Mariendistel (Silybum marianum)

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mariendistel
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Leberwirksame Heildistel

Die Mariendistel (Silybum marianum) gehört zur Familie der Carduoideae, einer Unterfamilie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist unter vielen anderen Namen bekannt, die teilweise auf die Legende hindeuten, dass die weißen Flecken auf den Distelblättern von der Milch der Gottesmutter Maria stammen, die beim Stillen des Jesuskindes einige Tropfen Milch verloren haben soll: Marienkörner, Stechkörner, Christi Krone, Donnerdistel, Heilandsdistel, Frauendistel und Fieberdistel.

Die Mariendistel stammt aus dem Mittelmeerraum und wächst auch in Mitteleuropa sowie auf Nordafrika, auf den Kanaren, den Azoren, Madeira, in Südrussland und im Iran.

Hauptwirkstoff

Als Arznei in der Pflanzenheilkunde werden die Früchte der Mariendistel verwendet. Der entscheidende Wirkstoff scheint Silymarin zu sein, eine Kombination aus den Flavonolignaen Silibinin, Isosilibinin, Silychristin und Silydianin sowie reichlich enthaltenem Eiweiß und den Fettsäuren Linol- und Ölsäure.

Therapeutischer Einsatz

Der Wirkstoff der Mariendistel, das Silymarin, hat im Laborversuch leberwirksame Eigenschaften gezeigt. Als Entgiftungsorgan und Lieferant der Gallenflüssigkeit für die Verdauung besitzt die Leber eine hohe gesundheitliche Bedeutung im Organismus. Silymarin unterstützt die Zellmembran der Leberzellen gegen schädliche Einwirkungen von außen und schützt gegen den Verlust von Leberenzymen. Die Regeneration von Lebergewebe kann durch Silymarin gefördert werden. Möglicherweise kann die Mariendistel gewisse Leberkrankheiten verlangsamen wie beispielsweise Leberverfettung. Als Arznei werden Präparate aus Mariendistel verwendet, insbesondere als ergänzende Behandlung bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen. In Tee kann Silymarin nur wenig bewirken, da es schwer wasserlöslich ist. In Kliniken werden meist Kapseln oder Tabletten verwendet.

Von einer Selbstmedikation ist abzusehen. Der Einsatz von Fertigarzneimitteln und hochdosierten Präparaten sollte stets mit dem Arzt oder Heilpraktiker abgestimmt sein.

Homöopathische Verwendung

Die Homöopathie kennt die Mariendistel für Tinkturen und Potenzen gegen Leberkrankungen, Gallenbeschwerden, Hämorrhoiden, Krampfadern und rheumatischen Beschwerden.

Achtung bei Allergie

Bei bestehender Allergie gegen Korbblütler sollte Mariendistel nicht angewendet werden.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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