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NADH (Coenzym 1)

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Zellenergie pur

Das Coenzym Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid (NADH) wurde 1906 entdeckt von Arthur Harden und William Young. In der Abkürzung NADH steht das H für einen Wasserstoffanteil. Eine andere Bezeichnung für diesen Stoff lautet Coenzym 1, um seine Wichtigkeit vor allen anderen Coenzymen zu dokumentieren.

In jeder Zelle vorhanden

Biochemisch entsteht das NADH aus einer bestimmten Form des Vitamins B3, dem Niacinamid. Es handelt sich um nichts weniger, als den wichtigsten Träger von Elektronen bei der Energiegewinnung der Zellen, ein Oxidationsvorgang der Moleküle. Weiterhin ist NADH beteiligt an der Produktion von der Energiespeichersubstanz Adenosin-Triphosphat (ATP). Darüber hinaus erfüllt NADH wichtige Aufgaben in der Immunabwehr indem es Antioxidantien regeneriert, die freie Radikale abfangen, indem sie ein Elektron abgeben, bevor die freien Radikale die Zellsubstanz oxidieren können. Im Zellschutz wird sehr viel NADH benötigt, sozusagen als indirektes Antioxidans. NADH wirkt jedoch auch selbst als direktes Antioxidans, indem es Schädigungen der Zelle regeneriert, die durch freie Radikale entstanden sind.

Zellulärer Brennstoff

NADH ist in jeder Zelle vorhanden, bei Mensch, Tier und Pflanze. Je aktiver die Zelle ist, desto mehr NADH benötigt sie. Insbesondere das Gehirn und der Herzmuskel brauchen große Mengen des Coenzyms 1. In der letzten und wichtigsten Phase der Zellatmung im Energiestoffwechsel der Zelle hängt die ATP-Produktion und damit der entscheidende Schritt zur Energiegewinnung von NADH ab. Vergleichbar ist die Bedeutung des NADH mit dem Coenzym-Treibstoff, ohne den der beste Enzym-Motor nicht läuft.

Das berühmte ATP

In den Kraftwerken der Zellen, den Mitochondrien, wird aus Glucose, Sauerstoff aus der Luft, die wir atmen und NADH durch Verbrennung Energie gewonnen, Körperwärme produziert. Diese Stoffe werden alle über die Nahrung aufgenommen. Nährstoffarme Ernährung oder eine ernsthafte Störung der Darmflora kann die ausreichende Aufnahme der lebenswichtigen Stoffe behindern.

Vorkommen in Lebensmitteln

Da NADH Bestandteil jeder lebendigen Zelle ist, wird es mit sehr vielen Lebensmitteln verfügbar. Aufgrund ihres Energiebedarfs enthalten tierische Zellen mehr von der Substanz als pflanzliche Zellen. Am meisten ist im Herzmuskel von Tieren und in den Flügelmuskeln von Vögeln enthalten. Natürlich enthalten auch Obst und Gemüse NADH, jedoch wird es leicht beim Kochen zerstört. Ein Teil des NADH wird bei der Nahrungsaufnahme auch im Magen vernichtet.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Vitamin B6 (Pyridoxin)

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Bezugsquelle:  Vitamin B-100 Complex (Vitamin B6 als Pyrodoxin HCL: 100mg/Kapsel)

Das Nerven-Vitamin

Pyrodoxin wird auch als Vitamin B6 bezeichnet und gehört zum Vitamin-B-Komplex. In Vitamin B6 sind wiederum mehrere Stoffe mit Vitamincharakter zusammengefasst. Zentrale Prozesse im Stoffwechsel werden von Pyrodoxin geregelt.

Nerven, Immunsystem, Hormone

Die Vitamingruppe ist am Eiweißstoffwechsel beteiligt und besitzt dadurch Bedeutung für alle Körperzellen. Am Fettstoffwechsel und Energiestoffwechsel ist Vitamin B6 beteiligt. Es unterstützt den Aufbau von Nervenverbindungen und beeinflusst diverse Hormonaktivitäten, insbesondere die Geschlechtshormone.

Pyrodoxin unterstützt die Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und ist bedeutsam für das Immunsystem.

Therapeutischer Nutzen

Pyridoxin wird in Medikamenten eingesetzt, die bei Rheuma oder Menstruationsbeschwerden helfen. Ein erhöhter Bedarf an Vitamin B6 besteht bei der Einnahme der Pille, Antiepileptika oder Tuberkulosemedikamenten.

