Nierensteine
– was kann helfen?

nierensteine
© underdogstudios – fotolia.com

Wie äußern sich Nierensteine?

Nierensteine (auch Nephrolithen, Calculus renalis, Nierenkonkrement, Nierengrieß bei vielen kleinen Nierensteinen) sind Harnsteine aus kristallinen Ablagerungen im Nierenbeckenkelchsystem. Kleinere Nierensteine bis zu einem Durchmesser von sechs Millimetern gelangen oft unbemerkt durch den Harnleiter in die Blase und werden von dort mit dem Urin ausgeschieden.
Eine schmerzhafte Nierenkolik verursachen die größeren Nierensteine, wenn sie sich im Harnleiter festklemmen und es zu krampfartigen Muskelanspannungen kommt. Wellenartige Schmerzen im Unterleib sind die Folge. Durch die Verstopfung der Harnröhre kann es zu Urinstau kommen und die Niere kann Schaden nehmen. Möglich sind auch Blutspuren im Urin.

Komplikationen

Es kann zu einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kommen oder einer Harnvergiftung im Blut (Urämie).

Wie entstehen Nierensteine?

Wenn Salze und andere Harnbestandteile im Urin nicht mehr löslich bleiben und anfangen, Kristalle zu bilden, spricht man von Nierensteinen. Es gibt sie in unterschiedlichsten Formen und chemischen Zusammensetzungen.
Die Bildung von Nierensteinen kann viele Ursachen haben. Die steinbildenden (lithogenen) Harnbestandteile können unter anderem durch Flüssigkeitsmangel zunehmen, durch Gicht, zu viel Kalziumphosphat bei gestörter Nierenfunktion oder Infektionserkrankungen.

Medizinische Methoden

Schulmedizinisch gibt es eine ganze Reihe von Therapien, die zum Ziel haben, den Nierenstein zu entfernen. Eine Zertrümmerung durch Stoßwellen, Laser oder Ultraschall mit oder ohne eingeführtem Endoskop oder Röhre soll für kleine Stückchen sorgen, die auf natürlichem Wege ausgeschwemmt werden können.
Hinzu kommen mechanische Entfernungsmethoden mit Sonden, Zangen oder Schlingen.

Das kann helfen bei Nierensteinen

Wenn ein Patient bereits Nierensteine ausgebildet hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er erneut Nierensteinen bekommt. Deshalb ist es wichtig, auf die Ernährung zu achten, um das Risiko möglichst zu minimieren.

Regel Nr. 1 – Trinken

Viel trinken, so lautet die Regel Nummer 1. Es sollten täglich mindestens 2,5 Liter Urin ausgeschieden werden. Geeignet sind Wasser oder Kräuter- oder Früchtetees.
Cystinstein-Bildner sollten sehr viel Wasser trinken, mindestens drei Liter täglich, davon einen Liter in der Nacht. Dadurch kann die Konzentration von Cystin im Harn gesenkt werden.

Regel Nr. 2 – Essen

Der Gehalt an steinbildenden Substanzen wie Citrat, Creatinin, Kalzium, Natrium, Harnsäure und Oxalat sollte ärztlich geprüft werden. Entsprechend sollten ernährungsphysiologische Konzepte angewendet werden.

Wissenswertes zu Kalzium

Früher wurde empfohlen, Kalzium zu meiden. Inzwischen hat man herausgefunden, dass es schadet, Kalzium ganz wegzulassen.
Eine kalziumreiche Ernährung kann beispielsweise das Oxalat bereits im Darm binden, so dass es gar nicht mehr in hoher Konzentration in die Nieren gelangt und dann im Harn Kristalle ausbilden kann. Oxalat-Steinbildner sollte daher Milchprodukte zu sich nehmen und andere kalziumhaltige Lebensmittel.
Medikamente zur Neutralisierung der Magensäure (Antazida), die auch Kalzium enthalten, sollten aber vermieden werden.

Diese Lebensmittel meiden

  • Folgende oxalatreiche Lebensmittel sollten unter anderem vermieden werden: Kaffee, Cola, Tee, Weizenkleie, Erdbeeren, Rhabarber, Spinat, Schokolade und Nüsse sowie nicht fermentierte Sojaprodukte.
  • Säuernde Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Geflügel enthalten eine große Konzentration an Purinen und sind daher nicht zuträglich. Der Abbau der Purine senkt den ph-Wert im Urin zu stark.

Heilkraft der Pflanzen

  • Die Hausmedizin kennt einen Tee zur Auflösung von Nierensteinen aus Echtem Labkraut oder Löwenzahnwurzeln. Der Abtransport auf natürlichem Wege soll erleichtert werden.
  • Entkrampfend und entzündungshemmend soll ein Heiltee aus Echtem Katzenbart oder Goldrute (Orthosiphon) wirken. Dadurch entsteht ein schmerzlindernder Effekt.

Zitrone

  • Positiv wirkt sich offenbar Kaliumcitrat aus, ein Kaliumsalz der Zitronensäure, das es in Pulverform gibt. Auch purer Zitronensaft hat bereits positive Effekte gezeigt. Gegen Harnsäure-Nierensteine und Kalziumsteine scheint Citrat als vorbeugende Massnahme gut zu greifen, nicht jedoch bei Oxalatsteinen.
  • Citrat, das Salz der Zitronensäure, vermag die Säure im Urin abzupuffern und kann steinbildendes Kalzium binden.

Positive Mineralstoffe

Essentielle Mineralstoffe wie Magnesium sind an Hunderten von biochemischen Stoffwechselprozessen beteiligt. Unter anderem ist es wichtig bei der Aufnahme von Kalzium und kann beitragen, überschüssiges Kalzium abzupuffern. Diese beiden komplementären Stoffe sollten im Verhältnis von 2:1 Magnesium Kalzium stehen. Magnesium ist enthalten in grünem Blattgemüse, Bohnen, Kürbiskernen und Avocados.

Bewegung und Kalzium

Bewegung gehört mit zu den Kalzium-bestimmenden Faktoren, denn wer wenig Bewegung hat, dessen Knochen setzen mehr Kalzium frei.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

© 2015 Gesundbuch Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

uebersicht
Übersicht

Schreibe einen Kommentar