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Betain

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betain
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Unterstützung im Fettstoffwechsel

Betain (von lat. beta, die Rübe, Bete) ist ein Derivat der Aminosäure Glycin aus der Gruppe der Betaine. Es kommt in der Zuckerrübe vor sowie in Brokkoli, Spinat, Krustentieren und Muscheln. Hauptsächlich wird es als Nebenprodukt bei der Herstellung von Zucker aus der Melasse der Zuckerrübe (beta vulgaris) gewonnen. Betain ist ein Oxidationsprodukt des Cholins. Dieser wasserlösliche Nährstoff wurde 1864 von dem deutschen Chemiker Friedrich Ludwig Strecker entdeckt und kann seit 1866 auch synthetisch hergestellt werden.

Betain und die Schönheit

Als Zusatz im Shampoo erhöht Betain die Griffigkeit der Haare und erhöht die Festigkeit. In Tensidprodukten wird es als schaumstabilisierender Faktor eingesetzt. In zahlreichen Kosmetikprodukten hilft Betain, die Austrocknung der Haut zu vermeiden.

Gesundheitsförderliche Anwendung

Betain übernimmt im menschlichen Organismus wichtige Funktionen für die Methylisierung im Fettstoffwechsel (Methyl-Metabolismus) und bei der Entgiftung. Betain in Kombination mit Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure soll Homocystein-Werte im Blut verbessern helfen. Dadurch kann ein positiver Effekt bei der Vorbeugung gegen Arteriosklerose und Bluthochdruck oder Herzinfarkt angenommen werden. Studien zur Verbesserung der Beschwerden bei Fettleber durch Betain sind noch nicht genügend gesichert (vgl. Studie an Ratten und Menschen in Review des Medical Center, University of Maryland/Baltimore, 4/1/2002). Betain wird unterstützend zur Behandlung der seltenen Stoffwechselerkrankung Homocystinurie in eingesetzt. Bei Radsportlern soll im Rahmen einer Studie (vgl. J. Int. Soc. Sports Nutrition 9/2012/12) die Einnahme von 2,5 Gramm Betain die Leistungsfähigkeit um 3,3 Prozent im Durchschnitt gesteigert haben. Insgesamt sagt man ihm positive Effekte für Ausdauer und Nervenstärkung nach.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Alpha-Liponsäure

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alpha-liponsaeure
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Unschätzbar wertvoll für wichtige Stoffwechselprozesse

Entdeckt wurde die Alpha-Liponsäure (α-Liponsäure, abgekürzt nach der englischen Bezeichnung lipoid acid) während einer Studie mit Milchsäurebakterien in den 50er Jahren. Die schwefelhaltige Fettsäure kommt als Coenzym bei der Energiegewinnung in den Mitochondrien fast aller Zellen mit Zellkern vor, bei Menschen, Tieren und mehrzelligen Pilzen. Das Coenzym funktioniert ähnlich wie ein Vitamin, es ist wasser- und fettlöslich und kann in praktisch alle Körperregionen gelangen und auch die die Blut-Hirn-Schranke passieren. Seine starke antioxidative Wirkung wird in der Medizin für Prävention und Therapie geschätzt. Seit 1966 wird Alpha-Liponsäure in Deutschland als Arzneistoff eingesetzt, insbesondere bei Erkrankungen der Leber oder peripheren Polyneuropathien. In der Alternativmedizin kommt Alpha-Liponsäure für ausleitende Verfahren z.B. bei Quecksilbervergiftung oder anderen Schwermetallvergiftungen zur Anwendung. Der menschliche Körper kann Alpha-Liponsäure selbst herstellen, der Naturstoff kann jedoch auch gut über die Nahrung aufgenommen werden. Alpha-Liponsäure ist enthalten in rotem Fleisch, beispielsweise Rindfleisch und Innereien wie Leber, Nieren und Herz.

