Schlagwort-Archive: Blutgerinnung

Vitamin K (Phyllochinon)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

vitamin_k
© Zerbor – fotolia.com

Vitamin aus der grünen Pflanze

Phyllochinon oder auch Vitamin K, manchmal auch Vitamin K1 genannt, ist ein fettlösliches Vitamin. Im menschlichen Organismus hat es entscheidende Bedeutung für die Knochengesundheit und die Blutgerinnung.

Seinen Namen erhielt das Phyllochinon nach dem griech. Wort phyllos, Blatt und spielt in den Pflanzen bei der Photosynthese eine Rolle. 1935 entdeckte der dänische Forscher Henrik Dam bei der Isolation eines fettähnlichen Stoffes aus den Blättern der Luzerne, dass diese eine Wirkung auf die Blutgerinnung zeigte. Deshalb nannte er die Substanz Koagulations-Vitamin, kurz Vitamin K.

Phyllochinon ist eigentlich ein Sammelbegriff für synthetische und zwei natürliche Verbindungen mit Vitamincharakter (Vitamin K1 Phyllochinon, Vitamin K2 Menachinon, Vitamin K3 Menadion).

Biologische Funktionen

Für die Blutgerinnung stellt Pyllochinon bestimmte Eiweiße zur Verfügung, die für die Blutgerinnung von Bedeutung sind. Es gilt als essentiell für die Biosynthese von mehreren Gerinnungsfaktoren. Darüberhinaus spielt es eine Rolle als Coenzym in der Gamma-Carboxylierung von Glutamylresten aus den Gerinnungsfaktoren. Blutungen bei Verletzungen können dadurch gestoppt werden, Blutergüsse werden reduziert.

Vitamin K ist beteiligt an der Produktion von Proteinen in den Knochen, der Niere, im Blutplasma und im Bindegewebe. Im Knochen, der Leber und der Niere kann Vitamin K circa zwei Wochen gespeichert werden. Ausgeschieden wird es über die Nieren und die Galle.

Vitamin K unterstützt die Knochendichte und Knochenstärke. Es wirkt dem Knochenverlust entgegen und ist am Aufbau der Knochensubstanz beteiligt. Dadurch hat es Bedeutung bei Vorbeugung von Osteoporose und wird auch zur Behandlung eingesetzt. Das Risiko für Hüftfrakturen wird dadurch gesenkt, insbesondere bei Frauen nach den Wechseljahren, die häufig von Knochenschwund betroffen sind.

Vorkommen

Phyllochinon liegt besonders in den Chloroplasten von Grünpflanzen vor. Vitamin K-Lieferanten bei den Lebensmitteln sind Avocado, Leber, pflanzliche Öle, vor allem Sojaöl, Kartoffeln, grüner Tee, Spinat, Brokkoli und andere dunkelgrüne Gemüse.

Die Aufnahme kann durch gleichzeitige Aufnahme von Fetten gesteigert werden. Vitamin K ist hitzebeständig und wird durch den Kochvorgang nur wenig reduziert.

Für die Resorption von Phyllochinon sind Gallensäuren als Emulgatoren notwendig, da das Vitamin fettlöslich ist. Das im Dünndarm aufgenommene Phyllochinon kann über Chylomikronen zur Leber transportiert werden.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Anthocyane

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

anthocyane
© Frank Wagner – fotolia.com

Pflanzenfarbstoff als Antioxidans

Blaue Beeren sind besonders reich an Anthocyanen (von altgriechisch ánthos, die Blume und kyános, dunkelblau). Das sind sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavon-ähnlichen Stoffe, der sogenannten Flavonoide. Dieser wasserlösliche Pflanzenfarbstoff findet sich in Blaubeeren, Brombeeren, schwarzen Johannisbeeren und vielen anderen Pflanzen, die eine rote, violette oder blaue Färbung aufweisen, so auch in Rotkohl, Auberginen und Usambaraveilchen. Ihre Bedeutung erhalten die Anthocyne durch ihre hochantioxidative Wirkung, die teilweise die von Vitamin C noch übertreffen soll. In Kombination mit Vitamin C und Eisen kann beispielsweise Myrtillin, das aus Blaubeeren gewonnene Anthocyans, blutbildend wirken und die Elastizität von Blutgefäßen kräftigen, in Venen und Kapillaren ebenso wie im Gehirn und in den Augen.

