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Piperin (Piper nigrum)

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Gepfefferte Vitalkräfte

Als schwarzen Pfeffer (Piper Nigrum) kennt man die kugelrunden getrockneten Früchte des Pfefferstrauchs aus der Familie der Pfeffergewächse (Piperaceae) aus jedem Gewürzregal. Grüner Pfeffer, roter Pfeffer, schwarzer Pfeffer und weißer Pfeffer bezeichnet die gleichen Früchte mit unterschiedlichem Reifegrad.

Pfeffer ist durch seinen Hauptwirkstoff Piperin ein extrem nützliches Gewürz mit gesundheitsfördernder Wirkung.

Piperin ist außer in schwarzem Pfeffer auch in weißem Pfeffer, langem Pfeffer (Fruchtkätzchen von Piper longum, einer anderen Art des Pfeffers) und Kubebenpfeffer (Piper cubeba, in Europa im 15. und 16. Jahrhundert populär, heute in der nordafrikanischen Küche bedeutsam) enthalten. Die Bezeichnung ohne weitere Spezifizierung geht immer von schwarzem Pfeffer aus.

Luxusgut seit der Antike

Pfeffer war seit der Antike ein begehrtes Handelsgut. Er galt als Luxusgewürz doch waren auch seine Heilkräfte bekannt. Zeitweise wurde Pfeffer in Gold aufgewogen. Aus Asien wurde der haltbare Pfeffer zunächst auf dem Landweg von Südwest-Indien nach Europa transportiert. Mit Vasco da Gama kam er 1498 erstmals über den Seeweg nach Europa. Ab dem Mittelalter wurde Pfeffer auch in Südostasien angebaut, in Thailand, später Indonesien.

Inhaltsstoffe

Verwendet werden die grünen, ungeschälten Früchte, die durch das Trocknen dunkel werden.

Der Hauptwirkstoff, der für die Schärfe von Pfeffer verantwortlich ist, ist ein Alkaloid, chemisch gesehen ein Amid aus Piperinsäure und Piperidin, kurz Piperin. Weißer Pfeffer besitzt noch mehr Piperingehalt als schwarzer Pfeffer. Beide reichen im Schärfegrad jedoch nicht an das Capsaicin aus Chilis heran. Piperin wird durch Lichteinwirkung in das geschmacksneutrale Isochavicine umgewandelt.

Der brennende Geschmack von Pfeffer wird durch Schmerzrezeptoren erzeugt.

Weitere bioaktive Inhaltsstoffe sind unter anderem Flavonoide, Pellitorine, Trichostachine, Derivate des Piperins und ein ätherisches Öl, das sogenannte Pfefferöl, das das typische Pfefferaroma ausmacht.

Wirkung

Pfeffer wird nicht nur aufgrund seiner antioxidativen, antimokrobiellen und antibakteriellen Eigenschaften geschätzt, sondern auch weil er sich förderlich auf die Produktion der Verdauungskräfte auswirkt und die Bioverfügbarkeit anderer Substanzen steigert.

Immunabwehr

Aufgrund seiner antioxidativen, antimokrobiellen und antibakteriellen Eigenschaften wird Pfeffer bei Erkältungskrankheiten eingesetzt, angeblich soll er sogar Fieber lindern.

Verdauung und Appetit

Die Anregung der Produktion von Speichel, Magensaft und Verdauungsenzymen durch Pfeffer macht ihn zu einem leicht erreichbaren Mittel bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden bis hin zu Durchfall, Verstopfung oder krampfartigen Magen- und Darmbeschwerden.

Durchblutung

Die Schärfe aus Pfeffer unterstützt die Durchblutung, weshalb er früher als ein luststeigerndes Aphrodisiakum galt.

Bioverfügbarkeit

Viele Substanzen werden vom Körper völlig unverwertet wieder ausgeschieden, weil sie nicht oder nur teilweise aufgenommen werden können. Entscheidend ist dabei der Prozess der Glucuronidierung in der Leber. Piperin hemmt gewisse Enzyme bei der Glucuronidierung und setzt die Transitionsrate herab (Vermeidung des First-Pass-Effekts), so dass eine längere und verbesserte Aufnahme von bioaktiven Stoffen im Magen-Darm-Bereich stattfinden kann.

Ein Beispiel ist die bekannte Steigerung der Bioverfügbarkeit des Antioxidans Curcumin (aus Kurkuma) durch Piperin um 2.000 Prozent. Von Kraftsportlern wird Pfeffer daher gerne als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt und findet auch in Fastenkuren Verwendung.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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MSM (Methyl Sylfonyl Methan)

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Gut zu Gelenken

Methylsulfonylmethan, abgekürzt MSM, (eng verwandt mit Dimethylsulfon (DMSO), das bei der Aufnahme in den Körper einen relativ unangenehmen Fischgeruch erzeugen kann) ist eine organische, schwefelhaltige Verbindung. Es wird für seine positive Wirkung bei Gelenkbeschwerden seit langer Zeit geschätzt. Methylsulfonylmethan soll einen Mangel an Schwefel im Körper ausgleichen.