Die gesundheitsförderlichen Eigenschaften der Alpha-Liponsäure sorgen für zahlreiche weiterführende Studien zum Einsatz des wertvollen Naturstoffes. Naturheilkundler Urs Buergi verfolgt mit Interesse die laufenden medizinischen Studien, die sich mit der körpereigenen Substanz befassen: „Nicht umsonst wird die Alpha-Liponsäure als Antioxidans aller Antioxidantien bezeichnet“. Es gibt Hinweise darauf, dass sie die Eisenaufnahme begünstigt, die Leber unterstützt und positiv auf den Blutzuckerspiegel sowie die Optimierung der Energiegewinnung aus der Nahrung und den Aufbau des Bindegewebes wirkt. Der Histaminspiegel wird reguliert, Zellalterung verzögert. Die Fettsäure spielt eine Rolle bei der Produktion von Nervenbotenstoffen und kann Schwermetalle binden. Es kann davon ausgegangen werden, dass Alpha-Liponsäure bei der Steuerung vieler Stoffwechselfunktionen beteiligt ist.

Umfassender Einsatz von Alpha-Liponsäure für die Gesundheit

Antioxidatives Multitalent

Freie Radikale greifen die menschlichen Körperzellen an und schädigen sie in ihrer Substanz. Als vielseitiges Antioxidans macht Alpha-Liponsäure eine Vielzahl unterschiedlicher Freier Radikale Art unschädlich. Die körpereigene Fettsäure schützt sogar das Gehirn, denn sie kann in wasser- wie fettlösliche Strukturen gelangen und auch die Blut-Hirn-Schranke passieren. Außerdem kann sie leicht umgesetzt werden in Dihydroliponsäure, ein noch stärkerer Radikalfänger. Bereits oxidierte Antioxidantien wie beispielsweise Vitamin C, Vitamin E, Glutathion und Coenzym Q10 können durch Alpha-Liponsäure und Dihydroliponsäure wieder in ihre aktive Form zurückverwandelt werden, so dass diese ihrerseits wieder antioxidativ wirken können. Die starken antioxidativen Eigenschaften von Alpha-Liponsäure wirken entzündungshemmend, antimutagen, antikarzinogen, neuroprotektiv und beeinflussen Insulinempfindlichkeit und Zellalterung positiv. Damit ist Alpha-Liponsäure äußerst wichtig für die Immunabwehr.

Blutzuckerstoffwechsel, Diabetes und Diabetesnebenerkrankungen

Alpha-Liponsäure ist an der zellulären Energieproduktion essentiell beteiligt. Ihre positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel gilt als medizinisch gesichert. Die Senkung des Blutzuckerspiegels durch die Erhöhung der Insulinempfindlichkeit gehören zu ihren hilfreichen Wirksamkeiten. Die Glucoseaufnahme im Muskel- und Fettgewebe wird gefördert und bei der Insulinsynthese ist Alpha-Liponsäure ebenfalls beteiligt. Die Fettverbrennung und der gesamte Fettstoffwechsel wird unterstützt. In einer placebokontrollierten Studie konnten adipöse Patienten bei einer Kombination von hypokalorischer Diät zusammen mit einer Einnahme von 1.800 mg Alpha-Liponsäure täglich über die Dauer von 20 Wochen deutlich abnehmen. Über 20 Prozent der Patienten wogen danach 5 Prozent weniger (vgl. Koh EH et al. Effects of Alpha-lipoic acis on body weight in obese subjects. Am J Med. 2011, 124; 85e1-85e8). Bei Neben- und Folgeerkrankungen von Diabetes kann es zur Schädigung des peripheren Nervensystems wie Neuropathie oder Schädigung von Nervenleitungen kommen. In verschiedenen Studien wurde der wirksame Einsatz von Alpha-Liponsäure untersucht und hat die Verbesserung verschiedener neuropathischer Beschwerden ergeben. Bei schulmedizinischen Therapien von Neuropathie wird Alpha-Liponsäure seit Jahrzehnten verwendet. Ein positiver Einfluss wird auch für das bei Diabetikern erhöhte Risiko für grauen Star und diabetischer Retinopathie vermutet. Die antioxidative Kraft des körpereigenen, vitaminähnlichen Stoffs erhöht die Konzentration von Glutathion sowie Vitamin C und E in der Augenlinse und hemmt das Enzym Aldosreduktase.

