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Diabetes (Zuckerkrankheit)
– was kann helfen?

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Wie äußert sich Diabetes?

Diabetes mellitus wird auch die Zuckerkrankheit genannt. Bei dieser Stoffwechselstörung kann Zucker vom Körper nicht richtig verarbeitet werden. Deshalb ist die Glukosekonzentration im Blutspiegel ständig erhöht. Entscheidend für die Zuckerverwertung ist das Hormon Insulin, das in den Beta-Zellen der Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird.

Schäden vorprogrammiert

Wenn der Blutzucker aus dem Gleichgewicht gerät, sind Schäden am Gefäßsystem vorprogrammiert. Das kann die Augen betreffen, das Herz, die Nieren, die Nerven und die Füße.

Ständige Achtsamkeit

Jeder Diabetespatient achtet sehr genau auf seine Blutzuckerwerte (BZ), also den Zuckergehalt im Blut. Er wird gemessen in mg/dl oder mmol/l. Gerade bei der Typ 2-Erkrankung zeigen sich oftmals lange keine Symptome, bis plötzlich der Blutzuckerspiegel einen kritischen Wert erreicht.

Ist der Blutzucker noch normal?

Ab den folgenden Normwerten spricht man von krankhaften Werten: nüchtern 126 mg/dl, zu jeder anderen Zeit über 200 mg/dl. Ein weiterer wichtiger Wert ist der Blutzucker-Langzeitwert, der HbA1c.

Symptome bei erhöhtem Blutzucker

Typische Symptome bei Diabetespatienten sind bei erhöhtem Blutzuckerspiegel, der sogenannten Überzuckerung oder Hyperglykämie, verstärkter Durst und häufiges Wasserlassen sowie Sehstörungen, Hautentzündungen und Wundheilungsstörungen. Sehstörungen, Juckreiz und Fußprobleme können auftreten. Daneben wirken Kraftlosigkeit, Antriebslosigkeit und schnelle Ermattung und Müdigkeit zu den störenden Kennzeichen.
Eine schwere Hyperglykämie kann zu diabetischen Koma führen.

Symptome bei niedrigem Blutzucker

Anzeichen für Unterzuckerung oder Hypoglykämie sind ein pelziges Gefühl im Mund, Kribbeln und Nervosität, Schweißausbrüche und Heißhunger. Bei schwerem Unterzuckerung kann es zu Sprachstörungen, Sehstörungen, Schwindel und Krämpfen kommen.
Ohne Zuckerzufuhr kann Bewusstlosigkeit eintreten, möglicherweise mit bleibenden Hirnschäden oder Todesfolge.

Es wird seit dem Jahr 2000 von der Deutschen Diabetes Gesellschaft unterschieden zwischen folgenden Diabetesformen.

Typ 1 betrifft oft Jugendliche

  • Bei Diabetes mellitus Typ 1 wird von der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in den Langerhansschen Inseln kein Insulin gebildet. Es entsteht ein absoluter Insulinmangel. Insulin wird benötigt, um Zucker (Glukose) aus dem Blut in die Körperzellen zu transportieren. Wenn dieser Transportweg gestört ist, steigt der Blutzucker an, den Zellen fehlt jedoch nach wie vor Zucker für ihre Energiegewinnung. Der ständig zu hohe Blutzucker kann zu Schädigungen führen.
  • Bei Diabetes Typ 1, bei dem kein Insulin vom Körper gebildet wird, ist eine Insulintherapie unumgänglich.
  • Etwa 10 Prozent der Diabeteserkrankungen gehören zu diesem Typus. Da häufig Kinder zwischen 11 und 13 Jahren betroffen sind, wurde früher oftmals der Ausdruck juveniler Diabetes gebraucht.

Typ 2 als Zivilisationskrankheit

  • Diabetes mellitus Typ 2 wurde früher auch Altersdiabetes genannt. Bei dieser Diabetesform mit relativem Insulinmangel kann das Insulin in den Zellen nicht richtig verwertet werden. Das nennt man Insulinresistenz. Dazu kommen Unregelmäßigkeiten durch eine zu langsame Ausschüttung. Dadurch steigt der Blutzucker nach einer Mahlzeit zu schnell an. Der Körper versucht im Ausgleich, mehr Insulin zu produzieren. Störungen bei der Insulinproduktion sind die Folge.
  • Typ 2 tritt häufig auf in Verbindung mit Übergewicht (Adipositas) oder dem Metabolischen Syndrom, auch genannt „das tödliche Quartett“ aus Übergewicht plus Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und Diabetes mellitus. Das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt dabei sehr stark an. Dabei scheint nach neuesten Erkenntnissen ganz besonders das Übergewicht der entscheidende Faktor zu sein.
  • Diese Typ-2-Stoffwechselkrankheit ist die häufigste Form der Diabetes. 90 Prozent der Erkrankungen betreffen diese Form, die besonders in den Industriestaaten anzutreffen ist.

Typ 3 und 4

  • Typ 3 umfasst alle anderen spezifischen Diabetesformen außer Typ 4, den Schwangerschaftsdiabetes.

Das kann helfen bei Diabetes

Bei dem weitaus häufigsten Fall, der Typ-2-Erkrankung, sollte eine Insulintherapie vom Arzt nur dann verordnet werden, wenn zuvor alle anderen Mittel ausgeschöpft sind. Denn der Ursprung der Erkrankung ist zunächst nicht der Insulinmangel, sondern die Insulinresistenz, die bewirkt, dass das Insulin am Zielort wirkungslos bleibt. Der Insulinresistenz kann entgegengewirkt werden durch mehr Bewegung, eine vitalstoffreiche Ernährung und durch Gewichtsabnahme.

