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Neembaum (Azadirachta indica)

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neem
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Ein Baum für alle Fälle

Der Neembaum oder auch Niembaum (Azadirachta indica) gehört in die Familie der Mahagonigewächse (Meliaceae). Jahrhundertealte Anwendungen haben seine Wirksamkeit gezeigt, die heute in Medizin und Landwirtschaft genutzt werden. In der Landwirtschaft wird die schädlingsbekämpfende Wirkung geschätzt für Pflanzenschutz und Vorratsschutz (Insektizid, Fungizid, Dünger, Futtermittel). In Deutschland ist beispielsweise das Pflanzenschutzmittel NeemAzal/T-S zugelassen.

Die Inhaltsstoffe des geheimnisvollen Baumes sind bis heute noch nicht vollständig erforscht, denn Neem enthält über 100 chemische Inhaltsstoffe, in unterschiedlichen Zusammensetzungen in Rine, Stammholz, Blättern und Früchten.

Wächst schnell in tropischem Klima

Der Neembaum gedeiht in tropischen und subtropischen Klimazonenwie Indien, Pakistan und Burma und wird bis zu 30 oder gar 40 Meter hoch. In Indien wächst er an buchstäblich jedem Straßenrand. Der rasch wachsende Baum kann bis zu 200 Jahren alt werden. Seine Verbreitung hat durch seinen enormen Nutzwert zugenommen.

Inhaltsstoffe

Als sicher gilt, dass einer der besonders wirksamen Inhaltsstoffe, das Triterpenoid Azadirachtin aus dem Öl der Samenfrüchte, wie ein Insektizid wirkt. Die Samen enthalten rund 40 Prozent Öl.

Außerdem erwähnenswert sind Slannin, Meliantriol, Nimbin und Nimbidin. Natürlich enthält Neem ätherische Öle, sowie Gerbsäure, Phosphor, Harz, Hyperosid, Linolsäure, Quercetin, Myristizinsäure, Rutin und Schwefel.

Antibakteriell und antiviral

Präparate aus dem Neembaum können antibakteriell und antiviral wirken. In Volksheilkunde und in der Landwirtschaft werden diese Eigenschaften genutzt.

Pflanzenteile für die Anwendung

Innerlich lassen sich nur die Blätter einnehmen. Sehr stark wirkend und daher nur für äußerliche Anwendung geeignet sind die Samen und das Neembaumöl aus den Samen.

Seit 2.000 Jahren erfolgreich

Indische Ärzte setzen Neemprodukte seit Jahrtausenden in der ayurvedischen Medizin erfolgreich ein gegen zahlreiche Beschwerden und Krankheiten. Indikationen sind erhöhter Cholesterinspiegel und Bluthochdruck, Diabetes Mellitus und gegebenenfalls Krebs, Hepatitis, Lepra, Nesselsucht, Anämie, Schilddrüsenerkrankungen und Verdauungsbeschwerden. Darüber hinaus gilt Neem als sehr wirksam gegen Kopfläuse und Hausstaubmilben.

Blätter des Neembaum

Die frischen Blätter werden gekaut oder als Tee zubereitet. Dafür sind auch getrocknete Blätter geeignet. Der Saft aus frischen Neemblättern soll gegen Bluthochdruck helfen, gegen Blasenentzündung, Leberschwäche und Darmbeschwerden.

Verhütung

Bei täglichem Kauen von frischen Neemblättern soll bei Frauen angeblich ein empfängnisverhütender Effekt eintreten, der verhindern soll, dass sich befruchtete Eier in der Gebärmutterschleimhaut einnisten. Spermizid (spermienabtötend) soll außerdem Neemöl mit Creme angerührt wirken, wenn es vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt wird. Medizinisch gilt dieser Gebrauch als unsicher. Es wird nicht empfohlen, sich auf die traditionelle Überlieferung zu verlassen.

Äußerlich angewendet

Neembaumöl ist in vielen Kosmetika enthalten. Therapeutisch kann es bei leichten Pilzinfektionen eingesetzt werden, aber auch bei neuralgischen Schmerzen oder Rheumabeschwerden. Bei Hautproblemen aller Art kann Neemöl hilfreich sein, auch bei Juckreiz auf der Haut. Für größere Hautstellen eignet sich auch eine Mischung aus Olivenöl oder Mandelöl mit Neemölbeimischung.

