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Cayenne (Capsicum annuum)

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cayenne
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Klein, scharf und ungeheuer gesund

Cayenne (Capsicum annuum var. Acuminatum) gehört zu der Gattung der Paprika aus der Familie der Nachtschattengewächse. Die ersten Chilipflanzen kamen mit Kolumbus und anderen Seefahrern aus Südamerika nach Europa. Später wurden sie auch aus Indien importiert.

Hierzulande ist die kleine scharfe rote Schote als Chilisorte Cayenne bekannt und wird in der Küche als Gewürzpulver unter dem Namen Cayennepfeffer verwendet. Aber diese Pflanze kann mehr. Bahnbrechende Erkenntnisse könnten erklären, weshalb in den angestammten Herkunftsländern der scharfen Frucht die Menschen seltener an Krebs erkranken.

Für Herzgesundheit und Kreislauf

Der scharfe Inhaltsstoff der Chili heißt Capsaicin. Je schärfer der Chili ist, desto wirksamer. Die Substanz wirkt positiv auf die Blutgefäße und den Blutdruck und kann fettreiche Ernährung bis zu einem gewissen Maß ausgleichen. Der Wirkstoff kann die Kalkablagerungen an den Gefäßwänden reduzieren, die oft zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Der Focus (08.04.2012, M. Preuk) berichtet über Forschungsergebnisse an der Chinese University of Hong Kong, die die Wirkung von Capsaicin auf die Herzgesundheit in den Mittelpunkt stellen. Die Wissenschaftler haben entdeckt, dass Capsaicin ein bestimmtes Gen blockiert, das ein Eiweiß produziert (Cyclooxygenase-2, COX-2), das Muskeln und Blutgefäße verengt. Wenn es fehlt fließt die Durchblutung besser, der Blutdruck sinkt. Einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel konnten Untersuchungen bestätigen.

Gesundheit und Chili

In Kosmetik und Medizin wird der Wirkstoff schon lange eingesetzt gegen Arthritis und für die Schmerzbehandlung. Antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften stärken das Immunsystem. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es möglicherweise als Krebsschutzfaktor eine Bedeutung erlangen kann.

Durch die gefäßerweiternde Wirkung wird der gesamte Kreislauf in Schwung gebracht, was unter anderem Embolien vorgebeugt. Zur Gewichtsreduktion wird Chili eingesetzt, da es die Fettverbrennung erhöht. Es führt zu vermehrtem Schwitzen, was mehr Kalorien verbraucht.

Cayennechili enthält viel Vitamin A, Vitamin C, Carotin, Kalzium, Kalium, Phosphor und Eisen. Die Naturheilkunde setzt schon lange auf die Wirkung des Scharfmachers. Bei folgenden Beschwerden wird Cayennechili eine vorbeugende oder heilende Wirkung nachgesagt: Rheuma, Schuppenflechte (Psoriasis), Arthrose, Magenbrennen, Magengeschwür, Durchblutungsstörungen, Krebs, Angina Pectoris, Übergewicht, Diabetes, Embolie, Pilzerkrankungen, Krampfadern, Herzgesundheit, Infekte und sogar Migräne.

Wie scharf ist Chili?

Früher glaubte man, scharfes Essen würde dem Magen schaden. Die positive Wirkung von Chili revidiert dieses Bild. Das Capsaicin reizt die Wärmenerven im Mund und auf der Zunge. Die Geschmacks- und Schmerznerven sind davon jedoch nicht betroffen. Die Nerven schütten einen Botenstoff aus (Neurotransmitter), der die gesamten feinen Blutgefäße erweitert und damit positiv auf die Blutzirkulation wirkt. Dem Brennen im Mund setzt das Gehirn eine Ausschüttung von Glückshormonen entgegen (Endorphine).

Capsaicin ist nur im Mark der Cayennechili enthalten, nicht in den Samen. Weder das Kochen noch das Einfrieren beeinträchtigt den Wirkungsgrad. Es ist nicht wasserlöslich – Wasser zu trinken, um das Brennen im Mund abzustellen, nützt nichts. Da der Wirkstoff öl- und fettlöslich ist, helfen Milch, Joghurt, Käse oder Alkohol.

