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Zucker: Eine Droge

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Abhängig?

Verharmlost und verniedlicht: das Verlangen nach Zucker. Im Übermaß vorhanden wird schon kleinen Kindern der Zucker-Konsum antrainiert. Die Zuckerkrankheit Diabetes ist zur Volkskrankheit geworden. Das Verlangen nach Süßem ist ebenso groß, wie die Auswahl in unseren Supermarkt-Regalen. Zucker ist überall drin. Man kann ihm schwer aus dem Weg gehen. Psychologisch und physiologisch wirkt Zucker wie eine Droge: In großen Mengen genossen führt er, wie Heroin, zu einem erhöhten Ausstoß von Dopamin.
Die Gefahren des Zuckerkonsums sollten uns zum Umdenken und zum völligen Verzicht auf Zucker bewegen.

Zuckerlust überlisten

Bei starkem Übergewicht kann zur Behandlung ein Psychopharmaka eingesetzt werden, dass die Opioidrezeptoren blockiert und den Appetit auf Süsses reduziert. Diese Rezeptoren reagieren auch auf Endorphin und Morphin. Aber dies ist sicherlich der falsche Weg, denn die Erkenntnis über die gesundheitlichen Risiken sollten uns etwas Disziplin Wert sein.

 

Warum sollten wir auf Zucker verzichten?

Gesundheitliche Argumente:

 

Psychologische Argumente:

  • Das Bedürfnis nach Süßem ist evolutionsbedingt, nur waren die Quellen immer sehr überschaubar. (Honig, Obst, Beeren, etc.) Überfluss gibt es in der Menschheitsgeschichte erst seit Kurzem.
  • Zucker dient der Nahrungsmittelindustrie als Geschmacksverstärker und täuscht bei geschmacksfreien Lebensmitteln Attraktivität vor. (Fertiggerichte, Süßigkeiten, Limonade, etc.)
  • Zuckern ist in vielen Fällen auch einfach eine Angewohnheit, die man gar nicht mehr in Frage stellt. So wird die Tasse Kaffee oder die gezüchteten Billig-Erdbeeren erst durch Zucker erträglich. Wir sollten uns fragen, ob wir sie dann überhaupt konsumieren wollen.
  • Süßstoffe sind keine Alternative zu Zucker, im Gegenteil. Sie gaukeln dem Körper durch ihren süßen Geschmack vor, dass nun Zucker kommt. Da dieser aber nicht kommt, steigt das Verlangen danach umso mehr.

 

Zucker: natürlich oder industriell?

Klar, im Obst ist auch Zucker: Fruchtzucker. Aber stets in Verbindung mit Fasern, welche seine Verdauung verlangsamen und so regulieren. Im natürlichen Verbund mit vielen weiteren Nährstoffen, wie Vitaminen und Mineralstoffen, kann Obst ganz natürlich sättigen. Ganz im Gegensatz zu Speckmäusen, Cola und Dauerlutschern, die viel zu viel Zucker enthalten, Durst machen und überhaupt nicht sättigen.

 

Am Anfang steht der Entschluss

Nur noch frische, echte Lebensmittel essen und Obst, Gemüse, Kräuter, Fisch, Eier und Fleisch bewusst einzukaufen und frisch zu verarbeiten… das fällt vielen Menschen schwer, die sich an den Geschmack von gezuckerter Nahrung gewöhnt haben. Dieses Gefühl, dass etwas fehlt, kann deshalb nur schrittweise abgebaut werden. Entschlossenheit und Konsequenz sind also für die Umgewöhnung nötig. Doch es lohnt sich!