Der Körper enthält für gewöhnlich fünf Mal mehr Schwefel als Magnesium und vierzig Mal mehr Schwefel als Eisen. Insgesamt besteht der menschliche Körper zu 0,2 Prozent aus Schwefel.

Vorkommen

Besonders in Kuhmilch und Kaffee ist Methylsulfonylmethan enthalten.

Wirkung auf den Organismus

Methylsulfonylmethan besitzt entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften. Besonders soll der Einsatz gegen Gelenkbeschwerden wirksam sein, bei Arthrose oder Arthritis. Offenbar kann es gefäßerweiternd wirken.

Es soll positiven Einfluss auf Allergien nehmen können und unterstützt das Immunsystem. Es ist beteiligt an der Produktion von körpereigenen Aminosäuren und damit an der Eiweißstruktur von Zellen und Geweben sowie vielen Enzymen.

Traditionell wird Methylsulfonylmethan eine mögliche Wirkung zugeschrieben bei Durchblutungsstörungen, Depressionen, schlaffem Bindegewebe und sprödem Haar.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Magnesium

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magnesium
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Bezugsquelle:
Magnesium-Chelat, innere Anwendung
Magnesiumöl, äußere Anwendung

Essentieller Stoff für tausend Prozesse

Magnesium ist eines der zehn häufigsten Elemente der Erdkruste. Im Periodensystem ist dem Erdalkalimetall das Elementsymbol Mg zugeordnet. Aufgrund seiner Reaktionsbereitschaft kommt Magnesium in der Natur nicht in elementarer Form vor, sondern nur gebunden in Carbonen, Silicaten, Chloriden oder Sulfaten, in Mineralien wie Dolomit (nach dem die Dolomiten benannt sind), Serpentin und anderen.

Für den Menschen ist Magnesium lebenswichtig und gehört zu den essentiellen Stoffen, die über die Nahrung zugeführt werden müssen, da sie vom Körper nicht in Biosynthese hergestellt werden können.

Vorkommen in Nahrungsmitteln

Viele Lebensmittel sind gute Magnesium-Lieferanten wie beispielsweise Mineralwässer, insbesondere Heilwässer mit hohem Magnesiumgehalt aber auch Leitungswasser mit hohem Härtegrad, daneben Vollkornprodukte, Haferflocken, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Schokolade, Kartoffeln, Spinat, Sesam, Zuckerrübensirup, Kohlrabi, Beeren, Bananen, Orangen, Milch und Milchprodukte. Fleisch und besonders Leber enthält ebenfalls Magnesium.

So viel Magnesium braucht der Mensch

Die empfohlene Tagesdosis an Magnesium für gesunde Erwachsene beträgt 350 mg. Diese Menge ist in etwa enthalten in 200 Gramm Nüssen, 75 Gramm Sonnenblumenkernen, 1,2 Kilogramm Fleisch oder 200 Gramm Bohnen.

Innere Anwendung: nur Chelat

Anorganische Mineralien wie Magnesium sind vom Körper nicht verwertbar. Erst wenn sie „durch eine Pflanze“ gegangen sind, sind Spurenelemente für den Menschen verfügbar. Chelate sind Verbindungen aus Mineralien und pflanzlichen Aminosäuren und dadurch bioverfügbar. Urs Buergi rät beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln auf den Hinweis „Chelat“ zu achten.

Äußere Anwendung: über die Haut

Magnesium kann auch äußerlich angewendet werden. Über die Haut kann Magnesiumöl dazu beitragen einen optimalen Magnesiumspiegel zu erhalten. Öl wird diese Flüssigkeit nur genannt, weil sie sich auf der Hat ölartig anfühlt, es handelt sich aber nicht um Öl. Urs Buergi empfiehlt eine 32% Magnesiumchlorid in gereinigtem, energetisiertem Wasser.

Magnesiumöl kann als Massage oder als Fußbad angewendet werden. Die Anwendung von Magnesium über die Haut ist besonders empfehlenswert bei bestehendem Magensäuremangel oder anderen Resorptionsproblemen und chronischen Darmerkrankungen. Der gesamte Verdauungsapparat wird umgangen und das Magnesium gelangt direkt über die Haut in den Blutkreislauf und von dort in die Zellen.

Funktionen im Körper

Magnesium ist an sehr vielen Prozessen im menschlichen Organismus beteiligt. Rund 60 Prozent des Magnesiums im Körper ist in den Knochen gebunden, das übrige Magnesium in Organen und Geweben sowie ein Prozent im Blut.