Die verschiedenen Schärfegrade werden in Scoville-Einheiten angegeben. Der Wert von 1.500 bedeutet, dass man 1.500 Milliliter Wasser benötigt, um die Schärfe von einem Milliliter Chili zu komplett zu entfernen. Auf Wikipedia wird die Skala wie folgt ausgewiesen: Scoville-Grad 0 bis 10 entspricht der Gemüsepaprika, die nicht als scharf empfunden wird. Die durchschnittlich unterste Wahrnehmungsschwelle für Schärfe liegt bei ca. 16. Reiner Cayennepfeffer erreicht 30.000 bis 50.000 und reines kristallines Capsaicin einen Wert von 15.000.000 bis 16.000.000.

Chili selber ziehen

Die Chilisorte lässt sich in unseren Breiten gut selber ziehen. Im Februar werden die Samen in feuchte Erde gesät und nach einer Keimzeit von etwa 10 bis 20 Tagen an einem warmen Standort umgetopft. Nach rund 80 Tagen können fünf bis 20 Zentimeter lange, schlanke Früchte geerntet werden. Sie sind spitz und in reifem Zustand leuchtend rot. Der Geschmack ist sehr scharf. Durch ihre dünne Fruchtwand eignen sich Cayennechilis gut zum Trocknen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Rückenschmerzen
– was kann helfen?

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Wie äußern sich Rückenschmerzen?

Drei von vier Deutschen leiden irgendwann einmal unter Rückenschmerzen. Nach wie vor gehören Rückenschmerzen zu den häufigsten Gründen für Krankschreibungen. Vitalstoffe aus gesunder Ernährung können einen wichtigen Beitrag zur Rückengesundheit leisten.

Der Preis für den aufrechten Gang

Das Schlüsselereignis in der Evolution des Menschen vor fünf Millionen Jahren bescherte ihm den aufrechten Gang. Die Wirbelsäule war an diese Herausforderungen jedoch nicht angepasst.
Die neue Fortbewegungsart kann Belastungen im Unterleib wie Hüftgelenksarthrosen, Bandscheibenvorfälle, Senk- und Plattfüße oder Krampfadern in den Beinen zur Folge haben. Natürlich ist auch der Rücken selbst stark beansprucht. Deshalb kennt praktisch jeder Mensch Rückenschmerzen.

Die häufigste Ursache für Rückenschmerzen

Muskelverspannungen oder Muskelschwäche können zu heftigen Rückenschmerzen führen, die häufigste Ursache für Rückenschmerzen. Da Muskeln die Wirbelsäule stützen und sie aufrecht halten, sind sie permanent im Dienst.
Die Bandscheiben werden durch den aufrechten Gang als Federung für Stöße und Stolperer stark beansprucht. Ab dem Alter von etwa 30 Jahren verlieren sie an Elastizität. Bandscheibenvorfälle können ausgesprochen schmerzhafte Rückenschmerzen verursachen.

Auch wenn es simpel klingt: Viel trinken hilft, die Bandscheiben geschmeidig zu halten.

Die verschiedenen Wirbelsäulenabschnitte werden unterschiedlich stark beansprucht und entsprechend treten Rückenschmerzen in manchen Regionen häufiger auf als in anderen. Am häufigsten ist die Lendenwirbelsäule von Beschwerden betroffen, etwa in zwei Dritteln der Fälle äußert sich das in Kreuzschmerzen. Die Halswirbelsäule ist in etwa einem Drittel der Fälle an Schmerzen beteiligt. Und ein verschwindend geringer Anteil entfällt auf Rückenschmerzen, die von der Brustwirbelsäule herrühren.

Wie entstehen Rückenschmerzen?

Muskelverspannungen entstehen durch Fehlhaltung oder einseitige Belastung. Übergewicht, eine sitzende Tätigkeit und Bewegungsmangel befördern die Beschwerden, deshalb spricht man bei Rückenschmerzen gerne von einer Zivilisationskrankheit. Essentiell ist eine gesunde und trainierte Muskulatur, um Rückenschmerzen zu vermeiden.
Andere Ursachen können rheumatische Erkrankungen sein mit entzündlichen Gelenken, Bandscheibenvorfälle oder Osteoporose mit Knochenschwund und Brüchen (Versinterung) der Wirbelkörper, erkennbar am sogenannten „Rundrücken“, sowie diverse andere Vorerkrankungen.