Vorkommen

Vitamin B6 ist Bestandteil fast aller Lebensmittel, ist aber temperaturempfindlich und wird beim Kochen leicht zerstört. Gute Pyrodoxin-Lieferanten sind Walnüsse, Hefe, Hülsenfrüchte, Getreide wie Weizenkeime, Hirse, Naturreis und Milchprodukte. In Gemüsen wie Bohnen, Linsen, Erbsen, Brokkoli, Feldsalat, Sauerkraut und Spinat aber auch in Obst wie Avocado, Apfel, Banane steckt das Vitamin. Fleisch und insbesondere Muskelfleisch und Leber sowie Fettfische wie Lachs, Makrele und gering können Pyrodoxin liefern.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Vitamin B5 (Pantothensäure)

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Bezugsquelle:
Vitamin B-100 Complex (Vitamin B5 als d-Calcium-Pantothenat: 100mg/Kapsel)

Körpereigenes Vitamin

Pantothensäure wird auch als Vitamin B5 bezeichnet und gehört zum Vitamin-B-Komplex. Es handelt sich um ein körpereigenes Stoffwechselprodukt aus Pantoinsäure und Beta-Alanin. Als Vorstufe zu dem Coenzym A (CoA), das Bestandteil aller lebenden Zellen ist, ist Pantothensäure an sehr vielen biochemischen Prozessen beteiligt.

Vitamin B5

Im Energiestoffwechsel besitzt Vitamin B5 eine wichtige Funktion für Aufbau und Regeneration von Zellen in Bindegewebe, Schleimhaut, Haaren und Nägeln. Es unterstützt den Energiestoffwechsel der Zellen und fördert die Zellteilung. Die Pantothensäure spielt außerdem eine Rolle für ein funktionierendes Immunsystem. Bei Sportlern kann Vitamin B5 die verfügbare Energie erhöhen.

Als Vorstufe von Coenzym A spielt es eine Rolle für den Kohlehydrat-Stoffwechsel, den Fettstoffwechsel, die Produktion von Sterolen, Steroidhormonen und Melatonin. Es unterstützt die Synthese des Blutfarbstoffs Hämoglobin. Der Neurotransmitter Acetylcholin hängt von der Verfügbarkeit von Vitamin B5 ab. In der Leber wird das Vitamin für den Leberstoffwechsel und die Entgiftungsfunktion gebraucht.

Therapeutischer Einsatz

Therapeutisch wird Pantothensäure zur Behandlung von Verbrennungen und Wunden eingesetzt. Gemäß seiner Bedeutung bei der Bildung von Geweben und Haaren kann sich ein Mangel an Vitamin B5 in trockener, rissiger Haut und Haarbruch äußern.

Vorkommen

Gute Vitamin B5-Lieferanten sind Getreide, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Hefe, Eigelb, Leber, Fisch und Geflügel. Der Tagesbedarf eines gesunden Erwachsenen wird normalerweise als 1,5 bis 7 mg täglich angegeben. Ab einer Überdosierung von 200 mg können gegebenenfalls Verdauungsstörungen auftreten.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Bifidobakterien
(für gesunden Darm)

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Krankheitsvermeidung und
Vitaminbildung

Bifidobakterien gehören zu den wichtigsten Bakterien der menschlichen Darmflora. Sie gehören zur Bakteriengattung Bifidobacterium (von lat. gespalten, gabelförmig) und der Familie der Bifidobacteriaceae. Im menschlichen Darm bauen diese nützlichen Bakterien in einem komplizierten Energiestoffwechsel Zucker ab und bilden ihn zu Essigsäure und Milchsäure um, verbunden mit einem positiven Effekt auf den ph-Wert im Darm. Der Magen-Darm-Trakt wird für gewöhnlich von mehreren hundert nicht pathogenen (unbedenklichen) Bakterien bevölkert, darunter den besonders bedeutsamen Stämmen des Bifidobakteriums, B. bifidum, B. adolescentis, B. breve, B. longum und B. infantis.

Wächter gegen schädliche Keime

Die Funktion des Bifidobakteriums schützt vor zahlreichen schädlichen Bakterien, Pilzen und anderen Keimen, die sich in dem sauren Milieu aus Milchsäure und Essigsäure nicht vermehren können. Diese spezielle Form der heterofermentativen Milchsäuregärung wird Bifidobaterium-Gärung genannt und ist unabdingbar für eine gute Gesundheit. Vor allem im Dickdarm sind die keimhemmenden Mikroorganismen in großer Zahl vorhanden, aber auch in der weiblichen Scheide. Außerdem bildet das Bifidobakterium wertvolle Vitamin, die der menschliche Organismus direkt über den Darm in den Blutkreislauf aufnehmen kann. Das Bifidobakterium kann das saure Milieu im Magen problemlos überstehen und es liegt daher nahe, den keimhemmenden Mikroorganismus für probiotische Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel ins Auge zu fassen.

