Sekundäre Pflanzenstoffe (Phytamine)

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Unterschätzte Supersubstanzen

Sekundäre Pflanzenstoffe werden von Pflanzen zu unterschiedlichsten Zwecken produziert. Lange hielt man diese Inhaltsstoffe für unwichtig. Inzwischen hat man erkannt, dass sekundäre Pflanzenstoffe einen unschätzbaren Gesundheitswert für den Menschen besitzen. Ihre Wirkkraft reicht bis zu einer Minderung des Krebsrisikos.

Bis heute sind über 30.000 sekundäre Pflanzenstoffe bekannt, rund 10.000 davon in essbaren Pflanzen. Wichtig ist die Frische der Lebensmittel, um möglichst viele sekundäre Pflanzenstoffe aufzunehmen. Da einige unter ihnen temperaturempfindlich sind, wird eine schonende Garmethode empfohlen.

Natürlich und bioaktiv

Zehn verschiedene Gruppen von strukturell unterschiedlichen sekundären Pflanzenstoffen werden unterschieden. Für ihre gesundheitsförderliche Wirkung sind besonders wichtig die folgenden vier Gruppen.

Carotinoide

Die bekannteste Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe sind die Carotinoide. Ihr Name leitet sich ob von Betacarotin, dem Pflanzenfarbstoff, der auch als Provitamin A bezeichnet wird. Die Karotte ist besonders reich an Betacarotin, doch es ist in zahlreichen gelb-orangenen Gemüse- und Obstsorten enthalten, wie beispielsweise in Pfirsich, Aprikose, Mango, Papaya, Sanddorn, Süßkartoffel, Kürbis und Karotte. Es kommt auch in grünen pflanzlichen Lebensmitteln vor wie in Brokkoli, Chicoree, Kresse, Portulak, Spinat, Mangold und Feldsalat. Als stark antioxidativer Stoff dient Betacarotin unter anderem als Radikalfänger und schützt die Membran und die Erbsubstanz der Zellen. Es wird im Allgemeinen als vorbeugend gegen den Alterungsprozess und viele Ziviliationskrankheiten angesehen, nicht zuletzt als ein Schutzfaktor gegen Krebs.

Vom Betacarotin leitet sich der Name der gesamten Gruppe der Carotine mit über 600 bekannten Varianten ab. Sie sind fettlöslich und können im menschlichen Körper nur zusammen mit Fett verarbeitet werden.

Flavonoide

Bioflavonoide oder Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativen Eigenschaften. Als Pflanzenpigmente in der äußeren Schale, in Blüten und Blättern schützen sie die Zellen und Proteine vor oxidativem Stress. Die Biosynthese von Flavonoiden in der Pflanze erfordert Licht. Ihre Speicherung erfolgt vor allem in der Vakuole.

Zu den Flavonoiden gehören die hochwirksamen Anthocyane, der Farbstoff in Blaubeeren und Brombeeren. Es existiert eine große strukturelle Vielfalt der Flavonoide.

Diverse flavonoidhaltige Arzneidrogen und Reinstoffe werden bereits therapeutisch genutzt. Wegen der gefäßschützenden Eigenschaften finden sie in Venenmitteln Verwendung. Studien weisen auf einen positiven Einfluß bei Herz-Kreislauferkrankungen hin. Zu den wichtigsten Eigenschaften der Flavonoide gehört ihre antioxidative Wirkung. Hinzu kommt die antiallergische und antiphlogistische Wirkung, sowie antivirale und antimikrobielle Wirkung. Im Fokus der aktuellen Forschung stehen möglich Zusammenhänge zwischen Flavonoiden und der Vorbeugung gegen Krebsleiden.

Glucosinolate

Glucosinolate sind als natürliche Biosubstanzen in allen Kohlarten reichlich enthalten. Sie stecken auch in Radieschen, Rettich und Kresse. Für die Vorbeugung von Krebsrisiken spielen diese sekundären Pflanzenstoffe eine große Rolle. Man geht davon aus, dass sie die körpereigene Entgiftung unterstützen. Sie wirken hemmend auf die Verbreitung und das Wachstum von schädlichen Mikroorganismen und können das Risiko verringern, an einem Magengeschwür zu erkranken.

Sulfide

Sulfide stecken in Knoblauch, Zwiebeln, Schnittlauch und Lauch. Sie sind verantwortlich für den scharfen Geschmack dieser Lebensmittel. Sulfide wirken verdauungsfördernd und können Cholesterinablagerungen in den Arterien vorbeugen. Damit wirken sie präventiv gegen Arteriosklerose, Bluthochdruck und letztlich auch gegen das Infarktrisiko. Diese sekundären Pflanzenstoffe können dem Risiko für Magen- und Darmkrebs entgegenwirken.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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