Schlagwort-Archive: Augapfel

Alarmierender Anstieg von Kurzsichtigkeit bei Kindern

kurzsichtigkeit_kinder
© Valua Vitaly – fotolia.com

Kurzsichtigkeit schon im Vorschulalter

Computer, iPads, Handys und Videospiele – viele Stunden sitzen wir vor diesen Geräten. Nicht nur die Erwachsenen, sondern auch schon die Allerkleinsten. Verstärkt tritt Myopie oder Kurzsichtigkeit bereits bei sehr jungen Menschen auf, oft schon im Vorschulalter. Augenärzte und Augenoptiker sehen in der zu intensiven Nutzung elektronischer Geräte und der langen Sicht auf Displays den Grund für diese Zunahme.

Rasante Zunahme von Kurzsichtigkeit

Kurzsichtige Menschen können im Nahbereich besser sehen, als Objekte in mittlerer oder größerer Entfernung. Die Augäpfel dieser Fehlsichtigen besitzen oft eine eher eiförmige als runde Form. Diese ovale Form wird mit einem höheren Risiko in Verbindung gebracht an Linsentrübung, Netzhautablösung oder Grünem Star zu erkranken.

Mark Jacquot, Augenoptiker und Direktor von LensCrafters, sieht in unserer Lebensweise und unseren Arbeitsumgebungen die Ursache von der Abnahme der Fähigkeit bei, weiter entfernte Dinge zu erkennen. In geschlossenen Räumen sitzend und mit Konzentration auf den Nahbereich des Sehfeldes: Diese Veränderungen haben sich seit den 1970er Jahren im Arbeitsleben verstärkt. Bildschirmarbeitsplätze sind dabei nur ein Teil der elektronischen Geräte bei der Kommunikation, denn auch zu Hause und in der Freizeit nutzen wir diese Geräte intensiv – sogar zu intensiv! Denn seit den 1980er Jahren steigt auch die Zahl der Fälle von Kurzsichtigkeit exponentiell an. Mark Jacquot sieht hier einen Zusammenhang.

Statistik

25% der Amerikaner zwischen zwölf und 54 Jahren waren in den frühen 1970er-Jahren kurzsichtig. Im Jahr 2000 waren es bereits 41%. Christine Wildsoet, Professorin für Sehvermögen und Optometrie an der Universität von Kalifornien in Berkeley, hat heute Probleme für Ihre Erforschung der Kurzsichtigkeit Probanden zu finden, die nicht kurzsichtig sind. Kinder, die bereits im Alter von vier Jahren eine starke Kurzsichtigkeit aufwiesen, wurden in der Myopia Control Clinic in Berkeley vorgestellt.

Ostasien

Frühe Einschulung und längere Schulzeit lässt die Zunahme an Kurzsichtigkeit bei ostasiatischen Kindern erklären. Ebenso ist die intensive Nutzung von tragbaren elektronischen Geräten mit Displays in diesen Ländern sehr verbreitet. Selbstverständlich muss zwischen Stadt und ländlichen Gebieten unterschieden werden. In den Klassenzimmern der Städte tragen durchschnittlich 80% der Kinder Brillen.

Wurden kurzsichtige Rekruten von Singapurs Militär in der Vergangenheit zurückgestellt, so ist dies heute nicht mehr möglich. Es würden nicht mehr genügend Soldaten zu Verfügung stehen. Man bietet den Rekruten an, ihre Kurzsichtigkeit mit Laser behandeln zu lassen.

Bei 5,8% der Taiwanesischen Siebenjährigen wurde 1983 Kurzsichtigkeit festgestellt. Im Jahr 2000 waren 21% der Siebenjährigen betroffen.

In Südkorea wurde 2010 festgestellt, dass fast ein ganzer Jahrgang Wehrpflichtiger kurzsichtig war: 96%

Sinnvolle Vorbeugung

  • Halten Sie sich mehr im Freien auf. Lassen sie den Blick auch mal in die Ferne schweifen und fokussieren Sie entfernte Objekte.
  • Halten Sie Ihre Kinder dazu an, im Freien zu spielen. Dies schon deutlich dazu bei, einer Verschlimmerung der Situation vorzubeugen.
  • Begrenzen Sie die Zeit, die Ihr Kind an einem Bildschirm verbringen darf. Dabei ist jeder Bildschirm gemeint vom Fernsehen über Handy zu anderen elektronischen Geräten. Achten Sie dabei auf Pausen.
  • Achten Sie bei Bildschirmarbeit darauf, zwischendurch aus dem Fenster zu schauen und so Ihrem Auge Erholung zu verschaffen.