Schutz vor Krankheiten
schon bei Neugeborenen

Wie wichtig die Bifidobakterien für den Menschen sind zeigt sich daran, dass sie zu den ersten Mikroorganismen gehören, die sich im Verdauungstrakt von Neugeborenen durch Aufnahme der Muttermilch ansiedeln und so für einen frühen Schutz vor Krankheiten sorgen. Auch bei Säuglingen, die nicht gestillt werden, siedeln sich die säurebildenden Bakterien im Magen-Darm-Trakt an. Der Anteil an Bifidobakterien macht bei Neugeborenen rund 90 Prozent der Mikroorganismen im Darm aus, bei Erwachsenen noch 25 Prozent.

Helfer bei vielen Lebensmitteln

Ein Gemisch von Bifidobakterien und anderen Milchsäurebakterien (Laktobazillen) wird bei der Herstellung von Joghurt, Kefir und anderen fermentierten Milchprodukten verwendet. Ebenso spielen Milchsäurebakterien eine Rolle bei Sauerkraut, fermentiertem Tee oder anderen vergorenen pflanzlichen Produkten. Durch Laktobazillen und Bifidobakterien fermentierte Lebensmittel sind länger haltbar, da sich Keime nicht so gut ausbreiten können. Bifidobakterien produzieren nicht so viele Säure wie andere Laktobazillen und werden daher gerne für mildschmeckende Produkte verwendet. Milchprodukte, die mit B. longum fermentiert wurden, können den Cholesterinwert im Blut senken. Das wird wahrscheinlich zurückgeführt auf Enzyme der Bifidobakterien, die die Cholesterol-Kontrolle des Körpers unterstützen. (vgl. J Dairy Sci, 2003 Jul, 86(7), S. 2452-2561).

Linderung nicht nur bei Durchfall und Reizdarm

Wenn Antibiotika die Darmbakterien angreifen, wodurch sich beispielsweise Durchfallkeime im Darm vermehren können, kann das B. longum bei Antibiotika-assoziierter Diarrhö helfen.

Reizdarm

Im Deutschen Ärzteblatt 2005, 102(28-29); A-2031 / B-1716 / C-1620 wird berichtet, wie in einer achtwöchigen Studie mit 77 Patienten mit Reizdarmsyndrom die Besserung aller Symptome außer Stuhlkonsistenz- und frequenz eintrat unter der Einnahme von Probiotika mit Lactobacillus salivarius oder Bifidobacterium infantis. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung leidet unter dem Reizdarmsyndrom. Es wird mittlerweile vermutet, dass das Fehlen von Bifidobakterien für das Reizdarmsyndrom überhaupt verantwortlich sein könnte. Nachweislich wirkt sich das Bakterium positiv bei Durchfallerkrankungen aus.

Scheideninfektion

Die säurebildenden Bifidobakterien schützen nicht nur im Darm vor Infektionen sondern auch in der weiblichen Vagina.

Immunsystem

Offenbar können Bifidobakterien die Antikörperproduktion für die Immunabwehr stimulieren. Außerdem bilden sie wertvolle Vitamine, die direkt durch die Darmwand in den Blutkreislauf gelangen. Durch die große Schleimoberfläche bietet der Darm ein Einfallstor für schädliche Keime, wenn die Darmflora geschwächt ist. Der Kontakt mit pathogenen Keimen kann schwerste Erkrankungen auslösen sowie Folgeerscheinungen wie Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Neurodermitis. Deshalb ist die Aufrechterhaltung der Darmflora für das immunologische Abwehrsystem eine große Rolle.

Krebserkrankungen

Seit 1940 wird vermutet, dass Krebserkrankungen, insbesondere im Dickdarmbereich, durch den abnormalen Abbau von Gallensäuren hervorgerufen werden könnten. 1974 wurden die ersten statistischen Daten zu täglichem Konsum von Fleisch und tierischem Eiweiß und der Häufigkeit von Coloncarcinomen veröffentlicht. Fett- und Eiweißkonsum spielen statistisch auch eine Rolle für Brustkrebsentwicklung. Steroidsubstrate, die in Verbindung mit täglicher Fettaufnahme stehen, können möglicherweise Östrogene aus Steroiden der Gallenflüssigkeit bilden.

