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Aphte (Stomatitis aphtosa)
– was kann helfen?

aphte
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Unangenehm: Mundhöhlenentzündung

Die Aphthe (frz. Aphte) oder auch Mundfäule ist eine schmerzhafte Entzündung mit weißlichem Belag in Mundhöhle und Rachen, die die Schleimhäute, die Lippen, das Zahlfleisch, die Tonsillen (Mandeln) oder die Zunge betreffen kann. Von Stomatitis aphthosa spricht man, wenn mehrere Stellen betroffen sind. Das Krankheitsbild tritt relativ häufig wiederkehrend auf.
Die Schmerzen sind je nach Größe und Position der Schädigungen unterschiedlich. Sie können neben der Nahrungsaufnahme auch beim Sprechen auftreten und stellen eine deutliche Beeinträchtigung dar.
Sehr häufig ist die bei Säuglingen in den ersten Lebensmonaten auftretende Bednar-Aphthe, die nach den österreichischen Arzt Alois Bednar benannt ist. Es handelt sich um sogenannte unechte Aphthen, die rasch abheilen. Sie können unter anderem durch winzige Traumata beim Saugen ausgelöst werden. Eine Nahrungsverweigerung aufgrund der Schmerzen kann zu Dehydration führen.

Komplikationen

Manchmal wird begleitend ein Ulcus (Geschwür) im Genitalbereich festgestellt mit einem weißlichen Fibrinbelag.

Ursachen

Als Auslöser wurden schon Streptokokken-Bakterien vermutet, Adenoviren oder Herpesviren. Die genauen Ursachen sind nach wie vor medizinisch unklar. Möglicherweise sind mehrere Faktoren beteiligt.
Ein Defizit an Nährstoffen wie Folsäure, Eisen oder Vitamin B12 können die Erkrankung offenbar begünstigen. Mundschleimhautverletzungen, Vorerkrankungen oder Allergien sind eventuell am Krankheitsausbruch beteiligt.

Das kann helfen

Antibiotika, Virostatika und Gammaglobuline haben keine heilende Wirkung.
Es werden daher lediglich die Symptome behandelt bis die Entzündung wieder abklingt. Schmerzstillende und astringierende (zusammenziehende) Wirkstoffe stehen dabei im Vordergrund.
Naturheilkundlich sind Spülungen mit entzündungshemmendem kalten Salbeitee, Arnikaaufgüssen und Kamillentee bekannt. Auch Teebaumöl und Melissenextrakt gehören zu den traditionell angewendeten Mitteln. Zusammenziehend wirken Rhabarberwurzelextrakt, Myrrhentinktur und Silbernitrat.
Die Stärkung der Immunabwehr durch Vitalstoffe aus ausgewogener und vitaminreicher Kost kann die Heilung begünstigen.

Medizinische Versorgung

Ätzende Substanzen sollen die abgestorbenen Gewebeteile schneller entfernen und die Heilung beschleunigen. Dabei wird Zinksulfat oder eine verdünnte Wasserstoffperoxidlösung verwendet. Durch den Arzt kann auch eine dehydrisierende Mischung aus sulfonierten Phenolen und Schwefelsäure aufgebracht werden.
Mittel wie Lidocain, Polidocanol oder Benzydamin werden als Gurgellösung, Sprays oder haftende Gele eingesetzt.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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uebersicht
Übersicht

Weidenrinde (Salicis cortex)

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weidenrinde
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Uraltes Mittel gegen Schmerzen

Weidenrinde (Salicis cortex) besteht aus der Rinde junger Zweige der Weide (Salix). Es existieren rund 400 Weidenarten. Als wirksame Lieferanten gelten Weiden, die einen Mindestgehalt an Salicylalkohol-Derivaten (Salicylate wie Salicin oder Salicortin) enthalten, insbesondere Silberweise (Salix alba) und Purpurweise (Salix purpurea).

Weidenrindenzubereitungen, gekocht aus der frischen oder getrockneten Rinde, Rindenstücken oder jungen Zweigen der Weide, werden seit Urzeiten als hochwirksames Arzneimittel gegen Fieber und Schmerzen angewendet. Der Wirkstoff ist heute gebräuchlich in Aspirin oder ASS-Tabletten.

Von der Weidenrinde zur Aspirintablette

Germanen, Kelten und Römer haben sich der Heilwirkung aus der Weidenrinde bedient. Die schmerzlindernde, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung war Ärzten bekannt. Der entscheidende Wirkstoff, das Salicin, wurde vor rund 200 Jahren erstmals aus der Weidenrinde isoliert. Es hemmt die Produktion der Prostaglandine, der Botenstoffe bei Entzündungen, mit dem schmerzlindernden und fiebersenkenden Effekt. Zehn Jahre später wurde Salicylsäure als pharmakologisches Medikament als Schmerzmittel auf den Markt gebracht. Die Weiterentwicklung der Salicylsäure zum Wirkstoff Acetylsalicylsäure, die hinter dem heute weltweit bekannten Markennamen Aspirin steckt, wurde 1897 erstmalig aktenkundig. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Aspirin zu einem enormen Markterfolg der Firma Bayer nach einem modifizierten Herstellungspatent von 1921.

