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Alpha-Liponsäure

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Unschätzbar wertvoll für wichtige Stoffwechselprozesse

Entdeckt wurde die Alpha-Liponsäure (α-Liponsäure, abgekürzt nach der englischen Bezeichnung lipoid acid) während einer Studie mit Milchsäurebakterien in den 50er Jahren. Die schwefelhaltige Fettsäure kommt als Coenzym bei der Energiegewinnung in den Mitochondrien fast aller Zellen mit Zellkern vor, bei Menschen, Tieren und mehrzelligen Pilzen. Das Coenzym funktioniert ähnlich wie ein Vitamin, es ist wasser- und fettlöslich und kann in praktisch alle Körperregionen gelangen und auch die die Blut-Hirn-Schranke passieren. Seine starke antioxidative Wirkung wird in der Medizin für Prävention und Therapie geschätzt. Seit 1966 wird Alpha-Liponsäure in Deutschland als Arzneistoff eingesetzt, insbesondere bei Erkrankungen der Leber oder peripheren Polyneuropathien. In der Alternativmedizin kommt Alpha-Liponsäure für ausleitende Verfahren z.B. bei Quecksilbervergiftung oder anderen Schwermetallvergiftungen zur Anwendung. Der menschliche Körper kann Alpha-Liponsäure selbst herstellen, der Naturstoff kann jedoch auch gut über die Nahrung aufgenommen werden. Alpha-Liponsäure ist enthalten in rotem Fleisch, beispielsweise Rindfleisch und Innereien wie Leber, Nieren und Herz.

Die gesundheitsförderlichen Eigenschaften der Alpha-Liponsäure sorgen für zahlreiche weiterführende Studien zum Einsatz des wertvollen Naturstoffes. Naturheilkundler Urs Buergi verfolgt mit Interesse die laufenden medizinischen Studien, die sich mit der körpereigenen Substanz befassen: „Nicht umsonst wird die Alpha-Liponsäure als Antioxidans aller Antioxidantien bezeichnet“. Es gibt Hinweise darauf, dass sie die Eisenaufnahme begünstigt, die Leber unterstützt und positiv auf den Blutzuckerspiegel sowie die Optimierung der Energiegewinnung aus der Nahrung und den Aufbau des Bindegewebes wirkt. Der Histaminspiegel wird reguliert, Zellalterung verzögert. Die Fettsäure spielt eine Rolle bei der Produktion von Nervenbotenstoffen und kann Schwermetalle binden. Es kann davon ausgegangen werden, dass Alpha-Liponsäure bei der Steuerung vieler Stoffwechselfunktionen beteiligt ist.

Umfassender Einsatz von Alpha-Liponsäure für die Gesundheit

Antioxidatives Multitalent

Freie Radikale greifen die menschlichen Körperzellen an und schädigen sie in ihrer Substanz. Als vielseitiges Antioxidans macht Alpha-Liponsäure eine Vielzahl unterschiedlicher Freier Radikale Art unschädlich. Die körpereigene Fettsäure schützt sogar das Gehirn, denn sie kann in wasser- wie fettlösliche Strukturen gelangen und auch die Blut-Hirn-Schranke passieren. Außerdem kann sie leicht umgesetzt werden in Dihydroliponsäure, ein noch stärkerer Radikalfänger. Bereits oxidierte Antioxidantien wie beispielsweise Vitamin C, Vitamin E, Glutathion und Coenzym Q10 können durch Alpha-Liponsäure und Dihydroliponsäure wieder in ihre aktive Form zurückverwandelt werden, so dass diese ihrerseits wieder antioxidativ wirken können. Die starken antioxidativen Eigenschaften von Alpha-Liponsäure wirken entzündungshemmend, antimutagen, antikarzinogen, neuroprotektiv und beeinflussen Insulinempfindlichkeit und Zellalterung positiv. Damit ist Alpha-Liponsäure äußerst wichtig für die Immunabwehr.

