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Kurkuma gegen Tuberkulose?

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Wirksames Curcumin

Aus gutem Grund steht Kurkuma (Gelbwurz) seit einigen Jahren im Blickfeld der Aufmerksamkeit.  Die kleine Cousine des Ingwers wird in der ayurvedischen und die chinesischen Medizintradition gegen eine ganze Reihe von Beschwerden eingesetzt. Die Wirksubstanz Curcumin ist nicht nur für die Wirksamkeit, sondern auch für die ausgeprägte gelbe Farbe und den scharfen, leicht bitteren Geschmack verantwortlich.

Kann Curcumin auch der Schlüssel im Kampf gegen medikamentenresistente Tuberkulose (TB) sein? Siehe auch Artikel: Kurkuma auch gegen Krebs?

1 Drittel der Weltbevölkerung mit Tuberkulose

Das Bakterium Mycobacterium tuberculosis ist der Auslöser für die hochansteckende Lungenkrankheit Tuberkulose. Es überträgt sich leicht über die Luft von einer Person auf die andere. Meistens greift das Bakterium die Lunge an. Aber auch das Gehirn, die Nieren und die Wirbelsäule können durch die Krankheit geschädigt werden. Laut den US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) ist schätzungsweise ein Drittel der Weltbevölkerung mit TB infiziert. Schlechte Ernährung und schlechte medizinische Versorgung begünstigen den Ausbruch der Tuberkulose.

2014: weltweit 9,6 Mio. Fälle aktiver TB (1,5 Mio. Todesfälle. 95% dieser Todesfälle entfallen auf Länder mit niedrigem bis mittlerem Bruttoinlandsprodukt)

Tuberkulose-Bakterium inzwischen resistent

Eigentlich ist Tuberkulose mit einem Antibiotika-Cocktail recht leicht zu behandeln. Aber in den letzten Jahren haben immer mehr Menschen eine arzneimittelresistente TB (multi-drug resistant TB, MDR-TB) entwickelt. Kann ein aus einer ganz gewöhnlichen Gewürzpflanze gewonnener Wirkstoff das resitente Bakterium bekämpfen?

Neue Curcumin Studie

Experten aus China und dem US-Bundesstaat Colorado fanden heraus, dass Curcumin ein leistungsstarker Apoptose-Auslöser ist. Die Apoptose ist ein Mechanismus, mit dem Makrophagen (Teil der unspezifischen Immunabwehr) den Körper von fremden Substanzen wie Bakterien, Viren, Krebszellen oder anderem zellulärem Abfall befreien.

Curcuminextrakt konnte in einem In-vitro-Modell einer humanen Makrophagen-Infektion die Fähigkeit der Makrophagen ankurbeln, das Tuberkulosebakterium zu töten. Das dafür verantwortliche Zellmolekül heißt Nuclear Factor-kappaB (NF-κB).

Kurkuma als Ausweg?

Sind die Forscher mit ihren neuen Erkenntnissen auf dem richtigen Weg, um in Zukunft Medikamentenresistenzen behandeln zu können? Sicherlich ist noch einige Forschungsarbeit nötig, um dieses Resultat zu bestätigen, aber es zeigt deutlich, dass wir der Kraft der Natur mehr vertrauen sollten.

„Unsere Studie hat grundlegende Beweise geliefert, dass Curcumin in menschlichen Zellen vor der Infektion mit Mycobacterium tuberculosis schützt. Die Schutzfunktion von Curcumin in der Behandlung arzneimittelresistenter Tuberkulose muss noch bekräftigt werden. Aber wenn sie sich bestätigt, kann Curcumin zu einem neuen Arzneimittel werden, mit dem die körpereigene Immunreaktion dahingehend reguliert wird, dass sie die medikamentenresistente Tuberkulose wirksam bekämpft.“
(Dr. Xiyuan Bai, Hauptautor der Studie, Respirology)

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Piperin (Piper nigrum)

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Gepfefferte Vitalkräfte

Als schwarzen Pfeffer (Piper Nigrum) kennt man die kugelrunden getrockneten Früchte des Pfefferstrauchs aus der Familie der Pfeffergewächse (Piperaceae) aus jedem Gewürzregal. Grüner Pfeffer, roter Pfeffer, schwarzer Pfeffer und weißer Pfeffer bezeichnet die gleichen Früchte mit unterschiedlichem Reifegrad.

