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Zucker verändert das Gehirn

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Neue Erkenntnisse

Zuckerreiche Ernährung bewirkt eine Veränderung im Gehirn. Diese Veränderungen ähneln denen, die auftreten, wenn man in der Frühphase seines Lebens Missbrauch und stressigen Situationen ausgesetzt war. Sie betreffen den Hippocampus. Der Hippocampus ist einer der wenigen Orte im Gehirn, wo zeitlebens neue Nervenzellen generiert werden. Er ist an der räumlichen Orientierung und an Gedächtnisprozessen beteiligt. Der Hippocampus ist ein Teil des limbischen Systems, das im Langzeitgedächtnis Inhalte erzeugt, archiviert und abruft.

Studie

Die Wissenschaftler Jayanthi Maniam und Margaret Morris und Autoren der neuen Studie untersuchten den sensiblen Teil des Gehirnes, der für Stress und Erinnerung zuständig ist, den Hippocampus.

„Wenn Menschen in ihrer Frühphase Traumata ausgesetzt sind, verändert sich ihr Hippocampus. Bei denjenigen Menschen, deren Ernährung am ‘westlichsten‘ war, stellten wir ein geringeres Hippocampus-Volumen fest. Das passte zu den Daten, die wir aus Tiermodellen gewonnen hatten.“
(Jayanthi Maniam und Margaret Morris, Daily Mail)

Veränderungen in diesem Bereich des Gehirns können später im Leben auch der Grund für eine psychische Erkrankung werden.

„Erlebte Feindseligkeit in frühen Jahren und eine zuckerreiche Ernährung könnten unabhängig voneinander das Risiko erhöhen, dass es in einer späteren Lebensphase zu psychischen Erkrankungen kommt … Die Ähnlichkeit der molekularen Hippocampus-Defizite, wie sie von Zucker und Stress im Kindesalter ausgelöst werden, sind sehr besorgniserregend angesichts des Umstands, dass gesüßte Getränke billig und einfach zu bekommen sind … Das Umfeld der Menschen zu manipulieren, die in frühen Jahren Feindseligkeit erlebten, und generell den Konsum gesüßter Getränke zu kontrollieren, könnte ein effektiver Ansatz sein, die Belastung durch psychische Störungen zu reduzieren.“
(Jayanthi Maniam und Margaret Morris, Frontiers in Molecular Neuroscience)

Droge Zucker

Zucker kann Stress unterdrücken. Er reduziert die Stresswerte im Gehirn. Gestresste oder ängstliche Menschen greifen daher oft gezielt zu zuckerhaltigen Produkten. Dabei verdrängen sie die Tatsache, dass Zucker wie eine Droge wirkt. Man braucht immer mehr und immer öfter von diesem Stoff. Das hat massive gesundheitliche Konsequenzen.

Weniger Zucker, weniger psychische Störungen? 

Ein Übermaß an Zucker führt Fettleibigkeit, Diabetes und andere Gesundheitsprobleme mit sich. Doch Zucker verändert auch die Gehirnfunktionen und damit die Persönlichkeit. Auch Jahre später können psychische Störungen auftreten, wenn in der Jugend zu viel Zucker und Fruchtzucker konsumiert wurde. Ganz besonders Kinder zwischen 9 und 16 Jahren nehmen übermäßig raffinierten Zucker über gesüßte Getränke auf.
Achten Sie daher auf sich. Schützen Sie Ihre kognitiven Fähigkeiten und schädigen Sie Ihr Gehirn nicht mit einem Übermaß an Zucker.

Das können Sie tun
  • Versuchen Sie auf Zucker in der Nahrung zu verzichten
  • Probieren Sie einen unserer gesunde Snacks gegen Stress
  • Greifen Sie lieber zu frischen, gesunden Lebensmitteln
  • Essen Sie reichlich Nüsse und Samen
  • Unterstützen Sie Freunde und Angehörige dabei, sich ebenfalls vernünftig zu ernähren
Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Transplantierte Adipositas: Durch fremde Darmbakterien?

