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Betain

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betain
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Unterstützung im Fettstoffwechsel

Betain (von lat. beta, die Rübe, Bete) ist ein Derivat der Aminosäure Glycin aus der Gruppe der Betaine. Es kommt in der Zuckerrübe vor sowie in Brokkoli, Spinat, Krustentieren und Muscheln. Hauptsächlich wird es als Nebenprodukt bei der Herstellung von Zucker aus der Melasse der Zuckerrübe (beta vulgaris) gewonnen. Betain ist ein Oxidationsprodukt des Cholins. Dieser wasserlösliche Nährstoff wurde 1864 von dem deutschen Chemiker Friedrich Ludwig Strecker entdeckt und kann seit 1866 auch synthetisch hergestellt werden.

Betain und die Schönheit

Als Zusatz im Shampoo erhöht Betain die Griffigkeit der Haare und erhöht die Festigkeit. In Tensidprodukten wird es als schaumstabilisierender Faktor eingesetzt. In zahlreichen Kosmetikprodukten hilft Betain, die Austrocknung der Haut zu vermeiden.

Gesundheitsförderliche Anwendung

Betain übernimmt im menschlichen Organismus wichtige Funktionen für die Methylisierung im Fettstoffwechsel (Methyl-Metabolismus) und bei der Entgiftung. Betain in Kombination mit Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure soll Homocystein-Werte im Blut verbessern helfen. Dadurch kann ein positiver Effekt bei der Vorbeugung gegen Arteriosklerose und Bluthochdruck oder Herzinfarkt angenommen werden. Studien zur Verbesserung der Beschwerden bei Fettleber durch Betain sind noch nicht genügend gesichert (vgl. Studie an Ratten und Menschen in Review des Medical Center, University of Maryland/Baltimore, 4/1/2002). Betain wird unterstützend zur Behandlung der seltenen Stoffwechselerkrankung Homocystinurie in eingesetzt. Bei Radsportlern soll im Rahmen einer Studie (vgl. J. Int. Soc. Sports Nutrition 9/2012/12) die Einnahme von 2,5 Gramm Betain die Leistungsfähigkeit um 3,3 Prozent im Durchschnitt gesteigert haben. Insgesamt sagt man ihm positive Effekte für Ausdauer und Nervenstärkung nach.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Cordyceps (Cordyceps sinensis)

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cordyceps
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Bezugsquelle: Cordyceps-Extrakt

Heilpilz und Universaltonikum

Cordyceps (Cordyceps sinensis) ist ein Heilpilz, der seit Jahrtausenden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt wurde. Er gehört zur Gattung der echten Schlauchpilze (Pezizomycotina), eine parasitäre Pilzart, die Raupen, Puppen oder Larven befällt. Deshalb wurde er auf chinesisch Dong Chong Xia Cao genannt, was „Winterraupe Sommergras“ bedeutet. Der bevorzugte Wirt des Pilzes ist die Raupe eines Nachtfalters. Bei Befall durch die Spore wird die Raupe infiltriert und schließlich vollständig mit Pilzfäden ausgefüllt. Aus der mumifizierten Außenhaut der Raupe wächst der Fruchtkörper des schlanken aufrechten Schlauchpilzes. Seine Form ohne Hut bildet sich in seinem Namen Cordyceps (lat. für aufgeschwollener Kopf) ab. Cordyceps wächst in 3.000 bis 5.000 Metern Höhe auf den Bergwiesen des Himalaya.

Heilmittel am kaiserlichen Hof

Bereits im Altertum galt der Cordyceps als fast unbezahlbare Rarität. Er war aufgrund seines Preises, der viermal so hoch lag wie der Silberpreis, fast nur am kaiserlichen Hof in China in Verwendung. Auch heute liegt der Preis für ein Kilogramm wildgesammelter Cordyceps um die 2.000 Euro. Chinesische Wissenschaftler starteten daher 1972 ein Zuchtprojekt: Aus 200 Unterarten wurde der Pilz CS4 aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung als die am besten für die Heilwirkung und die kommerzielle Züchtung geeignete Spezies isoliert. Seither kann der Nachfrage durch den gezüchteten Cordyceps besser nachgekommen werden und die Wildform ist geschützt. Er gilt heute als vom Aussterben bedroht.

