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Immunzellen recyceln: durch fasten

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Nicht nur in der Fastenzeit

Zwei bis vier Tage lang nichts essen – und das regelmäßig mehrmals im Jahr. So lautet das Rezept der Forscher an der University of Southern California (USC) in Los Angeles. Das würde den Mensch nicht nur vor einer Schädigung des Immunsystems schützen, sondern auch dessen Regeneration fördern. Und das vor allem bei bereits immungeschwächten Patienten.

Immunzellen ermüden

Im Laufe der Zeit ermüden Immunzellen und können nicht mehr richtig arbeiten. Als einzige Lösung für dieses Problem galt lange nur die Stammzellenbehandlung. Neue Untersuchungen belegen jetzt, dass regelmäßiges Fasten im Körper eine Art regenerativen Schalter umlegt. Beim Fasten sinkt die Zahl der weißen Blutkörperchen. Der Organismus versucht Energie zu sparen. Deshalb geht der Körper dazu über, alte Immunzellen zu recyceln. Geschieht dies, dann wird die Bildung neuer Immunzellen stimuliert, die die Verbrauchten ersetzen.

„Wir hatten nicht erwartet, dass längeres Fasten die stammzellenbasierte Regeneration im hämatopoetischen System so erstaunlich fördern würde.“
(Valter Longo, Professor für Gerontologie und Biowissenschaften, Davis School of Gerontology der USC und Direktor des Longevity Institute der USC)

Eine Art Entgiftung

Längeres Fasten zwingt den Körper auf gespeicherte Glukose, Fett und Ketone, sowie auf einen signifikanten Anteil bestehender weißer Blutkörperchen zurückzugreifen. Das wirkt wie eine Entgiftung: Altes wird beseitigt, um Platz für neues zu schaffen. Ein ganz neues Immunsystem kann sich bilden.

Ebenso senkt längeres Fasten den Spiegel des Enzyms PKA, Proteinkinase A, zu senken. Das unterstützt die Regulierung der Selbsterneuerung und Pluripotenz der Stammzellen. Es kann sogar das Leben verlängern.

„PKA ist das Schlüsselgen, das ausgeschaltet werden muss, damit diese Stammzellen in den Regenerations-Modus schalten. Es gibt den Stammzellen grünes Licht, sich zu vermehren und das gesamte System wieder aufzubauen. Und die gute Nachricht ist: Während des Fastens wird der Körper die Teile des Systems los, die beschädigt oder alt sind. Wenn sie also mit einem durch Chemotherapie oder Alterung schwer geschädigten System beginnen, können Fastenzyklen buchstäblich ein neues Immunsystem generieren.“
(Valter Longo, Professor für Gerontologie und Biowissenschaften, Davis School of Gerontology der USC und Direktor des Longevity Institute der USC)

Der Wachstumsfaktor IGF-1 wird mit Alterung, fortschreitendem Tumorwachstum und erhöhtem Krebsrisiko in Verbindung gebracht. Auch der Spiegel dieses Faktors kann durch Fasten gesenkt werden.

Fasten als Chance

Im Rahmen einer Studie über Chemotherapie-Patienten, deren Immunsystem durch die Behandlung durcheinandergewirbelt wurde, ergaben sich neue interessante Erkenntnisse. Bei Krankheitsbildern wie Autoimmunstörungen könnte Fasten eine Chance auf Heilung sein. Neue unbeschädigte Immunzellen würden durch das Fasten entstehen, die dem Patienten bei der Überwindung der Krankheit helfen könnten.

Quellen:

sciencedirect.com
usc.edu

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Cannabis: Programmierter Zelltod von Tumorzellen

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Therapeutisches Potential von Cannabis

Die Molekularbiologin Christina Sanchez von der Universität Complutense Madrid beschäftigt sich schon seit über zehn Jahren mit dem therapeutischen Potential von Cannabis. Die molekularen Aktivitäten der Cannabinoide, die zur Linderung von Schmerzen bei unheilbar Kranken beitragen, sind seit langem bekannt. Aber ihr Forschungs-Team erkannte auch, dass der psychoaktive Bestandteil von Cannabis, der am wirksamsten ist, Tumorzellen dazu bringt, „Selbstmord“ zu begehen: Tetrahydrocannabinol (THC). Die gesunden Zellen bleiben von der Zerstörung unberührt.

Tumorzellen zerstören sich selbst

Der Gegenstand der Untersuchung waren eigentlich Krebszellen des Gehirns. Man wollte deren Aktivitäten genauer verstehen. Sobald sie THC ausgesetzt waren, hörten sie auf sich zu vermehren und auszubreiten. Mehr noch: Sie begannen sich selbst zu zerstören. Und das sowohl in Labor- als auch in Tierversuchen.

Der lange Weg der Akzeptanz

Bereits 1998 veröffentlichte Sanchez erste Ergebnisse zur anti-karzinogenen Wirkung im europäischen Fachjournal für Biochemie FEBS Letters.