Leber präventiv schützen und
Lebererkrankungen therapieren

Alpha-Liponsäure kann die Leber schützen durch die oben beschriebenen antioxidativen Eigenschaften, indem sie die oxidative Schädigung von Lipopolysaccharide, Arsen, Giftstoffen aus Umwelt oder Arzneimitteln reduziert. Sie regeneriert andere wichtige Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und Glutathion und bereitet das Coenezym Q10 und NAD (NicotinamidAdeninDinucleotid) wieder körperwirksam auf. Die Fettsäure wird gegen das Fortschreiten von nicht-alkoholischer Leberverfettung, Leberfibrose und Leberzirrhose sowie in der Prävention eingesetzt.

Schwermetallvergiftung

Schwermetalle werden im Körper gespeichert und reichern sich im Gewebe an. Auch wenn der Organismus von der weiteren Einwirkung einer schädlichen Schwermetallquelle entfernt wurde, bleibt eine Belastung des Körpers durch die gespeicherten Schwermetalle bestehen, die nach und nach freigesetzt werden. Chelatbildner wie Alpha-Liponsäure können das natürliche Ausscheiden von Schwermetallen begünstigen, indem sie zweiwertige Ionen komplexieren. Hier sind die besonderen Eigenschaften der Alpha-Liponsäure hilfreich, denn sie kann in allen Bereichen des zentralen und peripheren Nervensystems wirken, sogar im Gehirn, im Gegensatz zu vielen anderen Chelatbildern.

Zellalterung aufhalten

Mit dem Alter nimmt die körpereigene Produktion von Alpha-Liponsäure ab. Die gleichzeitige Zellalterung lässt mehr freie Radikale entstehen. Dagegen kann eine zusätzliche Einnahme von Alpha-Liponsäure den oxidativen Stress reduzieren. Als Radikalfänger und Unterstützer weiterer antioxidativer Substanzen wie Vitamin C und E sowie mitochondrialer Enzyme wie Isocitrat-Dehydrogenase, Succinat-Dehydrogenase und Cytochrom-c-Oxidase kann Alpha-Liponsäure unterstützend dem Alterungsprozess entgegenwirken.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Zink

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Bezugsquelle: Zink Chelat

Das essentielle Spurenelement aller Lebewesen

Zink ist ein wichtiges Spurenelement für alle Lebewesen, auch für den menschlichen Organismus. Es gehört zu den unentbehrlichen Spurenelementen für den Stoffwechsel. Über 300 Enzyme haben Zink als wichtigen Bestandteil. Als chemisches Element gehört es zu den Übergangsmetallen mit der Ordnungszahl 30 und dem Elementsymbol Zn. Der Name Zink kommt von Zinke oder Zind für Zacke, Zahn, da Zink zackenförmig erstarrt.

Große Vorkommen auf der Erde

Zink befindet sich hauptsächlich in Erzen gebunden. Auf der Erde zählt es zu den relativ häufig vorkommenden Elementen an Platz 24, noch vor Kupfer und Blei.

Zweithäufigstes Element im menschlichen Körper

Im Körper ist Zink das zweithäufigste Spurenelement. Ein Erwachsener besitzt in allen Körperzellen insgesamt 2 bis 3 Milligramm Zink, insbesondere in den Knochen, Muskeln, Ovarien, Hoden, Prostata, Haaren, Augen und in den Inselzellen der Bauspeicheldrüse.

