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Fettsäuren

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Fett macht glücklich

Fettsäuren entstehen im menschlichen Stoffwechsel als unterschiedlich lange Ketten von Kohlenstoffatomen, die Wasserstoffatome tragen. Je länger die Fettsäurekette ist, desto fester ist das Fett. Langkettige Fettsäuren sind schwerer zu verdauen. Am einen Ende der Molekülkette befindet sich eine Säuregruppe, die mit Glycerin reagieren kann.

Der Mensch braucht Fett

Fett ist der Energielieferant Nr. 1 und besitzt darüber hinaus nützliche Eigenschaften. Fettlösliche Vitamine wie Vitamin A, Vitamin D, Vitamin E und Vitamin K können überhaupt nur durch gleichzeitige Fetteinnahme aufgenommen werden. Neben Energie liefern vor allem Pflanzenfette die essentiellen Fettsäuren, die im menschlichen Organismus unentbehrlich sind und nicht biosynthetisch gebildet werden können. Sie müssen über die Nahrung zugeführt werden. Fett hält die Zellmembran elastisch und dient als Baustein von Zellen und Hormonen. Fett federt innere Organe ab und speichert Energie für Notzeiten. Naturheilkundler Urs Buergi stellt fest: Der Mensch braucht Fett. Ob gesund oder ungesund, dafür ist entscheidend, welche Art von Fett und wieviel davon in der Ernährung auftaucht.

Einteilung von Fettsäuren

Jedes Fett besitzt ein eigenes Fettsäuremuster in der Zusammensetzung. Die Fettsäuren werden in drei Gruppen eingeteilt: Gesättigte, ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Von gesättigten Fettsäuren spricht man, wenn die Verbindung zwischen den Molekülketten stabil ist. Die ungesättigte Fettsäure besitzt eine instabile Verbindung. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren besitzen mehrere instabile Verbindungsstellen.

Gesättigte und ungesättigte Fettsäuren sind Energielieferanten. Sie unterstützen das Immunsystem und sind an zahlreichen Stoffwechselabläufen beteiligt. Sie wirken sich auch positiv auf Depressionen aus – deswegen heißt es im Volksmund verkürzt: Fett macht glücklich.

Gesättigte Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren sollten nur in Maßen aufgenommen werden, denn sie bewirken einen höheren Cholesterinspiegel, insbesondere den Gehalt an LDL-Cholesterin. Dieses Cholesterin findet man oft als das „schlechte“ Cholesterin bezeichnet, da es sich im Blut ansammeln kann und so das Risiko für Arterienverkalkung erhöht.

Das gesunde HDL-Cholesterin hingegen ist beteiligt an der Produktion von Zellwänden und Ausgangsstoff von Steroidhormonen wie dem Östrogen. Darüber hinaus unterstützt es die Bildung von Vitamin D und die Produktion von Gallensäure, unabdingbar für eine gute Verdauung. Gesättigte Fettsäuren sind in tierischen Fetten enthalten, aber auch in Kokosfett.

Einfach ungesättigte Fettsäuren

Einfach ungesättigte Fettsäuren mit nur einer instabilen Verbindungsstelle in der Molekülkette werden im Organismus benötigt für die Elastizität der Zellmembranen. Sie sind außerdem am Stoffwechsel beteiligt und senken den Cholesterinspiegel.

Die wichtigste ungesättigte Fettsäure heißt Ölsäure. Sie ist leichter verdaulich als gesättigte Fettsäuren. Enthalten ist Ölsäure in kaltgepresstem Olivenöl, Rapsöl und Erdnussöl, in verschiedenen Nüssen und der Avocado.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind essenzielle Fettsäuren, die im Körper nicht synthetisiert werden können. Sie müssen durch die Nahrung zugeführt werden. Die beiden Arten, Omega-3-Fettsäure und die Omega-6-Fettsäure, sind unentbehrliche Helfer. Der Hauptvertreter der Omega-6-Fettsäuren ist die Linolensäure. Die essentiellen Fettsäuren wirken positiv auf den Blutfettspiegel, reduzieren die Gefahr von Blutgerinnseln, die ein häufiger Auslöser von Infarkten und Embolien sind. Sie stärken den Herz-Kreislauf und es gibt Hinweise darauf, dass die Omega-3-Fettsäure an der Vorbeugung gegen Herzrhythmusstörungen beteiligt sein kann, die bislang noch nicht ausreichend belegt sind. Essentielle Fettsäuren spielen auch eine Rolle für die Produktion von hormonähnlichen Regularstoffen des Stoffwechsels.

Wenn Fettsäuren zu Transfettsäuren werden

Zur Gruppe der mehrfach ungesättigten Fettsäuren gehören aber auch die schädlichen Transfettsäuren, die die Blutfettwerte erhöhen. Sie entstehen beim Erhitzen oder industriellen Härten von Pflanzenölen. Von der Lebensmittelindustrie werden sie gerne eingesetzt, denn sie sind hitzebeständig und länger haltbar. In Deutschland sind Transfettsäuren nicht kennzeichnungspflichtig. In Fastfood, Gebäck und Lebensmitteln aus der Fritteuse sind Transfettsäure anzutreffen.

Welche Fette sind empfehlenswert?

Pflanzliche Fette können durch die Fettverdauung leichter aufgenommen werden und sind zudem reich an ungesättigten Fettsäuren. Empfehlenswert sind hochwertige, kaltgepresste Öle aus Raps und Oliven, Walnuss oder Leinsamen und weiteren Pflanzensamen. Der Verzehr von Nüssen und Avocados trägt ebenfalls zu einer Versorgung bei.