Mehr als die Summe der Einzelteile

Die Inhaltsstoffe von Cordyceps sind Cordycepin, Nukleotide (Adenosin, Uridin, Guanosin), Polysaccharide, Stereole, D-Mannitol, Fettsäuren, Aminosäuren (Arginin, Tryptophan, Lysin, Tyrosin) sowie Mineralstoffe und Spurenelemente wie Zink, Mangan, Magnesium. Offenbar besteht zwischen den Inhaltsstoffen eine synergetische Wirkung – es handelt sich wahrscheinlich um mehr als die Summe der Einzelinhaltsstoffe, die die heilenden Eigenschaften von Cordyceps ausmacht.

Yin und Yang-Eigenschaften

In der TCM gilt Cordyceps als Tonikum, das Yin (Struktur) nährt und Yang (Funktion) verstärkt. Die Yin-tonisierende Eigenschaft leitet sich ab von der stark antioxidativen Eigenschaft des Pilzes, der das Immunsystem unterstützt. Diese Eigenschaften kommen zum Tragen, wenn das Gleichgewicht gestört ist, beispielsweise durch Krankheit, Alter oder Krebs. Als Yang-stärkend gilt die Eigenschaft des Pilzes, die Energieproduktion der Zellen zu fördern und den Glukosestoffwechsel zu verbessern. In Untersuchungen hat sich gezeigt, dass die Vitalität der Probanden durch Cordyceps erhöht wurde. Bei den chronisch erschöpften, älteren Patienten nahmen bei der Einnahme Schwindelgefühl, Ohrensausen, Mattigkeit und Gedächtnisprobleme ab. Bei gesunden Probanden wurde eine Steigerung der Ausdauer und der maximalen Sauerstoffkapazität bei Belastungen wie beim Radfahren auf dem Hometrainer beobachtet.

Ein uraltes Aphrodisiakum

Cordyceps verbessert die Biosynthese von Steroidhormonen wie Cortisol, Österogen und Testosteron. Da diese Stoffe bei zunehmendem Alter weniger vom Körper produziert werden, gilt der Schlauchpilz als Aphrodisiakum für Männer und Frauen. Mögliche Zusammenhänge werden auch für den Einsatz bei der In-Vitro-Fertilisation bei Kinderwunsch diskutiert. Es scheint Anzeichen zu geben, dass Cordyceps einen direkten Einfluss auf die Qualität der ausreifenden Eizellen und damit einen Erfolg der künstlichen Befruchtung haben könnte.

Krebs

Wissenschaftlich ist noch nicht geklärt, auf welche Weise der Heilpilz das Wachstum von Krebszellen hemmt. Möglicherweise spielen mehrere Faktoren neben der stark antioxidativen Wirkung eine Rolle. In-vitro-Experimente und Tierstudien haben Hinweise auf eine Wirksamkeit gegeben, die die Genesung nach einer Krebsbehandlung positiv unterstützen könnte.

Entgiftung

Die Leberfunktion und insbesondere das Entgiftungssystem der Leber wird durch Cordyceps angeregt. In China wird der Pilz unterstützend bei der Therapie von Hepatitis A, B und C eingesetzt. Virale Leberinfektionen können eingedämmt werden, ebenso degenerative Veränderungen der Leber wie Fibrose oder Zirrhose. In asiatischen Ländern wurde bei einer Untersuchung eine deutliche Verbesserung der Nierenfunktion unter Cordyceps beobachtet.