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Stark personalisiert

Bei der Geburt ist ein Neugeborenes noch nicht mit Mikroorganismen besiedelt. Erst mit der Ernährung beginnt die Besiedlung des Verdauungstraktes des Kindes. Dabei ist die Zusammensetzung der Organismen stark personalisiert. Die Mutter übergibt ihr Mikrobiom über die Muttermilch an das Kind weiter. Die Besiedlung beginnt. Aber auch die Babynahrung beeinflusst die Darmflora. Während des ganzen Lebens werden die Karten immer wieder neu gemischt: Je nach Ernährung und Umwelteinflüsse des Einzelnen.

Darmbakterien

Die Vielzahl der mikroskopisch kleinen Organismen, die unseren Körper besiedeln, steht noch nicht lange im Fokus der Wissenschaft. Dabei steht dieses menschliche Mikrobiom in einem sehr engen Zusammenhang mit unserer Gesundheit. Dieses System ist bei der kleinsten Veränderung der Kräfteverhältnisse unsere Gesundheit massiv beeinflussen kann.

Transplantierte Adipositas

Das Beispiel einer Patientin, die eigentlich einen Superkeim loswerden wollte, macht dies offensichtlich: Durch die Transplantation von Stuhl ihrer übergewichtigen Tochter wurde sie selbst dick. Dieser Fall (Fallstudie) zeigt ganz deutlich, dass die Auswirkungen der Darmflora auf unsere Gesundheit direkt und unmittelbar sind.

Mikroben im ganzen Körper

Sie besiedeln Nasenschleimhäute, die Lungenflügel und die Haut. Aber wir kennen sie hauptsächlich aus dem Verdauungstrakt: Bakterien, Archaeen, Pilze, Protisten und Viren. Ist ihre Anzahl in einem gesunden Gleichgewicht, geht es auch dem Menschen gut.

Veränderungen der Darmflora 

Nicht nur funktionelle Darmstörungen und das Reizdarmsyndrom haben ihre Ursache in einem Ungleichgewicht der Darmbakterien. Auch Allergien, Diabetes oder Fettleibigkeit stehen im Verdacht durch Veränderungen der Darmflora zu entstehen. Gerät das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, so spricht man von einer Dysbiose.

Antibiotika 

Antibiotika verändert erwiesenermaßen Ihre Darmflora. Es tötet nicht nur die schädlichen Keime, sondern auch nützliche Bakterien ab. Gerät die Darmflora dadurch in eine Schieflage, so kann dies zu Komplikationen führen, wie etwa eine Clostridium-difficile-Infektion (CDI). Das Stäbchenbakterium Clostridium difficile ist einer der häufigsten Krankenhauskeime. Das eigentlich ganz harmlose Darmbakterium kann sich aber stark vermehren und Gifte produzieren, wenn konkurrierende Arten der normalen Darmflora z.B. durch Antibiotika zurückgedrängt wurden. Das typische Krankheitsbild der Clostridium-difficile-Infektion ist die Darmentzündung mit Durchfall, dass sich allerdings auch zu einer lebensbedrohenden Durchfallerkrankung (Antibiotikaassoziierte Kolitis) entwickeln kann.

Stuhltransplantation

Auf den ersten Blick befremdet uns eine Stuhl-Transplantation etwas. Aber man sollte bedenken, dass diese Methode eine Möglichkeit darstellt, eine kranke Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Beim oben beschriebenen Krankheitsbild CDI ist dies gängige und erfolgreiche Praxis. Der Überbevölkerung des Darmbakteriums Clostridium difficile werden wieder genug „gute“ Bakterien gegenüber gesetzt. Das Gleichgewicht stimmt wieder.

