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Natürliche Mittel gegen Verdauungsbeschwerden

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Ob Darmgrippe, Norovirus-Infektion oder Magenverstimmung – Heilpflanzen wie Ingwer, Lakritz und Pfefferminz können viele Beschwerden lindern. Probiotika in Form von Joghurt und andere fermentierte Lebensmittel sind ebenso hilfreich.

Ingwer

Ingwer unterstützt die Verdauung auf ganz natürliche Weise. Er beruhigt bei Übelkeit, kann Reisekrankheit lindern und bei Schwangerschaftserbrechen Erleichterung verschaffen. Ingwerwurzeln können roh, getrocknet oder als Tee konsumiert werden. Es werden auch Ingwerkapseln und Kautabletten angeboten. Achten Sie jedoch hier auf das BIO-Siegel.

Lakritz

Die Lakritz-Wurzel ist bekannt für ihre antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Als Hausmittel bei Verdauungsbeschwerden wirkt sie leicht abführend. Kaufen können Sie die Lakritz-Wurzel in Spezialgeschäften. Als Tee oder zuckerreduziertes Bonbon wirkt Lakritze jedoch auch.

Joghurt

Bei Magenverstimmungen können die guten Bakterien im Joghurt helfen. Achten Sie beim Einkauf jedoch auf Natur-Joghurt mit lebendigen Kulturen. Gezuckerte oder aromatisierte Sorten enthalten oft nicht genug Probiotika, um überhaupt wirksam zu sein. Nehmen Sie täglich Joghurt zu sich und stärken Sie so Ihre Immunabwehr und Ihre Verdauung.

Beruhigende Tees

Bei akuten Verdauungsbeschwerden  sind warme Tees aus Pfefferminze und Kamille hilfreich. Pfefferminze löst Verkrampfungen, befreit von Blähungen und mindert Übelkeit und Brechreiz. Kamille wirkt beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt und die Nerven. Sie kann auch zu besserem Schlaf verhelfen. Bei Durchfall-Erkrankungen helfen die Tannine im schwarzen Tee.

Kümmel

Dieses Gewürz ist auch eine effektive Heilpflanze. Zur Förderung einer gesunden Verdauung kann Kümmel bei Darmkrämpfen, Fettverdauungs-Problemen, Koliken, Magenkrämpfen und Völlegefühl eingesetzt werden. Die häufigste Art, Kümmel als Heilpflanze anzuwenden ist der Tee. Aber es existieren auch Tinkturen oder Pulver zum Einnehmen. Die Samen können auch einfach gekaut oder in der Küche als verdauungsförderndes Gewürz angewendet werden.

BRAT-Diät

Bei Beschwerden mit der Verdauung sollte die Nahrung reduziert werden, damit der Darm nicht zusätzlich belastet wird. Ein altes Hausmittel ist die BRAT-Diät: Bananen, Reis, Apfelmus und Toast. Diese leichte Mahlzeit fördert die Verdauung ohne zu belasten. Bei dem Weizen im Toastbrot scheiden sich die Geister. Es wird empfohlen ihn durch weißen Reis in Bio-Qualität zu ersetzen. Vollkorn-Naturreis ist in diesem Falle nicht so gut, weil er etwas schwer verdaulich ist.

Geriebener Apfel

Ebenfalls ein Hausmittel aus Omas Zeiten ist der geriebene Apfel. Um die Schadstofflast im Körper zu reduzieren ist es ratsam, möglichst sauberes Essen zu sich zu nehmen. Frische Bio-Äpfel, roh gerieben und ohne Zugabe von Zucker, ist eine sehr gut verdauliche kleine Mahlzeit.

Stampfkartoffeln

Kartoffeln enthalten viele darmgesunde Ballaststoffe. Gekochte und zerstampfte Kartoffeln können deshalb bei Verdauungsbeschwerden helfen.

Viel Flüssigkeit

Das A und O bei Verdauungsbeschwerden ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Durch Erbrechen und Durchfall verliert der Körper sehr viel Flüssigkeit, die durch warme Getränke, verdünnte Fruchtsäfte, Gemüsesuppe oder Brühe ersetzt werden sollte.