Wie kann die keimhemmende
Darmflora unterstützt werden?

Zum Abbau von Zucker benötigt das Bifidobakterium bestimmte pflanzliche Ballaststoffe wie Inulin. Wer regelmäßig pflanzliche Nahrungsmittel mit geringem Stärkeanteil zu sich nimmt wie zum Beispiel Bohnen, Brokkoli oder Kohl kann das Wachstum der Bifidobakterien im Darm begünstigen. Milchsäurebakterien wie beispielsweise Lactobacillus gasseri können beim Wiederaufbau der Darmflora helfen. Die Ernährung beeinflusst die Darmflora.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Calcium (Kalzium)

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Große Reichweite im Organismus

Calcium oder Kalzium ist ein Erdalkalimetall und steht in der zweiten Hauptgruppe des Periodensystems. Ihm ist das chemische Symbol Ca und die Ordnungszahl 20 zugeordnet. Auf der Erde kommt Calcium ausschließlich chemisch gebunden in Mineralien vor wie Kalkstein, Marmor, Kreide und Gips. Sein Name leitet sich ab von lat. calx, Kalkstein, Kreide.

Kein anderer Mineralstoff ist so stark im Körper vertreten

Tatsächlich ist Calcium der mengenmäßig am stärksten vertretene Mineralstoff im menschlichen Körper.

Stabile Knochen, feste Zähne

Calciumphosphat (Hydroxylapatit) ist eine calciumreiche Verbindung und mit 99 Prozent der Hauptbestandteil von Knochen und Zähnen beim Menschen. Die Knochen fungieren gleichzeitig als Calciumspeicher. Bei Calciummangel kann ein Teil davon aus dem Knochen gelöst und für andere Funktionen zur Verfügung gestellt werden. Osteoporose (Knochenschwund) ist eine häufige Alterserscheinung, die mit der Abnahme von Knochendichte durch zu raschen Abbau von Knochensubstanz einhergeht.

Jedes Jahr werden etwa 20 Prozent des Knochencalciums beim erwachsenen Menschen ersetzt. Knochenzellen werden neu gebildet und alte Knochenzellen sterben ab. Bei dem Vorgang wirken vor allem Phosphor und Calcium zusammen für eine gesunde Neubildung. Reguliert wird die Calciumfreisetzung aus den Knochen und der Neuaufbau durch das Parathormon aus der Nebenschilddrüse.

Vielfältige Funktionen

Calcium-Ionen spielen eine Rolle bei der Signaltransduction in Zellen für die Erregung von Muskel- und Nervenzellen. Erst durch Calcium-Ionen kann ein Muskel kontrahiert werden. Calcium ist an der Aktivierung wichtiger Hormone und Enzyme beteiligt, an der Zellteilung und am Glykogen-Stoffwechsel.

Für ein starkes Herz

Im Blut ist ein permanenter Calciumspiegel von 2,1 bis 2,6 mmol/Liter vorhanden. Die Hormone Calcitriol, Calcitonin und Parathormon kontrollieren den Calciumspiegel im Blutplasma ständig. An der Blutgerinnung sowie an der Festigung von Zellmembranen ist Calcium unmittelbar beteiligt. Der Mineralstoff hat einen positiven Einfluss auf den Bluthochdruck. Damit stärkt Calcium das Herz und ist für den Stoffwechsel äußerst relevant.

Calcium und Magnesium

Ein Verhältnis von Calcium und Magnesium von 2:1 hat sich als günstig für Blutkreislauf und den Herzrhythmus erwiesen.

Energiestoffwechsel

Calcium hilft bei der Kontrolle des Energiestoffwechsels. Wachstum und Entwicklung von Darmzellen werden unterstützt und damit des Verdauungsapperats.

Calciumbedarf

Kleine Kinder und ältere Menschen haben einen besonders hohen Bedarf an Calcium, das für die Bildung der Hartgewebe im Körper zuständig ist. Der Normalbedarf liegt etwa bei 800 Milligramm, der erhöhte Bedarf bei 1.000 Milligramm täglich. Der Calciumbedarf muss über die Nahrungsmittel gedeckt werden. Milch, Milchprodukten wie Buttermilch, Käse und Quark sind gute Calcium-Lieferanten. Es kann auch in harten Trinkwasser enthalten sein sowie in einigen Gemüsesorten, Eiern, Sesam und Kokosflocken. Etwa 1.000 Milligramm Calcium sind jeweils enthalten in folgenden Nahrungsmittelmengen:

  • 1.000 g körniger Hüttenfrischkäse
  • 700 g Joghurt
  • 200 g Kerbel
  • 800 g Milch
  • 300 g Mozzarellakäse
  • 100 g Parmesankäse

Um das Calcium aufnehmen zu können, benötigt der Körper wiederum Vitamin D. Die Vitaminzufuhr erfolgt über Nahrungsmittel wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Bananen, Aprikosen und Trockenobst.

