Schlagwort-Archive: Husten

Honig als Hausmittel: 16 Anregungen

honig_hausmittel
© Dani Vincek – fotolia.com

Honig als natürliches Hausmittel

Naturbelassener Honig ist ein wunderbares Hausmittel, das bei vielen Beschwerden helfen kann. Am besten wirkt er, wenn Gelée Royale, Propolis und Pollen enthalten sind. Organischer Honig hat oft eine im Glas befindliche Honigwabe.

Äußerliche Anwendungen 

  1. Haut-Maske für mehr Feuchtigkeit: Honig, Eier und Mehl mischen und auf die Haut auftragen.
  2. Bei Wunden: Honig wirkt antibakteriell. Das Antiseptikum hält die Wunden sauber, heilt und verhindert, dass der Schorf mit dem Verband verklebt.
  3. Bei Verbrennungen: Honig kühlt bei Verbrennungen, desinfiziert die Wunden, mindert Entzündung und Schmerz und fördert die Heilung.
  4. Körperpflege: Honig dient als ausgezeichneter Lippenbalsam und ist eine sinnvolle Zutat in Seife oder Bodylotion. Er macht die Gesichtshaut zart und wirkt als Peeling, reduziert oberflächliche Fältchen und macht trockene Haut an Ellbogen und Ferse geschmeidig.
  5. Akne und Pickel: Honig tötet die Bakterien, die Akne hervorrufen und verhindert Narbenbildung.
  6. Diabetische Geschwüre: Bei äußerlicher Anwendung heilt Honig diabetische Geschwüre
  7. Wellness: Ein wenig Honig enthärtet das Badewasser.
  8. Haare: Eine Honigkur schützt Ihr Haar vor Spliss, eine Honigspülung verleiht ihm Glanz.
  9. Scheidenpilz und Fußpilz: Honig wirkt antimykotisch

Innerliche Anwendungen

  1. Morgendliches Entgiftungsgetränk: Honig mit Zitrone und warmem Wasser
  2. Asthma: Honig mit schwarzem Pfeffer und Ingwer
  3. Kater am Morgen: Ein Löffel Honig hilft
  4. Ausgleichend auf den Blutdruck: Honig mit frischem Knoblauchsaft
  5. Darm: Honig reguliert die Darmtätigkeit, heilt Kolitis und entzündliche Darmerkrankungen.
  6. Sanftes Abführmittel: Honig spült Parasiten aus Leber und Dickdarm
  7. Verdauung: Honig bewirkt eine bessere Verdauung durch natürliche Enzyme. Honig hilft bei Verdauungsstörungen und Säure-Reflux, kann Magengeschwüre lindern.
  8. Heuschnupfen: Honigwaben kauen
  9. Halsschmerzen und Husten: Saft aus Honig mit rohen Zwiebeln (über Nacht gezogen)
Generelle Wirkung von Honig
  • Honig steigert die Energie
  • Honig nimmt die Müdigkeit
  • Honig stimuliert die geistige Wachheit
  • Honig stärkt das Immunsystem
  • Honig liefert Mineralstoffe, Vitamine und Antioxidantien
  • Honig verbessert die Sehkraft
  • Honig beugt Herzkrankheiten vor, indem er die Durchblutung verbessert und vor einer Schädigung der Kapillaren schützt
  • Honig wirkt beruhigend bei Angstzuständen, sorgt für ruhigen Schlaf und alkalisiert den pH-Wert des Körpers
  • Honig schützt mit seinen Anti-Krebs-Wirkstoffen vor der Bildung von Tumoren
  • Honig kurbelt den Stoffwechsel an, stimuliert das Abnehmen
  • Honig löscht den Durst und hilft bei Hitzschlag, stoppt den Schluckauf
  • Honig mindert die Wirkung von Giftstoffen
Wichtiger Hinweis

Im Honig finden sich Botulismus-Sporen, mit denen das Immunsystem eines Babys noch nicht fertig wird. Geben Sie deshalb Kindern unter einem Jahr niemals Honig zu essen, es besteht die Gefahr von Botulismus.