Herz und Kreislauf

Magnesium aktiviert rund 300 Enzyme im Stoffwechsel. Es kann die Herzleistung verbessern und vor Herzrhythmusstörung schützen. Es weitet die Blutgefäße und beugt so Durchblutungsstörungen vor. Es soll das Risiko der Verklumpung von Blutplättchen (Thrombose) reduzieren.

Muskeln

Magnesium kann nachweislich bei Muskelkrämpfen helfen und auch vorbeugend helfen, Muskelkrämpfe zu vermeiden. Der Vitalstoff spielt eine Rolle bei der Ausschüttung von Adrenalin. Bei der Knochenmineralisation ist Magnesium ebenso beteiligt wie an der Reizübertragung von Nerven an Muskel.

Magnesiummangel

Bei unzureichender Zufuhr von Magnesium durch die Nahrung kann es zu Mangelerscheinungen kommen, möglicherweise begünstigt durch Zuckerkrankheit, starken Alkoholkonsum, chronische Nierenleiden, starkem Schwitzen bei Extrembelastung, Durchfall oder erhöhtem Bedarf in der Schwangerschaft. Mangelerscheinungen können sich äußern durch Angstzustände, Störungen der Nervenfunktionen oder Depressionen sowie Muskelkrämpfe.

Hinweis

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Arginin

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Die essentielle Aminosäure für die Blutgefäße

Arginin zählt zu acht essentiellen Aminosäuren, die unersetzbar ist für den menschlichen Organismus und im Körper nicht in genügender Menge durch Biosynthese hergestellt werden kann. Der Bedarf muss daher zusätzlich über die Nahrung gedeckt werden. Da sie teilweise vom Körper gebildet werden kann, also nicht ausschließlich von der Nahrungsaufnahme abhängig ist, wird Arginin auch als semi-essentielle Aminosäure bezeichnet. Ein erhöhter Bedarf durch Krankheit oder Stress kann durch die Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden. Insbesondere für Durchblutung und Leistungsfähigkeit des Herzens ist Arginin ein unabdingbarer Baustein der menschlichen Gesundheit. Als „Wundermolekül“ stand L-Arginin 1988 in den Schlagzeilen, als die Wissenschaftler Robert F. Furchgott, Louis J. Ignarro und Ferid Murad den Nobelpreis für Medizin erhielten für die Erforschung des Zusammenhangs von Stickstoffmonoxid und einem gesunden Herz-Kreislauf-System. Und natürliche Quelle für Stickstoffmonoxid im Körper ist die Aminosäure L-Arginin. Mehr als 3.000 Studien weist die maßgebliche Internet-Datenbank „PubMed“ zu Arginin-Einnahmen auf. Focus online berichtete 2014 euphorisch von einer neuen Studie zu L-Arginin, die die Blutzirkulation in den Mittelpunkt stellt – und damit Krankheitsbilder berührt wie Diabetes, Bluthochdruck, hohen Cholesterinspiegel, Erektionsstörungen und viele andere.

Funktionen von Arginin

Die proteinogene (eiweißbildende) Amionosäure Arginin enthält den höchsten Stickstoffanteil unter den Aminosäuren und sorgt für die Produktion von Stickstoff in den Blutgefäßen. Stickstoff ist einer der wichtigsten Schutzfaktoren für Gefäße. Stickstoffmonoxid unterdrückt Zellwucherungen, ist beteiligt bei der Verteilung der Nährstoffe im Muskelgewebe und soll schädliche Mikroorganismen reduzieren. Unterstützend wurde Arginin bereits bei Therapien gegen Tinnitus, Nierenfunktionsstörung, erektile Dysfunktion (Erektionsstörung) und Bluthochdruck eingesetzt. Arginin ist bedeutend für die Leistungsfähigkeit des Herzens. Diese Aminosäure ist Vorstufe eines Botenstoffes, der die Erweiterung der Gefäßmuskulatur kontrolliert und damit für die Blutzirkulation verantwortlich ist. Aus diesem Grund kann Arginin ein Faktor sein, der präventiv vor Herzinfarkt schützt. In einer placebokontrollierten Studie von 1988 wurde bei den Patienten, die Arginin erhielten, eine um dreißig Prozent gesteigerte Insulinempfindlichkeit und eine Blutdrucksenkung beobachtet. Im Eiweißstoffwechsel hilft Arginin, giftiges Ammoniak über den Harnstoff auszuscheiden. Sogar ein krebshemmender Effekt wird für Arginin vermutet.

Bei Leistungssportlern beliebt

Laut einer Studie der Universität Exeter (UE) konnten durch L-Arginin die sportlichen Leistungen der Probanden um 20 Prozent gesteigert werden. Die Anregung zur Ausschüttung von Wachstumshormonen wie Prolaktin und Glukagon durch L-Arginin kann den Muskelaufbau positiv beeinflussen und die Fettverbrennung optimieren. Die Durchblutung wird durch die Gefäßerweiterungsfunktion verbessert und Arginin ist daher als „Pump-Supplement“ im Bodybuilding beliebt. Außerdem ist die Aminosäure an der Bildung der weißen Blutkörperchen beteiligt und daher für die Immunabwehr förderlich.