Bewegung

Regelmäßige Bewegung und besonders Ausdauersport ist eine wirksame Maßnahme gegen Fettdepots. Als Faustregel gelten 150 Minuten Sport pro Woche, aufgeteilt auf drei oder fünf Tage.
Körperliche Aktivität wird nicht nur zur Gewichtsabnahme eingesetzt. Die Insulinresistenz wird ebenfalls reduziert. Dadurch kann das körpereigene Insulin wieder besser wirken. Durch Bewegung wird außerdem die Glucoseaufnahme und die Verwertung in der Skelettmuskulatur verbessert. Dadurch kann der Blutzuckerspiegel gesenkt werden.

Ernährung

Diätische Behandlungen mit dem doppelten Ziel der Gewichtsabnahme und der Vermeidung zu starker Schwankungen im Blutzuckerspiegel sind sehr sinnvoll. Für die Ernährung gelten dabei im Grunde genommen die gleichen Grundregeln wie für einen Nicht-Diabetiker:
Etwas über die Hälfte der Nahrung sollte aus Kohlenhydraten bestehen, 10 bis 15 Prozent aus Eiweiß, 20 bis 30 Prozent aus Fett – wobei pflanzliche Fette und Omega-3-reiche Fettsäuren bevorzugt werden sollten. Dazu gehört viel frisches Obst und Gemüse auf den Speiseplan.
Die Kalorien aus der Fettzufuhr müssen der körperlichen Aktivität angepasst werden. Denn hier ist zwar nicht sofort ein erhöhter Blutzuckerwert die Folge, aber wenn das Übergewicht unterstützt wird, dann wird damit auch die Insulinresistenz erhöht.

Positive Berichte bei Gewichtsabnahme

Es gibt zahlreiche Krankenakten, bei denen Diabetiker-Patienten, die ihr Übergewicht auf Normalgewicht reduzieren konnten, keinerlei Medikamente mehr benötigten.

Vollkornprodukte

Vollkornprodukte lassen den Blutzucker langsamer ansteigen durch die Aufspaltung der langkettigen Zuckermoleküle. Dabei hat der reiche Ballaststoffanteil bei Vollkornprodukten eine sättigende Wirkung, was gegen die Bildung von Übergewicht hilfreich ist. Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Milch und frisches Obst gehören ebenfalls zu den zu bevorzugenden Lebensmitteln.

Achtung, kurzkettige Zucker

Die moderne Einstellung zu Diabetes verteufelt die kurzkettigen Zucker (Saccharose) wie beispielsweise in Haushaltszucker für Diabetiker nicht mehr komplett. In vernünftigem Umfang können diese konsumiert werden, jedoch ist es speziell bei süßen Getränken sinnvoll, solche mit Zuckeraustauschstoffen (Ersatzstoffen) zu bevorzugen, denn zuckerhaltige Getränke werden extrem schnell resorbiert. Ein sehr schneller Anstieg des Blutzuckerspiegels ist die Folge.

Heilpflanzen

Der Heilpraktiker oder Arzt weist vielfach auf die positive Unterstützung bei Diabetes-Therapien durch Heilpflanzen hin.

Kürbis

Kürbis als Gemüse ist ein schmackhafter Blutzuckersenker und wirkt offenbar der Insulinresistenz entgegen. Studien forschen an der Nutzbarmachung von dem Potenzial der Erneuerung geschädigter Bauchspeicheldrüsenzellen durch Kürbiswirkstoffe. Außerdem enthält das Kürbisfleisch wenig Kalorien, viele Ballaststoffe und wertvolle Antioxidatien. Kürbiskernöl ist ein hochwertiges Pflanzenöl mit essentiellen Fettsäuren.

Leinöl

Die essentiellen Fettsäuren aus Leinsamenöl sind in der Lage, Zellschädigungen durch chronisch erhöhten Blutzucker entgegenzuwirken.

Zimt

Zimtrinde vermag den Blutzucker senken und unterstützt die Insulinproduktion. Deshalb ist das Gewürz als Hausmittel bei Diabetes bekannt.

Mariendistel (Carduus intybus)

Ein natürlicher Wirkstoff zur Reduktion von Insulinresistenz ist Silymarin, das in der Mariendistel enthalten ist.

Ingwer (Zingiber officinale)

Der Namenszusatz von Ingwer „officinale“ deutet darauf hin, dass es sich um eine zugelassene Arzneipflanze handelt. Gingerole aus der vitalstoffspendenden Knolle können die Aufnahme von Glukose in die Zellen der Skelettmuskulatur unterstützen.

Artischocke (Cynara scolymus)

Die Wirkstoffe aus der Artischocke können den Zuckerstoffwechsel positiv beeinflussen. Im Handel gibt es zahlreiche Fertigpräparate, die sich der Naturheilkraft aus der Artischocke bedienen.

Wegwarte (Cichorium intybus)

Regulierend auf den Zuckerstoffwechsel und ebenso auf die Leber wirken die Bitterstoffe der Wegwarte.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Übersicht

Glycin (E 640)

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Bestandteil fast aller Proteine

Glycin(Glyzin, Glykoll, abgekürzt auch Gly) ist eine proteinogene (eiweißbildende) Aminosäure, die im menschlichen Organismus synthetisiert werden kann. Daher gehört sie nicht zu den essentiellen Aminosäuren, die ausschließlich über die Nahrung zugeführt werden müssen. Als Bestandteil von fast allen Proteinen spielt es eine wichtige Rolle im menschlichen Stoffwechsel.

