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MSM (Methyl Sylfonyl Methan)

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msm
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Gut zu Gelenken

Methylsulfonylmethan, abgekürzt MSM, (eng verwandt mit Dimethylsulfon (DMSO), das bei der Aufnahme in den Körper einen relativ unangenehmen Fischgeruch erzeugen kann) ist eine organische, schwefelhaltige Verbindung. Es wird für seine positive Wirkung bei Gelenkbeschwerden seit langer Zeit geschätzt. Methylsulfonylmethan soll einen Mangel an Schwefel im Körper ausgleichen.

Der Körper enthält für gewöhnlich fünf Mal mehr Schwefel als Magnesium und vierzig Mal mehr Schwefel als Eisen. Insgesamt besteht der menschliche Körper zu 0,2 Prozent aus Schwefel.

Vorkommen

Besonders in Kuhmilch und Kaffee ist Methylsulfonylmethan enthalten.

Wirkung auf den Organismus

Methylsulfonylmethan besitzt entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften. Besonders soll der Einsatz gegen Gelenkbeschwerden wirksam sein, bei Arthrose oder Arthritis. Offenbar kann es gefäßerweiternd wirken.

Es soll positiven Einfluss auf Allergien nehmen können und unterstützt das Immunsystem. Es ist beteiligt an der Produktion von körpereigenen Aminosäuren und damit an der Eiweißstruktur von Zellen und Geweben sowie vielen Enzymen.

Traditionell wird Methylsulfonylmethan eine mögliche Wirkung zugeschrieben bei Durchblutungsstörungen, Depressionen, schlaffem Bindegewebe und sprödem Haar.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Aminosäuren

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aminosaeuren
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Grundbausteine des Lebens

Sämtliche Eiweiße (Proteine) im menschlichen Körper sind aus Aminosäuren gebildet. Sie sind die kleinsten Bausteine der Proteine. Im menschlichen Erbgut sind 22 Aminosäuren codiert, aus denen lebenswichtige Proteine entstehen, indem verschieden zusammengestellte Ketten von Aminosäuren durch Peptidbindung zu Eiweißmolekülen (Proteinen) mit unterschiedlichen Funktionen kombiniert werden. Tausende von verschiedenen Proteinen werden durch Aminosäuren gebildet, alle mit unterschiedlichen Aufgaben. In der Biochemie des menschlichen Körpers sind sie wichtig für den Aufbau von Muskeln und Gewebe, Hormonen, die Bildung von Botenstoffen im Gehirn sowie Enzyme. Aminosäuren sind die Grundlage für das reibungslose Funktionieren des Stoffwechsels. Immerhin rund 20 Prozent des menschlichen Körpergewichts bestehen aus Eiweißen.

Keine Aminosäure darf in einem gesunden Organismus fehlen

Der Körper kann nicht alle zweiundzwanzig Aminosäuren selbstständig durch Biosynthese herstellen. Daher müssen die sogenannten essentiellen Aminosäuren durch die Nahrung zugeführt werden, denn sie sind unersetzlich für einen funktionierenden Organismus. Fehlt nur eine davon, ist die Funktion aller Proteine betroffen. Ein Mangel an Aminosäuren bringt eine erhebliche Beeinträchtigung der Gesundheit mit sich. Einige sogenannte Zivilisationskrankheiten können unter anderem auf mögliche Stoffwechselstörungen zurückzuführen sein, wie beispielsweise Arthrose, so hoher Cholesterinspiegel, Diabetes, Erektionsstörungen, Übergewicht, usw.

Über die zweiundzwanzig proteinbildenden Aminosäuren hinaus existieren noch weit über 200 Aminosäuren, die an der Eiweißbildung nicht beteiligt sind aber wichtige Funktionen bei den chemischen Abläufen in den Zellen besitzen.

Unentbehrliche Aminosäuren aus der Nahrung

Folgende acht essentielle Aminosäuren können nicht im menschlichen Stoffwechsel hergestellt werden. Dieser Bedarf muss durch die Nahrung gedeckt werden. Diese acht Aminosäuren heißen Leucin, Isoleucin, Methyonin, Threonin, Valin, Lysin, Phenylalanin und Tryptophan. Säuglinge benötigen darüber hinaus Histidin und Arginin. Besonders viele Eiweißbausteine sind in Lebensmitteln enthalten wie Fleisch und Fisch, in Eiern, Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Soja und Getreide. Um Aminosäuren aus der Nahrung aufnehmen zu können, schließt der Organismus die Lebensmittel bei der Eiweißverdauung im Darm in einzelne Aminosäuren auf.

