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Natürliche Mittel gegen Verdauungsbeschwerden

verdauung
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Ob Darmgrippe, Norovirus-Infektion oder Magenverstimmung – Heilpflanzen wie Ingwer, Lakritz und Pfefferminz können viele Beschwerden lindern. Probiotika in Form von Joghurt und andere fermentierte Lebensmittel sind ebenso hilfreich.

Ingwer

Ingwer unterstützt die Verdauung auf ganz natürliche Weise. Er beruhigt bei Übelkeit, kann Reisekrankheit lindern und bei Schwangerschaftserbrechen Erleichterung verschaffen. Ingwerwurzeln können roh, getrocknet oder als Tee konsumiert werden. Es werden auch Ingwerkapseln und Kautabletten angeboten. Achten Sie jedoch hier auf das BIO-Siegel.

Lakritz

Die Lakritz-Wurzel ist bekannt für ihre antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Als Hausmittel bei Verdauungsbeschwerden wirkt sie leicht abführend. Kaufen können Sie die Lakritz-Wurzel in Spezialgeschäften. Als Tee oder zuckerreduziertes Bonbon wirkt Lakritze jedoch auch.

Joghurt

Bei Magenverstimmungen können die guten Bakterien im Joghurt helfen. Achten Sie beim Einkauf jedoch auf Natur-Joghurt mit lebendigen Kulturen. Gezuckerte oder aromatisierte Sorten enthalten oft nicht genug Probiotika, um überhaupt wirksam zu sein. Nehmen Sie täglich Joghurt zu sich und stärken Sie so Ihre Immunabwehr und Ihre Verdauung.

Beruhigende Tees

Bei akuten Verdauungsbeschwerden  sind warme Tees aus Pfefferminze und Kamille hilfreich. Pfefferminze löst Verkrampfungen, befreit von Blähungen und mindert Übelkeit und Brechreiz. Kamille wirkt beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt und die Nerven. Sie kann auch zu besserem Schlaf verhelfen. Bei Durchfall-Erkrankungen helfen die Tannine im schwarzen Tee.

Kümmel

Dieses Gewürz ist auch eine effektive Heilpflanze. Zur Förderung einer gesunden Verdauung kann Kümmel bei Darmkrämpfen, Fettverdauungs-Problemen, Koliken, Magenkrämpfen und Völlegefühl eingesetzt werden. Die häufigste Art, Kümmel als Heilpflanze anzuwenden ist der Tee. Aber es existieren auch Tinkturen oder Pulver zum Einnehmen. Die Samen können auch einfach gekaut oder in der Küche als verdauungsförderndes Gewürz angewendet werden.

BRAT-Diät

Bei Beschwerden mit der Verdauung sollte die Nahrung reduziert werden, damit der Darm nicht zusätzlich belastet wird. Ein altes Hausmittel ist die BRAT-Diät: Bananen, Reis, Apfelmus und Toast. Diese leichte Mahlzeit fördert die Verdauung ohne zu belasten. Bei dem Weizen im Toastbrot scheiden sich die Geister. Es wird empfohlen ihn durch weißen Reis in Bio-Qualität zu ersetzen. Vollkorn-Naturreis ist in diesem Falle nicht so gut, weil er etwas schwer verdaulich ist.

Geriebener Apfel

Ebenfalls ein Hausmittel aus Omas Zeiten ist der geriebene Apfel. Um die Schadstofflast im Körper zu reduzieren ist es ratsam, möglichst sauberes Essen zu sich zu nehmen. Frische Bio-Äpfel, roh gerieben und ohne Zugabe von Zucker, ist eine sehr gut verdauliche kleine Mahlzeit.

Stampfkartoffeln

Kartoffeln enthalten viele darmgesunde Ballaststoffe. Gekochte und zerstampfte Kartoffeln können deshalb bei Verdauungsbeschwerden helfen.

Viel Flüssigkeit

Das A und O bei Verdauungsbeschwerden ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Durch Erbrechen und Durchfall verliert der Körper sehr viel Flüssigkeit, die durch warme Getränke, verdünnte Fruchtsäfte, Gemüsesuppe oder Brühe ersetzt werden sollte.

