Leinöl (Leinsamen)

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leinsamen
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Das natürliche Abführmittel

Leinsamen sind die Samen des Gemeinen Flachs (Linum usitatissimum), oder auch Gemeiner Lein genannt, eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschkeit. Gesundheitlich hochinteressant sind die Leinsamen aufgrund ihres hohen Gehalts an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Mit rund 50 Prozent Omega-3-Fettsäuren besitzt Leinöl die höchste Konzentration an Omega-3-Fettsäuren von allen bekannten Pflanzenölen. Leinsamen gelten als wirksames abführendes Mittel beispielsweise bei Verstopfung und sind ein nicht apothekenpflichtiges Arzneimittel.

Inhaltsstoffe

Die wirksamen Stoffe stecken in der Samenschale. Sie kann braun oder gelb sein, das kommt auf die Sorte an. Die Inhaltsstoffe sind Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren (Linolensäure), Linamarin, Lecithin, Eiweiß, Schleimstoffe, Sterine, Plastochromanol, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B6, Vitamin E und weitere Substanzen des Vitamin-B-Komplexes wie Nicotinsäure, Folsäure und Pantothensäure. Omega-3-Fettsäuren haben vielfältige gesundheitsförderliche Eigenschaften und können vom Körper nicht selbständig hergestellt werden.

Samen vor Verzehr schroten

Die Samenschalen der Leinsaat wirken im Darm als natürliches Quellmittel durch ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu binden. Die enthaltenen Ballaststoffe und Schleimstoffe aus Xylose, Galactose und Galacturonsäure vergrößern das Volumen des Nahrungsbreis und regen durch den Druck auf die Darmwände den Transport durch Muskelkontraktion des Darms an und löst einen Entleerungsreflex aus. Das Öl besitzt einen Schmiereffekt und beschleunigt den Weitertransport des Nahrungsbreis. Um diese Wirkung zu erzielen, müssen die Samen vorher zerkleinert werden, zum Beispiel geschrotet, um ihre Wirkstoffe zugänglich zu machen. Sonst können die Leinsamen unter Umständen unverändert den Magen-Darm-Trakt durchlaufen. Die geschroteten Leinsamen brauchen ein bis zwei Tage, um ihre Wirkung voll zu entfalten und sollten stets mit viel Flüssigkeit eingenommen werden.

Physiologische Anwendungen

Leinöl kann die Elastizität der Blutgefäße offenbar positiv beeinflussen, eine Voraussetzung für einen gesunden Blutdruck. Angeblich soll es einen vorbeugenden Effekt gegen Arterienverkalkung besitzen und die Cholesterinwerte verbessern. Bisher unbewiesen ist die Annahme, dass sich Leinöl auch auf die Psyche wirken kann und wohltuend bei Ängsten und Depressionen sei.

Annahmen zur Wirksamkeit

Es gibt erste Hinweise darauf, dass Leinöl möglicherweise vorbeugend gegen bestimmte Krebsarten hilfreich sein wie Prostatakrebs, Dickdarmkrebs und Brustkrebs.

Ein paar praktische Tipps

Leinsamen können die Aufnahme von Medikamenten im Darm hemmen und sollten daher versetzt mit der Medikamenteneinnahme verzehrt werden. Die Omega-3-Fettsäuren sind licht- und luftempfindlich. Deshalb wird Leinöl für gewöhnlich in dunkel getönten Flaschen angeboten und sollte im Kühlschrank, ja sogar im Eisfach aufbewahrt werden. Bei bis zu minus 20 Grad bleibt Leinöl aufgrund seines niedrigen Schmelzpunktes flüssig. Die Haltbarkeit sollte beachtet werden, da die Fettsäuren ranzig werden können. Zum Kochen und Backen ist Leinöl ungeeignet. Das beste Öl ist stets das kaltgepresste Öl aus biologisches Anbau, da hier davon ausgegangen werden kann, dass es schadstofffrei ist und seine wertvollen Inhaltsstoffe bewahrt hat. Kaltgepresstes Leinöl ist goldgelb, raffiniertes Leinöl ist deutlich heller.

Hinweis

Diese Informationen sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht und dienen nicht dem Ersatz für ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Therapieanweisungen. Urs Buergi weiß, dass es in der Medizin keine Methoden gibt, die zu 100% funktionieren. Jeder Mensch ist und reagiert anders. Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus dem Gebrauch dieser Angaben entstehen könnten wird deshalb nicht übernommen. Nehmen Sie bitte niemals Medikamente (Heilkräuter eingeschlossen) ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ein.

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