Unser Beispiel

Die Frau in unserem Beispiel litt an CDI und bekam deshalb eine Stuhltransplantation von ihrer Tochter. Leider war die Tochter übergewichtig, was sie mit der persönlichen Zusammensetzung ihrer Darmflora an ihre Mutter weiter gegeben hat.
Vor der Transplantation wog die Frau 60kg und hatte einen Body-Mass-Idex von 26. 16 Monate nach der Stuhltransplantation lag ihr BMI bei 33 und nach drei Jahren bei 34,5. Die Diagnose lautet Fettleibigkeit. Auch eine Umstellung der Ernährung und ein umfassendes Sportprogramm blieben ergebnislos.

Mäuse

Die Wissenschaftler konnten den Zusammenhang zwischen der Gewichtszunahme der Frau und der Stuhltransplantation nicht fundiert beweisen. Versuche mit schlanken Mäusen, die nach einer Stuhltransplantation von übergewichtigen Mäusen fetter werden, sind aber ein Hinweis auf den Zusammenhang. Aber auch andere Faktoren tragen zu einer raschen Gewichtszunahme bei: Genetische Faktoren, Alter oder einfach nur ein gesteigerter Appetit nach der neuen Zusammensetzung der Darmflora?

Geeignete Spender 

Der beschriebene Fall sollte uns bei der Wahl eines Spenders für eine Stuhltransplantation wählerisch werden lassen. Übergewichtige Spender bringen neben dem Nutzen offenbar auch unerwünschte Folgeerscheinungen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Resveratrol

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Rotwein für Zellschutz

Resveratrol gehört zu den Polyphenolen, aromatische Verbindungen aus den sekundären Pflanzenstoffen. In Alkohol und Fetten löst sich Reservatrol gut, in Wasser weniger gut.

Ein Glas Rotwein am Tag

Resveratrol kommt in Himbeeren und Kakaobohnen vor, und besonders in der Schale roter Weintrauben. In der Schalenhaut der Trauben kann der Wirkstoff auch im Trester lange Lagerzeiten sowie den Gärprozess unbeschadet überstehen. Deswegen steckt der Wirkstoff auch in Rotwein, so dass der uralte Spruch von der Gesundheit bei einem Glas Rotwein am Tag seine Berechtigung besitzt – so lange es bei einem Glas bleibt.

Wirksamkeit in Studien

Es soll vorausgeschickt werden, dass klinische Untersuchung mit der wissenschaftlichen Bestätigung der gesundheitsförderlichen Hinweise zum möglichen Einsatz in der Humanmedizin ausstehen. Bisher haben Ergebnisse von In Vitro-Untersuchungen und Studien mit Tieren sehr vielversprechende Potenziale aufgezeigt.

Krebs

Es wird aufgrund von Studien eine hemmende Wirkung auf Krebszellen durch Resveratrol vermutet. Der Effekt scheint durch einerseits durch die Hemmung eines Proteins zum Wachstum der Krebszellen einzutreten, andererseits durch Förderung des zellzerstörenden Proteins Bax. Die Krebszellen haben im Zellkulturenversuch mit Selbstzerstörung reagiert. Der Wirkstoff konnte günstig auf kardioprotektive Effekte wirken und die Herzzellen vor der toxischen Wirkung von Medikamenten schützen. Ob Präparate mit Resveratrol beim unterstützenden Einsatz von Krebstherapien eine Zukunft haben, wird die Forschung zeigen. Forscher befürchten, dass die schlechte Wasserlöslichkeit möglicherweise hinderlich sein könnte.

Der Fettkiller

Resveratrol wirkte in Zellkulturen und bei Tieren offenbar günstig auf die Gewichtsreduzierung, auch unter fettreicher Kost. Optische Alterungsprozesse wurden verlangsamt.

Weitere Krankheitsbilder

Resveratrol hat sich offenbar günstig auf den Verlauf von Multipler Sklerose ausgewirkt. Beider Augenkrankheit Glaukom konnte ein neuroprotektiver Effekt festgestellt werden. Der Blutzuckerspiegel kann möglicherweise positiv von Resveratrol beeinflusst werden, speziell direkt nach der Nahrungsaufnahme. Es wird vermutet, dass Resveratrol die Wirkung von Insulin verstärkt und eine Schutzfunktion für die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse ausübt, wo das Insulin gebildet wird. Und Resveratrol scheint ein Schutzprogramm gegen Stress zu aktivieren mit regenerativen und zellschützenden Eigenschaften.