Bleiben Sie gesund!

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Kurkuma auch gegen Krebs?

kurkuma
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Heilkräftiges Gewürz

Kurkuma ist nicht nur ein hochgeschätztes Gewürz mit wunderbarem Geschmack und satter, gelber Farbe – seit Jahrtausenden ist bekannt, dass Kurkuma auch gut für die Gesundheit ist. Neueste Studien belegen nun, dass Kurkuma auch das Potenzial hat, bei der Behandlung bestimmter Krebsformen die Chemotherapie zu ersetzen. Kann ein Gewürz sogar eine Bestrahlungen überflüssig machen?

Forschung

Wenn es auf Zellebene darum geht Tumorwachstum und die Ausbreitung einer Krebserkrankung zu verhindern, dann kann Kurkuma ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen den Krebs sein.

„Aktiver Wirkstoff in der Kurkuma ist eine Verbindung namens Kurkumin.
Studien haben gezeigt, dass Kurkumin hilft, mehrere Formen von Krebs zu verhindern,
darunter Brust-, Lungen-, Magen-, Leber- und Darmkrebs.
Das hängt mit den entzündungshemmenden und antioxidanten Eigenschaften des Kurkumins zusammen. Kurkumin stoppt die Entwicklung von Krebs, weil es die Zellsignale der chronischen Krankheit stört.“
(TheTruthAboutCancer.com)

Zellsignale werden gestört

Die Fähigkeiten des Kurkumins besteht darin, dass es Gene anregt, Tumore zu unterdrücken: Somit können auch Metastasen verhindert werden. Der natürliche Wirkstoff in Kurkuma, das Kurkumin, unterdrückt das krebsfördernde Enzym COX-2. Damit stört es die Versorgung der Krebszelle mit Blut. Kurkumin steht auch im Verdacht Lymphomzellen abzutöten und zu verhindern, dass Krebs-Stammzellen nachwachsen.

„Die Studie beschreibt die große Bandbreite molekularer Mechanismen, von denen wir bislang wissen, dass Kurkumin auf diesen Wegen Krebsstammzellen angreift. Krebsstammzellen findet man in einer Tumorkolonie, wo sie eine kleine Unterpopulation sich selbst erneuernder Zellen bilden. Nur sie sind imstande, alle anderen Zellen zu bilden, die einen Tumor ausmachen. Dadurch sind Krebsstammzellen die tödlichsten tumorfördernden aller Zellen. Sie sind resistent gegen Chemotherapie, gegen Bestrahlung, und es ist möglich, dass sie durch einen chirurgischen Eingriff zu vermehrter Aktivität angeregt werden. Gemeinhin gelten sie als verantwortlich für das Wiederaufbrechen von Tumoren und für das Scheitern herkömmlicher Behandlungsansätze.“
(GreedMedInfo.com)

Befürchtungen für den Einsatz von Kurkuma

Die Natur hat hier ein potentielles, natürliches Heilmittel gegen eine Krankheit parat, an der die Pharmaindustrie nichts verdienen kann. Ähnlich wie bei Marihuana befürchten nun einige Wissenschaftler, dass auch Kurkuma verboten werden könnte.
Sobald sich natürliche Heil- und Präventivmittel als wirkungsvoll erweisen, beginnt normalerweise ein marktwirtschaftlicher Prozess: Entweder die Pharmaindustrie schafft es, dieses Mittel zu synthetisieren und unter Patent zu stellen, oder sie versucht die Wirksamkeit kleinzureden und die Anwendung zu verhindern.
Es ist traurig, dass das Gewinnstreben immer wieder Vorrang vor nebenwirkungsfreien Naturheilmitteln hat.

Kurkuma auf dem Speiseplan

Kurkuma ist vielseitig einsetzbar und lässt sich wunderbar in Ihren Speiseplan integrieren. Nicht nur im Currygericht kann Kurkuma seinen Platz finden, auch in Suppen, Fleischgerichten, in Reisgerichten und Eintöpfen. Kurkuma würzt Eier und Kartoffeln und ist auch eine gesunde Note in Smoothies!