„In den frühen 1960er Jahren hatte Raphael Mechoulam von der Hebräischen Universität in Israel den wichtigsten Bestandteil von Marihuana, der für die allseits bekannten psychoaktiven Auswirkungen verantwortlich ist, entdeckt und klassifiziert. Nach der Entdeckung dieses Bestandteils, der THC genannt wird, war ziemlich offensichtlich, dass diese Substanz offenbar über einen molekularen Mechanismus auf die Zellen, auf unseren Organismus wirkt.“
(Christina Sanchez, Interview mit Cannabis Planet)

Der Mensch verstoffwechselt Cannabis-Bestandteile

Zwei natürliche Systeme im menschlichen Körper ermöglichen uns von den Cannabinoiden zu profitieren. Diese Zielregionen sind in der Lage THC und andere Cannabinoide zu verarbeiten und zu nutzen. Das endogene Cannabinoid-System steuert den Appetit, die Nahrungsaufnahme, das motorisches Verhalten, die Reproduktion und vieles andere. Das andere System besteht aus verschiedenen anderen Rezeptoren für Cannabinoide, die über den gesamten Körper verteilt sind.

Programmierter Zelltod

Wie funktioniert nun der selbstzerstörende Prozess der Tumorzellen? Nach der Aufnahme in den Körper werden die Cannabis-Cannabinoide in das köpereigene natürliche endogene Cannabinoid-System integriert. Dort docken sie an Cannabinoid-Rezeptoren auf die gleiche Weise wie endogene Cannabinoide an. Modelle von Brustkrebs- und Gehirnkrebszellen wurden in einen Zustand der Apoptose, d.h. einer Form des programmierten Zelltodes, versetzt.

Zellen können auf sehr unterschiedliche Weise sterben. Und nach einer Behandlung mit Cannabinoiden sterben sie sozusagen auf saubere Art und Weise – sie begehen praktisch Selbstmord. Einer der Vorzüge der Cannabinoide … besteht darin, dass sie zielgerichtet auf Tumorzellen wirken.“
(Christina Sanchez)

Gesunde Zellen bleiben unangetastet

Normale Zellen, also Zellen, bei denen es sich nicht um Tumorzellen handelt, bleiben von der toxischen Wirkung der Cannabis-Cannabinoide verschont. Gegenüber einer Chemotherapie ist dieser Fakt ein Vorteil, denn eine herkömmliche Chemotherapie richtet sich praktisch gegen alle Zellen ohne zwischen Krebszellen und gesunden Zellen zu unterscheiden.

Cannabisöl Phoenix Tears

Der kanadische Forscher und Erfinder Rick Simpson beschrieb die gleiche Wirkung. Sein Cannabisöl Phoenix Tears hat im Laufe der Zeit schon viele an Krebs erkrankte Menschen geheilt. Und zwar ohne Behandlungsmethoden wie Chemo- und Strahlentherapie.

Missbrauchsgefahr?

Alle Forscher, die sich mit Cannabis beschäftigen verstehen nicht, warum Cannabis in den USA auf die so genannte Schedule-I-Liste gesetzt wurde: Angeblich ohne nachweisbaren medizinischen Nutzen, fehlendem Nachweis der Ungefährlichkeit beim medizinischen Einsatz und mit hoher Missbrauchsgefahr. Laut Sanchez und vieler anderer Forscher ist Cannabis eine Pflanze, die ein sehr breites therapeutisches Potenzial besitzt.

Hinweis

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Wie gehen wir mit Krebs um?

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Krebs

Seit den 1070er Jahren hat die Zahl der Ersterkrankungen an Krebs um 70% erhöht. Aber auch die Zahl der Zweitkarzinome nimmt explosionsartig zu: um 300%. Jeder neue Krebsfall trifft Menschen, die bereits schon einmal an Krebs erkrankt waren. Pikanterweise ist diese erneute Erkrankung nicht als „Rückfall“ zu werten. Vielmehr handelt es sich um eine völlig neue Form von Krebs.

Wo steckt die Ursache?

Erklärungsversuche gibt es zahlreiche. Die Menschen werden immer älter und die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken ist deshalb höher. Ist wirklich nur das Alter ausschlaggebend? Spielen vielleicht auch Faktoren wie Umfeld, Ernährung, Trinkwasser, Luft, medizinische Behandlungen wie z.B. Impfungen eine Rolle? Und wie sieht es mit der Belastung durch Pestizide, Schwermetalle und Umwelthormone (endokrine Disruptoren) wie BPA und BPS aus? Ist die erste Krebsbehandlung Schuld an der zweiten Diagnose?

Wie sinnvoll ist eine Bestrahlung?

Die Strahlentherapie, die eigentlich den Krebs abtöten soll, kann nach Erkenntnissen der American Cancer Society nach einigen Jahren zur Bildung von Zweitkarzinomen beitragen.

„Bestrahlungstherapie wurde vor vielen Jahren als möglicher Auslöser von Krebs ausgemacht«, heißt es in der Veröffentlichung Zweitkarzinome bei Erwachsenen der American Cancer Society. Dort räumen Wissenschaftler ein, dass die meisten Formen der Leukämie durch Strahlen ausgelöst werden können. Genannt wurden Beispiele wie akute myeloische Leukämie (AML), die chronische myeloische Leukämie (CML) und die akute lymphatische Leukämie (ALL).
Die durch die Strahlentherapie verursachten Karzinome treten erst einige Jahre nach der Behandlung auf. Deshalb sind die Nachsorgeuntersuchungen auch so wichtig. Den Höhepunkt der Tumorbildung ist nach 5 bis 9 Jahren anzusiedeln.

Welche Medikamente hat die Schulmedizin gegen Krebs?