In vielen Lebensmitteln enthalten

Glycin ist ein Baustein zahlreicher Proteine (Eiweiße). Es kommt in natürlicher Form in vielen eiweißhaltigen pflanzlichen wie tierischen Lebensmitteln vor. Zusätzlich wird die Aminosäure von der Lebensmittelindustrie unter der Bezeichnung E 640 vielen Lebensmitteln als Geschmacksverstärker beigesetzt, beispielsweise in Süßstofftabletten oder für längere Haltbarkeit bei Schinken oder Marzipan.

Bedeutsam für Erbsubstanz

Glycin entsteht im Körper unter anderem aus der Aminosäure Serin. Bei diesem biochemischen Vorgang werden zusätzlich Vorstufen von Thymin-Nukleotiden freigesetzt, ein Bestandteil der Erbsubstanz (DNA) des Menschen. Glycin unterstützt außerdem weitere Bausteine der Erbsubstanz, die Purine.

Wirkt im Zentralnervensystem

Glycin fungiert als häufigster Botenstoff (Neurotransmitter) im zentralen Nervensystem im Rückenmark sowie im Hirnstamm. Es ist unter anderem stark beteiligt an der Muskelaktivität. Es transportiert über den Glycinrezeptor Informationen von Zelle zu Zelle als inhibitorischer Signalstoff. Das bedeutet, dass die jeweils nachfolgende Zelle in ihrer Aktivität gehemmt wird, zum Beispiel bei Muskelkontraktionen kann das wichtig sein.

Die Bedeutung wird klar, wenn die Produktion von Glycin unterdrückt wird. Das geschieht beispielsweise bei der Krankheit Tetanus (Wundstarrkrampf). In der Folge können Muskeln so verkrampfen, dass die Krankheit bei Nichtbehandlung zum Tod führen kann. Ein ähnlicher Effekt tritt durch Strychnin ein, das als Rattengift bekannt ist. Die Freisetzung von Glycin wird unterdrückt, es kann die Hemmung der Muskelaktivität nicht durchführen und es kommt zu lebensbedrohlichen Krämpfen.

Biochemischer Grundstoff

Glycin ist zusammen mit Arginin an der Bildung von Energiespeichern im Muskel, dem Kreatin beteiligt. Es dient auch zur Biosynthese von Glutathion und unterstützt so das Immunsystem. Für die Sauerstoffversorgung durch das Blut ist Glycin bei der Produktion von Häm wichtig, der im Blutfarbstoff Hämoglobin Sauerstoff in die Zellen transportiert. In der Verdauung spielt Glycin durch die Beteiligung an der Produktion von Gallensäure eine Rolle.

Die Aminosäure Glycin macht zu rund einem Drittel das Strukturprotein Kollagen aus. Es stabilisiert Bindegewebe, Knochen, Haut und Zähne.

Therapeutischer Nutzen

Glycin kann positiv auf den Blutzuckerspiegel wirken, indem es die Freisetzung von Glucagon unterstützt. Die Aminosäure kann positiven Einfluss nehmen bei Erkrankungen wie Arteriosklerose oder Gicht.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Ballaststoffe

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Gesunde Verdauungshilfe aus der Pflanze

Ballaststoffe sind unverdauliche Bestandteile aus pflanzlicher Nahrung wie Getreide, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte. Naturheilkundler Urs Buergi weist darauf hin, dass Ballaststoffe keineswegs überflüssiger „Ballast“ sind: „Ballaststoffe können bis zu 100 Prozent ihres Eigengewichts an Flüssigkeit binden und sind für eine gesunde Ernährung unabdingbar,“ erklärt Buergi. Vielen Krankheiten können sie vorbeugen und sind der Verdauung und Verwertung der Nahrung förderlich.

Das leisten Ballaststoffe für die Ernährung

Ballaststoffe sind Kohlenhydratpolymere, die in Pflanzen als Stütz- und Zellstoffe vorkommen. Der Ballaststoffgehalt ist je nach Pflanze unterschiedlich. Es gibt wasserlösliche (Pektin, Dextrine, Guar) und nicht wasserlösliche Ballaststoffe (Cellulose). Aufgrund fehlender Enzyme können sie nicht vollständig abgebaut werden. Ballaststoffe liefern dadurch ein wichtiges Nahrungsvolumen. Auch wenn darin kein Energiegehalt steckt, ist es für die Verdauung wichtig, dass Substanz vorhanden ist, die nebenbei die Fähigkeit besitzt, Wasser zu binden. Die gesamte aufgenommene Nahrung verweilt dadurch länger im Magen und kann aufquellen. Zur Mahlzeit getrunkene Flüssigkeit sorgt für die richtige Konsistenz des Nahrungsbreis oder muss durch Magensäfte zugesetzt werden, damit die Passage durch den Verdauungstrakt gewährleistet ist.

Positiver Effekt Nummer eins: Hilft beim Abnehmen

Der Magen fühlt sich gefüllt an und ein Sättigungsgefühl stellt sich ein, indem der Ghrelin-Spiegel gesenkt wird. Das wirkt sich auch auf die kontrollierte Nahrungsaufnahme aus und hilft beim Abnehmen.