In Kombination mit schwarzem Pfeffer verstärkt sich die Wirksamkeit des Kurkumas sogar noch. Bei Nahrungsergänzungen sollten Sie deshalb darauf achten, dass auch Piperin, der Bestandteil des schwarzen Pfeffers enthalten ist.

Vielzahl von Beschwerden

In den tropischen Regionen Asiens wird Kurkuma bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt. Unter anderem bei Zahnschmerzen, Brustbeschwerden, Infektionen der Harnwege, Blähungen, Gelbsucht, Menstruationsbeschwerden, blauen Flecken, Blutungen und Koliken.

Quellen

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Koriander (Cilantro)

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koriander
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Bezugsquelle: Cilantro

Ein Gewürz, das mehr kann

Koriander, bzw. der Echte Koriander (Coriandrum sativum) ist eine Gewürz- und Heilpflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Er ist in der Literatur auch als arabische Petersilie, asiatische Petersilie, chinesische Petersilie, indische Petersilie, Schwindelkorn oder Wanzenkümmel zu finden. Die Ähnlichkeit seiner gefiederten Blätter mit denen der Petersilie erklärt einige dieser Namen. Die Pflanze stammt aus dem Mittelmeergebiet und dem Vorderen Orient. Als einjährige Kulturpflanze ist sie auch heimischen Gärten beliebt.

Hauptsächlich wird Koriander als Gewürzmittel, Likörzusatz und wichtige Zutat in Currypulver verwendet. Aufgrund seines ätherischen Öls wird Koriander auch in Kosmetika eingesetzt. Seit dem Altertum ist Koriander auch als Heilpflanze bekannt.

Inhaltsstoffe

Die wirksamen Inhaltsstoffe sind in den Früchten enthalten. Korianderöl aus den kugelförmigen Samen enthält als ätherisches Öl reichlich Linalool (60 bis 70 Prozent) sowie Geraniol, Limonen, Geranylacetat, Borneol, Kampfer, Gamma-Terpine und Alpha-Pinen. Weitere Öle sind Petroselinsäure, Palmitinsäure und Ölsäure. Außerdem gehören Cumarine zu den Bestandteilen. Der typische Koriandergeruch wird vor allem von Aldehyden verantwortet.

Seit 7.000 im Gebrauch

Der Gebrauch von Koriander ist uralt, vermutlich seit 7.000 Jahren. Korianderfrüchte wurden bereits im Grab von Tutenchamun gefunden und sie sind auf einer Tontafel des babylonischen Königs Marduk-apla-iddina II verzeichnet. Seither wird Koriander als Gewürz- und Heilpflanze verwendet, seit dem 20. Jahrhundert auch in unseren Breiten. In Europa spielen die Samen in der Küche eine größere Rolle, in der asiatischen und portugiesischen Küche eher die grünen, scharfbitteren Blätter. In Thailand wird die Wurzel wie Petersilie verwendet.

Pflanzenheilkunde

Koriander wirkt durch die ätherischen Öle in den Samen appetitanregend und verdauungsfördernd. Den Inhaltsstoffen wird eine krampflösende Wirkung zugeschrieben (Spasmolytikum). Gegen Blähungen (Karminativum) und bei Magen- und Darmbeschwerden ist daher Koriander ein beliebtes Mittel in der Pflanzenheilkunde.

Im Vergleich zu Kümmel oder Fenchel wirkt Koriander eher schwächer. Für seine Wirkung ist wichtig, dass das Öl aus den Samen gequetscht wird oder die Früchte zerrieben werden, denn sie sind nicht wasserlöslich.

Bereits in der Antike galt Koriander zusätzlich als Antiwurmmittel. Und auch heute kennt die Volkskunde die Pflanzenkörner als Mittel zur Behandlung gegen Würmer. In der Homöopathie wird Koriander ebenfalls eingesetzt.

Manche Menschen reagieren empfindlich

Das typische Korianderaroma wird manchmal mit Wanzen verglichen. Verantwortlich für den Geruch sind Aldehyde, die auch in Seifen vorkommen können. Manche Menschen, die das Aroma nicht gewohnt sind, reagieren mit instinktiver Abneigung. Aufgrund der ätherischen Öle soll das Korianderöl nicht bei Säuglingen oder Kleinkindern eingesetzt werden, denn es kann im Zweifel Atemnot auslösen.