 

Umstellung Schritt für Schritt
  1. Ersetzen Sie zunächst alle süßen Getränke durch Wasser. Damit senken Sie Ihr süßes Geschmacksempfinden. Ihre Geschmacksnerven können sensibler auf Zucker reagieren. Sie kommen schon in diesem ersten Schritt mit viel weniger Zucker aus.
  2. Lernen Sie wieder schmecken! Zucker und Süßstoffe sind nicht die einzigen Stoffe, die süß schmecken. Essen Sie achtsam und mit Genuss und geben Sie Ihren Geschmacksnerven wieder die Gelegenheit in Gewürzen, verschiedenen Obstsorten und Gemüsen eine natürliche Süße zu entdecken. Konzentrieren Sie sich auf die vorhandenen Aromen und nicht auf das Fehlen von Zucker.
  3. Der nächste Schritt kommt von ganz allein. Sie werden Zuckerquellen erkennen und von Ihrem Speiseplan streichen. Dinge, die eigentlich nur schmecken, weil sie süß sind, haben Ihnen auf einmal zu wenig Aroma. Industrie-Marmelade, Erdbeeren außerhalb der Saison, hochgezüchtete Apfelsorten, etc.
  4. Der Blick aufs Etikett der Lebensmittelverpackungen ist der nächste Schritt. Es gibt viele verschleiernde Begriffe für „süß“: Dextrose, Glucose-Fructose-Sirup, Agavensirup, Aspartam, Sucralose, Sucrose, Saccharose, die Liste ist lang. Sie werden feststellen, dass fast alle abgepackten Nahrungsmittel gezuckert sind. Auch solche, die es eigentlich gar nicht bräuchten.
  5. Wenn Sie an diesem Punkt angelangt sind, dann dürfen Sie sich selbst testen. Sehen Sie sich die Auslagen einer Konditorei an und schätzen Sie, wie viel Kilo Zucker Sie da verarbeitet sehen. Sie werden eine Schubkarre brauchen, um die vielen Säcke abzutransportieren.
    Das gute Gefühl all diesen Zucker jetzt nicht mehr zu brauchen und von der Droge nicht mehr abhängig zu sein, ist wunderbar.

 

Und wie geht’s weiter?

In der Regel dauert die Umstellung 1 – 2 Monate, kann aber auch etwas länger dauern. Geben Sie nicht auf. Sie merken es, wenn die Umstellung geklappt hat an folgenden Gewohnheiten:

 

  • Zucker und Süßes sind nun die Ausnahme, nicht mehr die Regel.
  • Sie haben kaum noch das Bedürfnis nach Süßkram.
  • Und wenn doch, dann werden Sie kleine Mengen ganz bewusst genießen können.
  • Zahnschmerzen beim Verzehr gezuckerter Speisen sind dabei nicht ungewöhnlich.
  • Gefühle des Ekels können sich beim Anblick stark gezuckerter Speisen einstellen.

 

Ab dann können Sie einfach Ihrem gesunden Instinkt folgen. Er wird Sie sehr hilfreich leiten die Droge Zucker dauerhaft zu überwinden!

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Transplantierte Adipositas: Durch fremde Darmbakterien?

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Stark personalisiert

Bei der Geburt ist ein Neugeborenes noch nicht mit Mikroorganismen besiedelt. Erst mit der Ernährung beginnt die Besiedlung des Verdauungstraktes des Kindes. Dabei ist die Zusammensetzung der Organismen stark personalisiert. Die Mutter übergibt ihr Mikrobiom über die Muttermilch an das Kind weiter. Die Besiedlung beginnt. Aber auch die Babynahrung beeinflusst die Darmflora. Während des ganzen Lebens werden die Karten immer wieder neu gemischt: Je nach Ernährung und Umwelteinflüsse des Einzelnen.

Darmbakterien

Die Vielzahl der mikroskopisch kleinen Organismen, die unseren Körper besiedeln, steht noch nicht lange im Fokus der Wissenschaft. Dabei steht dieses menschliche Mikrobiom in einem sehr engen Zusammenhang mit unserer Gesundheit. Dieses System ist bei der kleinsten Veränderung der Kräfteverhältnisse unsere Gesundheit massiv beeinflussen kann.