Auch die Medikamente, die während bei einer konventionellen Chemotherapie verabreicht werden, sind in Zusammenhang mit den unterschiedlichsten Formen von Zweitkarzinomen zu bringen. In den USA bekommen jedes Jahr rund 13.000 Menschen, die den Krebs besiegt zu haben glaubten, erneut die Diagnose Krebs: Diesmal jedoch Myelodysplastisches Syndrom (MDS).
Unter dem Begriff MDS versteht man eine Gruppe von Erkrankungen des Knochenmarks, bei denen die Blutbildung nicht von gesunden, sondern von genetisch veränderten Ursprungszellen (Stammzellen) ausgeht. Das Knochenmark von Patienten, die an myelodysplastischen Syndromen leiden, ist nicht mehr in der Lage, aus diesen Stammzellen vollständig reife und funktionstüchtige Blutzellen zu bilden. Da der Blutbildungsprozess so nachhaltig gestört ist, kann dies bei manchen Patienten zu einem späteren Zeitpunkt auch zu einer akuten myeloischen Leukämie (AML) führen. Liegt die Ursache in den Medikamenten einer Chemotherapie?

Welche anderen Krebsauslöser gibt es?

Außer Strahlen- und Chemotherapie kommen aber auch weitere Auslöser für Krebs in Frage. Giftstoffe im Zigarettenrauch zum Beispiel. Aber auch die hohen Dosierungen von Industriechemikalien stehen auf der Liste. Z.B. das karzinogene petrochemische Produkt Benzol findet Anwendung unter anderem in Kunststoffen, synthetischen Fasern, Gummi, Schmierstoffen, Kunstharzen, Bleichmitteln, Waschmitteln, Medikamenten und Pestiziden.

Einblicke und Ausblicke

Auf dem Totenschein steht lediglich „Krebs“. Aber aufgrund welcher Ursache? Es ist schwierig zu bestimmen, ob Krebsmedikamente, Behandlungsmethoden oder andere Ursachen den Tod verursacht haben. Was man aber weiß, ist, dass die Krebsindustrie ist eine der profitabelsten Branchen überhaupt ist. Mit einem Jahresumsatz von 100 Mrd. Dollar. Und die Prognose der kommenden drei Jahren ist eine jährliche Gewinnsteigerung um etwa acht Prozent. Diese Einschätzung wird anhand der steigenden Krebserkrankungen in den USA vorgenommen.

Quellen
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Ingwer effektiver als Chemotherapie?

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Natürlicher Wirkstoff

Was kann die asiatische Ingwer-Wurzel, was die modernen Medikamente, die bei einer Chemotherapie zum Einsatz kommen, nicht können? – Ingwer besitzt einen ganz natürlichen Wirkstoff, der aktiv gegen Tumor-Stammzellen vorgeht. Und zwar bis zu 10.000 Mal effektiver. Ganz anders als die herkömmliche Chemotherapie ist Ingwer für gesunde Zellen rechts und links vom Krebsgeschwür völlig harmlos.

Ursache und Wirkung

Ein Tumor wird durch die Krebs-Stammzellen erst so richtig gefährlich. Denn Stammzellen können sich in unterschiedliche Zellarten verwandeln. Bei einer Krebserkrankung verwandeln sie sich in bösartige Zellen einer ganzen Tumorkolonie. Dabei macht bei einem Tumor die Anzahl der Krebs-Stammzellen weniger als 1% aus. Endlos reproduzierbar wuchern die Krebszellen vor sich hin. Auch können sie sich von der ursprünglichen Kolonie lösen und an anderen Stellen des Körpers Metastasen bilden. Hat der Krebs sich erst einmal über den Körper verteilt, ist es schwierig ihn mit Chemotherapie gezielt zu bestrahlen. 90% der tödlichen Krebsverläufe geht auf das Konto von Metastasen.

Krebs-Stammzellen bekämpfen

Alle bekannten und experimentellen Chemotherapien haben es bislang nicht geschafft, diese bösartigen Stammzellen zu zerstören. Deshalb kann der Krebs auch nach einer erfolgreichen Chemotherapie erneut ausbrechen. Auch nach einem chirurgischen Eingriff ist die Krebs-Gefahr nicht völlig ausgeräumt.

„Krebsstammzellen stellen bei der Behandlung von Krebs ein ernstes Hindernis dar, denn sie können für eine schlechte Prognose und einen Rückfall verantwortlich sein,… Damit nicht genug: Nur sehr wenige chemotherapeutische Mittel wecken die Hoffnung, diese Zellen abtöten zu können.“ (Fachmagazin PLOS)

6-Shogaol

Der Wirkstoff 6-Shogaol entsteht bei der Trocknung und beim Kochen von Ingwer. Bereits geringe Konzentrationen wirken aktiv gegen Tumor-Stammzellen. Und zwar NUR gegen die bösartigen Stammzellen. In einer Studie über Brustkrebs-Stammzellen gewannen Forscher neue Erkenntnisse:

  • 6-Shogaol reduziert es die Expression von Oberflächenantigenen (durch Veränderung des Zellzykluses)
  • 6-Shogaol verhindert die Neubildung von Tumoren
  • 6-Shogaol sorgt direkt für einen programmierten Zelltod
  • 6-Shogaol vergiftet Tumorstammzellen (Zytotoxizität)

Sind Nahrungsbestandteile als Mittel zur Behandlung menschlicher Krankheit Optionen? Wir meinen ja. Schließlich haben sie im Laufe der Zeit bewiesen, dass sie vom menschlichen Körper vertragen werden.

