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Cellulase

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Das fehlende Enzym

Cellulase ist ein Enzym, das Cellulose (Pflanzenfasern) bei der Verdauung aufspaltet. Cellulase bricht die Verbindungen der Fasern auf und baut ihn zu β-Glucose ab. So erhöht Cellulase den Nährwert von pflanzlichen Nahrungsmitteln. Cellulasen werden hauptsächlich von symbiotischen Bakterien in den Mägen von Wiederkäuern gebildet. Den meisten Lebewesen fehlen Cellulasen. Sie können daher nur einen Teil der pflanzlichen Nahrung nutzen.

Auch im menschlichen Organismus sind keine Verdauungsenzyme für Cellulose vorhanden. Im Dickdarm, dem Blinddarm und dem aufsteigenden Colon wird ein Teil der Cellulose aus dem Nahrungsbrei von der mikrobiellen Flora zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut und kann so im Stoffwechsel verwertet werden. Der Mensch kann daher nur einen Teil der Energie aus pflanzlichen Ballaststoffe nutzen.

Cellulose, der pflanzliche Ballaststoff

Cellulose kommt als Stützsubstanz in allen pflanzlichen Geweben vor. Von menschlichen Enzymen kann sie im Verdauungstrakt nicht aufgeschlossen werden. Ein Teil der Cellulose kann im Dickdarm, Blinddarm und Colon verwertet und dem Stoffwechsel zugeführt werden. Der überwiegende Teil jedoch wird mit den Nahrungsresten ausgeschieden. In vielen lebensmitteltechnischen Prozessen werden Cellulasen eingesetzt, um Cellulose aus pflanzlichen Rohstoffen aufzuschließen.

Das Silberfischchen besitzt etwas, was wir nicht haben: Cellulase

Drei Cellulaseformen werden unterschieden: Endocellulase bricht die Verbindung innerhalb der Cellulose auf. Exocellulase trennt die 2-Glucose-Einheiten von den beiden Enden der Kette ab, die die Endocellulase zuvor aufgespalten hat. Cellobiase löst die β-Verbindung zwischen zwei Glucose-Molekülen. Naturheilkundler Urs Buergi lächelt, wenn er darauf hinweist, dass das kleine Insekt Silberfischchen etwas hat, was uns Menschen fehlt: Das Silberfischchen (Lepisma saccharina) besitzt körpereigene Cellulase zum Verdauen von Cellulose.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Mikrokristalline Cellulose (Füllstoff)

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Füllstoff und Ballaststoff

Mikrokristalline Cellulose wird aus der Cellulose von Pflanzen gewonnen (nicht aus Altpapier). Meist werden als Grundstoff kurzkettige Baumwollfasern genutzt, die nicht verspinnbar sind. Die nichtkristallinen Cellulose-Anteile werden aus Pflanzenteilen mittels einer verdünnter Salzsäure unter hohen Temperaturen herausgelöst.

Das Ergebnis ist mikrokristalline Cellulose als weißes und freifließendes Pulver, das in verschiedenen Standardkörnungen angeboten wird. Wahlweise kann noch eine Carboxylierung durchgeführt werden, um die Empfindlichkeit auf Feuchtigkeit zu erhöhen.

Für den Verdauungsvorgang bedeutet mikrokristalline Cellulose einfach nur einen neutralen Ballaststoff, der nicht verdaut wird und nicht resorbiert werden soll.

In Lebensmitteln und Pharmazie

Mikrokristalline Cellulose wird in Lebensmitteln und Kosmetika als Trennmittel und Trägerstoff eingesetzt, beispielsweise in Salatsoße und Eiscreme. Dadurch, dass sich mikrokristalline Cellulose in Wasser und Alkohol nicht auflöst, sondern ihre Moleküle gleichmäßig in der Flüssigkeit verteilt, sorgt sie für eine gewisse Substanz und Volumen.

Für Kapseln und Tabletten

In der Pharmazie wird der Stoff sehr geschätzt für seine Stabilität und Stoßsicherheit. Mikrokristalline Cellulose dient als Bindemittel und Füllmittel in Kapseln und Tabletten für gesundheitsfördernde Mittel. Besonders für Direkttablettierung hat sich der Baustoff bewährt. Mikrokristalline Cellulose lässt sich ausgezeichnet verdichten und kann unter Druck plastisch verformt werden.

Wirkstoffe zielgerichtet abgeben

Durch Kontakt mit Feuchtigkeit zerfällt die hydrophile Tablette nach und nach und gibt ihre Inhaltsstoffe an der Stelle ab, wo sie gebraucht werden. Deshalb ist bei den meisten mikrokristallinen Cellulose-Produkten kein weiteres „Sprengmittel“ zur Abgabe der Inhaltsstoffe notwendig.

Als rein pflanzlicher Füllstoff ist mikrokristalline Cellulose auch für Vegetarier und Veganer geeignet.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Hydroxypropylmethylcellulose (pflanzliches Kapselmaterial)

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Vegane Kapselhülle

Andere Bezeichnungen für Hydroxypropylmethycellulose lauten HPMC, E464, Hypromellose oder Methylhydeoxypropylzellulose. Es handelt sich um ein rein pflanzliches Verdickungsmittel auf der Basis von Cellulose. Hydroxypropylmethycellulose ist also sowohl vegetarisch als auch vegan.

In der Lebensmittelindustrie der Stoff wahlweise als Füllstoff, Verdickungsmittel, Stabilisator oder Emulgator genutzt. Im pharmazeutischen Einsatz hat Hydroxypropylmethycellulose in den letzten Jahren verstärkt Einzug als Hartkapselhülle mit vegetarischem und veganem Anspruch gehalten (Veggicaps).

Vorteile zur Freisetzung der Inhaltsstoffe

Der Vorteil von Hydroxypropylmethycellulose gegenüber Cellulose ist, dass es wasserlöslich ist. Im Kontakt mit Speichel weicht der Stoff langsam auf und wird porös. Damit kann die Kapselhülle nach und nach im Magen ihre Inhaltsstoffe freigeben, die dort wirken, wo sie gebraucht werden und am besten aufgenommen werden können.

Herstellung aus Pflanzen

Gewonnen wird Hydroxypropylmethycellulose aus verholzter Cellulose von Pflanzenteilen. Gemahlen und gesiebt zu einem cellulosehaltigen Pulver, das mit Salzsäure verarbeitet wird, kommen als weiterer Bestandteil Linters hinzu, kurze Baumwollfasern, die fast ausschließlich aus Cellulose bestehen. Am Ende entsteht mikrokristalliner Cellulose. Mikrokristalline Cellulose kann man sich als freifließende Cellulose in Pulverform vorstellen. Im menschlichen Organismus wirkt Hydroxypropylmethycellulose als wasserlöslicher Ballaststoff, der ausgeschieden wird. Der Stoff ist gesundheitlich unbedenklich.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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