Arginin in Lebensmitteln

Natürliches Arginin ist in proteinhaltigen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch und Krustentieren, Ölsaat, Nüssen und Hülsenfrüchten enthalten. Einen extrem hohen Arginingehalt weisen Kürbiskerne auf. Milch und Käse enthalten ebenfalls Arginin aber in deutlich geringeren Mengen als Fleisch.

Erhöhter Bedarf an Aminosäure

Bei Operationen und Leistungssport, aber auch bei Reduktionsdiäten steigt der Bedarf an Proteinen. Das gilt auch für katabole Stoffwechselzustände bei Verbrennungen, Verletzungen, Krebs, Chemotherapie, AIDS oder Knochenmarkstransplantation. Die Körperfett- und Proteinspeicher werden dann zur Versorgung mit Energie und Aminosäuren für die Immunantwort und die Wundheilung mobilisiert.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Weißdorn (Crataegus monogyna)

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Linderung bei Herzschwäche

Weißdorn (Crataegus monogyna) ist ein baumartiger Strauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), der eine Höhe von bis zu acht Metern erreichen kann. Er besitzt Dornen und weiße Blütendolden. Schon den Ärzten der Antike war der Weißdorn als Heilpflanze bekannt. Seit dem 14. Jahrhundert ist die Verwendung als herzstärkendes Mittel durch Heilkundige im Mittelalter belegt. Er ist unter vielen verschiedenlautenden Namen bekannt: Christdorn, Hagapfel, Hagedorn, Heinzelmännerchen, Mehlbaum, Müllerbrot, Wibelken oder Zaundorn.

Die Legende

Der Legende nach war es ein Wanderstock aus Weißdorn, den Joseph in Arimathiäa in Glastonbury in den Boden gerammt haben soll, nachdem er den heiligen Gral mit dem Blut Jesu nach England gebracht haben soll. Der Stock trieb aus und der Weißdornenstrauch, der daraus wuchs, blühte angeblich zu Weihnachten und Ostern.

Joseph von Arimathiäa war ein Jünger Jesu. Das Felsengrab, in dem Jesus nach der Kreuzigung beigesetzt wurde, gehörte ihm. Nach Jesus Auferstehung wurde er des Leichenraubes beschuldigt und eingekerkert. Er überlebte seine Haft, indem ihm jeden Tag eine Taube ein Stück Brot auf den Kelch legte, in dem er das Blut von Jesus Christus gesammelt hatte. Diesen heiligen Gral brachte er nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis nach England.

Weißdorn wird gerne als Hecke verwendet und wächst in ganz Europa. Dass er zweimal im Jahr blüht, ist ungewöhnlich.

Sanftes Mittel ohne Nebenwirkung

Es werden Blätter und Blüten des Weißdorn für Heilzwecke in der Pflanzenheilkunde verwendet, seltener auch die Früchte. Die wichtigsten Inhaltsstoffe für seine Herzwirksamkeit sind Crataeguslacton und oligomere Proanthocyanidine. Weißdorn kann die Blutgefäße, insbesondere die Herzkranzgefäße, erweitern und die Durchblutung unterstützen. Damit kann er zusätzlich vorbeugend unterstützen gegen Herzinfarkt und Angina Pectoris. Zusätzlich werden ihm blutdruckregulierende Fähigkeiten zugeschrieben. Eine leicht beruhigende Wirkung wird besonders bei nervösen Herzleiden hilfreich sein, ebenso bei Unruhe, Reizbarkeit, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen.

Die herzwirksame Eigenschaft des Weißdorn wird als „positiv inotrop“ bezeichnet. Es steigert also die Kontraktionsfähigkeit des Herzens und stärkt das Herz ohne Nebenwirkungen.

Weißdorn wird in homöopathischen Potenzen unter der Bezeichnung Crataegus (D1 bis D3) angeboten und gegen Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen eingesetzt.

Hinweis

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Isoflavone

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In den Wechseljahren beliebt

Isoflavone (oder Isoflavonoide) gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen aus meist gelblichen Pflanzenfarbstoffe der Klasse der Flavonoide. Sie besitzen eine natürliche Funktion für pflanzliche Abwehr von Pathogenen, die positiv auf die Immunabwehr wirken kann.

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit angereicherten isolierten Isoflavonen sollte stets mit dem Arzt oder Heilpraktiker abgestimmt sein.

