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Wassermelone: Kerne nicht wegwerfen

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Kernlose Melonen?

Es ist eigentlich ein Skandal, dass Wassermelonen die Kerne weggezüchtet werden. Denn genau in den Kernen stecken viele gesundheitsfördernde Wirkstoffe drin. Der Verzehr der Kerne kann daher viele gute Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Zum Wegwerfen eindeutig zu schade!

Wertvolle Inhaltsstoffe

Melonenkerne haben mit ihren vielen Ballaststoffen eine positive Wirkung auf die Verdauung. Ebenso können sie für eine gesunde Darmflora sorgen. Die in den Kernen enthaltene Aminosäure Citrullin fungiert als Antioxidant. Citrullin sorgt dafür, dass sich die Gefäße erweitern und die Durchblutung gefördert wird. Ideal für Herz, Kreislauf und das Gedächtnis. Viele Vitamine und Spurenelemente in den Kernen (Magnesium, Vitamin A, B, C und Eisen) tragen dazu bei die gesamten Körperfunktionen gesund zu erhalten und zu optimieren.

Vorbereitung

  • 1 Handvoll Wassermelonen-Kerne
  • Im Backofen (Alternativ: Pfanne) erhitzen
  • Sobald ein süßlicher Geruch aufsteigt sind die Kerne vollkommen getrocknet
  • Die getrockneten Kerne mit einem Mörser zermahlen

Dieses gesunde Melonenkern-Pulver ist die Grundlage von 2 Rezepten!

Melonenkern-Tee

  • 4 Teelöffel frisch gemahlener Wassermelonen-Kerne
  • In ungefähr 2 Liter kochendes Wasser geben
  • Ungefähr 15 Minuten köcheln lassen

Dieser Tee ist nicht nur lecker. Er ist auch sehr gesund, da auf diese Weise wirklich alle guten Wirkstoffe aktiviert werden. Auch gekühlt ein erfrischendes Getränk!

Milchshake aus Melonen-Kernen
  • 1 Teil frisch gemahlener Wassermelonen-Kerne
  • 10 Teile warme oder kalte Milch (Verhältnis 1:10)
  • Gut verrühren

Bei Verdauungsbeschwerden und Nierenproblemen ist dieser Milchshake sehr geeignet. Wassermelonen wirken als  ein gutes Diuretikum und unterstützen die Nierenfunktion. Die Inhaltsstoffe werden durch die Milch langsam aufgenommen, so dass der Körper über einen längeren Zeitraum gleichmäßig versorgt wird.

Tipp

Auch die Schale der Wassermelone hat viele gesundheitsfördernde Wirkstoffe. Die Schale zu essen klingt ungewöhnlich, kann aber sehr hilfreich sein. weiterlesen

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Besenginster (Cytisus scoparius)

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besenginster
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Goldgelb und genügsam

Besenginster (Cytisus scoparius) gehört trotz seines Namens nicht zu den Ginstern sondern zu einer Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) aus der Gattung des Geißklees (Cytisus). Im Volksmund wird der winterkahle Strauch auch Besenstrauch genannt. Im Mai und Juni bildet er goldgelbe Blüten aus, die zu Hülsenfrüchten heranwachsen. Als Rohboden-Pionier wächst der schnellwüchsige Strauch auf stickstoffarmen, sandigen oder steinigen Böden.

Giftigkeit

Achtung, Besenginster ist giftig in allen Pflanzenteilen.

Medizinische Wirksamkeit

In der Volksheilkunde ist Besenginster als harntreibendes Mittel bekannt. Darüber hinaus wird die Heilpflanze für die Therapie von niedrigem Blutdruck eingesetzt. Wirksame Inhaltsstoffe sind Chinolizidinalkaloide (darunter Spartein und Lupanin), biogene Amine (beispielsweise Dopamin und Tyramin), Flavonoide (beispielsweise Scoparin und Astragalin) sowie ätherisches Öl in den Blüten und Lectine in den Samen. Insbesondere der Alkaloidgehalt ist für die kreislaufregulierende Wirkung verantwortlich.

Da der Sparteingehalt von Pflanze zu Pflanze stark schwanken kann, werden pflanzliche Präparate aus Besenginster bevorzugt, die einen standardisierten Wirkstoffgehalt besitzen.