Zink kann nicht im Körper gebildet oder gespeichert werden. Eine ständige Zufuhr durch die Nahrung ist daher besonders wichtig. Zinkmangel führt zu Wachstumsstörungen, Blutarmut und Unterfunktion der Keimdrüsen. Eine geschwächte Immunabwehr und Wundheilungsstörungen, Haarausfall, trockene Haut und brüchige Nägel können ebenfalls auf unzureichende Zinkversorgung hinweisen. Phytinsäurehaltige Nahrungsmittel können eine Aufnahme von Zink im Darm behindern.

Vorkommen in Lebensmitteln

Zink ist in folgenden Lebensmitteln enthalten:

  • Rotes Fleisch
  • Meeresfrüchte und Krustentiere
  • Käse
  • Vollkornprodukte, Weizen, Weizenkeime
  • Walnüsse, Pekannüsse
  • Pilze und Hefen
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen
  • Grüner Tee

In Erdnüssen ist zwar viel Zink enthalten, gleichzeitig jedoch auch eine hohe Konzentration an Phytinsäure, die die Zinkaufnahme erschwert. Nur zehn Prozent des aufgenommenen Zinks können vom Körper absorbiert werden, der rest wird ungenutzt ausgeschieden.

Chelat

Anorganische Mineralien wie Zink sind vom Körper nicht verwertbar. Erst wenn sie „durch eine Pflanze“ gegangen sind, sind Spurenelemente für den Menschen verfügbar. Chelate sind Verbindungen aus Mineralien und pflanzlichen Aminosären und dadurch bioverfügbar. Urs Buergi rät beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln auf den Hinweis „Chelat“ zu achten.

Funktionen im menschlichen Organismus

Zink ist an sehr unterschiedlichen Abläufen im Körper beteiligt. Eine Schlüsselfunktion übernimmt es im Eiweiß-, Fett- und Zuckerstoffwechsel. Der Stoffwechsel von Vitamin A sowie von Hormonen wie Wachstums- und Sexualhormone werden von Zink beeinflusst. Der Aufbau der Erbsubstanz (DNA) und das Zellwachstum hängen wesentlich von Zink ab. Während der Schwangerschaft sorgt Zink für die Übertragung des Genmaterials und ein differenziertes Zellwachstum. Viele weitere Hormone benötigen das Spurenelement, um reibungslos zu funktionieren, darunter Insulin, die Schilddrüsenhormone und Gewebehormone. Außerdem ist das Spurenelement Bestandteil sehr vieler wichtiger Enzyme, unter anderem der RNA-Polymerase.

Besonders das Immunsystem ist auf Zink angewiesen. Zink wirkt antioxidativ und begegnet der Zellalterung. Freie Radikale bei oxidativem Stress werden durch Zink unschädlich gemacht und so die Zellschädigung vermindert. Im Knochenaufbau und bei der Bildung fester Knochen ist Zink maßgeblich beteiligt. Zink kommt im Blut in der Bindung mit Albumin vor. Bei der Zellteilung und an der Wundheilung ist Zink beteiligt. Für die mentale Leistungsfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit hat sich Zink als essentiell bedeutsam erwiesen. Untersuchungen deuten auf die Bedeutsamkeit des Spurenelements bei Gehirnfunktionen und im Umkehrschluss auf mögliche Wirksamkeit bei Schizophrenie und anderen psychischen Erkrankungen hin.

Am besten wirkt Zink zusammen mit Vitamin A, Calcium und Phosphor. Der Proteinumsatz im Körper wird gesteigert, was Zellverjüngung und Wachstum unterstützt.

Zinkmangel

Einseitige Ernährung und die unterschiedliche Zinkdurchdringung verschiedener Böden können zu Zinkmangel führen. Bei übermäßigem Schwitzen kann der Körper bis zu drei Milligramm Zink am Tag verlieren. Bei der Verarbeitung von Lebensmitteln wird Zink oftmals reduziert, so dass ein aktueller Bedarf oft nicht sofort zutage tritt. Die Liste der möglichen Symptome ist lang und kann vielleicht am besten kennzeichnen, wie wichtig Zink für die menschliche Gesundheit ist.