Vorkommen

Resveratrol ist in mindestens 72 Pflanzenarten enthalten. Gute Lieferanten des Pflanzenstoffes sind Weintrauben, Himbeeren, Maulbeeren, Pflaumen und Erdnüsse.

Dosierung

Nebenwirkungen von Resveratrol sind bei normalem Gebrauch nicht bekannt. Lediglich bei einer sehr hohen Dosierung von 5 Gramm pro Tag traten in einem Experiment Bauschmerzen und Verdauungsstörungen auf. Man findet oft die handelsübliche Dosierungsempfehlung von 500 Milligramm täglich.

Hinweis

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Grüntee Polyphenole

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Seit Jahrtausenden gesund

Für Grünen Tee oder Grüntee werden kleinblättrige, zarte Sorten der Teepflanze bevorzugt, die ursprünglich aus China stammt. Im Gegensatz zum schwarzen Tee werden die Teeblätter nicht oxidiert (früher: fermentiert). Die Oxidation wird verhindert durch kurzes Rösten oder Dämpfen der frischen Blätter direkt nach dem Pflücken. Wirkung und Inhaltsstoffe unterscheiden sich deutlich vom schwarzen Tee. Seit Jahrtausenden wird die Heilkraft von Grüntee hoch geschätzt.

Die heutige Wissenschaft bestätigt die gesundheitsförderliche Wirkung, die gegen viele Krankheiten vorbeugen kann. Der Hauptwirkstoff für die Heilwirkung sind die natürlichen Polyphenole, vor allem das Epigallocatechingallat (EGCG).

Das Geheimnis liegt im vielfältigen Hauptwirkstoff Polyphenole

Polyphenole sind bioaktive Substanzen aus Pflanzen, die in sekundären Pflanzenstoffen vorkommen wie in Farbstoffen, Geschmackstoffen und Tanninen. Polyphenole ist ein Sammelbegriff für viele Pflanzenstoffe, beispielsweise Flavonoide und Anthocyane aus Farbstoffen, Benzoesäurederivate, Procyandine, Zimtsäurederivate, und Stilbenderivate. Bereits kleine Mengen von Polyphenolen können bei regelmäßiger Einnahme eine gesundheitsförderliche Wirkung entfalten.

Weitere Inhaltsstoffe

Grüntee enthält außer den Polyphenolen den anregenden Stoff Koffein (früher zur Unterscheidung von Kaffee auch Thein genannt) und Catechine, sekundäre Pflanzenstoffe und als Flavonole ebenfalls den Polyphenolen zugeordnet, die den bitteren Geschmack verursachen und als äußerst heilwirksam gelten. Grüner Tee enthält auch mehr Tannine (Gerbstoff) als schwarzer Tee. Außerdem sind Vitamin A, Vitamin B, Vitamin B2, Calcium, Kalium, Phosphorsäure, Magnesium, Kupfer, Zink, Nickel, Carotide und Fluorid enthalten. Das Aroma wird bestimmt von Aminosäuren wie dem Theanin.

Vorsicht vor zu hohen Dosierungen

Möglicherweise kann Grüntee die Aufnahme von Medikamenten beeinflussen, indem er die Aufnahme von Wirkstoffe im Darm hemmt. Eine japanische Studie von 2014 hat beobachten können, dass der Betablocker Nadolol bei Grünteegenuss nicht voll resorbiert wurde. In Chemical Research in Toxicology 20, 2007, S. 583-585 berichtet eine Forschungsgruppe der Rutgers-Universität New Jersey von möglichen toxischen (giftigen) Wirkungen auf Leber und Niere durch den Genuss von mehr als 10 Tassen Grüntee am Tag.

