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Nierensteine
– was kann helfen?

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Wie äußern sich Nierensteine?

Nierensteine (auch Nephrolithen, Calculus renalis, Nierenkonkrement, Nierengrieß bei vielen kleinen Nierensteinen) sind Harnsteine aus kristallinen Ablagerungen im Nierenbeckenkelchsystem. Kleinere Nierensteine bis zu einem Durchmesser von sechs Millimetern gelangen oft unbemerkt durch den Harnleiter in die Blase und werden von dort mit dem Urin ausgeschieden.
Eine schmerzhafte Nierenkolik verursachen die größeren Nierensteine, wenn sie sich im Harnleiter festklemmen und es zu krampfartigen Muskelanspannungen kommt. Wellenartige Schmerzen im Unterleib sind die Folge. Durch die Verstopfung der Harnröhre kann es zu Urinstau kommen und die Niere kann Schaden nehmen. Möglich sind auch Blutspuren im Urin.

Komplikationen

Es kann zu einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kommen oder einer Harnvergiftung im Blut (Urämie).

Wie entstehen Nierensteine?

Wenn Salze und andere Harnbestandteile im Urin nicht mehr löslich bleiben und anfangen, Kristalle zu bilden, spricht man von Nierensteinen. Es gibt sie in unterschiedlichsten Formen und chemischen Zusammensetzungen.
Die Bildung von Nierensteinen kann viele Ursachen haben. Die steinbildenden (lithogenen) Harnbestandteile können unter anderem durch Flüssigkeitsmangel zunehmen, durch Gicht, zu viel Kalziumphosphat bei gestörter Nierenfunktion oder Infektionserkrankungen.

Medizinische Methoden

Schulmedizinisch gibt es eine ganze Reihe von Therapien, die zum Ziel haben, den Nierenstein zu entfernen. Eine Zertrümmerung durch Stoßwellen, Laser oder Ultraschall mit oder ohne eingeführtem Endoskop oder Röhre soll für kleine Stückchen sorgen, die auf natürlichem Wege ausgeschwemmt werden können.
Hinzu kommen mechanische Entfernungsmethoden mit Sonden, Zangen oder Schlingen.

Das kann helfen bei Nierensteinen

Wenn ein Patient bereits Nierensteine ausgebildet hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er erneut Nierensteinen bekommt. Deshalb ist es wichtig, auf die Ernährung zu achten, um das Risiko möglichst zu minimieren.

Regel Nr. 1 – Trinken

Viel trinken, so lautet die Regel Nummer 1. Es sollten täglich mindestens 2,5 Liter Urin ausgeschieden werden. Geeignet sind Wasser oder Kräuter- oder Früchtetees.
Cystinstein-Bildner sollten sehr viel Wasser trinken, mindestens drei Liter täglich, davon einen Liter in der Nacht. Dadurch kann die Konzentration von Cystin im Harn gesenkt werden.

Regel Nr. 2 – Essen

Der Gehalt an steinbildenden Substanzen wie Citrat, Creatinin, Kalzium, Natrium, Harnsäure und Oxalat sollte ärztlich geprüft werden. Entsprechend sollten ernährungsphysiologische Konzepte angewendet werden.

Wissenswertes zu Kalzium

Früher wurde empfohlen, Kalzium zu meiden. Inzwischen hat man herausgefunden, dass es schadet, Kalzium ganz wegzulassen.
Eine kalziumreiche Ernährung kann beispielsweise das Oxalat bereits im Darm binden, so dass es gar nicht mehr in hoher Konzentration in die Nieren gelangt und dann im Harn Kristalle ausbilden kann. Oxalat-Steinbildner sollte daher Milchprodukte zu sich nehmen und andere kalziumhaltige Lebensmittel.
Medikamente zur Neutralisierung der Magensäure (Antazida), die auch Kalzium enthalten, sollten aber vermieden werden.

