Schlagwort-Archive: Diabetes mellitus

Karpaltunnelsyndrom
– was kann helfen?

karpaltunnelsyndrom
© Robert Kneschke – fotolia.com

Frauen sind dreimal mehr betroffen

Das in der Bevölkerung weit verbreitete Karpaltunnelsyndrom (KTS, auch Carpaltunnelsyndrom) äußert sich durch ein schmerzhaftes Kribbeln oder Schmerzen am Handgelenk oder in der Hand. Von dort aus können die Schmerzen in den Arm ausstrahlen, in schweren Fällen kann es zu einer Beeinträchtigung des Tastgefühls kommen und einer Greifschwäche.

Wodurch entsteht das Karpaltunnelsyndrom?

Ausgelöst werden die Symptome durch Druck (Kompression) auf den Medianerv (Nervus medianus) durch eine Einengung des Nerventunnels an der Handwurzel, den sogenannten Karpaltunnel, durch den Nerv und Sehnen laufen. Durch eine Gewebeschwellung oder eine Entzündung kann dieser Nervenkanal zu eng werden und auf den Nerv drücken. Dadurch wird der Versorgungsbereich des Nervs beeinträchtigt und bei anhaltender Enge kann der Nerv selbst geschädigt werden. Folgende Ursachen können einem Karpaltunnelsyndrom zugrunde liegen:

Manuelle Belastung: Eine motorische Überbeanspruchung kann zu der Schwellung des Karpaltunnels führen, zum Beispiel bei ständig wiederholten Bewegungen mit Kraftaufwand wie am Fließband oder durch vibrierende Maschinen.

Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe: Flüssigkeitsstau kann eine Enge im Nervenkanal auslösen, beispielsweise bei Menstruation, Schwangerschaft, Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Allergien) oder Übergewicht. Manchmal treten gleichzeitig Schwellungen in anderen Körperregionen auf wie geschwollene Kniegelenke oder schmerzende Ellenbogen.

Allgemeinerkrankungen: Krankheiten können das Karpaltunnelsyndrom auslösen oder in Kombination mit anderen Risikofaktoren begünstigen, beispielsweise Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion, Sehnenscheidenentzündung der Fingerbeuger, Polyarthritis, Akromegalie (wachstumshormongesteuerte Vergrößerung der Extremitäten wie Hände, Füße, etc.), Amyloidose oder Alkoholmissbrauch.

Was kann helfen bei Karpaltunnelsyndrom?

  • In manchen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden. Da eine Operation ein nicht unerhebliches Risiko ohne Garantie auf Besserung darstellen kann, ist es sinnvoll, zunächst auf andere Maßnahmen zurückzugreifen.
  • Magnesiumreiche Ernährung unterstützt die Muskel- und Nervenentspannung. Magnesiumglukonat oder Magnesiumzitrat wird in zahlreichen Darreichungsformen angeboten. Besonders viel Magnesium enthalten Hülsenfrüchte, Schalentiere, Blattgemüse und Nüsse.
  • Bromelain gilt als ein wirksames alternatives Mittel gegen Schmerzen. Das natürliche Enzym aus der Ananas kann bei akuten Schwellungen abschwellend wirken und begünstigt eine rasche Regeneration.
  • Vitamin B6 hilft gegen Schwellungen und Entzündungen. Diese Vitamingruppe ist für zentrale Stoffwechselabläufe im Körper zuständig. Fleisch, Milchprodukte, Obst und Gemüse, Hefe und Walnüsse enthalten Vitamin B6.
  • Vitamin E aus pflanzlichen Ölen kann die Heilung von Entzündungsprozessen unterstützen. Das Zellschutzvitamin aus pflanzlichen Ölen gilt als äußerst effizient im Fettstoffwechsel.
  • Gamma-Linolensäure ist beispielsweise besonders konzentriert in Nachtkerzenöl enthalten. Sie kann Entzündungsprozessen entgegenwirken, die häufig Auslöser für das Karpaltunnelsyndrom sind.
  • Arnikasalbe kann die Durchblutung anregen und für Linderung sorgen. Zweimal täglich das Handgelenk mit dem Daumen auf der Unterseite einreiben.
  • Johanniskraut ist ein probates alternatives Hausmittel, das gegen Nervenschäden und Schmerzen helfen kann.
  • Überbelastungen sollten vermieden werden, insbesondere Bewegungen, die das Handgelenk drehen, beugen oder dehnen. Beim Geradehalten des Handgelenks kann eine Schiene helfen.
  • Wassereinlagerungen durch Allergien können durch eine Eliminierungsdiät ausgeschlossen werden, bei der Lebensmittel vermieden werden, die eine Schwellung auslösen können.
  • Abnehmen bei Übergewicht kann das Risiko für das Karpaltunnelsyndrom deutlich verringern bzw. die Beschwerden möglicherweise zum Abklingen bringen. Verantwortlich dafür ist die Neigung zu verstärkten Wassereinlagerungen im Gewebe bei Übergewicht, was den Druck auf den Nervus Medianus verstärken kann.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

uebersicht
Übersicht

Prostatabeschwerden
– was kann helfen?

prostata
© Antonio Gravante – fotolia.com

Wie äußern sich Prostatabeschwerden?

Probleme beim Wasserlassen bei Männern können Symptome der Vergrößerung der Vorsteherdrüse sein, der sogenannten Prostata. Der medizinische Begriff dafür lautet benignes Prostatasyndrom oder benigne Prostatahyperplasie, abgekürzt BPH. (Das Wort „benigne“ steht für gutartig).
Die Vergrößerung der Drüse ist schmerzfrei. Deshalb wird das Prostatasyndrom meist erst wahrgenommen, sobald Probleme beim Wasserlassen auftreten.

Weniger

Das vollständige Entleeren der Blase in vollem Strahl wird eingeschränkt. Die Harnblasenentleerungsstörung äußert sich in verzögertem Start des Wasserlassens. Der Strahl wird schwächer. Es bleibt das Gefühl zurück, die Blase nicht vollständig entleert zu haben.

Öfter

Die Toilette muss häufiger aufgesucht werden (Pollakisurie), auch nachts muss die Toilette aufgesucht werden (Nykturie).

Überfallartig

Oftmals entsteht der Harndrang sehr plötzlich, fast überfallartig (imperativer Harndrang oder Urgesymptomatik).

Speicherprobleme

Es kann zur Inkontinenz (Probleme, das Wasser zu halten) kommen, muss es aber nicht. Es kann zum Nachtröpfeln nach der Blasenentleerung kommen oder auch zu ungewolltem Absondern von Urin.

Komplikationen

Wenn die Blase gar nicht mehr entleert werden kann und voll ist (akuter Harnverhalt), können starke Schmerzen auftreten. Es muss dann sofort ein Katheter gelegt werden.
Es kann auch zu einer schleichenden Überdehnung der Blase kommen mit chronischem Harnverhalt. Ein Überlauftröpfeln kündigt diese Variante an, die behandelt werden muss. Ansonsten können die Nieren dauerhaft geschädigt werden.

Üblich ab 75 Jahren

Die Prostata kann sich auch schon bei jungen Männern vergrößern. Das Phänomen ist keine Krankheit, solange es sich um ein gutartiges Prostatasyndrom handelt. Ab dem Alter von 75 Jahren ist eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse bei fast allen Männern feststellbar.