Wer war wirklich der Erfinder?

Die Erfindung im Hause Bayer wird Felix Hoffmann zugeschrieben. Die Leistung gilt als historisch umstritten, da einiges darauf hindeutet, dass der jüdische Arthur Eichengrün der eigentliche Erfinder war. Er war nach der Zulassung von Aspirin Leiter der pharmazeutischen Abteilung der Bayer AG. Hoffmann Leiter der Marketing-Abteilung. In der Zeit des Nationalsozialismus war es gängige rassistische Praxis, jüdische Errungenschaften zu leugnen. Selbst die Beteiligung Eichengrüns war seitens des Pharmakonzern unerwähnt geblieben. Eichengrün selbst hat aus dem Konzentrationslager heraus schriftlich festgehalten, dass Hoffmann nur seine Anweisungen ausgeführt habe, die er während seiner, Eichengrüns Forschungsarbeit zu Aspirin erhalten habe. Seit 1977 steht Aspirin auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Wirkung von Weidenrinde

Der Körper wandelt das Salicin aus der Weidenrinde in der Leber um in Salicynsäure. Der Effekt ist wird nicht als ebenso stark empfunden, wie in den pharmakologischen Fertigmedikamenten aus der Apotheke. Dafür fallen die Nebenwirkungen von Weidenrinde gegenüber Aspirin, ASS & Co für den Magen weniger drastisch aus.

Wirkung von Aspirin

Acetylsalicylsäure (ASS) wirkt gerinnungshemmend auf das Blut. Diese Wirkung sowie seine schmerz- und entzündungsstillenden Eigenschaften werden aufgrund der reduzierten Prostaglandine erreicht, jene Botenstoffe, die für Entzündungen, Schmerz und Blutgerinnung verantwortlich sind. Die Wirkung von ASS auf die Thrombozyten, die Blutplättchen, die für die Blutgerinnung und Schließung von Wunden zuständig sind, geht nicht zurück. Die gerinnungshemmende Wirkung erlischt nach ca. einer Woche , wenn neue Thrombozyten gebildet werden.

Eine Belastung für den Magen kommt durch die Beteiligung der Prostaglandine an der Magensäureproduktion und an der Durchblutung der Magenschleimhaut zustande.

Die genaue Wirkungsweise der Acetylsalicylsäure hat John Robert Vane 1971 einen Nobelpreis für Medizin eingebracht.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Quercetin

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Starker antioxidativer Helfer

Quercetin (von lat. quercus, Eiche) gehört zu den Flavonoiden. Es handelt sich um einen gelben Pflanzenfarbstoff, der in Äpfeln, Brokkoli, Zwiebeln, Kapern, Kirschen, Grünkohl und sehr vielen anderen Pflanzen enthalten ist, darunter vielen Heilpflanzen. Quercetin gilt als einer der am stärksten verbreiteten Pflanzenfarbstoffe in der Natur. Der gesundheitsförderliche Stoff ist ein Oxidationsprodukt des Anthocyanins (Anthocyanin) Cyanidin. Das Geheimnis seiner Wirksamkeit steckt in seinen antioxidativen Eigenschaften. Unter allen Flavonoiden scheint Quercetin einer der wirksamsten Stoffe für die menschliche Gesundheit zu sein. Die genaue Wirkungsweise ist noch nicht wissenschaftlich verstanden, daher gelten die physiologischen Effekte nicht gesichert für eine medizinische Nutzung.

Antioxidans

Die antioxidativen Eigenschaften des Pflanzenfarbstoffes machen ihn wirksam als Radikalfänger. Freie Radikale sind hochreaktive Moleküle, die das Erbgut der Zellen und die Zellmembran schädigen können. Zellalterung und zahlreiche Krankheiten werden von Theorien auf die schädliche Einwirkung der freien Radikalen zurückgeführt, darunter Krebs. Antioxidantien wie Bioflavonoide, zu denen auch Quercetin gehört, oder Vitamin C, schützen die Zelle und können freie Radikale unschädlich machen. Quercetin scheint unter anderem den schädlichen Einfluss von LDL-Cholesterin antioxidativ reduzieren zu können. Möglicherweise kann Quercetin sogar antikarzinogen wirken.

Herzgesundheit und Kreislauf

Es bestehen Hinweise aus Studienverläufen, dass Quercetin möglicherweise das Risiko für kardiovaskuläre Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken vermag. Antiflammatorische und antioxidative Eigenschaften, kombiniert mit einer positiven Beeinflussung von Thrombozytenaggregation (Verklumpung der Blutplättchen) scheinen das hochwirksame Bioflavonoid zu einem wichtigen Verbündeten von Herzgesundheit zu machen.