Quellen

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2016 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Bibernelle (Pimpinella saxifraga)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

bibernelle
© Conny S. – fotolia.com

Esset Bibernell, dann sterbt ihr net so schnell

Die Kleine Bibernelle oder Pimpernelle (Pimpinella saxifraga) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Bibernellen (Pimpinella). Seit Jahrhunderten wird sie von den Menschen als Heilpflanze verwendet. Der Sinnspruch belegt die Bekanntheit der Arzneipflanze seit dem Mittelalter. Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte befürwortet die Anwendung der Bibernellwurzel „bei Katharren der oberen Luftwege“.

Überall in Europa

Die Kleine Bibernelle ist überall in Europa zuhause. Sie wächst genügsam auf nährstoffarmen Böden. Bis nach Zentralasien und in den Kaukasus reicht ihre Verbreitung. In Deutschland ist die Heilpflanze ein reichlich vorkommender Archäophyt, eine heimische Pflanze. Als wichtige Futterpflanze für Schmetterlinge beherbergt sie die Raupen des Bibernell-Widderchens und der Bibernell-Wieseneule, die heute selten geworden ist.

Heilwirkung

Getrocknete Samen und Wurzeln der Kleinen Bibernelle (Pimpinella radix) enthalten ätherische Öle und Cuminderivate (insbesondere Pimpillin). Der Sud besitzt schleimlösende Eigenschaften und wird in der Volksmedizin gegen Bronchitis eingesetzt. Als Gurgellösung soll der Sud desinfizierend wirken. Innerlich angewendet wirkt der Sud als Magenmittel sowie harntreibend und menstruationsfördernd.

Zutat in vielen Hustenmitteln

In Fertigarzneimitteln gegen Husten und Erkältung wird Bibernelle häufig kombiniert mit Thymian, Sonnentau, Süssholz, Anis oder Efeu.

Aromapflanze Bibernelle

Der würzige, pfefferartige Geschmack ihrer Wurzel macht die Bibernelle auch zu einem Aromakraut für Magenbitter.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Vogelmiere (Stellaria media)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

vogelmiere
© PhotoSG – fotolia.com

Das unterschätzte Heilkraut

Die gewöhnliche Vogelmiere (Stellaria media) gehört zur Pflanzenfamilie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Ihr Name leitet sich aufgrund ihrer sternförmigen Blüten ab von lat. stella, Stern. Die Pflanze ist auch unter den Bezeichnungen Vogel-Sternmiere, Hühnerdarm, Hühnerscherbe und Hustdarm bekannt. Die Vogelmiere wird meist als Unkraut betrachtet, kann aber auch als Heilkraut und Wildgemüse verwendet werden. Die einjährige Pflanze ist weltweit verbreitet.

Inhaltsstoffe

Die Vogelmiere enthält Vitamine, Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure, Zink und ätherische Öle.

Naturheilkunde

Vogelmiere soll schmerzlindernde Eigenschaften besitzen in äußerlicher wie innerlicher Anwendung. Als Extrakt soll sie Symptome von Rheumatismus und Gelenkschmerzen lindern. Insbesondere das Kraut der Pflanze wird eingesetzt.

In der Naturheilkunde werden der Vogelmiere außerdem blutstillende und entzündungshemmende sowie astringierende, harntreibende und schleimlösende Eigenschaften zugeschrieben. Bei Husten und anderen Atemwegserkrankungen soll Vogelmiere als Tee Abhilfe schaffen. Ebenso soll das unterschätzte Unkraut eine Heilwirkung bei Gicht, Rheuma und Gelenkentzündung besitzen und bei Nierenschwäche und Hämorrhoide einen positiven Einfluss nehmen. Äußerlich soll eine Anwendung bei Schnittwunden, Quetschungen, Furunkeln, Schuppenflechte, Ekzemen und allerlei Hautproblemen hilfreich sein.

Aus Blüten soll ein Extrakt angeblich das Selbstvertrauen und das Durchhaltevermögen stärken. Im Mittelalter war eine Salbe aus Vogelmiere und Schmalz gegen Hautkrankheiten verbreitet.