Nicht automatisch Krebs

Die benigne Prostatahyperplasie ist weit verbreitet und gutartig. Sie hat nicht automatisch mit dem gefährlichen Prostatakrebs zu tun. In jedem Falle sollte jedoch der Befund ärztlich abgeklärt werden.

Wie entstehen Prostatabeschwerden?

Die Vorsteherdrüse liegt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre wie ein Ring. Wenn die Vorsteherdrüse an Volumen zunimmt, engt sie die Harnröhre ein. In der Folge bleibt ein Rest des Urins nach dem Wasserlassen in der Blase zurück.

Die genauen Ursachen für die gutartige Prostatavergrößerung sind noch nicht medizinisch erklärbar. Es werden Zusammenhänge mit starkem Übergewicht (Adipositas), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Bluthochdruck und erhöhten Cholesterinwerten vermutet. Möglicherweise spielt auch eine Fehlfunktion des Immunsystems eine Rolle.

Was kann helfen bei Prostatabeschwerden?

Je nach Ausfallen der Prostatavergrößerung und der Symptome reicht die Therapie von Operation bis zu pflanzlichen Heilmitteln in leichteren Fällen. Pflanzliche Präparate sehen auf eine sehr lange Tradition zurück.

Traditionelle Pflanzenheilkunde

Besonders wenn Naturheilmittel (Phytopharmaka) bereits frühzeitig eingesetzt werden, können sie die gutartige Prostatavergrößerung stoppen oder verlangsamen. Die Fertigarzneimittel dazu werden meist aus dem Arzneikürbis hergestellt, der Sägepalme oder der Brennnessel sowie Roggenpollenextrakt.

Linderung

Der Vorteil ist, dass die pflanzlichen Medikamente nahezu keine Nebenwirkungen besitzen. Extrakte aus der Brennnessel, Kürbiskernen oder der Sägepalme lindern das Nachtröpfeln des Harns, können den Harnstrahl stärken und den häufigen Harndrang lindern. Das Wachstum der Vorsteherdrüse kann möglicherweise verlangsamt oder gestoppt werden.
Eine medizinische Studie hat das synthetische Präparat Finasterid und ein Kombipräparat aus Brennnessel und Sägepalme verglichen. Die Erfolge waren nahezu gleichauf, mit 39 Prozent Rückgang der Prostatabeschwerden bei Finasterid und 37 Prozent beim pflanzlichen Präparat.

Gegen weiteres Wachstum

Roggenpollen und Afrikanische Pflaume werden verstärkt eingesetzt, um das Wachstum der Vorsteherdrüse zu stoppen. Ihnen wird eine entzündungshemmende Wirkung und die Senkung der Blutfülle in der Drüse zugesagt. 69 Prozent der Testpersonen in einer Studie haben Roggenpollen positiv bewertet. Zu der Afrikanischen Pflaume liegen keine Daten vor.

Pharmakologische Behandlung

Mit Alpha1-Rezeptorenblockern wie Alfuzosin, Doxazosin, Tamsulosin oder Terazosin soll die glatte Muskulatur am Blasenhals und in der Vorsteherdrüse entspannt werden. Dadurch wird der Harnfluss verbessert.
Die hormonelle Therapie setzt auch 5-Alpha-Reduktase-Inhibitoren ein. Das körpereigene Enzym 5-Alpha-Reduktase wird bei der Umwandlung des männlichen Geschlechtshormons gehemmt. Durch die verringerte Hormonwirkung wird die Prostata wieder kleiner.

Achtung

Hinter Problemen mit dem Wasserlassen können verschiedene medizinische Erkrankungen stehen. Keinesfalls sollte man sich mit der Selbstdiagnose begnügen. Ein ärztliches Abklären durch den Arzt oder Therapeuten ist unbedingt erforderlich.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

uebersicht
Übersicht

Zivilisationskrankheiten
(gestörter Säure-Base-Haushalt)

zivilisationskrankheiten
© ArTo – fotolia.com

Wie entstehen Zivilisationskrankheiten?

Krankheiten sind immer auch Spiegel der Gesellschaft. Der Begriff der Zivilisationskrankheit bezeichnet die Häufung von Erkrankungen, die von verbreiteten und ungesunden Lebensgewohnheiten in unserer Wohlstandgesellschaft verursacht oder begünstigt werden. Allein beispielsweise an Karies leiden 98 Prozent der Bevölkerung in Europa.

Bewegungsmangel, Umweltbelastungen und ungesunde Ernährung sind als Auslöser dafür ausschlaggebend. Eine verbesserte medizinische Versorgung, Krankheitsvorsorgeuntersuchungen und gute Hygienestandards haben viele Krankheiten zurückgehen lassen, die vor der Industrialisierung noch häufig zum Tod geführt haben. Dafür haben in der heutigen Zeit Krankheiten zugenommen, die vielfach zusammenhängen mit Gewohnheiten, die der physiologischen Anlage des Menschen nicht entsprechen.

Die lange Liste der Zivilisationskrankheiten

Einige Beispiele für bekannte und verbreitete Zivilisationskrankheiten sind:

Das kann helfen gegen Zivilisationskrankheiten

Sport

Regelmäßige Bewegung und Sport ist eine gute Vorbeugung gegen viele chronische Erkrankungen. Die Durchblutung wird gefördert, das Herz-Kreislaufsystem angekurbelt und Kondition und Immunsystem werden gestärkt. Die Muskelbildung unterstützt das Stützsystem des Körpers aus Skelett und Kollagen. Dadurch werden Gelenke und die Venen weniger belastet. Wiederum die regelmäßige Bewegung der Gelenke sorgt für Gelenkschmiere und beugt Versteifungen vor.

Ernährung

Eine ungesunde Ernährung ist Ursache vieler Krankheiten. Einseitige Zufuhr von Lebensmitteln und ein großes Angebot an lecker schmeckenden aber ungesunden Genussmitteln kann sogar zu Mangelerscheinungen führen – mitten im Überfluss des Angebots. Es ist grundsätzlich sinnvoll, sich mit den Grundbegriffen einer ausgewogenen Ernährung auseinanderzusetzen.

Dazu gehört viel frisches Obst und Gemüse, Ballaststoffe aus Pflanzenfasern und ein mäßiger Konsum von Fleisch und ungesättigten Fettsäuren. Vitalstoffe wie Vitamine, Antioxidantien, Mineralstoffe und Spurenelemente helfen, die Immunabwehr des Organismus gegen viele Krankheiten und Infektionen zu schützen und tausende von Stoffwechselprozessen richtig zu steuern. Es ist heute möglich, sich vegetarisch oder sogar vegan zu ernähren, und trotzdem eine gesunde Grundversorgung des Körpers zu gewährleisten. Dazu gehört lediglich etwas mehr Bewusstsein und Kenntnis der biophysiologischen Bedürfnisse des Körpers. In jedem Falle ist es sinnvoll, auf Anzeichen des Körpers zu achten, die auf Störungen hinweisen.

