Salbei (Salvia officinalis)

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salbei
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Salbei im Garten, der Tod kann warten

Salbei (Salvia) ist eine Gewürz- und Heilpflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Außer in Australien und an der Antarktis ist Salbei überall auf der Welt verbreitet. Bereits der Name Salbei deutet auf seine Bedeutung als Heilpflanze hin, da er sich von lat. salvare, heilen ableitet. Viele Salbeiarten werden als Heilpflanzen genutzt, der Heilsalbei (Salvia officinalis), auch Echter Salbei genannt, gilt als die heilkräftigste.

Inhaltsstoffe

Hauptwirkstoff sind die ätherischen Öle mit Thujon, Linalool, Cineol, Gerbstoffen und Bitterstoffen. Hinzu kommen zahlreiche Flavanoide, unter anderem mit Kaffeesäure und Rosmarinsäure. Thujon gilt als im Dauergebrauch tendenziell giftig.

Wirkung

Salbei wirkt astringierend (zusammenziehend), antioxidativ, antibakteriell, antiviral (sogar gegen den Herpesvirus) und antimikrobiell und wird daher als Auszug zum Gurgeln verwendet bei Entzündungen in Mund oder Rachen und als Salbeitee. Das Heilkraut besitzt eine schweißhemmende Wirkung, die zurückgeführt wird auf einen Effekt im Wärmeregulationszentrum im Mittelhirn. Salbei hat auch verdauungsfördernde Wirkung. Die Bekömmlichkeit fetter Speisen kann durch Salbei positiv unterstützt werden, wobei sehr praktisch ist, dass Salbei auch als getrocknetes Kraut wirksam bleibt. Das ätherische Öl wirkt auf die Magenwand ein und regt zu einer verstärkten Bewegung im Magen-Darm-Trakt und Produktion von Magensäften an.

Achtung

Das enthaltene Thujon aus den ätherischen Ölen kann zu erhöhter Herzfrequenz und gegebenenfalls zu Krämpfen führen und gilt als leicht giftig. Bei Anwendung als Salbeitee ist nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen. Jedoch sollte bei hohen Dosierungen oder Dauergebrauch darauf geachtet werden.

Aus Pestzeiten

Es wird überliefert, dass während der großen Pestepidemie von Toulouse im Jahre 1630 eine Bande von Dieben gefasst wurde, die Pestleichen ausplünderten und von der hochinfektiösen Krankheit nicht angesteckt wurden. Ihnen wurde die Freilassung und das Leben in Aussicht gestellt, wenn sie ihr Geheimnis verrieten. Ihr Elixier bestand aus in Essig eingelegtem Salbei neben anderen Kräutern wie Thymian, Lavendel und Rosmarin. Die desinfizierenden Eigenschaften von Salbei wurden von sehr vielen Ärzten des Mittelalters geschätzt.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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