Allergiker können empfindlich auf Koriander reagieren. Sehr empfindliche Menschen können unter Sonneneinwirkung photoallergische Hautreaktionen von Koriander bekommen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Lactobazillus
(Lactobacillus acidophilus)

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Wichtiges Bakterium für die Darmgesundheit

Lactobazillus lautet der eingedeutschte Name des Lactobacillus, der zusammen mit anderen Bakteriengattungen zu den Milchsäurebakterien gehört. Wie der Name schon andeutet, können Milchsäurebakterien durch Gärung Milchsäure erzeugen.

Die Arten des Lactobazillus werden in der Lebensmittelindustrie für Milchprodukte verwendet und auch in der Bierspezialität Berliner Weiße. Durch die Besiedlung des menschlichen Magen-Darm-Traktes ab der kann der Lactobazillus viel Gutes für eine funktionierende Darmflora ausrichten.

Lactobazillus in der Darmflora

Lactobazillus ist ein natürlicher Bestandteil der gesunden Darmflora des Menschen und unterstützt das Immunsystem und die Verdauung. Der Darm mit seiner großen Oberfläche ist dem Angriff vieler Krankheitskeime ausgesetzt. Durch die Milchsäure wird das Milieu im Darm angesäuert, was für viele Krankheitserreger verdrängend wirkt. Gerade bei Durchfall und Blähungen kann oftmals Lactobazillus hilfreich wirken. Die Ansäuerung kann zudem impulsgebend auf den Ausscheidungsprozess wirken.

Zu den festen Darmsiedlern gehören Lactobacillus salivarius und Lactobacillus ruminis. Weitere Arten des stäbchenförmigen Lactobazillus können ebenfalls partiell auftreten.

Der Laktobazillus kann in der weiblichen Scheide beitragen, Krankheitskeime zu bekämpfen.

Hinweis

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Wermut
(Artemisia absinthium L.)

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wermut
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Wermut für die Verdauung

Wermut oder Wermutkraut (Artemisia absinthium) besitzt einen hohen Gehalt an Bitterstoffen, insbesondere das aromatische Absinthin. Seit dem Altertum ist die krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) als Heilpflanze bekannt. Heute wird sie vor allem mit Appetitanregung und Magen-Darm-Beschwerden in Verbindung gebracht wie Blähungen aber auch Gastritis und Verdauungsförderung. Wermut ist auch unter dem Namen Bitterer Beifuß bekannt. Sein Aroma fungiert als Namensgeber eines populären Magenbitters.

Inhaltsstoffe

Die aromatische Pflanze kann bis zu 0,4 Prozent an Bitterstoffen aus der Gruppe der Serquiterpenlactone enthalten. Die vorherrschende Komponente ist Absinthin neben ätherischen Ölen. Man geht außerdem von diversen Flavonoiden und geringen Mengen an Polyacetylenen aus.

Wirkung von Wermut

Die Aufnahme von Wermut wirkt durch die enthaltenen Bitterstoffe anregend auf die Produktion der Verdauungssäfte: Speichel, Magen- und Gallensäfte. Das hat zur Folge, dass der Appetit und die Verdauung angeregt werden. Bei Verdauungsbeschwerden bis hin zu Blähungen kann dieser Effekt hilfreich wirken. Von der Bitternis des Wermut rührt höchstwahrscheinlich der „Wermutstropfen“ im Sprichwort.

Absinthtrinker

Als Aromastoff wird Wermut dem Magenbitter Absinth beigesetzt, auch bekannt als „die grüne Fee“. Berühmte Künstler des 18. und 19. Jahrhunderts wie Picasso oder Toulouse-Lautrec haben auch die Nebenwirkungen zu spüren bekommen, die nicht dem Alkohol sondern dem Wermut geschuldet waren. Das ätherische Öl Thujon im Absith wirkte bei dauerhaftem Genuss der Spirituose giftig und griff das Nervensystem an. Krämpfe, Lähmungen, Bewusstseinsstörungen und am Ende irreversible Hirnschäden waren die Folge. Diese Schädigung des Gehirns wurde „Absinthismus“ genannt und führte 1910 zu einem Verbot des Magenbitters. Auch wenn seit 1998 Absinth wieder im Handel ist, sollte der Genuss maßvoll erfolgen.

