Mexican Wild Yam
(Yamswurzel)

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yams
© Darren Baker, emuck – fotolia.com

Bezugsquelle: Mexican Wild Yam

Hormonelle Heilmittel aus der Yamsknolle

Die Yamswurzel (Dioscorea), auch Yams genannt, gehört zur Familie der Yamswurzelgewächse (Dioscoreaceae), die ursprünglich aus den Tropen stammt. Yams ist in Südamerika, Afrika und der Karibik stark verbreitet. Unter rund 800 bekannten Arten sind einige Pflanzen, die als Grundnahrungsmittel genutzt werden. Darüber hinaus werden sie von der Bevölkerung seit Urzeiten für ihre Heilwirkung geschätzt. Der Geschmack der Wurzelknollen ähnelt Esskastanien oder Kartoffeln. Alle Yamsarten sind roh giftig.

Die Art mit den meisten Wirkstoffen

Besonders wirkstoffreich ist die mexikanische wilde Yamswurzel (Dioscoreo machrostachya mexicana, auch genannt Cabeza). Sie gilt als die beste Yamswurzelart für eine natürliche Empfängnisverhütung. Darüber hinaus sagt man der mexikanischen wilden Yamswurzel nach, sie sei krampflösend und entzündungshemmend, harn- und galletreibend sowie leberwirksam.

Traditionelle Verwendung der Yamswurzel

Die Ureinwohner Nordamerikas verwendeten die Wurzel des wilden mexikanischen Yams entweder frisch oder schonend getrocknet und zu Pulver zerrieben. Es wurde als Heilmittel verschieden dosiert angewendet, je nachdem zur Empfängnisverhütung aber auch bei Kinderwunsch. Es galt als Hilfsmittel bei Menstruationsbeschwerden und Wechseljahrproblemen.

Das Diosgenin aus Mexican Wild Yam kann als Vorstufe von Körperhormonen betrachtet werden. Die Wirkung entfaltet sich offenbar synergetisch im Zusammenspiel der verschiedenen Pflanzeninhaltsstoffe. Die Wirkung kommt damit dem Hormon Gestagen nahe, das den Zervixschleim der Scheide zäh werden läßt und als Hemmnis für die Spermien aufbaut. In der Alternativmedizin wird bei täglicher und ununterbrochener Einnahme von wilder mexikanischer Yamswurzel in genauer Dosierung von einem Empfängnisschutz bis zu 97 Prozent ausgegangen, eine sehr umstrittene Annahme.

Die Inhaltsstoffe

Die wilde mexikanische Yamswurzel enthält Steroidsaponine (primär Dioscin), Phytosterole (β-Sitosterol), Alkaloide, Gerbstoffe und Stärke.

Dioscin, Basis der ersten Antibabypille

Das Dioscin-Spaltprodukt Diosgenin entdeckte ein japanischer Wissenschaftler um 1936. Der Stoff führte zur Entdeckung von Progesteron, einem weiblichen Geschlechtshormon, sowie dem Nebennierenhormon Cortison. Ein besonders hoher Gehalt des Steroids Diosgenin weist die wilde mexikanische Yamswurzel auf. 1942 gelang es dem amerikanischen Forscher Russell Marker, im Labor das weibliche Hormon Progesteron zu produzieren, Basis der ersten Antibabypille.

Aus dem Diosgenin wildwachsender Yamswurzeln kam in den Fünfziger Jahren die Antibabypille auf den Markt. Die Nachfrage nach der Wunderknolle war so groß, dass Mexiko die Pflanze in den Siebziger Jahren mit einem Ausfuhrverbot belegte. Als Alternative wurden andere Arten herangezogen, zum Beispiel die nordamerikanische Barbasco-Variante und die chinesische Shen-Yao-Yamswurzel. Sie war in China seit Jahrtausenden bekannt als Mittel gegen Scheidenausfluss oder vorzeitigen Samenabgang (Spermatorrhoe). Außerdem wurde sie in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt als Therapie gegen Diabetes, Nierenentzündung, die Unterfunktion der Schilddrüse und chronischen Husten, sowie als Tonikum bei Müdigkeit und Appetitlosigkeit.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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