Pfeffer ist durch seinen Hauptwirkstoff Piperin ein extrem nützliches Gewürz mit gesundheitsfördernder Wirkung.

Piperin ist außer in schwarzem Pfeffer auch in weißem Pfeffer, langem Pfeffer (Fruchtkätzchen von Piper longum, einer anderen Art des Pfeffers) und Kubebenpfeffer (Piper cubeba, in Europa im 15. und 16. Jahrhundert populär, heute in der nordafrikanischen Küche bedeutsam) enthalten. Die Bezeichnung ohne weitere Spezifizierung geht immer von schwarzem Pfeffer aus.

Luxusgut seit der Antike

Pfeffer war seit der Antike ein begehrtes Handelsgut. Er galt als Luxusgewürz doch waren auch seine Heilkräfte bekannt. Zeitweise wurde Pfeffer in Gold aufgewogen. Aus Asien wurde der haltbare Pfeffer zunächst auf dem Landweg von Südwest-Indien nach Europa transportiert. Mit Vasco da Gama kam er 1498 erstmals über den Seeweg nach Europa. Ab dem Mittelalter wurde Pfeffer auch in Südostasien angebaut, in Thailand, später Indonesien.

Inhaltsstoffe

Verwendet werden die grünen, ungeschälten Früchte, die durch das Trocknen dunkel werden.

Der Hauptwirkstoff, der für die Schärfe von Pfeffer verantwortlich ist, ist ein Alkaloid, chemisch gesehen ein Amid aus Piperinsäure und Piperidin, kurz Piperin. Weißer Pfeffer besitzt noch mehr Piperingehalt als schwarzer Pfeffer. Beide reichen im Schärfegrad jedoch nicht an das Capsaicin aus Chilis heran. Piperin wird durch Lichteinwirkung in das geschmacksneutrale Isochavicine umgewandelt.

Der brennende Geschmack von Pfeffer wird durch Schmerzrezeptoren erzeugt.

Weitere bioaktive Inhaltsstoffe sind unter anderem Flavonoide, Pellitorine, Trichostachine, Derivate des Piperins und ein ätherisches Öl, das sogenannte Pfefferöl, das das typische Pfefferaroma ausmacht.

Wirkung

Pfeffer wird nicht nur aufgrund seiner antioxidativen, antimokrobiellen und antibakteriellen Eigenschaften geschätzt, sondern auch weil er sich förderlich auf die Produktion der Verdauungskräfte auswirkt und die Bioverfügbarkeit anderer Substanzen steigert.

Immunabwehr

Aufgrund seiner antioxidativen, antimokrobiellen und antibakteriellen Eigenschaften wird Pfeffer bei Erkältungskrankheiten eingesetzt, angeblich soll er sogar Fieber lindern.

Verdauung und Appetit

Die Anregung der Produktion von Speichel, Magensaft und Verdauungsenzymen durch Pfeffer macht ihn zu einem leicht erreichbaren Mittel bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden bis hin zu Durchfall, Verstopfung oder krampfartigen Magen- und Darmbeschwerden.

Durchblutung

Die Schärfe aus Pfeffer unterstützt die Durchblutung, weshalb er früher als ein luststeigerndes Aphrodisiakum galt.

Bioverfügbarkeit

Viele Substanzen werden vom Körper völlig unverwertet wieder ausgeschieden, weil sie nicht oder nur teilweise aufgenommen werden können. Entscheidend ist dabei der Prozess der Glucuronidierung in der Leber. Piperin hemmt gewisse Enzyme bei der Glucuronidierung und setzt die Transitionsrate herab (Vermeidung des First-Pass-Effekts), so dass eine längere und verbesserte Aufnahme von bioaktiven Stoffen im Magen-Darm-Bereich stattfinden kann.

Ein Beispiel ist die bekannte Steigerung der Bioverfügbarkeit des Antioxidans Curcumin (aus Kurkuma) durch Piperin um 2.000 Prozent. Von Kraftsportlern wird Pfeffer daher gerne als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt und findet auch in Fastenkuren Verwendung.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Kurkuma, Gelbwurz (Curcumin)

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Bezugsquelle: Curcumin Gold

Bei Entzündungen und Schmerzen

Der Wirkstoff Curcumin stammt aus dem Rhizom (Wurzel) der Pflanze Kurkuma (Curcuma longa oder Gelbwurz) aus der Familie der Ingwergewächse. Es handelt sich um einen gelborangenen natürlichen Farbstoff, der nicht lichtecht ist. Als Gewürz- und Aromastoff ist Curcumin ein wesentlicher Bestandteil von Currypulver. Als gemahlenes Kurkuma-Pulver ist es auch in Reinkultur erhältlich. Als Nahrungsergänzungsmittel wird es auch in Kapselform angeboten. Darüberhinaus hat der Wirkstoff eine jahrtausendelange medizinische Tradition in Indien und China. Die moderne Medizin interessiert sich inzwischen für Curcumin und hat mit der Grundlagenforschung begonnen. Immer wieder werden erstaunliche Ergebnisse publiziert.