Anämie, Appetitlosigkeit, Chronische Müdigkeit, Depression, Geschmacks- und Geruchssinn sind vermindert, Glucoseintoleranz, Haarausfall, Hautstörungen, Infektionsanfälligkeit , Konzentrationsschwäche, Lernschwäche, Candida-Erkrankungen, Psychosen, Unfruchtbarkeit, Verzögerte sexuelle Entwicklung, Wachstumsverzögerung, Wundheilungsstörungen, uvm.

Hinweis

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Grüntee Polyphenole

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Seit Jahrtausenden gesund

Für Grünen Tee oder Grüntee werden kleinblättrige, zarte Sorten der Teepflanze bevorzugt, die ursprünglich aus China stammt. Im Gegensatz zum schwarzen Tee werden die Teeblätter nicht oxidiert (früher: fermentiert). Die Oxidation wird verhindert durch kurzes Rösten oder Dämpfen der frischen Blätter direkt nach dem Pflücken. Wirkung und Inhaltsstoffe unterscheiden sich deutlich vom schwarzen Tee. Seit Jahrtausenden wird die Heilkraft von Grüntee hoch geschätzt.

Die heutige Wissenschaft bestätigt die gesundheitsförderliche Wirkung, die gegen viele Krankheiten vorbeugen kann. Der Hauptwirkstoff für die Heilwirkung sind die natürlichen Polyphenole, vor allem das Epigallocatechingallat (EGCG).

Das Geheimnis liegt im vielfältigen Hauptwirkstoff Polyphenole

Polyphenole sind bioaktive Substanzen aus Pflanzen, die in sekundären Pflanzenstoffen vorkommen wie in Farbstoffen, Geschmackstoffen und Tanninen. Polyphenole ist ein Sammelbegriff für viele Pflanzenstoffe, beispielsweise Flavonoide und Anthocyane aus Farbstoffen, Benzoesäurederivate, Procyandine, Zimtsäurederivate, und Stilbenderivate. Bereits kleine Mengen von Polyphenolen können bei regelmäßiger Einnahme eine gesundheitsförderliche Wirkung entfalten.

Weitere Inhaltsstoffe

Grüntee enthält außer den Polyphenolen den anregenden Stoff Koffein (früher zur Unterscheidung von Kaffee auch Thein genannt) und Catechine, sekundäre Pflanzenstoffe und als Flavonole ebenfalls den Polyphenolen zugeordnet, die den bitteren Geschmack verursachen und als äußerst heilwirksam gelten. Grüner Tee enthält auch mehr Tannine (Gerbstoff) als schwarzer Tee. Außerdem sind Vitamin A, Vitamin B, Vitamin B2, Calcium, Kalium, Phosphorsäure, Magnesium, Kupfer, Zink, Nickel, Carotide und Fluorid enthalten. Das Aroma wird bestimmt von Aminosäuren wie dem Theanin.

Vorsicht vor zu hohen Dosierungen

Möglicherweise kann Grüntee die Aufnahme von Medikamenten beeinflussen, indem er die Aufnahme von Wirkstoffe im Darm hemmt. Eine japanische Studie von 2014 hat beobachten können, dass der Betablocker Nadolol bei Grünteegenuss nicht voll resorbiert wurde. In Chemical Research in Toxicology 20, 2007, S. 583-585 berichtet eine Forschungsgruppe der Rutgers-Universität New Jersey von möglichen toxischen (giftigen) Wirkungen auf Leber und Niere durch den Genuss von mehr als 10 Tassen Grüntee am Tag.