Aminosäuren nehmen Schlüsselpositionen bei der biochemischen Funktion des gesamten Organismus ein. Die unterschiedlichen Funktionen sollen durch einige wenige Beispiele illustriert werden: Als Baustein für Kollagen kommt Lysin eine große Bedeutung für das Herz-Kreislaufsystem zu. Kollagen ist Bestandteil der Gefäßwände, so dass Lysin Stabilität und Festigkeit der großen wie auch der kleinen Blutgefäße unmittelbar beeinflusst. Eine Aminosäurenkombination, die bei Sportlern als regenerations- und leistungsfördernd bekannt ist, heißt BCAA (Branched Chain Amino Acids) und besteht aus Valin, Leucin und Isoleucin. Wiederum ist Arginin bedeutend für die Leitungsfähigkeit des Herzens. Diese Aminosäure ist Vorstufe eines Botenstoffes, der die Erweiterung der Gefäßmuskulatur kontrolliert und damit für die Blutzirkulation verantwortlich ist. An der Neurotransmittersynthese ist Phenylalanin beteiligt, während Tryptophan die Grundsubstanz für Serotonin liefert. Die Regelung des Gehirnstoffwechsels erfolgt über Isoleucin, Leucin und Valin.

Bedarf an Aminosäuren

Der Proteinbedarf von Babys und Kindern ist wachstumsbedingt höher als der von Erwachsenen. Das Gleichgewicht von Aminosäuren wird durch die Leber als zentrales Organ des Aminosäurestoffwechsels geregelt. Die Leber ist das einzige Organ, das über eine komplette Enzymausstattung zum Abbau von Aminosäuren verfügt. Bleibt eine essentielle Aminosäure bei der Nahrungsaufnahme aus, kann die Leber gespeicherte Stoffe freisetzen und so den Aminosäurespiegel im Blut konstant halten. Die verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin werden vor allem in der Skelettmuskulatur und im Herzmuskel verstoffwechselt.

Bei Operationen und Leistungssport, aber auch bei Reduktionsdiäten steigt der Bedarf an Proteinen. Das gilt auch für katabole Stoffwechselzustände bei Verbrennungen, Verletzungen, Krebs, Chemotherapie, AIDS oder Knochenmarkstransplantation. Die Körperfett- und Proteinspeicher werden dann zur Versorgung mit Energie und Aminosäuren für die Immunantwort und die Wundheilung mobilisiert. Eine erhöhte Freisetzung von Glutamin aus der Skelettmuskulatur ist insbesondere für das Immunsystem von Bedeutung.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Kollagenhydrolysat

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Bioverfügbarer Wirkstoff aus Kollagen

Kollagenhydrolysat wird aus Kollagen gewonnen, einem Strukturprotein, das für die Festigkeit von Bindegewebe sorgt. Beim Hydrolyse-Vorgang werden die Biomoleküle wie beispielsweise Fette, Polysaccharide, Proteine, etc. in ihre Bausteine zerlegt. Das geschieht durch Wärme, Basen oder schwache Säuren und Enzyme. Das Ergebnis sind dann enzymatisch hydrolysierte Kollagene, die gereinigt, konzentriert und sterilisert werden. Das Kollegenhydrolysat ist wasserlöslich und emulsionsstabilisierend, geliert aber nicht.

Bioaktive Kollagen-Eiweiße

Kollegenhydrolysate sind durch ihre Reinheit und den neutralen Geschmack sehr vielseitig. Im Gegensatz zu Gelatine, die ähnlich hergestellt aber nicht enzymatisch aufgebrochen wird, geliert dieses kollagene Eiweiß nicht. Gelatine besteht aus relativ langen Aminosäuren, Kollagenhydrolysat dagegen aus kurzen Aminosäuren, den Peptiden. Der Vorteil ist eine verbesserte Bioverfügbarkeit, denn Peptide können über die Darmwand direkt absorbiert werden.

Kollagenhydrolysat in Wasser auflösen

Das weiße, geruchslose Pulver kann in kalten Flüssigkeiten aufgelöst werden. Es schäumt, es emulgiert, was etwas Konsistenz ergibt, und bindet. In Kollagenhydrolysat steht seit vielen Jahren eine ergiebige und bioverfügbare Eiweißquelle zur Verfügung, die vor allem in der Sportlernahrung Anwendung findet. Im Gegensatz zu Soja, aus dem ebenfalls ein Protein-Hydrolysat ghergestellt wird, besitzt Kollagenhydrolysat keinen bitteren Geschmack.