Gegen Entzündungen

Die antioxidativen Eigenschaften sind offenbar auch positiv für die antiflammatorische Wirkung von Quercetin. Man geht davon aus, dass es entzündungsfördernde Enzyme wie beispielsweise Zyklooxygenase und Lipoxygenase hemmen kann sowie die Histamin-Ausschüttung aus Mastzellen deutlich verringern kann. Diese Funktion könnte bei der Therapie von Allergien hilfreich sein. Bei der Behandlung von Asthma wird Quercetin aufgrund seiner antientzündlichen Wirkung genutzt. Aufgrund der Reduzierung der Harnsäureproduktion kann Quercetin möglicherweise auch bei Gicht eingesetzt werden.

Gegen Infektionen

Eventuell kann Quercetin bei viralen Infektionen eine positive Wirkung entfalten. Klinische Untersuchungen zu dieser Thematik stehen noch aus.

Wein

Quercetin steckt auch in Traubenschalen, deshalb ist seine Konzentration in Rotwein höher als in Weißwein.

Hinweis

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OPC (Traubenkernpolyphenole, Oligome)

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opc
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Gesundheitspower aus Pflanzenstoffe

Die Abkürzung OPC steht für Oligomere Proanthocyanidine. Es handelt sich um sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavanole. Sie gehören zu den übergeordneten Polyphenolen.

Die Entdeckung von OPC liegt relativ kurz zurück. 1848 isolierte Jack Masquelier aus den Erdnusshäutchen einen Stoff, der sich zur Behandlung von Venenkrankheiten sehr gut eignete. Eigentlich war er in seiner Studie zur Verfütterbarkeit viel naheliegenderen landwirtschaftlichen Zwecken auf der Spur – aber entdeckt hatte er einen Vitalstoff, der seit Urzeiten als Bestandteil der menschlichen Nahrung große Wirkung auf die Gesundheit genommen hat.

Vorkommen

Enthalten ist OPC in Traubenkernen und daher in Traubenmost, Rotwein und konzentriert in Traubenkernmehl, in der Schale und dem Laub von roten Weintrauben, in den roten Häutchen von Erdnüssen, in Äpfeln, Kokosnüssen, Ginkgoblättern und in der Rinde der Strandkiefer und in Lärchenholz vor.

Synergieeffekt mit anderen Stoffen

OPC fungiert durch die Polyphenole als natürlicher UV-Strahlenschutz. Der Stoff weist antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften auf. In ersten Zellstudien konnte eine Hemmung von Dickdarmkrebszellen dokumentiert werden.

Man vermutet, dass die Polyphenole die Wirkung der Vitamine C, A und E steigern können. Offenbar kann die Substanz mit anderen verfügbaren Stoffe positive Synergien bilden, so zum Beispiel mit anderen Bioflavonoiden, Taxofolin, Rutin, Hesperidin und Quercetin. Das Spektrum der Wirkung im menschlichen Organismus ist sehr groß.

Alzheimer

Es gibt Hinweise darauf, dass die Polyphenole im Taubenkernextrakt die Plaquebildung der Vorstufe von Alzheimer möglicherweise verhindern oder wenigstens herauszögern können und damit die Gedächtnisausfälle beeinflussen können. Mögliche Zusammenhänge mit dem Genuss von Rotwein und den darin enthaltenen Polyphenolen stehen im Interesse der Wissenschaft.

Wissenschaft

Zum heutigen Zeitpunkt ist OPC nicht generell als Funktionsarzneimittel durch das Bundesverwaltungsgericht anerkannt. Um die pharmakologische Wirksamkeit nachzuweisen, sind bisher noch nicht genügend klinische Untersuchungen veröffentlicht worden.

Hinweis

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Meerrettich (Armoracia rusticana)

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meerrettich
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Winterwurzel in der Natur-Apotheke

Der europäische Meerrettich (armoracia rusticana) gehört zur großen Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Verwendet wird die Wurzel der Meerrettichpflanze als Gewürz- und Heilmittel. In der Volksheilkunde wurde Meerrettich schon reißerisch als „Antibiotikum der Bauern“ bezeichnet, da er die Abwehrkräfte stärkt. Doch schon im Mittelalter scheint der Glaube an die Heilkraft der winterharten Wurzel so stark gewesen zu sein, dass Amulette und Halsketten aus getrockneten Meerrettichscheiben getragen wurden.

Inhaltsstoffe

Meerrettichwurzel enthält Vitamin C mit einem Gehalt von 177 mg pro 100 Gramm Frischgewicht. Dazu die Vitamine B1, B2 und B6 aus dem Vitamin-B-Komplex, Calcium, Kalium, Magnesium, Eisen und Phosphor. Wirksam sind auch die Senfölglykoside Sinigrin und Gluconasurtiin sowie Allicin, Flavone und ätherische Öle. Die Senföle besitzen antimikrobielle Eigenschaften.

Meerrettich in der Pflanzenheilkunde

Meerrettich wird in zahlreichen Heilmitteln gegen Erkältungen und Atemwegserkrankungen enthalten, da er die Abwehrkräfte stärkt. Allein der Vitamin C-Gehalt ist dabei bereits wirksam um das Immunsystem zu unterstützen.