Paclitaxel

Dieses weit verbreitete Chemomittel wurde in der Studie mit dem natürlichen Wirkstoff 6-Shogaol verglichen. In einem eindimensionalen Krebs-Labormodell verursachte das herkömmliche Paclitaxel zwar Zytotoxizität, aber in dem realistischeren dreidimensionalen Modell blieb es praktisch wirkungslos. Auch nach Erhöhung der Dosis um den Faktor 10.000 erzielten aber im dreidimensionalen Krebs-Labormodell nach wie vor keine Wirkung. Diese dreidimensionale Modell gilt als naturnähere Abbildung echter Krebstumore.
6-Shogaol erwies sich in beiden Modellen als sehr effektiv.

Paclitaxel war in Monoschichtzellen hoch aktiv, zeigte aber gegen die Tumorsphäroide selbst in 10 000-fach erhöhter Konzentration im Vergleich zu 6-Shogaol keine Aktivität.“

Hoffnung PEITC

Die Phenethyl-Isithiocyanate PEITC kommen in unterschiedlichen Lebensmitteln vor. Auch sie stehen im Fokus bei der natürlichen Krebsbekämpfung. Alle Lebensmittel stammen aus der Gruppe der Kreuzblütler, weshalb sie zur Prävention von Krebs oder zur Regeneration einer Erkrankung empfohlen werden:

  • Brokkoli
  • Kohl
  • Brunnenkresse
  • Winterkresse

PEITC entsteht durch die Reaktion einer Verbindung und eines Enzyms – ganz einfach beim Kauen von Gemüse aus der Gruppe der Kreuzblütler. An der staatlichen Universität in South Dakota stellten Forscher der Abteilung für Gesundheit und Ernährungswissenschaften im Mai 2015 fest, dass PEITC erfolgreich Stammzellen bei Gebärmutterhalskrebs abtötet.

Quellen
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Brustkrebs
– was kann helfen?

brustkrebs
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Knoten in der Brust – Brustkrebs?

Nicht jeder Knoten in der Brust ist Brustkrebs. Vier von fünf Geschwulsten stellen sich bei der Untersuchung als gutartig heraus. Dennoch sind in Deutschland über 70.000 Frauen von dieser bösartigen Krebsart betroffen. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) bezeichnet Brustkrebs (Mammakarzinom) als häufigste Krebsart bei Frauen in den Industrieländern. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, aber auch junge Frauen können betroffen sein. Besonders bei früh entdeckten Anzeichen von Brustkrebs sind die Heilungsaussichten sehr viel besser als früher. Heute sterben weniger Patientinnen an Brustkrebs als noch vor zehn Jahren.

Risikofaktoren

Die familiär ererbte Neigung zu Brustkrebserkrankungen durch die Blutkrebsgene BRCA1 und BRCA2 spielen wahrscheinlich nur bei fünf bis zehn Prozent der Fälle eine Rolle. Dagegen ist ständige Auf und Ab von Östrogenen und Gestagenen im Hormonspiegel des Monatszyklus ein Risikofaktor für jede Frau. Die Einnahme der Pille zur Empfängnisverhütung kann ein verstärkender Faktor sein. Auch Hormonersatztherapien in den Wechseljahren zur Linderung von klimakterischen Beschwerden erhöhen das Risiko.

Ernährung und Bewegung scheinen in der modernen Krebsforschung das zentrale Element zu sein, das viel entscheidender sein kann. Insbesondere Übergewicht gilt als stark risikosteigernd, insbesondere nach den Wechseljahren. Besonders scheint dies der Fall zu sein bei Tumoren, die auf Östrogen reagieren. Regelmäßige Bewegung zeigt in Studien einen schützenden Effekt, insbesondere nach den Wechseljahren.

Nikotin erhöht das Risiko. Alkohol hat besitzt anscheinend einen direkten Effekt auf die Brustkrebsraten. Je mehr Alkohol eine Frau konsumiert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie an Brustkrebs erkrankt.

Das kann helfen bei Brustkrebs

Selbstdiagnose und Selbsttherapie sind bei einer Erkrankung an Brustkrebs unter Umständen lebensgefährlich. Die Behandlung durch einen Arzt ist unabdingbar. Zusätzlich kann die Heilkraft der Natur viel zu den Selbstheilungskräften des Körpers beitragen – vorbeugend, begleitend und nach einer Behandlung.

Ernährung

Die hundertprozentig sichere Krebsdiät gibt es nicht. Allerdings spielt die Ernährung und Versorgung mit ausreichend Vitalstoffen für die Zellgesundheit und die körpereigene Abwehrkraft eine sehr große Rolle.