Polyphenole im Gesundheitseinsatz

Das im Grüntee reichlich vorhandene Epigallocatechingallat (EGCG), das ebenfalls zu den Polyphenolen zählt, kann Gefäßverkalkung reduzieren und damit ein Hauptrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es beeinflusst dazu ein Signalmolekül namens Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF), das außer an der Bildung von Blutgefäßen auch am Wachstum von Tumorzellen beteiligt ist. Indem sich Polyphenole an das VEGF binden, können Sie dazu beitragen, Krebs vorzubeugen oder zu bekämpfen. Dazu genügen relativ geringe und regelmäßig zugeführte Mengen von Polyphenolen, wie sie in Grüntee, aber auch in Äpfeln, Trauben oder Aroniabeeren enthalten sind.

Antioxidantien gegen Krebs und eine für eine schöne Haut

Grüntee enthält hochwirksame Antioxidantien, die freie Radikale unschädlich machen können und Zellkerne und Zellmembrane schützen. Freie Radikale gelten als eine Ursache von Krebserkrankungen. Antioxidantien können die Lebensdauer von Zellen verlängern und wirken als Anti-Aging-Mittel. Grüner Tee kann die Freisetzung von Angiotensin hemmen, das an Bluthochdruck beteiligt ist.

Der Fettstoffwechsel wird von grünem Tee positiv beeinflusst. Die Fettverbrennung wird angekurbelt. Damit zusammenhängend erhöht sich die Stoffwechselrate, was eine Gewichtsabnahme begünstigt. Die Aufnahme von Glukose in Fettzellen wird begrenzt, hilfreich bei Adipositas (Fettleibigkeit). Insgesamt kann Grüntee damit auch günstig auf den Blutzucker und einen ausgeglichenen Stoffwechsel wirken, von Vorteil bei Diabetes. Grüntee vermag den Cholesterinspiegel zu senken und den Gehalt an positivem HDL-Cholesterin zu optimieren.

Alzheimer, Parkinson & Co

Grüner Tee vermag die Gedächtnisleistung zu verbessern. Da er auch das Acetylcholin beeinflusst, das an der Krankheit Alzheimer beteiligt ist, kann das möglicherweise einen positiven Verlauf zu begünstigen. Offenbar wirkt sich auch der Zellschutz im Gehirn in Regionen aus, die für den Ausbruch von Parkinson bekannt sind. Polyphenole und Flavonoide unterstützen durch Antioxidantien zudem die Immunabwehr gegen Infektionen. Schädliche und krankheitsauslösende Bakterien können durch grünen Tee bekämpft werden.

Die richtige Zubereitung von grünem Tee

Im Gegensatz zu schwarzem Tee kann grüner Tee mehrmals aufgegossen werden. Beim Aufbrühen von grünem Tee sollte das Wasser nicht kochend heiß sein, sondern maximal eine Temperatur von 90 Grad besitzen. Zu heißes Wasser kann den Tee bitter und je nach Sorte ungenießbar machen. Das Wasser sollte jedoch eine Temperatur von 50 Grad nicht unterschreiten, sonst können die Inhaltsstoffe nicht gelöst werden. Je höher die Temperatur, desto besser lösen sich die Polyphenole. Vitamin C steigert die Aufnahme der Polyphenole. Es ist im Grüntee ebenfalls enthalten, wird aber bei großer Hitze zerstört.

Teekultur in der Entwicklung

Grüntee als Variante von schwarzem Tee stammt aus dem China des 6. Jahrhunderts vor Christus. Im gleichen Jahrhundert gelangte der Matcha-Tee von China nach Japan und es entwickelte sich eine neue Form der Teezubereitung als Beginn der in Japan noch heute gebräuchlichen Teezeremonie. Basis waren zu Ziegeln gepresste Teeplatten, die zu Pulver gerieben und mit kochendem Wasser aufgegossen wurden. Die heutzutage übliche Praxis, den Tee ohne vorheriges Pulverisieren mit heißem Wasser aufzubrühen, entstand in der Ming-Dynastie (16. und 17. Jahrhundert). In dieser Zeit verbreitete sich der grüne Tee auch in Europa.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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