Säure-Basen-Ausgleich

Eine bewusste Ernährung ist nicht nur hinsichtlich der Inhaltsstoffe eines Lebensmittels von Bedeutung sondern auch, wie das Nahrungsmittel im Körper verstoffwechselt wird. Sie können basisch oder sauer auf den Organismus wirken. Die heutiges Lebensgewohnheiten zeigen bei vielen Menschen einen Überschuss an säurebildenden Nahrungsmitteln. Der natürlich Säure-Basen-Haushalt gerät aus dem Gleichgewicht und kann Auslöser zahlreicher Zivilisationskrankheiten sein.

Übersäuerung als häufiges Ernährungsmerkmal

Säuren aus dem Stoffwechsel können bis zu einem gewissen Maß über die Niere ausgeschieden werden, über Schweiß, Stuhlgang oder im Kohlendoxid beim Ausatmen. Mit zunehmendem Alter oder bei Krankheit sinkt jedoch die Leistungsfähigkeit der Niere. Durch schlechtere Versorgung von Zellen durch die Belastung der Zwischenzellspeicher mit Säuren (Schlacken) bei einem unausgeglichenen Säure-Basen-Gleichgewicht ist der Abtransport dieser Abfallprodukte zusätzlich erschwert. Es kann zu einem Säureüberschuss kommen.

Was passiert bei Übersäuerung?

Wenn sich permanent zu hohe Mengen an Säuren im Blut befinden, wird nach einiger Zeit Kalzium im Knochen abgebaut. Die Knochendichte nimmt ab. Das kann zu Osteoporose führen. Viele weitere Störungen können möglicherweise mit Übersäuerung in den Zellen beziehungsweise im Zwischenzellgewebe zu tun haben, zum Beispiel Übergewicht, Haarausfall, Konzentrationsmangel, Sehschwäche und Cellulitis. Dadurch, dass im Zwischenzellgewebe Säuren (Schlacken) die Versorgung der Zelle mit Nährstoffen behindern, kann deren normale Funktion nachhaltig gestört werden. Die zusätzliche Leistung der Zellen, diese Abfallstoffe abzutransportieren, sorgt für Extrastress, der auch krank machen kann. Das Immunsystem wird geschwächt. Das kann weitere Erkrankungen begünstigen.

Für zahlreiche weitere ernsthafte Krankheiten wird ein Zusammenhang mit Übersäuerung vermutet, so für Gicht, Arthrose, Neurodermitis, Schlafstörungen, Herzrhythmusstörungen und Allergien, möglicherweise sogar für Krebs.

Diät als Ursache

Fastenkuren und Diäten können unter Umständen eine Übersäuerung erst auslösen. Denn Ursache für das Übergewicht sind eingelagerte Fettsäuren. Der Fettabbau geht einher mit der Produktion von sogenannten Ketosäuren, die einen Anstieg an Säuren in den Zellen nach sich ziehen.

Das kann helfen: Basische Ernährung

Basen können Säure neutralisieren. Daher können körpereigene Basenspeicher diesen Säureüberschuss abfedern – aber nur solange Vorrat reicht. Allerdings sorgen die Ernährungsgewohnheiten der meisten Menschen dafür, dass die Basenspeicher nicht so rasch wieder aufgefüllt werden, wie es notwendig wäre. Selbst der Verzehr von rund 20 Prozent der Nahrung in Form von frischem Obst, Salat, Gemüse und Mineralwasser wird von vielen Alternativmedizinern als nicht ausreichend betrachtet, um einen zuverlässigen Basenüberschuss aufzubauen.

Ein gesunder Säure-Basen-Haushalt basiert letztlich auf der Zufuhr von genügend basischen Lebensmitteln, um die Basenspeicher als Pufferung der Säuren zuverlässig aufzufüllen. Eine basenüberschüssige Ernährung schafft diese Puffer als Voraussetzung für eine verbesserte Funktionsfähigkeit und Gesundheit.

Schönheit und Gesundheit

Die Aktivierung der körpereigenen Basenproduktion und die Versorgung mit basischen Mineralien kann einen Puffer gegen Übersäuerung schaffen. In der Folge stellen sich oftmals positive Veränderungen im Hautbild, an den Gelenken, schöne und gesunde Haare und eventuell sogar Sehverbesserungen ein.

Basische Mineralien

Mineralmangel kann bei Übersäuerung leicht entstehen, weil sich der Organismus die benötigten Stoffe für die Neutralisierung und den Abtransport aus den körpereigenen Reserven holt. Aus Knochen, Haaren, Fingernägeln und den Speicherdepots werden Mineralien mobilisiert, um die Säuren auszugleichen. Zum Beispiel kann es zu Osteoporose kommen, wenn deshalb Kalzium aus den Knochen entzogen wird.

Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse ist daher wichtig. In stressigen Zeiten oder bei Anzeichen einer latenten Übersäuerung kann es sinnvoll sein, die körpereigenen Depots gezielt aufzufüllen mit Mineralien wie Kalzium, Magnesium und Spurenelementen aus Nahrungsergänzungsmitteln. Zur Remineralisierung bietet der Handel spezielle Basenmischungen.

Sangomeereskoralle und Chlorella

Besonders ergiebig zeigt sich die Sangomeereskoralle. Sie bietet rund siebzig bioverfügbare basische Mineralien, darunter Kalium, Eisen, Zink, Jod und Mangan. Die hochwertigen basischen Mineralien können Säuren wirkungsvoll neutralisieren und die Mineraliendepots des Organismus wieder auffüllen.

Eine positive Wirkung auf die Aktivierung der körpereigenen Basenproduktion besitzt auch die Chlorella-Mikroalge, eine Süßwasseralge, die für zahlreiche Prozesse im Organismus nützlich ist. Die großen Mengen an Chlorophyll und basischen Mineralien wie Kalzium, Mangan, Eisen, Zink und Magnesium wirken nicht nur stark basisch, sondern helfen auch bei der Produktion neuer Blutzellen. Das Immunsystem wird unterstützt und der Reinigungsprozess von Säuren, Giften und anderen Abfallprodukten in Gang gebracht.

Basenbäder

Basenbäder ein bis drei Mal die Woche stimulieren das größte Organ des Menschen, die Haut. Die Haut ist ebenfalls ein wichtiges Ausscheideorgan für Säuren und Gifte. Durch die Wärme kann der Lösungsprozess unterstützt werden. Darüberhinaus sind Basenbäder eine Wohltat für die Seele, und man darf nicht vergessen, dass auch seelischer Stress für Säurebelastung verantwortlich sein kann.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2016 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

uebersicht
Übersicht

Basenkur

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

basenkur
© Sabine – fotolia.com

Bezugsquelle: Basenbad | Basen Kur-Konzentrat AlkaQuell

Basische Ernährung

In der Alternativmedizin gibt es zahlreiche Anhänger der Theorie, dass der Körper durch zivilisatorisch falsche Ernährung übersäuert werde, wodurch der Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht gerate. Eine chronische Übersäuerung (Azidose) könne auf längere Sicht gesundheitsschädigende Folgen haben. Manche Alternativmediziner bringen grundsätzlich jede Erkrankung mit Übersäuerung in Verbindung, insbesondere Gicht, Arthrose, Neurodermitis, Osteoporose, Muskelschmerzen, Schlafstörungen, Herzrhythmusstörungen, Allergien und sogar Krebs. Theorien zur Übersäuerung des Körpers und damit verbunden verschiedene Konzepte zu basischer Ernährung sind seit Beginn des 20. Jahrhunderts populär. Diverse Diätmodelle wie beispielsweise Trennkost nach Howard Hay und die Waerland-Kost nach Otto Warburg und Maximilian Bircher-Benner gehören ebenso zu den gängigen Konzepten wie Basenkuren durch Nahrungsergänzungsmittel.