Dekorative Zutat in Tees

Die Blüten werden als Schmuckdroge in Teemischungen eingesetzt. Da sie einen niedrigen Sparteingehalt besitzen, haben diese Teemischungen keinen medizinischen Vorteil aber werde als unbedenklich eingestuft.

Achtung

Besenginster sollte nicht bei hohem Blutdruck oder Schwangerschaft eingesetzt werden. Die Einnahme sollte in Abstimmung mit dem Therapeuten oder Heilpraktiker erfolgen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Bioflavonoide

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bioflavonoide
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Die Wissenschaft entdeckt die
sekundären Pflanzenstoffe

Bioflavonoide oder Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativen Eigenschaften. Diese Substanzen aus der Gruppe der Flavon-ähnlichen Stoffe, der sogenannten Flavonoide, haben vielfältige Funktionen, die bis heute noch nicht vollständig entschlüsselt sind. Als Pflanzenpigmente in der äußeren Schale, in Blüten und Blättern schützen sie die Zellen und Proteine vor oxidativem Stress. Sie dienen auch zum Anlocken von Tieren zur Verbreitung der Pflanze durch Verzehr oder Bestäuben. Ebenso können sie auch abschreckende Wirkung als Fraßschutz entfalten. Die Biosynthese von Flavonoiden in der Pflanze erfordert Licht. Ihre Speicherung erfolgt vor allem in der Vakuole.

Der ungarische Nobelpreisträger, Mediziner und Biochemiker Albert von Szent-Györgyi Nagyrápolt (1893-1986) entdeckte 1936 die Flavonoide. Er nannte sie zunächst Vitamin P, wobei das „P“ für Permeabilitätsfaktor stehen sollte.

Zu den Flavonoiden gehören die hochwirksamen Anthocyane aus roten und blaufarbigen Pflanzen. Flavonoide sind in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten enthalten wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Heidelbeeren, Tomaten, Rotkohl, Brokkoli, Auberginen und vielen anderen. Aus einem Kilogramm Brombeeren können nur 20g Schale gewonnen werden. Aber auch wenn kleine Mengen der Flavonoide aufgenommen werden, kann der menschliche Organismus sie gut verwerten. Wichtige Arzneidrogen, die eine bedeutende Menge an Flavonoiden enthalten, sind Arnika, Birke, Ginkgo, Goldrutenblätter, Holunderblüten, Hopfenzapfen, Kamille, Katzenpfötchenblüten, Mädesüß und Rotes Weinlaub. Es existiert eine große strukturelle Vielfalt der Flavonoide.

Radikalfänger für die Immunabwehr

Flavonoide wirken antioxidativ und können damit als hochwirksame Radikalfänger reaktive Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle unschädlich machen, indem sie ein Elektron abgeben, ohne selbst zu oxidieren. Die Schädigung durch freie Radikale von gesundheitserhaltenden Proteinen, Lipiden und Zellkern-DNA in den Zellen soll verringert werden. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden auf diese Weise unterstützt und entzündungshemmende Effekte angekurbelt.

Gut für die Gesundheit

Flavonoide können eine entgiftende Wirkung haben. Das Entgiftungssystem der Leber kann angeregt und Schadstoffe sowie Kanzerogene können ausgeschieden werden. Sie können die Histaminausschüttung im Körper reduzieren und gelten damit als natürliche Antiallergika. Flavonoide wirken auf den Archidonasäure-Stoffwechsel und damit auf die Blutgerinnung. Sie können sich günstig bei Bluthochdruck auswirken und die Elastizität von Blutgefäßen kräftigen, in Venen und Kapillaren ebenso wie im Gehirn und in den Augen.

Die Forschung rund um Flavonoide ist noch relativ jung und viele Hinweise sind noch nicht wissenschaftlich bestätigt. Aber die Forschungsaktivitäten erklären, weshalb schon früher die Volksmedizin gerade bei Nachtblindheit und Lichtempfindlichkeit der Augen die wohltuenden Kräfte von Blaubeere, Johannisbeere & Co. pries.

