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Bioflavonoide

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bioflavonoide
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Die Wissenschaft entdeckt die
sekundären Pflanzenstoffe

Bioflavonoide oder Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativen Eigenschaften. Diese Substanzen aus der Gruppe der Flavon-ähnlichen Stoffe, der sogenannten Flavonoide, haben vielfältige Funktionen, die bis heute noch nicht vollständig entschlüsselt sind. Als Pflanzenpigmente in der äußeren Schale, in Blüten und Blättern schützen sie die Zellen und Proteine vor oxidativem Stress. Sie dienen auch zum Anlocken von Tieren zur Verbreitung der Pflanze durch Verzehr oder Bestäuben. Ebenso können sie auch abschreckende Wirkung als Fraßschutz entfalten. Die Biosynthese von Flavonoiden in der Pflanze erfordert Licht. Ihre Speicherung erfolgt vor allem in der Vakuole.

Der ungarische Nobelpreisträger, Mediziner und Biochemiker Albert von Szent-Györgyi Nagyrápolt (1893-1986) entdeckte 1936 die Flavonoide. Er nannte sie zunächst Vitamin P, wobei das „P“ für Permeabilitätsfaktor stehen sollte.

Zu den Flavonoiden gehören die hochwirksamen Anthocyane aus roten und blaufarbigen Pflanzen. Flavonoide sind in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten enthalten wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Heidelbeeren, Tomaten, Rotkohl, Brokkoli, Auberginen und vielen anderen. Aus einem Kilogramm Brombeeren können nur 20g Schale gewonnen werden. Aber auch wenn kleine Mengen der Flavonoide aufgenommen werden, kann der menschliche Organismus sie gut verwerten. Wichtige Arzneidrogen, die eine bedeutende Menge an Flavonoiden enthalten, sind Arnika, Birke, Ginkgo, Goldrutenblätter, Holunderblüten, Hopfenzapfen, Kamille, Katzenpfötchenblüten, Mädesüß und Rotes Weinlaub. Es existiert eine große strukturelle Vielfalt der Flavonoide.

Radikalfänger für die Immunabwehr

Flavonoide wirken antioxidativ und können damit als hochwirksame Radikalfänger reaktive Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle unschädlich machen, indem sie ein Elektron abgeben, ohne selbst zu oxidieren. Die Schädigung durch freie Radikale von gesundheitserhaltenden Proteinen, Lipiden und Zellkern-DNA in den Zellen soll verringert werden. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden auf diese Weise unterstützt und entzündungshemmende Effekte angekurbelt.

Gut für die Gesundheit

Flavonoide können eine entgiftende Wirkung haben. Das Entgiftungssystem der Leber kann angeregt und Schadstoffe sowie Kanzerogene können ausgeschieden werden. Sie können die Histaminausschüttung im Körper reduzieren und gelten damit als natürliche Antiallergika. Flavonoide wirken auf den Archidonasäure-Stoffwechsel und damit auf die Blutgerinnung. Sie können sich günstig bei Bluthochdruck auswirken und die Elastizität von Blutgefäßen kräftigen, in Venen und Kapillaren ebenso wie im Gehirn und in den Augen.

Die Forschung rund um Flavonoide ist noch relativ jung und viele Hinweise sind noch nicht wissenschaftlich bestätigt. Aber die Forschungsaktivitäten erklären, weshalb schon früher die Volksmedizin gerade bei Nachtblindheit und Lichtempfindlichkeit der Augen die wohltuenden Kräfte von Blaubeere, Johannisbeere & Co. pries.

Diverse flavonoidhaltige Arzneidrogen und Reinstoffe werden bereits therapeutisch genutzt. Wegen der gefäßschützenden Eigenschaften finden sie in Venenmitteln Verwendung. Studien weisen auf einen positiven Einfluß bei Herz-Kreislauferkrankungen hin. Zu den wichtigsten Eigenschaften der Flavonoide gehört ihre antioxidative Wirkung. Hinzu kommt die antiallergische und antiphlogistische Wirkung, sowie antivirale und antimikrobielle Wirkung.

Der unterschätzte Wirkstoff
gegen Krebs?