  • Vorbeugend und begleitend ist eine ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen, frischen Vitaminen, Mineralien und Vitalstoffen als unschätzbar wertvoll für die Gesundheit zu bewerten. Rohkost und Vollkornprodukte haben den Vorteil, reich an Ballaststoffen zu sein.
  • Übergewicht sollte vermieden werden. Mehrere kleine Mahlzeiten sind am gesündesten und sorgen für eine gleichmäßige Zufuhr an Nährstoffen und Ablauf der Stoffwechselprozesse.
  • Auf Fleisch sollte weitestgehend verzichtet werden. Gesättigte, tierische Fette sollten möglichst oft durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus kaltgepressten und hochwertigen Ölen ersetzt werden.
  • Kochsalz ist ungesund und sollte möglichst wenig eingesetzt werden. Ebenso soll der Verzehr von raffiniertem Zucker zurückgefahren oder ganz eingestellt werden.
Säure-Basen-Haushalt

Eine basenüberschüssige Ernährung soll den Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht halten. Lebensgewohnheiten unserer schnelllebigen Zeit führen oft dazu, dass zu viele Lebensmittel aufgenommen werden, die im Stoffwechselprozess zu Säuren umgebildet werden. Irgendwann sind die Basenspeicher des Organismus überfordert und können eine Neutralisierung des Säureüberschusses nicht mehr leisten. Die Übersäuerung kann zu einer Schwächung des Immunsystems führen und zu einer Störung der Zellfunktionen.

Dazu passt, das die Grundlagenforschung erkannt hat, dass das Milieu innerhalb eines Tumors saurer ist, als im gesunden Gewebe. Die Energiegewinnung der bösartigen Tumore scheint anders zu funktionieren, auf der Basis einer Art Gärung, die durch Säuren begünstigt wird. Es ist eine logische Schlussfolgerung, den Säurenüberschuss durch eine basenorientierte Ernährung auszubremsen.

Pflanzliche Unterstützer

Auch die Schulmedizin bezieht zahlreiche Krebsmedikamente (Zytostatika) aus Pflanzenwirkstoffen. Im Zusammenhang mit schulmedizinischer Behandlung, zum Beispiel mit Chemotherapie, Strahlentherapie oder Operationen, können zudem zahlreiche Beschwerden auftreten, bei denen Unterstützung aus der Naturheilkunde ein wichtiges Element für die Heilung und die Lebensqualität sein können. Es kann zu Haarausfall kommen, Blutarmut, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Schlafstörungen, Lymphstauungen, Schmerzen und Wundheilstörungen. Naturheilverfahren werden vielfach erfolgreich als Ergänzung oder zur Nachbehandlung von Krebsleiden eingesetzt.

Mistel

Seit der Antike wird die Mistel als Heilpflanze genutzt. Für die Krebstherapie hat sie Rudolf Steiner im Rahmen der anthroposophischen Krebsbehandlung vor rund 70 Jahren wiederentdeckt. Studien haben belegt, dass die Mistel krebshemmende Wirkstoffe besitzt, darunter die Mistellektine (besonders das Mistellektin-I). Es wird für einige Krebsmedikamente verwendet. Das Immunsystem des Krebspatienten soll angeregt werden, die Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Therapeuten haben von guten Erfolgen und von einer Stimmungsverbesserung von Patienten berichtet, da die Mistelwirkstoffe auf Botenstoffe des Gehirns einen positiven Einfluss nehmen können. Ergänzend oder im Anschluss zu schulmedizinischen Behandlungen liegen für Mistelpräparate die meisten Studien unter den alternativen Krebsmedikamenten vor.

Vitamine

Grundbausteine für die Gesundheit und die körpereigene Immunabwehr sind Vitamine. Auch wenn im Normalfall mit einer ausgewogenen Ernährung genügend Vitamine aufgenommen werden, befindet sich der Körper bei einer Krebserkrankung in einem Ausnahmezustand, bei dem es zu einem Vitaminmangel kommen kann.

Vitamin A, C und E sowie Substanzen aus dem Vitamin B-Komplex sind besonders wertvoll für eine Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte und vieler wichtiger Stoffwechselprozesse. Vitamin C ist außerdem ein hochwirksames Antioxidans und stimuliert die Zellregeneration und das Immunsystem.

Antioxidantien

Freie Radikale, werden als Ursache für viele Krankheiten angesehen, auch für Krebsleiden. Radikalfänger, die mit den hochreaktiven Molekülen reagieren und sie so unschädlich machen, bevor sie sich für ihre Reaktion aus der Zelle bedienen und diese schädigen, sind vor allem Antioxidantien. In Vitamin C, Betacarotin, Polyphenolen und Flavonoiden sind reichlich Antioxidantien enthalten für die Zellgesundheit.

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Arginin

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Die essentielle Aminosäure für die Blutgefäße

Arginin zählt zu acht essentiellen Aminosäuren, die unersetzbar ist für den menschlichen Organismus und im Körper nicht in genügender Menge durch Biosynthese hergestellt werden kann. Der Bedarf muss daher zusätzlich über die Nahrung gedeckt werden. Da sie teilweise vom Körper gebildet werden kann, also nicht ausschließlich von der Nahrungsaufnahme abhängig ist, wird Arginin auch als semi-essentielle Aminosäure bezeichnet. Ein erhöhter Bedarf durch Krankheit oder Stress kann durch die Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden. Insbesondere für Durchblutung und Leistungsfähigkeit des Herzens ist Arginin ein unabdingbarer Baustein der menschlichen Gesundheit. Als „Wundermolekül“ stand L-Arginin 1988 in den Schlagzeilen, als die Wissenschaftler Robert F. Furchgott, Louis J. Ignarro und Ferid Murad den Nobelpreis für Medizin erhielten für die Erforschung des Zusammenhangs von Stickstoffmonoxid und einem gesunden Herz-Kreislauf-System. Und natürliche Quelle für Stickstoffmonoxid im Körper ist die Aminosäure L-Arginin. Mehr als 3.000 Studien weist die maßgebliche Internet-Datenbank „PubMed“ zu Arginin-Einnahmen auf. Focus online berichtete 2014 euphorisch von einer neuen Studie zu L-Arginin, die die Blutzirkulation in den Mittelpunkt stellt – und damit Krankheitsbilder berührt wie Diabetes, Bluthochdruck, hohen Cholesterinspiegel, Erektionsstörungen und viele andere.