Diverse flavonoidhaltige Arzneidrogen und Reinstoffe werden bereits therapeutisch genutzt. Wegen der gefäßschützenden Eigenschaften finden sie in Venenmitteln Verwendung. Studien weisen auf einen positiven Einfluß bei Herz-Kreislauferkrankungen hin. Zu den wichtigsten Eigenschaften der Flavonoide gehört ihre antioxidative Wirkung. Hinzu kommt die antiallergische und antiphlogistische Wirkung, sowie antivirale und antimikrobielle Wirkung.

Der unterschätzte Wirkstoff
gegen Krebs?

Menschen mit einer obst- und gemüsereichen Ernährung erkranken weniger häufig an Darmkrebs. Daraus wird die Vermutung abgeleitet, dass sekundäre Pflanzenstoffen möglicherweise vor Darmkrebs schützen können.

Hinweis

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Weizenkeim-Öl (Triticum vulgare)

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Teuer und gehaltsvoll

Weizenkeimöl (Triticum vulgare) aus Weizenkeimen ist bekannt für seinen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren und Vitaminen. Außer als qualitativ hochwertiges Lebensmittel wird Weizenkeimöl auch als Heilmittel geschätzt. Etwa 1.600 Kilogramm Weizen sind notwendig, um einen einzigen Liter des Öls zu pressen. Das liegt daran, dass der Anteil vom Weizenkeim am Korn nur bei zwei bis drei Prozent liegt. Weizenkeime enthalten auch nur einen geringen Fettanteil von zehn Prozent, was den Ertrag schmälert. Weizenkeimöl ist ein wertvolles Nebenprodukt der Mehlproduktion.

Was macht Weizenkeimöl so interessant?

Ganze 60 Prozent dieses Öl bestehen aus ungesättigten Fettsäuren. 88 Prozent dieser ungesättigten Fettsäuren sind Omega-6-Fettsäure Linolsäure. Rund 20 Prozent des Öls enthalten einfach gesättigte Fettsäuren und weitere 20 Prozent gesättigte Fettsäuren (Ölsäure).

Es ist interessant zu wissen, dass es unter den pflanzlichen Ölen den höchsten Gehalt an Vitamin E besitzt (Tocopherolen). Vitamin E ist nämlich nicht ein bestimmter Stoff, sondern eine ganze Familie von mindestens 16 Antioxidantien mit gesundheitsfördernden Eigenschaften. Sie sind wichtig für den Zellschutz und ein Grund, weshalb das Weizenkeimöl als Anti-Aging-Mittel gehandelt wird. Die Vitamine A, B, D, E und K befinden sich alle in diesem Öl.

Weizenkeimöl hat eine dunkle orangegelbe Farbe und einen deutlichen Getreidegeruch. Seine Farbe rührt von enthaltenen Carotinoiden her.

Verwendung von Weizenkeimöl

Weizenkeimöl soll bei dauerhafter Einnahme die Fähigkeit besitzen, den Cholesterinspiegel im Blutserum zu senken. Außerdem soll es das Immunsystem stärken, die Hautalterung verlangsamen und die allgemeine Leistungsfähigkeit unterstützen. Das Bindegewebe soll gestärkt werden. Vitamin B und E können sich positiv auf die Bandscheiben und den Rücken auswirken. Herz- und Kreislaufbeschwerden soll Weizenkeimöl vorbeugen sowie vielen Zivilisationskrankheiten.

Wichtig ist es, das Weizenkeimöl nicht zu erhitzen, da sonst seine wertvollen Inhaltsstoffe zerstört werden.

Kosmetischer Einsatz

Weizenkeimöl sagt man eine straffende Wirkung der Haut nach durch seine durchblutungsfördernden Eigenschaften. Auch zur Haarpflege und Pflege der Kopfhaut findet es Verwendung.

Weizenkeimöl, das kosmetische Qualität besitzt, wird oft verschnitten mit anderen Ölen angeboten. Beim Kauf sollte man daher auf biologischen Anbau achten, um auszuschließen, dass das Weizenkeimöl belastet ist.

Tipp zur Lagerung

Da Weizenkeimöl sehr lichtempfindlich ist, sollte es im Verlauf von bis zu acht Wochen aufgebraucht werden und in einer dunklen Flasche möglichst kühl gelagert werden, zum Beispiel im Kühlschrank.

