfen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Augenpflege
– was kann helfen?

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Warum Augenpflege wichtig ist

Die Haut um die Augen herum ist zehnmal dünner als im Gesicht, zum Beispiel an der Wangenpartie. Alle zehn Jahre wird sie um rund fünf Prozent dünner. Deshalb ist es so wichtig, die Augenpartie gut zu pflegen, denn nichts lässt älter aussehen als Tränensäcke, Fältchen, geschwollene Augenlider nach einer Partynacht oder dunkle Ringe unter den Augen.

Tägliche Belastungen

Die Haut rund um unsere Augen wird durch die UV-Strahlen belastet – ebenso wie die übrige Haut, nur dass die Haut an dieser Stelle so viel empfindlicher ist. Sie trocknet leicht aus und ist schneller anfällig für Falten. Die Versorgung mit Fett und die Speicherung der Feuchtigkeit wird mit wachsendem Alter problematischer. Trockene Heizungsluft und die ständigen Bewegungen von Augenlidern und Gesichtsmuskulatur zerren an der Augenpartie.

Ein Quantum Schlaf

Am liebsten wünscht sich diese sensible Haut vor allem täglich einen achtstündigen Schönheitsschlaf. Zu viel Schlaf oder Liegen tut den Augen allerdings auch nicht gut, denn die Flüssigkeit im Gewebe verteilt sich ungünstig um. Geschwollene Tränensäcke können die Folge sein.

Das hilft morgens

Bereits am frühen Morgen kann eine Kompresse mit kaltem Wasser oder Schwarztee geschwollene Augenlider oder Tränensäcke beruhigen und die Durchblutung anregen. Reizlindernde Tropfen, Masken oder feuchtigkeitsspeichernde Seren folgen im nächsten Schritt.
Beim Schminken ist es vorteilhaft, das untere innere Lid mit einem hellen Kajalstift nachzuziehen. Unter den Augenbrauen und am inneren Augenwinkel trägt ein Hauch hellglänzender Lidschatten zu frischem Aussehen bei.

Das hilft bei Augenringen

Wenn die Kapillargefäße durch die feine Haut unter den Augen durchschimmern, sieht es so aus, als hätten wir Ringe unter den Augen. Manche Leute neigen zusätzlich zu stärkerer Pigmentbildung an diesen Stellen.
Die Durchblutung sanft anzuregen, ist an dieser sensiblen Hautpartie besonders wichtig. Gewebefestigende und durchblutungsfördernde Augencremes können helfen. Die Versorgung mit Vitalstoffen, die die Zellerneuerung anregen ist optimal. Als Sofortmaßnahme kann ein rund zwei Töne hellerer Concealer Schatten unter den Augen überdecken.

Das hilft gegen Falten

Vorbeugend gegen die berüchtigten Krähenfüße an den äußeren Augenwinkeln unterstützen Sonnenbrille. Je weniger man die Augen gegen die Sonne zusammenkneifen muss, desto weniger Fältchen schleichen sich ein.
Ein regelmäßiger UV-Strahlenschutz ist notwendig. Gute Augencremes bieten einen hohen UV-Filter, ähnlich wie Sonnencremes. Die Haut benötigt im Inneren eine Feuchtigkeit von rund 20 Prozent, um Schadstoffe abzutransportieren, Nährstoffe aufzunehmen und die Zellerneuerung zu gewährleisten. Fettbausteine spielen dabei ebenfalls eine Rolle und in der Partie rund um die Augen fehlen Talg- und Schweißdrüsen.