Die 20-20-20 Regel für Bildschirmarbeiter

  • 20 Minuten Bildschirmarbeit oder anderer Tätigkeit im Nahbereich
  • 20 Sekunden lang auf etwas blicken, das 20 Fuß (etwa sechs Meter) entfernt ist

„Dies verschafft den Augen – und natürlich auch dem Verstand –
eine kleine Verschnaufpause.“
(Mark Jacquot, Augenoptiker und Direktor von LensCrafters)

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2016 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Grüner Star (Glaukom)
– was kann helfen?

glaukom_gruener_star
© jyleken – fotolia.com

Wie äußert sich Grüner Star?

Der Grüne Star (Glaukom) ist eine Sammelbezeichnung für Augenerkrankung, von denen der Sehnerv und die Netzhaut betroffen sind. Ohne Behandlung kann Grüner Star zur Erblindung führen. Auch wenn Grüner Star meist erst nach dem 40. Lebensjahr auftritt, gibt es auch Fälle von angeborenem Grünen Star und einem Auftreten in den ersten Lebensjahren.

Schleichende Entwicklung

Allein in Deutschland sind rund eine halbe Million Patienten betroffen. Meist bleibt die Krankheit lange Zeit unbemerkt, weil das Gehirn den Verlust der Nerven im Sehnerv bis zu einem gewissen Grad ausgleichen kann. Oft bemerkt der Patient eine Beeinträchtigung erst, wenn ein Großteil des Sehnervs irreparabel geschädigt ist. Regelmäßige präventive Untersuchungen beim Augenarzt zur Messung des Augeninnendrucks oder Prüfung des Sehnervs werden empfohlen.

Akuter Glaukomanfall

Bei einem akuten Glaukomanfall ist das äußere Auge rot und geschwollen. Der Augapfel fühlt sich hart an. Tränenflüssigkeit tritt aus. Die erweiterte Pupille reagiert nicht mehr auf einen Lichtwechsel und verengt sich nicht. Bei diesen Symptomen ist unverzüglich eine Notfallbehandlung einzuleiten. Der Augeninnendruck muss gesenkt werden.

Wie entsteht Grüner Star?

Grüner Star wird normalerweise von einem erhöhten Augeninnendruck ausgelöst. Der Sehnerv und die Lichtsinneszellen auf der Netzhaut nehmen irreparablen Schaden. Der Druck entsteht durch einen gestörten Abfluss von Kammerflüssigkeit in der vorderen Augenkammer. Wenn sich das Kammerwasser staut, steigt der Augeninnendruck. Das schränkt den Blutfluss in die Blutgefäße des Auges ein, die Zellen werden unterversorgt und sterben ab. Auch bei einer einsetzenden Behandlung können geschädigte Zellen nicht mehr reaktiviert werden.

Das kann helfen

Wenn die Krankheit rechtzeitig entdeckt wird, kann der Augeninnendruck durch Tropfen gesenkt werden. Damit können die Blutgefäße des Auges wieder versorgt werden, essentiell für eine funktionierende Netzhaut und den Sehnervenkopf. Zusätzlich können Lasermethoden oder eine Augenoperation Erfolge verzeichnen. Bei Nichtbehandlung führt die Krankheit zur Erblindung.

Medikamente

Insbesondere die häufig als Alterserscheinung auftretende Krankheitsform Offenwinkelglaukom lässt sich gut medikamentös behandeln. Es soll erreicht werden, dass das Kammerwasser weniger reichlich gebildet wird (Produktion drosseln) und gut abfließen kann (Plaque im Kammerwinkel des Auges abbauen). Die Drosselung der Kammerwasserproduktion geschieht durch Betablocker oder Carbonhydrasehemmer, die beispielsweise in den Tropfen Brinzolamid oder Dorzolamid enthalten sind. Auch Sympathomimetika senken den die Produktion des Augenkammerwassers. Prostaglandine unterstützen das Abfließen des Kammerwassers und verringern dadurch den Augeninnendruck. Eine dauerhaft erweiterte Pupille kann durch Parasympathomimetika verengt werden. Dadurch kann der Winkel der Augenkammer erweitert werden und das Kammerwasser besser abfließen. Wenn Medikamente nicht erfolgreich sind, kommen diverse Operationsmethoden zur Anwendung gegen Grüner Star, die letztlich eine verbesserte Abflussmöglichkeit für das Kammerwasser schaffen sollen.

Alternative Heilmittel

In gewissem Rahmen können Entspannungsübungen wie Autogenes Training oder Meditation hilfreich sein, um den Augeninnendruck zu senken.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2016 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

uebersicht
Übersicht