Transplantierte Adipositas

Das Beispiel einer Patientin, die eigentlich einen Superkeim loswerden wollte, macht dies offensichtlich: Durch die Transplantation von Stuhl ihrer übergewichtigen Tochter wurde sie selbst dick. Dieser Fall (Fallstudie) zeigt ganz deutlich, dass die Auswirkungen der Darmflora auf unsere Gesundheit direkt und unmittelbar sind.

Mikroben im ganzen Körper

Sie besiedeln Nasenschleimhäute, die Lungenflügel und die Haut. Aber wir kennen sie hauptsächlich aus dem Verdauungstrakt: Bakterien, Archaeen, Pilze, Protisten und Viren. Ist ihre Anzahl in einem gesunden Gleichgewicht, geht es auch dem Menschen gut.

Veränderungen der Darmflora 

Nicht nur funktionelle Darmstörungen und das Reizdarmsyndrom haben ihre Ursache in einem Ungleichgewicht der Darmbakterien. Auch Allergien, Diabetes oder Fettleibigkeit stehen im Verdacht durch Veränderungen der Darmflora zu entstehen. Gerät das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht, so spricht man von einer Dysbiose.

Antibiotika 

Antibiotika verändert erwiesenermaßen Ihre Darmflora. Es tötet nicht nur die schädlichen Keime, sondern auch nützliche Bakterien ab. Gerät die Darmflora dadurch in eine Schieflage, so kann dies zu Komplikationen führen, wie etwa eine Clostridium-difficile-Infektion (CDI). Das Stäbchenbakterium Clostridium difficile ist einer der häufigsten Krankenhauskeime. Das eigentlich ganz harmlose Darmbakterium kann sich aber stark vermehren und Gifte produzieren, wenn konkurrierende Arten der normalen Darmflora z.B. durch Antibiotika zurückgedrängt wurden. Das typische Krankheitsbild der Clostridium-difficile-Infektion ist die Darmentzündung mit Durchfall, dass sich allerdings auch zu einer lebensbedrohenden Durchfallerkrankung (Antibiotikaassoziierte Kolitis) entwickeln kann.

Stuhltransplantation

Auf den ersten Blick befremdet uns eine Stuhl-Transplantation etwas. Aber man sollte bedenken, dass diese Methode eine Möglichkeit darstellt, eine kranke Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Beim oben beschriebenen Krankheitsbild CDI ist dies gängige und erfolgreiche Praxis. Der Überbevölkerung des Darmbakteriums Clostridium difficile werden wieder genug „gute“ Bakterien gegenüber gesetzt. Das Gleichgewicht stimmt wieder.

Unser Beispiel

Die Frau in unserem Beispiel litt an CDI und bekam deshalb eine Stuhltransplantation von ihrer Tochter. Leider war die Tochter übergewichtig, was sie mit der persönlichen Zusammensetzung ihrer Darmflora an ihre Mutter weiter gegeben hat.
Vor der Transplantation wog die Frau 60kg und hatte einen Body-Mass-Idex von 26. 16 Monate nach der Stuhltransplantation lag ihr BMI bei 33 und nach drei Jahren bei 34,5. Die Diagnose lautet Fettleibigkeit. Auch eine Umstellung der Ernährung und ein umfassendes Sportprogramm blieben ergebnislos.

Mäuse

Die Wissenschaftler konnten den Zusammenhang zwischen der Gewichtszunahme der Frau und der Stuhltransplantation nicht fundiert beweisen. Versuche mit schlanken Mäusen, die nach einer Stuhltransplantation von übergewichtigen Mäusen fetter werden, sind aber ein Hinweis auf den Zusammenhang. Aber auch andere Faktoren tragen zu einer raschen Gewichtszunahme bei: Genetische Faktoren, Alter oder einfach nur ein gesteigerter Appetit nach der neuen Zusammensetzung der Darmflora?

Geeignete Spender 

Der beschriebene Fall sollte uns bei der Wahl eines Spenders für eine Stuhltransplantation wählerisch werden lassen. Übergewichtige Spender bringen neben dem Nutzen offenbar auch unerwünschte Folgeerscheinungen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Prostatabeschwerden
– was kann helfen?