Feuchtigkeit – Zufuhr, Speicher, Schutz

Darum sollte neben der Zufuhr auch die Speicherung von Feuchtigkeit unterstützt werden. Dazu geeignet sind Enzyme, Peptide und Antioxidantien, ergänzt um Vitamine und Spurenelemente wie beispielsweise Kieselsäure. Diese Wirkstoffe kurbeln die Kollegenproduktion an, fördern die Elastizität der Haut und halten die Feuchtigkeit in den Zellen fest.
Algen bringen geeignete Eigenschaften mit, denn sie speichern schützende und hautwirksame Mineralstoffe und Spurenelemente. Auch Hefeextrakt ist eine ausgezeichnete Ergänzung der Augenpflege von außen. Aloe Vera enthält neben einem hohen Wasseranteil rund 160 verschiedene Substanzen, die feuchtigkeitsbindend und hauterneuernd wirken.
Hyaluronsäure vermag in der Haut mikroskopische feine Wasserpolster aufzubauen. Pflanzliches Silicium aus Reiskornhüllen wird von der Haut sehr gut aufgenommen und besitzt feuchtigkeitsspeichernde Eigenschaften, es wird daher von der Naturkosmetik gerne eingesetzt. Viele Kosmetika setzen auch auf die versiegelnden Eigenschaften von Bienenwachs durch einen Schutzfilm auf der Haut.

Glättende Naturöle

Arganöl und andere naturbelassene Öle aus Wildrose, Mandel, Jojoba oder Avocado sind ausgezeichnete Faltenglätter und versorgen die Haut über viele Stunden mit Feuchtigkeit. Sie bieten einen natürlichen Verdunstungsschutz durch einen feinen Film auf der Haut und glätten Hornschüppchen, die bei anhaltender Trockenheit aufgesprungen sind. Linolsäure und Squalan-Fettbausteine aus Olivenöl, Nachtkerzenöl und Passionsblumen können die Lücken zwischen aufgesprungenen Hornschüppchen regelrecht kitten.

Das sollte man weglassen

Alkohol und stark gesalzene Speisen lagern Flüssigkeit in den Tränensäcken ein. Kühlende Kompresse oder Augengels können helfen. Wirkstoffe wie Ginkgo oder Arnika haben einen positiven Effekt. Auch eine kühlende Kompresse mit schwarzem Tee (überbrühter und abgekühlter Teebeutel) kann helfen.
Eine selbst durchgeführte Lymphdrainage kann die Flüssigkeit im Gewebe besser verteilen. Dazu legt man die Finger auf die Augenpartie und streicht sanft mehrfach von innen nach außen.

Besser sanft

Die Haut rund um die Augen ist dünn und sensibel. Egal ob Pflegeauftrag, Schminke, Abschminken oder Massieren – die Behandlung dieser Partie sollte sehr sanft erfolgen, um das empfindliche Gewebe zu schonen. Pflegelotionen lieber leicht einklopfen als stark verreiben.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Nachtkerzenöl

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Luxus für die Gesundheit

Nachtkerzenöl (Oenotherae semenis oleum) wird aus den Samen der Nachtkerze (Oenothera biennis) aus der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae) gewonnen. Die Samen enthalten ein Öl mit wertvollen ungesättigten Fettsäuren wie Linolsäure, Linolensäuren, Palmitinsäure und Ölsäure.

Die Nachtkerze ist ein Einwanderer

In Mitteleuropa gehört die Nachtkerze zu den Neophyten, die ungefähr um 1620 aus Nordamerika eingeführt wurde und sich stark ausgebreitet hat.

Von den amerikanischen Ureinwohnern wurden Blätter und Wurzeln der Pflanze als Nahrungsmittel verwendet. Die Wurzel wird auch hierzulande wie Pastinaken oder Schwarzwurzeln gekocht. Die Blütenblätter können als essbare Dekoration verwendet werden. Gelegentlich findet man Wurzeln und Blätter auch als Schweinefutter.

Produktion

Die winzigen Samen der Nachtkerze werden zunächst getrocknet für einen geringen Wasseranteil von nicht mehr als neun Prozent. Um die Inhaltsstoffe nicht zu beschädigen wird das Öl kalt gepresst, denn hohe Temperaturen zerstören die wirksamen Stoffe. An der Luft wird das Öl relativ rasch ranzig und sollte daher im Kühlschrank in verschlossenen Flaschen aufbewahrt werden. Es hat dann eine ungefähre Haltbarkeit von drei Monaten.