Diese Lebensmittel meiden

  • Folgende oxalatreiche Lebensmittel sollten unter anderem vermieden werden: Kaffee, Cola, Tee, Weizenkleie, Erdbeeren, Rhabarber, Spinat, Schokolade und Nüsse sowie nicht fermentierte Sojaprodukte.
  • Säuernde Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Geflügel enthalten eine große Konzentration an Purinen und sind daher nicht zuträglich. Der Abbau der Purine senkt den ph-Wert im Urin zu stark.

Heilkraft der Pflanzen

  • Die Hausmedizin kennt einen Tee zur Auflösung von Nierensteinen aus Echtem Labkraut oder Löwenzahnwurzeln. Der Abtransport auf natürlichem Wege soll erleichtert werden.
  • Entkrampfend und entzündungshemmend soll ein Heiltee aus Echtem Katzenbart oder Goldrute (Orthosiphon) wirken. Dadurch entsteht ein schmerzlindernder Effekt.

Zitrone

  • Positiv wirkt sich offenbar Kaliumcitrat aus, ein Kaliumsalz der Zitronensäure, das es in Pulverform gibt. Auch purer Zitronensaft hat bereits positive Effekte gezeigt. Gegen Harnsäure-Nierensteine und Kalziumsteine scheint Citrat als vorbeugende Massnahme gut zu greifen, nicht jedoch bei Oxalatsteinen.
  • Citrat, das Salz der Zitronensäure, vermag die Säure im Urin abzupuffern und kann steinbildendes Kalzium binden.

Positive Mineralstoffe

Essentielle Mineralstoffe wie Magnesium sind an Hunderten von biochemischen Stoffwechselprozessen beteiligt. Unter anderem ist es wichtig bei der Aufnahme von Kalzium und kann beitragen, überschüssiges Kalzium abzupuffern. Diese beiden komplementären Stoffe sollten im Verhältnis von 2:1 Magnesium Kalzium stehen. Magnesium ist enthalten in grünem Blattgemüse, Bohnen, Kürbiskernen und Avocados.

Bewegung und Kalzium

Bewegung gehört mit zu den Kalzium-bestimmenden Faktoren, denn wer wenig Bewegung hat, dessen Knochen setzen mehr Kalzium frei.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Blasenentzündung, Harnwegsinfekt
– was kann helfen?

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Wie äußert sich Blasenentzündung?

Schmerzhaftes Brennen beim Wasserlassen (Dysurie), ständiger Harndrang (Pollakisurie) – auch bei leerer Blase – und Unterleibschmerzen, das macht eine Blasenentzündung so unangenehm. Frauen sind statistisch deutlich häufiger davon betroffen als Männer. Erst ab einem Alter von sechzig Jahren verteilt sich das Risiko gleichermaßen auf beide Geschlechter.
Der medizinische Begriff für Blasenentzündung oder Harnwegsinfektion ist akute Zystitis (auch Cystitis). Die Entzündung der Harnblase kann in schwereren Fällen auch mit Blut im Urin einhergehen (Hämaturie) oder Trübung und Geruchsveränderung des Urins.

Komplikationen

Wenn eine Blasenentzündung nicht vollständig abheilt, kann sie auf den Harnleiter übergreifen. Chronische Harnwegsinfektion oder gar Nierenbeckenentzündung mit hohem Fieber und gesteigertem Risiko für eine Blutvergiftung können die Folge sein.

Wie entsteht eine Blasenentzündung?

Die häufigste Ursache für Blasenentzündung sind Escherichia coli-Bakterien, die normalerweise in der Darmflora vorkommen. Seltener sind Viren oder Pilzinfektionen der Auslöser.
Intimhygiene ist daher unerlässlich – auch beim Sexualpartner. Bereits ein Reinigen von hinten nach vorne nach dem Stuhlgang (falsche Wischrichtung) kann die Bakterien zum Harnröhre transportieren und eine Infektion in der Harnblase auslösen.
Häufiger Geschlechtsverkehr begünstigt eine Infektion. Dauerkatheter, Stoffwechselerkrankungen, Diabetes mellitus und diverse Vorerkrankungen können zu Blasenentzündung führen. Auslöser können auch psychischer Stress oder Schwangerschaft sein.