Bewegung kann die Aufnahme von Calcium im Körper positiv beeinflussen. Calcium wird überwiegend im Dünndarm resorbiert. Kaffee und Alkohol können die Aufnahme reduzieren. Das gilt auch für die in einigen Lebensmitteln wie Kakao, Mangold, Spinat oder Rhabarber, die Oxalsäure enthalten.

Überschüssiges Calcium wird vom Körper über den Stuhl ausgeschieden.

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Alanin

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Wichtig für Energiestoffwechsel und Immunsystem

Alanin (abgekürzt Ala oder A) gehört zu den nicht essentiellen Aminosäuren. Das bedeutet, dass es vom menschlichen Stoffwechsel biosynthetisch selbst hergestellt werden kann. Die α-Aminosäure von Alanin tritt chiral auf, also in zwei spiegelbildlichen Formen, man unterscheidet L-Alanin und D-Analin. Speziell von dem L-Alanin (in der Literatur auch unter dem Namen (S)-2-Aminopropansäure oder (S)-Alanin bekannt) soll hier die Rede sein, da es sich um eine proteinogene Aminosäure handelt, die für rasche Energielieferung und den Muskelaufbau von Bedeutung ist. Alaninsynthese spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel zwischen Muskulatur und Leber. Die Aminosäure hilft bei der Energiebereitstellung und bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels. Alanin kommt in Eiweißprodukten vor wie Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukte, aber auch in pflanzlichen Proteinspendern, beispielsweise aus Sojabohnen.

Anwendungsgebiete von Alanin

Bei einer proteinarmen Ernährung über einen längeren Zeitraum kann ein Alanin-Mangel auftreten. Zu Auswirkungen eines Alanin-Mangels existieren nur wenige medizinische Studien, es gibt aber Hinweise darauf, dass zu geringe Alanin-Mengen eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) auslösen können. (vgl. Porcellati F. et al: Effect of the amino acid alanine on glucagon secretion in nondiabetic and type 1 diabetic subjects during hyperinsulinaemic euglycaemia, hypoglycaemia and posthypoglycaemic hyperglycaemia; Diabetologia; 2007; 50; S. 422430). Niedrige Alanin-Werte im Blutserum können auf Hypoglykämie hinweisen. Alanin-Zusätze können hilfreich bei Unterzuckerung wirken, da sie helfen, den Glucosespiegel zu erhöhen, indem die Ausscheidung von Glucagon anregt wird. Dieses Hormon ist der Gegenspieler von Insulin und fördert die Glucoseherstellung aus Aminosäuren (Glukoneogenese). Gleichzeitig kann Alanin bei einem Mangel an Glucosereserven in Kohlenhydrate umgewandelt werden. So wird die Regulierung des Blutzuckerspiegels positiv beeinflusst und der Körper kann genügend Energiereserven zur Verfügung stellen. (vgl. Müller W. A. et al: The effect of alanine on glucagon secretion; J Clin Invest. 1971; 50; S. 2215-2218). Sportler schätzen Alanin, um Muskeln vor vorzeitiger Ermüdung und vor Übersäuerung zu schützen. Alanin wird vom Körper in Carnosin umgewandelt, das Muskelaufbau und Ausdauer unterstützt. Alanin kann das Immunsystem stärken und reduziert das Risiko von Nierensteinen.

In besonders hohen Konzentrationen tritt Alanin Untersuchungen zufolge in der Prostataflüssigkeit auf. Es wird davon ausgegangen, dass es die Vorsteherdrüse möglicherweise vor krankhaften Vergrößerungen schützt. Bei Patienten mit Prostatahyperplasie, verbunden mit Schmerzen beim Wasserlassen, konnte Alanin in Kombination mit weiteren Aminosäuren wie Glutaminsäure und Glycerin die Symptome lindern. Die genaue Wirkungsweise ist noch nicht erforscht, es wird vermutet, dass Alanin bei der abschwellenden Wirkung des Drüsengewebes beteiligt ist. (vgl. Shiga H. et al: Amino acid therapy for hypertrophy of the prostate; Hinyokika Kiyo 1968; S. 625632).

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