Bessere Aufnahme mit Piperin

Als Lebensmittelzusatz unter der Bezeichnung E 100 wird er wegen seiner Farbwirkung verwendet, zum Beispiel bei Reisgerichten, Marmeladen und Konfitüren, Senf, aber auch in Teigwaren oder Margarine. Für Textilfärbungen kommt der Farbstoff wegen seiner Unbeständigkeit nicht zum Tragen.

Curcumin kann vom Organismus besser aufgenommen werden, wenn es mit Piperin aufgenommen wird, dem Wirkstoff aus schwarzem Pfeffer. Die gleichzeitige Verwendung von hochwertigem Fett begünstigt die Nährstoffabsorption erheblich, denn Curcumin ist nicht wasserlöslich.

Immunabwehr, Entzündungen und Schmerzen

In der traditionellen indischen Medizin Ayurveda wurde Kurkuma-Pulver wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung eingesetzt. Untersuchungen haben Hinweise darauf geliefert, dass Curmumin-Präparate hohe Blutwerte von Demothoxycurcumin zur Folge haben, mit antientzündlicher Wirkung. Eine Doppelblindstudie von 2010 (Belcaro et al. In Panminerva Med., Jun/2010/52(2 Suppl. 1), S. 55-62) stellte außerdem eine signifikate Verbesserung der Schmerzsymptome bei Arthrose fest. Curcumin besitzt antioxidative Eigenschaften, die bereits in der Vorbeugung gegen Gelenkentzündungen hilfreich sein können, das Herz stärken und im Zellschutz als Anti-Aging-Mittel Alterungsprozesse verlangsamen können.

Zuckerstoffwechsel

Experimentelle Studien in der alternativen Medizin haben Hinweise darauf gemehrt, dass Curcumin Diabeteserkrankungen positiv beeinflussen kann. Daraus ergeben sich eventuell künftige Einsatzmöglichkeiten bei Hyperglykämie, Hyperlipidämie, Insulinresistenz und nekrotische Prozesse.

Die Verdauung profitiert

Curcumin bewirkt eine Förderung der Ausschüttung von Gallensäften aus der Leber, was sich positiv auf die Verdauung auswirkt. Die Gallensäure bindet Fette. Dadurch hilft sie bei Völlegefühl und kann Blähungen lindern. Blutfettwerte konnten in Untersuchungen mit Curcumin gesenkt werden und eine Reduzierung von Ablagerungen im Gefäßsystem konnte beobachtet werden. Man kann davon ausgehen, dass Curcumin wahrscheinlich eine positive Wirkung auf den Fettstoffwechsel besitzt.

Bei Verdauungsstörungen wird Kurkuma bereits heute medizinisch eingesetzt. Bei Patienten mit Gallensteinen wird von der Selbstmedikation mit Curcumin abgeraten.

Darmkrebs

Laborversuche, die noch nicht als ausreichender Beleg gelten können, weisen auf eine Verbindung der entzündungshemmenden Wirkung von Curcumin mit krebshemmenden Eigenschaften hin. In Experimenten konnte die Anzahl und auch die Größe bestehender Darmpolypen bei Patienten mit familärer adenomatöser Polyposis signifikant reduziert werden. Diese Erbkrankheit äußert sich durch die Entstehung von Hunderten von Polypen im Darm, die Darmkrebs auslösen können, wenn sie nicht behandelt werden.

Wirkstoff der Zukunft

Mögliche Einsatzgebiete von Curcumin in der Zukunft bei chronischen Darmkrankheiten wie Colitis ulcerosa, aber auch bei Krebs werden derzeit erforscht. Vermutungen in Richtung von neuroprotektiven Eigenschaften des Wirkstoffs Curcumin lenken die Blickrichtung der Forschung auf Anwendungsgebiete wie Depression, Alzheimer und Parkinson-Krankheit.

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Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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