Funktionen von Arginin

Die proteinogene (eiweißbildende) Amionosäure Arginin enthält den höchsten Stickstoffanteil unter den Aminosäuren und sorgt für die Produktion von Stickstoff in den Blutgefäßen. Stickstoff ist einer der wichtigsten Schutzfaktoren für Gefäße. Stickstoffmonoxid unterdrückt Zellwucherungen, ist beteiligt bei der Verteilung der Nährstoffe im Muskelgewebe und soll schädliche Mikroorganismen reduzieren. Unterstützend wurde Arginin bereits bei Therapien gegen Tinnitus, Nierenfunktionsstörung, erektile Dysfunktion (Erektionsstörung) und Bluthochdruck eingesetzt. Arginin ist bedeutend für die Leistungsfähigkeit des Herzens. Diese Aminosäure ist Vorstufe eines Botenstoffes, der die Erweiterung der Gefäßmuskulatur kontrolliert und damit für die Blutzirkulation verantwortlich ist. Aus diesem Grund kann Arginin ein Faktor sein, der präventiv vor Herzinfarkt schützt. In einer placebokontrollierten Studie von 1988 wurde bei den Patienten, die Arginin erhielten, eine um dreißig Prozent gesteigerte Insulinempfindlichkeit und eine Blutdrucksenkung beobachtet. Im Eiweißstoffwechsel hilft Arginin, giftiges Ammoniak über den Harnstoff auszuscheiden. Sogar ein krebshemmender Effekt wird für Arginin vermutet.

Bei Leistungssportlern beliebt

Laut einer Studie der Universität Exeter (UE) konnten durch L-Arginin die sportlichen Leistungen der Probanden um 20 Prozent gesteigert werden. Die Anregung zur Ausschüttung von Wachstumshormonen wie Prolaktin und Glukagon durch L-Arginin kann den Muskelaufbau positiv beeinflussen und die Fettverbrennung optimieren. Die Durchblutung wird durch die Gefäßerweiterungsfunktion verbessert und Arginin ist daher als „Pump-Supplement“ im Bodybuilding beliebt. Außerdem ist die Aminosäure an der Bildung der weißen Blutkörperchen beteiligt und daher für die Immunabwehr förderlich.

Arginin in Lebensmitteln

Natürliches Arginin ist in proteinhaltigen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch und Krustentieren, Ölsaat, Nüssen und Hülsenfrüchten enthalten. Einen extrem hohen Arginingehalt weisen Kürbiskerne auf. Milch und Käse enthalten ebenfalls Arginin aber in deutlich geringeren Mengen als Fleisch.

Erhöhter Bedarf an Aminosäure

Bei Operationen und Leistungssport, aber auch bei Reduktionsdiäten steigt der Bedarf an Proteinen. Das gilt auch für katabole Stoffwechselzustände bei Verbrennungen, Verletzungen, Krebs, Chemotherapie, AIDS oder Knochenmarkstransplantation. Die Körperfett- und Proteinspeicher werden dann zur Versorgung mit Energie und Aminosäuren für die Immunantwort und die Wundheilung mobilisiert.

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Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Aminosäuren

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Grundbausteine des Lebens

Sämtliche Eiweiße (Proteine) im menschlichen Körper sind aus Aminosäuren gebildet. Sie sind die kleinsten Bausteine der Proteine. Im menschlichen Erbgut sind 22 Aminosäuren codiert, aus denen lebenswichtige Proteine entstehen, indem verschieden zusammengestellte Ketten von Aminosäuren durch Peptidbindung zu Eiweißmolekülen (Proteinen) mit unterschiedlichen Funktionen kombiniert werden. Tausende von verschiedenen Proteinen werden durch Aminosäuren gebildet, alle mit unterschiedlichen Aufgaben. In der Biochemie des menschlichen Körpers sind sie wichtig für den Aufbau von Muskeln und Gewebe, Hormonen, die Bildung von Botenstoffen im Gehirn sowie Enzyme. Aminosäuren sind die Grundlage für das reibungslose Funktionieren des Stoffwechsels. Immerhin rund 20 Prozent des menschlichen Körpergewichts bestehen aus Eiweißen.

Keine Aminosäure darf in einem gesunden Organismus fehlen

Der Körper kann nicht alle zweiundzwanzig Aminosäuren selbstständig durch Biosynthese herstellen. Daher müssen die sogenannten essentiellen Aminosäuren durch die Nahrung zugeführt werden, denn sie sind unersetzlich für einen funktionierenden Organismus. Fehlt nur eine davon, ist die Funktion aller Proteine betroffen. Ein Mangel an Aminosäuren bringt eine erhebliche Beeinträchtigung der Gesundheit mit sich. Einige sogenannte Zivilisationskrankheiten können unter anderem auf mögliche Stoffwechselstörungen zurückzuführen sein, wie beispielsweise Arthrose, so hoher Cholesterinspiegel, Diabetes, Erektionsstörungen, Übergewicht, usw.