Antibiotische Stoffe, die nicht nur gegen Bakterien wirken sondern angeblich sogar krebsvorbeugend wirksam sind, kommen aus den schwefelhaltigen Substanzen wie Allicin und Sinigrin. Die ätherischen Öle mit Senfölen wirken nachweislich antimikrobiell, wie bereits Untersuchungen der 50er Jahre belegt haben. Es gibt Hinweise auf antivirale und fungistatische Eigenschaften. Meerrettich soll auch positiven Einfluss auf Erkrankungen der Harnwege nehmen.

Außerdem wirkt Meerrettich hustenlösend und wirkt anregend auf die Durchblutung und den Kreislauf. Als anregend wird die Einnahme für die Verdauungssäfte beschrieben und daher als geeignet für Magen-Darm-Beschwerden.

Zur äußerlichen Verwendung soll Meerrettich gegen Kopfschmerzen und Verspannung der Nacken Muskulatur helfen.

Hinweis

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Lindenblüten
(Tilia platyphyllos)

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Das unbedenkliche Hausmittel Nr. 1

Lindenblüten der Sommerlinde (Tilia platyphyllos) sind seit dem Mittelalter ein wichtiges Heilmittel und Hausmittel. Der schwach süße Geschmack und der aromatische Duft wird seit Generationen als wohltuend und angenehm empfunden. Die Blüten der Silberlinde sollten nicht verwendet werden, da sie weniger wirksame Inhaltsstoffe enthält. Naturheilkundeexperte Urs Buergi hat beste Erinnerungen an Lindenblütentee seit seiner Kindheit: „Als ich noch ein Kind war, hat mir der Lindenblütentee meiner Großmutter immer sofort geholfen.“

Inhaltsstoffe

Ätherische Öle, sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Pflanzensäuren, Schleimstoffe

Therapeutische Anwendung

Lindenblüten werden als Tee aufgegossen (Ziehzeit ca. 15 Minuten) und verabreicht bei Husten und Atemwegserkrankungen, da sie hustenreizstillend wirken und Halsschmerzen lindern könne. Bei Fieber wirkt Lindenblütentee schweißtreibend und fiebersenkend sowie leicht krampflösend und entzündungshemmend.

Die Durchblutung wird angeregt, es entsteht der schweißtreibende Effekt und durch die Verdunstungskälte kann leichtes Fieber gesenkt werden. Das gilt bei allen grippalen Infekten. Die erweiterten Blutgefäße ermöglichen einen verbesserten Abtransport von Stoffwechselprodukten bei Entzündung und dadurch kann die Entzündungsheilung unterstützt werden. Die ätherischen Öle besitzen eine gewisse Wirkung gegen Keime und können die körpereigene Immunabwehr unterstützen. Lindenblütentee kann beruhigend wirken und wird auch gerne flankierend bei Rheuma, Nierenentzündung und Rückenschmerzen eingesetzt. Es sind keine Anwendungsbeschränkungen bekannt.

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Vitamin C (Ascorbinsäure)

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Grundlage einer gesunden Ernährung

Der essentielle Vitalstoff Ascorbinsäure ist allgemein unter dem Namen Vitamin C bekannt. Ein Mangel an Vitamin C führt zu der Krankheit Skorbut (lat. Scorbutus), die bis ins 18. Jahrhundert als häufigste Todesursache auf Seereisen galt, da über lange Zeit auf frische Lebensmittel verzichtet werden musste. Von dem lateinischen Namen der Krankheit zusammen mit der Vorsilbe –a leitet auch die Bezeichnung Ascorbinsäure ab („den Skorbut abwehrend“). Der Biochemiker Casimir Funk prägte bereits 1912 das Kunstwort „Antiskorbut-Vitamin“, wobei er das Wort „Vitamin“ von dem lateinischen Wort vita für Leben entlehnte.

Ascorbinsäure kann vom menschlichen Organismus nicht selbst hergestellt werden, daher muss die Aufnahme von Vitamin C über die Ernährung erfolgen. Die organische Säure ist farblos, geruchlos und als kristalliner Feststoff mit saurem Geschmack erhältlich, der wasserlöslich ist. In vielen Obst- und Gemüsesorten ist Vitamin C im kompletten natürlichen Verbund enthalten. Die vielen positiven Eigenschaften von Vitamin C können unterstützend bei vielen Krankheitsbildern eingesetzt werden. Es wirkt als Antioxidationsmittel, das freie Radikale abfangen kann und dadurch die Zellen schützt. Die antioxidative Wirkung von Vitamin C schützt Zellen und Körpersubstanzen vor freien Radikalen. Es verhindert die Oxidation von Folsäure und Vitamin E und ist beteiligt an der Umwandlung von Kupfer zur Superoxiddismutase, einem antioxidativen Enzym. Im Immunsystem kann es Schutzfunktionen übernehmen und ist an der Wundheilung beteiligt. Volksmedizin und Naturheilkunde seien sich der gesundheitsfördernden Wirkung von Vitamin C bereits seit langer Zeit bewusst, weiß Urs Buergi: „Vitamin C gehört zu den am leichtesten zugänglichen Wirkstoffen, die von vielen noch immer unterschätzt werden“, meint der Naturheilkundler.