Für Augen und Abwehrkräfte

Anthocyane wirken stark antioxidativ und können damit als hochwirksame Radikalfänger reaktive Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle unschädlich machen, indem sie ein Elektron abgeben, ohne selbst zu oxidieren. Hydroxyl, Peroxylradikale sowie Singulett-Sauerstoff und Stickstoffoxide können neutralisiert werden. Die Schädigung durch freie Radikale von gesundheitserhaltenden Proteinen, Lipiden und Zellkern-DNA in den Zellen soll verringert werden. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden auf diese Weise unterstützt und entzündungshemmende Effekte angekurbelt. Gerade im Zusammenspiel mit Vitamin C und Selen haben Studien auf eine antimikrobielle Wirkung hingewiesen. Anthocyane sollen die Blutgerinnung verzögern und die Thrombozytenaggregation reduzieren. Das Entgiftungssystem der Leber kann angeregt und Schadstoffe sowie Kanzerogene können ausgeschieden werden. Die Forschung rund um Flavonoide ist noch relativ jung und viele Hinweise sind noch nicht wissenschaftlich bestätigt. Aber die Forschungsaktivitäten erklären, weshalb schon früher die Volksmedizin gerade bei Nachtblindheit und Lichtempfindlichkeit der Augen die wohltuenden Kräfte von Blaubeere, Johannisbeere & Co. pries.

Unterschätzter Wirkstoff gegen Krebs?

Menschen mit einer obst- und gemüsereichen Ernährung erkranken weniger häufig an Darmkrebs. Daraus wird die Vermutung abgeleitet, dass Anthocyne aus sekundären Pflanzenstoffen vor Darmkrebs schützen können. Es wurden Tests an Zellkulturen durchgeführt, bei denen menschliche Kolonkarzinomzellen dosisabhängig auf die Substanz aus Anthocyane von Obst- und Gemüsesorten wie beispielsweise Holunderbeeren, Blaubeeren und blauen Trauben reagierten. Je nach Menge und dem Typ des Anthocydans in der Pflanze, aus der der Stoff extrahiert wurde, sei das Wachstum den Krebszellen in der Zellkultur beeinflusst und auch verringert worden. Offenbar seien Pigmente der Apfelbeere (Aronia) besonders wirksam, da sie nicht nur das Wachstum der humanen Krebszellen in dem Zellkultur-Test eingeschränkt haben sollen sondern die Zellen zu 20 Prozent abgetötet haben sollen. Im Tierversuch sollen sich Krebssymptome von Ratten mit Darmkrebs um 60 bis 70 Prozent gegenüber der Kontrollgruppe reduziert haben, wenn die erkrankten Tiere mit Anthocyanextrakten aus Blaubeere und Aronia gefüttert wurden.

Natürliche Vorkommen

Açai-Beere, Holunderbeeren, Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren, rote Johannisbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Kirschen, Sauerkirschen, Blutorangen, Trauben, Rotkohl, Auberginen und sogar Rotwein enthalten Anthocyane in unterschiedlichen Mengen. Über 200 Typen von Anthocanen sind bekannt. Meist stecken die sekundären Pflanzenstoffe in Blüten und Früchten, aber sie kommen auch in Wurzeln und Blättern vor. Aus einem Kilogramm Brombeeren können nur 20g Schale gewonnen werden. Auch wenn kleine Mengen der Flavonoide aufgenommen werden, kann der menschliche Organismus sie gut verwerten. In der Pflanze übernehmen Anthocyane die Funktion von Absorption des kurzwelligen UV-Lichts der Sonne in der äußeren Schale um eine Schädigung der Proteine und Zell-DNA zu verhindern, sie locken durch ihre Farben Tiere an und sorgen so für Verbreitung und nicht zuletzt sollen sie freie Radikale binden, die durch oxidativen Stress entstehen.

Der Farbstoff wurde 1849 erstmals erforscht. Das Anthocyans der Kornblume konnte 1913 von Richard Willstätter isoliert werden und wurde zum Namensgeber einer ganzen Gruppe von Verbindungen. Die meisten Anthocyane leiten sich von Cyanidin und Delphinidin ab.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Bromelain (Bromelin)

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

bromelain
© alex9500 – fotolia.com

Hilfreiches Enzym für die Verdauung

Als Bromelain (auch Bromelin) werden zwei Eiweiß-spaltende Enzyme aus der Familie der Cysteinproteasen bezeichnet. Der Wirkstoff wurde 1891 entdeckt und 1957 erfolgreich aus der frischen Ananas gewonnen und therapeutisch eingesetzt. Sowohl der Stamm der Pflanze als auch die Frucht besitzen eine hohe Konzentration des Wirkstoffs und werden zur Gewinnung genutzt. Bromelain ist beteiligt am Abbau von Fibrin, einem Eiweißstoff im Blut, der die Blutzirkulation vermindern kann. Daher hat Bromelain Wirkung auf die natürlichen Fließeigenschaften des Blutes, es wirkt gerinnungshemmend und auch entzündungshemmend.