Hinweis

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Hirtentäschelkraut
(Capsella bursa-pastoris)

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Unscheinbares Heilkraut

Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris) von lat. capsella, kleine Tasche, aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) besitzt im Volksmund viele Namen: Bettseicherle, Blutwurz, Herzel oder Herzelkraut, Löffeldieb, Schinkenkraut und Taschendieb. Einige davon spielen auf die dreieckige Herzform der Blätter oder Schoten an dem unscheinbaren Kraut an. Hirtentäschelkraut ist in ganz Europa verbreitet und wächst meist an Böschungen, auf Brachland oder am Wegesrand.

Ein altes Hausmittel

Die blutstillende Wirkung des Hirtentäschelkrauts ist seit langem bekannt und wurde früher in der Volksmedizin eingesetzt, um bei Geburten die Nachblutung positiv zu beeinflussen und um Menstruationsblutungen lindern. Verwendet wird das ganze Kraut, meist als Tee oder Aufguss. Doch in der traditionellen Volksmedizin heißt es, Hirtentäschelkraut kann noch mehr. Wissenschaftlich nachgewiesen ist der Nutzen oder die Wirkungsweise bislang nicht.

Inhaltsstoffe

Hirtentäschelkraut enthält schwefelhaltige Senfglykoside, insbesondere Sinigrin, das verbindet es mit vielen Kreuzblütlergewächsen. Weiterhin sind enthalten Aminosäuren und Proteine, Pflanzenfarbstoffe (Flavonoide wie Rutin und Quercetin) sowie Mineralstoffe wie Kalium und Kalzium. Es ist bisher nicht untersucht, auf welche Inhaltsstoffe die beschriebenen Wirkungen eventuell zurückzuführen sind. Offenbar kann je nach Dosierung das Gegenteil von dem beabsichtigten Effekt eintreten, weshalb eine Anwendung von Hirtentäschelkraut in jedem Falle mit dem Arzt oder Heilpraktiker abgesprochen sein sollte.

Achtung, nicht in der Schwangerschaft anwenden

In der Schwangerschaft darf Hirtentäschelkraut keineswegs angewendet werden, da es vorzeitige Wehen auslösen kann.

Verwendung

Hirtentäschelkraut für Tee oder Aufguss ist in Apotheken, Drogerien, Reformhäusern und Bioläden erhältlich. Es werden ihm entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt, weshalb der Tee oft bei Erkältungen eingesetzt wurde.

Blut und Kreislauf

Hirtentäschelkraut wird als leicht blutstillend beschrieben. Es wird vermutet, dass möglicherweise ein Peptid mit hormonähnlichen Eigenschaften auf die Blutgefäße verengend wirken könnte. Das würde den blutstillenden Charakter eventuell erklären. Jedoch tritt bei höherer Dosierung offenbar der gegenteilige Effekt ein, die Gefäße werden erweitert.

Da Hirtentäschelkraut offenbar auf den Kreislauf wirkt, kann es möglicherweise auf Krampfadern und Hämorrhoiden beeinflussen. Das Heilkraut ist auch gebärmutterwirksam. Es kann die Gebärmutter zusammenziehen (Uteruskontraktion), was zum Auslösen einer Menstruation oder von Wehen erwünscht sein kann. Gleichzeitig wird auch die Verringerung von Blutungen beschrieben, nicht nur auf Nachblutungen bei der Geburt oder zu starker Menstruation, sondern auf alle Arten von Blutungen innerlich wie äußerlich. Das Kraut soll bei Arteriosklerose hilfreich wirken.

In der Volksmedizin wurde überliefert, dass die Heilpflanze auch Magen- und Darmtätigkeit anregen können und stoffwechselunterstützend beim Abnehmen helfen können, wie auch bei Rheuma.

Äußerliche Anwendungen

Äußerlich soll ein Umschlag mit dem Pflanzenaufguss helfen bei Ekzemen und Wundheilung. Die pulverisierte Pflanze wurde gegen Nasenbluten geschnupft.