Blutzuckerstoffwechsel, Diabetes und Diabetesnebenerkrankungen

Alpha-Liponsäure ist an der zellulären Energieproduktion essentiell beteiligt. Ihre positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel gilt als medizinisch gesichert. Die Senkung des Blutzuckerspiegels durch die Erhöhung der Insulinempfindlichkeit gehören zu ihren hilfreichen Wirksamkeiten. Die Glucoseaufnahme im Muskel- und Fettgewebe wird gefördert und bei der Insulinsynthese ist Alpha-Liponsäure ebenfalls beteiligt. Die Fettverbrennung und der gesamte Fettstoffwechsel wird unterstützt. In einer placebokontrollierten Studie konnten adipöse Patienten bei einer Kombination von hypokalorischer Diät zusammen mit einer Einnahme von 1.800 mg Alpha-Liponsäure täglich über die Dauer von 20 Wochen deutlich abnehmen. Über 20 Prozent der Patienten wogen danach 5 Prozent weniger (vgl. Koh EH et al. Effects of Alpha-lipoic acis on body weight in obese subjects. Am J Med. 2011, 124; 85e1-85e8). Bei Neben- und Folgeerkrankungen von Diabetes kann es zur Schädigung des peripheren Nervensystems wie Neuropathie oder Schädigung von Nervenleitungen kommen. In verschiedenen Studien wurde der wirksame Einsatz von Alpha-Liponsäure untersucht und hat die Verbesserung verschiedener neuropathischer Beschwerden ergeben. Bei schulmedizinischen Therapien von Neuropathie wird Alpha-Liponsäure seit Jahrzehnten verwendet. Ein positiver Einfluss wird auch für das bei Diabetikern erhöhte Risiko für grauen Star und diabetischer Retinopathie vermutet. Die antioxidative Kraft des körpereigenen, vitaminähnlichen Stoffs erhöht die Konzentration von Glutathion sowie Vitamin C und E in der Augenlinse und hemmt das Enzym Aldosreduktase.

Leber präventiv schützen und
Lebererkrankungen therapieren

Alpha-Liponsäure kann die Leber schützen durch die oben beschriebenen antioxidativen Eigenschaften, indem sie die oxidative Schädigung von Lipopolysaccharide, Arsen, Giftstoffen aus Umwelt oder Arzneimitteln reduziert. Sie regeneriert andere wichtige Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und Glutathion und bereitet das Coenezym Q10 und NAD (NicotinamidAdeninDinucleotid) wieder körperwirksam auf. Die Fettsäure wird gegen das Fortschreiten von nicht-alkoholischer Leberverfettung, Leberfibrose und Leberzirrhose sowie in der Prävention eingesetzt.

Schwermetallvergiftung

Schwermetalle werden im Körper gespeichert und reichern sich im Gewebe an. Auch wenn der Organismus von der weiteren Einwirkung einer schädlichen Schwermetallquelle entfernt wurde, bleibt eine Belastung des Körpers durch die gespeicherten Schwermetalle bestehen, die nach und nach freigesetzt werden. Chelatbildner wie Alpha-Liponsäure können das natürliche Ausscheiden von Schwermetallen begünstigen, indem sie zweiwertige Ionen komplexieren. Hier sind die besonderen Eigenschaften der Alpha-Liponsäure hilfreich, denn sie kann in allen Bereichen des zentralen und peripheren Nervensystems wirken, sogar im Gehirn, im Gegensatz zu vielen anderen Chelatbildern.

