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Diabetes (Zuckerkrankheit)
– was kann helfen?

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Wie äußert sich Diabetes?

Diabetes mellitus wird auch die Zuckerkrankheit genannt. Bei dieser Stoffwechselstörung kann Zucker vom Körper nicht richtig verarbeitet werden. Deshalb ist die Glukosekonzentration im Blutspiegel ständig erhöht. Entscheidend für die Zuckerverwertung ist das Hormon Insulin, das in den Beta-Zellen der Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird.

Schäden vorprogrammiert

Wenn der Blutzucker aus dem Gleichgewicht gerät, sind Schäden am Gefäßsystem vorprogrammiert. Das kann die Augen betreffen, das Herz, die Nieren, die Nerven und die Füße.

Ständige Achtsamkeit

Jeder Diabetespatient achtet sehr genau auf seine Blutzuckerwerte (BZ), also den Zuckergehalt im Blut. Er wird gemessen in mg/dl oder mmol/l. Gerade bei der Typ 2-Erkrankung zeigen sich oftmals lange keine Symptome, bis plötzlich der Blutzuckerspiegel einen kritischen Wert erreicht.

Ist der Blutzucker noch normal?

Ab den folgenden Normwerten spricht man von krankhaften Werten: nüchtern 126 mg/dl, zu jeder anderen Zeit über 200 mg/dl. Ein weiterer wichtiger Wert ist der Blutzucker-Langzeitwert, der HbA1c.

Symptome bei erhöhtem Blutzucker

Typische Symptome bei Diabetespatienten sind bei erhöhtem Blutzuckerspiegel, der sogenannten Überzuckerung oder Hyperglykämie, verstärkter Durst und häufiges Wasserlassen sowie Sehstörungen, Hautentzündungen und Wundheilungsstörungen. Sehstörungen, Juckreiz und Fußprobleme können auftreten. Daneben wirken Kraftlosigkeit, Antriebslosigkeit und schnelle Ermattung und Müdigkeit zu den störenden Kennzeichen.
Eine schwere Hyperglykämie kann zu diabetischen Koma führen.

Symptome bei niedrigem Blutzucker

Anzeichen für Unterzuckerung oder Hypoglykämie sind ein pelziges Gefühl im Mund, Kribbeln und Nervosität, Schweißausbrüche und Heißhunger. Bei schwerem Unterzuckerung kann es zu Sprachstörungen, Sehstörungen, Schwindel und Krämpfen kommen.
Ohne Zuckerzufuhr kann Bewusstlosigkeit eintreten, möglicherweise mit bleibenden Hirnschäden oder Todesfolge.

Es wird seit dem Jahr 2000 von der Deutschen Diabetes Gesellschaft unterschieden zwischen folgenden Diabetesformen.

Typ 1 betrifft oft Jugendliche

  • Bei Diabetes mellitus Typ 1 wird von der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in den Langerhansschen Inseln kein Insulin gebildet. Es entsteht ein absoluter Insulinmangel. Insulin wird benötigt, um Zucker (Glukose) aus dem Blut in die Körperzellen zu transportieren. Wenn dieser Transportweg gestört ist, steigt der Blutzucker an, den Zellen fehlt jedoch nach wie vor Zucker für ihre Energiegewinnung. Der ständig zu hohe Blutzucker kann zu Schädigungen führen.
  • Bei Diabetes Typ 1, bei dem kein Insulin vom Körper gebildet wird, ist eine Insulintherapie unumgänglich.
  • Etwa 10 Prozent der Diabeteserkrankungen gehören zu diesem Typus. Da häufig Kinder zwischen 11 und 13 Jahren betroffen sind, wurde früher oftmals der Ausdruck juveniler Diabetes gebraucht.

Typ 2 als Zivilisationskrankheit

  • Diabetes mellitus Typ 2 wurde früher auch Altersdiabetes genannt. Bei dieser Diabetesform mit relativem Insulinmangel kann das Insulin in den Zellen nicht richtig verwertet werden. Das nennt man Insulinresistenz. Dazu kommen Unregelmäßigkeiten durch eine zu langsame Ausschüttung. Dadurch steigt der Blutzucker nach einer Mahlzeit zu schnell an. Der Körper versucht im Ausgleich, mehr Insulin zu produzieren. Störungen bei der Insulinproduktion sind die Folge.
  • Typ 2 tritt häufig auf in Verbindung mit Übergewicht (Adipositas) oder dem Metabolischen Syndrom, auch genannt „das tödliche Quartett“ aus Übergewicht plus Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und Diabetes mellitus. Das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt dabei sehr stark an. Dabei scheint nach neuesten Erkenntnissen ganz besonders das Übergewicht der entscheidende Faktor zu sein.
  • Diese Typ-2-Stoffwechselkrankheit ist die häufigste Form der Diabetes. 90 Prozent der Erkrankungen betreffen diese Form, die besonders in den Industriestaaten anzutreffen ist.

Typ 3 und 4

  • Typ 3 umfasst alle anderen spezifischen Diabetesformen außer Typ 4, den Schwangerschaftsdiabetes.

Das kann helfen bei Diabetes

Bei dem weitaus häufigsten Fall, der Typ-2-Erkrankung, sollte eine Insulintherapie vom Arzt nur dann verordnet werden, wenn zuvor alle anderen Mittel ausgeschöpft sind. Denn der Ursprung der Erkrankung ist zunächst nicht der Insulinmangel, sondern die Insulinresistenz, die bewirkt, dass das Insulin am Zielort wirkungslos bleibt. Der Insulinresistenz kann entgegengewirkt werden durch mehr Bewegung, eine vitalstoffreiche Ernährung und durch Gewichtsabnahme.

Bewegung

Regelmäßige Bewegung und besonders Ausdauersport ist eine wirksame Maßnahme gegen Fettdepots. Als Faustregel gelten 150 Minuten Sport pro Woche, aufgeteilt auf drei oder fünf Tage.
Körperliche Aktivität wird nicht nur zur Gewichtsabnahme eingesetzt. Die Insulinresistenz wird ebenfalls reduziert. Dadurch kann das körpereigene Insulin wieder besser wirken. Durch Bewegung wird außerdem die Glucoseaufnahme und die Verwertung in der Skelettmuskulatur verbessert. Dadurch kann der Blutzuckerspiegel gesenkt werden.