Positiver Effekt Nummer zwei: wirkt auf Cholesterin und Risiko für Herz- und Krebsleiden

Die Peristaltik (Eigenbewegung des Darms) wird durch den Druck des Nahrungsbreis auf die Darmwände angeregt und sorgt für einen zügigen Verdauungsvorgang. Der Stuhl wird lockerer und schneller transportiert. Im Darm binden dann die Ballaststoffe neben Flüssigkeit auch schleimhautreizende, toxische und unverträgliche Stoffe, die dann mit den Nahrungsresten ausgeschieden werden, ein zusätzlicher Beitrag zur Krebsvorbeugung. Die einzige Möglichkeit des Körpers, Cholesterin auszuscheiden, erfolgt über den gallesäureabsorbierenden Stuhl. Um neues Cholesterin zu bilden, würde der Körper Gallensäure benötigen. Beim bakteriellen teilweisen Abbau von Ballaststoffen im Dickdarm entstehen zusätzlich Spaltprodukte, die die Cholesterinsynthese in der Leber hemmen. Möglicherweise haben daher Ballaststoffe auch einen cholesterinsenkenden Effekt. Verschiedene Studien haben diese Möglichkeit in Verbindung mit einer Verringerung des Risikos für Koronare Herzkrankheiten gebracht. (vgl. u.a. AT. Erkkila et al.: Cereal fiber and whole-grain intake are associated with reduced progression of coronary-artery atherosclerosis in postmenopausal women with coronary artery disease. In: Am Heart J., 2005 Jul, 150(1), S. 94-101). Es wird vermutet, dass neben der genetischen Prädisposition für ein Darmkrebsrisiko auch die Ernährung eine Rolle spielt. Möglicherweise kann ein zügiger Transport des Nahrungsbreis durch ballaststoffreiche Kost dazu beitragen, das Darmkrebsrisiko zu verringern, indem Karzinogene im Nahrungsbrei nur kurz auf die Darmwand einwirken.

Positiver Effekt Nummer drei: Blutzucker

Der Blutzuckerspiegel wird positiv beeinflusst, indem Kohlenhydrate aus ballaststoffreicher Nahrung langsamer aufgenommen werden. Der Insulinanstieg nach dem Essen fällt weniger stark aus und daher auch der Blutzuckerabfall nach der Spaltung der Stärke. Für Diabetiker wird eine ballastreiche Kost empfohlen.

Ballaststoffe gehören täglich auf den Speiseplan

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich zu sich zu nehmen. Die Harvard School of Public Health rät zu der Aufnahme von täglich mindestens 25 Gramm. Unter anderem sind Vollkornprodukte, Obst Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse für eine gute Ballaststoffzufuhr geeignet. Eine Scheibe Vollkornbrot enthält etwa 7 Gramm Ballaststoffe. Die Nationale Verzehrstudie II des Max Rubner-Instituts gibt Getreideerzeugnisse als beliebteste Ballaststoffquelle der Deutschen an mit 41 Prozent. Es folgen Obst mit 21 Prozent und Gemüse mit 16 Prozent.

Verstopfung entgegenwirken

Ballaststoffe und Flüssigkeitszufuhr gehören zusammen. Wer besonders ballaststoffreiche Nahrung wie Leinsamen oder Weizenkleie zu sich nimmt – beispielsweise gegen Verstopfung – sollte auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten, damit der Verdauungsbrei nicht verhärtet. Sonst wird eine Verstopfung hierdurch begünstigt statt verhindert. Außerdem ist bei separater Ballaststoffzufuhr zu bedenken, dass Ballaststoffe außer Wasser auch Mineralstoffe, Gallensäuren und Mikroorganismen binden. Auf längere Sicht könnte durch übermäßige Ballaststoffzufuhr ein Mineralmangel entstehen. Urs Buergi rät zu einer Basis aus gesunder Mischkost.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Zimt (Cinnamon)

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Zimtstangen aus der inneren Rinde

Der immergrüne Zimt-Baum hat dichtes Laubwerk und wird bis zu zwölf Meter hoch. Er gehört zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae) und stammt aus Indien und Sri Lanka. Da er viel Wasser benötigt, wird er in vielen tropischen Gegenden angebaut. Mit ledrigen, ovalen Blättern und Früchten, die Eicheln ähneln, strömt der Zimt-Baum einen Geruch von Gewürznelken aus.

Die äußere Korkschicht des Stammes muss zunächst entfernt werden. Die bei uns bekannten Zimtstangen werden aus der inneren Rinde jüngerer Zweige und Äste hergestellt, indem sie in mehreren Schichten gewickelt und getrocknet werden. Die aromatischen Zimtstangen sind reich an ätherischen Ölen.

Gewürz und Naturheilmittel

Wussten Sie, dass Zimt eine großartige gesundheitliche Wirkung auf den menschlichen Organismus hat? Zimt wird schon seit Jahrtausenden als Gewürz, aber auch als Naturheilmittel verwendet.
Wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu der gesundheitsfördernden Wirkung von Zimt gibt es allerdings erst seit ein paar Jahren. Dabei wirken sich gleich mehrere hundert Substanzen in dem Gewürz positiv auf unsere Gesundheit aus.