Vorkommen

Isoflavone wie Glucosid Daidzin und Genistein kommen in Soja vor. Isoflavone wie beispielsweise Orobol sind auch Bestandteil in diversen Kleearten. In Rotklee stecken außer Genistein auch die Isoflavone Pratensein, Daidzein, Formononetin und Biochanin A. Diese Isoflavone gehören zu den sogenannten Phytoöstrogenen.

Hormonähnliche Eigenschaften

Isoflavone, insbesondere die Phytoöstrogene besitzen eine starke strukturelle Ähnlichkeit mit Östrogen. Als Mittel bei der abnehmenden Östrogenproduktion im weiblichen Körper in den Wechseljahren, wird vielfach zu Rotkleepräparaten gegriffen, da Rotklee in Mitteleuropa als Phytoöstrogen-Lieferant schlechthin gilt. Pytoöstrogene können den Hormonhaushalt regulierend beeinflussen, je nach Vorhandensein von Östrogen im Körper. Die Isoflavone können an freien Östrogen-Rezeptoren andocken.

Außer dem Zyklus der Frau hat der Östrogenspiegel weitreichende Funktionen im Körper von Mann und Frau. Östrogen bindet Feuchtigkeit im Bindegewebe und lagert Fett unter der Haut ein. Es unterstützt die Durchblutung und die Weitstellung der Venen. Es reguliert den Cholesterinspiegel und die Calcium-Speicherung in den Knochen. Darüber hinaus sorgt das körpereigene Hormon für eine positive Stimmung und Konzentrationsfähigkeit.

Rotklee

Im Rotklee sind Isoflavone an Glucose gebunden, dadurch wirkt er bekömmlicher als beispielsweise Soja. Soja enthält zwei Isoflavone, Rotklee enthält fünf Isoflavone mit hormonähnlicher Wirkung, insbesondere Biochanin A und Formonontin.

Hinweis

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Granatapfel (Punica granatum)

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Wunderfrucht der Natur

Der Granatapfel (Punica granatum, von lat. punicus, phönizisch und granum, Korn, Kern) oder Grenadine gehört zur Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae) und ist im Mittelmeerraum beheimatet. Die apfelähnliche Frucht enthält rund 400 Samen von rubinroter bis rosa Farbe. Der Granatapfel gilt als Symbol für Fruchtbarkeit.

Die Schale des Granatapfels diente traditionell als Farbstoff für Orientteppiche für Gelb- und Schwarztöne oder Dunkelblau (mit Eisenbeize). Der rötliche Grenadinesirup ist als Zutat aus dem Cocktail Tequila Sunrise bekannt.

Voller bioaktiver Inhaltsstoffe

Der Granatapfel ist reich an Antioxidantien und bioaktiven Substanzen wie Flavonoide (Anthocyane, Quercetin, Polyphenole), Ellagitannine (Punicalagin) und Phenolsäuren (Ellagsäure und Gallussäure) sowie Kalzium, Kalium, Eisen und Vitaminen. Der Granatapfel wird immer frisch verarbeitet, er reift nicht nach. Doch da es relativ langwierig ist, die kleinen kantigen Kerne aus der ledrigen Schale zu lösen, wird der Granatapfel oft als Saft genossen. Grenadinesirup hat keinen Gesundheitswert.

Einzigartige Kombination

Sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole  werden für den Schutz des Granatapfels gegen Krebs und Krankheiten verantwortlich gemacht. Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken antioxidativ und schützen die Zellen vor der Schädigung durch freie Radikale. Sie können reaktive Moleküle wie Superoxide unschädlich machen. Damit stärken sie die Immunabwehr und verlängern den Lebenszyklus von Zellen.

Die Granatapfel-Phenole sind nicht nur komplett wasserlöslich, sondern sie sind für den Körper auch zu 95 Prozent bioverfügbar. Die Wissenschaft hat in den Punicalaginen des Granatapfels (Tannine aus der Gruppe der Polyphenole) eine äußerst starke antioxidative Wirksamkeit vorgefunden. Dabei ist sind auch die Samenkerne Substanzträger. Der Granatapfel enthält bemerkenswert viele sekundäre Pflanzenstoffe, zusätzlich wertvolle Mineralien und die Vitamine A, C und E. Außer den einzelnen Inhaltsstoffen scheint auch der Synergieeffekt aus der Gesamtkombination die Wirksamkeit auszumachen.

Seit Jahrtausenden bekanntes Lebenselixier

Die gesundheitsfördernde Wirkung des Granatapfels wird seit Jahrtausenden geschätzt. Über 250 Studien haben sich mit seiner Heilwirkung befasst und belegen, dass der Saft des Granatapfels den Alterungsprozess der Zellen und damit von Haut aber auch Demenz und Alzheimer verlangsamen kann. Ein positiver Einfluss auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie beispielsweise Arteriosklerose gilt als belegt. Bei Entzündungsprozessen kann der Granatapfel hilfreich sein, so auch bei rheumatoider Arthritis. Und sogar das Wachstum von Prostatakrebs konnte unter der Einnahme von Granatapfelsaft erheblich verlangsamt werden, eine Studie von 2009 wurde von einer erneuten Studie an der John Hopkins Universität von 2013 bestätigt.