Ernährung

Diätische Behandlungen mit dem doppelten Ziel der Gewichtsabnahme und der Vermeidung zu starker Schwankungen im Blutzuckerspiegel sind sehr sinnvoll. Für die Ernährung gelten dabei im Grunde genommen die gleichen Grundregeln wie für einen Nicht-Diabetiker:
Etwas über die Hälfte der Nahrung sollte aus Kohlenhydraten bestehen, 10 bis 15 Prozent aus Eiweiß, 20 bis 30 Prozent aus Fett – wobei pflanzliche Fette und Omega-3-reiche Fettsäuren bevorzugt werden sollten. Dazu gehört viel frisches Obst und Gemüse auf den Speiseplan.
Die Kalorien aus der Fettzufuhr müssen der körperlichen Aktivität angepasst werden. Denn hier ist zwar nicht sofort ein erhöhter Blutzuckerwert die Folge, aber wenn das Übergewicht unterstützt wird, dann wird damit auch die Insulinresistenz erhöht.

Positive Berichte bei Gewichtsabnahme

Es gibt zahlreiche Krankenakten, bei denen Diabetiker-Patienten, die ihr Übergewicht auf Normalgewicht reduzieren konnten, keinerlei Medikamente mehr benötigten.

Vollkornprodukte

Vollkornprodukte lassen den Blutzucker langsamer ansteigen durch die Aufspaltung der langkettigen Zuckermoleküle. Dabei hat der reiche Ballaststoffanteil bei Vollkornprodukten eine sättigende Wirkung, was gegen die Bildung von Übergewicht hilfreich ist. Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Milch und frisches Obst gehören ebenfalls zu den zu bevorzugenden Lebensmitteln.

Achtung, kurzkettige Zucker

Die moderne Einstellung zu Diabetes verteufelt die kurzkettigen Zucker (Saccharose) wie beispielsweise in Haushaltszucker für Diabetiker nicht mehr komplett. In vernünftigem Umfang können diese konsumiert werden, jedoch ist es speziell bei süßen Getränken sinnvoll, solche mit Zuckeraustauschstoffen (Ersatzstoffen) zu bevorzugen, denn zuckerhaltige Getränke werden extrem schnell resorbiert. Ein sehr schneller Anstieg des Blutzuckerspiegels ist die Folge.

Heilpflanzen

Der Heilpraktiker oder Arzt weist vielfach auf die positive Unterstützung bei Diabetes-Therapien durch Heilpflanzen hin.

Kürbis

Kürbis als Gemüse ist ein schmackhafter Blutzuckersenker und wirkt offenbar der Insulinresistenz entgegen. Studien forschen an der Nutzbarmachung von dem Potenzial der Erneuerung geschädigter Bauchspeicheldrüsenzellen durch Kürbiswirkstoffe. Außerdem enthält das Kürbisfleisch wenig Kalorien, viele Ballaststoffe und wertvolle Antioxidatien. Kürbiskernöl ist ein hochwertiges Pflanzenöl mit essentiellen Fettsäuren.

Leinöl

Die essentiellen Fettsäuren aus Leinsamenöl sind in der Lage, Zellschädigungen durch chronisch erhöhten Blutzucker entgegenzuwirken.

Zimt

Zimtrinde vermag den Blutzucker senken und unterstützt die Insulinproduktion. Deshalb ist das Gewürz als Hausmittel bei Diabetes bekannt.

Mariendistel (Carduus intybus)

Ein natürlicher Wirkstoff zur Reduktion von Insulinresistenz ist Silymarin, das in der Mariendistel enthalten ist.

Ingwer (Zingiber officinale)

Der Namenszusatz von Ingwer „officinale“ deutet darauf hin, dass es sich um eine zugelassene Arzneipflanze handelt. Gingerole aus der vitalstoffspendenden Knolle können die Aufnahme von Glukose in die Zellen der Skelettmuskulatur unterstützen.

Artischocke (Cynara scolymus)

Die Wirkstoffe aus der Artischocke können den Zuckerstoffwechsel positiv beeinflussen. Im Handel gibt es zahlreiche Fertigpräparate, die sich der Naturheilkraft aus der Artischocke bedienen.

Wegwarte (Cichorium intybus)

Regulierend auf den Zuckerstoffwechsel und ebenso auf die Leber wirken die Bitterstoffe der Wegwarte.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Übersicht

Statine mit hohen Nebenwirkungen

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Atorvastatin gegen hohe Cholesterinwerte

Das Pharmaunternehmen Pfizer vertreibt den Wirkstoff Atorvastatin in Deutschland für rezeptpflichtige Mittel wie Lipitor ®, Sortis ® oder Atoris ®. Es gehört zur Familie der Statine. Diese Mittel werden eingesetzt, um die Cholesterinwerte in den Griff zu bekommen. Aber die Nebenwirkungen übertreffen den Nutzen bei Weitem.

Natürliche Leberfunktion eingeschränkt

Der Wirkstoff Atorvastatin in diesen Medikamenten verändert die Leberfunktion. Die Wirksamkeit eines speziellen Leberenzyms, das Cholesterin produziert wird dadurch reduziert: Die Leber kann besser Lipoprotein geringer Dichter (LDL) binden, wodurch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle sinkt. Bei Patienten mit schwerem Gefäßvorfall werden Statine vorbeugend verschrieben. Immer, wenn natürliche Funktionen eingeschränkt werden, führt das an anderer Stelle zu Problemen.

Risiko höher als der Nutzen?

Das University College London (UCL) und die Universität Glasgow untersuchen den Nutzen und die Risiken, die der Wirkstoff Atorvastatin in sich birgt. Laut ihren Untersuchungen steigt das Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken und an Gewicht zuzunehmen mit der Einnahme von Statinen. Eine umfassende Analyse über die Mechanismen wie Statine das Diabetes-Risiko erhöhen, wurde vorgelegt. Demnach erhöht sich das Risiko für Diabetes Typ 2 um 12%.

Aussagekräftige Studien

Über einen Zeitraum von vier Jahren nahmen 130 000 Testpersonen an Studien teil, die die Wirkung von Statinen auf die Häufigkeit von Herzerkrankungen und Schlaganfällen untersuchten. Gleichzeitig wurde auch das Diabetes-Risiko ermittelt. Dieses Risiko stieg um 12%. Der Grund liegt in der Tatsache, dass Statine und Varianten von enzymkodierenden Genen in den Leberzellen ähnliche Wirkung erzielen: Gewichtszunahme und erhöhtes Diabetes-Risiko.

