Schlagwort-Archive: Gallensäfte

Taurin

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

taurin
© Jürgen Fälchle – fotolia.com

Der Inhaltsstoff der Energydrinks

Taurin ist eine organische Säure, die eine Aminosäure enthält, aber selbst keine Aminosäure ist. Es handelt sich um ein Abbauprodukt der Aminosäuren Cystein und Methionin. Taurin enthält eine Sulfonsäuregruppe, sein chemischer Name lautet daher 2-Aminoethansulfonsäure. In Energydrinks wurde der Zusatzstoff Taurin richtig populär. Wahrscheinlich kann Taurin die Wirkung von Koffein verstärken, eine mögliche Erklärung für die noch anregendere Wirkung von Energydrinks verglichen mit Kaffee.

Der Name kommt von Stier

Taurin ist gut wasserlöslich und normalerweise ein farbloses kristallines Pulver. Im Körper kommt es meist in ungebundener Form vor. Der Name Taurin leitet sich ab von griech. tauros, Stier, weil es angeblich aus den Hoden von Stieren gewonnen worden sein soll. In Wirklichkeit wurde Taurin 1824 aus einer Ochsengalle gewonnen – im allerweitesten Sinne ebenfalls ein Produkt vom Stier. Seine Entdecker Leopold Gmelin und Friedrich Tiedemann nannten es zunächst das Gallen-Asparagin.

Körpereigene Substanz

Der Körper kann Taurin aus der Aminosäure Cystein generieren, es muss also nicht der komplette Bedarf über die Nahrung gedeckt werden. Der Organismus von Säuglingen ist dazu noch nicht in der Lage und deckt seinen Bedarf über die Muttermilch.

Physiologische Funktionen

Es sind noch nicht alle biochemischen Funktionen von Taurin erforscht, aber es handelt sich um einen äußert wichtigen Baustein des funktionierenden Organismus. Unter anderem geht man davon aus, dass Taurin als Radikalfänger mit antioxidativen Eigenschaften ausgestattet ist sowie entzündungshemmende und zellmembranschützende Funktionen hat. Es fördert die Produktion von Insulin und vermag den Blutzuckerspiegel zu senken.

Verdauung

Für die Produktion der Gallensäure (Taurocholsäure und Taurochenodesoxycolsäure) benötigt der Körper Taurin, eine wesentliche Verdauungsvoraussetzung für den Abbau von Fett.

Viele weitere Aufgaben

Taurin ist an der Produktion von Nervenbotenstoffen und am Funktionieren des Nervensystems maßgeblich beteiligt. Auch soll Taurin beim Wachstum der Muskeln eine Rolle spielen. Es beeinflusst den Transport von Kalium, Magnesium und Zink und beeinflusst den Flüssigkeitshaushalt der Zellen. Möglicherweise besteht ein positiver Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff Taurin und einer Wirkung auf Lungenentzündung und Niereninsuffizienz, der wissenschaftlich jedoch noch nicht vollständig belegt ist.

Offenbar ist Taurin nicht am Aufbau struktureller Eiweiße in Körpergewebe oder Muskeln beteiligt. Es kann aber als Baustein für andere Aminosäuren fungieren.

Vorkommen

Gute Taurin-Lieferanten sind Fisch, Fleisch und Milchprodukte, unter anderem beispielsweise Muscheln oder Austern, Thunfisch, Dorsch, Fleisch vom Rind, Schwein, Schaf oder Geflügel. Als eine empfohlene Tagesdosis als Zufuhr aus der Nahrung gilt die Menge von 0,5 bis 4 Milligramm Taurin.

Taurinmangel

Taurinmangel kann eine Störung des Immunsystems zur Folge haben.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Pfefferminze (Mentha piperita)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

pfefferminze
© Scisetti Alfio – fotolia.com

Ein Heilkraut, das wächst wie Unkraut

Die Pfefferminze (Mentha piperita) ist eine Heilpflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Es existieren mehrere Minzenarten, unter denen die Pfefferminze durch ihren hohen Mentholgehalt und niedrigen Carvongehalt hervorsticht. Der etwas scharfe Geschmack der Pflanze hat zu dem Namen Pfefferminze geführt. Sie wurde vom interdisziplinären Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg als Arzneipflanze des Jahres 2004 ausgezeichnet. Diese Minzenart gilt als besonders heilkräftig.

Wirkstoffgehalt

Der heilkräftige Wirkstoff besteht in den ätherischen Ölen der Pfefferminze sowie unter anderem in Labiatengerbstoffen (zum Beispiel Rosmarinsäure) und Flavonoiden. Für eine arzneiliche Wirkung reicht der Wirkstoffgehalt bei direkter Verwendung von Pfefferminze nicht aus. Eine ausreichend hohe Dosierung kann jedoch zu beeindruckend guten Ergebnissen führen. Und sogar schon das uralte Hausmittel einer Tasse Pfefferminztee kann eine positive Wirkung entfalten.