Polyphenole im Gesundheitseinsatz

Das im Grüntee reichlich vorhandene Epigallocatechingallat (EGCG), das ebenfalls zu den Polyphenolen zählt, kann Gefäßverkalkung reduzieren und damit ein Hauptrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es beeinflusst dazu ein Signalmolekül namens Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF), das außer an der Bildung von Blutgefäßen auch am Wachstum von Tumorzellen beteiligt ist. Indem sich Polyphenole an das VEGF binden, können Sie dazu beitragen, Krebs vorzubeugen oder zu bekämpfen. Dazu genügen relativ geringe und regelmäßig zugeführte Mengen von Polyphenolen, wie sie in Grüntee, aber auch in Äpfeln, Trauben oder Aroniabeeren enthalten sind.

Antioxidantien gegen Krebs und eine für eine schöne Haut

Grüntee enthält hochwirksame Antioxidantien, die freie Radikale unschädlich machen können und Zellkerne und Zellmembrane schützen. Freie Radikale gelten als eine Ursache von Krebserkrankungen. Antioxidantien können die Lebensdauer von Zellen verlängern und wirken als Anti-Aging-Mittel. Grüner Tee kann die Freisetzung von Angiotensin hemmen, das an Bluthochdruck beteiligt ist.

Der Fettstoffwechsel wird von grünem Tee positiv beeinflusst. Die Fettverbrennung wird angekurbelt. Damit zusammenhängend erhöht sich die Stoffwechselrate, was eine Gewichtsabnahme begünstigt. Die Aufnahme von Glukose in Fettzellen wird begrenzt, hilfreich bei Adipositas (Fettleibigkeit). Insgesamt kann Grüntee damit auch günstig auf den Blutzucker und einen ausgeglichenen Stoffwechsel wirken, von Vorteil bei Diabetes. Grüntee vermag den Cholesterinspiegel zu senken und den Gehalt an positivem HDL-Cholesterin zu optimieren.

Alzheimer, Parkinson & Co

Grüner Tee vermag die Gedächtnisleistung zu verbessern. Da er auch das Acetylcholin beeinflusst, das an der Krankheit Alzheimer beteiligt ist, kann das möglicherweise einen positiven Verlauf zu begünstigen. Offenbar wirkt sich auch der Zellschutz im Gehirn in Regionen aus, die für den Ausbruch von Parkinson bekannt sind. Polyphenole und Flavonoide unterstützen durch Antioxidantien zudem die Immunabwehr gegen Infektionen. Schädliche und krankheitsauslösende Bakterien können durch grünen Tee bekämpft werden.

Die richtige Zubereitung von grünem Tee

Im Gegensatz zu schwarzem Tee kann grüner Tee mehrmals aufgegossen werden. Beim Aufbrühen von grünem Tee sollte das Wasser nicht kochend heiß sein, sondern maximal eine Temperatur von 90 Grad besitzen. Zu heißes Wasser kann den Tee bitter und je nach Sorte ungenießbar machen. Das Wasser sollte jedoch eine Temperatur von 50 Grad nicht unterschreiten, sonst können die Inhaltsstoffe nicht gelöst werden. Je höher die Temperatur, desto besser lösen sich die Polyphenole. Vitamin C steigert die Aufnahme der Polyphenole. Es ist im Grüntee ebenfalls enthalten, wird aber bei großer Hitze zerstört.

Teekultur in der Entwicklung

Grüntee als Variante von schwarzem Tee stammt aus dem China des 6. Jahrhunderts vor Christus. Im gleichen Jahrhundert gelangte der Matcha-Tee von China nach Japan und es entwickelte sich eine neue Form der Teezubereitung als Beginn der in Japan noch heute gebräuchlichen Teezeremonie. Basis waren zu Ziegeln gepresste Teeplatten, die zu Pulver gerieben und mit kochendem Wasser aufgegossen wurden. Die heutzutage übliche Praxis, den Tee ohne vorheriges Pulverisieren mit heißem Wasser aufzubrühen, entstand in der Ming-Dynastie (16. und 17. Jahrhundert). In dieser Zeit verbreitete sich der grüne Tee auch in Europa.