„Häufig auftretende Varianten in dem Gen, das dieses Leberenzym kodiert, werden mit einem geringeren LDL-Cholesterinwert in Verbindung gebracht. Unter Berücksichtigung der Werte von bis 220 000 Personen kamen wir zu dem Schluss, dass diese genetische Variante auch mit einem höheren Gewicht und einem leicht erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung steht.“
(Dr. Daniel Swerdlow, UCL-Institut für kardiovaskuläre Wissenschaft, Mitautor der Studie)

Folgen der genetischen Abweichung

Professor Aroon Hingorani, ein weiterer Autor der Studie, stellt fest, dass die Unterdrückung der natürlichen Leberfunktion auf lange Sicht zu Stoffwechselproblemen führt. Mithilfe der genetischen Ergebnisse der Studie könne man erklären, wie Statine das Gewicht und das Diabetes-Risiko erhöhen. Die Auswirkungen der genetischen Varianten seien allerdings um diverse Größenordnungen kleiner als die Auswirkungen von Statinen.

„Die Effekte waren sehr viel kleiner als bei der Statin-Behandlung, aber die genetischen Ergebnisse sprechen dafür, dass die in der Studienanalyse beobachtete Gewichtszunahme und das Diabetes-Risiko mit dem bekannten Handlungsmechanismus von Statinen in Zusammenhang stehen und nicht mit einem anderen unbeabsichtigten Effekt.“
(Dr. Daniel Swerdlow, UCL-Institut für kardiovaskuläre Wissenschaft, Mitautor der Studie)

Gefährliche Empfehlungen

Unerwünschte Nebenwirkungen wie Diabetes Typ 2 sind ein guter Grund vor pauschalen Empfehlungen Abstand zu nehmen. Das UK National Institute for Health and Care Excellence empfiehlt aber Ärzten, Statine Patienten zu geben, die innerhalb der nächsten zehn Jahre eine um mindestens 10% höhere Wahrscheinlichkeit aufweisen, eine kardiovaskuläre Erkrankung zu bekommen. Also wird Ärzten empfohlen Statine vorbeugend einzusetzen. Statine sind aber eine riskante Methode, wenn man kardiovaskuläre Erkrankungen verhindern will.

Alternativen zu Statinen

Wie können die Cholesterinwerte wirksam und ohne Nebenwirkungen kontrolliert werden? Führen Statine auf die falsche Fährte? Wie können Ärzte ihre Patienten besser ermutigen, für gesunde Gefäße zu sorgen?

„Viele Patienten, die für eine Statin-Behandlung infrage kämen, würden auch von einer Änderung des Lebensstils profitieren, unter anderem mehr körperliche Aktivität, mehr gesunde Ernährung und ein Verzicht aufs Rauchen. Die in dieser Studie beobachteten mäßigen Anstiege von Gewicht und Diabetes-Risiko lassen sich durch eine gesündere Ernährung und eine gesündere Lebensweise einfach ausgleichen. Wenn man im Gespräch mit diesen Patienten bekräftigte, wie wichtig eine Umstellung der Lebensweise ist, würde das den Nutzen der Statin-Behandlung mit Blick auf die Prävention von Herzinfarkten und Schlaganfällen weiter vergrößern.“
(Professor Naveed Sattar, Mitautor der Studie)

Gesündere Lebensweise

Eine Umstellung der Lebensweise unterstützt Ihre Leber auf ganz natürliche Weise und besprechen Sie Alternativen mit Ihrem Therapeuten.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Zucker verändert das Gehirn

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Neue Erkenntnisse

Zuckerreiche Ernährung bewirkt eine Veränderung im Gehirn. Diese Veränderungen ähneln denen, die auftreten, wenn man in der Frühphase seines Lebens Missbrauch und stressigen Situationen ausgesetzt war. Sie betreffen den Hippocampus. Der Hippocampus ist einer der wenigen Orte im Gehirn, wo zeitlebens neue Nervenzellen generiert werden. Er ist an der räumlichen Orientierung und an Gedächtnisprozessen beteiligt. Der Hippocampus ist ein Teil des limbischen Systems, das im Langzeitgedächtnis Inhalte erzeugt, archiviert und abruft.

Studie

Die Wissenschaftler Jayanthi Maniam und Margaret Morris und Autoren der neuen Studie untersuchten den sensiblen Teil des Gehirnes, der für Stress und Erinnerung zuständig ist, den Hippocampus.

„Wenn Menschen in ihrer Frühphase Traumata ausgesetzt sind, verändert sich ihr Hippocampus. Bei denjenigen Menschen, deren Ernährung am ‘westlichsten‘ war, stellten wir ein geringeres Hippocampus-Volumen fest. Das passte zu den Daten, die wir aus Tiermodellen gewonnen hatten.“
(Jayanthi Maniam und Margaret Morris, Daily Mail)

Veränderungen in diesem Bereich des Gehirns können später im Leben auch der Grund für eine psychische Erkrankung werden.

„Erlebte Feindseligkeit in frühen Jahren und eine zuckerreiche Ernährung könnten unabhängig voneinander das Risiko erhöhen, dass es in einer späteren Lebensphase zu psychischen Erkrankungen kommt … Die Ähnlichkeit der molekularen Hippocampus-Defizite, wie sie von Zucker und Stress im Kindesalter ausgelöst werden, sind sehr besorgniserregend angesichts des Umstands, dass gesüßte Getränke billig und einfach zu bekommen sind … Das Umfeld der Menschen zu manipulieren, die in frühen Jahren Feindseligkeit erlebten, und generell den Konsum gesüßter Getränke zu kontrollieren, könnte ein effektiver Ansatz sein, die Belastung durch psychische Störungen zu reduzieren.“
(Jayanthi Maniam und Margaret Morris, Frontiers in Molecular Neuroscience)

Droge Zucker

Zucker kann Stress unterdrücken. Er reduziert die Stresswerte im Gehirn. Gestresste oder ängstliche Menschen greifen daher oft gezielt zu zuckerhaltigen Produkten. Dabei verdrängen sie die Tatsache, dass Zucker wie eine Droge wirkt. Man braucht immer mehr und immer öfter von diesem Stoff. Das hat massive gesundheitliche Konsequenzen.

Weniger Zucker, weniger psychische Störungen? 

