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Immer diese Nebenwirkungen

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Chemische Prozesse

In allen Lebewesen finden chemische Prozesse statt. Chemie ist also nichts Künstliches, sondern die Grundlage allen Lebens. Warum gibt es also bei den pharmazeutischen Medikamenten so viele Nebenwirkungen? Was macht die Pharmaindustrie anders als das Naturheilmittel?

Imitierte Natur

Naturstoffe sind meistens die Ausgangsstoffe für Medikamente in der Pharmaforschung. Diese nimmt dann bewusst chemische Eingriffe vor, um die Wirkung zu optimieren und Nebenwirkungen zu reduzieren. Da nicht immer genügend Pflanzen für bestimmte Stoffe zu Verfügung stehen, werden Naturstoffe auch teilsynthetisch, unter Beteiligung weiterer Pflanzenstoffe hergestellt. Am besten jedoch vollsynthetisch! Denn mit einem patentierten synthetischen Produkt lässt sich mehr verdienen, als mit mühsam gesammelten Kräutern und Gewürzen. Bei all diesen künstlich hergestellten Medikamenten wird der natürliche Ausgangsstoff aber nur imitiert. Und genau diese Isolierung eines einzelnen Stoffes ist das Problem.

Chemische Arzneimittel kopieren die Natur und bestehen meist nur aus Einzelstoffen. Das Zusammenspiel der naturgegebenen Stoffe fehlt hier und daher sind diese Mittel mit erheblichen Nebenwirkungen belastet.

Naturheilmittel

Natürliche Präparate setzen sich meist aus den Stoffen der ganzen Pflanze zusammen und diese entwickeln dann in Synergie die gewünschten Heilkräfte bzw. regen die Selbstheilung des Organismus an. Pflanzliche Heilpflanzen-Produkte rufen in den seltensten Fällen Nebenwirkungen hervor. Sie vertragen sich in der Regel gut mit anderen Medikamenten.

Die Natur ist also nicht so ohne weiteres zu kopieren. Die Konzentration auf einen einzigen Wirkstoff bringt zwar eine Linderung des fokussierten Symptoms, aber es bringt den gesamten Körper aus dem Gleichgewicht, so dass Nebenwirkungen auftreten.

Die Natur ist auch giftig

Auch bei Stoffen aus der Natur gibt es chemische Verbindungen, die einer gesunden Ernährung förderlich sind, und welche, die giftig sind. Die sekundären Pflanzenstoffe sind ein gutes Beispiel dafür, dass es innerhalb einer Stoffgruppe gute und schädliche Wirkungen geben kann.
Gute sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannte Phytochemikalien:

Giftige sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Alkaloide:

Expertenwissen

Das Wissen um die aktiven Wirksubstanzen der Pflanzenwelt ist die Basis der Naturheilkunde. Wir raten deshalb stets dazu, einen Fachmann zu befragen. Ein guter Therapeut hat den Menschen als Ganzes im Blick und konzentriert sich nicht – wie Schulmediziner das oft tun – auf ein bestimmtes Symptom oder einen bestimmten Messwert.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Berberitze (Berberis vulgaris)

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Heilpflanze und Gift

Die Berberitze (Berberis vulgaris) ist die Frucht eines Ziergehölzes aus der Familie der Berberidacae (Sauerdorngewächse). Die roten, eiförmigen Beerenfrüchte des dornenbesetzten Strauchs sind vitaminreich und von saurem Geschmack. Der Strauch ist in Europa und Asien verbreitet. Dem Sauerdorn (auch Essigbeere, Echte Berberitze) werden Eigenschaften zugeschrieben, die ihn zu einem wichtigen homöopathischen Heilmittel machen.

Giftpflanze

Mit Ausnahme der Beeren ist die gesamte Pflanze giftig, insbesondere die Wurzel mit einem Alkaloidgehalt von etwa 15 Prozent. Die Giftstoffe bestehen aus 1 bis 3 Prozent Berberin, sowie Jatrorhizin, Palmatin, Columbamin, Isoteteandin und Magnoflorin. Das Isochinolinalkaloid Berberin ist für die gelbliche Färbung der Wurzel (Radix Berberidis) verantwortlich, das früher zum Gelbfärben von Textilien und Leder durch Rinde und Wurzel der Berberitze verwendet wurde. Die Vergiftungserscheinungen äußern sich in Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Nierenreizung und Nephritis.

Heilpflanze

Die Früchte und Wurzel und Rinde der Berberitze werden verschieden eingesetzt, da sie unterschiedliche Wirkstoffe beinhalten. Homöopathisch wird die Berberitze als wirksam von Spezialisten in folgenden Bereichen empfunden, wobei eine genaue Dosierung und gegebenenfalls die Kombination mit anderen homöopathischen Heilmitteln wichtig sind: Gelbsucht, Hautausschlag und Röschenflechte, urologische und rheumatische Beschwerden, Galle, Leber, Verdauung, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Durchblutung der Augen und des Sehnervs und Blutzirkulation.

Bereits in der Antike wurde die Berberitze als Arznei eingesetzt. Plinius empfiehlt, frische oder getrocknete Beeren in Wein gekocht einzunehmen. Im Ägypten des Altertums galt eine Mischung von aufgequollenen Berberitzebeeren und Fenchelsamen als fiebersenkend.

Mit Wurzelrinde kann die Gallentätigkeit, das Leber-Galle-System und die Verdauung beeinflusst werden. Eine gewisse Erweiterung der Blutgefäße durch die Wurzelrinde kann den Blutdruck senken. Bei Nierenentzündungen sollte Berberitze nicht angewendet werden.

Berberitzefrüchte enthalten keine Alkaloide, dafür jede Menge Vitamin C und Fruchtsäuren sowie Capsanthin, Gerbsäure und Hyperosid. Als Presssaft lindert die Berberitzefrucht Zahnfleischblutungen und stärkt das Zahnfleisch bei direktem Auftrag. Frühjahrsmüdigkeit und Erkältungen bekämpft Berberitze durch ihren hohen Vitamingehalt.

Würz- und Nahrungspflanze

Berberitzenmarmelade oder Berberitzenmus aus den roten Beeren sind in Europa beliebt. Auch können die Früchte gut als Vitaminspender getrocknet werden. In vielen Ländern werden getrocknete Berberitzebeeren in der Küche eingesetzt, als Zugabe zum Reis in orientalischen Gerichten, zu Fleisch oder Fisch. 4.500 Tonnen Berberitzenbeeren pro Jahr werden beispielsweise im Nordosten des Iran in der Region Chorasan geerntet.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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