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Vitamin A (Betacarotin, Retinol)

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Ein Zuviel an Betacarotin gibt es nicht

Betacarotin gehört zu der Gruppe der Carotine (von lat. carota, Karotte). Als Naturfarbstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe sorgen sie beispielsweise für die typisch orangene Farbe der Karotte. Und in der Karotte ist Betacarotin in besonders hoher Konzentration enthalten. Als Vorstufe von Vitamin A besitzt das Betacarotin im menschlichen Körper große Bedeutung für Knochenwachstum, Immunsystem, gesunde Haut, Stoffwechsel und das Hell-Dunkel-Sehen. Retinol und Vitamin A werden in vielen Lehrbüchern gleichgesetzt. Streng genommen handelt es sich bei Vitamin A jedoch um eine ganze Stoffgruppe, zu der neben Retinol (Vitamin A1) auch Retinal, Retinsäure und Retinylpalmitat gehören.

Vom Betacarotin leitet sich der Name der gesamten Gruppe der Carotine mit über 600 bekannten Varianten ab. Sie sind fettlöslich und können im menschlichen Körper nur zusammen mit Fett verarbeitet werden.

Betacarotin unterstützt Vitamin A

Betacarotin wird durch die Nahrung im Körper aufgenommen, von Enzymen zerlegt und in Vitamin A konvertiert. Deshalb wird es manchmal auch als Provitamin A bezeichnet. Im Darm aber auch in Zellen der Netzhaut, der Leber und in den Nieren findet der Aufspaltungsprozess statt. Betacarotin kann vom Körper gespeichert und bedarfsorientiert abgerufen werden.

Natürliche Vorkommen von Betacarotin

Betacarotin ist in zahlreichen gelb-orangenen Gemüse- und Obstsorten enthalten, wie beispielsweise in Pfirsich, Aprikose, Mango, Papaya, Sanddorn, Süßkartoffel, Kürbis und Karotte. Es kommt auch in grünen pflanzlichen Lebensmitteln vor wie in Brokkoli, Chicoree, Kresse, Portulak, Spinat, Mangold und Feldsalat.

Die Aufnahme von Betacarotin im Körper hängt stark von der Form des Verzehrs ab. Aus der rohen Karotte nimmt der Körper etwa zehn Prozent des enthaltenen Betacarotins auf. In geriebener Form, beispielsweise als Salat oder Smoothie, zusammen mit Fett erhöht sich die Ausnutzung deutlich, weil Betacarotin fettlöslich ist. Die Aufnahme von zu viel Betacarotin braucht nicht befürchtet werden, denn anders als bei einer übermäßigen Zufuhr von Vitaminen, kann es nicht zu einer Hypervitaminose kommen. Ein Überschuss kann sich höchstens durch eine Gelbfärbung der Haut manifestieren, der zurückgeht, wenn die Überversorgung eingestellt wird.

Essentielle Bedeutung für die Gesundheit

Vitamin A ist an unterschiedlichsten wichtigen Prozessen im Körper beteiligt. Proteinstoffwechsel und Fettstoffwechsel hängen von einer ausreichenden Versorgung durch Vitamin A durch die Nahrung ab, denn Vitamin A gehört zu den essentiellen Vitaminen, die nicht biosynthetisch im Körper hergestellt werden können. Da sich Vitamin A in großen Mengen im Körper speichern lässt, deutet eine Mangelerscheinung wahrscheinlich auf Unterernährung oder zu proteinlastige Ernährung hin oder aber eine Störungen des Fettstoffwechsels.