Das kann helfen bei Rückenschmerzen
  • Abnehmen ist ein sehr wirkungsvolles Mittel gegen Rückenschmerzen. Jedes Kilo am Bauch zieht in eine Hohlkreuzhaltung und belastet die Wirbelsäule. Verspannung und Schmerzen können die Folge sein.
  • Wärme, Entspannung und Massagen helfen gegen Muskelverspannung. Das Auflegen von Chili-Kompressen kann durch den Wirkstoff Capsaicin schmerzlindernd wirken und regt die Durchblutung an. Sofort wird pulsierende Wärme spürbar. Viele Wärmeelemente basieren auf diesem Effekt.
  • Sehr wichtig ist ein gezieltes Rückentraining, damit die Muskulatur die Wirbelsäule zuverlässig stützen kann. Grundsätzlich gilt, dass in Bewegung bleiben besser ist, als Schonhaltung und dauerhaftes Ausruhen.

Vitalstoffe für Rückengesundheit

  • Für die Stabilität des Skeletts ist ein gesunder Knochenbau unabdingbar, ebenso wie gesunde Gelenke, Sehnen und Bandscheiben sowie die unterstützende Collagenstruktur und Muskeln.
  • Vitamin C ist am Collagenstoffwechsel beteiligt und an der Produktion von Proteinen, aus denen die Knochen und das stützende Collagengerüst größtenteils bestehen. Es kann die Zellen stimulieren, die für den Knochenaufbau essentiell sind. Ein Mangel an Vitamin C kann zum Abbau von Knochensubstanz führen.
  • Vitamin C kann die Wirkung von Vitamin E verstärken. Das zellschützende Vitamin E wiederum schützt vor Freien Radikalen, die bei Entzündungen, Krankheit oder Verletzungen verstärkt die Zellmembranen angreifen. Seine antioxidativen Eigenschaften machen das Vitamin zu einem effizienten Gesundheitsförderer.
  • Vitamin K ist im Knochenstoffwechsel in die Produktion von Eiweißen für die Knochensubstanz eingebunden (Osteocalcin). Das Sonnenvitamin D unterstützt die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung im Blut und sorgt für den richtigen Einbau des Minerals in die Knochenstruktur.
  • Vitamin A ist notwendig für das Knochenwachstum. B5 und B12 senken das Risiko für Knochenschwund und wirken vorbeugend gegen Gelenkentzündung. Eine gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen kann zur Rückengesundheit oftmals mehr beitragen, als gedacht.
  • Fett und Alkohol sollten gemieden werden.

Gegen Entzündungen und Schmerzen

  • Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend. Die lindernde Wirkung bei schmerzhaften entzündlichen und rheumatischen Beschwerden kann zu einer Entspannung der Muskeln führen.
  • Die Kombination von MSM (Methylsulfonylmethan, eine organische Schwefelverbindung), Glukosamin und Chondroitin kann die Nährstoffversorgung der Gelenke positiv beeinflussen und für einen Wiederaufbau von Knorpelgewebe und Gelenkschmiere vorteilhaft sein. Die spezielle Kombination der Wirkstoffe steigert die Wirkung der Einzelsubstanzen durch eine verbesserte Aufnahme. Die Entspannung von Muskeln kann Schmerzen verringern, die von Muskelverspannung herrühren, einer häufigen Ursache für Rückenschmerzen.

Durchblutung

Heilkräuter wie Rosmarin, Arnika, Kampfer und Menthol fördern die Durchblutung. Sie sind unter anderem in der sogenannten „Pferdesalbe“ enthalten.

Spurenelemente

  • Magnesium und Kalzium unterstützen die Knochenbildung und sorgen für Knochendichte, die wichtig für die Wirbelsäule ist. Sie können auf die Muskelentspannung eine positive Wirkung haben.
  • Der Mineralstoff Zink ist beteiligt an der Zellneubildung und für die Knochendichte unabdingbar.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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