Ein Übermaß an Zucker führt Fettleibigkeit, Diabetes und andere Gesundheitsprobleme mit sich. Doch Zucker verändert auch die Gehirnfunktionen und damit die Persönlichkeit. Auch Jahre später können psychische Störungen auftreten, wenn in der Jugend zu viel Zucker und Fruchtzucker konsumiert wurde. Ganz besonders Kinder zwischen 9 und 16 Jahren nehmen übermäßig raffinierten Zucker über gesüßte Getränke auf.
Achten Sie daher auf sich. Schützen Sie Ihre kognitiven Fähigkeiten und schädigen Sie Ihr Gehirn nicht mit einem Übermaß an Zucker.

Das können Sie tun
  • Versuchen Sie auf Zucker in der Nahrung zu verzichten
  • Probieren Sie einen unserer gesunde Snacks gegen Stress
  • Greifen Sie lieber zu frischen, gesunden Lebensmitteln
  • Essen Sie reichlich Nüsse und Samen
  • Unterstützen Sie Freunde und Angehörige dabei, sich ebenfalls vernünftig zu ernähren
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Zucker: Eine Droge

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Abhängig?

Verharmlost und verniedlicht: das Verlangen nach Zucker. Im Übermaß vorhanden wird schon kleinen Kindern der Zucker-Konsum antrainiert. Die Zuckerkrankheit Diabetes ist zur Volkskrankheit geworden. Das Verlangen nach Süßem ist ebenso groß, wie die Auswahl in unseren Supermarkt-Regalen. Zucker ist überall drin. Man kann ihm schwer aus dem Weg gehen. Psychologisch und physiologisch wirkt Zucker wie eine Droge: In großen Mengen genossen führt er, wie Heroin, zu einem erhöhten Ausstoß von Dopamin.
Die Gefahren des Zuckerkonsums sollten uns zum Umdenken und zum völligen Verzicht auf Zucker bewegen.

Zuckerlust überlisten

Bei starkem Übergewicht kann zur Behandlung ein Psychopharmaka eingesetzt werden, dass die Opioidrezeptoren blockiert und den Appetit auf Süsses reduziert. Diese Rezeptoren reagieren auch auf Endorphin und Morphin. Aber dies ist sicherlich der falsche Weg, denn die Erkenntnis über die gesundheitlichen Risiken sollten uns etwas Disziplin Wert sein.

 

Warum sollten wir auf Zucker verzichten?

Gesundheitliche Argumente:

 

Psychologische Argumente:

  • Das Bedürfnis nach Süßem ist evolutionsbedingt, nur waren die Quellen immer sehr überschaubar. (Honig, Obst, Beeren, etc.) Überfluss gibt es in der Menschheitsgeschichte erst seit Kurzem.
  • Zucker dient der Nahrungsmittelindustrie als Geschmacksverstärker und täuscht bei geschmacksfreien Lebensmitteln Attraktivität vor. (Fertiggerichte, Süßigkeiten, Limonade, etc.)
  • Zuckern ist in vielen Fällen auch einfach eine Angewohnheit, die man gar nicht mehr in Frage stellt. So wird die Tasse Kaffee oder die gezüchteten Billig-Erdbeeren erst durch Zucker erträglich. Wir sollten uns fragen, ob wir sie dann überhaupt konsumieren wollen.
  • Süßstoffe sind keine Alternative zu Zucker, im Gegenteil. Sie gaukeln dem Körper durch ihren süßen Geschmack vor, dass nun Zucker kommt. Da dieser aber nicht kommt, steigt das Verlangen danach umso mehr.

 

Zucker: natürlich oder industriell?

Klar, im Obst ist auch Zucker: Fruchtzucker. Aber stets in Verbindung mit Fasern, welche seine Verdauung verlangsamen und so regulieren. Im natürlichen Verbund mit vielen weiteren Nährstoffen, wie Vitaminen und Mineralstoffen, kann Obst ganz natürlich sättigen. Ganz im Gegensatz zu Speckmäusen, Cola und Dauerlutschern, die viel zu viel Zucker enthalten, Durst machen und überhaupt nicht sättigen.

 

Am Anfang steht der Entschluss

Nur noch frische, echte Lebensmittel essen und Obst, Gemüse, Kräuter, Fisch, Eier und Fleisch bewusst einzukaufen und frisch zu verarbeiten… das fällt vielen Menschen schwer, die sich an den Geschmack von gezuckerter Nahrung gewöhnt haben. Dieses Gefühl, dass etwas fehlt, kann deshalb nur schrittweise abgebaut werden. Entschlossenheit und Konsequenz sind also für die Umgewöhnung nötig. Doch es lohnt sich!

 

Umstellung Schritt für Schritt
  1. Ersetzen Sie zunächst alle süßen Getränke durch Wasser. Damit senken Sie Ihr süßes Geschmacksempfinden. Ihre Geschmacksnerven können sensibler auf Zucker reagieren. Sie kommen schon in diesem ersten Schritt mit viel weniger Zucker aus.
  2. Lernen Sie wieder schmecken! Zucker und Süßstoffe sind nicht die einzigen Stoffe, die süß schmecken. Essen Sie achtsam und mit Genuss und geben Sie Ihren Geschmacksnerven wieder die Gelegenheit in Gewürzen, verschiedenen Obstsorten und Gemüsen eine natürliche Süße zu entdecken. Konzentrieren Sie sich auf die vorhandenen Aromen und nicht auf das Fehlen von Zucker.
  3. Der nächste Schritt kommt von ganz allein. Sie werden Zuckerquellen erkennen und von Ihrem Speiseplan streichen. Dinge, die eigentlich nur schmecken, weil sie süß sind, haben Ihnen auf einmal zu wenig Aroma. Industrie-Marmelade, Erdbeeren außerhalb der Saison, hochgezüchtete Apfelsorten, etc.
  4. Der Blick aufs Etikett der Lebensmittelverpackungen ist der nächste Schritt. Es gibt viele verschleiernde Begriffe für „süß“: Dextrose, Glucose-Fructose-Sirup, Agavensirup, Aspartam, Sucralose, Sucrose, Saccharose, die Liste ist lang. Sie werden feststellen, dass fast alle abgepackten Nahrungsmittel gezuckert sind. Auch solche, die es eigentlich gar nicht bräuchten.
  5. Wenn Sie an diesem Punkt angelangt sind, dann dürfen Sie sich selbst testen. Sehen Sie sich die Auslagen einer Konditorei an und schätzen Sie, wie viel Kilo Zucker Sie da verarbeitet sehen. Sie werden eine Schubkarre brauchen, um die vielen Säcke abzutransportieren.
    Das gute Gefühl all diesen Zucker jetzt nicht mehr zu brauchen und von der Droge nicht mehr abhängig zu sein, ist wunderbar.