Blutzucker positiv beeinflussen

So hat eine wissenschaftliche Studie von PHD Almam Khan gezeigt, dass sich die tägliche Einnahme von Zimt positiv auf die Blutzuckerwerte sowie auf verschiedene Fettwerte, wie Triglyceride und Cholesterin, auswirken kann.
Dies führen Experten darauf zurück, dass Zimt die Empfindlichkeit des Insulinrezeptors steigert, wodurch das ohnehin vorhandene körpereigene Insulin seine Wirkung wieder besser entfalten kann.

Zimt bei Diabetes Typ II

Zimt kann die Blutzucker-Werte senken und den Blutzuckerstoffwechsel (Glukosestoffwechsel) verbessern.

Immer mehr Fachleute raten daher zu einer zusätzlichen Einnahme von Zimt-Präparaten bei Diabetes Typ II, da Zimt das Leben mit Diabetes wesentlich erleichtern kann.

Es gibt sogar Untersuchungen, die beweisen wollen, dass neben den Blutzuckerwerten auch die Cholesterinwerte sinken.

Zimt schützt gegen Antioxidantien

Im Zimt wurden außerdem Substanzen gefunden, die antioxidativ, entzündungshemmend und nervenschützend wirken. Freie Radikale sind maßgeblich an der Entstehung verschiedenster Erkrankungen beteiligt. Sie greifen unsere Zellen an und zerstören sie. Je mehr Zellen im Körper geschädigt werden, umso schlechter geht es uns. Krankheiten entstehen. Die Schäden, die freie Radikale verursachen, können auch zu Entartungen der Zellen führen. Der Grundstein für die Entstehung von Krebs ist gelegt. Antioxidantien, wie sie in Zimt enthalten sind, können die Zellen vor freien Radikalen schützen.

Unterstützt die „guten“ Bakterien im Verdauungstrakt

Zimt enthält ätherisches Öl mit Zimtaldehyd, Eugenol, Phenolcarbonsäuren sowie Gerbstoffe und Cumarine. Zusammen wirken diese Inhaltsstoffe gegen Bakterien und Pilze und steigern die Beweglichkeit (Motilität) des Darmes.

Bei Problemen mit der Verdauung können Sie sich Zimt-Tee zubereiten. Aber auch ätherisches Zimt-Öl und Nahrungsergänzungen wie Zimtkapseln sind im Handel erhältlich.

Hinweis

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Chrom

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Bezugsquelle: Chrom Chelat

Beugt vielen Zivilisationskrankheiten vor

Chrom gehört zu den essentiellen Spurenelementen, das für zahlreiche wichtige Funktionen des Körpers lebensnotwendig ist. Es muss über die Nahrung zugeführt werden. Da eine Menge von unter einem Milligramm täglich ausreicht, wird Chrom auch zu den Ultraspurenelementen gezählt.

Chrom kommt vor allem in Knochen, Fett und Muskeln vor. Im menschlichen Organismus übernimmt es eine bedeutende Rolle im Kohlenhydratstoffwechsel. Es stellt unter anderem die Bedingungen her, unter denen das Bauspeicheldrüsenhormon Insulin arbeiten kann und beeinflusst damit den Blutzuckerspiegel. In der Produktion körpereigener Eiweiße wirkt Chrom mit. Außerdem ist es wichtig für die Funktion der Schilddrüse.

Bedarf von essentiellem Chrom

Durch eine ausgewogene Ernährung wird der Chrombedarf meist gedeckt. Mangel tritt meist durch einseitige Diäten oder Mangelernährung auf. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) geht von einem Tagesbedarf von 30 bis 100 Mikrogramm aus.

Der Bedarf wird individuell bestimmt von der Aufnahme von Zucker und Fastfood, enn Zucker und Weizenmehl enthalten nahezu keinen Chrom. Je mehr davon durch Lebensmittel zugeführt werden, desto mehr Chrom wird anscheinend benötigt. Stress, Schwangerschaft, ausgewöhnliche Belastungen oder Extremsport, bei Infektionen und auch im zunehmenden Alter wird mehr Chrom gebraucht.

Durch besonders chromhaltige Nahrungsmittel wie beispielsweise Nüsse, Mais und Vollkornprodukte, Käse, Honig, getrocknete weiße Bohnen oder Schweinefleisch wurde bisher nie eine Chromvergiftung beobachtet. Eine Chromvergiftung rührt normalerweise daher, dass Menschen bestimmter Berufsgruppen beispielsweise Chromstäuben häufig ausgesetzt sind.

Blutzucker

Das Spurenelements Chrom wirkt verstärkend auf die Arbeitsweise des Hormons Insulin. Da es beim Glucosestoffwechsel für die Energieproduktion wichtig ist, findet man das Element auch im Zusammenhang mit Glukosetoteranzfaktor oder GTF. Für Diabetes oder Hydroglykämie kann Chrom eine Rolle spielen. Ein Chrommangel kann zu Zuckerunverträglichkeit führen.

Herz- und Kreislauf

Für die Synthese von Eiweißen, Fetten und Cholesterin wird Chrom benötigt und kann hier auch für die Regulierung arzneilich eingesetzt werden. Ein geringer Chromspiegel im Blut könnte ein Hinweis auf ein Risiko für Herzkranzgefäßerkrankungen sein. Studien haben eine Verbindung zwischen Herzinfarkt und der Chromkonzentration in Zehennägeln festgestellt. Bei den Patienten, die bereits einen Herzinfarkt erlitten hatten, war die Chromkonzentration am geringsten.