Über die zweiundzwanzig proteinbildenden Aminosäuren hinaus existieren noch weit über 200 Aminosäuren, die an der Eiweißbildung nicht beteiligt sind aber wichtige Funktionen bei den chemischen Abläufen in den Zellen besitzen.

Unentbehrliche Aminosäuren aus der Nahrung

Folgende acht essentielle Aminosäuren können nicht im menschlichen Stoffwechsel hergestellt werden. Dieser Bedarf muss durch die Nahrung gedeckt werden. Diese acht Aminosäuren heißen Leucin, Isoleucin, Methyonin, Threonin, Valin, Lysin, Phenylalanin und Tryptophan. Säuglinge benötigen darüber hinaus Histidin und Arginin. Besonders viele Eiweißbausteine sind in Lebensmitteln enthalten wie Fleisch und Fisch, in Eiern, Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Soja und Getreide. Um Aminosäuren aus der Nahrung aufnehmen zu können, schließt der Organismus die Lebensmittel bei der Eiweißverdauung im Darm in einzelne Aminosäuren auf.

Aminosäuren nehmen Schlüsselpositionen bei der biochemischen Funktion des gesamten Organismus ein. Die unterschiedlichen Funktionen sollen durch einige wenige Beispiele illustriert werden: Als Baustein für Kollagen kommt Lysin eine große Bedeutung für das Herz-Kreislaufsystem zu. Kollagen ist Bestandteil der Gefäßwände, so dass Lysin Stabilität und Festigkeit der großen wie auch der kleinen Blutgefäße unmittelbar beeinflusst. Eine Aminosäurenkombination, die bei Sportlern als regenerations- und leistungsfördernd bekannt ist, heißt BCAA (Branched Chain Amino Acids) und besteht aus Valin, Leucin und Isoleucin. Wiederum ist Arginin bedeutend für die Leitungsfähigkeit des Herzens. Diese Aminosäure ist Vorstufe eines Botenstoffes, der die Erweiterung der Gefäßmuskulatur kontrolliert und damit für die Blutzirkulation verantwortlich ist. An der Neurotransmittersynthese ist Phenylalanin beteiligt, während Tryptophan die Grundsubstanz für Serotonin liefert. Die Regelung des Gehirnstoffwechsels erfolgt über Isoleucin, Leucin und Valin.

Bedarf an Aminosäuren

Der Proteinbedarf von Babys und Kindern ist wachstumsbedingt höher als der von Erwachsenen. Das Gleichgewicht von Aminosäuren wird durch die Leber als zentrales Organ des Aminosäurestoffwechsels geregelt. Die Leber ist das einzige Organ, das über eine komplette Enzymausstattung zum Abbau von Aminosäuren verfügt. Bleibt eine essentielle Aminosäure bei der Nahrungsaufnahme aus, kann die Leber gespeicherte Stoffe freisetzen und so den Aminosäurespiegel im Blut konstant halten. Die verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin werden vor allem in der Skelettmuskulatur und im Herzmuskel verstoffwechselt.

Bei Operationen und Leistungssport, aber auch bei Reduktionsdiäten steigt der Bedarf an Proteinen. Das gilt auch für katabole Stoffwechselzustände bei Verbrennungen, Verletzungen, Krebs, Chemotherapie, AIDS oder Knochenmarkstransplantation. Die Körperfett- und Proteinspeicher werden dann zur Versorgung mit Energie und Aminosäuren für die Immunantwort und die Wundheilung mobilisiert. Eine erhöhte Freisetzung von Glutamin aus der Skelettmuskulatur ist insbesondere für das Immunsystem von Bedeutung.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Inositol

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Allrounder in allen Körperzellen

Inositol (auch Inosit) wird oft als “Muskelzucker” bezeichnet, auch wenn es sich nicht um ein Kohlenhydrat handelt. Früher wurde Inosit den B-Vitaminen zugeordnet, sein Vitamincharakter ist heute umstritten. Zweifelsohne arbeitet Inositol eng zusammen mit Substanzen aus dem Vitamin-B-Komplex: Vitamin B6, Folsäure und Pantothensäure. Der sechswertige Alkohol kommt in der Natur häufig vor. Inositol kann vom Körper aus Glukose synthetisiert werden.

In Kosmetikprodukten für Haut und Haar wird der natürliche Inhaltsstoff vielfach eingesetzt. Auch in Energy Drinks kann Inositon enthalten sein. Im menschlichen Organismus spielt der Vitalstoff eine wichtige Rolle.

Zahlreiche wichtige Funktionen

Als sekundärer Botenstoff bei der Signalübertragung in den Zellen ist Inositol bedeutsam und beeinflusst stark den Zellstoffwechsel. Die Neutrotransmitter-Vorstufe Inositol kann Depressionen offenbar positiv beeinflussen. Es scheint an der Wirkung von Serotonin beteiligt zu sein. Klinische Studien haben jedoch noch keinen sicheren Beweis für den therapeutischen Nutzen als Antidepressivum gefunden. Weiterhin steht die Substanz jedoch im Interesse der Forschung.

