Schlagwort-Archive: E401

Carrageen, pflanzlich (E401)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

carrageen
© Only Fabrizio – fotolia.com

Stabilisator und Emulgator aus dem Nordatlantik

Den Sammelbegriff Carrageen trägt eine Gruppe langkettiger Kohlenhydrate, die vor allem in einigen Rotalgenarten vorkommen. Nur eines davon ist für die Verwendung in Lebensmitteln zugelassen.

Verdickungsmittel in vielen Lebensmitteln

Unter der Bezeichnung E401 wird Carrageen als Verdickungsmittel oder Geliermittel eingesetzt. Es kann auch unter folgenden Bezeichnungen auf der Zutatenliste geführt werden: Fucelleran, Karrageen oder Karragheen. In Marmeladen und Milchshakes, Eiscreme und Ketchup, in Babynahrung und in Zahnpasta (zugelassen für Kosmetika) sorgt es für die gewünschte gleichmäßige Konsistenz und kann Trübungen in Weinen beseitigen. Für Bioprodukte ist Carrageen ebenfalls zugelassen. Lightprodukte enthalten häufig Carrageen, da es Volumen liefert ohne den Nährstoffgehalt zu erhöhen. Carrageen wird unverdaut wieder ausgeschieden.

Die Dosierung in der Lebensmittelindustrie

Aufgrund hoher Milchreaktivität reichen bereits geringe Mengen an Carrageen aus, um Milchgetränke zu stabilisieren. Für saure Lebensmittel ist Carrageen nicht geeignet, da es ausflockt. Als universelles pflanzliches Verdickungsmittel kann es auch in Öl-Wasser-Emulsionen eingesetzt werden und ist für alle Lebensmittel zugelassen. Die amerikanische Zulassungsbehörde hat das Polysaccharid als harmlos eingestuft. In Tierversuchen wurde eine Irritation der Immunzellen durch Carrageen beobachtet. Daher wird darauf geachtet, dass nicht mehr als die erforderliche Menge des Stabilisators zugesetzt wird.

Gesundheitliche Wirkung

Carrageen scheint vor humanen Papilloviren zu schützen, die ein Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) auslösen können. Nach Dr. John Schiller vom National Cancer Institute in Bethesda, Maryland hindert Carrageen die Viren daran, in die Wirtszellen einzudringen. Auch wird ein Schutzeffekt gegen andere Viren wie Herpes simplex angenommen. (Pharmazeutische Zeitung 29/2006)

Herstellung aus dem natürlichen Rohstoff Rotalge

Zur Herstellung werden Rotalgen wie Eucheuma spinosum, Eucheuma contonii oder die als Irisch Moos oder Isländisches Moos bekannte Chondrus crispus an des Küsten des Nordatlantik gesammelt, gewaschen und in einer alkalischen Lösung über mehrere Stunden gekocht. Das Carrageen wird mit Alkohol ausgefällt oder durch Kaliumchlorid geliert. Das extrahierte Carrageen wird nach dem Trocknen zermahlen. Bis heute wird in Irland der Knorpeltang auch für gesundheitsfördernde Tees gesammelt.

Vorsicht vor synthetischem Carrageen

Es existiert ein künstlich hergestelltes Carrageen, das durch Säurehydrolase entsteht. Es gilt als krebserregend und sollte nicht mit dem natürlichen pflanzlichen Carrageen verwechselt werden.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.