Die wichtigsten Anwendungsgebiete von Vitamin C:

Zahlreiche positive Funktionen im menschlichen Organismus

Allergien: Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass Vitamin C die Histaminproduktion reguliert. Allergische Symptome können dadurch entscheidend gelindert werden. Vieles weist darauf hin, dass Allergien unter anderem durch Vitamin C auf natürlichem Wege geheilt werden können (Ziemann B., Enzmann F., Vitamin C Ascorbinsäure, ein lebensnotwendiger Schutzfaktor, 1998, MSE Pharmazeutik). Ein Mangel an Vitamin C spielt gerade für Allergiker eine große Rolle: Je stärker der Vitamin-C-Spiegel im Blut fällt, desto höher steigt der Histamin-Spiegel, also der Stoff, der die allergischen Reaktionen in der Immunreaktion auslöst. Im Bronchialsekret und der Lungenflüssigkeit wirkt Ascorbinsäure als eines der wichtigsten Antioxidantien, weshalb Vitamin-C-Präparate vielfach bei Allergien von Asthma bis Heuschnupfen, ebenso wie bei Lungen- und Atemwegserkrankungen eingesetzt werden. Eine dauerhafte Vitamin-C-Gabe kann die Histaminwerte um bis zu 38 Prozent verringern.

Arteriosklerose (Arterienverkalkung, Verkalkung von Blutgefässen): Medizinische Studien belegen, dass Arteriosklerose in Beinarterien auf natürliche Weise abgebaut werden konnten. Hoch dosierte Vitamin-C-Präparate sind in der Lage, arterosklerotische Ablagerungen, die Verklumpung von Blutplättchen und die Gefahr von Blutgerinnseln zu verringern, beispielsweise nach Operationen. Die Wände der Blutgefäße werden gestärkt, Entzündungsfaktoren und Werte aus oxidativem Stress können durch Ascorbinsäure positiv beeinflusst werden. Die antioxidative Wirkung des Vitalstoffs schützt vor Radikalbildung und erhöht die Entspannungsfähigkeit der Blutgefäße. Außerdem hat Vitamin C positive Wirkung gegen erhöhten Blutdruck gezeigt, ein weiterer Schutz vor Ablagerungen an den Blutgefäßwänden. Die tägliche Gabe von 500 mg Vitamin C führte in einer randomisierten Studie mit rund 50 Patienten, die an koronarer Herzerkrankung litten, innerhalb eines Monats zu einer signifikanten Verbesserung der Gefäßentspannung. Orthomolekularmedizinerin E. Blaurock-Busch empfiehlt bei Arteriosklerose die Einnahme von einem Gramm Vitamin C zu jeder Mahlzeit (E. Blaurock-Busch: Orthomolekulartherapie in der Praxis. Mit Nährstoffen heilen. Lehrbuch für die Arzt- und Naturheilpraxis, 1996)

Bluthochdruck (Hypertonie): Der positive Einfluss von Ascorbinsäure bei Bluthochdruck wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. In einer randomisierten von Gröber veröffentlichten Doppelblindstudie mit 45 Bluthochdruckpatienten wurde eine deutliche Senkung des Blutdrucks um 9 Prozent im Durchschnitt festgestellt bei einer Gabe von 500 mg Vitamin C täglich über die Dauer von einem Monat. Bei normalem Blutdruck zeigte Ascorbinsäure jedoch keine blutdrucksenkende Wirkung. Vitamin C wird auch zur Vorbeugung eingesetzt, insbesondere zur Prävention von Verkalkung der Herzgefäße (Koronarsklerose), der Hirngefäße (Zerebralsklerose) oder peripherer Blutgefäße (beispielsweise an Armen und Beinen).

Blutzucker (Diabetes mellitus): Diabetes mellitus, wie die Blutzuckerkrankheit häufig genannt wird, gilt als Volkskrankheit. Rund 10 Prozent der Deutschen sind von der Stoffwechselerkrankung betroffen. Je nach Ausprägung können die Symptome bei Diabetes mellitus Typ 2 gravierend, sogar lebensbedrohlich sein mit Folgeerkrankungen an Blutgefäßen und Nervensystem. Wichtigster Laborwert ist stets der sogenannte HbA1C, der den prozentualen Hämoglobingehalt im Blut über die zurückliegenden Wochen bestimmt. Von Diabetes spricht man, wenn der HbA1C deutlich über 7 Prozent liegt.

Vitamin C und Zucker werden mit demselben Mechanismus in die Zellen transportiert. Bei einem hohen Blutzuckerspiegel sind die Andockstellen in den Zellen durch die hohe Konzentration von Zuckermolekülen in der Blutbahn besetzt. Daher benötigen Diabetiker gegenüber Gesunden ein Vielfaches an Vitamin C, um in den Zellen die gewünschte Wirkung zu erreichen. Ist Ascorbinsäure in hoher Konzentration vorhanden, kann es auch Andockstellen für Zucker an vielen Proteinen besetzen und beugt damit der Entstehung von weiteren AGEs vor (Advanced Glycation End Products), Zuckermolekülen in der Blutbahn, die sich unter dem Einfluss freier Radikale verkleben und die Blutgefäße zukleistern.