Menschen mit einer obst- und gemüsereichen Ernährung erkranken weniger häufig an Darmkrebs. Daraus wird die Vermutung abgeleitet, dass sekundäre Pflanzenstoffen möglicherweise vor Darmkrebs schützen können.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Anthocyane

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anthocyane
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Pflanzenfarbstoff als Antioxidans

Blaue Beeren sind besonders reich an Anthocyanen (von altgriechisch ánthos, die Blume und kyános, dunkelblau). Das sind sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavon-ähnlichen Stoffe, der sogenannten Flavonoide. Dieser wasserlösliche Pflanzenfarbstoff findet sich in Blaubeeren, Brombeeren, schwarzen Johannisbeeren und vielen anderen Pflanzen, die eine rote, violette oder blaue Färbung aufweisen, so auch in Rotkohl, Auberginen und Usambaraveilchen. Ihre Bedeutung erhalten die Anthocyne durch ihre hochantioxidative Wirkung, die teilweise die von Vitamin C noch übertreffen soll. In Kombination mit Vitamin C und Eisen kann beispielsweise Myrtillin, das aus Blaubeeren gewonnene Anthocyans, blutbildend wirken und die Elastizität von Blutgefäßen kräftigen, in Venen und Kapillaren ebenso wie im Gehirn und in den Augen.

Für Augen und Abwehrkräfte

Anthocyane wirken stark antioxidativ und können damit als hochwirksame Radikalfänger reaktive Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle unschädlich machen, indem sie ein Elektron abgeben, ohne selbst zu oxidieren. Hydroxyl, Peroxylradikale sowie Singulett-Sauerstoff und Stickstoffoxide können neutralisiert werden. Die Schädigung durch freie Radikale von gesundheitserhaltenden Proteinen, Lipiden und Zellkern-DNA in den Zellen soll verringert werden. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden auf diese Weise unterstützt und entzündungshemmende Effekte angekurbelt. Gerade im Zusammenspiel mit Vitamin C und Selen haben Studien auf eine antimikrobielle Wirkung hingewiesen. Anthocyane sollen die Blutgerinnung verzögern und die Thrombozytenaggregation reduzieren. Das Entgiftungssystem der Leber kann angeregt und Schadstoffe sowie Kanzerogene können ausgeschieden werden. Die Forschung rund um Flavonoide ist noch relativ jung und viele Hinweise sind noch nicht wissenschaftlich bestätigt. Aber die Forschungsaktivitäten erklären, weshalb schon früher die Volksmedizin gerade bei Nachtblindheit und Lichtempfindlichkeit der Augen die wohltuenden Kräfte von Blaubeere, Johannisbeere & Co. pries.

Unterschätzter Wirkstoff gegen Krebs?

Menschen mit einer obst- und gemüsereichen Ernährung erkranken weniger häufig an Darmkrebs. Daraus wird die Vermutung abgeleitet, dass Anthocyne aus sekundären Pflanzenstoffen vor Darmkrebs schützen können. Es wurden Tests an Zellkulturen durchgeführt, bei denen menschliche Kolonkarzinomzellen dosisabhängig auf die Substanz aus Anthocyane von Obst- und Gemüsesorten wie beispielsweise Holunderbeeren, Blaubeeren und blauen Trauben reagierten. Je nach Menge und dem Typ des Anthocydans in der Pflanze, aus der der Stoff extrahiert wurde, sei das Wachstum den Krebszellen in der Zellkultur beeinflusst und auch verringert worden. Offenbar seien Pigmente der Apfelbeere (Aronia) besonders wirksam, da sie nicht nur das Wachstum der humanen Krebszellen in dem Zellkultur-Test eingeschränkt haben sollen sondern die Zellen zu 20 Prozent abgetötet haben sollen. Im Tierversuch sollen sich Krebssymptome von Ratten mit Darmkrebs um 60 bis 70 Prozent gegenüber der Kontrollgruppe reduziert haben, wenn die erkrankten Tiere mit Anthocyanextrakten aus Blaubeere und Aronia gefüttert wurden.

Natürliche Vorkommen

Açai-Beere, Holunderbeeren, Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren, rote Johannisbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Kirschen, Sauerkirschen, Blutorangen, Trauben, Rotkohl, Auberginen und sogar Rotwein enthalten Anthocyane in unterschiedlichen Mengen. Über 200 Typen von Anthocanen sind bekannt. Meist stecken die sekundären Pflanzenstoffe in Blüten und Früchten, aber sie kommen auch in Wurzeln und Blättern vor. Aus einem Kilogramm Brombeeren können nur 20g Schale gewonnen werden. Auch wenn kleine Mengen der Flavonoide aufgenommen werden, kann der menschliche Organismus sie gut verwerten. In der Pflanze übernehmen Anthocyane die Funktion von Absorption des kurzwelligen UV-Lichts der Sonne in der äußeren Schale um eine Schädigung der Proteine und Zell-DNA zu verhindern, sie locken durch ihre Farben Tiere an und sorgen so für Verbreitung und nicht zuletzt sollen sie freie Radikale binden, die durch oxidativen Stress entstehen.