Förderung zentraler Gesundheitsparameter

Eine wissenschaftliche Studie belegt, dass die Polyphenole des Granatapfels zum Schutz von Herz und Gefäßen beitragen und die Durchblutung des Herzmuskels unterstützen. Bei weiteren Untersuchungen konnte beobachtet werden, dass auch bei Fettwechselstörungen die Gefäßfunktion erheblich verbessert und der Blutdruck gesenkt wurde. Offenbar vermag Granatapfelsaft die Wirkdauer des Botenstoffs NO steigern, der für die Erweiterung der Blutgefäße und die Entspannung der glatten Muskulatur zuständig ist.

Bei Diabetes kann Granatapfelsaft eine Unterstützung sein durch die Steigerung der Insulinempfindlichkeit. Das wird durch den Abbau des Hormons Resistin bewirkt, dem Verbindungsglied zwischen Übergewicht, Insulinresistenz und Diabetes Mellitus Typ 2.

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Ginkgo biloba

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Der letzte seiner Art

Ginkgo biloba heißt die Baumart mit den charakteristischen, fächerartigen Blättern, die in der Mitte leicht eingekerbt sind. Sie sind eine Besonderheit unter den Laubbaumblättern, denn die gabelnervigen Blätter lassen deutlich erkennen, dass sie sich evolutionär aus Nadeln entwickelt haben. Der Ginkgo, manchmal auch in der Schreibweise Ginko, gilt als einziger überlebender Vertreter der Ginkgoales, einer ausgestorbenen Gruppe von Samenpflanzen. Ginkgo wird weltweit angepflanzt und stammt ursprünglich aus dem Südwesten Chinas. In Europa wird er seit 1730 als Zierbaum kultiviert und kann eine Höhe von bis zu 40 Metern erreichen und eintausend Jahre alt werden. In der Humanmedizin werden überwiegend Wirkstoffe aus den Blättern eingesetzt.

Chinesische Wurzeln im Namen

Der Name Ginkgo leitet ab von seiner chinesischen Bezeichnung Yin Xing, zusammengesetzt aus den Wörten gin, Silber und kyo, Aprikose.

Es existiert für die Baumart Ginkgo biloba das Synonym Salisburia adiantifolia. Sie stammt von dem englischen Botaniker James Edward Smith, der 1797 den Gattungsnamen Salisburia vorschlug, um den Botaniker Richard A. Salisbury zu ehren. Der Name konnte sich nicht durchsetzen, ebenso wenig wie die weiteren Synonyme Pterophyllus ginkgo und Pterophyllus salisburiensis.

Der buddhistische Tempelbaum

Häufig wurde der Ginkgo bei buddhistischen Tempeln gepflanzt. Er erhielt viele Trivialnamen wie Entenfuß, nach der breiten Form der Blätter, oder Großvater-Enkel-Baum, ein Name, der auf die lange Zeit hindeutet, bis der Baum zum ersten Mal Samen und Früchte trägt. Ein Ginkgobaum kann die Lebenszeit von eintausend Jahren erreichen.

Spezialextrakte aus Ginkgo

In der Humanmedizin werden vor allem die Ginkgostoffe Ginkgolide und Bilobalide aus den Blättern verwendet. Dabei werden Ginkgolide und Terpenlactone angereichert und unerwünschte Stoffe wie Ginkgosäure reduziert.

Im Europäischen Arzneibuch wird die Zusammensetzung von Ginkgotrockenextrakt (Ginkgo extractum siccum raffinatum et quantificatum) – ähnlich wie von der Kommission E – angegeben: im Droge-Extrakt-Verhältnis 35:1 bis 67:1 und mit den Inhaltsstoffen 22 bis 27 Prozent Flavonglykosiden, 5 bis 7 Prozent Terpenlactone und unter 5 ppm (parts per million) Ginkgosäure. In Deutschland sind nur Extrakte dieser Zusammensetzung für die Behandlung von Demenz zugelassen.

Anwendungsgebiete für Ginkgo

Demenz

Schwerpunktmäßig wird Ginkgo bei der Bahndlung von Demenz eingesetzt, da die Präparate die geistige Leistungsfähigkeit steigern können und den Patienten helfen können, im Alltag zurechtzukommen. Die Neuroprotektion wird unterstützt, Durchblutung und Fließeigenschaften des Blutes werden verbessert und die zerebrale Neurotransmission wird gesteigert. Damit wirkt Ginkgo auf Lernvermögen und Gedächtnisleistung.