Essentielle Fettsäuren sind in mehreren Pflanzenölen enthalten wie Leinöl, Rapsöl und Walnussöl (Omega-3-Fettsäuren), Maiskeimöl, Sojaöl und Sonnenblumenöl (Omega-6-Fettsäuren). Omega-3-Fettsäuren sind außerdem vorhanden in fettreichen Fischen wie Lachs, Hering und Makrele.

Versteckte Fette im Auge behalten

Den Verzehr von gesättigten Fettsäuren in Butter, Käse, Schmalz, Fleisch und Wurst sollte kritisch im Auge behalten werden. Die meisten tierischen Fette enthalten vor allem gesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren. Im Alltag werden außerdem viele Fette, oftmals gerade die Transfettsäuren, nicht wahrgenommen. Sogenannte versteckte Fette stecken in vielen Snacks, Süßigkeiten, Pommes frites, Chips, Backwaren und vielen anderen Lebensmitteln.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Carnitin(L-Carnitin)

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Vitaminähnlicher Vitalstoff

Carnitin, bzw. L-Carnitin, ist ein vitaminähnlicher Vitalstoff. Im Körper kann er teilweise aus den Aminosäuren Lysin und Methionin synthetisiert werden, vorausgesetzt dass Vitamin C, Vitamin B6, Niacin und Eisen ausreichend zur Verfügung stehen. Über die Hälfte des Bedarfs wird jedoch über die Nahrung gedeckt. Carnitin ist an zahlreichen biochemischen Prozessen im menschlichen Organismus beteiligt. Besonders wichtig ist die Eiweißverbindung, weil sie langkettige Fettsäuren verwertet und dadurch zur Energiegewinnung beiträgt.

Da, wo viel Energie gebraucht wird

Der Löwenanteil des Carnitins im Körper befindet sich mit rund 98 Prozent im Muskelgewebe und im Herzen. Dort ist der Umbau von Fettsäuren in Energie besonders wichtig. Im Leistungssport ist ein Einsatz der Eiweißverbindung zur Regeneration nach sportlicher Anstrengung bekannt und gilt in der Branche als Leistungsförderer und Fatburner. Zur Fettverbrennung wurde auch bei Diäten zum Abnehmen experimentiert, da Carnitin für die Fettverbrennung zuständig ist, allerdings nur wenn sich die Muskulatur aktiv bewegt.

Essentiell für die Energiezufuhr

Carnitin wirkt als Rezeptormolekül für verschiedene Fettsäuren. Der Körper benötigt den körpereigenen Stoff im Wechselspiel mit dem Coenzym A in seiner Transportfunktion, als sogenannter Biocarrier. Langkettige Fettsäuren können ausschließlich in die innere Mitrochondrienmembran gelangen, wenn sie an Carnitin gebunden sind. Von dort erreichen sie die Stelle, wo die Energie benötigt wird. Der vitaminähnliche Stoff ist bedeutsam für Zufuhr, Produktion und Speicherung von Energie. Gerade das sensible Immunsystem benötigt viel Energie, um seine Schutzfunktion aufrechtzuerhalten. Die Zellteilungs- und Syntheserate ist daher sehr hoch. Carnitin ist an Zellteilungsprozessen beteiligt. Der hohe Carnitingehalt in Leukozyten deutet auf die Bedeutung des Vitalstoffs für die Immunabwehr hin.

Carnitin beeinflusst den gesamten Stoffwechsel, insbesondere Zellstoffwechsel und Kohlenhydratstoffwechsel. Es soll einen positiven Einfluss auf Gehirnleistungen und Konzentration besitzen und bei der Entgiftung helfen.

Carnitinaufnahme über die Nahrung

Für gewöhnlich nimmt der Mensch bei ausgewogener Ernährung durchschnittlich zwischen 100 und 300 Milligramm des vitaminähnlichen Stoffs durch die Nahrung auf, abhängig von den gewählten Lebensmitteln, die unterschiedliche Konzentrationen des Vitalstoffs aufweisen. Der höchste Carnitinlieferant ist rotes Fleisch, gefolgt von Ziegenkäse und Milchprodukten. Der Carnitinanteil bei pflanzlichen Lebensmitteln liegt deutlich darunter. Vegetarier und Veganer erreichen dadurch eher eine geringere durchschnittliche Zufuhr. Insbesondere bei der Kombination von vegetarischer oder veganer Ernährung mit extremen Sportleistungen kann es sinnvoll sein, den Carnitinanteil zu prüfen. Die körpereigene Eiweißverbindung wird teilweise im Körper durch Biosynthese hergestellt. Der genaue Bedarf durch Nahrung ist nicht bekannt. Aufgrund der Bedeutsamkeit in den biochemischen Abläufen kann der Körper eine Reservemenge von etwa 20 bis 25 Milligramm Carnitin speichern. In kurz anhaltenden Mangelperioden kann das Depot abgerufen werden und der Mangel ausgeglichen werden.

Männer haben für gewöhnlich einen höheren Carnitin-Anteil im Körper als Frauen. Carnitin ist wasserlöslich. Etwa 20 Milligramm werden täglich über den Urin ausgeschieden. Dialysepatienten weisen oft sehr niedrige Carnitinwerte auf, weil bei der Hämodialyse der Vitalstoff aus dem Blut ausgewaschen wird.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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