Die Einnahme von entsprechend dosiertem Vitamin C hat sich bei Blutzucker als sehr positiv erwiesen. Bereits die Einnahme von zweimal täglich 500 mg Vitamin C konnte den Plasma-Insulinwert und damit den Glucosespiegel signifikant senken, nachgewiesen in der in der Davie-Studie von 1992 (Davie S.E. et al.: Effect of vitamin C glycosilation of proteins. 1992, Diabetes 41:167-173). Ein weiterer positiver Effekt besteht darin, dass Vitamin C die Eiweißverzuckerung in den Arterien hemmt, die bei Diabetes die Gefäße angreift (vgl. Gembal M., Druzynska J., Kowalczyk M., Przepiera E., Cybal M., Arendarczyk W., Wojcikowski CZ.: The effect of ascorbic acid on protein glycation in streptozotocin-diabetic rats). Das Infarktrisiko liegt bei diabetischen Rauchern enorm hoch, etwa zwanzigfach erhöht gegenüber Gesunden. Die antioxidative Wirkung von Vitamin C wirkt der beim Rauchen verstärkten Bildung von freien Radikalen entgegen. In Studien konnte bereits durch die Einnahme von einem Gramm Vitamin C täglich die Entstehung der AGEs um ein Drittel reduziert werden. Auch Vitamin E kann die Entstehung von AGEs mildern. Nichtrauchende Diabetiker haben immer noch ein vierfach höheres Risiko für Infarkt und Schlaganfall als Gesunde, bedingt durch die Zusetzung der Blutgefäße in Gliedmaßen, Nieren und Augen. Bei Diabetes mellitus gilt ein zwanzigfach erhöhtes Risiko zu erblinden und eine fünfzigfach höhere Wahrscheinlichkeit für Amputationen. Die wundheilende Wirkung von Vitamin C wirkt sich zusätzlich bei vielen Nebenleiden positiv aus, die Diabetiker verstärkt betreffen wie beispielsweise Zahnfleischentzündungen, Hautgeschwüre oder schlecht heilende offene Wunden.

Eisenmangel: Vitamin C verbessert die Aufnahme von Eisen aus Nahrungsmitteln ebenso wie aus Eisenpräparaten.

Erkältungskrankheiten / Infekte: Die Einnahme von hochdosierten Vitamin C-Präparaten gleich zu Beginn einer Erkältung kann viele Symptome lindern und die Krankheitsdauer verringern. Im Immunsystem spielt Ascorbinsäure eine wesentliche Rolle. Vitamin C aktiviert die körpereigene Abwehr und wirkt positiv auf die Aktivität der Leukozyten, der weißen Blutkörperchen, die krankheitserregende Bakterien und Viren im Körper angreifen.

In medizinischen Studien fand man heraus, dass bei einem Infekt an den ersten beiden Tagen die Konzentration von Vitamin C im Organismus um rund die Hälfte sinkt. Positiv wirkt sich bei einer Vitamin C-Therapie daher die schnelle und hochdosierte Einnahme aus, sowie eine ausreichende Einnahmedauer über mindestens fünf Tage. Bei einer regelmäßigen Einnahme von etwa 1 Gramm Vitamin C täglich kann die Anfälligkeit für Infekte deutlich verringert werden.

Gicht: Vitamin C besitzt eine positive Wirkung auf die Ausscheidung der Harnsäure über die Niere und kann daher auch bei Gichtpatienten hilfreich sein.

Geschwüre: Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C kann die Anfälligkeit für blutende Geschwüre (Hämorrhagien) verringern und hilft vorzubeugen und zu heilen.

Hämorrhoiden: Bei Hämorrhoiden kann Vitamin C hilfreich sein, indem es den Stuhl weich macht und die Venen rund um den After stärkt. Die Tendenz zu Blutgerinnseln kann verringert werden und Schwellungen werden positiv beeinflusst. Die Darmtoleranz ist bei hohen Gaben von Ascorbinsäure zu prüfen.

Abnehmen / Fettreduzierung: Eine unzureichende Carnitinproduktion kann einer der Gründe für Fettleibigkeit sein. Das Eiweißmolekül Carnitin transportiert Fette im menschlichen Organismus in die Mitochondrien, damit sie dort in Energie umgewandelt werden können. Ist die Carnitinproduktion gestört, wird es trotz Diät schwierig, überzählige Kilos loszuwerden. Vitamin C und ausreichend Protein begünstigen eine gesunde Carnitinproduktion.

Hepatitis: Studien des Forschers Baetgen von 1957 bis 1958 ergaben eine starke Wirksamkeit von Vitamin C bei Hepatis. Bei einer Einnahme von 10 Gramm täglich bei 245 infizierten Kindern erholten sich alle Patienten nach kurzer Zeit von der Krankheit. Bereits 1954 konnte bei einer Studie von Bauer/Straub konnte nachgewiesen werden, dass die tägliche Gabe von 10 Gramm Vitamin C die Krankheitsdauer der Testpersonen um 50 Prozent gegenüber der Kontrollgruppe senkte.