Laut der aktuellsten internationalen Leitlinie der World Federation of Societas of Biological Diseases werden Gingko-Arzneimittel in der Demenz-Therapie als gleichwertig mit CHE-Hemmern und Memantin eingestuft (vgl. Hans-Jürgen Möller in World Journal of Biological Psychiatry, Feb. 2011, Bd. 12, Nr. 1, S. 2-32.).

Weitere Einsatzgebiete

  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schwindel (Vertigo), Symptome arterieller Durchblutungsstörungen, Ohrensausen, Kopfschmerzen.
  • Es sind noch nicht alle Möglichkeiten für einen arzneimittelwirksamen Einsatz wissenschaftlich belegt. Bei Experimenten zeigte sich offenbar sowohl eine östrogene wie auch eine anti-östrogene Wirkung in der Interaktion mit dem Östrogenrezeptor.
  • Aktuell werden die Zusammenhänge von einer möglichen Wirkung der Ginkgo-Inhaltsstoffe auf das Herz-Kreislaufsystem und das zentrale Nervensystem erforscht.

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Citrusflavonoide

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citrusflavonoide
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Noch mehr Gesundheit aus der Zitrusfrucht

Citrusflavonoide gehören zu den Bioflavonoiden. Es handelt sich um Pflanzenfarbstoffe, die Zitrusfrüchten ihre typische gelbe oder orangene Farbe geben. Der hohe Wert der Vitalstoffe aus sekundären Pflanzenstoffen wird der Wissenschaft erst langsam bewusst. Natürlich war der gesundheitsfördernde Einfluss von Zitrone & Co schon lange bekannt als wichtiger Vitamin C-Lieferant mit antioxidativen Eigenschaften.

Natürliche Vitalstoffe aus der Pflanze

Citrusflavonoide sind in vielen Zitrusfrüchten nachgewiesen wie Grapefruit, Limone, Orange und Zitrone. Weniger bekannt aber ebenfalls wirksam ist die Mandarinenart Tangarine. Zu den Citrusflavonoiden gehören Hesperidin, Diosmin, Naringin, Rutin und Quercetin, um nur einige Stoffe zu nennen.

Krampfadern

Hesperidin ist Bestandteil der Häutchen und membranartigen Strukturen in Zitronen und Orangen. Es kommt bei der Behandlung von Krampfadern und Hämorrhoiden zum Einsatz.

Hochwirksamer Vitaminverstärker

Die Citrusflavonoide fungieren als wirksamer Verstärker von Vitamin C. Ganz besonders Rutin und Quercetin unterstützen die antioxidativen Eigenschaften. Sie sind beteiligt an der schnellen Aufnahme und Verwertung von Vitamin C. Ihnen wird zudem eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt und ein positiver Einfluss auf das Kapillargewebe. Rutin und Quercetin kommen konzentriert vor im Fruchtfleisch und in den Schalen von Zitrusfrüchten.

Sie verlängern und steigern die antioxidativen Eigenschaften, schützen Zellmembranen und Zellinneres vor oxidativem Stress und freien Radikalen und sind damit relevant für die Prophylaxe von vielen Krankheiten wie Allergien, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Diabetes, Hepatitis und anderen, möglicherweise sogar Krebserkrankungen.

Es wird den Citrusflavonoiden allgemein ein positiver Einfluss auf die Durchlässigkeit der Kapillargefäße und die Durchblutung nachgesagt.

Gut für das Immunsystem

Die Citrusflavonoide unterstützen durch antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften die Immunabwehr selbst oder verstärken Vitamin C bei der Aufnahme in den Organismus und seiner Wirkung. Der Zellschutz gehört zu den wichtigsten Funktionen. Sie vermögen das Enzym Hyaluronidase zu reduzieren. Dadurch kann eine gefäßabdichtende Wirkung und eine Stärkung der Zellmembranen beobachtet werden. Ödeme konnten so vorbeugend beeinflusst werden. Die Flavonoide können außerdem schädliche Bakterien, Viren, Pilze und Eiweiße ausfällen und so zur Immunabwehr beitragen.

Zitrusfrüchte für die Leber

Ernährungswissenschaftler gehen teilweise von einer aktivierenden Wirkung auf das Entgiftungssystem der Leber aus. Gifte, Schadstoffe und krebsfördernde Substanzen können durch das System ausgeschieden werden.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Cayenne (Capsicum annuum)

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cayenne
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Klein, scharf und ungeheuer gesund

Cayenne (Capsicum annuum var. Acuminatum) gehört zu der Gattung der Paprika aus der Familie der Nachtschattengewächse. Die ersten Chilipflanzen kamen mit Kolumbus und anderen Seefahrern aus Südamerika nach Europa. Später wurden sie auch aus Indien importiert.

Hierzulande ist die kleine scharfe rote Schote als Chilisorte Cayenne bekannt und wird in der Küche als Gewürzpulver unter dem Namen Cayennepfeffer verwendet. Aber diese Pflanze kann mehr. Bahnbrechende Erkenntnisse könnten erklären, weshalb in den angestammten Herkunftsländern der scharfen Frucht die Menschen seltener an Krebs erkranken.