Naturheilkunde

Bedeutung für die Heilkunde besitzt vor allem das Nachtkerzenöl aus den Samen. Es kommt als pflanzliches Heilmittel sowohl äußerlich eingesetzt werden, entweder pur oder in Salben, oder innerlich als Nahrungsergänzungsmittel oder Nahrungsmittel.

Innerlich wird es in der Naturheilkunde zur Linderung von Neurodermitis eingesetzt. Ausschlaggebend hierfür ist ein angenommener mangel an Gamma-Linolensäuren bei Neurodermitispatienten. Nachtkerzenöl enthält signifikante Mengen an Linolsäure, die im Körper umgewandelt werden kann zu Gamma-Linolensäure.

Es gilt außerdem als wirksam bei Bluthochdruck, Migräne, Rheuma, Asthma und Heuschnupfen. Es wird dem Nachtkerzenöl auch ein positiver Einfluss auf Menstruationsbeschwerden und Wechseljahrbeschwerden nachgesagt.

Inhaltsstoffe

Nachtkerzenöl hat einen Anteil von rund 80 Prozent an essentiellen Fettsäuren, die nicht vom Körper hergestellt werden können. Ungesättigte Fettsäuren sind für die Zellgesundheit, den Cholesterinstoffwechsel und die Bildung hormonähnlicher Substanzen im Körper unentbehrlich.

Neben Linolsäure, die in Gamma-Linolensäure umgewandelt werden kann, sind Aminosäuren, Mineralstoffe und Vitamin E enthalten.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Omega 3 Fettsäuren (AlphaLinolensäure)

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omega3
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AlphaLinolensäure: Eine Form der Linolensäuren

Es existieren zwei Formen der Linolensäuren: AlphaLinolensäure (= Omega3 Fettsäure) und GammaLinolensäure (= Omega6 Fettsäure).

Ebenso wie die Linolsäure gehört die Linolensäure zu den essentiellen Fettsäuren. Sie ist für die menschliche Ernährung „essentiell“, das bedeutet, dass sie für den Menschen lebensnotwendig ist.
Da diese langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren nicht vom Körper produziert werden können, müssen sie mit der Nahrung aufgenommen werden.

Die Zahl 3 in der Omega 3 Fettsäure (AlphaLinolensäure ) weist darauf hin, dass es sich um eine dreifach ungesättigte Fettsäure handelt. Es existieren jedoch auch die zweifach gesättigte Linolsäure und semiessentielle Fettsäuren wie die gammaLinolensäure, die Arachidonsäure und die Eicosapentaensäure. Diese Formen der Fettsäuren können im Stoffwechsel unter bestimmten Bedingungen aus der essentiellen Linolsäure und alphaLinolensäure entstehen können. Das bedeutet, dass sie vom Körper aufgebaut werden können, wenn die Bausteine dazu dem Körper zugeführt werden.

AlphaLinolensäure in Ölen

Soja-, Hanf-, Leinsaat- und Rapsöl sind gute Lieferanten von AlphaLinolensäure.

AlphaLinolensäure in Samen

Hanfsamen, aber auch Nachtkerzen- und Borretschsamen verfügen über einen hohen Gehalt an GammaLinolensäure.

Sind Fette immer schlecht?

Drei Makronährstoffe prägen die menschliche Ernährung: Kohlenhydrate, Proteine und Fette. Fette haben den höchsten Energiegehalt.

Fette bestehen aus Glycerin und Fettsäuren. Und auf diese Fettsäuren kommt es an: Einige Fettsäuren sind essenziell und einige nicht-essentiell. Die festen, tierischen, nicht-essentiellen Fette sind für den Körper weniger gut geeignet und belasten ihn.
Gesunde essentielle Fettsäuren findet man reichlich in Ölsaaten, Nüssen, Samen oder Ölfrüchten .