Schmerzen und Entzündungen: In zahlreichen Studien dämmte hochdosiertes Vitamin C über die Regulierung des Prostagandin Entzündungen, Fieber und Schmerzen.

Krebs: Tumorzellen nehmen im Vergleich zu gesunden Zellen deutlich weniger Vitamin C auf, und je weniger Vitamin C es aufnahm, desto schneller entwickelte sich der Krebs. Auf diese Formel läßt sich die aktuelle Studien von Prof. Dr. Margreet Vissers von der University of Otago (Neuseeland) bringen. Hieraus schloß man, dass dies im Umkehrschluss bedeute, dass eine hochdosierte Gabe von Vitamin C die Entstehung von Krebs und der Entwicklung von krankhaften Zellveränderungen verhindern oder vermindern kann. (vgl. Cancer Resarch: Das zweimal im Monat erscheinende, von der American Association for Cancer Research, Philadelphia herausgegebene wissenschaftliche Journal)

Freie Radikale sind wesentlich für die Entstehung von Krebstumoren verantwortlich. Die DNS einer menschlichen Zelle ist täglich mit freien Radikalen konfrontiert. Vitamin C ist an der Abwehr freier Radikale stark beteiligt, es unterstützt die Leber bei der Entgiftung des Organismus von kanzerogenen Stoffwechselprodukten und krebserregenden Substanzen wie Schwermetallen, Pestiziden und Chemikalien, die mit der Nahrung aufgenommen werden und schützt die Zellen vor Oxidation. Auf diese Weise senkt Vitamin C das Krebsrisiko, besonders für Brustkrebs und im Verdauungstrakt (Mundschleimhaut, Kehlkopf, Speiseröhre, Magen, Bauchspeicheldrüse, Darm, Uterus, Harnblase).

Bei der sogenannten BaselStudie wurden 2974 Männern die Plasmaspiegel antioxidativer Vitamine untersucht. Die Studie ergab einen Zusammenhang von unzureichender Versorgung mit Vitamin C und einem erhöhten Krebsrisiko. Probanten mit niedrigem Vitamin C-Spiegel wiesen ein höheres Risiko für Magenkrebs und andere Krebserkrankungen der Verdauungswege auf. In der 1996 ausgewerteten Iowa-Studie mit 34.000 Frauen konnte das Brustkrebsrisiko durch eine Einnahme von 500 mg Vitamin C täglich um 21 Prozent gesenkt werden gegenüber Frauen, die kein zusätzliches Vitamin C einnahmen. FOCUS ONLINE machte drei Fallstudien vom National Institute of Health in den USA bekannt, die im renommierten Canadian Medical Association Journal veröffentlicht wurden. Bei den drei Patienten wurde jeweils 1996 Krebs diagnostiziert. Studienautor Mark Levine berichtete, wie die Lungenmetastasen der Patientin mit operiertem Nierentumor während einer Behandlung durch Vitamin C zurückgingen. Eine Chemotherapie lehnte die Patientin ab. Die anderen beiden Patienten litten an einem fortgeschrittenem Blasentumor und aggressiven Blutkrebs. Beide Patienten lehnten die Chemotherapie zugunsten einer Vitamin C-Therapie ab und waren zehn Jahre später noch am Leben – dem Autor zufolge bei bester Gesundheit.

Lebenserwartung: Eine Langzeitstudie über zehn Jahre an 10.000 Menschen im Alter zwischen 25 und 74 Jahren an der University of California Los Angeles ergab, dass die Teilnehmer, die täglich 800 mg Vitamin C einnahmen, im Durchschnitt sechs Jahre länger lebten, als diejenigen, die nur 60 mg einnahmen. Die Sterblichkeit durch Herz- Kreislauferkrankungen reduzierte sich bei regelmäßig hoher Vitamin C-Einnahme bei den Männern um 42 Prozent, bei den Frauen um 24 Prozent.

Müdigkeit/Abgeschlagenheit: Dauerstress und ungenügende Vitaminversorgung kann zu chronischer Müdigkeit führen, Antriebslosigkeit und Abgeschlagenheit sowie im Extremfall zu Konzentrationsproblemen und Depression. Zusammen mit Vitamin B ist vor allem Vitamin C an der Produktion von Nervenbotenstoffen wie Noradrenalin und Dopamin beteiligt. Eine hohe Vitamingabe kann daher zu mehr gesunder Energie führen.

Depressionen und Psychische Störungen: Ascorbinsäure ist an der Produktion der Neurotransmitter beteiligt. Vitamin C wird aus diesem Grund gerne in der Therapie von Depression, Schizophrenie und manisch-depressiven Störungen eingesetzt.

Rauchen/Alkohol: Für Raucher gilt ein doppelt oder dreifach hoher Bedarf an Vitamin C, denn durch die zahlreichen freien Radikale, die beim Rauchen freigesetzt werden, wird Ascorbinsäure schneller abgebaut. Leberschäden als Folge unmäßigen Alkoholkonsums kann durch Vitamin C entgegengewirkt werden.