Zellalterung aufhalten

Mit dem Alter nimmt die körpereigene Produktion von Alpha-Liponsäure ab. Die gleichzeitige Zellalterung lässt mehr freie Radikale entstehen. Dagegen kann eine zusätzliche Einnahme von Alpha-Liponsäure den oxidativen Stress reduzieren. Als Radikalfänger und Unterstützer weiterer antioxidativer Substanzen wie Vitamin C und E sowie mitochondrialer Enzyme wie Isocitrat-Dehydrogenase, Succinat-Dehydrogenase und Cytochrom-c-Oxidase kann Alpha-Liponsäure unterstützend dem Alterungsprozess entgegenwirken.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

 

Vitamin B1 (Thiamin)

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Bezugsquelle:  Vitamin B-100 Complex (Vitamin B1 als Thiamin HCL: 100mg/Kapsel)

Nummer 1 der B-Vitamine

Thiamin, auch Vitamin B1 genannt, gehört zum Vitamin-B-Komplex. Für die gesunde Funktion der Nervenzellen besitzt Thiamin eine wichtige Bedeutung im menschlichen Organismus. Es ist gut wasserlöslich und reagiert empfindlich auf Hitze.

Vitalstoff im Stoffwechsel

Vor rund 100 Jahren war Thiamin eines der ersten Vitamine, die entdeckt wurden (1897). Vitamin B1 spielt eine wichtige Rolle beim Kohlenhydratestoffwechsel. Bei der Umwandlung von Kohlenhydraten in Glukose (Zucker) ist das Vitamin B1 für den Energiestoffwechsel von Nerven, Gehirn und Muskeln unentbehrlich. Es spielt eine Rolle für Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis. Bei Alkoholmissbrauch entsteht ein erhöhter Bedarf. Mangelerscheinungen können sich äußern durch neurologische Störungen, Herzinsuffizienz oder Muskelatrophie.

Energiegewinnung

Um seine Aufgabe im Kohlenhydratstoffwechsel zu erfüllen wird das Thiamin zunächst in der Leber umgewandelt in die bioaktive Form des Vitamins, das Thiamindiphosphat. Es übernimmt Funktion als Coenzym bei der Gruppenübertragungsreaktion des Energiestoffwechsels.

Wichtig im Nervensystem

Darüber hinaus ist es beteiligt an der Produktion von wichtigen Neurotransmittern wie GABA und Serotonin, also Botenstoffen, die im Gehirn die Reizweiterleitung übernehmen. Als Vorstufe von Acetycholin beeinflusst es die Bildung eines weiteren Botenstoffs. Im zentralen wie im peripheren Nervensystem nimmt Vitamin B1 entscheidenden Einfluss auf die Informationsübertragung von Nerven zu Muskeln. Thiamin wirkt sich günstig auf die Regeneration von Nervengewebe aus.

Erste Reserve

Thiamin liegt im menschlichen Körper besonders konzentriert in Gehirn, Leber, Niere und der Skelett- und Herzmuskulatur vor. Ein gesunder Erwachsener vermag 25 bis 30 Milligramm Vitamin B1 zu speichern. Diese Reserve hält auch bei Nahrung ohne Thiamin rund einen Monat, danach müssen die Speicher wieder aufgefüllt werden, um die essentiellen Stoffwechselvorgänge zu gewährleisten, an denen Thiamin beteiligt ist. Alkohol sorgt für einen schnelleren Abbau von Vitamin B1 und gleichzeitig hemmt es die Aufnahme. Die Absorption von Vitamin B1 kann auch durch säurebindende Medikamente oder schwarzen Tee verringert werden.

Vorkommen

Wie fast alle B-Vitamine kommt auch Vitamin B1 in den Randschichten von Getreiden vor. Weil die innere Schale (Silberhäutchen) von Getreide, beim Schälen oft wegfällt, kommen Mangelerscheinungen häufig in Südostasien vor, wenn sich Menschen hauptsächlich von poliertem Reis ernähren. Haferflocken, Kleie und Nüsse sowie Hefe und Fleisch sind gute Vitamin-B1-Lieferanten. Thiamin ist hitzeempfindlich.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Carnitin(L-Carnitin)

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Vitaminähnlicher Vitalstoff

Carnitin, bzw. L-Carnitin, ist ein vitaminähnlicher Vitalstoff. Im Körper kann er teilweise aus den Aminosäuren Lysin und Methionin synthetisiert werden, vorausgesetzt dass Vitamin C, Vitamin B6, Niacin und Eisen ausreichend zur Verfügung stehen. Über die Hälfte des Bedarfs wird jedoch über die Nahrung gedeckt. Carnitin ist an zahlreichen biochemischen Prozessen im menschlichen Organismus beteiligt. Besonders wichtig ist die Eiweißverbindung, weil sie langkettige Fettsäuren verwertet und dadurch zur Energiegewinnung beiträgt.