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Wie äußern sich Prostatabeschwerden?

Probleme beim Wasserlassen bei Männern können Symptome der Vergrößerung der Vorsteherdrüse sein, der sogenannten Prostata. Der medizinische Begriff dafür lautet benignes Prostatasyndrom oder benigne Prostatahyperplasie, abgekürzt BPH. (Das Wort „benigne“ steht für gutartig).
Die Vergrößerung der Drüse ist schmerzfrei. Deshalb wird das Prostatasyndrom meist erst wahrgenommen, sobald Probleme beim Wasserlassen auftreten.

Weniger

Das vollständige Entleeren der Blase in vollem Strahl wird eingeschränkt. Die Harnblasenentleerungsstörung äußert sich in verzögertem Start des Wasserlassens. Der Strahl wird schwächer. Es bleibt das Gefühl zurück, die Blase nicht vollständig entleert zu haben.

Öfter

Die Toilette muss häufiger aufgesucht werden (Pollakisurie), auch nachts muss die Toilette aufgesucht werden (Nykturie).

Überfallartig

Oftmals entsteht der Harndrang sehr plötzlich, fast überfallartig (imperativer Harndrang oder Urgesymptomatik).

Speicherprobleme

Es kann zur Inkontinenz (Probleme, das Wasser zu halten) kommen, muss es aber nicht. Es kann zum Nachtröpfeln nach der Blasenentleerung kommen oder auch zu ungewolltem Absondern von Urin.

Komplikationen

Wenn die Blase gar nicht mehr entleert werden kann und voll ist (akuter Harnverhalt), können starke Schmerzen auftreten. Es muss dann sofort ein Katheter gelegt werden.
Es kann auch zu einer schleichenden Überdehnung der Blase kommen mit chronischem Harnverhalt. Ein Überlauftröpfeln kündigt diese Variante an, die behandelt werden muss. Ansonsten können die Nieren dauerhaft geschädigt werden.

Üblich ab 75 Jahren

Die Prostata kann sich auch schon bei jungen Männern vergrößern. Das Phänomen ist keine Krankheit, solange es sich um ein gutartiges Prostatasyndrom handelt. Ab dem Alter von 75 Jahren ist eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse bei fast allen Männern feststellbar.

Nicht automatisch Krebs

Die benigne Prostatahyperplasie ist weit verbreitet und gutartig. Sie hat nicht automatisch mit dem gefährlichen Prostatakrebs zu tun. In jedem Falle sollte jedoch der Befund ärztlich abgeklärt werden.

Wie entstehen Prostatabeschwerden?

Die Vorsteherdrüse liegt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre wie ein Ring. Wenn die Vorsteherdrüse an Volumen zunimmt, engt sie die Harnröhre ein. In der Folge bleibt ein Rest des Urins nach dem Wasserlassen in der Blase zurück.

Die genauen Ursachen für die gutartige Prostatavergrößerung sind noch nicht medizinisch erklärbar. Es werden Zusammenhänge mit starkem Übergewicht (Adipositas), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Bluthochdruck und erhöhten Cholesterinwerten vermutet. Möglicherweise spielt auch eine Fehlfunktion des Immunsystems eine Rolle.

Was kann helfen bei Prostatabeschwerden?

Je nach Ausfallen der Prostatavergrößerung und der Symptome reicht die Therapie von Operation bis zu pflanzlichen Heilmitteln in leichteren Fällen. Pflanzliche Präparate sehen auf eine sehr lange Tradition zurück.

Traditionelle Pflanzenheilkunde

Besonders wenn Naturheilmittel (Phytopharmaka) bereits frühzeitig eingesetzt werden, können sie die gutartige Prostatavergrößerung stoppen oder verlangsamen. Die Fertigarzneimittel dazu werden meist aus dem Arzneikürbis hergestellt, der Sägepalme oder der Brennnessel sowie Roggenpollenextrakt.