Heißhunger ausschalten

Die Fettverbrennung in der Muskulatur wird von Chrom positiv beeinflusst, manche Experten sprechen von bis zu 400 Prozent. Wenn trotz guter Ernährung und Sport keine Gewichtsreduzierung erfolgt, könnte es nützlich sein, einen Chrommangel zu prüfen.

Chelat

Anorganische Mineralien wie Chrom sind vom Körper nicht verwertbar. Erst wenn sie „durch eine Pflanze“ gegangen sind, sind Spurenelemente für den Menschen verfügbar (Bioverfügbarkeit). Chelate sind Verbindungen aus Mineralien und pflanzlichen Aminosären und dadurch bioverfügbar. Urs Buergi rät beim Kauf von Mineralien auf den Hinweis „Chelat“ zu achten.

Hinweis

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Resveratrol

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Rotwein für Zellschutz

Resveratrol gehört zu den Polyphenolen, aromatische Verbindungen aus den sekundären Pflanzenstoffen. In Alkohol und Fetten löst sich Reservatrol gut, in Wasser weniger gut.

Ein Glas Rotwein am Tag

Resveratrol kommt in Himbeeren und Kakaobohnen vor, und besonders in der Schale roter Weintrauben. In der Schalenhaut der Trauben kann der Wirkstoff auch im Trester lange Lagerzeiten sowie den Gärprozess unbeschadet überstehen. Deswegen steckt der Wirkstoff auch in Rotwein, so dass der uralte Spruch von der Gesundheit bei einem Glas Rotwein am Tag seine Berechtigung besitzt – so lange es bei einem Glas bleibt.

Wirksamkeit in Studien

Es soll vorausgeschickt werden, dass klinische Untersuchung mit der wissenschaftlichen Bestätigung der gesundheitsförderlichen Hinweise zum möglichen Einsatz in der Humanmedizin ausstehen. Bisher haben Ergebnisse von In Vitro-Untersuchungen und Studien mit Tieren sehr vielversprechende Potenziale aufgezeigt.

Krebs

Es wird aufgrund von Studien eine hemmende Wirkung auf Krebszellen durch Resveratrol vermutet. Der Effekt scheint durch einerseits durch die Hemmung eines Proteins zum Wachstum der Krebszellen einzutreten, andererseits durch Förderung des zellzerstörenden Proteins Bax. Die Krebszellen haben im Zellkulturenversuch mit Selbstzerstörung reagiert. Der Wirkstoff konnte günstig auf kardioprotektive Effekte wirken und die Herzzellen vor der toxischen Wirkung von Medikamenten schützen. Ob Präparate mit Resveratrol beim unterstützenden Einsatz von Krebstherapien eine Zukunft haben, wird die Forschung zeigen. Forscher befürchten, dass die schlechte Wasserlöslichkeit möglicherweise hinderlich sein könnte.

Der Fettkiller

Resveratrol wirkte in Zellkulturen und bei Tieren offenbar günstig auf die Gewichtsreduzierung, auch unter fettreicher Kost. Optische Alterungsprozesse wurden verlangsamt.

Weitere Krankheitsbilder

Resveratrol hat sich offenbar günstig auf den Verlauf von Multipler Sklerose ausgewirkt. Beider Augenkrankheit Glaukom konnte ein neuroprotektiver Effekt festgestellt werden. Der Blutzuckerspiegel kann möglicherweise positiv von Resveratrol beeinflusst werden, speziell direkt nach der Nahrungsaufnahme. Es wird vermutet, dass Resveratrol die Wirkung von Insulin verstärkt und eine Schutzfunktion für die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse ausübt, wo das Insulin gebildet wird. Und Resveratrol scheint ein Schutzprogramm gegen Stress zu aktivieren mit regenerativen und zellschützenden Eigenschaften.

Vorkommen

Resveratrol ist in mindestens 72 Pflanzenarten enthalten. Gute Lieferanten des Pflanzenstoffes sind Weintrauben, Himbeeren, Maulbeeren, Pflaumen und Erdnüsse.

Dosierung

Nebenwirkungen von Resveratrol sind bei normalem Gebrauch nicht bekannt. Lediglich bei einer sehr hohen Dosierung von 5 Gramm pro Tag traten in einem Experiment Bauschmerzen und Verdauungsstörungen auf. Man findet oft die handelsübliche Dosierungsempfehlung von 500 Milligramm täglich.

Hinweis

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Grüntee Polyphenole

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Seit Jahrtausenden gesund

Für Grünen Tee oder Grüntee werden kleinblättrige, zarte Sorten der Teepflanze bevorzugt, die ursprünglich aus China stammt. Im Gegensatz zum schwarzen Tee werden die Teeblätter nicht oxidiert (früher: fermentiert). Die Oxidation wird verhindert durch kurzes Rösten oder Dämpfen der frischen Blätter direkt nach dem Pflücken. Wirkung und Inhaltsstoffe unterscheiden sich deutlich vom schwarzen Tee. Seit Jahrtausenden wird die Heilkraft von Grüntee hoch geschätzt.

Die heutige Wissenschaft bestätigt die gesundheitsförderliche Wirkung, die gegen viele Krankheiten vorbeugen kann. Der Hauptwirkstoff für die Heilwirkung sind die natürlichen Polyphenole, vor allem das Epigallocatechingallat (EGCG).

