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Prostatabeschwerden
– was kann helfen?

prostata
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Wie äußern sich Prostatabeschwerden?

Probleme beim Wasserlassen bei Männern können Symptome der Vergrößerung der Vorsteherdrüse sein, der sogenannten Prostata. Der medizinische Begriff dafür lautet benignes Prostatasyndrom oder benigne Prostatahyperplasie, abgekürzt BPH. (Das Wort „benigne“ steht für gutartig).
Die Vergrößerung der Drüse ist schmerzfrei. Deshalb wird das Prostatasyndrom meist erst wahrgenommen, sobald Probleme beim Wasserlassen auftreten.

Weniger

Das vollständige Entleeren der Blase in vollem Strahl wird eingeschränkt. Die Harnblasenentleerungsstörung äußert sich in verzögertem Start des Wasserlassens. Der Strahl wird schwächer. Es bleibt das Gefühl zurück, die Blase nicht vollständig entleert zu haben.

Öfter

Die Toilette muss häufiger aufgesucht werden (Pollakisurie), auch nachts muss die Toilette aufgesucht werden (Nykturie).

Überfallartig

Oftmals entsteht der Harndrang sehr plötzlich, fast überfallartig (imperativer Harndrang oder Urgesymptomatik).

Speicherprobleme

Es kann zur Inkontinenz (Probleme, das Wasser zu halten) kommen, muss es aber nicht. Es kann zum Nachtröpfeln nach der Blasenentleerung kommen oder auch zu ungewolltem Absondern von Urin.

Komplikationen

Wenn die Blase gar nicht mehr entleert werden kann und voll ist (akuter Harnverhalt), können starke Schmerzen auftreten. Es muss dann sofort ein Katheter gelegt werden.
Es kann auch zu einer schleichenden Überdehnung der Blase kommen mit chronischem Harnverhalt. Ein Überlauftröpfeln kündigt diese Variante an, die behandelt werden muss. Ansonsten können die Nieren dauerhaft geschädigt werden.

Üblich ab 75 Jahren

Die Prostata kann sich auch schon bei jungen Männern vergrößern. Das Phänomen ist keine Krankheit, solange es sich um ein gutartiges Prostatasyndrom handelt. Ab dem Alter von 75 Jahren ist eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse bei fast allen Männern feststellbar.

Nicht automatisch Krebs

Die benigne Prostatahyperplasie ist weit verbreitet und gutartig. Sie hat nicht automatisch mit dem gefährlichen Prostatakrebs zu tun. In jedem Falle sollte jedoch der Befund ärztlich abgeklärt werden.

Wie entstehen Prostatabeschwerden?

Die Vorsteherdrüse liegt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre wie ein Ring. Wenn die Vorsteherdrüse an Volumen zunimmt, engt sie die Harnröhre ein. In der Folge bleibt ein Rest des Urins nach dem Wasserlassen in der Blase zurück.

Die genauen Ursachen für die gutartige Prostatavergrößerung sind noch nicht medizinisch erklärbar. Es werden Zusammenhänge mit starkem Übergewicht (Adipositas), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Bluthochdruck und erhöhten Cholesterinwerten vermutet. Möglicherweise spielt auch eine Fehlfunktion des Immunsystems eine Rolle.

Was kann helfen bei Prostatabeschwerden?

Je nach Ausfallen der Prostatavergrößerung und der Symptome reicht die Therapie von Operation bis zu pflanzlichen Heilmitteln in leichteren Fällen. Pflanzliche Präparate sehen auf eine sehr lange Tradition zurück.

Traditionelle Pflanzenheilkunde

Besonders wenn Naturheilmittel (Phytopharmaka) bereits frühzeitig eingesetzt werden, können sie die gutartige Prostatavergrößerung stoppen oder verlangsamen. Die Fertigarzneimittel dazu werden meist aus dem Arzneikürbis hergestellt, der Sägepalme oder der Brennnessel sowie Roggenpollenextrakt.

Linderung

Der Vorteil ist, dass die pflanzlichen Medikamente nahezu keine Nebenwirkungen besitzen. Extrakte aus der Brennnessel, Kürbiskernen oder der Sägepalme lindern das Nachtröpfeln des Harns, können den Harnstrahl stärken und den häufigen Harndrang lindern. Das Wachstum der Vorsteherdrüse kann möglicherweise verlangsamt oder gestoppt werden.
Eine medizinische Studie hat das synthetische Präparat Finasterid und ein Kombipräparat aus Brennnessel und Sägepalme verglichen. Die Erfolge waren nahezu gleichauf, mit 39 Prozent Rückgang der Prostatabeschwerden bei Finasterid und 37 Prozent beim pflanzlichen Präparat.

Gegen weiteres Wachstum

Roggenpollen und Afrikanische Pflaume werden verstärkt eingesetzt, um das Wachstum der Vorsteherdrüse zu stoppen. Ihnen wird eine entzündungshemmende Wirkung und die Senkung der Blutfülle in der Drüse zugesagt. 69 Prozent der Testpersonen in einer Studie haben Roggenpollen positiv bewertet. Zu der Afrikanischen Pflaume liegen keine Daten vor.

Pharmakologische Behandlung

Mit Alpha1-Rezeptorenblockern wie Alfuzosin, Doxazosin, Tamsulosin oder Terazosin soll die glatte Muskulatur am Blasenhals und in der Vorsteherdrüse entspannt werden. Dadurch wird der Harnfluss verbessert.
Die hormonelle Therapie setzt auch 5-Alpha-Reduktase-Inhibitoren ein. Das körpereigene Enzym 5-Alpha-Reduktase wird bei der Umwandlung des männlichen Geschlechtshormons gehemmt. Durch die verringerte Hormonwirkung wird die Prostata wieder kleiner.

Achtung

Hinter Problemen mit dem Wasserlassen können verschiedene medizinische Erkrankungen stehen. Keinesfalls sollte man sich mit der Selbstdiagnose begnügen. Ein ärztliches Abklären durch den Arzt oder Therapeuten ist unbedingt erforderlich.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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