Lebensmittelzuordnung in der
basischen Ernährung

Die Empfehlungen zu basischer Ernährung basieren zumeist auf der Faustformel, dass für Nahrungsmittel, die sauer wirken sollen, vier Mal so viele Nahrungsmittel mit basischer Wirkung verzehrt werden sollen.

Einige saure Lebensmittel (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Fleisch und Fisch, sowie Wurst und Eier
  • Zucker
  • Mehl ohne Getreideschalen, Weißmehlprodukte
  • Quark, Käse
  • Kaffee, schwarzer Tee
  • Cola, Limonade und zuckerhaltige Softdrinks

Einige basische Lebensmittel (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Obst
  • Kartoffeln
  • Salat
  • Spinat
  • Trockenfrüchte
  • Zwiebeln

Basenkuren

Basenkuren sollen einen nahrungsbedingten Säureüberschuss ausgleichen. Dies kann auf verschiedenen Wegen geschehen. Als äußerliche Anwendung über die Haut oder oral als Nahrungsergänzung.

Basenbäder
Sicherlich die schönste und entspannteste Art zu Entsäuern. Basische Badezusätze, die meist als Konzentrat vorliegen, helfen dem größten Organ des Menschen – der Haut – sanft zu entsäuern und zu entgiften. Nach einer Basenkur sollte Ihre Haut den natürlichen pH-Wert von 8,5 erreichen. Dies ist der Wert, mit dem man als Kind auf die Welt kommt.

Basenwasser / Aktivwasser
Trinken ist bei Basenkuren sehr wichtig. Zur Herstellung einer basischen Trinklösung empfiehlt sich Konzentrat, das regelmäßig eine halbe Stunde vor einer Mahlzeit zu sich genommen wird. Ein pH-Wert von ca. 10,5 in der Trinklösung ist für den Körper sehr gut verträglich

Basenpulver
Verschiedene Nahrungsergänzungsmittel sind unter der Bezeichnung Basenpulver oder Säure-Basen-Pulver im Handel erhältlich. Sie  Meist handelt es sich um Mischungen von Mineralsalzverbindungen mit Saccharose und / oder Lactose.

Säure-Basen-Haushalt

Säuren entstehen im Stoffwechselprozess in den Zellen beim Abbau von Kohlenhydraten (Stärke, Zucker), bei der Fettverbrennung und im Eiweißstoffwechsel. Der Körper hält sein Säure-Basen-Gleichgewicht für gewöhnlich selbstständig. Überschüssige Säuren werden über die Niere im Urin ausgeschieden, über den Stuhl, über Schweiß und beim Ausatmen im Kohlendioxid. Dauerhafte Azidosen sind nur bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Mellitus oder Funktionsstörungen der Nieren bekannt. Wenn sich permanent zu hohe Mengen an Säuren im Blut befinden, wird nach einiger Zeit Kalzium im Knochen abgebaut, was zu Osteoporose führen kann. Die Messgröße für den Säure-Basen-Haushalt ist der pH-Wert, der unterschiedlich hoch ist in verschiedenen Körperflüssigkeiten wie Blut, Lymphen, Speichel oder Urin.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Neembaum (Azadirachta indica)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

neem
© Unclesam – fotolia.com

Ein Baum für alle Fälle

Der Neembaum oder auch Niembaum (Azadirachta indica) gehört in die Familie der Mahagonigewächse (Meliaceae). Jahrhundertealte Anwendungen haben seine Wirksamkeit gezeigt, die heute in Medizin und Landwirtschaft genutzt werden. In der Landwirtschaft wird die schädlingsbekämpfende Wirkung geschätzt für Pflanzenschutz und Vorratsschutz (Insektizid, Fungizid, Dünger, Futtermittel). In Deutschland ist beispielsweise das Pflanzenschutzmittel NeemAzal/T-S zugelassen.

Die Inhaltsstoffe des geheimnisvollen Baumes sind bis heute noch nicht vollständig erforscht, denn Neem enthält über 100 chemische Inhaltsstoffe, in unterschiedlichen Zusammensetzungen in Rine, Stammholz, Blättern und Früchten.

Wächst schnell in tropischem Klima

Der Neembaum gedeiht in tropischen und subtropischen Klimazonenwie Indien, Pakistan und Burma und wird bis zu 30 oder gar 40 Meter hoch. In Indien wächst er an buchstäblich jedem Straßenrand. Der rasch wachsende Baum kann bis zu 200 Jahren alt werden. Seine Verbreitung hat durch seinen enormen Nutzwert zugenommen.

Inhaltsstoffe

Als sicher gilt, dass einer der besonders wirksamen Inhaltsstoffe, das Triterpenoid Azadirachtin aus dem Öl der Samenfrüchte, wie ein Insektizid wirkt. Die Samen enthalten rund 40 Prozent Öl.

Außerdem erwähnenswert sind Slannin, Meliantriol, Nimbin und Nimbidin. Natürlich enthält Neem ätherische Öle, sowie Gerbsäure, Phosphor, Harz, Hyperosid, Linolsäure, Quercetin, Myristizinsäure, Rutin und Schwefel.

Antibakteriell und antiviral

Präparate aus dem Neembaum können antibakteriell und antiviral wirken. In Volksheilkunde und in der Landwirtschaft werden diese Eigenschaften genutzt.

Pflanzenteile für die Anwendung

Innerlich lassen sich nur die Blätter einnehmen. Sehr stark wirkend und daher nur für äußerliche Anwendung geeignet sind die Samen und das Neembaumöl aus den Samen.

Seit 2.000 Jahren erfolgreich

Indische Ärzte setzen Neemprodukte seit Jahrtausenden in der ayurvedischen Medizin erfolgreich ein gegen zahlreiche Beschwerden und Krankheiten. Indikationen sind erhöhter Cholesterinspiegel und Bluthochdruck, Diabetes Mellitus und gegebenenfalls Krebs, Hepatitis, Lepra, Nesselsucht, Anämie, Schilddrüsenerkrankungen und Verdauungsbeschwerden. Darüber hinaus gilt Neem als sehr wirksam gegen Kopfläuse und Hausstaubmilben.

Blätter des Neembaum

Die frischen Blätter werden gekaut oder als Tee zubereitet. Dafür sind auch getrocknete Blätter geeignet. Der Saft aus frischen Neemblättern soll gegen Bluthochdruck helfen, gegen Blasenentzündung, Leberschwäche und Darmbeschwerden.

Verhütung

Bei täglichem Kauen von frischen Neemblättern soll bei Frauen angeblich ein empfängnisverhütender Effekt eintreten, der verhindern soll, dass sich befruchtete Eier in der Gebärmutterschleimhaut einnisten. Spermizid (spermienabtötend) soll außerdem Neemöl mit Creme angerührt wirken, wenn es vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt wird. Medizinisch gilt dieser Gebrauch als unsicher. Es wird nicht empfohlen, sich auf die traditionelle Überlieferung zu verlassen.