 

Und wie geht’s weiter?

In der Regel dauert die Umstellung 1 – 2 Monate, kann aber auch etwas länger dauern. Geben Sie nicht auf. Sie merken es, wenn die Umstellung geklappt hat an folgenden Gewohnheiten:

 

  • Zucker und Süßes sind nun die Ausnahme, nicht mehr die Regel.
  • Sie haben kaum noch das Bedürfnis nach Süßkram.
  • Und wenn doch, dann werden Sie kleine Mengen ganz bewusst genießen können.
  • Zahnschmerzen beim Verzehr gezuckerter Speisen sind dabei nicht ungewöhnlich.
  • Gefühle des Ekels können sich beim Anblick stark gezuckerter Speisen einstellen.

 

Ab dann können Sie einfach Ihrem gesunden Instinkt folgen. Er wird Sie sehr hilfreich leiten die Droge Zucker dauerhaft zu überwinden!

Hinweis

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Transplantierte Adipositas: Durch fremde Darmbakterien?

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Stark personalisiert

Bei der Geburt ist ein Neugeborenes noch nicht mit Mikroorganismen besiedelt. Erst mit der Ernährung beginnt die Besiedlung des Verdauungstraktes des Kindes. Dabei ist die Zusammensetzung der Organismen stark personalisiert. Die Mutter übergibt ihr Mikrobiom über die Muttermilch an das Kind weiter. Die Besiedlung beginnt. Aber auch die Babynahrung beeinflusst die Darmflora. Während des ganzen Lebens werden die Karten immer wieder neu gemischt: Je nach Ernährung und Umwelteinflüsse des Einzelnen.

Darmbakterien

Die Vielzahl der mikroskopisch kleinen Organismen, die unseren Körper besiedeln, steht noch nicht lange im Fokus der Wissenschaft. Dabei steht dieses menschliche Mikrobiom in einem sehr engen Zusammenhang mit unserer Gesundheit. Dieses System ist bei der kleinsten Veränderung der Kräfteverhältnisse unsere Gesundheit massiv beeinflussen kann.

Transplantierte Adipositas

Das Beispiel einer Patientin, die eigentlich einen Superkeim loswerden wollte, macht dies offensichtlich: Durch die Transplantation von Stuhl ihrer übergewichtigen Tochter wurde sie selbst dick. Dieser Fall (Fallstudie) zeigt ganz deutlich, dass die Auswirkungen der Darmflora auf unsere Gesundheit direkt und unmittelbar sind.

Mikroben im ganzen Körper

Sie besiedeln Nasenschleimhäute, die Lungenflügel und die Haut. Aber wir kennen sie hauptsächlich aus dem Verdauungstrakt: Bakterien, Archaeen, Pilze, Protisten und Viren. Ist ihre Anzahl in einem gesunden Gleichgewicht, geht es auch dem Menschen gut.

Veränderungen der Darmflora 

Nicht nur funktionelle Darmstörungen und das Reizdarmsyndrom haben ihre Ursache in einem Ungleichgewicht der Darmbakterien. Auch Allergien, Diabetes oder Fettleibigkeit stehen im Verdacht durch Veränderungen der Darmflora zu entstehen. Gerät das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, so spricht man von einer Dysbiose.

Antibiotika 

Antibiotika verändert erwiesenermaßen Ihre Darmflora. Es tötet nicht nur die schädlichen Keime, sondern auch nützliche Bakterien ab. Gerät die Darmflora dadurch in eine Schieflage, so kann dies zu Komplikationen führen, wie etwa eine Clostridium-difficile-Infektion (CDI). Das Stäbchenbakterium Clostridium difficile ist einer der häufigsten Krankenhauskeime. Das eigentlich ganz harmlose Darmbakterium kann sich aber stark vermehren und Gifte produzieren, wenn konkurrierende Arten der normalen Darmflora z.B. durch Antibiotika zurückgedrängt wurden. Das typische Krankheitsbild der Clostridium-difficile-Infektion ist die Darmentzündung mit Durchfall, dass sich allerdings auch zu einer lebensbedrohenden Durchfallerkrankung (Antibiotikaassoziierte Kolitis) entwickeln kann.

Stuhltransplantation

Auf den ersten Blick befremdet uns eine Stuhl-Transplantation etwas. Aber man sollte bedenken, dass diese Methode eine Möglichkeit darstellt, eine kranke Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Beim oben beschriebenen Krankheitsbild CDI ist dies gängige und erfolgreiche Praxis. Der Überbevölkerung des Darmbakteriums Clostridium difficile werden wieder genug „gute“ Bakterien gegenüber gesetzt. Das Gleichgewicht stimmt wieder.

Unser Beispiel

Die Frau in unserem Beispiel litt an CDI und bekam deshalb eine Stuhltransplantation von ihrer Tochter. Leider war die Tochter übergewichtig, was sie mit der persönlichen Zusammensetzung ihrer Darmflora an ihre Mutter weiter gegeben hat.
Vor der Transplantation wog die Frau 60kg und hatte einen Body-Mass-Idex von 26. 16 Monate nach der Stuhltransplantation lag ihr BMI bei 33 und nach drei Jahren bei 34,5. Die Diagnose lautet Fettleibigkeit. Auch eine Umstellung der Ernährung und ein umfassendes Sportprogramm blieben ergebnislos.

Mäuse

Die Wissenschaftler konnten den Zusammenhang zwischen der Gewichtszunahme der Frau und der Stuhltransplantation nicht fundiert beweisen. Versuche mit schlanken Mäusen, die nach einer Stuhltransplantation von übergewichtigen Mäusen fetter werden, sind aber ein Hinweis auf den Zusammenhang. Aber auch andere Faktoren tragen zu einer raschen Gewichtszunahme bei: Genetische Faktoren, Alter oder einfach nur ein gesteigerter Appetit nach der neuen Zusammensetzung der Darmflora?