Der jungfräulichen Artemis geweiht

Im antiken Griechenland war die Pflanze der jungfräulichen Göttin Artemis geweiht. Wermut wurde verwendet gegen Menstruationsbeschwerden und um Verdauung und Appetit anzuregen. In Ägypten war sie der Göttin der Fruchtbarkeit Bastet geweiht und wurde auch für Liebeszauber angewendet. Noch im Mittelalter beschrieb Hildegard von Bingen die Wirkkraft von Wermut für äußerliche Anwendungen. Die Pflanze galt im Volksglauben als Abwehrschutz gegen Hexerei. Motten im Schrank vertreibt das aromatische Kraut ebenfalls.

Achtung

Wermut sollte nicht zu Medikamenten eingenommen werden, die zu einer Absenkung der Krampfschwelle führen. Wermut kann durch das Thujon in den ätherischen Ölen die Nebenwirkung eines Krampfgiftes und Nierenschädigung entwickeln, insbesondere bei Überdosierung.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Studentenblume (Tagetes)

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studentenblume
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Sonnengelbe Blütenköpfe

Die Studentenblume (Tagetes) wird auch türkische Nelke oder Sammetblume genannt. Sie gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Der Name Tagetes leitet sich ab von dem etruskischen Halbgott Tages.

Aus Mexiko in heimische Blumentöpfe

In der Gattung existieren rund 50 bis 60 Arten, die ursprünglich aus Mexiko und Mittelamerika stammen. Heute sind Tagetes in Europa als sommerliche Balkonkastenbepflanzung und Schnittblume sehr beliebt. Die Blüten fallen durch eine sonnige Farbe und einen relativ unangenehmen Geruch auf. Die Studentenblume enthält einen gelben Farbstoff, der unter der Bezeichnung E161b in der Lebensmittelindustrie und als Futtermittelzusatz eingesetzt wird.

Inhaltsstoffe

Aufgrund ihres hohen Gehalts des Pflanzenfarbstoffes Lutein werden Tagetes zu pharmazeutischen Zwecken angebaut. Das Carotinoid Lutein besitzt große Bedeutung für das scharfe Sehen.

Sekundärer Pflanzenstoff fürs Auge

Bei Lutein-Mangel kann eine Macula-Degeneration auftreten. Im gelben Fleck (macula lutea) der Netzhaut im menschlichen Auge ist Lutein zusammen mit Zeaxanthin in besonders konzentrierter Form gespeichert und ist beteiligt am Sehvorgang und dem Zellschutz. Es handelt sich um ein sehr starkes Antioxidans.

In der Behandlung von Macula-Degeneration können mit Lutein positive Effekte verbucht werden. Vorbeugend kann Lutein das Risiko, an grauem Star oder anderen Augenkrankheiten zu erkranken, reduzieren.

Weitere Anwendungen

Durch seine antioxidativen Eigenschaften kann Lutein aus der Tagetes dem Alterungsprozess der Haut und der Zellen entgegenwirken.

In Lateinamerika gilt die Tagetes als volksmedizinisches Hausmittel bei Durchfall, Blähungen, Verdauungsstörungen und Koliken. Bei fiebrigen Erkältungskrankheiten kommen die Blüten und Blätter zum Einsatz. Das ätherische Öl aus Tagetes besitzt offenbar antiinsektizide, entzündungshemmende und pilzhemmende Eigenschaften.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Lavendel (Lavandula)

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lavendel
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Mehr als nur Zierpflanze

Der echte Lavendel (Lavandula angustifolia oder Lavandula officinalis oder auch Lavandula vera) ist eine Duft- und Heilpflanze aus der Gattung der Lavendel (Lavandula). Vom Theophrastus-Naturheilverein wurde der Echte Lavendel als „Heilpflanze des Jahres 2008“ ausgezeichnet.