Äußerlich angewendet

Neembaumöl ist in vielen Kosmetika enthalten. Therapeutisch kann es bei leichten Pilzinfektionen eingesetzt werden, aber auch bei neuralgischen Schmerzen oder Rheumabeschwerden. Bei Hautproblemen aller Art kann Neemöl hilfreich sein, auch bei Juckreiz auf der Haut. Für größere Hautstellen eignet sich auch eine Mischung aus Olivenöl oder Mandelöl mit Neemölbeimischung.

Einige Öltropfen auf heißem Wasser können bei Inhalation positiven Einfluss auf Husten und entzündliche Atemwegsbeschwerden nehmen.

Insektenschutz

Eine Tinktur aus den Samen wehrt Insekten ab. Der Kaltauszug aus den Samen kann als Pflanzenschutzmittel gegen Schädlinge eingesetzt werden.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Vitamin D3 (Cholecalciferol)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

vit_d3
© Valerie Potapova – fotolia.com

Bezugsquelle: Vitamin D3

Das Vitamin, das aus der Sonne kommt

Cholecalciferol (auch Colecalciferol oder Calciol, Vitamin D oder Vitamin D3) ist eine Vorstufe des aktiven Vitamin D. Es besitzt die Funktion eines Prohormons, das erst durch Sonnenlicht oder künstliche UV-Strahlen tatsächlich Vitaminfunktion entwickeln kann. Vitamin D3 ist die Form, die nach der Aufnahme der UVB-Strahlen über die Haut von der Leber hergestellt wird. Die Niere ist bei der Umwandlung in die benötigte aktive Form beteiligt.

Innerhalb des endokrinen Vitamin D-Systems des menschlichen Organismus wird so Cholecalciferol – oder Vitamin D3 – im Körper mithilfe von Sonnenlichteinwirkung gebildet (UVB-Strahlen).

Es ist von zentraler Bedeutung für den Calciumstoffwechsel, den Knochenaufbau und die Reifung von Immunzellen.

Vitamin D aus der Nahrung

Cholecalciferol kann auch über die Nahrung aufgenommen werden und ist in Fettfischen reichlich vorhanden. Weitere Lieferanten sind Avocado, Steinpilze und Pfifferlinge, Milch und Eier. Über die Nahrung aufgenommenes Vitamin D wird im Dünndarm resorbiert. Von dort gelangt es zusammen mit den Fetten über die Lymphe in die Blutbahn. Es besitzt eine Halbwertzeit von bis zu 25 Stunden. In dieser Zeitspanne wird es entweder im Fettgewebe gelagert oder in der Leber zu einer Speicherform von Vitamin D3 umgewandelt. Die Halbwertzeit dieser Speicherform beträgt wiederum ein bis zwei Monate.

Evolutionsgeschichtliches

Evolutionsgeschichtlich kann man sich das System so vorstellen, dass vor etwa einer Million Jahre die ersten Menschen von Afrika in Richtung Norden wanderten. Ihre zum Schutz vor Sonne ursprünglich dunkle Haut mit vielen Pigmenten wurde in den nördlicheren Regionen immer heller, denn es galt, die kürzeren Sonnenzeiten für die Vitamin D-Produktion auszunutzen. Eine Ausnahme bilden die Eskimos, die sich selber Inuit nennen. Sie bewohnen erst seit evolutionsgeschichtlich kurzer Zeit die Arktis und decken ihren Cholecalciferol-Bedarf über fetthaltige Fische.

Als Mangel an Vitamin D war die Krankheit Rachitis in den Industriestädten des 18. und 19. Jahrhunderts in Europa und Nordamerika stark verbreitet. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Verbindung von Sonnenlicht, Vitamin D3 und der Zivilisationskrankheit, die vor allem Kinder betrifft, entdeckt.

Namensgeschichte von Vitamin D

Die Suche nach einem Heilmittel gegen Rachitis war denn auch der Anfang der Entdeckung von Vitamin D. Es war Anfang des 10. Jahrhunderts bekannt, dass Rachitis durch Sonnenlicht geheilt werden kann. Den entscheidenden Faktor vermutete der Wissenschaftler Sir Edward Mellanby 1919 im kurz zuvor entdeckten Vitamin A, das beispielsweise Bestandteil von Lebertran ist. Vitamin A wird durch Oxidation zerstört, weiterhin konnte aber oxidierter Lebertran bei Rachitis helfen. Es musste also ein weiterer Stoff enthalten sein, der unabhängig von Vitamin A wirksam war. Der Kinderarzt John Howland und der Chemiker McCollum nannten diesen Stoff Vitamin D, denn es war das vierte entdeckte Vitamin.

Ist Vitamin D ein Vitamin oder nicht?

Laut Definition werden Vitamine zum Leben benötigt, können aber nicht vom menschlichen Körper hergestellt werden. Vitamin D, in seiner aktiven Form Vitamin D3, dagegen wird im Körper gebildet. Daher ist es streng genommen kein echtes Vitamin, sondern ein Prohormon. Man spricht von der Vitamin D-Gruppe, unter der sich neben Cholecalciferol (Calciol, bzw. Vitamin D3) noch weitere Substanzen subsummieren wie Calciferol aus Pflanzen (Vitamin D2), Lumisterol (Vitamin D1), 22,23-Dihydroergocalciferol (Vitamin D4) und Sitocalciferol (Vitamin D5).

Was kann Vitamin D?

Vitamin D schützt zum einen vor den Mangelkrankheiten Rachitis bei Kindern und Osteomalazie bei Erwachsenen, einer schmerzhaften Knochenerweichung. Erst Ende des 20. Jahrhunderts hat die Forschung weitere Vorteile von Vitamin D erkannt. So ist Cholecalciferol an der Zelldifferenzierung beteiligt und an der Kontrolle hormonaler Systeme. Außerdem ist es wichtig für die Entwicklung und reibungslose Funktion von Nerven- und Muskelgewebe. Ein Vitamin D-Mangel kann einer der Auslöser sein für Autoimmunkrankheiten wie Multiple Sklerose, Morbus Crohn, systemischer Lupus erythematodes oder Diabetes mellitus Typ 1. Mangel an dem Vitamin kann unter Umständen auch verantwortlich sein für Tuberkulose, Bluthochdruck oder Hautkrankheiten wie Psoriasis. Eine protektive, vorbeugende Wirkung wurde von Vitamin D mit Calcium gegenüber Dickdarmkrebs erkannt. Viele dieser Krankheiten sind offenbar multifaktoriell, mit Vitamin D als einem entscheidenden Faktor.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Vitamin C (Ascorbinsäure)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

vitamin_c
© Barabas Attila – fotolia.com

Grundlage einer gesunden Ernährung

Der essentielle Vitalstoff Ascorbinsäure ist allgemein unter dem Namen Vitamin C bekannt. Ein Mangel an Vitamin C führt zu der Krankheit Skorbut (lat. Scorbutus), die bis ins 18. Jahrhundert als häufigste Todesursache auf Seereisen galt, da über lange Zeit auf frische Lebensmittel verzichtet werden musste. Von dem lateinischen Namen der Krankheit zusammen mit der Vorsilbe –a leitet auch die Bezeichnung Ascorbinsäure ab („den Skorbut abwehrend“). Der Biochemiker Casimir Funk prägte bereits 1912 das Kunstwort „Antiskorbut-Vitamin“, wobei er das Wort „Vitamin“ von dem lateinischen Wort vita für Leben entlehnte.