Vitamin A ist bei der Zellteilung des Embryos beteiligt an der Entwicklung und Differenzierung der Zellen. Für Aufbau und Wachstum der Knochen ist das Vitamin verantwortlich. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder in der Wachstumsphase gut mit Vitamin A versorgt sind und später im Erwachsenenalter zur Heilung von Knochenbrüchen. Die Synthese von Östrogen und Testosteron wird von dem Vitamin gesteuert, ebenso wirkt es sich auf die Spermatogenese aus, die Anzahl und Form der männlichen Samenzellen. Mit Eisen zusammen arbeitet das Vitamin an der Produktion neuer roter Blutkörperchen. Vitamin A spielt eine Rolle beim Aufbau körpereigener Eiweiße (Proteine). Bei Stress steigt der Vitaminbedarf.

Karotten sind gut für die Augen? Stimmt!

Der alte Spruch, dass Karotten gut für die Augen sind, stimmt. Sie enthalten besonders viel Betacarotin, das in Vitamin A umgebildet werden kann. Vitamin A ist in den Stäbchen der Netzhaut im Auge dafür verantwortlich, die Lichtreize in Nervensignale für das Gehirn umzuwandeln. Das Farbsehen, Hell-Dunkel-Sehen und die Sehkraft unter schlechten Lichtverhältnissen ist daher besonders abhängig von dem Vitamin. Bei Dämmerlicht oder sehr hellem Licht wird mehr Sehpurpur verbraucht, als bei normalem Tageslicht. Zur Regeneration wird Vitamin A benötigt. Bei Vitamin A-Mangel leidet die Nachtsicht und die Augen ermüden schneller.

Immunsystem

Als Radikalfänger reduziert Betacarotin die Schädigung von Zellstrukturen und Proteinen. Seine antioxidativen Eigenschaften sind ein wichtiger Teil seiner Bedeutung für die Immunabwehr. Betacarotin und Vitamin A können außerdem die Produktion von Antikörpern und weißen Blutkörperchen unterstützen.

Wichtig für das Immunsystem sind auch eine gesunde Haut und intakte Schleimhäute, an denen Vitamin A maßgeblich beteiligt ist. Sie würden ein Einfallstor für bakterielle und virale Krankheitserreger bieten, wenn sie geschädigt wären. Die Schleimhäute allein in Mund und Darm besitzen bereits eine sehr große Oberfläche.

Antioxidans und natürlicher Sonnenschutz

Der Eigenschutz der Haut gegen UV-Strahlung kann durch Betacarotin positiv unterstützt werden als eine Art natürlicher Sonnenschutz. Zum einen macht es den bei UV-Strahlung entstehenden reaktiven Singulettsauerstoff unschädlich, indem es dessen Energie aufnimmt und als Wärme wieder abgibt. Betacarotin ist durch seine antioxidativen Eigenschaften auch als Radikalfänger nützlich. Dadurch wird die Schädigung der Zellstruktur abgewendet.

Als Vorstufe von Vitamin A, das für die Differenzierung von Zellen verantwortlich ist, kann Betacarotin als wichtiger Vitalstoff für gesunde Haut allgemein und für als Schutzfaktor bei UV-Strahlung betrachtet werden. Der Prozess der Hautneubildung erfolgt über mehrere Schichten von innen nach außen. Im Fettgewebe und in der Oberhaut wird das Betacarotin gespeichert, das nicht für die Vitamin A-Bildung benötigt wurde.

Mehr zur Verwendung von Karotten

Betacarotin ist fettlöslich. Aus diesem Grund sollten Karotten immer mindestens mit einer geringen Menge Fett – am besten ein paar Tropfen hochwertigem Öl – zubereitet werden. Die Karotte enthält mehr Betacarotin als andere Gemüse. In der Karotte steckt auch der Ballaststoff Pektin. Er quillt im Magen-Darm-Trakt auf und erzeugt ein Sättigungsgefühl. Rohe Karotten haben einen leicht entwässernden Effekt. Durch ihren hohen Zuckergehalt schmeckt die Karotte süß und zählt daher roh und gekocht zu den Lieblingsgemüsen von Kindern.

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