Wildgemüse mit vielen Vitaminen

Als Wildgemüse erinnert ihr Geschmack an Mais, zum Beispiel als Vogelmierensalat. Das Kraut enthält große Mengen an Vitamin C – allerdings auch Saponine, weshalb die Vogelmiere sparsam verwendet werden soll.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Süßholzwurzel
(Glycyrrhiza glabra)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

suessholz
© eyewave – fotolia.com

So schmeckt Lakritz

Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ist eine Gewürz- und Heilpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die Süßholzwurzel wird seit der Antike als wirksames Heilmittel geschätzt. Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt Süßholzwurzel als Tonikum für das Herz und als Heilmittel gegen Erkältungen und Hautunreinheiten. Süßholzwurzel wird als Synonym für Lakritze verwendet.

Seit der Antike beliebt

Die heute bekannte Süßigkeit entstand erst 1760, als der Apotheker George Dunhill Lakritze mit Zucker versetzte und war von da an sehr beliebt. Heute werden neben Zucker auch Gelatine, Stärke, Pektin oder Agar beigesetzt und mit Fenchelöl, Anis oder Salmiak aromatisiert. In Deutschland dürfen Lakritzprodukte ohne einen Warnhinweis nicht mehr als 2 Prozent Salmiak enthalten.

Inhaltsstoffe

Hauptwirkstoff in Lakritz ist Glycyrrhizin. Es handelt sich dabei um ein Glukosid mit der 50-fachen Süßkraft von Rohrzucker. Des weiteren sind Glykoside wie Glabinsäure und Oleanolsäure enthalten sowie zahlreiche Flavonoide und Isoflavone. Neben Polysacchariden befinden sich Aromastoffe im Lakritz wie Cumarine, Anethol und Geraniol.

Wirkung

Die Glycyrrhizinsäure hat auswurffördernde und schleimlösende Eigenschaften und Lakritz wird daher bei Husten und Bronchialkatharren eingesetzt. Die nachgewiesene antibakterielle und antimykotische Wirkung im Süßholzwurzelextrakt trägt zur Heilwirkung bei.

Eine antivirale Wirkung bei Hepatitis A und Hepatitis C ist bekannt. In Zellkulturen hat Süßholzzucker offenbar in hohen Dosen die Bildung von Eiweißes des Herpesvirus blockiert.

Die krampflösende und entzündungshemmende Wirkung von Lakritz ist aus klinischen Untersuchungen belegt, die Wirkungsweise noch nicht genau erforscht. Präparate aus Süßholz werden gegen Gastritis (Magenschleimhautentzündung) und Magengeschwüre eingesetzt.

Bei zu hoher Dosierung kann Lakritz zu Bluthochdruck, Ödemen und Kopfschmerzen führen. Die Einnahme sollte in Absprache mit dem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Lindenblüten
(Tilia platyphyllos)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

lindenblueten
© M. Schuppich – fotolia.com

Das unbedenkliche Hausmittel Nr. 1

Lindenblüten der Sommerlinde (Tilia platyphyllos) sind seit dem Mittelalter ein wichtiges Heilmittel und Hausmittel. Der schwach süße Geschmack und der aromatische Duft wird seit Generationen als wohltuend und angenehm empfunden. Die Blüten der Silberlinde sollten nicht verwendet werden, da sie weniger wirksame Inhaltsstoffe enthält. Naturheilkundeexperte Urs Buergi hat beste Erinnerungen an Lindenblütentee seit seiner Kindheit: „Als ich noch ein Kind war, hat mir der Lindenblütentee meiner Großmutter immer sofort geholfen.“

Inhaltsstoffe

Ätherische Öle, sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Pflanzensäuren, Schleimstoffe

Therapeutische Anwendung

Lindenblüten werden als Tee aufgegossen (Ziehzeit ca. 15 Minuten) und verabreicht bei Husten und Atemwegserkrankungen, da sie hustenreizstillend wirken und Halsschmerzen lindern könne. Bei Fieber wirkt Lindenblütentee schweißtreibend und fiebersenkend sowie leicht krampflösend und entzündungshemmend.