Ascorbinsäure kann vom menschlichen Organismus nicht selbst hergestellt werden, daher muss die Aufnahme von Vitamin C über die Ernährung erfolgen. Die organische Säure ist farblos, geruchlos und als kristalliner Feststoff mit saurem Geschmack erhältlich, der wasserlöslich ist. In vielen Obst- und Gemüsesorten ist Vitamin C im kompletten natürlichen Verbund enthalten. Die vielen positiven Eigenschaften von Vitamin C können unterstützend bei vielen Krankheitsbildern eingesetzt werden. Es wirkt als Antioxidationsmittel, das freie Radikale abfangen kann und dadurch die Zellen schützt. Die antioxidative Wirkung von Vitamin C schützt Zellen und Körpersubstanzen vor freien Radikalen. Es verhindert die Oxidation von Folsäure und Vitamin E und ist beteiligt an der Umwandlung von Kupfer zur Superoxiddismutase, einem antioxidativen Enzym. Im Immunsystem kann es Schutzfunktionen übernehmen und ist an der Wundheilung beteiligt. Volksmedizin und Naturheilkunde seien sich der gesundheitsfördernden Wirkung von Vitamin C bereits seit langer Zeit bewusst, weiß Urs Buergi: „Vitamin C gehört zu den am leichtesten zugänglichen Wirkstoffen, die von vielen noch immer unterschätzt werden“, meint der Naturheilkundler.

Die wichtigsten Anwendungsgebiete von Vitamin C:

Zahlreiche positive Funktionen im menschlichen Organismus

Allergien: Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass Vitamin C die Histaminproduktion reguliert. Allergische Symptome können dadurch entscheidend gelindert werden. Vieles weist darauf hin, dass Allergien unter anderem durch Vitamin C auf natürlichem Wege geheilt werden können (Ziemann B., Enzmann F., Vitamin C Ascorbinsäure, ein lebensnotwendiger Schutzfaktor, 1998, MSE Pharmazeutik). Ein Mangel an Vitamin C spielt gerade für Allergiker eine große Rolle: Je stärker der Vitamin-C-Spiegel im Blut fällt, desto höher steigt der Histamin-Spiegel, also der Stoff, der die allergischen Reaktionen in der Immunreaktion auslöst. Im Bronchialsekret und der Lungenflüssigkeit wirkt Ascorbinsäure als eines der wichtigsten Antioxidantien, weshalb Vitamin-C-Präparate vielfach bei Allergien von Asthma bis Heuschnupfen, ebenso wie bei Lungen- und Atemwegserkrankungen eingesetzt werden. Eine dauerhafte Vitamin-C-Gabe kann die Histaminwerte um bis zu 38 Prozent verringern.

Arteriosklerose (Arterienverkalkung, Verkalkung von Blutgefässen): Medizinische Studien belegen, dass Arteriosklerose in Beinarterien auf natürliche Weise abgebaut werden konnten. Hoch dosierte Vitamin-C-Präparate sind in der Lage, arterosklerotische Ablagerungen, die Verklumpung von Blutplättchen und die Gefahr von Blutgerinnseln zu verringern, beispielsweise nach Operationen. Die Wände der Blutgefäße werden gestärkt, Entzündungsfaktoren und Werte aus oxidativem Stress können durch Ascorbinsäure positiv beeinflusst werden. Die antioxidative Wirkung des Vitalstoffs schützt vor Radikalbildung und erhöht die Entspannungsfähigkeit der Blutgefäße. Außerdem hat Vitamin C positive Wirkung gegen erhöhten Blutdruck gezeigt, ein weiterer Schutz vor Ablagerungen an den Blutgefäßwänden. Die tägliche Gabe von 500 mg Vitamin C führte in einer randomisierten Studie mit rund 50 Patienten, die an koronarer Herzerkrankung litten, innerhalb eines Monats zu einer signifikanten Verbesserung der Gefäßentspannung. Orthomolekularmedizinerin E. Blaurock-Busch empfiehlt bei Arteriosklerose die Einnahme von einem Gramm Vitamin C zu jeder Mahlzeit (E. Blaurock-Busch: Orthomolekulartherapie in der Praxis. Mit Nährstoffen heilen. Lehrbuch für die Arzt- und Naturheilpraxis, 1996)

Bluthochdruck (Hypertonie): Der positive Einfluss von Ascorbinsäure bei Bluthochdruck wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. In einer randomisierten von Gröber veröffentlichten Doppelblindstudie mit 45 Bluthochdruckpatienten wurde eine deutliche Senkung des Blutdrucks um 9 Prozent im Durchschnitt festgestellt bei einer Gabe von 500 mg Vitamin C täglich über die Dauer von einem Monat. Bei normalem Blutdruck zeigte Ascorbinsäure jedoch keine blutdrucksenkende Wirkung. Vitamin C wird auch zur Vorbeugung eingesetzt, insbesondere zur Prävention von Verkalkung der Herzgefäße (Koronarsklerose), der Hirngefäße (Zerebralsklerose) oder peripherer Blutgefäße (beispielsweise an Armen und Beinen).

Blutzucker (Diabetes mellitus): Diabetes mellitus, wie die Blutzuckerkrankheit häufig genannt wird, gilt als Volkskrankheit. Rund 10 Prozent der Deutschen sind von der Stoffwechselerkrankung betroffen. Je nach Ausprägung können die Symptome bei Diabetes mellitus Typ 2 gravierend, sogar lebensbedrohlich sein mit Folgeerkrankungen an Blutgefäßen und Nervensystem. Wichtigster Laborwert ist stets der sogenannte HbA1C, der den prozentualen Hämoglobingehalt im Blut über die zurückliegenden Wochen bestimmt. Von Diabetes spricht man, wenn der HbA1C deutlich über 7 Prozent liegt.

Vitamin C und Zucker werden mit demselben Mechanismus in die Zellen transportiert. Bei einem hohen Blutzuckerspiegel sind die Andockstellen in den Zellen durch die hohe Konzentration von Zuckermolekülen in der Blutbahn besetzt. Daher benötigen Diabetiker gegenüber Gesunden ein Vielfaches an Vitamin C, um in den Zellen die gewünschte Wirkung zu erreichen. Ist Ascorbinsäure in hoher Konzentration vorhanden, kann es auch Andockstellen für Zucker an vielen Proteinen besetzen und beugt damit der Entstehung von weiteren AGEs vor (Advanced Glycation End Products), Zuckermolekülen in der Blutbahn, die sich unter dem Einfluss freier Radikale verkleben und die Blutgefäße zukleistern.