Gut fürs Herz

Cordyceps wird eine gefäßerweiternde und blutdrucksenkende Wirkung nachgesagt. Der Pilz reguliert den Herzrhythmus und den Cholesterinspiegel im Blutserum. Die Durchblutung des Herzmuskels wird verbessert. Die entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaft des Heilpilzes trägt dazu bei.

Hinweis

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Alanin

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Wichtig für Energiestoffwechsel und Immunsystem

Alanin (abgekürzt Ala oder A) gehört zu den nicht essentiellen Aminosäuren. Das bedeutet, dass es vom menschlichen Stoffwechsel biosynthetisch selbst hergestellt werden kann. Die α-Aminosäure von Alanin tritt chiral auf, also in zwei spiegelbildlichen Formen, man unterscheidet L-Alanin und D-Analin. Speziell von dem L-Alanin (in der Literatur auch unter dem Namen (S)-2-Aminopropansäure oder (S)-Alanin bekannt) soll hier die Rede sein, da es sich um eine proteinogene Aminosäure handelt, die für rasche Energielieferung und den Muskelaufbau von Bedeutung ist. Alaninsynthese spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel zwischen Muskulatur und Leber. Die Aminosäure hilft bei der Energiebereitstellung und bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels. Alanin kommt in Eiweißprodukten vor wie Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukte, aber auch in pflanzlichen Proteinspendern, beispielsweise aus Sojabohnen.

Anwendungsgebiete von Alanin

Bei einer proteinarmen Ernährung über einen längeren Zeitraum kann ein Alanin-Mangel auftreten. Zu Auswirkungen eines Alanin-Mangels existieren nur wenige medizinische Studien, es gibt aber Hinweise darauf, dass zu geringe Alanin-Mengen eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) auslösen können. (vgl. Porcellati F. et al: Effect of the amino acid alanine on glucagon secretion in nondiabetic and type 1 diabetic subjects during hyperinsulinaemic euglycaemia, hypoglycaemia and posthypoglycaemic hyperglycaemia; Diabetologia; 2007; 50; S. 422430). Niedrige Alanin-Werte im Blutserum können auf Hypoglykämie hinweisen. Alanin-Zusätze können hilfreich bei Unterzuckerung wirken, da sie helfen, den Glucosespiegel zu erhöhen, indem die Ausscheidung von Glucagon anregt wird. Dieses Hormon ist der Gegenspieler von Insulin und fördert die Glucoseherstellung aus Aminosäuren (Glukoneogenese). Gleichzeitig kann Alanin bei einem Mangel an Glucosereserven in Kohlenhydrate umgewandelt werden. So wird die Regulierung des Blutzuckerspiegels positiv beeinflusst und der Körper kann genügend Energiereserven zur Verfügung stellen. (vgl. Müller W. A. et al: The effect of alanine on glucagon secretion; J Clin Invest. 1971; 50; S. 2215-2218). Sportler schätzen Alanin, um Muskeln vor vorzeitiger Ermüdung und vor Übersäuerung zu schützen. Alanin wird vom Körper in Carnosin umgewandelt, das Muskelaufbau und Ausdauer unterstützt. Alanin kann das Immunsystem stärken und reduziert das Risiko von Nierensteinen.

In besonders hohen Konzentrationen tritt Alanin Untersuchungen zufolge in der Prostataflüssigkeit auf. Es wird davon ausgegangen, dass es die Vorsteherdrüse möglicherweise vor krankhaften Vergrößerungen schützt. Bei Patienten mit Prostatahyperplasie, verbunden mit Schmerzen beim Wasserlassen, konnte Alanin in Kombination mit weiteren Aminosäuren wie Glutaminsäure und Glycerin die Symptome lindern. Die genaue Wirkungsweise ist noch nicht erforscht, es wird vermutet, dass Alanin bei der abschwellenden Wirkung des Drüsengewebes beteiligt ist. (vgl. Shiga H. et al: Amino acid therapy for hypertrophy of the prostate; Hinyokika Kiyo 1968; S. 625632).

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