Rundum geschätzt

Ursprünglich ist der Lavendel im Mittelmeerraum beheimatet. Nördlich der Alpen führten ihn Benediktinermönche ein. Heute ist er als ausdauernde und winterharte Zierpflanze aus den heimischen Gärten nicht mehr wegzudenken.

Für seine Duftstoffe wird der Lavendel in der Parfüm- und Kosmetikherstellung genutzt, die Imker wissen ihn um des hohen Zuckergehalts im Nektar zu schätzen und als wirksam bei Unruhezuständen kann Lavendel pharmazeutisch eingesetzt werden. Das Europäische Arzneibuch schreibt dabei einen Gehalt von mindestens 13 Ml/Kiogramm ätherische Öl für die Blütendroge vor.

Inhaltsstoffe

Die wirksamen Inhaltsstoffe sind überwiegend Linalylacetat, Linalool, Campher und Cineol sowie Monoterpenole, Monoterpene, Sesquiterpene, Ketone und Oxide.

Darreichungsformen

Lavendelblüten können innerlich und äußerlich angewandt werden. Als wirksam gelten die Lavendelblüten (Lavandulae flos) und das ätherische Öl, das aus den Blüten durch Wasserdestillation gewonnen wird (Lavandulae aetheroleum). Aus ungefähr 120 Kilogramm Blütenrispen lassen sich rund ein Kilogramm des kostbaren Öls gewinnen. Alkoholische Lösungen werden oftmals zur Insektenabwehr eingesetzt. Lavendelsäckchen mit getrockneten Blüten sind beliebt gegen Motten im Schrank. Schlafkissenfüllungen können ebenfalls Lavendelblüten enthalten. Bäder mit Lavendelessenzen oder Blüten sollen positiven Einfluss auf funktionelle Kreislaufstörungen haben und wirken als Beruhigungsbad.

Heilwirkung

In der Aromatherapie wird die beruhigende Wirkung des Öls eingesetzt. Medizinisch können Lavendelblüten bei innerer Unruhe, nervöser Erschöpfung, Einschlafstörungen und eventuell sogar bei Angststörungen hilfreich sein. Nervöse Magen-Darm-Störungen können unter Umständen von Lavendelanwendungen profitieren. Lavendelöl wird zum Einreiben verwendet, wenn rheumatische Beschwerden gelindert werden sollen. Es vermag unter Umständen Hefe- und Fadenpilze abzutöten, die Nagelpilzinfektionen auslösen können. Lavendelöl wird manchmal als antibakterielle Zutat zu Gurgelwässern verwendet.

In der Homöopathie gilt Lavendel als eine Seelenpflanze, die Klärung, Ruhe und Nervenstärke verbreitet und so die Aufnahmebereitschaft für Neues unterstützen soll. Ein Tee aus Lavendelblüten soll gegen Blähungen und Magen-Darm-Beschwerden hilfreich sein. Während Lavendelöl den Appetit eher hemmen soll, wird dem Tee aus den Blüten eine appetitanregende Wirkung zugesprochen.

Lavandin

Lavandin ist eine Pflanze, die mit dem Echten Lavendel verwandt ist. Sie ist ergiebiger aber duftschwächer und wird vielfach als günstige Basis für preiswertere, lavendelduftende Öle und Essenzen verwendet.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Kamille (Matricaria chamomilla)

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kamille
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Natürliches Beruhigungsmittel

Echte Kamille (Matricaria chamomilla) ist eine Heilpflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist in ganz Europa verbreitet. 1987 wurde sie vom Verband Deutscher Drogisten (VDD) zur ersten „Arzneipflanze des Jahres“ gewählt. Die Echte Kamille ist auch „Heilpflanze des Jahres“ 2002.

Allein in Deutschland herrscht eine Nachfrage nach der Heilpflanze von rund 5.000 Tonnen pro Jahr. Die Echte Kamille wird in vielen Ländern angebaut.

Inhaltsstoffe

Für die arzneiliche Nutzung besonders relevant ist das ätherische Öl. Daneben spielen Flavonoide wie Quercetin, Lutein oder Rutin eine Rolle sowie unter anderem Anissäure, Kaffeesäure, Vanillinsäure und Syringasäure.