Geeignete Spender 

Der beschriebene Fall sollte uns bei der Wahl eines Spenders für eine Stuhltransplantation wählerisch werden lassen. Übergewichtige Spender bringen neben dem Nutzen offenbar auch unerwünschte Folgeerscheinungen.

Hinweis

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Bockshornklee
(Fenugreek)

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Gesunde Haare, Potenz und Vitalwirkstoffe

Der Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) aus der Familie der Hülsenfrüchtler gehört zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Der lateinische Name foenum-graecum bedeutet griechisches Heu. Die Heilpflanze ist unter zahlreichen Trivialnamen im Volksmunde bekannt wie feine Grete, Stundenkraut, Rehkörner, Hirschwundkraut oder Kuhhornklee u.a.

In der Pflanzenheilkunde wird der aromatisch duftenden Pflanze von alters her eine große Bedeutung zugeschrieben. Nach und nach bestätigen wissenschaftliche Ergebnisse das jahrtausendealte Wissen. Schon dem Propheten Mohammed wird der Spruch nachgesagt, dass wenn die Leute wüssten, welche Heilkraft der Bockshornklee besitzt, sie ihn „in Gold aufgewogen würden“.

Seit der Eisenzeit im Einsatz

Bockshornkleesamen sind aus eisenzeitlichen Funden in menschlichem Gebrauch archäologisch nachweisbar. In der ägyptischen Heilkunst wurde die Pflanze zur Geburtshilfe eingesetzt und spielte auch eine lithurgische Rolle. Schon 721 v. Chr. wird Bockshornklee im Kräutergarten des babylonischen Königs Marduk-apla-iddina II erwähnt. In den mittelalterlichen Klöstergärten wurde das Heilkraut von den Benediktinermönchen angebaut und Hildegard von Bingen war der Bockshornklee als Heilmittel gegen Hautkrankheiten bekannt.

Nahrungs- und Futterpflanze

Als Futterpflanze wird Bockshornklee im Nahen Osten, Afrika und Spanien angebaut. Er gilt darüber hinaus in Indien als beliebtes Gewürz und seine Samen und getrockneten Blätter sind Hauptbestandteil des Currypulvers.

Gesund und frisch

Die Samen können frisch genossen werden, spielen als Brot- und Käsegewürz eine Rolle oder liefern als Sprossen gezogen eine gesunde Beigabe zu Salaten oder essbare Dekoration. Die Blätter ergeben einen leckeren Salat mit viel Eisen, das die Blutbildung unterstützt. Die Bitterstoffe enthalten Trigofoenoside und unterstützen die Bildung der Verdauungssäfte.

Natürliche Wirkstoffe

Der Inhaltsstoff Histidin soll Leberschädigungen verringern. Der Wirkstoff Diosgenin kann möglicherweise positive Effekte bei Dickdarmkrebs entwickeln. Im Öl aus Bockshornkleesamen stecken wertvolle Inhaltsstoffe wie die Triglyceride Linolensäure, Palmitinsäure, Linolsäure und Ölsäure. Außerdem enthält es Lecithin, Phytosterin, Saponine und Sapogenine, Phosphor und Vitamin A und D. Das enthaltene Cholin soll einen positiven Effekt auf den Stoffwechsel besitzen, Arteriosklerose vorbeugen und Leberverfettung entgegenwirken.

Die Samen der Heilpflanze werden in der Pflanzenheilkunde vielfach zur Behandlung von leichtem Diabetes mellitus eingesetzt oder begleitend in schwereren Fällen. Verantwortlich für die medizinische Wirkung soll die Aminosäure 4-Hydroxy-Isoleucin sein.

Wundermittel für gesunden Haarwuchs

In der muslimischen Medizin gelten Bockshornkleekeimlinge als Mittel gegen Haarausfall. Auch in der arabischen Medizin wird ein Sud aus abgekochten Bockshornsamen als Heilmittel gegen Haarausfall und Schuppen verwendet, aber auch gegen Menstruationsbeschwerden. In der Tat gelten Inhaltsstoffe wie Trigonellin, Nikotinsäure und Vitamin B3 als vermutlich haarwuchsfördernd. Zusammen mit Diosgenin können diese Stoffe Hormone blockieren, die für Haarausfall verantwortlich sind. Innerlich angewendet, als Spülung oder Packung auf Haar und Kopfhaut soll Bockshornklee selbst bei hartnäckigen Schuppen und seborrhoischer Dermatitis helfen.

Heilkräfte aus dem Bockshornklee

In Indien, China und Tibet wird ein Aufguss aus Bockshornklee aufgrund der antibakteriellen ätherischen Öle als befreiendes Mittel für die oberen Atemwege eingesetzt. In Indien gilt es als Aphrodisiakum und Tonikum.

Kneipp war von der Heilkraft des Bockshornklees begeistert, insbesondere gegen Geschwülste und Geschwüre. Für milchbildende Stilltees ist Bockshornklee eine beliebte Zutat.

Potenzmittel und Bodybuilding

Die Liste der gesundheitsfördernden Wirkungen durch Bockshornklee ist lang. Der Heilpflanze wird seit jeher auch eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt. Die Testosteronsteigerung bei der Einnahme von Bockshornklee ist nachgewiesen, vermutlich sind Phytohormone für die Wirkung verantwortlich. Bodybuilder schätzen diese Eigenschaft, denn Testosteron unterstützt die Bildung von Muskelmasse. In der Szene ist Bockshornklee unter dem englischen Trivialnamen Fenugreek bekannt.

Darreichungsformen

Als Tee, in Pulverform und Konzentrat ist Bockshornklee erhältlich. Die Samen werden für das Ziehen von Keimlingen oder für die Direktverwendung angeboten.

Vorkommen

Überall im südlichen Europa ist Bockshornklee wild auf lehmigen Böden zu finden. Die einjährige, krautige Pflanze ist verbreitet bis nach Afrika, Australien, Indien und China. Bockshornklee kommt mit Trockenheit und sogar salzigen Böden gut zurecht.