Hinweis

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Grüntee Polyphenole

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Seit Jahrtausenden gesund

Für Grünen Tee oder Grüntee werden kleinblättrige, zarte Sorten der Teepflanze bevorzugt, die ursprünglich aus China stammt. Im Gegensatz zum schwarzen Tee werden die Teeblätter nicht oxidiert (früher: fermentiert). Die Oxidation wird verhindert durch kurzes Rösten oder Dämpfen der frischen Blätter direkt nach dem Pflücken. Wirkung und Inhaltsstoffe unterscheiden sich deutlich vom schwarzen Tee. Seit Jahrtausenden wird die Heilkraft von Grüntee hoch geschätzt.

Die heutige Wissenschaft bestätigt die gesundheitsförderliche Wirkung, die gegen viele Krankheiten vorbeugen kann. Der Hauptwirkstoff für die Heilwirkung sind die natürlichen Polyphenole, vor allem das Epigallocatechingallat (EGCG).

Das Geheimnis liegt im vielfältigen Hauptwirkstoff Polyphenole

Polyphenole sind bioaktive Substanzen aus Pflanzen, die in sekundären Pflanzenstoffen vorkommen wie in Farbstoffen, Geschmackstoffen und Tanninen. Polyphenole ist ein Sammelbegriff für viele Pflanzenstoffe, beispielsweise Flavonoide und Anthocyane aus Farbstoffen, Benzoesäurederivate, Procyandine, Zimtsäurederivate, und Stilbenderivate. Bereits kleine Mengen von Polyphenolen können bei regelmäßiger Einnahme eine gesundheitsförderliche Wirkung entfalten.

Weitere Inhaltsstoffe

Grüntee enthält außer den Polyphenolen den anregenden Stoff Koffein (früher zur Unterscheidung von Kaffee auch Thein genannt) und Catechine, sekundäre Pflanzenstoffe und als Flavonole ebenfalls den Polyphenolen zugeordnet, die den bitteren Geschmack verursachen und als äußerst heilwirksam gelten. Grüner Tee enthält auch mehr Tannine (Gerbstoff) als schwarzer Tee. Außerdem sind Vitamin A, Vitamin B, Vitamin B2, Calcium, Kalium, Phosphorsäure, Magnesium, Kupfer, Zink, Nickel, Carotide und Fluorid enthalten. Das Aroma wird bestimmt von Aminosäuren wie dem Theanin.

Vorsicht vor zu hohen Dosierungen

Möglicherweise kann Grüntee die Aufnahme von Medikamenten beeinflussen, indem er die Aufnahme von Wirkstoffe im Darm hemmt. Eine japanische Studie von 2014 hat beobachten können, dass der Betablocker Nadolol bei Grünteegenuss nicht voll resorbiert wurde. In Chemical Research in Toxicology 20, 2007, S. 583-585 berichtet eine Forschungsgruppe der Rutgers-Universität New Jersey von möglichen toxischen (giftigen) Wirkungen auf Leber und Niere durch den Genuss von mehr als 10 Tassen Grüntee am Tag.

Polyphenole im Gesundheitseinsatz

Das im Grüntee reichlich vorhandene Epigallocatechingallat (EGCG), das ebenfalls zu den Polyphenolen zählt, kann Gefäßverkalkung reduzieren und damit ein Hauptrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es beeinflusst dazu ein Signalmolekül namens Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF), das außer an der Bildung von Blutgefäßen auch am Wachstum von Tumorzellen beteiligt ist. Indem sich Polyphenole an das VEGF binden, können Sie dazu beitragen, Krebs vorzubeugen oder zu bekämpfen. Dazu genügen relativ geringe und regelmäßig zugeführte Mengen von Polyphenolen, wie sie in Grüntee, aber auch in Äpfeln, Trauben oder Aroniabeeren enthalten sind.

Antioxidantien gegen Krebs und eine für eine schöne Haut

Grüntee enthält hochwirksame Antioxidantien, die freie Radikale unschädlich machen können und Zellkerne und Zellmembrane schützen. Freie Radikale gelten als eine Ursache von Krebserkrankungen. Antioxidantien können die Lebensdauer von Zellen verlängern und wirken als Anti-Aging-Mittel. Grüner Tee kann die Freisetzung von Angiotensin hemmen, das an Bluthochdruck beteiligt ist.