Die Durchblutung wird angeregt, es entsteht der schweißtreibende Effekt und durch die Verdunstungskälte kann leichtes Fieber gesenkt werden. Das gilt bei allen grippalen Infekten. Die erweiterten Blutgefäße ermöglichen einen verbesserten Abtransport von Stoffwechselprodukten bei Entzündung und dadurch kann die Entzündungsheilung unterstützt werden. Die ätherischen Öle besitzen eine gewisse Wirkung gegen Keime und können die körpereigene Immunabwehr unterstützen. Lindenblütentee kann beruhigend wirken und wird auch gerne flankierend bei Rheuma, Nierenentzündung und Rückenschmerzen eingesetzt. Es sind keine Anwendungsbeschränkungen bekannt.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Holunder (Sambucus nigra)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

holunder
© Johanna Mühlbauer – fotolia.com

Weiße Blüte, schwarze Frucht

Holunder (Sambucus) ist ein Strauch aus der Familie der Moschuskrautgewächse. In Mitteleuropa ist der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) am stärksten verbreitet. Er ist unter liebevollen Trivialnamen bekannt wie Fliederbeerbusch, Holler oder Holder und gilt als uralte heimische Heilpflanze. Viele Mythen und Märchen ranken sich um den wüchsigen Busch, der in keinem Bauerngarten fehlen durfte und Waldränder und Wiesen säumte. Er bevorzugt stickstoffreiche Böden.

Geheimnisvoll und wirkungsreich

Vor Blitzschlag sollte Holunder in Volksglauben schützen, vor Hexen, Geistern und Dämonen. Stattdessen sollten sich den Menschen wohlgesinnte Hausgeister im Holunder wohlfühlen. Das Ausgraben eines Holunderstrauchs sollte Unglück heraufbeschwören, ein Verdorren gar den Tod vorhersagen. Manche meinen, dass der Holunder seinen Namen der nordischen Göttin Holle verdankt, die sich als die gute Frau Holle in dem Grimm-Märchen wiederfindet.

Möglicherweise leitet sich der Name auch von „hohl“ ab. Aus den hohlen Zweigen des Holunder, aus denen sich leicht das Mark lösen ließ, schnitzten sich Generationen von Kindern ihre erste Flöte und Blasrohre. Als schweißtreibendes Hausmittel wurde er gegen fiebrige Erkältungen und eine Reihe anderer Krankheiten angewendet.

Inhaltsstoffe

Zu den Inhaltsstoffen des Holunder zählen ätherische Öle, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren wie die Chlorogensäure, Triterpene und Schleimstoffe. Es werden Rinde, Blüten und die schwarzen Beeren des Strauches verwendet. Aus den Blüten wird ein klarer Sirup hergestellt oder getrocknet als Tee aufgegossen.

Beeren, Rinde und Blättern enthalten ein schwaches Gift, das cyanogene Glycosid Sambunigrin, das zu Erbrechen und leichten Krämpfen führen kann. Durch Erhitzen zerfällt das Sambunigrin, deshalb findet man Holunderbeeren oft in gekochten Zubereitungsformen wie Holunderbeerensaft, Holunderbeermarmelade oder Fliederbeersuppe.

Das pflanzliche Heilmittel stärkt

Der Saft aus den Beeren, die Beeren selbst sowie Tee aus Blüten oder der Rinde gelten als Hausmittel gegen fiebrige Erkältungen mit schweißtreibender Wirkung, das Herz und Kreislauf stärkt. Die Wirksamkeit der Beeren erklärt sich aus reichlich Vitamin C und Vitamin B, den Fruchtsäuren und ätherischen Ölen, die auch Bestandteil der Blütenstände sind. Die starke antioxidative Wirkung der Anthocyanidine in den blauschwarzen Pflanzenfarbstoffen der Beeren schützt vor oxidativem Stress in den Körperzellen, verstärkt durch das Vitamin C. Diese Komponenten stärken das Immunsystem.

Fiebrige Erkältungen ade

Traditionell gelten Holunderbeeren als schmerzstillend und entzündungshemmend. Die ätherischen Öle besitzen einen schweißtreibenden und schleimlösenden Effekt, der das Fieber senkt und den Auswurf von Bronchialsekreten erleichtert. Die Beeren besitzen zusätzlich eine schwach abführende Wirkung. Getrocknete Blüten (Flores Sambuci) werden als Teekräuter von Apotheken, Drogerien und Reformhäusern geführt.