Früh wurde die Heilpflanze in unseren Regionen gezielt angepflanzt in Kräutergärten. Bockshornklee wird hauptsächlich in Marokko und Indien angebaut, aber auch in Deutschland und Frankreich existieren kleine Plantagen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Arginin

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Die essentielle Aminosäure für die Blutgefäße

Arginin zählt zu acht essentiellen Aminosäuren, die unersetzbar ist für den menschlichen Organismus und im Körper nicht in genügender Menge durch Biosynthese hergestellt werden kann. Der Bedarf muss daher zusätzlich über die Nahrung gedeckt werden. Da sie teilweise vom Körper gebildet werden kann, also nicht ausschließlich von der Nahrungsaufnahme abhängig ist, wird Arginin auch als semi-essentielle Aminosäure bezeichnet. Ein erhöhter Bedarf durch Krankheit oder Stress kann durch die Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden. Insbesondere für Durchblutung und Leistungsfähigkeit des Herzens ist Arginin ein unabdingbarer Baustein der menschlichen Gesundheit. Als „Wundermolekül“ stand L-Arginin 1988 in den Schlagzeilen, als die Wissenschaftler Robert F. Furchgott, Louis J. Ignarro und Ferid Murad den Nobelpreis für Medizin erhielten für die Erforschung des Zusammenhangs von Stickstoffmonoxid und einem gesunden Herz-Kreislauf-System. Und natürliche Quelle für Stickstoffmonoxid im Körper ist die Aminosäure L-Arginin. Mehr als 3.000 Studien weist die maßgebliche Internet-Datenbank „PubMed“ zu Arginin-Einnahmen auf. Focus online berichtete 2014 euphorisch von einer neuen Studie zu L-Arginin, die die Blutzirkulation in den Mittelpunkt stellt – und damit Krankheitsbilder berührt wie Diabetes, Bluthochdruck, hohen Cholesterinspiegel, Erektionsstörungen und viele andere.

Funktionen von Arginin

Die proteinogene (eiweißbildende) Amionosäure Arginin enthält den höchsten Stickstoffanteil unter den Aminosäuren und sorgt für die Produktion von Stickstoff in den Blutgefäßen. Stickstoff ist einer der wichtigsten Schutzfaktoren für Gefäße. Stickstoffmonoxid unterdrückt Zellwucherungen, ist beteiligt bei der Verteilung der Nährstoffe im Muskelgewebe und soll schädliche Mikroorganismen reduzieren. Unterstützend wurde Arginin bereits bei Therapien gegen Tinnitus, Nierenfunktionsstörung, erektile Dysfunktion (Erektionsstörung) und Bluthochdruck eingesetzt. Arginin ist bedeutend für die Leistungsfähigkeit des Herzens. Diese Aminosäure ist Vorstufe eines Botenstoffes, der die Erweiterung der Gefäßmuskulatur kontrolliert und damit für die Blutzirkulation verantwortlich ist. Aus diesem Grund kann Arginin ein Faktor sein, der präventiv vor Herzinfarkt schützt. In einer placebokontrollierten Studie von 1988 wurde bei den Patienten, die Arginin erhielten, eine um dreißig Prozent gesteigerte Insulinempfindlichkeit und eine Blutdrucksenkung beobachtet. Im Eiweißstoffwechsel hilft Arginin, giftiges Ammoniak über den Harnstoff auszuscheiden. Sogar ein krebshemmender Effekt wird für Arginin vermutet.

Bei Leistungssportlern beliebt

Laut einer Studie der Universität Exeter (UE) konnten durch L-Arginin die sportlichen Leistungen der Probanden um 20 Prozent gesteigert werden. Die Anregung zur Ausschüttung von Wachstumshormonen wie Prolaktin und Glukagon durch L-Arginin kann den Muskelaufbau positiv beeinflussen und die Fettverbrennung optimieren. Die Durchblutung wird durch die Gefäßerweiterungsfunktion verbessert und Arginin ist daher als „Pump-Supplement“ im Bodybuilding beliebt. Außerdem ist die Aminosäure an der Bildung der weißen Blutkörperchen beteiligt und daher für die Immunabwehr förderlich.

Arginin in Lebensmitteln

Natürliches Arginin ist in proteinhaltigen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch und Krustentieren, Ölsaat, Nüssen und Hülsenfrüchten enthalten. Einen extrem hohen Arginingehalt weisen Kürbiskerne auf. Milch und Käse enthalten ebenfalls Arginin aber in deutlich geringeren Mengen als Fleisch.

Erhöhter Bedarf an Aminosäure

Bei Operationen und Leistungssport, aber auch bei Reduktionsdiäten steigt der Bedarf an Proteinen. Das gilt auch für katabole Stoffwechselzustände bei Verbrennungen, Verletzungen, Krebs, Chemotherapie, AIDS oder Knochenmarkstransplantation. Die Körperfett- und Proteinspeicher werden dann zur Versorgung mit Energie und Aminosäuren für die Immunantwort und die Wundheilung mobilisiert.

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Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Aminosäuren

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Grundbausteine des Lebens

Sämtliche Eiweiße (Proteine) im menschlichen Körper sind aus Aminosäuren gebildet. Sie sind die kleinsten Bausteine der Proteine. Im menschlichen Erbgut sind 22 Aminosäuren codiert, aus denen lebenswichtige Proteine entstehen, indem verschieden zusammengestellte Ketten von Aminosäuren durch Peptidbindung zu Eiweißmolekülen (Proteinen) mit unterschiedlichen Funktionen kombiniert werden. Tausende von verschiedenen Proteinen werden durch Aminosäuren gebildet, alle mit unterschiedlichen Aufgaben. In der Biochemie des menschlichen Körpers sind sie wichtig für den Aufbau von Muskeln und Gewebe, Hormonen, die Bildung von Botenstoffen im Gehirn sowie Enzyme. Aminosäuren sind die Grundlage für das reibungslose Funktionieren des Stoffwechsels. Immerhin rund 20 Prozent des menschlichen Körpergewichts bestehen aus Eiweißen.

Keine Aminosäure darf in einem gesunden Organismus fehlen

Der Körper kann nicht alle zweiundzwanzig Aminosäuren selbstständig durch Biosynthese herstellen. Daher müssen die sogenannten essentiellen Aminosäuren durch die Nahrung zugeführt werden, denn sie sind unersetzlich für einen funktionierenden Organismus. Fehlt nur eine davon, ist die Funktion aller Proteine betroffen. Ein Mangel an Aminosäuren bringt eine erhebliche Beeinträchtigung der Gesundheit mit sich. Einige sogenannte Zivilisationskrankheiten können unter anderem auf mögliche Stoffwechselstörungen zurückzuführen sein, wie beispielsweise Arthrose, so hoher Cholesterinspiegel, Diabetes, Erektionsstörungen, Übergewicht, usw.