Fettsäuren bestehen aus langen Ketten von 4 bis 24 Kohlenstoffatomen, an denen unterschiedlich viele Wasserstoffatome angebunden sein können. Als gesättigt gelten Fettsäuren, wenn keine weiteren Wasserstoffteilchen mehr Platz haben. Das ist bei tierischen Fetten weitgehend der Fall. Ungesättigte Fettsäuren finden sich in pflanzlichen Fetten, wie Soja-, Hanf-, Leinsaat- und Rapsöl. Sie könnten noch weitere Kohlenstoffatome aufnehmen.

Je nachdem, wie viele freie Stellen für Wasserstoffteilchen an der Fettsäure-Kette es gibt, spricht man von einfach, zweifach, dreifach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Die Ölsäure im Olivenöl ist einfach ungesättigt, die Linolsäure ist zweifach ungesättigt. Dreifach ungesättigte Fettsäuren wie die Linolensäure Omega3 sind für den Körper unentbehrlich und lebensnotwendig.

Warum reicht Omega3 alleine nicht?

Wie immer im Zusammenspiel des menschlichen Körpers beeinflussen sich Stoffe gegenseitig. AlphaLinolensäure (= Omega3 Fettsäure) und GammaLinolensäure (= Omega6 Fettsäure) gehören zwar 2 verschiedenen Familien an und ihre Stoffwechselwege im Körper sind unterschiedlich, jedoch beeinflussen sie sich so stark, dass beide Gruppen von Fettsäuren für den Menschen unentbehrlich sind.

Linolsäure-Familie
(Omega6 Fettsäuren)

Natürliche Vorkommen gibt es bei Pflanzen, die Linolsäure aus gesättigten Fettsäuren bilden. Pflanzensamen speichern diese Fette in hoher Dichte. Doch auch Butter als tierisches Fett enthält beträchtliche Mengen an Linolsäure.

Linolensäure-Familie
(Omega3 Fettsäuren)

Die Fähigkeit Omega6 Fettsäuren zu Omega3 Fettsäuren umzuwandeln haben nur Pflanzen mit Chlorophyll (grüne Blätter, Algen, Moose, Farne). Säugetiere wie der Mensch können das nicht.

Omega3 Fettsäuren kommen daher zwar in Pflanzenölen vor, meist jedoch in wesentlich geringerer Menge als die Omega6 Fettsäuren. Ausnahmen bilden Leinöl, Walnussöl, das neue Rapsöl, Soja- und Weizenkeimöl, Borretsch- und Nachtkerzenöl, sowie das Kernöl der schwarzen Johannisbeere. Sie enthalten wesentliche Mengen von Omega3 Fettsäuren.

Eicosapentaensäure und Decosahexaensäure

Diese Fettsäuren kann der Mensch selbst herstellen, jedoch nur in geringen Mengen und unter der Voraussetzung, dass er über die Nahrung Linolensäure zu sich genommen hat.
Sie finden sich jedoch in hoher Konzentration in Fischen, besonders in den Kaltwasserfischen Makrele, Hering, Sardine, Lachs, Thunfisch, Forelle, da diese wildlebender Tiere sich von Moosen, Blättern und Farnen ernähren. Das Fleisch dieser Tiere kann bis zu 5 % Eicosapentaensäure enthalten.
TIPP: Gemästete Zuchttiere erhalten anderes Futter. Ihr Fleisch enthält nur Spuren von Eicosapentaensäure. Jedoch reichlich von der ungünstigen Fettsäure Arachidonsäure.

20:1 für Omega 6

Der Bedarf an Linolsäure (Omega6 Fettsäure) liegt bei 7–10 g täglich. Ein Mangel ist bei der heutigen Ernährung äußerst selten.

Den Bedarf an Omega3 Fettsäuren schätzt man auf 2 – 3 g täglich.
Ein Mangel kann bei Säuglingen und Kleinkindern Wachstumsverzögerung und zentralnervöse und visuelle Störungen verursachen. Seit 1993 wird der Säuglingsnahrung deshalb Omega3 zugesetzt. Bei bestimmten chronischen Erkrankungen wird das Zwei bis Dreifache der optimalen Dosis benötigt.
Ein direkter Mangel an Omega3 Fettsäuren ist jedoch nicht so gravierend wie eine langfristig zu niedrige Aufnahme. Vor allem im Verhältnis zur heute reichlichen Zufuhr an Omega6 Fettsäuren.