In Kosmetika beliebt

Es wird in Kosmetika und in der Pharmaindustrie gerne verwendet, zum Beispiel bei Haut- und Pflegeprodukten. Durch seinen filmbildenden Charakter sorgt es für ein Glättegefühl der Haut und hält die Feuchtigkeit. In der Haarpflege verbessert es die Kämmbarkeit und die gleichmäßige Aufnahme von Farbe in Haarfärbeprodukten.

Im Einsatz für die Knochenstabilität

Bei Osteoporose, früher Knochenschwund genannt, reduziert sich die Knochendichte. Die Knochenmasse wird schneller abgebaut als aufgebaut und dadurch entsteht ein großes Risiko für Knochenbrüche. Besonders Frauen leiden unter dieser Knochenkrankheit.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt an, dass 15 Prozent der 50 bis 59-Jährigen unter Osteoporose leidet und 70 Prozent der über Achtzigjährigen. Kollagen-Hydrolysat kann den Knochenaufbau bioaktiv unterstützen.

Im Einsatz für die Gelenkgesundheit

Bei Arthrose, einer degenerativen Gelenkerkrankung, wird der Gelenkknorpel abgebaut, der einen geschmeidigen Puffer zur Aufrechterhaltung der reibungslosen Bewegung der Knochen bietet. Klinische Studien haben den Einsatz von Kollagenhydrolysat positiv bewertet, da durch die gute Bioverfügbarkeit des Kollagen-Eiweißes die Zellen dazu angeregt wurden, neue Knorpelmasse zu bilden. Es wurde ein Aufhalten der Degeneration von Knorpelmasse beobachtet sowie eine Regenration der Gelenkstrukturen. Offenbar können sich die kurzen Peptidketten aus Kollagenhydrolysat in den Gelenken anreichern.

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Glycin (E 640)

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glycin
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Bestandteil fast aller Proteine

Glycin(Glyzin, Glykoll, abgekürzt auch Gly) ist eine proteinogene (eiweißbildende) Aminosäure, die im menschlichen Organismus synthetisiert werden kann. Daher gehört sie nicht zu den essentiellen Aminosäuren, die ausschließlich über die Nahrung zugeführt werden müssen. Als Bestandteil von fast allen Proteinen spielt es eine wichtige Rolle im menschlichen Stoffwechsel.

In vielen Lebensmitteln enthalten

Glycin ist ein Baustein zahlreicher Proteine (Eiweiße). Es kommt in natürlicher Form in vielen eiweißhaltigen pflanzlichen wie tierischen Lebensmitteln vor. Zusätzlich wird die Aminosäure von der Lebensmittelindustrie unter der Bezeichnung E 640 vielen Lebensmitteln als Geschmacksverstärker beigesetzt, beispielsweise in Süßstofftabletten oder für längere Haltbarkeit bei Schinken oder Marzipan.

Bedeutsam für Erbsubstanz

Glycin entsteht im Körper unter anderem aus der Aminosäure Serin. Bei diesem biochemischen Vorgang werden zusätzlich Vorstufen von Thymin-Nukleotiden freigesetzt, ein Bestandteil der Erbsubstanz (DNA) des Menschen. Glycin unterstützt außerdem weitere Bausteine der Erbsubstanz, die Purine.

Wirkt im Zentralnervensystem

Glycin fungiert als häufigster Botenstoff (Neurotransmitter) im zentralen Nervensystem im Rückenmark sowie im Hirnstamm. Es ist unter anderem stark beteiligt an der Muskelaktivität. Es transportiert über den Glycinrezeptor Informationen von Zelle zu Zelle als inhibitorischer Signalstoff. Das bedeutet, dass die jeweils nachfolgende Zelle in ihrer Aktivität gehemmt wird, zum Beispiel bei Muskelkontraktionen kann das wichtig sein.

Die Bedeutung wird klar, wenn die Produktion von Glycin unterdrückt wird. Das geschieht beispielsweise bei der Krankheit Tetanus (Wundstarrkrampf). In der Folge können Muskeln so verkrampfen, dass die Krankheit bei Nichtbehandlung zum Tod führen kann. Ein ähnlicher Effekt tritt durch Strychnin ein, das als Rattengift bekannt ist. Die Freisetzung von Glycin wird unterdrückt, es kann die Hemmung der Muskelaktivität nicht durchführen und es kommt zu lebensbedrohlichen Krämpfen.