Kamilleblüten getrocknet und frisch

Als pharmazeutische Droge darf nur das Blütenköpfchen gehandelt werden (Matricariae flos). Der Gehalt an ätherischen Ölen muss ist auf mindestens 4 ml pro Kilogramm getrockneter Blüten festgelegt. Kamillenblüten wirken krampflösend, entzündungshemmend und antibakteriell. Deshalb werden sie innerlich als Tee oder Aufguss eingesetzt bei Erkältungen, Magen-Darm-Beschwerden, Magenschleimhautentzündung, Colitis und Menstruationsbeschwerden.

Kamillentee

Im Kamillentee werden Kamillenblüten, Samen und die krautigen Blätter verwendet. Es ist als Beruhigungsmittel und Schlaftee beliebt.

Kamillenöl

In Wasserdampfdestillation wird aus den frischen oder getrockneten Blütenköpfen das Kamillenöl gewonnen. Es enthält ätherische Öle und besitzt eine blaue Farbe durch Chamazulen, das in der Destillation entsteht.

Äußerliche Anwendungen

Äußerlich kann eine Auflage mit Kamillenaufguss bei Entzündungen im Mundbereich helfen, bei bakteriellen Hauterkrankungen auch mit Bädern und Spülungen. Nur im Augenbereich wird von der Anwendung von Kamille allgemein abgeraten, da es zu Reizungen kommen kann.

Inhalationen von Kamillenblütentee können bei Atemwegserkrankungen und Hautproblemen im Gesicht hilfreich wirken.

Allergische Reaktionen sind sehr selten

Selten kann es zu allergischen Hautreaktionen durch Kamille kommen. In der Echten Kamille kommt der hierfür angenommene Auslöser, das Sesquiterpenlacton, nicht vor. Eventuell kann das Cumarin Herniarin verantwortlich für die allergische Reaktion sein.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Grüne Mineralerde

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Entgiftung aus der Hausapotheke

Grüne Mineralerde wird aus eiszeitlichen Lößablagerungen gewonnen und wird für verschiedene Heilanwendungen verwendet. Im Gegensatz zur Braunen Mineralerde, die hitzesterilisiert ist, wird Grüne Mineralerde sonnengetrocknet.

Als Arzneimittel zugelassen ist nur die Braune Mineralerde. „Heilerde“ darf sich laut Arzneimittelgesetz nur die Braune Mineralerde nennen, die von der Firma Luvos vertrieben wird.

Mineralerde wird besonders für seine entgiftenden Eigenschaften geschätzt.

Ein natürliches Geschenk der Erde

Grüne Mineralerde ist ein tonhaltiges, kreideartiges Gesteinspulver, das bei der Verwitterung vulkanischer Asche entstanden ist. Sie enthält das Tonmaterial Montmorillonit, ein Aluminiumhydrosilikat aus der Gruppe der Blätterstruktur-Silikate. Montmorillonit gehört zu den Dreischichtsilikaten. Ein weiterer Bestandteil ist Bentonit.

Anwendungen der Mineralerde

Grüne Mineralerde ist relativ geschmacksneutral, was angenehm für innerliche Anwendungen ist. Sie wird im Hausgebrauch verwendet bei Magen-Darmproblemen wie Durchfall, Verstopfung, Sodbrennen oder Blähungen. Säuren und Fette werden gebunden und ausgeschieden, was den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen kann.

Mineralerde kann Schwermetalle und Giftstoffe binden, beispielsweise auch bei Lebensmittelvergiftungen hilfreich, und zur Entgiftung über den Darm ausscheiden. Die große Oberfläche der Partikel ist dabei förderlich. Für eine Entgiftung wird gerne ein Zusatz von Ballaststoffen gewählt, zum Beispiel Psylliumschalenpulver  und viel Wasser.

Äußerlich angewendet kann sie bei unreiner Haut und Ausschlägen helfen, wirkt wohltuend bei Sonnenbrand, Neurodermitis und Durchblutungsstörungen.

Hinweis

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