Die Einnahme von entsprechend dosiertem Vitamin C hat sich bei Blutzucker als sehr positiv erwiesen. Bereits die Einnahme von zweimal täglich 500 mg Vitamin C konnte den Plasma-Insulinwert und damit den Glucosespiegel signifikant senken, nachgewiesen in der in der Davie-Studie von 1992 (Davie S.E. et al.: Effect of vitamin C glycosilation of proteins. 1992, Diabetes 41:167-173). Ein weiterer positiver Effekt besteht darin, dass Vitamin C die Eiweißverzuckerung in den Arterien hemmt, die bei Diabetes die Gefäße angreift (vgl. Gembal M., Druzynska J., Kowalczyk M., Przepiera E., Cybal M., Arendarczyk W., Wojcikowski CZ.: The effect of ascorbic acid on protein glycation in streptozotocin-diabetic rats). Das Infarktrisiko liegt bei diabetischen Rauchern enorm hoch, etwa zwanzigfach erhöht gegenüber Gesunden. Die antioxidative Wirkung von Vitamin C wirkt der beim Rauchen verstärkten Bildung von freien Radikalen entgegen. In Studien konnte bereits durch die Einnahme von einem Gramm Vitamin C täglich die Entstehung der AGEs um ein Drittel reduziert werden. Auch Vitamin E kann die Entstehung von AGEs mildern. Nichtrauchende Diabetiker haben immer noch ein vierfach höheres Risiko für Infarkt und Schlaganfall als Gesunde, bedingt durch die Zusetzung der Blutgefäße in Gliedmaßen, Nieren und Augen. Bei Diabetes mellitus gilt ein zwanzigfach erhöhtes Risiko zu erblinden und eine fünfzigfach höhere Wahrscheinlichkeit für Amputationen. Die wundheilende Wirkung von Vitamin C wirkt sich zusätzlich bei vielen Nebenleiden positiv aus, die Diabetiker verstärkt betreffen wie beispielsweise Zahnfleischentzündungen, Hautgeschwüre oder schlecht heilende offene Wunden.

Eisenmangel: Vitamin C verbessert die Aufnahme von Eisen aus Nahrungsmitteln ebenso wie aus Eisenpräparaten.

Erkältungskrankheiten / Infekte: Die Einnahme von hochdosierten Vitamin C-Präparaten gleich zu Beginn einer Erkältung kann viele Symptome lindern und die Krankheitsdauer verringern. Im Immunsystem spielt Ascorbinsäure eine wesentliche Rolle. Vitamin C aktiviert die körpereigene Abwehr und wirkt positiv auf die Aktivität der Leukozyten, der weißen Blutkörperchen, die krankheitserregende Bakterien und Viren im Körper angreifen.

In medizinischen Studien fand man heraus, dass bei einem Infekt an den ersten beiden Tagen die Konzentration von Vitamin C im Organismus um rund die Hälfte sinkt. Positiv wirkt sich bei einer Vitamin C-Therapie daher die schnelle und hochdosierte Einnahme aus, sowie eine ausreichende Einnahmedauer über mindestens fünf Tage. Bei einer regelmäßigen Einnahme von etwa 1 Gramm Vitamin C täglich kann die Anfälligkeit für Infekte deutlich verringert werden.

Gicht: Vitamin C besitzt eine positive Wirkung auf die Ausscheidung der Harnsäure über die Niere und kann daher auch bei Gichtpatienten hilfreich sein.

Geschwüre: Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C kann die Anfälligkeit für blutende Geschwüre (Hämorrhagien) verringern und hilft vorzubeugen und zu heilen.

Hämorrhoiden: Bei Hämorrhoiden kann Vitamin C hilfreich sein, indem es den Stuhl weich macht und die Venen rund um den After stärkt. Die Tendenz zu Blutgerinnseln kann verringert werden und Schwellungen werden positiv beeinflusst. Die Darmtoleranz ist bei hohen Gaben von Ascorbinsäure zu prüfen.

Abnehmen / Fettreduzierung: Eine unzureichende Carnitinproduktion kann einer der Gründe für Fettleibigkeit sein. Das Eiweißmolekül Carnitin transportiert Fette im menschlichen Organismus in die Mitochondrien, damit sie dort in Energie umgewandelt werden können. Ist die Carnitinproduktion gestört, wird es trotz Diät schwierig, überzählige Kilos loszuwerden. Vitamin C und ausreichend Protein begünstigen eine gesunde Carnitinproduktion.

Hepatitis: Studien des Forschers Baetgen von 1957 bis 1958 ergaben eine starke Wirksamkeit von Vitamin C bei Hepatis. Bei einer Einnahme von 10 Gramm täglich bei 245 infizierten Kindern erholten sich alle Patienten nach kurzer Zeit von der Krankheit. Bereits 1954 konnte bei einer Studie von Bauer/Straub konnte nachgewiesen werden, dass die tägliche Gabe von 10 Gramm Vitamin C die Krankheitsdauer der Testpersonen um 50 Prozent gegenüber der Kontrollgruppe senkte.

Schmerzen und Entzündungen: In zahlreichen Studien dämmte hochdosiertes Vitamin C über die Regulierung des Prostagandin Entzündungen, Fieber und Schmerzen.

Krebs: Tumorzellen nehmen im Vergleich zu gesunden Zellen deutlich weniger Vitamin C auf, und je weniger Vitamin C es aufnahm, desto schneller entwickelte sich der Krebs. Auf diese Formel läßt sich die aktuelle Studien von Prof. Dr. Margreet Vissers von der University of Otago (Neuseeland) bringen. Hieraus schloß man, dass dies im Umkehrschluss bedeute, dass eine hochdosierte Gabe von Vitamin C die Entstehung von Krebs und der Entwicklung von krankhaften Zellveränderungen verhindern oder vermindern kann. (vgl. Cancer Resarch: Das zweimal im Monat erscheinende, von der American Association for Cancer Research, Philadelphia herausgegebene wissenschaftliche Journal)

Freie Radikale sind wesentlich für die Entstehung von Krebstumoren verantwortlich. Die DNS einer menschlichen Zelle ist täglich mit freien Radikalen konfrontiert. Vitamin C ist an der Abwehr freier Radikale stark beteiligt, es unterstützt die Leber bei der Entgiftung des Organismus von kanzerogenen Stoffwechselprodukten und krebserregenden Substanzen wie Schwermetallen, Pestiziden und Chemikalien, die mit der Nahrung aufgenommen werden und schützt die Zellen vor Oxidation. Auf diese Weise senkt Vitamin C das Krebsrisiko, besonders für Brustkrebs und im Verdauungstrakt (Mundschleimhaut, Kehlkopf, Speiseröhre, Magen, Bauchspeicheldrüse, Darm, Uterus, Harnblase).

Bei der sogenannten BaselStudie wurden 2974 Männern die Plasmaspiegel antioxidativer Vitamine untersucht. Die Studie ergab einen Zusammenhang von unzureichender Versorgung mit Vitamin C und einem erhöhten Krebsrisiko. Probanten mit niedrigem Vitamin C-Spiegel wiesen ein höheres Risiko für Magenkrebs und andere Krebserkrankungen der Verdauungswege auf. In der 1996 ausgewerteten Iowa-Studie mit 34.000 Frauen konnte das Brustkrebsrisiko durch eine Einnahme von 500 mg Vitamin C täglich um 21 Prozent gesenkt werden gegenüber Frauen, die kein zusätzliches Vitamin C einnahmen. FOCUS ONLINE machte drei Fallstudien vom National Institute of Health in den USA bekannt, die im renommierten Canadian Medical Association Journal veröffentlicht wurden. Bei den drei Patienten wurde jeweils 1996 Krebs diagnostiziert. Studienautor Mark Levine berichtete, wie die Lungenmetastasen der Patientin mit operiertem Nierentumor während einer Behandlung durch Vitamin C zurückgingen. Eine Chemotherapie lehnte die Patientin ab. Die anderen beiden Patienten litten an einem fortgeschrittenem Blasentumor und aggressiven Blutkrebs. Beide Patienten lehnten die Chemotherapie zugunsten einer Vitamin C-Therapie ab und waren zehn Jahre später noch am Leben – dem Autor zufolge bei bester Gesundheit.