Schwermetallvergiftungen: Vitamin C vermag die Aufnahme von Schwermetallen in den Körper zu verringern und kann die Ausscheidung und Entgiftung begünstigen. Ein interessanter Anhaltspunkt ist die Faustformel, dass 8 Amalgamfüllungen im Mund zu etwa 10 mg Quecksilberaufnahme täglich führen. Da Schwermetalle sich im Körper anreichern, ist das nicht zu unterschätzen. Bleiwerte von Rauchern konnten in Studien mit 1000 mg Vitamin C täglich über einen dauerhaften Zeitraum um bis zu 81 Prozent gesenkt werden.

Sehstörungen: Vitamin C hat einen positiven Effekt auf den erhöhten Augeninnendruck bei grünem Star (Glaukom). Durch seine antioxidative Wirkung kann es helfen, grauem Star (Katarakt) vorzubeugen. Eine Langzeitstudie über zehn bis zwölf Jahre mit 247 Frauen im Alter zwischen 56 und 71 Jahren ergab eine zu 77 Prozent verminderte Rate an der frühen Linsentrübung bei einer Gabe von mindestens 400 mg Vitamin C täglich. In weiteren 10 Vitamin C-Studien mit insgesamt 80. 000 Teilnehmern konnte eine Reduzierung von Altersstar um 40 bis 50 Prozent ableiten. Ein interessanter Fakt ist, dass der Gehalt an Vitamin C in der Tränenflüssigkeit etwa 59 mal so hoch ist wie im Blut, in der Augenlinse tritt er noch höher konzentriert auf, was die Bedeutung des Vitalstoffs für die Augengesundheit nahelegt.

Wundheilung: Der menschliche Körper benötigt zur Wundheilung besonders viel Vitamin C. In den Wunden begünstigt es die Neubildung von Kollagenfasern bei der Hautbildung. Da durch den hohen Bedarf bei akuten Verletzungen, Verbrennungen oder nach Operationen der Vitamin C-Spiegel im Körper bis zu 50 Prozent sinkt, kann hier durch eine schnelle Versorgung mit Gaben von 1 bis 3 Gramm Vitamin C am Tag die Wundheilung und Narbenbildung beschleunigt werden. Ascorbinsäure mit seiner antioxidativen Wirkung wirkt bei Keimen, die in die Wunden gelangt sein können, zudem entzündungshemmend und unterstützend für das Immunsystem.

Zahnfleischbluten / Zahnfleischentzündungen: Bei Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischbluten kann Vitamin C hilfreich sein. Die Ascorbinsäure hemmt Entzündungen und fördert die Wundheilung. Bei regelmäßiger Einnahme kann die Anfälligkeit für Zahnfleischerkrankungen deutlich gemindert werden.

Symptome bei Vitamin C-Mangel

Im Endstadium führt die Abwesenheit von Vitamin C in der Ernährung zu der lebensbedrohlichen Krankheit Skorbut. Doch können bereits folgende Symptome früh auf einen möglichen Vitamin C-Mangel hinweisen. Es ist zu bedenken, dass der menschliche Organismus in vielen Lebenslagen einen erhöhten Bedarf an Vitamin C entwickelt wie beispielsweise im Wachstum und im Alter, bei Stress, bei Verletzung und Krankheit und durch Rauchen und Alkoholkonsum.

  • Entzündetes, blutendes Zahnfleisch, Zahnausfall, schlechte Wundheilung
  • Verminderte Immunabwehr und häufige Infekte
  • Abgespanntheit, Müdigkeit, das Gefühl von Schwäche und Antriebslosigkeit
  • Depression
  • Das Risiko für Infarkt oder der Erkrankung an Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen, Arthritis und Grauem Star ist erhöht.

Kollagenproduktion: In der Wundheilung, im Bindegewebe, in Gelenken, Muskeln, Knochen und Blutgefäßen kann Vitamin C die Kollegenbildung begünstigen.

Hormonproduktion: Neben der Produktion von Neurotransmittern, der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin ist Vitamin C auch an der Produktion des Schilddrüsenhormons und Carnitin beteiligt. Letzteres wird zur Energiegewinnung aus Fetten benötigt. Für Muskelschwäche und schnelle Ermüdungserscheinungen sollte daher auch geprüft werden, ob ein Vitamin C-Mangel vorliegt.

Neurotransmittern (Nervenbotenstoffe): Bei der Produktion von Nervenbotenstoffen wie Serotonin und Noradrenalin, wichtigen Überträgersubstanzen im Gehirn, ist Vitamin C beteiligt. Daher kann es unterstützend bei vielen Therapien von Depressionen eingesetzt werden.

Histaminspiegel: Ascorbinsäure trägt dazu bei, den Histaminspiegel zu kontrollieren und spielt daher im Immunsystem eine wichtige Rolle. Die positive Wirkung von Vitamin C ist bei Allergien und Asthmaerkrankungen hilfreich.

Leber: Das Enzymsystem der Leber wird durch Ascorbinsäure angeregt. Es sorgt für die Entgiftung des Blutes und die Ausscheidung toxischer Substanzen wie z.B. Schwermetalle, Pestizide, Medikamente und Lebensmittelzusätze.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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