Einsatz in der Krebstherapie

Die Wirkungsweise von Inositol ist noch nicht ausreichend verstanden. In gewissem Umfang wird es therapeutisch in sehr genau bestimmten Kombinationen bei der Chemotherapie und zur Hemmung von Metastasenbildung bei Krebs eingesetzt. Aktuelle Forschungen beschäftigen sich mit dem Einsatzgebiet. Niemals sollte eine Selbstmedikation stattfinden.

Fette und Cholesterin

Im Körper stabilisiert Inositol die Leberfunktion und im Fettstoffwechsel sorgt es für die Verteilung von Körperfett. Bei der Verarbeitung von Fetten und Cholesterin besitzt es positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel. Zusammen mit Cholin bildet Inositol Lecithin, das wiederum für Zellmembrane und Fettverdauung bedeutend ist. Die Kontraktion im Magen-Darm-Trakt (Peristaltik) wird von der vitaminähnlichen Substanz unterstützt und schafft so weitere Voraussetzungen für eine gesunde Verdauung. Für Wachstum in Mikroorganismen spielt Inositol eine große Rolle.

Rund herum hilfreich

Besonders konzentriert tritt Inositol im Herzmuskel, im Gehirn und in der Augenlinse auf. Es wirkt auf die Sehfunktion und die Tätigkeit des Herzmuskels. Das Wachstum der Haare wird unterstützt. Inositol wird eine beruhigende Wirkung zugeschrieben. Die Wirkung von Vitamin E kann durch Inositol gesteigert werden.

Natürliches Vorkommen

Inositol-Lieferanten sind frisches Obst und Gemüse. In Orangen, Grapefruit, Melone, Trockenpflaumen, ist Inositol enthalten. Ebenso steckt die vitaminähnliche Substanz in Getreide, Hefe, Sojabohnen, Nüssen und Fleisch. Inositol wird durch Biosysthese im Körper generiert. Alkohol, Kaffee und Zucker können die Produktion jedoch hemmen.

Nie ohne Arzt oder Heilpraktiker

Die Wirkung von Inositol ist noch umstritten und die Substanz sollte in Nahrungsergänzungsmitteln nur in Abstimmung mit dem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Beta-Glucan (Beta-Glukan)

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Power für das Immunsystem

Glucane sind natürliche Vielfachzucker (Polysaccharide), die aus Hefe, Hafer und bestimmten Pilzen gewonnen werden. Unter den Glucanen sind besonders die Beta-Glucane mit β-glycosidischen Bindungen von medizinischer Bedeutung. Beta-1,3-Glucan/Beta-1,6-Glucan werden als qualitativ am hochwertigsten eingestuft, im Folgenden bezeichnet als Beta-Glucan. Diese Substanz kann beispielsweise aus der Zellwand von Backhefe in sehr reiner Form extrahiert werden.

Es wird international geforscht

Empirisch konnten mit Beta-Glucan bereits beeindruckende Erfolge bei Mensch und Tier erzielt werden. Aus diesem Grund gilt Beta-Glucan als äußerst erfolgversprechend. In Asien wird intensiv geforscht. Von der Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) der USA soll eine positive Einschätzung vorliegen. Ergebnisse aus internationalen Studien werden betrieben, um die medizinische Verwendbarkeit der Substanz zu prüfen. Positive Effekte von Beta-Glucan werden insbesondere vermutet für die Senkung des Cholesterinspiegels, die Regulierung des Blutzuckerspiegels und die Steigerung der Immunabwehr. Dadurch könnten sich hoffnungsvolle Einsatzgebiete ergeben für Menschen mit bakterieller oder viraler Infektion, Allergien, geschwächter Immunabwehr, erhöhten Cholesterin oder Blutzuckerwerten oder unter Strahlenbehandlung und Chemotherapie.

Wirkungsweise von Beta-Glucan

Als Polysaccharid gehört Beta-Glucan zu den Ballaststoffen und entfaltet seine Wirkung im Darm. Die körpereigene Abwehr wird unterstützt, indem es die Makrophagen im Immunsystem des Körpers aktiviert. Makrophagen sind die Zellen, die schädliche Viren und Bakterien, Pilze oder Krebszellen aktiv bekämpfen. Deshalb spielen sie für die Leistungskraft des Immunsystems eine wichtige Rolle.

Was könnte Beta-Glucan für Mensch und Tier leisten?

Im North American Journal of Medical Sciences 10/2013, S. 580-588 wird von den Autoren V. Vetvicka, L. Vannucci und P. Sima unter anderem von einem empirischen Experiment bei norwegischen Lachsen 1990 berichtet, bei der große Teile der Zuchtlachspopulation und damit ein wirtschaftlich sensibles Exportgut des Landes von multiresistenten Keimen bedroht war. Durch ein Extrakt von Beta-Glucan aus Bierhefezellen des Mikobiolagen Dr. Jan Raa konnte die Epidemie in den Lachszuchtstationen eingedämmt werden. In Frage stellt sich, inwieweit sich diese Wirkung zuverlässig auf den Menschen übertragen lässt, beispielsweise beim unterstützenden Einsatz in der Orthomolekularen Medizin bei Infektion mit Herpes-Viren oder HIV. Da die Viren bei einem geschwächten Immunsystem zum Ausbruch kommen, kann es hilfreich sein, die Abwehrkräfte zu stärken.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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