Lebenserwartung: Eine Langzeitstudie über zehn Jahre an 10.000 Menschen im Alter zwischen 25 und 74 Jahren an der University of California Los Angeles ergab, dass die Teilnehmer, die täglich 800 mg Vitamin C einnahmen, im Durchschnitt sechs Jahre länger lebten, als diejenigen, die nur 60 mg einnahmen. Die Sterblichkeit durch Herz- Kreislauferkrankungen reduzierte sich bei regelmäßig hoher Vitamin C-Einnahme bei den Männern um 42 Prozent, bei den Frauen um 24 Prozent.

Müdigkeit/Abgeschlagenheit: Dauerstress und ungenügende Vitaminversorgung kann zu chronischer Müdigkeit führen, Antriebslosigkeit und Abgeschlagenheit sowie im Extremfall zu Konzentrationsproblemen und Depression. Zusammen mit Vitamin B ist vor allem Vitamin C an der Produktion von Nervenbotenstoffen wie Noradrenalin und Dopamin beteiligt. Eine hohe Vitamingabe kann daher zu mehr gesunder Energie führen.

Depressionen und Psychische Störungen: Ascorbinsäure ist an der Produktion der Neurotransmitter beteiligt. Vitamin C wird aus diesem Grund gerne in der Therapie von Depression, Schizophrenie und manisch-depressiven Störungen eingesetzt.

Rauchen/Alkohol: Für Raucher gilt ein doppelt oder dreifach hoher Bedarf an Vitamin C, denn durch die zahlreichen freien Radikale, die beim Rauchen freigesetzt werden, wird Ascorbinsäure schneller abgebaut. Leberschäden als Folge unmäßigen Alkoholkonsums kann durch Vitamin C entgegengewirkt werden.

Schwermetallvergiftungen: Vitamin C vermag die Aufnahme von Schwermetallen in den Körper zu verringern und kann die Ausscheidung und Entgiftung begünstigen. Ein interessanter Anhaltspunkt ist die Faustformel, dass 8 Amalgamfüllungen im Mund zu etwa 10 mg Quecksilberaufnahme täglich führen. Da Schwermetalle sich im Körper anreichern, ist das nicht zu unterschätzen. Bleiwerte von Rauchern konnten in Studien mit 1000 mg Vitamin C täglich über einen dauerhaften Zeitraum um bis zu 81 Prozent gesenkt werden.

Sehstörungen: Vitamin C hat einen positiven Effekt auf den erhöhten Augeninnendruck bei grünem Star (Glaukom). Durch seine antioxidative Wirkung kann es helfen, grauem Star (Katarakt) vorzubeugen. Eine Langzeitstudie über zehn bis zwölf Jahre mit 247 Frauen im Alter zwischen 56 und 71 Jahren ergab eine zu 77 Prozent verminderte Rate an der frühen Linsentrübung bei einer Gabe von mindestens 400 mg Vitamin C täglich. In weiteren 10 Vitamin C-Studien mit insgesamt 80. 000 Teilnehmern konnte eine Reduzierung von Altersstar um 40 bis 50 Prozent ableiten. Ein interessanter Fakt ist, dass der Gehalt an Vitamin C in der Tränenflüssigkeit etwa 59 mal so hoch ist wie im Blut, in der Augenlinse tritt er noch höher konzentriert auf, was die Bedeutung des Vitalstoffs für die Augengesundheit nahelegt.

Wundheilung: Der menschliche Körper benötigt zur Wundheilung besonders viel Vitamin C. In den Wunden begünstigt es die Neubildung von Kollagenfasern bei der Hautbildung. Da durch den hohen Bedarf bei akuten Verletzungen, Verbrennungen oder nach Operationen der Vitamin C-Spiegel im Körper bis zu 50 Prozent sinkt, kann hier durch eine schnelle Versorgung mit Gaben von 1 bis 3 Gramm Vitamin C am Tag die Wundheilung und Narbenbildung beschleunigt werden. Ascorbinsäure mit seiner antioxidativen Wirkung wirkt bei Keimen, die in die Wunden gelangt sein können, zudem entzündungshemmend und unterstützend für das Immunsystem.

Zahnfleischbluten / Zahnfleischentzündungen: Bei Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischbluten kann Vitamin C hilfreich sein. Die Ascorbinsäure hemmt Entzündungen und fördert die Wundheilung. Bei regelmäßiger Einnahme kann die Anfälligkeit für Zahnfleischerkrankungen deutlich gemindert werden.

Symptome bei Vitamin C-Mangel

Im Endstadium führt die Abwesenheit von Vitamin C in der Ernährung zu der lebensbedrohlichen Krankheit Skorbut. Doch können bereits folgende Symptome früh auf einen möglichen Vitamin C-Mangel hinweisen. Es ist zu bedenken, dass der menschliche Organismus in vielen Lebenslagen einen erhöhten Bedarf an Vitamin C entwickelt wie beispielsweise im Wachstum und im Alter, bei Stress, bei Verletzung und Krankheit und durch Rauchen und Alkoholkonsum.

  • Entzündetes, blutendes Zahnfleisch, Zahnausfall, schlechte Wundheilung
  • Verminderte Immunabwehr und häufige Infekte
  • Abgespanntheit, Müdigkeit, das Gefühl von Schwäche und Antriebslosigkeit
  • Depression
  • Das Risiko für Infarkt oder der Erkrankung an Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen, Arthritis und Grauem Star ist erhöht.

Kollagenproduktion: In der Wundheilung, im Bindegewebe, in Gelenken, Muskeln, Knochen und Blutgefäßen kann Vitamin C die Kollegenbildung begünstigen.

Hormonproduktion: Neben der Produktion von Neurotransmittern, der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin ist Vitamin C auch an der Produktion des Schilddrüsenhormons und Carnitin beteiligt. Letzteres wird zur Energiegewinnung aus Fetten benötigt. Für Muskelschwäche und schnelle Ermüdungserscheinungen sollte daher auch geprüft werden, ob ein Vitamin C-Mangel vorliegt.

Neurotransmittern (Nervenbotenstoffe): Bei der Produktion von Nervenbotenstoffen wie Serotonin und Noradrenalin, wichtigen Überträgersubstanzen im Gehirn, ist Vitamin C beteiligt. Daher kann es unterstützend bei vielen Therapien von Depressionen eingesetzt werden.

Histaminspiegel: Ascorbinsäure trägt dazu bei, den Histaminspiegel zu kontrollieren und spielt daher im Immunsystem eine wichtige Rolle. Die positive Wirkung von Vitamin C ist bei Allergien und Asthmaerkrankungen hilfreich.

Leber: Das Enzymsystem der Leber wird durch Ascorbinsäure angeregt. Es sorgt für die Entgiftung des Blutes und die Ausscheidung toxischer Substanzen wie z.B. Schwermetalle, Pestizide, Medikamente und Lebensmittelzusätze.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.