Das kann helfen bei Blasenentzündung

Häufig verschreibt der Arzt ein Antibiotikum. Das ist sinnvoll, wenn Bakterien die Erreger sind. Gegen Viren oder Pilzinfektionen dagegen hilft ein Antibiotikum nicht. Oft helfen Antibiotika gar nicht mehr, weil sie viel zu oft und gedankenlos verschreiben werden. Lesen Sie hierzu: Mensch versus Bakterien

Das Hausmittel Nr. 1

Zunächst kann geprüft werden, ob das uralte Hausmittel „viel trinken“ hilft. Eine große Trinkmenge von bis zu drei Litern täglich kann die Erreger mit dem gebildeten Urin auf natürlichem Wege aus der Blase spülen. Geeignet sind Wasser und Kräutertees.

Pflanzliche Heilwirkung

Senföle aus Meerrettich und Kapuzinerkresse sind für ihre heilende Wirkung bei Blasenentzündung bekannt und haben in Studien auf gute Wirksamkeit hingedeutet. Saft aus Preiselbeeren und Cranberry-Beeren gelten besonders in der Vorbeugung für wirksam, da ihre Wirkstoffe einer Ansiedlung von Keimen in der Schleimhaut entgegenwirken können.
Eine finnische Studie veröffentlichte 2002 Ergebnisse zu Blasenentzündungstherapie, bei denen durch die ernährungsphysiologische Gabe von Preiselbeersaft und Cranberrysaft der Einsatz von Antibiotika bei Frauen im Durchschnittsalter von 30 Jahren signifikant gesenkt werden konnte und die Rückfallquote einer erneuten Infektion stark abgesenkt wurde.

Mehr Phytotherapie

Zahlreiche Kräutertees, Frischpflanzenpresssaft oder Urtinktur enthalten zur Therapie gegen Blasenentzündung meist die erprobten Zutaten wie Goldrutenkraut, Schachtelhalm, Erdrauchkraut, Kamille, Brennnesselblätter oder Birke. Die keimhemmenden und antientzündlichen oder harntreibenden und krampflösenden Wirkstoffe stehen dabei im Vordergrund.

Immunabwehr stärken

Grundsätzlich sind die Schleimhäute ständig im Einsatz für die Abwehr von Keimen und Krankheitserregern. Wenn sie gut versorgt sind mit Vitaminen, ungesättigten Fettsäuren, Mineralstoffen und Spurenelementen können sie diese Aufgaben besser bewältigen.
Vitamin C, A, D und E können hilfreich sein. Sie wirken antioxidativ und stimulieren wichtige Stoffwechselprozesse. Magnesium, Eisen und lebensnotwendige Spurenelemente wie Zink und Selen beeinflussen die Immunabwehr positiv. Viele biochemische Prozesse können nicht ohne Zink in Gang gebracht werden. Die entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren können auch vorbeugend genommen werden.

Kein Kaffee oder Alkohol

Reizarme Kost ist die beste Vorbeugung und Genesungsstrategie. Kaffee und Alkohol sollte vermieden werden.

Säure-Basen-Haushalt

Ein saurer Urin kann die Blasenschleimhaut reizen. Basische Lebensmittel mit viel Obst und Gemüse sollten Fleisch und Fisch daher vorgezogen werden. In einem basischen Milieu können sich Bakterien weniger gut ansiedeln.

Homöopathische Mittel

Erfolge gegen Blasenentzündung wurden auch durch homöopathische Arzneimittel erzielt. In Absprache mit dem Arzt oder Therapeuten sind Sarsaparilla, Cantharis oder Dulcamara beliebte Mittel der Wahl. Je nach individueller Ausrichtung sind auch Kombinationen möglich.
Für gewöhnlich werden die Globuli drei Mal halbstündlich, dann drei Mal stündlich, danach alle zwei bis drei Stunden und am Folgetag morgens, mittags und abends gegeben.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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