Phosphatidylserin

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phosphatidylserin
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Ein Gedächtnis-Lipid

Phosphatidylserin ist ein Molekül aus der Gruppe der Phosphorglyceride. Es handelt sich um ein natürliches Phospholipid, das für die Reizübertragung im Gehirn zuständig ist. Phosphatidylserin wird teilweise im Körper synthetisiert und teilweise durch die Nahrung zugeführt.

Gedächtnisleistung

Phosphatidylserin unterstützt den Aufbau der Zellmembran. Im Gehirn sind gesunde Zellmembrane eine wichtige Voraussetzung für die neurologischen Funktionen. Im Gehirn liegt Phosphatidylserin in hoher Konzentration vor, wo es an der Wiederherstellung von flüssigen und funktionsfähigen Membranen und Rezeptoren beteiligt ist und die Voraussetzungen für die Arbeit der Nervenzellen schafft. Seine chemische Beschaffenheit als negativ geladenes Molekül, das sich besonders gerne an Transmembranproteine bindet, verleiht dem Stoff eine einzigartige Palette an Funktionen zur Strukturbildung und Regulation der Signalübertragung.

Phosphatidylserin ist beteiligt an kognitiven Vorgängen im Gehirn, an der Speicherung und der Abrufung von Informationen. Damit stehen Lernfähigkeit, Gedächtnisleistung, Konzentrationsvermögen und Abrufbarkeit von Gedächtnisinhalten in Abhängigkeit von dem Phosphorlipid.

Die Signalübertragung im Gehirn wird beeinträchtigt, wenn nicht genügend Phosphatidylserin zur Verfügung steht. Als Ausgleich kann es in der Folge zur Ausschüttung von Stresshormonen kommen.

Gedächtnisverlust

Man vermutet, dass Demenz und andere kognitive Dysfunktionen von Phosphatidylserin günstig beeinflusst werden können. Internationale klinische Untersuchungen haben vor mehr als zwei Jahrzehnten eine Verbesserung bei Patienten mit altersbedingten Gedächtnisstörungen dokumentiert, wie Phosphatidylserin die Gedächtnisleistungen enorm verbessert hat. Insbesondere betraf das die Wiedererkennung von Gesichtern und Abrufbarkeit von Namen und Orten sowie das Behalten von Informationen. Die renommierte Medizinzeitschrift neurology veröffentlichte die Ergebnisse.

Die Verwendung von Phosphatidylserin zur Verbesserung von Gedächtnis und Lernfähigkeit ist weit verbreitet. Die Einnahme zeigte offenbar keinerlei unerwünschte Wirkung.

Vorkommen

Insbesondere Innereien zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an Phosphatidylserin aus. Da Innereien nicht mehr automatisch zum Speiseplan des Menschen im 21. Jahrhundert gehören, wird oftmals weniger Phosphatidylserin aufgenommen, als eine ausgewogene Ernährung es vermuten ließe. Der Tagesbedarf für einen gesunden Erwachsenen liegt bei rund 200 bis 300 Milligramm Phosphatidylserin.

Mangel

Ein Mangel an Phosphatidylserin kann unter Umständen Konzentrationsstörungen und Gedächtnisleistung negativ beeinflussen und zu Hyperaktivität bei Kindern fördern. Es kann möglicherweise zu mentalem Stress und Stimmungsschwankungen kommen.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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