Da, wo viel Energie gebraucht wird

Der Löwenanteil des Carnitins im Körper befindet sich mit rund 98 Prozent im Muskelgewebe und im Herzen. Dort ist der Umbau von Fettsäuren in Energie besonders wichtig. Im Leistungssport ist ein Einsatz der Eiweißverbindung zur Regeneration nach sportlicher Anstrengung bekannt und gilt in der Branche als Leistungsförderer und Fatburner. Zur Fettverbrennung wurde auch bei Diäten zum Abnehmen experimentiert, da Carnitin für die Fettverbrennung zuständig ist, allerdings nur wenn sich die Muskulatur aktiv bewegt.

Essentiell für die Energiezufuhr

Carnitin wirkt als Rezeptormolekül für verschiedene Fettsäuren. Der Körper benötigt den körpereigenen Stoff im Wechselspiel mit dem Coenzym A in seiner Transportfunktion, als sogenannter Biocarrier. Langkettige Fettsäuren können ausschließlich in die innere Mitrochondrienmembran gelangen, wenn sie an Carnitin gebunden sind. Von dort erreichen sie die Stelle, wo die Energie benötigt wird. Der vitaminähnliche Stoff ist bedeutsam für Zufuhr, Produktion und Speicherung von Energie. Gerade das sensible Immunsystem benötigt viel Energie, um seine Schutzfunktion aufrechtzuerhalten. Die Zellteilungs- und Syntheserate ist daher sehr hoch. Carnitin ist an Zellteilungsprozessen beteiligt. Der hohe Carnitingehalt in Leukozyten deutet auf die Bedeutung des Vitalstoffs für die Immunabwehr hin.

Carnitin beeinflusst den gesamten Stoffwechsel, insbesondere Zellstoffwechsel und Kohlenhydratstoffwechsel. Es soll einen positiven Einfluss auf Gehirnleistungen und Konzentration besitzen und bei der Entgiftung helfen.

Carnitinaufnahme über die Nahrung

Für gewöhnlich nimmt der Mensch bei ausgewogener Ernährung durchschnittlich zwischen 100 und 300 Milligramm des vitaminähnlichen Stoffs durch die Nahrung auf, abhängig von den gewählten Lebensmitteln, die unterschiedliche Konzentrationen des Vitalstoffs aufweisen. Der höchste Carnitinlieferant ist rotes Fleisch, gefolgt von Ziegenkäse und Milchprodukten. Der Carnitinanteil bei pflanzlichen Lebensmitteln liegt deutlich darunter. Vegetarier und Veganer erreichen dadurch eher eine geringere durchschnittliche Zufuhr. Insbesondere bei der Kombination von vegetarischer oder veganer Ernährung mit extremen Sportleistungen kann es sinnvoll sein, den Carnitinanteil zu prüfen. Die körpereigene Eiweißverbindung wird teilweise im Körper durch Biosynthese hergestellt. Der genaue Bedarf durch Nahrung ist nicht bekannt. Aufgrund der Bedeutsamkeit in den biochemischen Abläufen kann der Körper eine Reservemenge von etwa 20 bis 25 Milligramm Carnitin speichern. In kurz anhaltenden Mangelperioden kann das Depot abgerufen werden und der Mangel ausgeglichen werden.

Männer haben für gewöhnlich einen höheren Carnitin-Anteil im Körper als Frauen. Carnitin ist wasserlöslich. Etwa 20 Milligramm werden täglich über den Urin ausgeschieden. Dialysepatienten weisen oft sehr niedrige Carnitinwerte auf, weil bei der Hämodialyse der Vitalstoff aus dem Blut ausgewaschen wird.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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