Das Geheimnis liegt im vielfältigen Hauptwirkstoff Polyphenole

Polyphenole sind bioaktive Substanzen aus Pflanzen, die in sekundären Pflanzenstoffen vorkommen wie in Farbstoffen, Geschmackstoffen und Tanninen. Polyphenole ist ein Sammelbegriff für viele Pflanzenstoffe, beispielsweise Flavonoide und Anthocyane aus Farbstoffen, Benzoesäurederivate, Procyandine, Zimtsäurederivate, und Stilbenderivate. Bereits kleine Mengen von Polyphenolen können bei regelmäßiger Einnahme eine gesundheitsförderliche Wirkung entfalten.

Weitere Inhaltsstoffe

Grüntee enthält außer den Polyphenolen den anregenden Stoff Koffein (früher zur Unterscheidung von Kaffee auch Thein genannt) und Catechine, sekundäre Pflanzenstoffe und als Flavonole ebenfalls den Polyphenolen zugeordnet, die den bitteren Geschmack verursachen und als äußerst heilwirksam gelten. Grüner Tee enthält auch mehr Tannine (Gerbstoff) als schwarzer Tee. Außerdem sind Vitamin A, Vitamin B, Vitamin B2, Calcium, Kalium, Phosphorsäure, Magnesium, Kupfer, Zink, Nickel, Carotide und Fluorid enthalten. Das Aroma wird bestimmt von Aminosäuren wie dem Theanin.

Vorsicht vor zu hohen Dosierungen

Möglicherweise kann Grüntee die Aufnahme von Medikamenten beeinflussen, indem er die Aufnahme von Wirkstoffe im Darm hemmt. Eine japanische Studie von 2014 hat beobachten können, dass der Betablocker Nadolol bei Grünteegenuss nicht voll resorbiert wurde. In Chemical Research in Toxicology 20, 2007, S. 583-585 berichtet eine Forschungsgruppe der Rutgers-Universität New Jersey von möglichen toxischen (giftigen) Wirkungen auf Leber und Niere durch den Genuss von mehr als 10 Tassen Grüntee am Tag.

Polyphenole im Gesundheitseinsatz

Das im Grüntee reichlich vorhandene Epigallocatechingallat (EGCG), das ebenfalls zu den Polyphenolen zählt, kann Gefäßverkalkung reduzieren und damit ein Hauptrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es beeinflusst dazu ein Signalmolekül namens Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF), das außer an der Bildung von Blutgefäßen auch am Wachstum von Tumorzellen beteiligt ist. Indem sich Polyphenole an das VEGF binden, können Sie dazu beitragen, Krebs vorzubeugen oder zu bekämpfen. Dazu genügen relativ geringe und regelmäßig zugeführte Mengen von Polyphenolen, wie sie in Grüntee, aber auch in Äpfeln, Trauben oder Aroniabeeren enthalten sind.

Antioxidantien gegen Krebs und eine für eine schöne Haut

Grüntee enthält hochwirksame Antioxidantien, die freie Radikale unschädlich machen können und Zellkerne und Zellmembrane schützen. Freie Radikale gelten als eine Ursache von Krebserkrankungen. Antioxidantien können die Lebensdauer von Zellen verlängern und wirken als Anti-Aging-Mittel. Grüner Tee kann die Freisetzung von Angiotensin hemmen, das an Bluthochdruck beteiligt ist.

Der Fettstoffwechsel wird von grünem Tee positiv beeinflusst. Die Fettverbrennung wird angekurbelt. Damit zusammenhängend erhöht sich die Stoffwechselrate, was eine Gewichtsabnahme begünstigt. Die Aufnahme von Glukose in Fettzellen wird begrenzt, hilfreich bei Adipositas (Fettleibigkeit). Insgesamt kann Grüntee damit auch günstig auf den Blutzucker und einen ausgeglichenen Stoffwechsel wirken, von Vorteil bei Diabetes. Grüntee vermag den Cholesterinspiegel zu senken und den Gehalt an positivem HDL-Cholesterin zu optimieren.

Alzheimer, Parkinson & Co

Grüner Tee vermag die Gedächtnisleistung zu verbessern. Da er auch das Acetylcholin beeinflusst, das an der Krankheit Alzheimer beteiligt ist, kann das möglicherweise einen positiven Verlauf zu begünstigen. Offenbar wirkt sich auch der Zellschutz im Gehirn in Regionen aus, die für den Ausbruch von Parkinson bekannt sind. Polyphenole und Flavonoide unterstützen durch Antioxidantien zudem die Immunabwehr gegen Infektionen. Schädliche und krankheitsauslösende Bakterien können durch grünen Tee bekämpft werden.

Die richtige Zubereitung von grünem Tee

Im Gegensatz zu schwarzem Tee kann grüner Tee mehrmals aufgegossen werden. Beim Aufbrühen von grünem Tee sollte das Wasser nicht kochend heiß sein, sondern maximal eine Temperatur von 90 Grad besitzen. Zu heißes Wasser kann den Tee bitter und je nach Sorte ungenießbar machen. Das Wasser sollte jedoch eine Temperatur von 50 Grad nicht unterschreiten, sonst können die Inhaltsstoffe nicht gelöst werden. Je höher die Temperatur, desto besser lösen sich die Polyphenole. Vitamin C steigert die Aufnahme der Polyphenole. Es ist im Grüntee ebenfalls enthalten, wird aber bei großer Hitze zerstört.