Linderung

Der Vorteil ist, dass die pflanzlichen Medikamente nahezu keine Nebenwirkungen besitzen. Extrakte aus der Brennnessel, Kürbiskernen oder der Sägepalme lindern das Nachtröpfeln des Harns, können den Harnstrahl stärken und den häufigen Harndrang lindern. Das Wachstum der Vorsteherdrüse kann möglicherweise verlangsamt oder gestoppt werden.
Eine medizinische Studie hat das synthetische Präparat Finasterid und ein Kombipräparat aus Brennnessel und Sägepalme verglichen. Die Erfolge waren nahezu gleichauf, mit 39 Prozent Rückgang der Prostatabeschwerden bei Finasterid und 37 Prozent beim pflanzlichen Präparat.

Gegen weiteres Wachstum

Roggenpollen und Afrikanische Pflaume werden verstärkt eingesetzt, um das Wachstum der Vorsteherdrüse zu stoppen. Ihnen wird eine entzündungshemmende Wirkung und die Senkung der Blutfülle in der Drüse zugesagt. 69 Prozent der Testpersonen in einer Studie haben Roggenpollen positiv bewertet. Zu der Afrikanischen Pflaume liegen keine Daten vor.

Pharmakologische Behandlung

Mit Alpha1-Rezeptorenblockern wie Alfuzosin, Doxazosin, Tamsulosin oder Terazosin soll die glatte Muskulatur am Blasenhals und in der Vorsteherdrüse entspannt werden. Dadurch wird der Harnfluss verbessert.
Die hormonelle Therapie setzt auch 5-Alpha-Reduktase-Inhibitoren ein. Das körpereigene Enzym 5-Alpha-Reduktase wird bei der Umwandlung des männlichen Geschlechtshormons gehemmt. Durch die verringerte Hormonwirkung wird die Prostata wieder kleiner.

Achtung

Hinter Problemen mit dem Wasserlassen können verschiedene medizinische Erkrankungen stehen. Keinesfalls sollte man sich mit der Selbstdiagnose begnügen. Ein ärztliches Abklären durch den Arzt oder Therapeuten ist unbedingt erforderlich.

Hinweis

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Flohsamenschalen (Psyllium)

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psyllium
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Natürliches Darmregulativ

Die Samenschalen der Pflanze Plantago ovata sind unter der Bezeichnung Flohsamenschalen, Indische Flohsamenschalen oder Psyllium ein gebräuchliches Heilmittel gegen Durchfall und Blähungen in der Alternativmedizin. Die Wegerichgewächse werden überwiegend in Indien, im Iran und Pakistan angebaut sowie in Frankreich und Spanien.

Hilfreiche Wirkung der dunkelbraunen glänzenden Samen

Die Darmflora profitiert von Flohsamenschalen, die das Wachstum nützlicher Bakterien im Magen-Darm-Trakt unterstützen. Es gibt Hinweise darauf, dass sie positiven Einfluss auf entzündliche Prozesse im Darm besitzen. Offenbar sind Flohsamenschalen in der Lage, Gallensäure im Darm zu binden und dadurch zu einer erhöhten Cholesterinausscheidung beizutragen.

Quellwirkung von Ballaststoffen

Unbestritten ist die Quellwirkung durch die Ballaststoffe in Flohsamenschalen. Sie binden mehr als das 50-fache an Flüssigkeit. Bei Verstopfung ebenso wie bei Durchfall helfen Sie, durch ein gesteigertes Volumen des Nahrungsbreis die Darmfunktion zu regulieren, die natürliche Muskelbewegung des Darms anzuregen (Peristaltik) und die Darmentleerung zu begünstigen. Der Stuhl wird weicher und lockerer.

Flohsamenschalen wird ein möglicher Effekt zur Unterstützung bei Diabetes zugesprochen. Durch die darmregulierenden Eigenschaften wird Zucker durch die Damwände weniger schnell ins Blut transportiert. Der Blutzuckerspiegel muss daher nicht so hoch ausschlagen und in der Folge auch der Insulinspiegel. Diese These gilt noch nicht als wissenschaftlich ausreichend fundiert für arzneilichen Einsatz.

