Nährwertangaben: Chemikalien nicht ignorieren!

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Kalorien zählen

Warum nehmen wir trotz ununterbrochenen Kalorienzählens weiter zu? Die Zahl der Übergewichtigen und Fettleibigen wächst ständig. Der Schwerpunkt der Nährwert-Tabellen auf den Produkten wird immer auf Kalorien, Zucker- und Fettanteil gelegt. Abgesehen davon, dass oft unrealistische Portionsgrößen die Einschätzung erschweren, sind die Kalorien nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gar nicht die Übeltäter. Vielmehr sollte man sich um die Zusatzstoffe kümmern.
Spezialisten, wie Dr. Sally Norton, hält es beim Abnehmen wichtiger auf Chemikalien im Essen zu achten, als auf Kalorien.

Zuckerfrei und fettarm

Zuckerfreie und fettarme Speisen sind nur dann die gesündere Wahl, wenn keine Farb- Süß- oder Konservierungsstoffe zugesetzt sind. Durch den Entzug von Fett und Wasser verlieren diese Nahrungsmittel aber oft an Geschmack. Chemische Zusatzstoffe sollen das ausgleichen.

„Einige Studien ergaben, dass uns chemisch hergestellte Süßstoffe verleiten können, mehr zu essen, sodass wir stärker zunehmen, als wenn wir richtigen Zucker äßen. Damit soll allerdings nicht gesagt sein, Zucker sei gesund.“ (Dr. Norton, Daily Mail)

Chemikalien als Zusatzstoffe

Gar nicht zu selten finden sich in unseren Lebensmitteln Giftstoffe, die viel schlimmer als Zucker oder Fette unsere Ernährung beeinflussen. Die am häufigsten verwendeten Zusatzstoffe in unseren Nahrungsmitteln ist der Süßstoff Aspartam und der Geschmacksverstärker Mononatrium-Glutamat (MNG). Beide sind sehr gefährlich für unser Nervensystem.

Aspartam
Der synthetische Süßstoff Aspartam (E 951) findet sich häufig in Erfrischungsgetränken, Süßwaren, Backwaren, Milchprodukten, Backwaren und Backglasuren, Frühstücksflocken, Kaugummi, Instantkaffee, Pudding und Fertiggerichten. Süßstoffe erzeugen einen süßen Geschmack, ohne die entsprechende angekündigte Glucose zu liefern. Der Körper reagiert mit einem gesteigerten Hungergefühl und Appetit.
Die Insulinbildung wird gestört, das über Neuronen gesteuerte Essverhalten wird enorm beeinflusst.

Mononatriumglutamat steuert unser Essverhalten

Mononatriumglutamat ist ein Geschmacksverstärker, der unter den verschiedensten Namen im Verkehr ist: E621, MSG, Natriumglutamat, Hefeextrakt oder Würzmittel. Als Geschmacksstoff ist Mononatriumglutamat in der Lage, andere geschmacksaktive Bestandteile zu verstärken und den geschmacklichen Gesamteindruck bestimmter Gerichte auszugleichen. In vielen Fertiggerichten, Soßen, Suppen und Marinaden, Salatdressings und vielen anderen Vorratsprodukten der Restaurantküchen ist Mononatriumglutamat enthalten. Durchschnittlich verzehrt jeder Mensch 600 Milligramm industriell hergestelltes Mononatriumglutamat pro Tag, was ca. 4 g pro Woche entspricht. Weltmarktführer ist General Foods.
Als Zusatz in Futtermitteln sorgt es dafür, dass Tiere über ihre Sättigung fressen und schnell an Gewicht zulegen. Auch an Ratten und Menschen konnte diese Reaktion nachgewiesen werden, wenn Glutamat und zugehörige Rezeptorblocker verabreicht worden sind.

Chemikalien in Verpackungen

Andere Chemikalien sind in den Verpackungen unserer Lebensmittel. Auch sie sind gesundheitsschädlich und greifen direkt in unseren Hormonhaushalt ein:

Bisphenol A

Bisphenol A wird bei der Herstellung von Kunststoffen eingesetzt. Folienverpackungen und die Beschichtung von Konservendosen werden mit Bisphenol A hergestellt, Plastikschüsseln und Babyfläschchen werden damit gehärtet und lichtdurchlässig gemacht.
Im Kontakt mit heißen Flüssigkeiten, Säuren und Laugen löst sich Bisphenol A von der Kunststoffbeschichtung ab und wird so vom Mensch über die Mundschleimhäute aufgenommen. Bisphenol A ist sehr gesundheitsschädlich und greift negativ in den Hormonhaushalt ein. Es kann zu Fortpflanzungs- und Entwicklungsstörungen kommen. Sogar Hirnschädigungen und Fettleibigkeit werden damit in Verbindung gebracht.

Phthalate

Die Weichmacher Phthalate sind eine ganze Gruppe chemischer Stoffe. Manche sind bereits verboten (Kinderspielzeug), andere Vertreter dieser Gruppe finden sich weiterhin in Lebensmittelverpackungen, Sonnencremes, Haarsprays, Medikamenten, Plastikprodukten wie Autoauskleidungen oder Spielsachen, Bodenbelägen und Textilien. Sie können eingeatmet werden, über die Mundschleimhäute und sogar über die Haut in unser Blut gelangen. Weite Teile der US-Bevölkerung sind bereits mit Phthalaten belastet, dort vor allem Frauen im gebärfähigen Alter. Besonders erschreckend ist gerade diese Tatsache, weil Phthalate in den Hormonhaushalt eingreifen: Sie hemmen die Hormonproduktion, was vielleicht den häufigen unerfüllten Kinderwunsch erklären könnte. Auch das Risiko an Diabetes zu erkranken wird mit diesem Stoff in Verbindung gebracht.

Schützen Sie sich!
  • Weniger oder keine industriell verarbeitete Lebensmittel
  • Weniger oder keine abgepackten Lebensmittel
  • Kaufen Sie frische Bio-Produkte wie Obst, Gemüse, Samen, Nüsse und Vollkorngetreide
  • Bereiten Sie Ihre Mahlzeiten möglichst selbst zu

Solide Gesundheit, Prävention von Krankheiten und ein dauerhafter Gewichtsverlust sind die angenehmen Begleiterscheinungen einer solchen Ernährung.

„Und wenn das noch nicht reicht: Wenn wir auf abgepackte, verarbeitete Lebensmittel verzichten, tun wir auch etwas für die Umwelt – aus meiner Sicht schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe. (Dr. Norton, Daily Mail)

Quellen
Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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