Der Fettstoffwechsel wird von grünem Tee positiv beeinflusst. Die Fettverbrennung wird angekurbelt. Damit zusammenhängend erhöht sich die Stoffwechselrate, was eine Gewichtsabnahme begünstigt. Die Aufnahme von Glukose in Fettzellen wird begrenzt, hilfreich bei Adipositas (Fettleibigkeit). Insgesamt kann Grüntee damit auch günstig auf den Blutzucker und einen ausgeglichenen Stoffwechsel wirken, von Vorteil bei Diabetes. Grüntee vermag den Cholesterinspiegel zu senken und den Gehalt an positivem HDL-Cholesterin zu optimieren.

Alzheimer, Parkinson & Co

Grüner Tee vermag die Gedächtnisleistung zu verbessern. Da er auch das Acetylcholin beeinflusst, das an der Krankheit Alzheimer beteiligt ist, kann das möglicherweise einen positiven Verlauf zu begünstigen. Offenbar wirkt sich auch der Zellschutz im Gehirn in Regionen aus, die für den Ausbruch von Parkinson bekannt sind. Polyphenole und Flavonoide unterstützen durch Antioxidantien zudem die Immunabwehr gegen Infektionen. Schädliche und krankheitsauslösende Bakterien können durch grünen Tee bekämpft werden.

Die richtige Zubereitung von grünem Tee

Im Gegensatz zu schwarzem Tee kann grüner Tee mehrmals aufgegossen werden. Beim Aufbrühen von grünem Tee sollte das Wasser nicht kochend heiß sein, sondern maximal eine Temperatur von 90 Grad besitzen. Zu heißes Wasser kann den Tee bitter und je nach Sorte ungenießbar machen. Das Wasser sollte jedoch eine Temperatur von 50 Grad nicht unterschreiten, sonst können die Inhaltsstoffe nicht gelöst werden. Je höher die Temperatur, desto besser lösen sich die Polyphenole. Vitamin C steigert die Aufnahme der Polyphenole. Es ist im Grüntee ebenfalls enthalten, wird aber bei großer Hitze zerstört.

Teekultur in der Entwicklung

Grüntee als Variante von schwarzem Tee stammt aus dem China des 6. Jahrhunderts vor Christus. Im gleichen Jahrhundert gelangte der Matcha-Tee von China nach Japan und es entwickelte sich eine neue Form der Teezubereitung als Beginn der in Japan noch heute gebräuchlichen Teezeremonie. Basis waren zu Ziegeln gepresste Teeplatten, die zu Pulver gerieben und mit kochendem Wasser aufgegossen wurden. Die heutzutage übliche Praxis, den Tee ohne vorheriges Pulverisieren mit heißem Wasser aufzubrühen, entstand in der Ming-Dynastie (16. und 17. Jahrhundert). In dieser Zeit verbreitete sich der grüne Tee auch in Europa.

Hinweis

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Cayenne (Capsicum annuum)

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Klein, scharf und ungeheuer gesund

Cayenne (Capsicum annuum var. Acuminatum) gehört zu der Gattung der Paprika aus der Familie der Nachtschattengewächse. Die ersten Chilipflanzen kamen mit Kolumbus und anderen Seefahrern aus Südamerika nach Europa. Später wurden sie auch aus Indien importiert.

Hierzulande ist die kleine scharfe rote Schote als Chilisorte Cayenne bekannt und wird in der Küche als Gewürzpulver unter dem Namen Cayennepfeffer verwendet. Aber diese Pflanze kann mehr. Bahnbrechende Erkenntnisse könnten erklären, weshalb in den angestammten Herkunftsländern der scharfen Frucht die Menschen seltener an Krebs erkranken.