Der Farbstoff wurde 1849 erstmals erforscht. Das Anthocyans der Kornblume konnte 1913 von Richard Willstätter isoliert werden und wurde zum Namensgeber einer ganzen Gruppe von Verbindungen. Die meisten Anthocyane leiten sich von Cyanidin und Delphinidin ab.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Polyphenole

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In fast allen Pflanzen

So bedeutend wie die Vitamine, so entscheidend sind auch die Polyphenole für unsere Gesundheit. Diese sekundären Pflanzenstoffe gehören zu den Phytaminen. Polyphenole können in verschiedene einzelne Stoffklassen unterteilt werden. Gemeinsam ist ihnen, dass sie meistens aus ringförmigen Molekülen bestehen, die in der Lage sind Elektronen leicht aufzunehmen. Das macht sie zu effektiven Radikalfängern.

Zu den Polyphenolen gehören Flavonoide, Anthocyane, Proanthocyanidine (OPC), Phenolsäuren (Gerbsäuren), Cumarine und Ligane. Im Durchschnitt nehmen wir täglich 200-300 mg Phenolsäuren und 50 bis 100 mg Flavonoide auf.

Man kann sie schmecken und sehen

Farbe, Geruch und Geschmack von Obst und Gemüse werden von Polyphenolen geprägt. Zu den Phenolsäuren gehören Kaffeesäure, Ferulasäure und Ellagsäure. Der herbe Geschmack vieler Lebensmittel findet hier seine Erklärung. Grüner Tee zum Beispiel beinhaltet Ellagsäure, die wegen ihrer antikanzerogenen Wirkung in aller Munde ist. Umweltgifte wie Zigarettenrauch, Luftverschmutzung u.a. können unsere Gene schädigen. Vermutlich trägt die Ellagsäure dazu bei diesen Schädigungen vorzubeugen.

Wirkung

Polyphenole wirken insgesamt antikanzerogen, antimikrobiell, immunmodulatorisch, antioxidativ und entzündungshemmend . Sogar Krebs und Thrombosen kann so vorgebeugt werden. Die Forschung bemüht sich sehr hier Klarheit zu schaffen.

Altersbedingte Sehstörungen wie MakulaDegeneration, Katarakt steht ebenso auf der Liste der Wirkungskraft von Polyphenolen wie Heuschnupfen, Sinusitis, Asthma und Hitzewallungen in den Wechseljahren.

Eine herzschützende Wirkung beruht auf wahrscheinlich auf der Fähigkeit der Polyphenole, die Fettoxidation zu verhindern und die Zusammenballung von Blutplättchen zu verringern. Deshalb wird den Polyphenolen auch eine vorbeugende Wirkung gegen Herzinfarkt zugesprochen.

In und unter der Schale

Polyphenole sitzen in oder direkt unter der Schale. Deshalb hier 3 wertvolle Tipps:

  • Freiland- den Gewächshausprodukten vorziehen
  • Bei Obst die Schale mitessen
  • Vollkornprodukte essen

Wertvolle Antioxidantien

Polyphenole haben die Fähigkeit, Radikale abzufangen und dadurch die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Nach neuesten Untersuchungen sind einige Polyphenole sogar stärkere Radikalfänger als die Vitamine C, E und BetaCarotin.

Die im Rotwein enthaltenen Polyphenole zum Beispiel haben einen antioxidativen Effekt, der um 40% höher liegt als der einer entsprechenden Menge Vitamin E.

Hitze macht nichts aus

Beim Kochen bleiben Polyphenole weitgehend stabil. Einige entfalten ihre volle Wirkung sogar erst durch das Erhitzen, weil sie dadurch aus der Zellwand gelöst werden.

Tomaten werden auf diese Weise sogar noch gesünder als vorher. Wenn man beim Einwecken von Obst zu Kompott die Schale an den Früchten lässt, muss man nicht auf Polyphenole verzichten. Auch Moringa-Blattpulver kann dem Essen zugefügt werden. Wenn man allerdings auch an die Vitamine des Moringa kommen möchte, sollte man nach der Zubereitung des Essens eine weitere Portion auf das Essen streuen.

Nahrungsergänzung oder Natur?