Die lange Liste der segensreichen Anwendung

Die Anwendung in der Hausmedizin sieht Beeren, Blüte aber auch die Blätter bei rheumatischen Beschwerden vor. Holunder soll auch Diabetes mellitus positiv beeinflussen. Medizinisch sind die Wirkungen nicht nachgewiesen.

Neueste Forschungen haben den Wirkstoff N-Phenylpropanol-Laminosäureamid im Holunder entdeckt. Er kann einer erfolgreichen Anheftung des Erregers von Magenschleimhautentzündungen Heliobacter pylori entgegenwirken.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Echter Eibisch
(Althaea officinalis)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

eibisch
© LianeM – fotolia.com

Ein uraltes Heilgewächs

Der Echte Eibisch (Althaea officinalis) stammt aus der Familie der Malvengewächse. Dass er auch Arznei-Eibisch genannt wird, deutet auf seine jahrhundertelange Bekanntheit als Heilpflanze hin. Der botanische Name leitet sich ab vom griech. álthein, heilen. Weitere volkskundliche Bezeichnungen für den Eibisch sind Alter Tee, Heilwurz, Ibischwurz, Schleimwurzel, Sumpfmalve oder Weiße Malve. Der Eibisch wächst an warmen und sonnigen Standorten in Süd- und Mitteleuropa.

Kurioses

Der Name der amerikanischen Süßigkeit Marshmallow (Sumpfmalve) geht unmittelbar auf den Eibisch zurück, aus dessen Stängeln, Wurzeln und Blättern sie ursprünglich hergestellt wurde. Heute werden Ersatzstoffe für die Herstellung von Marshmallows verwendet.

Stärkelieferant in Hungersnöten

In Hungersnotzeiten wurde die Wurzel des Eibisch als Stärkelieferant gekocht und dann gebraten gegessen. Gerne wurden die weißen Blüten und im Frühling die jungen Blätter verzehrt.

Wohltuende Schleimstoffe

In Eibisch finden sich besonders viele Schleimstoffe mit Galacturonorhamnanen und Arabinogalactanen, in den Wurzeln sogar bis zu 25 Prozent. Außerdem Pektine und Stärke in den Wurzeln sowie ätherische Öle, Asparagin, Saponine, Cumarine, Gerbstoffe und Zink. Die Schleimstoffe haben eine reizmildernde Wirkung auf Schleimhäute. Bei Atemwegserkrankungen, Hustenreiz, Entzündungen im Mund und Rachen und bei leichteren Entzündungen im Magen-Darm-Trakt wird Eibisch als Heilmittel in der Naturheilkunde eingesetzt. Auch als Umschlag oder Bad kann Eibisch bei Hautproblemen hilfreich sein. Bei Tierversuchen wurden Hinweise auf entzündungshemmende und immunsteigernde Eigenschaften gefunden. Kräuterbücher weisen darauf hin, dass kalte Auszüge verwendet werden sollen, da das Kochen die Inhaltsstoffe zerstört. Als heilkräftig werden Blüten, Blätter und Wurzel genutzt.

Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte hat den medizinischen Einsatz von Eibischblättern für gut befunden bei trockenem Reizhusten und entzündlichen Reizzuständen im Mund- und Rachenraum.

Seine Anwendung reicht weit zurück

Im 60.000-Jahre-alten Grab eines Neandertalers fanden Forscher verschiedene Pflanzenspuren, darunter auch von Eibisch. Möglicherweise wurde die Heilpflanze schon von unseren Vorfahren genutzt. In der Antike ist von dem Arzt Hippokrates überliefert, dass er Eibisch zur Wundheilung eingesetzt hat.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Ackerschachtelhalm (Zinnkraut)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

ackerschachtelhalm
© DoraZett – fotolia.com

Eine Heilpflanze gerät in Vergessenheit

Ca. 70 n. Chr. lobte der griechische Arzt Dioskurides die wassertreibenden Eigenschaften von Ackerschachtelhalm. Seine Arznei gewann er aus den oberirdischen grünen Trieben dieses vermeintlichen Unkrautes.