Über das Fleisch wilder Tiere, in Fischen aber auch in Blättern hat der Mensch über viele Tausend Jahre relativ viel Omega3 Fettsäuren zu sich genommen. Das Verhältnis Omega6 zu Omega3 lag dabei circa bei 4:1.

Heute liegt das Verhältnis von Omega6 zu Omega3 in Europa und den USA bei etwa 20:1. Seit der Industrialisierung der Landwirtschaft mit Masttierhaltung wurden immer mehr Omega6- und immer weniger Omega3 Fettsäuren aufgenommen.
Zwei Zitate zu diesem Thema:

„Während dieser Veränderungen in den letzten 100 – 150 Jahren stieg auch die Todesrate durch Herzerkrankungen stark an. Auch verglichen mit einigen heutigen Bevölkerungsgruppen zeigt sich, dass die Aufnahme höherer Mengen an Omega3 Fettsäuren (vor allem aus Fisch) mit einer niedrigeren Rate von Herzerkrankungen einhergeht, z. B. bei Japanern und Eskimos…
Bezeichnenderweise enthält Muttermilch trotz unserer heutigen Ernährungsbedingungen die Omega3Fettsäuren Eicosapentaensäure und Decosahexaensäure, um ein rasches Gehirnwachstum in den ersten Lebensmonaten des Kindes zu gewährleisten.“
Dietl/Ohlenschläger

„Der exzessive Konsum von Nahrungsmitteln, die reich an Omega6 Fettsäuren sind und der viel zu geringe Omega3 Fettsäureanteil unserer Nahrung wird mit der Entwicklung zahlreicher Zivilisationskrankheiten wie Allergien, Asthma, Koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Rheuma und Krebsarten wie Brust und Kolon (Darm) -karzinom in Zusammenhang gebracht.
Durch eine Erhöhung der Omega3Fettsäurezufuhr und gleichzeitige Reduktion des Omega6Fettsäureanteils in unserer Nahrung können entzündliche Prozesse vermindert und die Funktion des Immunsystems gesteigert werden.“
Uwe Gröber

Urs Buergi rät daher seinen Lesern den Verzehr von Omega3 Fettsäuren zu erhöhen und die Aufnahme von Omega6 Fettsäuren, insbesondere den im Fleisch enthaltenen Arachidonsäuren, die entzündungs- und gerinnungsfördernd sind, vermindern.
Empfehlungen

  • Nahrungszubereitung mit pflanzlichen Ölen: Leinöl, Walnussöl, Raps- und Weizenkeimöl
  • Nahrungsergänzungen Fischöl, Borretsch-, Nachtkerzen- und Samenöl der schwarzen Johannisbeere.
  • Werden hohe Dosierungen an Omega3 Fetten eingenommen, sollte zusätzlich Vitamin E gegeben werden, um den Schutz der essenziellen Fettsäuren vor Oxidation zu gewährleisten.

Mehrfach ungesättigten Fettsäuren:
Wichtig im Stoffwechsel

Der Körper stellt Eicosanoide (Gewebshormone) her, die an vielen wesentlichen Stoffwechselvorgängen mitwirken. Einige Beispiele sind Prostaglandine, Prostacycline, Thromboxane und Leucotriene. Zur Herstellung dieser Gewebshormone benötigt er jedoch als Ausgangssubstanzen Omega6 und Omega3 in natürlicher Ausgewogenheit.

Dieses optimale Gleichgewicht ist deshalb so wichtig weil beide Fettsäuren um die gleichen Enzyme konkurrieren. Bei einem Überangebot an Omega6 Fettsäuren wird der Stoffwechsel der Omega3 Fette eingeschränkt.
Damit der Körper seine Funktionen erfüllen kann, sollten die gebildeten Gewebshormone jedoch harmonisch im Gleichgewicht stehen.
Das Verhältnis der Fettsäuren zueinander ist demnach wichtiger als ihre absolute Menge.

