Opioide: Nebenwirkung Verstopfung

verstopfung
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Schmerzmittel bescheren Schmerzen

Opioide: Eigentlich sollen sie die Schmerzen bekämpfen. Aber die Nebenwirkungen sind so groß, dass die Lebensqualität der Patienten ganz erheblich beeinträchtigt wird. Ein Drittel aller Schmerzpatienten bricht die langfristige Opioidtherapie aus diesem Grund ab. Sind die Schmerzen durch pharmazeutische Opioide nun langfristig größer, als ihr Nutzen?

Opioide

Opioide ist ein Sammelbegriff für eine chemisch uneinheitliche Gruppe synthetischer Substanzen, die morphinartige Eigenschaften aufweisen. Sie wirken an den sogenannten Opioidrezeptoren. Der Körper selbst kann Opioide produzieren, die eine Rolle bei der Schmerzunterdrückung im Rahmen der Stressreaktion spielen. Gemeint sind in diesem Artikel jedoch die exogenen, also durch Medikamente zugeführten pharmazeutischen Opioide.

Unangenehme Nebenwirkungen

Am American College of Gastroenterology wurde die häufigste Nebenwirkung von Opioiden untersucht: Schwere Verstopfung. Die Schmerzmedikamente dieser Gruppe legen also eine zentrale Körperfunktion lahm. Der Körper wird gezwungen, seine eigenen Abfälle zu konsumieren.

Die Opioide verursachen diese Nebenwirkung, indem sie sich an spezielle Rezeptoren im Verdauungstrakt und im zentralen Nervensystem ankoppeln. Die reduzierte Darmtätigkeit wird durch direkte und indirekte anticholinergische Mechanismen ausgelöst. Diese Medikamente zerstören so die natürliche Intelligenz des Körpers. Die Botschaft, die dem Körper mitteilt, wann es Zeit ist, den Darm zu entleeren, wird blockiert.

„Eine der häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen einer chronischen Opioidtherapie ist Verstopfung. Bis zu 95 Prozent der Patienten, die ein Opioid erhalten, klagen über Verstopfung als Nebenwirkung, und zwar schon recht bald nach Einnahme der ersten Dosis.“
(Australian Pain Society)

Warum Verstopfung gefährlich ist

41 Prozent aller Patienten, die über einen Zeitraum von bis zu acht Wochen ein orales Opioid einnahmen, leiden an einer sogenannten opioidinduzierten Obstipation. Ein erhöhtes Obstipationsrisiko haben statistisch gesehen eher Frauen. Weitere ungünstige Faktoren sind verminderte körperliche Aktivität, reduzierter Allgemeinzustand, reduzierter Volumenstatus und höheres Lebensalter.

Bei einer Obstipation wird der peristaltische Reflexe gehemmt. Der Darm „knetet“ den Speisebrei nicht mehr richtig durch, so dass sich die Verweildauer im Darm verlängert. Das hat schwerwiegende Folgen: Dem Speisebrei wird mehr Wasser entzogen, was zu trockenem und hartem Stuhl führt. Durch den Rückstau der Exkremente bleiben unbrauchbare und belastende Substanzen zu lange im Körper und verunreinigen damit das Blut. Magen, Dünn- und Dickdarm produzieren nur vermindert Sekrete, so dass es zu seltenen und sehr schmerzhaften Stuhlentleerungen kommt.

Weitere unangenehme Begleiterscheinungen können sein:

  • Völlegefühl
  • Bauchdruck/-schmerzen
  • Blähungen
  • Harninkontinenz
  • Risse im Anus
  • Blutungen im Analbereich
  • Magenkrämpfe
  • Darmverschluss

Die Lebensqualität der Patienten wird durch die Einnahme von Opioiden ganz erheblich beeinträchtigt. Das Schmerzmittel beschert also selbst langfristige Schmerzen.

Grundlage für Krankheiten und chronische Entzündungen 

Sind die Schmerzen durch pharmazeutische Opioide nun langfristig größer, als ihr Nutzen? Ist die Abschaltung einer so wichtigen Körperfunktion wie die Verdauung nicht eine perfekte Grundlage für Krankheiten und chronische Entzündungen?

„Einige Patienten würden eher chronische Schmerzen ertragen wollen, als an der schweren Verstopfung zu leiden, die als Folge einer langfristigen Opioidtherapie entstehen kann. Einer Studie zufolge setzte ein geschätztes Drittel der Patienten mit der Einnahme von Opioiden aus, verringerte die Dosis oder setzte das Mittel ganz ab, um einen normalen Stuhlgang zu erleichtern.“
(Australian Pain Society)

Zumal sich der Körper auch nach dem Absetzen des Mittels schwer damit tut, zum normalen Stuhlgang zurückzukehren. Das hat schwächenden Folgen auf den gesamten Körper. Seit Jahrzehnten sind Opioide im Einsatz, aber erst nach und nach wird zunehmend auch auf die Nebenwirkungen hingewiesen.

„Erst jetzt beginnen wir die zahlreichen Nebenwirkungen von Opioiden zu verstehen und zu erkennen. Verstopfung, Übelkeit, Emesis [Erbrechen], Pruritus [Juckreiz], Atemdepression und Somnolenz [Benommenheit mit abnormer Schläfrigkeit] sind gut dokumentiert. Nicht so gut bekannt sind Auswirkungen auf die Immunfunktion, auf den Harnverhalt, Endokrinopathien, Refluxösophagitis [Sodbrennen], Gastroparese, Schlafapnoe, das kardiovaskuläre System, Osteoporose, Gefühle, Dentition und Nierenfunktion.“
(Practical Pain Management)

Bessere Ansätze zum Schmerzmanagement

Synthetisch hergestellte Medikamente haben einen entscheidenden Nachteil: Chemische Arzneimittel kopieren die Natur und bestehen meist nur aus Einzelstoffen. Das Zusammenspiel der naturgegebenen Stoffe fehlt hier und daher sind diese Mittel mit erheblichen Nebenwirkungen belastet. Natürliche Präparate setzen sich meist aus den Stoffen der ganzen Pflanze zusammen und diese entwickeln dann in Synergie die gewünschten Heilkräfte bzw. regen die Selbstheilung des Organismus an.
Pflanzliche Heilpflanzen-Produkte rufen in den seltensten Fällen Nebenwirkungen hervor. Sie vertragen sich in der Regel gut mit anderen Medikamenten. Es gibt diverse Lebensmittel, Kräuter und Gewürze mit entzündungshemmenden Bestandteilen, die Schmerzen lindern und gleichzeitig für eine gute Verdauung und eine gute Gehirnfunktion sorgen. Sie lindern die Schmerzen und arbeiten mit dem Körper und nicht gegen ihn. Hier einige entzündungshemmende pflanzliche Mittel:

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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