Im Mittelalter wurden die getrockneten Sommertriebe zum schonenden Scheuern und Polieren von Holz- und Zinngeschirr verwendet. Daher auch der volkstümliche Name „Zinnkraut“. Weitere Bezeichnungen wie Schaftheu, Zinnkraut, Scheuerkraut und Kannenkraut verweisen auf die Verwendung als Putz- und Poliermittel hin.

Ein Pfarrer entdeckt eine Heilpflanze wieder

Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) steigerte die Harntätigkeit um 1/3, indem er durch eine Kur mit Schachtelhalm-Tee Patienten mit Stoffwechselkrankheiten wie Rheuma und Gicht Linderung verschaffte.

Und heute?

Urs Buergi empfiehlt Ackerschachtelhalm bei Menschen mit Bindegewebsschwäche, brüchigen Fingernägeln und Haaren und Bandscheiben-Schäden. Der mit 68% sehr hohe Gehalt an Kieselsäure, wovon sogar 10% wasserlöslich ist, ist für diese Beschwerden ideal.
Bäder mit Ackerschachtelhalm regen den Stoffwechsel an und fördern die Durchblutung. Bei Unterschenkelgeschwüren und Beinödemen, ja sogar bei Frostbeulen, zeigen diese Bäder eine gute Wirkung.
Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über einen Einsatz von Ackerschachtelhalm.

Ackerschachtelhalm unter der Lupe

(Equisetum arvense)

Klasse: Equisetopsida
Ordnung: Schachtelhalmartige (Equisetales)
Familie: Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae)
Gattung: Schachtelhalme (Equisetum)
Art: Acker-Schachtelhalm
Andere Bezeichnungen: Zinnkraut, AckerZinnkraut, Katzenwedel, Pferdeschwanz, Schaftheu, Pfannebutzer oder Scheuerkraut.

Als mehrjährige Pflanze ohne Blüten vermehrt sich Ackerschachtelhalm durch Sporen.

Tee

Die unterirdischen, schwarzen Wurzeln bilden je einen Frühlings- und einen Sommertrieb aus. Diese zarten Triebe eignen sich zur Herstellung von Kräutertee.

Auch die ausgetriebenen, grünen Stängel können geerntet und getrocknet werden. Bei der Trocknung auf Schatten und guter Belüftung achten. Der Tee aus den Stängeln kann unabhängig der Jahreszeit genossen werden.

Bindegewebe

Ackerschachtelhalm kann Menschen mit Bindegewebsproblemen helfen. Große Mengen an Kieselsäure wirken elastizitätsverbessernd.
TIPP: Sammelzeit ist im Sommer. Jüngere Pflanzen enthalten mehr Kieselsäure als ältere.

Hautprobleme

Auch die Haut ist vom hohen Anteil an Kieselsäure begeistert. Kieselsäure strafft die Haut und verbessert die Durchblutung. Die adstringierende Wirkung zieht die Poren zusammen und nutzt deshalb besonders bei Erkrankungen wie Akne, entzündeter oder unreiner Haut.
TIPP: Beim Kauf von Naturkosmetik auf den Bestandteil Ackerschachtelhalm achten.

Knochen und Zähne

Gesunde und harte Finger- und Fußnägel, kräftige Zähne und der Aufbau neuer Knochen profitiert ebenfalls vom Kieselsäureanteil.

Nierenkrankheiten

Die Blase und die Prostata bedürfen einer regen Harntätigkeit. Diese wird von Ackerschachtelhalm angeregt. Wasserstauungen und Wassersucht können gemildert werden.

Wirkung und Anwendung

  • Blasenleiden
  • Blutungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Erhöht die Elastizität des Bindegewebes
  • Fördert Knochenaufbau
  • Frostbeulen
  • Hämorrhoiden
  • Hautentzündungen
  • Hautleiden
  • Kieselsäuregehalt ist immunstimulierend
  • Krampfadern
  • Nierenleiden
  • Prostataleiden
  • Rheumatische Beschwerden
  • Schwache Menstruation
  • Wassersucht
  • Wundheilung
  • Rheumatischen Erkrankungen
  • Gicht
  • Husten
  • Asthma
  • Wasserstauungen
  • Hautunreinheiten
  • Brüchige Fingernägel
  • Haarschäden
  • Wirkt positiv auf Haare, Haut und Fingernägel

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.