Zahlreiche Produkte, die eine zusätzliche Menge an Polyphenolen versprechen, sind im Handel erhältlich. Die Inhaltsstoffe enthalten die Polyphenole des Rotweins, ein Gemisch aus Quercetin, Rutin, Hesperidin u.a. oder eine Kombination mit anderen Nährstoffen, beispielsweise Vitaminen.

Nebenwirkungen dieser Produkte sind in der Regel nicht bekannt, mit Ausnahme des Catechins, das eventuell zu Fieber und Anämie führen kann, d.h. zu Nebenwirkungen, die sich durch Absetzen beenden lassen.

Urs Buergi rät Ihnen dazu Polyphenole aus dem reichhaltigen Angebot der Natur zu sich zu nehmen. Sollten Sie es vorziehen eine natürliche Ergänzung Ihrer Nahrung vorzunehmen, die Ihnen alle Vital- und Nährstoffe in natürlichem Verbund bietet, so sei an dieser Stelle Moringa empfohlen. Mit der Einnahme von Moringa-Blättern führen Sie Ihrem Körper alles zu, was er braucht. Gratis Moringa eBook

Flavonoide

Flavonoide verleihen Kirschen, Weintrauben, Mispeln und Aprikosen ihre leuchtenden Farben und weisen vielfältige gesundheitsfördernde Eigenschaften auf. Viele Wirkungen von Arzneitees werden auf die darin enthaltenen Flavonoide zurückgeführt.

Zu den Flavonoiden gehören insbesondere wasserlösliche Pflanzenpigmente. Als Beispiel seien hier genannt: Flavone, Anthocyane und Proanthocyanidine, darunter Quercetin, Kaempherol und Myricetin. 4000 Flavonoide sind heute bekannt.
Besonders viele Flavonoide treten in folgenden Lebensmitteln auf:

Anthocyane

Die Polyphenole Anthocyane finden sich in roten bis blauen Pflanzenfarbstoffen in Früchten und Blüten.

Rotwein

Vor allem die dunklen Traubensorten wie Burgunder sind optimale Polyphenol Lieferanten. Deshalb sind die gesundheitsförderlichen phenolischen Verbindungen im Rotwein höher als im Weißwein.

Die Polyphenole des Rotweins haben eine Herz und Kreislauf schützende Funktion, denn sie senken den CholesterinSpiegel. Sie schützen das LDLCholsterin vor einer oxidativen Veränderung, damit sich keine Ablagerungen in den Blutgefäßen bilden können.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Heidelbeer-Extrakt
(Vaccinia myrtillus)

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Natürliche Augenvitamine

Heidelbeeren oder auch Blaubeeren (Vaccinium) gehören zur Familie der Heidekrautgewächse. Es sind an die 500 Arten der Heidelbeere bekannt, die in Europa verbreitetste Art ist die Vaccinia myrtillus. Sie besitzen bioaktive Eigenschaften, die seit den 16. Jahrhundert in der Volksmedizin geschätzt werden. Ein Tee aus den Blättern des Zwergstrauchs galt als hilfreich bei Diabetes. Gegen Durchfall, Blasenbeschwerden und Entzündungen im Mundraum wurden die schmackhaften Beeren eingesetzt. Vor allem aber sind die positiven Wirkungen auf Sehschärfe, Dunkelsehen und verschiedene Augenerkrankungen bekannt.

Die Heilpflanze und das Extrakt

Die positiven Eigenschaften sind zurückzuführen auf Anthocyane aus dem Farbstoff der Heidelbeere, ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Familie der Flavonoide. Die Wirksamkeit wird durch die hohe antioxidative Kraft erklärt. Augenleiden wie Grauer Star oder Makula-Degeneration werden vielfach auf oxidative Schäden durch freie Radikale zurückgeführt, die von den Anthocyanen unschädlich gemacht werden können.

Für eine Behandlung kann es sinnvoll sein, Anthocyane in hoher und genauer Dosierung zu sich zu nehmen. Für ein Gramm des Wirkstoffs wird ein Pfund Heidelbeeren verarbeitet. Nach rund sechs Stunden lässt die Wirkung der Anthocyane im Blut nach. Am besten wird die Einnahme eines Heidelbeer Extrakts mit einem Arzt oder Therapeuten abgestimmt, um eine optimale Dosierung für die individuelle Anwendung herauszufinden.