Einige Öltropfen auf heißem Wasser können bei Inhalation positiven Einfluss auf Husten und entzündliche Atemwegsbeschwerden nehmen.

Insektenschutz

Eine Tinktur aus den Samen wehrt Insekten ab. Der Kaltauszug aus den Samen kann als Pflanzenschutzmittel gegen Schädlinge eingesetzt werden.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Mexican Wild Yam
(Yamswurzel)

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yams
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Bezugsquelle: Mexican Wild Yam

Hormonelle Heilmittel aus der Yamsknolle

Die Yamswurzel (Dioscorea), auch Yams genannt, gehört zur Familie der Yamswurzelgewächse (Dioscoreaceae), die ursprünglich aus den Tropen stammt. Yams ist in Südamerika, Afrika und der Karibik stark verbreitet. Unter rund 800 bekannten Arten sind einige Pflanzen, die als Grundnahrungsmittel genutzt werden. Darüber hinaus werden sie von der Bevölkerung seit Urzeiten für ihre Heilwirkung geschätzt. Der Geschmack der Wurzelknollen ähnelt Esskastanien oder Kartoffeln. Alle Yamsarten sind roh giftig.

Die Art mit den meisten Wirkstoffen

Besonders wirkstoffreich ist die mexikanische wilde Yamswurzel (Dioscoreo machrostachya mexicana, auch genannt Cabeza). Sie gilt als die beste Yamswurzelart für eine natürliche Empfängnisverhütung. Darüber hinaus sagt man der mexikanischen wilden Yamswurzel nach, sie sei krampflösend und entzündungshemmend, harn- und galletreibend sowie leberwirksam.

Traditionelle Verwendung der Yamswurzel

Die Ureinwohner Nordamerikas verwendeten die Wurzel des wilden mexikanischen Yams entweder frisch oder schonend getrocknet und zu Pulver zerrieben. Es wurde als Heilmittel verschieden dosiert angewendet, je nachdem zur Empfängnisverhütung aber auch bei Kinderwunsch. Es galt als Hilfsmittel bei Menstruationsbeschwerden und Wechseljahrproblemen.

Das Diosgenin aus Mexican Wild Yam kann als Vorstufe von Körperhormonen betrachtet werden. Die Wirkung entfaltet sich offenbar synergetisch im Zusammenspiel der verschiedenen Pflanzeninhaltsstoffe. Die Wirkung kommt damit dem Hormon Gestagen nahe, das den Zervixschleim der Scheide zäh werden läßt und als Hemmnis für die Spermien aufbaut. In der Alternativmedizin wird bei täglicher und ununterbrochener Einnahme von wilder mexikanischer Yamswurzel in genauer Dosierung von einem Empfängnisschutz bis zu 97 Prozent ausgegangen, eine sehr umstrittene Annahme.

Die Inhaltsstoffe

Die wilde mexikanische Yamswurzel enthält Steroidsaponine (primär Dioscin), Phytosterole (β-Sitosterol), Alkaloide, Gerbstoffe und Stärke.

Dioscin, Basis der ersten Antibabypille

Das Dioscin-Spaltprodukt Diosgenin entdeckte ein japanischer Wissenschaftler um 1936. Der Stoff führte zur Entdeckung von Progesteron, einem weiblichen Geschlechtshormon, sowie dem Nebennierenhormon Cortison. Ein besonders hoher Gehalt des Steroids Diosgenin weist die wilde mexikanische Yamswurzel auf. 1942 gelang es dem amerikanischen Forscher Russell Marker, im Labor das weibliche Hormon Progesteron zu produzieren, Basis der ersten Antibabypille.

Aus dem Diosgenin wildwachsender Yamswurzeln kam in den Fünfziger Jahren die Antibabypille auf den Markt. Die Nachfrage nach der Wunderknolle war so groß, dass Mexiko die Pflanze in den Siebziger Jahren mit einem Ausfuhrverbot belegte. Als Alternative wurden andere Arten herangezogen, zum Beispiel die nordamerikanische Barbasco-Variante und die chinesische Shen-Yao-Yamswurzel. Sie war in China seit Jahrtausenden bekannt als Mittel gegen Scheidenausfluss oder vorzeitigen Samenabgang (Spermatorrhoe). Außerdem wurde sie in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt als Therapie gegen Diabetes, Nierenentzündung, die Unterfunktion der Schilddrüse und chronischen Husten, sowie als Tonikum bei Müdigkeit und Appetitlosigkeit.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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