Die Quellwirkung von Flohsamenschalen beginnt bereits im Magen. Das kann möglicherweise ein günstiger Effekt zur Unterdrückung des Hungergefühls bei Gewichtsreduzierung und hilfreich bei Adipositas.

Hinweis

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Blasentang (Fucus vesiculosus)

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Heilpflanze aus dem Meer

Blasentang (Fucus vesiculosus) ist eine Salzwasser-Algenart aus der Familie der Braunalgen mit hohem Jodgehalt, die bereits seit langer Zeit als Heilpflanze bekannt ist. Man findet sie auch unter weiteren volkstümlichen Bezeichnungen wie Höckertang, Meertang, Seetang, Schweinetang, Meereiche und Kelb. An Ost- und Nordsee, am Atlantik und dem pazifischen Ozean werden nach Stürmen oft große Teppiche aus Blasentang an die Strände geschwemmt. Der flache Stamm (Thallus) der bis zu einen Meter langen Alge ist stark verästelt. Charakteristisch sind die luftgefüllten Schwimmblasen, die der Pflanze Auftrieb im Wasser verleihen.

Verwendet wird der olivgrüne Blasentang in der Periode von Juni bis September. Die frische Ernte sollte für eine Anwendung sofort bei 60° getrocknet werden. Nach dem Trocknen wird der Blasentang braunschwarz. Die Heilwirkung basiert vor allem auf dem hohen Jodgehalt der Meerespflanze.

Ökologischer Nutzen für den Lebensraum

Blasentang bietet in seinen angestammten Meeresgewässern einen natürlichen Lebensraum für andere Meerestiere im Flachwasserbereich. Fische wie Hering oder Hecht nutzen die Algenpopulationen über steinigem und felsigem Untergrund als Versteck und Laichwiese. In der Ostsee können sich in einer Blasentangpflanze bis zu 300 Kleinstlebewesen aufhalten wie Muscheln und Schnecken, Flohkrebse, Krabben, Würmer und Seepocken.

Ein Mittel mit langer Tradition

Von Plinius dem Älteren ist die Bezeichnung „Meereiche“ für Blasentang überliefert, vermutlich weil die gewellten Blätter Eichenblättern ähneln. Als Nahrungs- und Heilpflanze war die Pflanze seit dem Altertum in der Volksheilkunde bekannt. Als 1811 das Element Jod entdeckt worden war, wurde Jod zunächst hauptsächlich aus Blasentang gewonnen. Jod kam in der Therapie gegen Schilddrüsenunterfunktion, Kropfbildung und Adipositas (Fettsucht) zum Einsatz. Heute setzen Medizin und Lebensmittelindustrie eher auf Jodsalze, weshalb der Blasentang aus der Mode gekommen ist.

Blasentang wird in manchen Küstenregionen als Viehfutter eingesetzt. In Europa wird es aufgrund seiner quellenden Wirkung (Alginsäure) als ein Gelatineersatz in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Und die japanische Küche schätzt Blasentang als frisches Gemüse.

Stimulierende Wirkung

In Kosmetika findet die Pflanze weiterhin Verwendung sowie bei äußerlich anwendbaren Mitteln wie beispielsweise Bäder zur Linderung von rheumatischer Arthritis. Traditionell galt die Meinung, dass Blasentang den Grundumsatz erhöht und den Stoffwechsel anregt. Im 19. Jahrhundert wurde der Tang auch gegen Adipositas und gegen Sodbrennen angewendet. Aus diesem Grund findet man ihn auch heute noch als Bestandteil zahlreicher Schlankheits- und Diätmittel mit traditionellen Rezepturen und als Abführmittel. Die Einreibung gegen Schuppenflechte liegt nahe, da auch Meereswasseranwendungen bei dieser Hauterkrankung lindern.

