Statine mit hohen Nebenwirkungen

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Atorvastatin gegen hohe Cholesterinwerte

Das Pharmaunternehmen Pfizer vertreibt den Wirkstoff Atorvastatin in Deutschland für rezeptpflichtige Mittel wie Lipitor ®, Sortis ® oder Atoris ®. Es gehört zur Familie der Statine. Diese Mittel werden eingesetzt, um die Cholesterinwerte in den Griff zu bekommen. Aber die Nebenwirkungen übertreffen den Nutzen bei Weitem.

Natürliche Leberfunktion eingeschränkt

Der Wirkstoff Atorvastatin in diesen Medikamenten verändert die Leberfunktion. Die Wirksamkeit eines speziellen Leberenzyms, das Cholesterin produziert wird dadurch reduziert: Die Leber kann besser Lipoprotein geringer Dichter (LDL) binden, wodurch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle sinkt. Bei Patienten mit schwerem Gefäßvorfall werden Statine vorbeugend verschrieben. Immer, wenn natürliche Funktionen eingeschränkt werden, führt das an anderer Stelle zu Problemen.

Risiko höher als der Nutzen?

Das University College London (UCL) und die Universität Glasgow untersuchen den Nutzen und die Risiken, die der Wirkstoff Atorvastatin in sich birgt. Laut ihren Untersuchungen steigt das Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken und an Gewicht zuzunehmen mit der Einnahme von Statinen. Eine umfassende Analyse über die Mechanismen wie Statine das Diabetes-Risiko erhöhen, wurde vorgelegt. Demnach erhöht sich das Risiko für Diabetes Typ 2 um 12%.

Aussagekräftige Studien

Über einen Zeitraum von vier Jahren nahmen 130 000 Testpersonen an Studien teil, die die Wirkung von Statinen auf die Häufigkeit von Herzerkrankungen und Schlaganfällen untersuchten. Gleichzeitig wurde auch das Diabetes-Risiko ermittelt. Dieses Risiko stieg um 12%. Der Grund liegt in der Tatsache, dass Statine und Varianten von enzymkodierenden Genen in den Leberzellen ähnliche Wirkung erzielen: Gewichtszunahme und erhöhtes Diabetes-Risiko.

„Häufig auftretende Varianten in dem Gen, das dieses Leberenzym kodiert, werden mit einem geringeren LDL-Cholesterinwert in Verbindung gebracht. Unter Berücksichtigung der Werte von bis 220 000 Personen kamen wir zu dem Schluss, dass diese genetische Variante auch mit einem höheren Gewicht und einem leicht erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung steht.“
(Dr. Daniel Swerdlow, UCL-Institut für kardiovaskuläre Wissenschaft, Mitautor der Studie)

Folgen der genetischen Abweichung

Professor Aroon Hingorani, ein weiterer Autor der Studie, stellt fest, dass die Unterdrückung der natürlichen Leberfunktion auf lange Sicht zu Stoffwechselproblemen führt. Mithilfe der genetischen Ergebnisse der Studie könne man erklären, wie Statine das Gewicht und das Diabetes-Risiko erhöhen. Die Auswirkungen der genetischen Varianten seien allerdings um diverse Größenordnungen kleiner als die Auswirkungen von Statinen.

„Die Effekte waren sehr viel kleiner als bei der Statin-Behandlung, aber die genetischen Ergebnisse sprechen dafür, dass die in der Studienanalyse beobachtete Gewichtszunahme und das Diabetes-Risiko mit dem bekannten Handlungsmechanismus von Statinen in Zusammenhang stehen und nicht mit einem anderen unbeabsichtigten Effekt.“
(Dr. Daniel Swerdlow, UCL-Institut für kardiovaskuläre Wissenschaft, Mitautor der Studie)

Gefährliche Empfehlungen

Unerwünschte Nebenwirkungen wie Diabetes Typ 2 sind ein guter Grund vor pauschalen Empfehlungen Abstand zu nehmen. Das UK National Institute for Health and Care Excellence empfiehlt aber Ärzten, Statine Patienten zu geben, die innerhalb der nächsten zehn Jahre eine um mindestens 10% höhere Wahrscheinlichkeit aufweisen, eine kardiovaskuläre Erkrankung zu bekommen. Also wird Ärzten empfohlen Statine vorbeugend einzusetzen. Statine sind aber eine riskante Methode, wenn man kardiovaskuläre Erkrankungen verhindern will.

Alternativen zu Statinen

Wie können die Cholesterinwerte wirksam und ohne Nebenwirkungen kontrolliert werden? Führen Statine auf die falsche Fährte? Wie können Ärzte ihre Patienten besser ermutigen, für gesunde Gefäße zu sorgen?

„Viele Patienten, die für eine Statin-Behandlung infrage kämen, würden auch von einer Änderung des Lebensstils profitieren, unter anderem mehr körperliche Aktivität, mehr gesunde Ernährung und ein Verzicht aufs Rauchen. Die in dieser Studie beobachteten mäßigen Anstiege von Gewicht und Diabetes-Risiko lassen sich durch eine gesündere Ernährung und eine gesündere Lebensweise einfach ausgleichen. Wenn man im Gespräch mit diesen Patienten bekräftigte, wie wichtig eine Umstellung der Lebensweise ist, würde das den Nutzen der Statin-Behandlung mit Blick auf die Prävention von Herzinfarkten und Schlaganfällen weiter vergrößern.“
(Professor Naveed Sattar, Mitautor der Studie)

Gesündere Lebensweise

Eine Umstellung der Lebensweise unterstützt Ihre Leber auf ganz natürliche Weise und besprechen Sie Alternativen mit Ihrem Therapeuten.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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