Auswirkungen von Mangel an essenziellen Fettsäuren können sein:

  • Infektanfälligkeit
  • gestörte Wundheilung
  • Haarausfall
  • trockene, schuppige Haut
  • Ekzeme
  • Wachstumsverzögerung und ungenügende Gehirnentwicklung
  • Verringerung der Lernfähigkeit
  • neurologische Störungen
  • Unfruchtbarkeit
  • Nieren- und Leberschäden
  • hoher Blutdruck
  • gestörter Herzrhythmus
  • verminderte Funktionstüchtigkeit der roten Blutkörperchen
  • Muskelschwäche
  • Neuropathien

Ein erhöhter Bedarf an essenziellen Fettsäuren wird empfohlen bei:

  • Unausgewogener Ernährung
  • Reduktions-Diäten
  • Verdauungsstörungen
  • Wachstum
  • Verletzungen / Operationen
  • Störungen des Immunsystems
  • rheumatischen Entzündungen
  • Schuppenflechte
  • Osteoarthritis
  • Morbus Crohn
  • Multipler Sklerose
  • Migräne
  • Schwangerschaft
  • hoher Fleischverzehr
  • Neurodermitis
  • Allergien
  • Alzheimer
  • Diabetes
  • Metabolischem Syndrom

Die Funktionen im Körper

Zellmembranen:
Aufbau und Erhalt der Zellmembranen benötigen Linol- und Linolensäure.
Zellwände, die durch Fette aus Linol- und Linolensäure gebildet wurden, sind elastischer, reaktionsbereiter und funktionieren besser. Werden diese fette dem Menschen nicht zugeführt, benutzt dieser gesättigte, tierische Fette für seine Zellmembranen. Die Funktionalität wird dadurch erheblich beeinträchtigt. Wenn Zellen altern wird dieser Vorgang noch verstärkt.

Gewebshormone:
Die oben bereits erwähnten Gewebshormone (Eicosanoiden) sind hormonähnliche Substanzen, die vielerlei Funktionen im Körper ausüben. Um sie zu bilden braucht der Mensch die Ausgangssubstanzen Omega6 und Omega3 in natürlicher Ausgewogenheit. Hier einige Funktionen der Eicosanoiden:

  • Regelung aller Zellfunktionen, die notwendig sind für Zellwachstum und –regeneration
  • Regulation der Blutfette und des Cholesterins, des Blutdrucks und der Gerinnung der Blutplättchen
  • Gesunde Haut
  • Verminderung von Entzündungen und Autoimmunerkrankungen
  • Erhalt geistiger Funktionen
  • Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems
  • Regulation des Immunsystems

Fazit

Die Umwandlung von Linolensäure zu Eicosapentaensäure und Decosahexaensäure geschieht im Körper zu langsam und wenig effizient. Darum empfiehlt Urs Buergi die direkte Zufuhr aus der Nahrung oder als Nahrungsergänzung.

Wichtig

Die Einnahme von Omega3 Fettsäuren sollte unbedingt längerfristig und regelmäßig erfolgen. Die Wirkung entfaltet sich erst, wenn die fettsäure in die Zellmembran eingebaut wurde. Dieser Vorgang benötigt Zeit.
Die ungesättigten Fettsäuren sollten immer in Kombination mit Vitamin E eingenommen werden. Dieses fettlösliche Antioxidanz schützt das Omega 3 vor der Oxidation.

Achtung

Menschen mit folgendem Risiko sollten unbedingt vor einer Einnahme ihren Therapeuten konsultieren:

  • Epilepsie
  • Manisch-depressive Störungen
  • Diabetiker, weil bei einigen die Wirkung des Insulins vermindert werden kann.
  • Menschen, die Medikamente zur Blutverdünnung nehmen oder eine vererbte Blutungsstörung haben.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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