Eiweiße zu zerlegen, ist für den Körper kompliziert und der Eiweißstoffwechsel muss störungsfrei funktionieren. Bromelain kann als natürliche Verdauungshilfe Proteine in kleinere Untereinheiten spalten, die vom Körper leichter aufgenommen werden können.

In Industrie und heimischer Küche

Bromelain wird in der Lebensmittelindustrie als Zartmacher für Fleisch eingesetzt, zur Fruchtsaftklärung, zum Stabilisieren von Latexfarben und zur Lederaufbereitung. Gelatine bekommt eine weichere Konsistenz durch den Zusatz von Bromelain. Der eiweißabbauende Effekt von natürlichem Bromelain kann beispielsweise bei einem gelatinehaltigen Tortenguss auf Obstkuchen beobachtet werden, wenn frische Ananasstückchen das Gelieren verhindert oder sich ein bitterer Geschmack einstellt. Bei Dosenananas findet diese Reaktion nicht statt, da Bromelain beim Erhitzen über 50° verloren geht.

Therapeutischer Einsatz von Bromelain

Als Verdauungshilfe wird Bromelain therapeutisch verwendet und kann beispielsweise bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, die normalerweise Verdauungsenzyme bereitstellt, durch seine eiweißspaltenden Eigenschaften die Verdauung unterstützen.

Laut der deutschen Fertigarzneimittelzulassung kann es eingesetzt werden bei akuten Schwellungszuständen nach Operationen und Verletzungen, besonders bei Nase und Nebenhöhlen. Der Wirkstoff kann Schwellungen hemmen und Blutgerinnung hinauszögern.

In Kombination mit einem Antibiotikum gehört Bromelain zum therapeutischen Spektrum der zahnärztlichen Implantologie. Dabei werden meist magensaftresistente Tabletten oder Kapseln verwendet, die den Wirkstoff erst im Dünndarm freisetzen, da das Bromelain sonst im Magen bereits abgebaut wird. Eine Selbstmedikation ohne ärztliche Aufsicht wird nicht empfohlen. In vitro-Studien deuten auf wundheilende und antimetastasische Eigenschaften des Ananas-Wirkstoffs hin. Es werden positive Effekte auf Enddarmveränderungen und verschiedene Arten Krebs vermutet. Als wissenschaftlich belegt können die Studien nicht gelten und eine ausschließlich Therapie mit Bromelain ist keineswegs möglich.

Bromelain findet sich außerdem in zahlreichen Nahrungsergänzungsmitteln und diätischen Lebensmitteln. Mit zunehmendem Alter kann die Fähigkeit des Körpers, Enzyme herzustellen, sich vermindern und Verdauungsstörungen auslösen. Bromelain kann eine unterstützende Verdauungshilfe bieten.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

 

Alfalfa Luzerne

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

alfalfa
© emer – fotolia.com

Vitalquelle und Geheimwaffe

Alfalfa lautet der arabische Name der Luzerne (Medicago sativa), auch Saat-Luzerne, engl. Lucerne, Schneckenklee oder Ewiger Klee genannt. Sie ist eine winterharte Nutzpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceneae), Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Durch symbiotische Knöllchenbakterien (Rhizobien) ist die Luzerne in der Lage Proteine zu bilden, unabhängig vom Stickstoffgehalt im Boden. Sie kommt in Asien, Mittelamerika, Australien und Europa vor. In Mitteleuropa wächst sie am besten auf tiefgründigen und nur mäßig nährstoffreichen Lehm- und Lößböden. Die Luzerne wird seit Jahrtausenden als Futter- und Heilpflanze eingesetzt und gilt als wertvolle Nährstoffquelle. Als Futterpflanze gilt die Luzerne nicht nur ökologisch sondern auch als ökonomisch interessant, denn sie liefert doppelt so viel Protein wie Sojabohnen, verzichtet auf Stickstoffdüngung und bietet Bienen und Insekten eine Nahrungsquelle (Pressemitteilung 28.08.2014, Bayrisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten).