Biochemischer Grundstoff

Glycin ist zusammen mit Arginin an der Bildung von Energiespeichern im Muskel, dem Kreatin beteiligt. Es dient auch zur Biosynthese von Glutathion und unterstützt so das Immunsystem. Für die Sauerstoffversorgung durch das Blut ist Glycin bei der Produktion von Häm wichtig, der im Blutfarbstoff Hämoglobin Sauerstoff in die Zellen transportiert. In der Verdauung spielt Glycin durch die Beteiligung an der Produktion von Gallensäure eine Rolle.

Die Aminosäure Glycin macht zu rund einem Drittel das Strukturprotein Kollagen aus. Es stabilisiert Bindegewebe, Knochen, Haut und Zähne.

Therapeutischer Nutzen

Glycin kann positiv auf den Blutzuckerspiegel wirken, indem es die Freisetzung von Glucagon unterstützt. Die Aminosäure kann positiven Einfluss nehmen bei Erkrankungen wie Arteriosklerose oder Gicht.

Hinweis

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Bromelain (Bromelin)

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Hilfreiches Enzym für die Verdauung

Als Bromelain (auch Bromelin) werden zwei Eiweiß-spaltende Enzyme aus der Familie der Cysteinproteasen bezeichnet. Der Wirkstoff wurde 1891 entdeckt und 1957 erfolgreich aus der frischen Ananas gewonnen und therapeutisch eingesetzt. Sowohl der Stamm der Pflanze als auch die Frucht besitzen eine hohe Konzentration des Wirkstoffs und werden zur Gewinnung genutzt. Bromelain ist beteiligt am Abbau von Fibrin, einem Eiweißstoff im Blut, der die Blutzirkulation vermindern kann. Daher hat Bromelain Wirkung auf die natürlichen Fließeigenschaften des Blutes, es wirkt gerinnungshemmend und auch entzündungshemmend.

Eiweiße zu zerlegen, ist für den Körper kompliziert und der Eiweißstoffwechsel muss störungsfrei funktionieren. Bromelain kann als natürliche Verdauungshilfe Proteine in kleinere Untereinheiten spalten, die vom Körper leichter aufgenommen werden können.

In Industrie und heimischer Küche

Bromelain wird in der Lebensmittelindustrie als Zartmacher für Fleisch eingesetzt, zur Fruchtsaftklärung, zum Stabilisieren von Latexfarben und zur Lederaufbereitung. Gelatine bekommt eine weichere Konsistenz durch den Zusatz von Bromelain. Der eiweißabbauende Effekt von natürlichem Bromelain kann beispielsweise bei einem gelatinehaltigen Tortenguss auf Obstkuchen beobachtet werden, wenn frische Ananasstückchen das Gelieren verhindert oder sich ein bitterer Geschmack einstellt. Bei Dosenananas findet diese Reaktion nicht statt, da Bromelain beim Erhitzen über 50° verloren geht.

Therapeutischer Einsatz von Bromelain

Als Verdauungshilfe wird Bromelain therapeutisch verwendet und kann beispielsweise bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, die normalerweise Verdauungsenzyme bereitstellt, durch seine eiweißspaltenden Eigenschaften die Verdauung unterstützen.

Laut der deutschen Fertigarzneimittelzulassung kann es eingesetzt werden bei akuten Schwellungszuständen nach Operationen und Verletzungen, besonders bei Nase und Nebenhöhlen. Der Wirkstoff kann Schwellungen hemmen und Blutgerinnung hinauszögern.

In Kombination mit einem Antibiotikum gehört Bromelain zum therapeutischen Spektrum der zahnärztlichen Implantologie. Dabei werden meist magensaftresistente Tabletten oder Kapseln verwendet, die den Wirkstoff erst im Dünndarm freisetzen, da das Bromelain sonst im Magen bereits abgebaut wird. Eine Selbstmedikation ohne ärztliche Aufsicht wird nicht empfohlen. In vitro-Studien deuten auf wundheilende und antimetastasische Eigenschaften des Ananas-Wirkstoffs hin. Es werden positive Effekte auf Enddarmveränderungen und verschiedene Arten Krebs vermutet. Als wissenschaftlich belegt können die Studien nicht gelten und eine ausschließlich Therapie mit Bromelain ist keineswegs möglich.