Teekultur in der Entwicklung

Grüntee als Variante von schwarzem Tee stammt aus dem China des 6. Jahrhunderts vor Christus. Im gleichen Jahrhundert gelangte der Matcha-Tee von China nach Japan und es entwickelte sich eine neue Form der Teezubereitung als Beginn der in Japan noch heute gebräuchlichen Teezeremonie. Basis waren zu Ziegeln gepresste Teeplatten, die zu Pulver gerieben und mit kochendem Wasser aufgegossen wurden. Die heutzutage übliche Praxis, den Tee ohne vorheriges Pulverisieren mit heißem Wasser aufzubrühen, entstand in der Ming-Dynastie (16. und 17. Jahrhundert). In dieser Zeit verbreitete sich der grüne Tee auch in Europa.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Flohsamenschalen (Psyllium)

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Natürliches Darmregulativ

Die Samenschalen der Pflanze Plantago ovata sind unter der Bezeichnung Flohsamenschalen, Indische Flohsamenschalen oder Psyllium ein gebräuchliches Heilmittel gegen Durchfall und Blähungen in der Alternativmedizin. Die Wegerichgewächse werden überwiegend in Indien, im Iran und Pakistan angebaut sowie in Frankreich und Spanien.

Hilfreiche Wirkung der dunkelbraunen glänzenden Samen

Die Darmflora profitiert von Flohsamenschalen, die das Wachstum nützlicher Bakterien im Magen-Darm-Trakt unterstützen. Es gibt Hinweise darauf, dass sie positiven Einfluss auf entzündliche Prozesse im Darm besitzen. Offenbar sind Flohsamenschalen in der Lage, Gallensäure im Darm zu binden und dadurch zu einer erhöhten Cholesterinausscheidung beizutragen.

Quellwirkung von Ballaststoffen

Unbestritten ist die Quellwirkung durch die Ballaststoffe in Flohsamenschalen. Sie binden mehr als das 50-fache an Flüssigkeit. Bei Verstopfung ebenso wie bei Durchfall helfen Sie, durch ein gesteigertes Volumen des Nahrungsbreis die Darmfunktion zu regulieren, die natürliche Muskelbewegung des Darms anzuregen (Peristaltik) und die Darmentleerung zu begünstigen. Der Stuhl wird weicher und lockerer.

Flohsamenschalen wird ein möglicher Effekt zur Unterstützung bei Diabetes zugesprochen. Durch die darmregulierenden Eigenschaften wird Zucker durch die Damwände weniger schnell ins Blut transportiert. Der Blutzuckerspiegel muss daher nicht so hoch ausschlagen und in der Folge auch der Insulinspiegel. Diese These gilt noch nicht als wissenschaftlich ausreichend fundiert für arzneilichen Einsatz.

Die Quellwirkung von Flohsamenschalen beginnt bereits im Magen. Das kann möglicherweise ein günstiger Effekt zur Unterdrückung des Hungergefühls bei Gewichtsreduzierung und hilfreich bei Adipositas.

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Brunnenkresse (Nasturtium officinale)

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Vitaminlieferant im Winter

Brunnenkresse oder auch Echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale) ist ein Kreuzblütengewächs (Brassicaceae) aus der Gattung der Brunnenkressen (Nasturtium). Als wintergrünes Gemüse und Heilpflanze ist die Brunnenkresse seit dem Altertum beliebt. Ihren Namen erhielt sie von ihrem durch Senfölglycoside verursachten, leicht scharfen Geschmack, abgeleitet vom althochdeutschen Wort cresso, scharf. Sie wächst an schattigen und feuchten bis sumpfigen Stellen. Im Volksmund wird die Pflanze auch Wasserkresse, Bornkersch, Bornkassen oder Kasse genannt. Geerntet werden die zarten, grünen Blätter vor allem im Mai und Juni, als winterhartes Gemüse steht es jedoch grundsätzlich ganzjährig zur Verfügung. Zu Heilzwecken werden die Blätter kurz vor dem Erblühen der Brunnenkresse gesammelt. Brunnenkresse sollte stets getrennt von anderen Trockenpflanzen getrocknet und aufbewahrt werden. Die Brunnenkresse ist in ganz Europa verbreitet.

Inhaltsstoffe

Neben Bitterstoffen und Gerbstoffen enthält die Echte Brunnenkresse viel Vitamin A, Vitamin B1 und B2, Vitamin C und Vitamin E. Als winterhartes Gemüse erfüllte die Brunnenkresse in früheren Zeiten eine wichtige Funktion als Vitaminlieferant noch vor dem Frühjahr. Inhaltsstoffe sind außerdem Mineralstoffe wie Eisen, Jod, Phosphor und Calcium sowie Zucker, ätherische Öle und Raphanol.

Heilpflanze Brunnenkresse

In der Homöopathie wird Brunnenkresse in verschiedenen Darreichungsformen als Wirkstoff verwendet. Seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde eingesetzt wurde die Pflanze bei Harnwegserkrankungen als harntreibend und auch bei Geburten als wehentreibend. Ein positiver Effekt auf Erkrankungen der Mundschleimhaut, der Galle und des Magens wird ihr nachgesagt. Gegen Frühjahrsmüdigkeit und als Aphrodisiakum soll sie ebenso helfen wie bei erhöhtem Blutzucker (Diabetes mellitus) und bei Rheuma. Aus den Kräutergärten der Klöster wurden Tees gegen Bronchitis zu zur Behandlung von Atemwegserkrankungen aus den Samen mit Honig vermischt hergestellt, zur Blutreinigung und Entschlackung. Äußerlich angewendet soll sie einen frischen Teint bewirken und gegen Ekzeme wirken.

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