Für Herzgesundheit und Kreislauf

Der scharfe Inhaltsstoff der Chili heißt Capsaicin. Je schärfer der Chili ist, desto wirksamer. Die Substanz wirkt positiv auf die Blutgefäße und den Blutdruck und kann fettreiche Ernährung bis zu einem gewissen Maß ausgleichen. Der Wirkstoff kann die Kalkablagerungen an den Gefäßwänden reduzieren, die oft zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Der Focus (08.04.2012, M. Preuk) berichtet über Forschungsergebnisse an der Chinese University of Hong Kong, die die Wirkung von Capsaicin auf die Herzgesundheit in den Mittelpunkt stellen. Die Wissenschaftler haben entdeckt, dass Capsaicin ein bestimmtes Gen blockiert, das ein Eiweiß produziert (Cyclooxygenase-2, COX-2), das Muskeln und Blutgefäße verengt. Wenn es fehlt fließt die Durchblutung besser, der Blutdruck sinkt. Einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel konnten Untersuchungen bestätigen.

Gesundheit und Chili

In Kosmetik und Medizin wird der Wirkstoff schon lange eingesetzt gegen Arthritis und für die Schmerzbehandlung. Antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften stärken das Immunsystem. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es möglicherweise als Krebsschutzfaktor eine Bedeutung erlangen kann.

Durch die gefäßerweiternde Wirkung wird der gesamte Kreislauf in Schwung gebracht, was unter anderem Embolien vorgebeugt. Zur Gewichtsreduktion wird Chili eingesetzt, da es die Fettverbrennung erhöht. Es führt zu vermehrtem Schwitzen, was mehr Kalorien verbraucht.

Cayennechili enthält viel Vitamin A, Vitamin C, Carotin, Kalzium, Kalium, Phosphor und Eisen. Die Naturheilkunde setzt schon lange auf die Wirkung des Scharfmachers. Bei folgenden Beschwerden wird Cayennechili eine vorbeugende oder heilende Wirkung nachgesagt: Rheuma, Schuppenflechte (Psoriasis), Arthrose, Magenbrennen, Magengeschwür, Durchblutungsstörungen, Krebs, Angina Pectoris, Übergewicht, Diabetes, Embolie, Pilzerkrankungen, Krampfadern, Herzgesundheit, Infekte und sogar Migräne.

Wie scharf ist Chili?

Früher glaubte man, scharfes Essen würde dem Magen schaden. Die positive Wirkung von Chili revidiert dieses Bild. Das Capsaicin reizt die Wärmenerven im Mund und auf der Zunge. Die Geschmacks- und Schmerznerven sind davon jedoch nicht betroffen. Die Nerven schütten einen Botenstoff aus (Neurotransmitter), der die gesamten feinen Blutgefäße erweitert und damit positiv auf die Blutzirkulation wirkt. Dem Brennen im Mund setzt das Gehirn eine Ausschüttung von Glückshormonen entgegen (Endorphine).

Capsaicin ist nur im Mark der Cayennechili enthalten, nicht in den Samen. Weder das Kochen noch das Einfrieren beeinträchtigt den Wirkungsgrad. Es ist nicht wasserlöslich – Wasser zu trinken, um das Brennen im Mund abzustellen, nützt nichts. Da der Wirkstoff öl- und fettlöslich ist, helfen Milch, Joghurt, Käse oder Alkohol.

Die verschiedenen Schärfegrade werden in Scoville-Einheiten angegeben. Der Wert von 1.500 bedeutet, dass man 1.500 Milliliter Wasser benötigt, um die Schärfe von einem Milliliter Chili zu komplett zu entfernen. Auf Wikipedia wird die Skala wie folgt ausgewiesen: Scoville-Grad 0 bis 10 entspricht der Gemüsepaprika, die nicht als scharf empfunden wird. Die durchschnittlich unterste Wahrnehmungsschwelle für Schärfe liegt bei ca. 16. Reiner Cayennepfeffer erreicht 30.000 bis 50.000 und reines kristallines Capsaicin einen Wert von 15.000.000 bis 16.000.000.

Chili selber ziehen

Die Chilisorte lässt sich in unseren Breiten gut selber ziehen. Im Februar werden die Samen in feuchte Erde gesät und nach einer Keimzeit von etwa 10 bis 20 Tagen an einem warmen Standort umgetopft. Nach rund 80 Tagen können fünf bis 20 Zentimeter lange, schlanke Früchte geerntet werden. Sie sind spitz und in reifem Zustand leuchtend rot. Der Geschmack ist sehr scharf. Durch ihre dünne Fruchtwand eignen sich Cayennechilis gut zum Trocknen.

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Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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