Bromelain findet sich außerdem in zahlreichen Nahrungsergänzungsmitteln und diätischen Lebensmitteln. Mit zunehmendem Alter kann die Fähigkeit des Körpers, Enzyme herzustellen, sich vermindern und Verdauungsstörungen auslösen. Bromelain kann eine unterstützende Verdauungshilfe bieten.

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Chlorella (Mikroalge)

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Superfood zur Entgiftung

Die Mikroalgen Chlorella (Chlorella pyrenoidosa und Chlorella vulgaris) gehören zu den Süßwasseralgen und sind weit verbreitet. Unter Botanikern ist der Name Chlorella sehr bekannt, weil Melvin Calvin an dieser Pflanze die Photosynthese erforschte und dafür 1961 den Nobelpreis erhielt. Da die Süßwasseralge in der Lebensmittelindustrie und als Heilpflanze in der Alternativmedizin verwendet wird, wird sie auch gezielt gezüchtet. 1999 eröffnete die erste Anlage in Deutschland in Klötze/Altmark mit einem 500 Kilometer langen Glasröhrensystem zur Zucht der Mikroalgen. Die hochentwickelten Lebewesen sind winzig kleine Einzeller und gleichzeitig Überlebenskünstler, die sich im Laufe der Millionen von Jahren immer an die Lebensverhältnisse angepasst haben. Da es sich um eine Süßwasseralge handelt, gilt Chlorella als weitestgehend jodfrei. Insbesondere aus der Zucht ist ein sehr reiner Rohstoff erhältlich.

Gifte binden und ausscheiden

Chlorella enthält viel Eiweiß, teilweise 60 bis 70 Prozent. Acht essentielle Aminosäuren in einem ausgewogenen Verhältnis sind Bestandteil der Mikroalge.

Den größten Nutzen entfaltet die Mikroalge jedoch durch ihre entgiftenden Eigenschaften. Der Mensch ist ständig Umweltgiften, Pestiziden, schädlichen Schimmelpilzsporen oder Giften aus Zahnfüllungen ausgesetzt. Metalle und Gifte werden oft auch unsichtbar mit der Nahrung aufgenommen. In vielen Deos befindet sich Aluminium, viele Zahncremes enthalten Fluor und auch das Trinkwasser kann belastet sein. Aluminium, Arsen, Blei, Kadmium oder Quecksilber – Schwermetalle reichern sich im Körper an und können Beschwerden verursachen, die man vielleicht gar nicht mit diesen Giften in Verbindung bringt. Es ist daher gut, mit natürlichen Mitteln etwas für die Entgiftung des Körpers zu tun. Die Chlorella-Alge kann Schwermetalle und andere toxische Stoffe binden und über den Darm schnellstmöglich zur Ausscheidung aus dem menschlichen Organismus bringen.

In Nahrungsergänzungsmitteln wird versucht, die Alge durch eine Vorbehandlung für den Menschen besser verwertbar zu machen durch Zellwandaufbrechung. Als beste Technik gilt der Mikronisierungs-Prozess in einem Kaltverfahren. Hersteller berichten von einer fünfzigfach höheren Fähigkeit zur Entgiftung der drei toxischen Giftgruppen Schwermetalle, chemische Gifte und Mykotoxine, die bei Schimmel- oder Fäulnisprozessen entstehen können.

Die Chlorophyllbombe

Keine Pflanze enthält mehr Chlorophyll als die tiefgrüne Chlorella. Die chemische Struktur von Chlorophyll ist erstaunlicherweise fast identisch mit der des menschlichen Bluts. Chlorophyll kann im menschlichen Körper positive Effekte für das Blut haben, ist mineralstoffhaltig und ein interessanter Vitalstoff für die Gesundheit. Der Zellschutz wird aktiviert und die antioxidative Wirkung kann freie Radikale unschädlich machen. Die Regenerationsfähigkeit der Körperzellen wird unterstützt. Es wirkt in der Leber und hilft, toxische Stoffe zu binden und über den Darm auszuscheiden. Darüber hinaus ist Chlorophyll stark basisch und kann ein Faktor für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt sein. (vgl. ua. Egner PA et al., Proc Natl Acad Sci USA 2001, „Chlorophyllin intervention reduces aflaxtoxin-DANN adducts in individuals as high risk for liver cancer.“).

Fettsäuren aus der Mikroalge

Mehr als 30 Fettsäuren sind in den Mikroalgen enthalten. Über 30 Prozent davon sind ungesättigte Fettsäure, ein weiteres Drittel besteht aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

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