Wirksame Inhaltsstoffe von Alfalfa

Die Araber nannten die Pflanze Alfalfa, was so viel bedeutet wie „Vater aller Nährstoffe“. Unter diesem Namen ist wurde sie auch in Amerika bekannt. Sie enthält viel Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenwirkstoffe und Spurenelemente. Medizinisch wirksam ist die gesamte Alfalfa-Pflanze. Besonders beliebt ist Alfalfa als Sprossengemüse. Außer den Vitaminen A, B1, B6, C, E und K befinden sich in den Keimlingen viel Calcium und Kalium sowie Magnesium, Eisen, Zink und Phosphor und die essentiellen Aminosäuren Tyrosin und Tryptophan. Calcium und Phosphor sind wichtig für gesunde Knochen und Zähne und gelten als förderlich bei Osteoporose oder Rheuma. Die entwässernde Wirkung von Kalium kann helfen, den Wasserhaushalt zu regulieren und reduziert das Risiko von Cellulitis und Übergewicht.

Sekundäre Pflanzenstoffe, die unterschätzte Quelle für Gesundheit

Darüber hinaus schätzen Ernährungswissenschaftler sekundäre Pflanzenstoffe, die wertvolle Antioxidantien und Chlorophyll liefern. Im Keimprozess steigt der Saponin-Gehalt in den Alfalfasprossen schlagartig an und an dieser Substanz sind die Wissenschaftler derzeit besonders interessiert. Es gibt Hinweise darauf, dass Saponine sich nützlich im Darm und damit auf das Immunsystem auswirken, man sagt ihnen die Förderung nützlicher Bakterien nach, wie auch eine Wirksamkeit gegen bestimmte Viren und Pilze. Laut Dr. A. Venketeshwer Rao von der University of Toronto könnten Saponine möglicherweise unterstützend in der Krebsbekämpfung wirksam werden durch vielfach Stärkung des Immunsystems. Saponinen wird eine Hemmung der Cholesterin-Absorption zugesagt und reguliert so den Cholesterinspiegel. Natürliche sekundäre Pflanzenwirkstoffe können gegen freie Radikale wirksam werden und verringern so das Herzinfarktrisiko.

Insbesondere als Chlorophylllieferant macht Alfalfa immer wieder auf sich aufmerksam. Ernährungswissenschaftler haben schon früh auf die gesundheitsförderlichen Wirkungen des grünen Pigments der Pflanzen hingewiesen. Mit Chlorophyll beschäftigten sich mehrere Nobelpreisgewinner, so beispielsweise Dr. Alexis Carrel, der 1912 eine Entgiftungswirkung des Chlorophylls auf die Zellen vermutete. 1915 gelang es Dr. Richard Willstatter, die chemische Struktur von Chlorophyll zu entschlüsseln und erhielt dafür einen Nobelpreis. Fünfzehn Jahre später folgte der Nobelpreis für die Entschlüsselung der chemischen Struktur von Hämoglobin an Dr. Hans Fischer. Der Wissenschaftler zeigte sich überrascht darüber, dass die Struktur von Hämoglobin fast identisch sei mit der von Chlorophyll.

Historische Anwendungen in der Heilkunst

Die traditionelle chinesische Medizin kennt Alfalfa unter dem Namen Zi Mu. Die getrockneten Blätter wurden vorwiegend für Behandlungen des Magen-Darm-Trakts angewendet, bei Nierensteinen, Wassereinlagerungen und Schwellungen. Die Indianer verwendeten Mehl aus den Samen der Luzerne als Mittel zur Blutgerinnung und für Magen-Darm-Erkrankungen. Die Pflanze hat hohe Bedeutung in der ayurvedischen Heilkunst Indiens. Alfalfa soll auch regulierend auf den Säure-Basen-Haushalt wirken, die Leber entgiften, fiebersenkend, blutstillend und appetitanregend sein sowie durch pflanzliche Hormone bei Wechseljahrbeschwerden hilfreich sein. Die Hirnanhangdrüse soll durch den Verzehr von Alfalfa zu einer optimalen Hormonausschüttung angeregt werden. Bereits die Römer setzten auf die Wirksamkeit von Alfalfa gegen Bluthochdruck.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.