Bleiben Sie gesund!

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Engelwurz, Angelikawurzel (Angelica archangelica)

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Angelika, die Engelsgleiche

Die Echte Engelwurz oder Arznei Engelwurz (Angelica archangelica) gehört zur Gattung der Engelwurzen. Sie ist in der Volksmedizin als Heilpflanze bekannt, von der die mittelalterliche Legende sagt, dass sie in Zeiten großer Not von einem Engel auf die Erde gesandt worden sei. Die Geschichte erzählt von einem Einsiedler, dem der Erzengel Gabriel im Traum erschien und die Engelwurz als Heilmittel gegen die Pest zeigte. Dazu passt der botanische Name, zusammengesetzt aus lat. angelicus, Engel, und archangelica, Erzengel. Im Mittelalter spielte die Symbolik eine große Rolle und aus der Beschaffenheit von Pflanzen wurde oftmals auf ihr Heilwirkung geschlossen. Die Hüllblätter um neuwachsende Sprosse der Angelika wurden als Geste des Beschützens gedeutet. Wahrscheinlich war die Heilwirkung der Pflanze zu diesem Zeitpunkt bereits Allgemeinwissen, denn Engelwurz war seit der Antike Bestandteil eines Universalheilmittels, des sogenannten Theriak, das gegen vielerlei Beschwerden angewendet wurde.

Wikinger brachten die Angelika nach Mitteleuropa

In Skandinavien, Island und Grönland ist die Pflanze unter dem Namen Kvan bekannt. Im 10. Jahrhundert kam sie mit den Wikingern nach Mitteleuropa, wo sie in Klostergärten kultiviert wurde. Die zweijährige Pflanze wird bis zu drei Meter hoch.

Heilpflanze aus Klostergärten und wildwachsend in der Natur

Bitterstoffe und ätherische Öle machen die Inhaltsstoffe der Wurzel aus (Angelica radix), die in der Volksmedizin gegen Rheuma und Neuralgien und auch gegen Schlaflosigkeit eingesetzt werden. Innerlich wird ein Tee oder ein Kaltauszug bei leichten Magenverstimmungen, Darmkrämpfen oder Blähungen angewendet. Dadurch, dass auch die Produktion von Magensaft und Bauchspeicheldrüsensekreten unterstützt wird, kann auch bei Appetitlosigkeit Angelika als Heilpflanze verwendet werden. Weitere Inhaltsstoffe der unterirdischen Pflanzenteile sind Angelikasäure, Fumarsäure, Chlorogensäure, Kaffeesäure, Harze und Flavanone.

Aromatische Zutat

Das ätherische Öl aus den Wurzeln und Samen aromatisiert verschiedene Bitterschnäpse, zum Beispiel Chartreuse, Bénédicte oder Boonekamp. Angelika ist auch im Schneeberger Schnupftabak enthalten und macht die typische Note aus. Die Stängel der Angelika werden kandiert für Konfekt oder als Verzierung von Süßigkeiten angeboten. Engelwurz wird daher in Deutschland, den Niederlanden und Polen, seltener auch in Belgien und Frankreich angebaut mit Erträgen von 2,5 und 4 Tonnen pro Hektar, vorwiegend in der Art Angelica sativa. In Duftpotpourris fixiert sie den Duft der anderen Ingredenzien.

Achtung, Gift!

In größeren Mengen wirkt das ätherische Öl aus der Wurzel toxisch. Offenbar kann eine größere Dosis von Angelica Radix Vergiftungen hervorrufen und wurde von Kräuterkundigen in der Volksmedizin zu Abtreibungen eingesetzt. Sehr gefährlich ist die Verwechslung mit dem sehr giftigen Gefleckten Schierling. Bei empfindlicher Haut kann der Kontakt mit dem frischen Saft der Angelika durch phototoxische Stoffe eine Dermitis oder eine Sonnenüberempfindlichkeit auslösen, die sogenannte Angelicadermitis.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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