Wirksames Hausmittel

Pfefferminze hat antimikrobielle und antivirale Eigenschaften. Ein leicht beruhigender Effekt kommt hinzu. Pfefferminztee ist ein beliebtes Mittel der Naturheilkunde und Volksmedizin bei Magen-Darm-Beschwerden, Bauchschmerzen aller Art, Erkältungskrankheiten, zur Nervenberuhigung und zur Verdauung.

Pfefferminze wirkt anregend auf die Produktion der Gallensekrete. Sie wird bei Gallenbeschwerden, leichteren Gallenkoliken oder einfach bei verdorbenem Magen als krampflösend eingesetzt.

Mit viel Menthol

Das ätherische Öl wird durch Wasserdampf aus den Pfefferminzblättern gewonnen und bei Erkrankungen der Atemwege, Kopfschmerzen und Migräne eingerieben oder inhaliert. Bei Kleinkindern und Säuglingen sollten wegen des hohen Mentholgehalts Pfefferminze nicht zum Einsatz kommen. Das Menthol wird bei Erkältungskrankheiten und Kopfschmerzen als kühlend empfunden, da es auf die Kälterezeptoren wirken kann. Die antiseptischen Eigenschaften von Menthol sind auch für den Einsatz von kaltem Pfefferminztee zum Spülen von Mund- und Zahnfleischentzündungen verantwortlich. Bei Magenschleimhautentzündung (Gastritis) ist Pfefferminze nicht das richtige Mittel der Wahl, da das Menthol die Magenschleimhaut angreifen kann.

Weitere Anwendungsgebiete

Neueste Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass konzentriertes Pfefferminzöl einen deutlich positiven Einfluss auf Herpes-simplex-Viren nehmen konnte und sogar bei resistenten Viren Wirkung zeigte.

Bei Reizdarmsyndrom werden spezielle Pfefferminzepräparate angewendet, die sich erst im Darm auflösen und die Wirkstoffe freigeben.

Ein Kilo Blätter für 200 g Tee

Es sollten nur grüne Blätter gesammelt und verwendet werden, da die Pflanze gerne vom Rostpilz befallen wird. Braue und gefleckte Blätter sollten daher nicht verwendet werden. Für einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen, sollte die Pfefferminze alle zwei Jahre umgepflanzt werden.

Für das Sammeln der Pfefferminzblätter zum Trocknen ist der beste Zeitpunkt kurz vor der Blüte, denn dann ist der Gehalt an ätherischem Öl am höchsten. Rund ein Kilo getrocknete Pfefferminzblätter ergeben rund 200 Gramm Pfefferminztee.

Medizinale Wirkung

Wenn Pfefferminzpräparate eine arzneiliche Wirkung entfalten sollen, sollte auf den Zusatz „Arzneibuchqualität“ geachtet werden, um den notwendigen wirksamen Gehalt an Inhaltsstoffen zu erreichen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Klettenwurzel (Arctium)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

klettenwurzel
© promolink – fotolia.com

Am Wegesrand gefunden

Der Klettenstrauch (Arctium) wächst an Wegrändern und am Wiesensaum und gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ihr wissenschaftlicher Name leitet sich wahrscheinlich vom griechischen Wort arcteion, Bär ab. Unter diesem Namen berichtet bereits Dioskurides über die Klette, der berühmteste Pharmakologe des Altertums (1. Jahrhundert n. Chr.). Die mehrjährige Pflanze verbreitet sich über die kugeligen Früchte, die sich mit Widerhaken am Fell von Tieren oder an Kleidern von Spaziergängern festhalten.

Inhaltsstoffe

Als Heilpflanze wurden die Wurzeln von der Großen Klette (Arctium lappa) und der Kleinen Klette (Arctium minus) eingesetzt. Sie enthalten Lignane, darunter Arctiin und Inulin, sowie ätherische Öle, Polyine, Kaffeesäurederivate und Sesquiterpenlactone. Sesquiterpenlactone ist dafür bekannt, dass es allergische Reaktionen bei Hautkontakt auslösen kann.

Überlieferte Anwendungen

Die Heilwirkung der Klettenwurzel ist wissenschaftlich nicht gesichert. Die traditionelle Volksmedizin tradiert eine Reihe von Anwendungen. Offenbar wurde ein Aufguss aus frisch gehackter Wurzel verwendet, seltener auch aus oberirdischen Pflanzenteilen.

Als Haarwuchsmittel wird ein Klettenwurzelöl äußerlich angewendet, das aus Kletterwurzelextrakten und Pflanzenölen besteht. Es soll gegen Haarausfall helfen und auf Kopfhauterkrankungen und Schuppen positiv wirken.

Die traditionelle Volksheilkunde will von einer harntreibenden und blutreinigenden Wirkung wissen. Auch soll die Klettenwurzel eingesetzt worden sein gegen Gelenkrheuma, Magenbeschwerden, Anregung von Leber- und Gallentätigkeit und gegen Gebärmuttersenkung. Von einer Anwendung in der Schwangerschaft rät selbst die volkskundliche Überlieferung ab.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.