Lycopin

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lycopin
© Zeno Mateescu – fotolia.com

Radikalfänger aus der Tomate

Lycopin oder Leukopin ist ein Carotinoid und gehört zu den sekundären Pflanzenstoffen. In Tomaten und Hagebutten ist es in großen Mengen enthalten. Aufgrund seiner roten Farbe wird es in der Lebensmittelindustrie unter der Bezeichnung E160d eingesetzt. Lycopin besitzt außerordentlich wirksame antioxidative Kraft und trägt als aktiver Radikalfänger zur Vorbeugung gegen Krankheiten bei.

Tomaten sind reich an Lycopin

Gute Lycopin-Lieferanten sind reife, rote Tomaten. Sie können bis zu 5 mg des antioxidativen Stoffs pro 100 Gramm Frucht enthalten. Wassermelonen können ähnliche Konzentrationen erreichen. (Grüne Tomaten enthalten kein Lycopin, aber das giftige Alkaloid Tomatidin und sollten nicht roh verzehrt werden).

Verbesserte Bioverfügbarkeit

Hohe Temperaturen schaden dem Vitalstoff nicht, sondern im Gegenteil: Hocherhitzte Verarbeitungsprodukte öffnen die Zellstrukturen und machen das Lycopin noch besser bioverfügbar. Deshalb sind auch Dosentomaten hervorragende Lieferanten mit sogar bis zu 10 mg Lycopin pro 100 Gramm. Noch konzentrierter ist Tomatenmark mit bis zu 60 mg Lycopin pro 100 Gramm.

Zusammen mit Fett wird die Aufnahme in den Körper gesteigert.

Biosubstanz mit Schutzfunktion

Beim Zellschutz gegen freie Radikale gehören Carotinoide allgemein zu den effektivsten Radikalfängern, da sie den schädlichen Singulettsauerstoff binden und unschädlich machen können. Diesen Prozess nennt man Quenching. Bei der Quenchingreaktion reagieren die Carotinoidmoleküle und bewahren so Aminosäuren, Nukleinsäuren und ungesättigte Fettsäuren davor, vom Singulettsauerstoff oxidiert zu werden. Da sich die Carotinoide danach wieder in ihren chemischen Ausgangszustand zurückbegeben können, stehen sie sofort wieder als Radikalfänger zur Verfügung. Sie verbrauchen sich nicht. Die Umwandlungsrate von Lycopin ist dabei fast doppelt so hoch wie bei Betacarotin.

Sonnenschutz

Nach einer englische Studie soll Lycopin die Schädigung durch UV-Strahlen reduzieren und den Hautalterungsprozess verlangsamen. Außerdem scheint die Biosubstanz einen positiven Einfluss auf das Cholesterin im Körper zu besitzen, einem Risikofaktor bei Infarkt oder Schlaganfall.

Doch kein Krebsschutz

Lange Zeit wurde Lycopin als Schutzfaktor gegen Krankheiten wie Krebs und insbesondere Prostatakrebs, Diabetes mellitus und Osteoporose angesehen. Eine großangelegte Studie von 2007 legt nahe, dass dieser Zusammenhang nicht besteht (vgl. American Association for Cancer Research: No Magic Tomato? Study breaks link between Lycopene and Prostate Cancer Prevention, Science Daily, 17. Mai 2007).

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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