Gegenanzeigen für die Anwendung von Blasentang

Der Jodgehalt von Blasentang kann sehr stark schwanken und je nach Örtlichkeit unterschiedlich ausfallen. Deshalb wird er in kontrollierter Form oft als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Bei der Einnahme von Blasentangpräparaten über einen längeren Zeitraum kann es allerdings zu Störungen des Stoffwechsels, Jodallergie und zu verminderter Aufnahme von Eisen kommen und insbesondere bei Schilddrüsenstörungen sollte auf die Einnahme verzichtet werden. Der hohe Natriumgehalt kann sich erschwerend bei Bluthochdruck auswirken oder störend bei der Einnahme von blutdrucksenkenden Mitteln. Für Schwangere und Kinder sowie Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion, Herzerkrankungen und Bluthochdruck ist die Verwendung nicht geeignet.

Inhaltsstoffe

Alginsäure, Ascorbinsäure, Beta-Sitosterol, Diiodtyrosin, Eisen, Fucose, Fucoxanthin, Jod, Laminarin, Mannitol, Polyphenole.

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Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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Rückenschmerzen
– was kann helfen?

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Wie äußern sich Rückenschmerzen?

Drei von vier Deutschen leiden irgendwann einmal unter Rückenschmerzen. Nach wie vor gehören Rückenschmerzen zu den häufigsten Gründen für Krankschreibungen. Vitalstoffe aus gesunder Ernährung können einen wichtigen Beitrag zur Rückengesundheit leisten.

Der Preis für den aufrechten Gang

Das Schlüsselereignis in der Evolution des Menschen vor fünf Millionen Jahren bescherte ihm den aufrechten Gang. Die Wirbelsäule war an diese Herausforderungen jedoch nicht angepasst.
Die neue Fortbewegungsart kann Belastungen im Unterleib wie Hüftgelenksarthrosen, Bandscheibenvorfälle, Senk- und Plattfüße oder Krampfadern in den Beinen zur Folge haben. Natürlich ist auch der Rücken selbst stark beansprucht. Deshalb kennt praktisch jeder Mensch Rückenschmerzen.

Die häufigste Ursache für Rückenschmerzen

Muskelverspannungen oder Muskelschwäche können zu heftigen Rückenschmerzen führen, die häufigste Ursache für Rückenschmerzen. Da Muskeln die Wirbelsäule stützen und sie aufrecht halten, sind sie permanent im Dienst.
Die Bandscheiben werden durch den aufrechten Gang als Federung für Stöße und Stolperer stark beansprucht. Ab dem Alter von etwa 30 Jahren verlieren sie an Elastizität. Bandscheibenvorfälle können ausgesprochen schmerzhafte Rückenschmerzen verursachen.

Auch wenn es simpel klingt: Viel trinken hilft, die Bandscheiben geschmeidig zu halten.

Die verschiedenen Wirbelsäulenabschnitte werden unterschiedlich stark beansprucht und entsprechend treten Rückenschmerzen in manchen Regionen häufiger auf als in anderen. Am häufigsten ist die Lendenwirbelsäule von Beschwerden betroffen, etwa in zwei Dritteln der Fälle äußert sich das in Kreuzschmerzen. Die Halswirbelsäule ist in etwa einem Drittel der Fälle an Schmerzen beteiligt. Und ein verschwindend geringer Anteil entfällt auf Rückenschmerzen, die von der Brustwirbelsäule herrühren.

Wie entstehen Rückenschmerzen?

Muskelverspannungen entstehen durch Fehlhaltung oder einseitige Belastung. Übergewicht, eine sitzende Tätigkeit und Bewegungsmangel befördern die Beschwerden, deshalb spricht man bei Rückenschmerzen gerne von einer Zivilisationskrankheit. Essentiell ist eine gesunde und trainierte Muskulatur, um Rückenschmerzen zu vermeiden.
Andere Ursachen können rheumatische Erkrankungen sein mit entzündlichen Gelenken, Bandscheibenvorfälle oder Osteoporose mit Knochenschwund und Brüchen (Versinterung) der Wirbelkörper, erkennbar am sogenannten „Rundrücken“, sowie diverse andere Vorerkrankungen.