Über die zweiundzwanzig proteinbildenden Aminosäuren hinaus existieren noch weit über 200 Aminosäuren, die an der Eiweißbildung nicht beteiligt sind aber wichtige Funktionen bei den chemischen Abläufen in den Zellen besitzen.

Unentbehrliche Aminosäuren aus der Nahrung

Folgende acht essentielle Aminosäuren können nicht im menschlichen Stoffwechsel hergestellt werden. Dieser Bedarf muss durch die Nahrung gedeckt werden. Diese acht Aminosäuren heißen Leucin, Isoleucin, Methyonin, Threonin, Valin, Lysin, Phenylalanin und Tryptophan. Säuglinge benötigen darüber hinaus Histidin und Arginin. Besonders viele Eiweißbausteine sind in Lebensmitteln enthalten wie Fleisch und Fisch, in Eiern, Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Soja und Getreide. Um Aminosäuren aus der Nahrung aufnehmen zu können, schließt der Organismus die Lebensmittel bei der Eiweißverdauung im Darm in einzelne Aminosäuren auf.

Aminosäuren nehmen Schlüsselpositionen bei der biochemischen Funktion des gesamten Organismus ein. Die unterschiedlichen Funktionen sollen durch einige wenige Beispiele illustriert werden: Als Baustein für Kollagen kommt Lysin eine große Bedeutung für das Herz-Kreislaufsystem zu. Kollagen ist Bestandteil der Gefäßwände, so dass Lysin Stabilität und Festigkeit der großen wie auch der kleinen Blutgefäße unmittelbar beeinflusst. Eine Aminosäurenkombination, die bei Sportlern als regenerations- und leistungsfördernd bekannt ist, heißt BCAA (Branched Chain Amino Acids) und besteht aus Valin, Leucin und Isoleucin. Wiederum ist Arginin bedeutend für die Leitungsfähigkeit des Herzens. Diese Aminosäure ist Vorstufe eines Botenstoffes, der die Erweiterung der Gefäßmuskulatur kontrolliert und damit für die Blutzirkulation verantwortlich ist. An der Neurotransmittersynthese ist Phenylalanin beteiligt, während Tryptophan die Grundsubstanz für Serotonin liefert. Die Regelung des Gehirnstoffwechsels erfolgt über Isoleucin, Leucin und Valin.

Bedarf an Aminosäuren

Der Proteinbedarf von Babys und Kindern ist wachstumsbedingt höher als der von Erwachsenen. Das Gleichgewicht von Aminosäuren wird durch die Leber als zentrales Organ des Aminosäurestoffwechsels geregelt. Die Leber ist das einzige Organ, das über eine komplette Enzymausstattung zum Abbau von Aminosäuren verfügt. Bleibt eine essentielle Aminosäure bei der Nahrungsaufnahme aus, kann die Leber gespeicherte Stoffe freisetzen und so den Aminosäurespiegel im Blut konstant halten. Die verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin werden vor allem in der Skelettmuskulatur und im Herzmuskel verstoffwechselt.

Bei Operationen und Leistungssport, aber auch bei Reduktionsdiäten steigt der Bedarf an Proteinen. Das gilt auch für katabole Stoffwechselzustände bei Verbrennungen, Verletzungen, Krebs, Chemotherapie, AIDS oder Knochenmarkstransplantation. Die Körperfett- und Proteinspeicher werden dann zur Versorgung mit Energie und Aminosäuren für die Immunantwort und die Wundheilung mobilisiert. Eine erhöhte Freisetzung von Glutamin aus der Skelettmuskulatur ist insbesondere für das Immunsystem von Bedeutung.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Vitamin B15 (Pangamsäure)

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Körpereigener Vitalstoff

Pangamsäure wird auch als Vitamin B15 bezeichnet. In der Literatur findet man manchmal Pangamsäure dem Vitamin-B-Komplex zugeordnet, was mittlerweile revidiert wurde. Die genauen Funktionen der Pangamsäure sind noch nicht alle vollständig erforscht.

Chemisch gesehen handelt es sich um einen Esther der Gluconsäure und Dimethylglycin aus dem Cholinstoffwechsel. Pangamsäure kann bei Bedarf im Körper in ausreichender Menge synthetisiert werden.

Sauerstoffversorgung

Die Hauptwirkung der Pangamsäure im Organismus besteht offenbar in der Aktivierung der Sauerstoffversorgung im gesamten Körper. In den einzelnen Zellen erhöht sich der Sauerstoffumsatz und erleichtert dadurch Abbau und Abtransport von Abfallprodukten des Stoffwechsels. Krebszellen werden durch Sauerstoff möglicherweise an der Verbreitung gehindert, so die Vermutung.

Im Energiestoffwechsel sorgt Pangamsäure für die Aktivierung eines Funktionseiweißes, das für die Energieproduktion verantwortlich ist. Für die Reaktion wird Sauerstoff benötigt, der die Konzentration in den Zellen abfallen lässt. Mehr Sauerstoff wird nachgezogen, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Das dabei freigesetzte Kohlendioxid führt durch die Bindung an Rezeptoren zu einer Erweiterung der Blutgefäße. Dadurch wird eine bessere Durchblutung und die Versorgung mit sauerstoffreichem Blut in sauerstoffarmen Geweben möglich.

Bei Herzbeschwerden, Durchblutungsstörungen, Arterienverkalkung, Diabetes und erhöhten Cholesterinwerten soll Pangamsäure positiven Einfluss nehmen.

Starker Schutz

Zusätzlich weist Pangamsäure starke antioxidative Eigenschaften auf. Durch die Abwehr freier Radikale kann Pangamsäure die Zellsubstanz schützen und die Lebensdauer der Zellen verlängern. Alterungserscheinungen können durch den Schutz und die Regeneration der Zellen durch Pangamsäure verlangsamt werden.

Das Vitamin fördert zudem die Lebertätigkeit und das Immunsystem.

Vorkommen

Erstmalig wurde Pangamsäure 19520aus Aprikosenkernen isoliert. Gute Pangam-Lieferanten sind Bierhefe, ungeschälter Reis, Kürbiskerne, Sesamsamen, Hülsenfrüchte, insbesondere Kichererbsen, und Vollkornprodukte. Als Nahrungsergänzungsmittel ist ein Natriumpangamat mit der Handelbezeichnung OYO im Handel erhältlich.

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Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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