Sehvermögen

Insbesondere auf das Sehvermögen wirkt sich die Substanz nachweislich aus. Die Mikrozirkulation von Makula (Netzhaut) und Sehnerv wird verbessert, die Funktionsfähigkeit des Auges geschützt und erhalten. Daher werden Anthocyane therapeutisch und vorbeugend auch bei diabetischer Netzhauterkrankung verwendet. Im Heidelbeer Extrakt enthaltene Anthocyanoside wirken mit an der Biosynthese des Proteins Rhodopsin, das für das nächtliche Sehen wichtig ist. Das Dunkelsehen wird von Heidelbeeren deutlich positiv beeinflusst.

Angeblich haben Piloten der Royal Air Force im Zweiten Weltkrieg vor ihrem Einsatz Sandwiches mit Heidelbeermarmelade gegessen, um die verdunkelten deutschen Städte besser sehen zu können. Möglicherweise eine Legende, die aber auf das jahrhundertealte Vertrauen auf die Wirksamkeit der blauen Beere hindeutet.

Anthocyane – Pflanzenfarbstoffe mit segensreicher Wirkung

Blaue Beeren sind besonders reich an Anthocyanen (von altgriechisch ánthos, die Blume und kyános, dunkelblau). Das sind sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Flavon-ähnlichen Stoffe, der sogenannten Flavonoide. Dieser wasserlösliche Pflanzenfarbstoff findet sich in Blaubeeren, Brombeeren, schwarzen Johannisbeeren und vielen anderen Pflanzen, die eine rote, violette oder blaue Färbung aufweisen, so auch in Rotkohl, Auberginen und Usambaraveilchen.

Ihre Bedeutung erhalten die Anthocyane durch ihre hochantioxidative Wirkung, die teilweise die von Vitamin C noch übertreffen soll. In Kombination mit Vitamin C und Eisen kann beispielsweise Myrtillin, das aus Blaubeeren gewonnene Anthocyans, blutbildend wirken und die Elastizität von Blutgefäßen kräftigen, in Venen und Kapillaren ebenso wie im Gehirn und in den Augen.

Wirkung des Pflanzenfarbstoffs

Anthocyane wirken stark antioxidativ und können damit als hochwirksame Radikalfänger reaktive Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle unschädlich machen, indem sie ein Elektron abgeben, ohne selbst zu oxidieren. Hydroxyl, Peroxylradikale sowie Singulett-Sauerstoff und Stickstoffoxide können neutralisiert werden. Die Schädigung durch freie Radikale von gesundheitserhaltenden Proteinen, Lipiden und Zellkern-DNA in den Zellen soll verringert werden. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden auf diese Weise unterstützt und entzündungshemmende Effekte angekurbelt. Gerade im Zusammenspiel mit Vitamin C und Selen haben Studien auf eine antimikrobielle Wirkung hingewiesen.

Anthocyane sollen die Blutgerinnung verzögern und die Thrombozytenaggregation (Verklumpung der Blutplättchen) reduzieren. Das Entgiftungssystem der Leber kann angeregt und Schadstoffe sowie Kanzerogene können ausgeschieden werden. Die Forschung rund um Flavonoide ist noch relativ jung und viele Hinweise sind noch nicht wissenschaftlich bestätigt. Aber die Forschungsaktivitäten erklären, weshalb schon früher die Volksmedizin gerade bei Nachtblindheit und Lichtempfindlichkeit der Augen die wohltuenden Kräfte von Blaubeere, Johannisbeere & Co pries. Anthocyane sind am Aufbau von Kollagen beteiligt. Eine gesunde Kollagenstruktur der Blutgefäße bis hin in die Kapillargefäße ist für die Versorgung aller Zellen wichtig.

Natürliche Vorkommen von Anthocyanen

Açai-Beere, Holunderbeeren, Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren, rote Johannisbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Kirschen, Sauerkirschen, Blutorangen, Trauben, Rotkohl, Auberginen und sogar Rotwein enthalten Anthocyane in unterschiedlichen Mengen. Über 200 Typen von Anthocyanen sind bekannt. Meist stecken die sekundären Pflanzenstoffe in Blüten und Früchten, aber sie kommen auch in Wurzeln und Blättern vor. Aus einem Kilogramm Brombeeren können nur 20g Schale gewonnen werden. Auch wenn kleine Mengen der Flavonoide aufgenommen werden, kann der menschliche Organismus sie gut verwerten. In der Pflanze übernehmen Anthocyane die Funktion von Absorption des kurzwelligen UV-Lichts der Sonne in der äußeren Schale um eine Schädigung der Proteine und Zell-DNA zu verhindern, sie locken durch ihre Farben Tiere an und sorgen so für Verbreitung und nicht zuletzt sollen sie freie Radikale binden, die durch oxidativen Stress entstehen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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