Das kann helfen bei Rückenschmerzen
  • Abnehmen ist ein sehr wirkungsvolles Mittel gegen Rückenschmerzen. Jedes Kilo am Bauch zieht in eine Hohlkreuzhaltung und belastet die Wirbelsäule. Verspannung und Schmerzen können die Folge sein.
  • Wärme, Entspannung und Massagen helfen gegen Muskelverspannung. Das Auflegen von Chili-Kompressen kann durch den Wirkstoff Capsaicin schmerzlindernd wirken und regt die Durchblutung an. Sofort wird pulsierende Wärme spürbar. Viele Wärmeelemente basieren auf diesem Effekt.
  • Sehr wichtig ist ein gezieltes Rückentraining, damit die Muskulatur die Wirbelsäule zuverlässig stützen kann. Grundsätzlich gilt, dass in Bewegung bleiben besser ist, als Schonhaltung und dauerhaftes Ausruhen.

Vitalstoffe für Rückengesundheit

  • Für die Stabilität des Skeletts ist ein gesunder Knochenbau unabdingbar, ebenso wie gesunde Gelenke, Sehnen und Bandscheiben sowie die unterstützende Collagenstruktur und Muskeln.
  • Vitamin C ist am Collagenstoffwechsel beteiligt und an der Produktion von Proteinen, aus denen die Knochen und das stützende Collagengerüst größtenteils bestehen. Es kann die Zellen stimulieren, die für den Knochenaufbau essentiell sind. Ein Mangel an Vitamin C kann zum Abbau von Knochensubstanz führen.
  • Vitamin C kann die Wirkung von Vitamin E verstärken. Das zellschützende Vitamin E wiederum schützt vor Freien Radikalen, die bei Entzündungen, Krankheit oder Verletzungen verstärkt die Zellmembranen angreifen. Seine antioxidativen Eigenschaften machen das Vitamin zu einem effizienten Gesundheitsförderer.
  • Vitamin K ist im Knochenstoffwechsel in die Produktion von Eiweißen für die Knochensubstanz eingebunden (Osteocalcin). Das Sonnenvitamin D unterstützt die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung im Blut und sorgt für den richtigen Einbau des Minerals in die Knochenstruktur.
  • Vitamin A ist notwendig für das Knochenwachstum. B5 und B12 senken das Risiko für Knochenschwund und wirken vorbeugend gegen Gelenkentzündung. Eine gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen kann zur Rückengesundheit oftmals mehr beitragen, als gedacht.
  • Fett und Alkohol sollten gemieden werden.

Gegen Entzündungen und Schmerzen

  • Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend. Die lindernde Wirkung bei schmerzhaften entzündlichen und rheumatischen Beschwerden kann zu einer Entspannung der Muskeln führen.
  • Die Kombination von MSM (Methylsulfonylmethan, eine organische Schwefelverbindung), Glukosamin und Chondroitin kann die Nährstoffversorgung der Gelenke positiv beeinflussen und für einen Wiederaufbau von Knorpelgewebe und Gelenkschmiere vorteilhaft sein. Die spezielle Kombination der Wirkstoffe steigert die Wirkung der Einzelsubstanzen durch eine verbesserte Aufnahme. Die Entspannung von Muskeln kann Schmerzen verringern, die von Muskelverspannung herrühren, einer häufigen Ursache für Rückenschmerzen.

Durchblutung

Heilkräuter wie Rosmarin, Arnika, Kampfer und Menthol fördern die Durchblutung. Sie sind unter anderem in der sogenannten „Pferdesalbe“ enthalten.

Spurenelemente

  • Magnesium und Kalzium unterstützen die Knochenbildung und sorgen für Knochendichte, die wichtig für die Wirbelsäule ist. Sie können auf die Muskelentspannung eine positive Wirkung haben.
  • Der Mineralstoff Zink ist beteiligt an der Zellneubildung und für die Knochendichte unabdingbar.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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