Für Herzgesundheit und Kreislauf

Der scharfe Inhaltsstoff der Chili heißt Capsaicin. Je schärfer der Chili ist, desto wirksamer. Die Substanz wirkt positiv auf die Blutgefäße und den Blutdruck und kann fettreiche Ernährung bis zu einem gewissen Maß ausgleichen. Der Wirkstoff kann die Kalkablagerungen an den Gefäßwänden reduzieren, die oft zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Der Focus (08.04.2012, M. Preuk) berichtet über Forschungsergebnisse an der Chinese University of Hong Kong, die die Wirkung von Capsaicin auf die Herzgesundheit in den Mittelpunkt stellen. Die Wissenschaftler haben entdeckt, dass Capsaicin ein bestimmtes Gen blockiert, das ein Eiweiß produziert (Cyclooxygenase-2, COX-2), das Muskeln und Blutgefäße verengt. Wenn es fehlt fließt die Durchblutung besser, der Blutdruck sinkt. Einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel konnten Untersuchungen bestätigen.

Gesundheit und Chili

In Kosmetik und Medizin wird der Wirkstoff schon lange eingesetzt gegen Arthritis und für die Schmerzbehandlung. Antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften stärken das Immunsystem. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es möglicherweise als Krebsschutzfaktor eine Bedeutung erlangen kann.

Durch die gefäßerweiternde Wirkung wird der gesamte Kreislauf in Schwung gebracht, was unter anderem Embolien vorgebeugt. Zur Gewichtsreduktion wird Chili eingesetzt, da es die Fettverbrennung erhöht. Es führt zu vermehrtem Schwitzen, was mehr Kalorien verbraucht.

Cayennechili enthält viel Vitamin A, Vitamin C, Carotin, Kalzium, Kalium, Phosphor und Eisen. Die Naturheilkunde setzt schon lange auf die Wirkung des Scharfmachers. Bei folgenden Beschwerden wird Cayennechili eine vorbeugende oder heilende Wirkung nachgesagt: Rheuma, Schuppenflechte (Psoriasis), Arthrose, Magenbrennen, Magengeschwür, Durchblutungsstörungen, Krebs, Angina Pectoris, Übergewicht, Diabetes, Embolie, Pilzerkrankungen, Krampfadern, Herzgesundheit, Infekte und sogar Migräne.

Wie scharf ist Chili?

Früher glaubte man, scharfes Essen würde dem Magen schaden. Die positive Wirkung von Chili revidiert dieses Bild. Das Capsaicin reizt die Wärmenerven im Mund und auf der Zunge. Die Geschmacks- und Schmerznerven sind davon jedoch nicht betroffen. Die Nerven schütten einen Botenstoff aus (Neurotransmitter), der die gesamten feinen Blutgefäße erweitert und damit positiv auf die Blutzirkulation wirkt. Dem Brennen im Mund setzt das Gehirn eine Ausschüttung von Glückshormonen entgegen (Endorphine).

Capsaicin ist nur im Mark der Cayennechili enthalten, nicht in den Samen. Weder das Kochen noch das Einfrieren beeinträchtigt den Wirkungsgrad. Es ist nicht wasserlöslich – Wasser zu trinken, um das Brennen im Mund abzustellen, nützt nichts. Da der Wirkstoff öl- und fettlöslich ist, helfen Milch, Joghurt, Käse oder Alkohol.

Die verschiedenen Schärfegrade werden in Scoville-Einheiten angegeben. Der Wert von 1.500 bedeutet, dass man 1.500 Milliliter Wasser benötigt, um die Schärfe von einem Milliliter Chili zu komplett zu entfernen. Auf Wikipedia wird die Skala wie folgt ausgewiesen: Scoville-Grad 0 bis 10 entspricht der Gemüsepaprika, die nicht als scharf empfunden wird. Die durchschnittlich unterste Wahrnehmungsschwelle für Schärfe liegt bei ca. 16. Reiner Cayennepfeffer erreicht 30.000 bis 50.000 und reines kristallines Capsaicin einen Wert von 15.000.000 bis 16.000.000.

Chili selber ziehen

Die Chilisorte lässt sich in unseren Breiten gut selber ziehen. Im Februar werden die Samen in feuchte Erde gesät und nach einer Keimzeit von etwa 10 bis 20 Tagen an einem warmen Standort umgetopft. Nach rund 80 Tagen können fünf bis 20 Zentimeter lange, schlanke Früchte geerntet werden. Sie sind spitz und in reifem Zustand leuchtend rot. Der Geschmack ist sehr scharf. Durch ihre dünne Fruchtwand eignen sich Cayennechilis gut zum Trocknen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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